Bamberg

Untersuchungsgebiet: Mittelstadt Bamberg - Die Ergebnisse

Am 04. und 05. Mai 2015 waren die Checker vom VCD in Bamberg unterwegs. Insgesamt wurden 20 Haltestellen und 19 Fahrzeuge, eine verkehrsunternehmenseigene Beratungs- und Verkaufsstelle, eine Smartphone-App und zwei Internetseiten untersucht.

Quelle: VCD/Gregor Kolbe

Raum- und Verkehrsdaten zum Untersuchungsgebiet

Einwohner

71.952 [Stand 2014]

Fläche

54,62 km²

Modal Split

keine aktuellen Modal Split Daten verfügbar

Verkehrsverbund

Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN)

ÖV-Unternehmen und Mobilitäts-dienstleister

Stadtwerke Bamberg Stadtbus GmbH (STWB), DB Regio AG (S- und Regionalbahn), Agilis (Regionalbahn), Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF), DB „Call a Bike“, Ökobil e.V., DB Flinkster

Nahverkehr in Zahlen

rund 170 Haltestellen, 64 Busse,  1 unternehmenseigene Verkaufs- und Beratungsstelle (Servicezentrum am ZOB)

Ergebnisse im Überblick

Stärken: 

  • Die getestete Beratungs- und Verkaufsstelle konnten insgesamt überzeugen.
  • Bei der Bedienungsfreundlichkeit erzielten die Fahrzeuge, die Internetseiten (u.a. einfache Navigation, Suchfunktionen) und die Beratungs- und Verkaufsstelle gute bis sehr gute Bewertungen.
  • Das Angebot an Basisinformationen auf den Internetseiten (u.a. Fahrplan-, Tarifinformation) und bei der Beratungs- und Verkaufsstelle wurde positiv bewertet.
  • Die Barrierefreiheit in den Fahrzeugen und in der Beratungs- und Verkaufsstelle war gut bzw. sehr gut.

 

Schwächen und konkrete Handlungsempfehlungen:

 

Verkehrsmittelintegration:

an lediglich einem Drittel der getesteten Haltestellen waren Radabstellanlagen vorhanden, nur zwei davon waren überdacht; Hinweise zur Fahrradmitnahme fehlten an und in allen Fahrzeugen; bei der Verbindungsauskunft der App und online war es nicht möglich, die Radmitnahme separat einzustellen; Informationen zu lokalen Verleihsystemen (Fahrrad, Carsharing) und Taxidiensten wurden kaum angeboten;

Was ist zu tun:

  • Ausbau des Angebots an attraktiven, sicheren und überdachten Radabstellanlagen; 
  • deutlich sichtbare Hinweise zur Radmitnahme in und an den Fahrzeugen (z.B. durch Piktogramme); die Radmitnahme sollte in der App-Verbindungsauskunft separat einstellbar sein;
  • überall Informationen zu lokalen Verleihsystemen und Taxidiensten anbieten;

 

Haltestellen:

neben Defiziten bei der Verkehrsmittelintegration fehlten an nahezu allen Haltestellen eine Anzeige von Abfahrts- oder Wartezeiten, der Liniennetzplan, die Tarifinformation, ein Umgebungsplan sowie Kontakt- und Servicedaten; nur die Hälfte der Haltestellen verfügte über Sitzgelegenheiten, nur ein Drittel war überdacht und lediglich an einem Viertel gab es einen wirkungsvollen Windschutz; nur jede vierte Haltestelle verfügte über eine besondere Gestaltung für sehbeeinträchtigte Personen wie Blindenleitstreifen, Bodenindikatoren etc.;

Was ist zu tun:

  • Ausbau des Informationsangebotes an allen Haltestellen, u.a. Liniennetzplan, Tarifinformation
  • flächendeckend Haltestellen mit Wetterschutz und Sitzgelegenheiten ausstatten;
  • Ausbau des Angebots an barrierefreien Haltestellen, v.a. für sehbeeinträchtigte Fahrgäste;   

 

Fahrzeuge:

neben Defiziten bei der Verkehrsmittelintegration fehlten in allen 19 Fahrzeugen die Darstellung bzw. Anzeige von Umstiegsmöglichkeiten zu anderen Verkehrsmitteln, der Liniennetzplan, die Tarifinformation, Service- und Kontaktdaten sowie Hinweise am Fahrzeug für mobilitätseingeschränkte Personen;

Was ist zu tun:

  • Ausbau des Informationsangebotes in den Fahrzeugen, u.a. Liniennetzplan, Tarifinformation, Umstiegsmöglichkeiten (akustisch/visuell);
  • Hinweise für mobilitätseingeschränkte Personen (z.B. Piktogramme) an allen Fahrzeugen

 

Smartphone-App:

neben Defiziten bei der Verkehrsmittelintegration fehlten Angaben zu Verspätungen in der Verbindungsauskunft, eine Ticketübersicht inkl. Tarifbestimmungen sowie downloadbare Liniennetzpläne; eingeschränkte Bedienungsfreundlichkeit, u.a. nicht veränderbare Schriftgröße, fehlende Mehrsprachigkeit; keine Option „barrierefreie Verbindung“ und keine Informationen zu Aufzugsstörungen;

  • Ausbau des Informationsangebotes, insb. Verspätungsangabe in Verbindungsauskunft, Ticketübersicht, Liniennetzpläne als Download
  • Bedienungsfreundlichkeit erhöhen;