Elektroantrieb

Treibstoff aus der Steckdose

Neben Benzinmotoren die wohl älteste und technisch am besten erforschte Alternative. Strom ist beinahe überall verfügbar. Der Durchbruch der Elektroautos lässt dennoch weiter auf sich warten.

Elektroauto
Quelle: Robert Lehmann/ubitricity.com

Der Elektroantrieb ist die älteste und eine technisch weitgehend erforschte Alternative zum Benzinmotor. Sein Treibstoff ist elektrischer Strom, der überall verfügbar ist. Elektroautos werden mittlerweile von fast allen großen Fahrzeugherstellern angeboten, konnten sich auf dem Markt aber immer noch nicht durchsetzen. Bundesweit sind zwar rund 25.000 Elektro-Fahrzeuge unterwegs, diese machen aber immer noch deutlich weniger als ein Prozent am gesamten Fahrzeugmarkt aus. Dennoch hält die Bundesregierung ihr Ziel von einer Millionen Elektrofahrzeugen bis 2020 aufrecht. Um dieses zu erreichen, wurde inzwischen eine direkte Förderung in Form einer Kaufprämie beschlossen.

Politikerreden, Ankündigungen der Autoindustrie und Medienberichte setzen Elektromobilität meist mit Elektroautos gleich. Dabei hat das Zeitalter der Elektromobilität schon lange begonnen: Denn mit den meisten Fern- und Regionalbahnen, mit den Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs und natürlich mit dem Elektrofahrrad, kann man schon seit Jahren elektromobil unterwegs sein. Die meisten der bundesweit zugelassenen elektrisch betriebenen Pkw werden vor allem in den zahlreichen Modellprojekten getestet. Für die Ökobilanz der Elektroantriebe ist entscheidend, auf welche Art und Weise der Strom erzeugt wurde.

Vor- und Nachteile von Elektromotoren

Vorteile

  • Elektromotoren sind äußerst leise
  • Kein Ausstoß von Abgasen während der Fahrt
  • Höchster Wirkungsgrad von allen Antriebsformen (ca. 90%)

Nachteile

  • Energiespeicherung und Reichweite: Eine Batterieladung reicht derzeit durchschnittlich nur 70 bis 100 km
  • Batterien derzeit noch sehr schwer, platzraubend und teuer (i.d.R. 10.000 – 20.000 € teuer als ein Benziner)
  • Energiegewinnung: Mit dem aktuellen durchschnittlichen europäsischen Strom-Mix erreichen E-Mobile keine wesentlich besseren CO2-Werte als moderne Verbrennungsmotoren. Deshalb: Nur Ökostrom ist sinnvoll.

Artikel

Chancen und Grenzen von E-Mobilität und Elektroautos: »Raus auf die Straße«

Die Elektromobilität im öffentlichen Verkehr hat sich bewährt, das E-Bike boomt. Nur die Markteinführung des Elektroautos steckt im Dilemma. Industrie und Politik fördern es halbherzig, es ist teuer und kommt bei den Kunden kaum an. Doch sein Beitrag zum Klimaschutz braucht intensive Erprobung. Dafür bieten sich Firmenflotten und Carsharing an.

Ganzen Artikel lesen (Pdf, 213 KB)

Artikel von Gerd Lottsiepen, Verkehrspolitscher Sprecher des VCD in "Postfossile Mobilität - Zukunftstauglich und vernetzt unterwegs", politische ökologie 137 - 2014;  www.politische-oekologie.de

Gerd Lottsiepen

Verkehrspolitischer Sprecher
Fon 030/28 03 51-11
gerd.lottsiepen@vcd.org