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Rollerständer für Grundschulkinder

Elterntaxis sind out. Viel lieber erleben Kinder ihren Schulweg zu Fuß, mit dem Rad oder dem Tretroller. Das macht Spaß und ist gesund. Für ihr Lieblingsfahrzeug brauchen die Mädchen und Jungen aber Platz zum Abstellen. Wir zeigen euch, wie ihr für Rollerständer an den Schulen eurer Kinder sorgen könnt.

Jeden Morgen das gleiche Spiel: Die Schulglocke läutet, die letzten Schüler*innen eilen auf ihre Plätze – und vor der Grundschule Frauenweiler türmen sich die Roller. Denn an den dafür vorgesehenen Bügeln bleiben die Tretroller nicht stehen und auch das Anschließen klappt nicht so richtig.

Das große Rollerchaos sorgte nicht nur beim Hausmeister für Unmut. Auch der Schülerbeirat beklagte die Situation und wünschte sich geeignete Abstellmöglichkeiten. Manfred Stindl vom VCD Rhein-Neckar nahm die Anliegen der Kinder ernst und regte den Bau einer neuen Rollerabstellanlage an. In Kooperation mit der örtlichen Berufsschule, dem städtischen Bauhof und der Bürgerstiftung Wiesloch wurde das Projekt schließlich umgesetzt.

Heute können die Kinder ihre Gefährte praktisch und sicher verstauen – da macht das Rollern gleich viel mehr Spaß. Neben dem Spaßfaktor gibt es aber auch eine ganze Reihe anderer Vorteile. Wissenschaftliche Studien zeigen: wenn Kinder ihren Schulweg morgens zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Tretroller zurücklegen, statt von ihren Eltern mit dem Auto kutschiert zu werden, sind sie fitter, gesünder und aufmerksamer. Doch während in den 1970er Jahren noch mehr als 90 Prozent aller Grundschüler*innen in Deutschland zu Fuß in die Schule kamen, sind es heute laut des Meinungsforschungsinstituts Forsa nur noch weniger als die Hälfte (43 Prozent).

Ein Fünftel wird in der Regel von den Eltern gefahren. Aber welches Kind will sich schon auf der Rückbank langweilen, wenn es den Schulweg auch gemeinsam mit Freund*innen entdecken und sich an der frischen Luft bewegen kann? Entgegen dem Elterntaxi-Trend erlebt der Tretroller erfreulicherweise gerade eine Renaissance. Zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten, ist er heute kaum mehr aus dem Straßenbild wegzudenken. Ob kunterbunt mit Hartgummireifen und Flatterbändern oder ganz schlicht mit großen, lufttragenden Rädern – immer mehr Kinder kommen mit ihrem neuen Lieblingsgefährt zur Schule.

Wir sagen: Fördert die Selbstständigkeit der Kinder und nehmt ihre Bedürfnisse ernst! Neben sicheren, attraktiven und ausreichend breiten Fuß- und Radwegen brauchen wir an den Schulen passende Infrastruktur, damit die Mädchen und Jungen ihre geliebten Roller sicher verstauen können. Denn bisher sind Rollerständer an vielen Grundschulen noch Mangelware.

Manfred Stindl hat es vorgemacht und sich aktiv für die Anliegen der Kinder eingesetzt. Jetzt seid ihr dran! Auf www.strasse-zurueckerobern.de könnt ihr in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung nachlesen, wie ihr in Kooperation mit lokalen Metallbauer*innen, der Schulleitung und der Stadt an der Schule eurer Kinder Rollerständer einrichten könnt.

 

Lisa Buchmann

ist Volontärin im VCD-Projekt »Lebenswerte Städte« .

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