Biodiesel und Pflanzenöl

Kraftstoff vom Acker

Der Irrglauben, dass Biodiesel einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, muss beendet werden! Die Anbaumethoden haben verherende Folgen für Klima, Umwelt und Mensch.

Rapsblüte
Quelle: animaflora/fotolia

Biodiesel ist bereits seit vielen Jahren auf dem Markt und deshalb zum Sinnbild für Biokraftstoffe geworden. Bei Dieselfahrern war er lange sehr beliebt. Inzwischen wird Biodiesel hauptsächlich konventionellem Diesel beigemischt. In Deutschland stammt Biodiesel überwiegend aus heimischen Rapsöl. Zunehmend werden auch andere Pflanzenöle, insbesondere Palmöl, für die Biodieselproduktion genutzt. Im Einsatz von Pflanzenölen sieht die Politik einen Weg, die Klimagasemissionen des Verkehrs zu senken und fördert ihn daher. Doch inzwischen zeigt sich immer mehr: Biodiesel ist keine Lösung, weder für das Klima noch für die Umwelt.

Insbesondere bei der Förderung von Palmöl sind die Folgen verherend. Um der stetig steigenden Nachfrage nach Palmöl - vor allem im Verkehr - gerecht zu werden, werden tropische Wälder gerodet, Torfflächen trockengelegt, die Tierwelt gefährdet und nicht zuletzt Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.  Inzwischen bedecken Palmölplantagen zwölf Millionen Hektar Fläche. Das ist etwa ein Drittel der Bundesrepublik Deutschland. Eine aktuelle Untersuchung von Transport & Environment (T&E) zum Palmölanteil in Biodiesel finden Sie hier.

All das führt dazu, dass die Klimabilanz von Pflanzenölen für die Biokraftstoffproduktion um ein mehrfaches schlechter ausfällt, als bei den konventionellen Kraftstoffarten, die eigentlich durch diese Pflanzen ersetzt werden sollten.

Der Einsatz von Biokraftstoffen auf Pflanzenölbasis muss umgehend beendet werden!
Biodiesel, gewonnen aus Raps oder Palmöl, leistet keinen Beitrag für den Klimaschutz. Es gibt keinen Grund, Biodiesel im Rahmen der Klima- und Energiepolitk weiter zu fördern.

Um die CO2-Emissionen im Verkehr tatsächlich verringern zu können muss:

  • die Effizienz der Fahrzeuge generell gesteigert werden
  • ein schneller Umstieg auf emissionsfreie Antriebe erfolgen (E-Mobilität, mit erneuerbaren Energien).

 

 

Gerd Lottsiepen

Verkehrspolitischer Sprecher
Fon 030/28 03 51-11
gerd.lottsiepen@vcd.org