Dieselfahrverbote: Was Autokäuferinnen und Autokäufer jetzt beachten sollten.

Die Debatte über Fahrverbote hat bereits zu einem deutlichen Rückgang bei Dieselneuzulassungen geführt. Mangels Nachrüstmöglichkeiten denken immer mehr Diesel-Fahrer über einen Umstieg auf andere Antriebe nach. Wir geben Verbraucherinnen und Verbrauchern Empfehlungen, worauf sie beim Kauf eines Autos nun achten sollten.

Am 22. Februar hat das Bundesverfassungsgericht darüber geurteilt, dass Städte auch ohne bundesweite Regelung Fahrverbote erlassen dürfen. Damit können Fahrverbote in Städten mit zu hohen Stickstoffdioxidwerten bald Ernst werden.

Der ökologische Verkehrsclub VCD empfiehlt Verbrauchern, die ihr Auto wechseln oder sich ein neues Auto kaufen wollen,  einen gebrauchten Benziner, ein Erdgasauto oder einen Benzinhybriden. Diese sind bereits ab der Abgasnorm Euro 3 sauber und kommen in jede Innenstadt. Wenn es unbedingt ein Neuwagen sein muss: Seit September 2017 gilt zunächst für neue Modelltypen die Abgasnorm Euro 6dTemp, bei der die Abgasemissionen nicht nur auf dem Rollenprüfstand, sondern auch auf der Straße gemessen werden. Dann müssen Diesel-Pkw auch im Alltagsbetrieb niedrige Stickoxidwerte aufweisen, genauso wie Benziner mit Direkteinspritzung nur noch wenige Partikel ausstoßen dürfen und dann i.d.R. über einen Partikelfilter verfügen. Erste Modelle sind bereits erhältlich. Lassen Sie sich nicht mit einem Wagen abspeisen, der noch nicht Euro 6d erfüllt.

 Der VCD empfiehlt vor dem Autokauf:

 Zunächst: Überlegen Sie, ob Sie wirklich ein eigenes Fahrzeug brauchen, oder vielleicht auf Alternativen wie Carsharing, Fahrgemeinschaften, den ÖPNV oder das (E-) Fahrrad umsteigen können.  Wenn dies nicht der Fall ist und Sie wirklich ein Auto benötigen, dann am besten vor dem Autokauf folgende Punkte beachten:

  • Recherchieren und Ansprüche festlegen. Vor dem Autokauf sollten Einsatzzweck, Platzbedarf und die jährliche Fahrleistung geklärt werden. So fällt die Vorauswahl interessanter Modelle leichter.

  • Auto nach eigenem Alltag auswählen. Braucht es einen eigenen Pkw, so ist es oft günstiger, das ganze Jahr mit einem Kleinwagen zu fahren und sich nur für den Urlaub oder für Transporte einen größeren Wagen zu leihen.

  • Diesel-Pkw vermeiden. Fahrverbote könnten aufgrund fehlender bundesweiter Regelung für alle Dieselfahrzeuge gelten, auch für neue Euro 6-Diesel. Wenn es unbedingt ein neuer Diesel sein soll, dann nur mit neuer Abgasnorm Euro 6d-Temp.

  • Alternativen zum Diesel testen: Empfehlenswert sind Erdgas- und Hybridautos sowie sparsame gebrauchte Benziner, die bereits ab Euro 3 wenige Schadstoffe selbst im Straßenbetrieb ausstoßen. Diese sind zudem oft klimaschonender und günstiger im Betrieb.

    Achtung aber bei Benzinern mit Direkteinspritzung. Diese haben ein Problem mit gesundheitsgefährdenden Feinstpartikeln. Daher sind Direkteinspritzer nur mit Partikelfilter zu empfehlen. Erste Modelle gibt es bereits. Diese erfüllen ebenfalls die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Anders als bei Diesel müssen alle neuen Direkteinspritzer bereits ab September 2018 die strengen Vorgaben für den  Realbetrieb einhalten, bei Diesel-Pkw erst ein Jahr später.

  • Verbrauchswerte prüfen. Da die Schere zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Verbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich größer geworden ist, können die Abweichungen bei älteren Modellen geringer ausfallen. Tipp: Auf www.spritmonitor.de geben Autofahrer die real beobachteten Verbrauchswerte ihrer Autos an. Ein Blick hinein lohnt sich.

  • Elektro-Auto für Pendler, die am Arbeitsplatz oder zu Hause laden können: Das Elektroauto ist auch mit Kaufprämie immer noch teuer und richtig ökologisch ist man damit nur unterwegs, wenn man viel elektrisch fährt und Ökostrom tankt. Wichtig zudem: Umso größer und schwerer das Auto ist, umso mehr Strom benötigt es. Daher auf die Effizienz achten.

  • Wer nur wenig mit dem Auto unterwegs ist, kann auch auf Carsharing-Angebote zurückgreifen und so die Umwelt sowie den eigenen Geldbeutel schonen. Der VCD hält hilfreiche Tipps dafür bereit.

  • Die VCD Auto-Umweltliste 2017/2018 enthält eine Liste mit Fahrzeugen, die auch im Realbetrieb sauber und sparsam sind.

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