Aktivisten mit Banner "Klimawandel bremsen - CO2 Grenzwert jetzt!"

Lobbyarbeit für den Klimaschutz

Damit Autos sauberer werden und uns und die Umwelt weniger belasten, müssen Abgase und der CO2-Ausstoß reduziert werden. Der VCD macht auf politischer Ebene Druck – für bessere Grenzwerte und für realistische Messverfahren.

Der CO2-Grenzwert spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht Autos sauberer und effizienter zu machen. Der Wert gibt an, wie viel Gramm des Treibhausgases CO2 ein Fahrzeug pro Kilometer ausstößt. Mit dem CO2-Ausstoß ist direkt auch der Spritverbrauch verbunden.

Der aktuell fest geschriebene Grenzwert von 95 Gramm CO2/km entspricht zum Beispiel einem Spritverbrauch von 4,1 Litern Benzin bzw. 3,6 Litern Diesel pro 100 km. Niedrige CO2-Grenzwerte bedeuten also sparsame und damit weniger klimaschädliche Fahrzeuge.

Bis 2020 müssen 95 Prozent der Neuwagen den aktuellen Grenzwert von 95 g CO2/km einhalten – ab 2021 dann 100 Prozent. Der VCD arbeitet dafür, dass es auch im Anschluss eine Fortschreibung der CO2-Minderung gibt. 

Das aktuelle Problem: Die Schere zwischen Verbrauchsangaben der Hersteller und den Werten in der Realität wird immer größer

Der Abgasskandal um VW & Co hat gezeigt dass es einen großen Handlungsbedarf bei den Verbrauchsangaben der Autohersteller gibt. Nicht nur bei den Abgasen wurden die Messwerte manipuliert, sondern auch beim Klimagas CO2. Im Durchschnitt liegen die Werte für den CO2-Ausstoß um 40 Prozent höher, als angegeben. Möglich ist das durch zahlreiche Schlupflöcher die das Testverfahren den Herstellern bietet. Sie kleben beispielsweise Türschlitze und den Kühlergrill ab, pumpen die Reifen extrem auf und entfernen Seitenspiegel, um den Rollwiderstand zu verringern. Diese Manipulationen führen schließlich zu den realitätsfernen Messwerten.

Der VCD setzt sich für das neue Testverfahren WLTP (weltweit harmonisierte Testprozedur) ein. Zusammen mit anderen Umweltverbänden haben wir dazu ein Konzept und Anforderungen erarbeitet und machen auf deutscher und europäischer Ebene Druck.

Was ist zu tun?

  • Das neue realitätsnähere Testverfahren WLTP muss bis spätestens 2017 eingeführt werden. Dazu gehören auch Messungen der Schadstoffemissionen im Realverkehr (Real Driving Emissions - RDE). Zusätzlich muss es verbindliche Nachprüfungen an zufällig ausgewählten Serienfahrzeugen geben. Und nicht zuletzt sollte der  Verstoß gegen Messregularien  in ganz Europa als Betrug mit hohen Geldstrafen für die Hersteller und mit strafrechtlichen Konsequenzen für verantwortliche Manager geahndet werden.
  • Die Überwachungs- und Zulassungspraxis der Behörden muss reformiert werden.  Eine unabhängige Überprüfung oder gar Nachtests finden bislang nicht statt. Die Erfassung von Luftschadstoff- und CO2-Emissionen muss auf der Straße in Form von Real Driving Emissions (RDE) erfolgen. Und Verstöße müssen mit wirksamen Sanktionen belegt werden.

Downloads