Hannover

Untersuchungsgebiet: Großstadt Hannover - Die Ergebnisse

Am 20. und 21.Februar 2015 waren die Checker vom VCD in Hannover unterwegs. Insgesamt wurden 35 Haltestellen und 23 Fahrzeuge, eine verkehrsunternehmenseigene Beratungs- und Verkaufsstelle, eine Smartphone-App und drei Internetseiten untersucht.

Quelle: VCD/Gregor Kolbe

Raum- und Verkehrsdaten zum Untersuchungsgebiet

Einwohner

523.642 [Stand 2014]

Fläche

204 km²

Modal Split


MIV 38%, Fußverkehr 25%, Radverkehr 19%, ÖPNV 18% [Stand: 2011]

Verkehrsverbund

Verkehrsverbund Großraum-Verkehr Hannover (GVH)

ÖV-Unternehmen und Mobilitäts-dienstleister

üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, RegioBus Hannover GmbH, DB Regio AG (S-Bahn Hannover, Regionalbahn), metronom Eisenbahngesellschaft mbH, erixx, DB „Call a Bike“, nextbike GmbH, DB Flinkster,  stadtmobil Hannover GmbH, Volkswagen Leasing GmbH („Quicar“)

Nahverkehr in Zahlen

164 Stadtbahnhaltestellen (davon 19 unterirdisch), 288 Stadtbahn-Fahrzeuge, rd. 400 Bushaltestellen, 183 Busse (inkl. Subunternehmen), 320 Ticketautomaten, 1 verkehrsunternehmenseigene Beratungs- und Verkaufsstelle

Ergebnisse im Überblick

Stärken: 

  • Die Qualität der Basisinformationen an Haltestellen, bei der Smartphone-App, den Internetseiten und dem üstra-Kundencenter konnten überzeugen.
  • Das Erscheinungsbild/die Aufenthaltsqualität der Haltestellen war gut, das üstra-Kundencenter war sogar sehr gut.
  • Die Barrierefreiheit schnitt bei Fahrzeugen, der Smartphone-App, den Internetseiten und der Beratungs- und Verkaufsstelle „gut“ bzw. „sehr gut“ ab.

 

Schwächen und konkrete Handlungsempfehlungen:

 

Fahrzeuge:

separate und schnell verständliche Informationen zum Verlauf der jeweiligen Linie und den Umstiegsmöglichkeiten fehlten häufig; mehrere Informationsmonitore waren nicht funktionsfähig; die Tarifinformation und Service- und Kontaktdaten waren nur selten verfügbar;

Was ist zu tun:

  • Ausbau des Informationsangebotes in den Fahrzeugen, u.a. Linienverlauf, Tarifinformation, Umstiegsmöglichkeiten (akustisch/visuell);
  • Aushang von Kontaktinformationen zum Unternehmen/Verbund in allen Fahrzeugen;

 

Haltestellen:

bei 17 von 35 Haltestellen fehlte eine besondere Gestaltung für sehbeeinträchtigte Personen wie Blindenleitstreifen, Bodenindikatoren etc.; an 19 von 35 Haltestellen waren die Informationen in den Aushangvitrinen nur eingeschränkt lesbar, insb. zu hoch montiert für Menschen im Rollstuhl und zu großer Abstand zwischen Glasscheibe und Aushang, was den Einsatz von Lupen erschwert;

Was ist zu tun:

  • Ausbau des Angebots an barrierefreien Haltestellen, v.a. für sehbeeinträchtigte Fahrgäste, Verbesserung der Lesbarkeit der Aushanginformationen;   

 

Verkehrsmittelintegration:

nur knapp die Hälfte der Haltestellen verfügte über Radabstellanlagen, nur bei zwei von 35 waren diese überdacht; an keiner Haltestelle gab es Informationen zu Fahrradverleihsystemen, Carsharing-Anbietern und Taxidiensten; nur die Hälfte der getesteten Fahrzeuge war innen mit Informationen zur Radmitnahme ausgestattet (z.B. Piktogramme) und außen an den Fahrzeugen verfügten nur die Züge der S-Bahn über entsprechende Hinweise; bei der Verbindungsauskunft der GVH-App war es nicht möglich, die Radmitnahme separat einzustellen und es wurden keine Hinweise zu Fahrradverleihsystemen, Carsharing-Anbietern und Taxidiensten angeboten;

Was ist zu tun:

  • Ausbau des Angebots an attraktiven, sicheren und überdachten Radabstellanlagen;
  • deutlich sichtbare Hinweise zur Radmitnahme in und an den Fahrzeugen (z.B. durch Piktogramme); die Radmitnahme sollte in der App-Verbindungsauskunft separat einstellbar sein;
  • Ausbau des Informationsangebotes zu Fahrradverleihsystemen, Carsharing-Anbietern und Taxidiensten an Haltestellen und bei der Smartphone-App;