Getrickst - Getäuscht - Betrogen

VW Konzern ist nur die Spitze des Eisbergs

Der Autokonzern VW hat zugegeben bei Abgastests zu betrügen und den tatsächlichen Schadstoffausstoß zu beschönigen. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Der VCD kritisiert bereits jahrelang die gängige Testpraxis, fordert strengere Verfahren und setzt sich für Nachprüfungen unter realen Bedingungen ein - im Sinne der Verbraucher/-innen und des Klimaschutzes.

Quelle Grafik Auto: burntime555/fotolia.de

Was ist passiert?

  • Der VW Konzern hat zugegeben zunächst in den USA systematisch Abgaswerte auf dem Prüfstand manipuliert zu haben – mit Hilfe einer speziellen Software. Davon betroffen sind mittlerweile 11 Millionen Dieselfahrzeuge – weltweit.
  • Der tatsächliche Schadstoffausstoß dieser Fahrzeuge ist in der Wirklichkeit, wenn diese Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, bis zu einem 25-fachen höher. Die Belastung für Mensch und Gesundheit ist somit auch um ein Vielfaches höher.
  • Kriminelle Verbrauchertäuschung und vorsätzlicher Betrug: Die Autoindustrie hat uns alle betrogen, denn es wurden viel mehr krankmachende Abgase in die Luft gepumpt als erlaubt. Wir kaufen ein Auto in dem Wissen ein modernes, effizientes und sauberes Fahrzeug zu kaufen, in Wirklichkeit kommen aus den Auspuffrohren viel mehr krankmachende Schadstoffe raus.
  • Wahrscheinlich ist VW aber nur die Spitze des Eisbergs: verschiedene Studien belegen, dass auch andere Hersteller tricksen, um geschönte Abgaswerte zu erzielen

Was wir tun und was wir fordern!

  • Der VCD weist bereits seit Jahren auf die Diskrepanz zwischen offiziellen Messwerten und realen Emissionen hin, nicht nur bei den Schadstoffen, sondern auch bei CO2 und Kraftstoffverbrauch. Neben einem realitätsfernen Messverfahren sind zunehmend fragwürdige Praktiken der Autohersteller das Problem.
  • Der VCD fordert die sofortige und uneingeschränkte Aufklärung durch die Bundesregierung
  • Die EU will bis 2017 Abgasmessungen im realen Fahrbetrieb einführen. Bei den aktuellen Verhandlungen muss sich die Bundesregierung dafür aussprechen, dass diese Grenzwerte nicht höher liegen als bei Messungen auf dem Prüfstand.
  • Alle Neufahrzeuge, egal ob Diesel oder Benziner, egal von welchem Hersteller, müssen künftig unter realen Fahrbedingungen nachgeprüft werden
  • Aber nicht nur für Neuwagen sondern auch für Bestandsfahrzeuge gilt: Eine unabhängige Einrichtung muss fortlaufend sicherstellen, dass die Grenzwerte der Autos in der Praxis dauerhaft eingehalten werden.
  • Daran arbeiten wir seit 2011: Wir haben in Gesprächen mit der Politik – sowohl auf nationaler als auf EU-Ebene – sowie in der Öffentlichkeit die gängige Praxis der Abgasmessungen kritisiert,  ein Ende der Tricksereien im Labor gefordert und uns für ehrliche Werte ausgesprochen.
  • Der VCD hat Argumente und Vorschläge für transparente und nachvollziehbare Abgasmessungen vorgelegt, die in den jährlichen VCD Auto-Umweltlisten nachzulesen sind. 

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Nicole Knaup
Referentin für Kommunikation und Marketing

Michael Müller-Görnert

Referent für Verkehrspolitik
Fon 030/28 03 51-19
michael.mueller-goernert@vcd.org

Michael Müller-Görnert

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Technologien zur Senkung der Stickoxid-Emissionen bei Euro 6 Diesel-Pkw
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