MVG more München

Vom Verkehrsunternehmen zum Mobilitätsdienstleister für München

Mit dem Angebot von U-Bahn, Bus, Tram, Carsharing von Drittanbietern und dem Mietradsystem MVG Rad bietet die Münchner Verkehrsgesellschaft flexible Mobilitätsdienste für jeden. Gebündelt werden die multimodalen Angebote an der Mobilitätsstation Münchner Freiheit, welche ein gemeinschaftliches Pilotprojekt der Landeshauptstadt München (LHM) und der MVG ist und durch städtische Mittel finanziert wird.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) entwickelt sich vom klassischen Nahverkehrsunternehmen zum umfassenden Mobilitätsdienstleister für München. Unter dem Claim „Ganz einfach mobil“ baut die MVG Sharing-Angebote weiter aus. Zentrale Elemente des Vorhabens sind das kommunale Leihradsystem MVG Rad, Kooperationen mit stationären und freefloating CarSharing-Anbietern, zwei Apps, Vergünstigungen für ÖPNV-Abokunden sowie eine erste Mobilitätsstation als Pilotprojekt gemeinsam mit der Landeshauptstadt München (LHM). Sowohl für das MVG Rad als auch für den Bau und Betrieb der Mobilitätsstation wurde die MVG von der LHM beauftragt.

Zwei Handy-Apps und eine webbasierte App geben Zugang zu den Mobilitätsbausteinen

Um den Kundinnen und Kunden den Zugang zu den einzelnen Mobilitätsbausteinen zu erleichtern, bündelt sie das gesamte Mobilitätsangebot in zwei Apps: MVG Fahrinfo München ist die klassische Verbindungsauskunft mit Live-Daten aller Verkehrsmittel in und um München, verbunden mit der Möglichkeit, Handytickets zu erwerben. MVG more vereint die Angebote der in München operierenden Carsharer (DriveNow, Stattauto, Stattauto flexy, car2go, BeeZero) und fungiert zugleich als Schlüssel zum MVG-eigenen Mietradsystem MVG Rad. MVG more zeigt die Standorte der jeweiligen Carsharing-Fahrzeuge an und liefert in Echtzeit einen Überblick darüber, wo das nächste MVG Rad verfügbar ist bzw. wo die nächste MVG Radstation gelegen ist. Über MVG more können Carsharing-Fahrzeuge bequem von unterwegs aus reserviert werden, IsarCard-Abokund/innen der MVG profitieren auch hier von Sonderkonditionen, etwa vergünstigten Registrierungsgebühren oder Freiminutenpaketen. Zusätzlich zu diesen reinen Mobil-Anwendungen für iOS und Android entwickelt die MVG das Angebot von MVG multimobil weiter. MVG multimobil ist webbasiert und steht somit auch Nutzer/innen zur Verfügung, die über kein Smartphone verfügen. Rund 80.000 Auskünfte erteilt der Service pro Monat, eine umfangreiche Evaluation zu Nutzerzahlen und –verhalten, schwerpunktmäßig zu den Mobilitätsstationen, ist in Planung. Ziel der MVG ist es, diese neue öffentliche Mobilität zukünftig als Paket anzubieten und die Buchung und Abrechnung aller Angebote zusammenzulegen.  Es wird auf absehbare Zeit weiterhin Papiertickets für den ÖPNV geben, in Zukunft könnte aber ein zentrales Zugangsmedium alle Mobilitätsservices bündeln.

Flexible Ergänzung des ÖPNV: MVG Rad

Das im Oktober 2015 gestartete kommunale Mietradsystem MVG Rad umfasst eine Flotte von 1.200 Rädern und 125 Stationen, die bis Ende 2017 vollständig in Betrieb gehen sollen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits 83 Stationen in Betrieb.IsarCard-Abokund/innen der MVG profitieren bei der Nutzung von MVG Rad von attraktiven Sonderkonditionen – so fahren Sie im Normaltarif für 5 Cent anstatt 8 Cent pro Minute. Das Jahrespaket mit täglich 30 Freiminuten erhalten sie für 36,- anstatt 48 Euro. Studierende fahren noch günstiger: Sie zahlen nur 12.- Euro pro Halbjahr.

MVG Rad ergänzt den ÖPNV: Innerhalb eines fest definierten Geschäftsgebiets können die Räder der MVG flexibel abgestellt werden – außerhalb des Geschäftsgebiets allerdings nur an den Stationen. Wer sein Rad an einer Station abstellt bekommt bis zu zehn Freiminuten gutgeschrieben. Bisher haben sich rund 66.000 Kunden für MVG Rad registriert (Stand Mai 2017).  Die Investitionskosten für das MVG Rad von 3,4Millionen Euro wurden durch städtische Mittel getragen, die MVG muss die Kosten für Unterhalt und Betrieb aus eigenen Einnahmen finanzieren. Als Dienstleister der MVG konnte das Leipziger Unternehmen nextbike die europaweite Ausschreibung für sich entscheiden. Im Rahmen des BMUB-Förderprojektes City2Sharesowie der EU-Förderprojekte  Smarter Together und Civitas Eccentric sollen weitere Mobilitätsformen unter Realbedingungen getestet werden, wie z.B. Pedelecs, batteriebetriebene Lastenräder („eTrikes“), die auch mobilitätseingeschränkten Personen individuelle Mobilität ermöglichen sollen. Nach der Umsetzung und der Testphase werden die Ergebnisse evaluiert.


Pilotprojekte als Grundlage für den Ausbau von Mobilitätsstationen

Für die Planung, Umsetzung und den Betrieb der Mobilitätsstation an der Münchner Freiheit wurde die SWM/MVG von der Landeshauptstadt München betraut.

Dort werden alle Mobilitätsbausteine an einem Ort gebündelt. So stehen neben U-Bahn, Bus und Tram sowie einer MVG Radstation insgesamt sechs ausgewiesene Carsharing-Parkplätze zur Verfügung, zwei davon mit eigener Ladeinfrastruktur für E-Carsharing, ein Stellplatz ist exklusiv für das stationäre Carsharing von Stattauto reserviert.Zusätzlich gibt es Fahrradabstellanlagen sowie einen Taxistand in der unmittelbaren Umgebung. Eine Informationsstele gibt einen Überblick über das vielfältige Mobilitätsangebot vor Ort.

Neben der Pilotstation an der Münchner Freiheit werden in den kommenden Jahren voraussichtlich 14 weitere Mobilitätsstationen im Stadtgebiet entstehen. Darunter vier Stationen im Rahmen von City2Share, acht weitere im Rahmen des EU-Projekts Smarter Together sowie 4 Mobilitätsstationen im Rahmen des Projekts Civitas Eccentric unter Leitung des Kreisverwaltungsreferats.

Vergünstigungen für die MVG-Kundschaft

Unter dem Slogan „Carsharing mit der MVG“ erhalten IsarCardAbo-Kund/innen der MVG attraktive Vergünstigungen, unter anderem bei Stattauto. Dort zahlen sie einerseits keine Anmeldegebühren und andererseits nur eine Kaution in Höhe von 250 statt 500 Euro.  Bei car2go und DriveNow erhalten MVG-Abokunden nach einer kostenlosen Registrierung  einmalig 30 Freiminuten. Auch bei BeeZero, dem Carsharingangebot von Linde, entfallen die Anmeldegebühren.

Integrierte Kommunikationskampagne

Mit dem Claim „Ganz einfach mobil“ bewirbt die MVG neben U-Bahn, Bus und Tram alle weiteren Mobilitätsbausteine. Plakatkampagnen und Videos (z.B. „MVG Rad vs. Auto: Wer ist schneller?“) illustrieren die Vorteile des Car- oder Bikesharings. Die Räder des öffentlichen Mietradsystems sind im Corporate Design der MVG gestaltet und lassen sich über die eigens entwickelte App „MVG more“ finden, reservieren und mieten. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt München stellt die MVG kürzlich zugezogenen Personen das sogenannte Neubürgerpaket zur Verfügung. Dort wird die gesamte Mobilitätspalette vorgestellt und zahlreiche Alternativen zum eigenen PKW aufgezeigt. Um den Anreiz weiter zu erhöhen, das eigene Auto einfach einmal stehen zu lassen, können Neubürger/innen ein kostenloses ÖV-Schnupperticket bestellen.

    Steckbrief MVG more München

    München: 1,5 Mio. Einwohner/innen

    Wegeanteil Umweltverbund: 63 % (MiD 2008)

    Elemente: Kommunales Bikesharing, Carsharing, Mobilitätsstation, multimodale Verkehrsauskunft, Ticketing via App, Sharing-Angebote mit und ohne Bindung an ÖPNV-Tarif

    Start: 2013

    Akteur: Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Landeshauptstadt München (LHM)

    Nutzergruppe: Alle registrierten Nutzer/innen

    Kosten: MVG Rad 3,4 Mio. Euro Investitionskosten

    Finanzierung: EU-Projekt Horizon 2020 (Projekte Civitas Eccentric und Smarter Together), BMUB-Förderprojekt City2Share, MVG Rad über städtische Mittel

     

    Besonderheit: Größtes kommunales Leihradsystem, 2 Handy-Apps

    Ansprechpartner:

    Kilian Kärgel

    Stadtwerke München GmbH

    Leiter Fachbereich Multimodale Mobilität

    Telefon: 089/21 91-2009
    Telefax: 089/21 91-2157 
    kaergel.kilian@swm.de
    www.mvg.de/multimobil