Projekt »Straßen für Menschen«

Rückeroberung der Straße vernetzen!

Bürgerinnen und Bürger erobern sich vielerorts die Straße für ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Für eine sichtbare Bewegung von unten braucht es aber den bundesweiten Zusammenschluss und Austausch von Menschen, die etwas verändern wollen. Darum kümmert sich der VCD in dem vom Umweltbundesamt geförderten Projekt »Straßen für Menschen«.

Quelle: VCD/Ole Kamm

Projekt »Straßen für Menschen«

Der VCD wird Aktivist*innen und Initiativen deutschlandweit vernetzen und  Keimzellen für eine nachhaltige Mobilität in ausgewählten Kommunen aufbauen. Gemeinsam mit den Keimzellen geht der VCD mit Aktionen auf die Straße und wirbt für eine gerechtere Aufteilung des öffentlichen Raumes: Mehr Platz für Radlerinnen und Fußgänger, weniger für Autos. Besonders in der Europäischen Mobilitätswoche werden wir unsere Aktionen konzentrieren und uns mit einer Stimme für eine Mobilität für Menschen einsetzen.

Das Thema ist auf den ersten Blick ein lokales: Bürger*innen und Initiativen engagieren sich in ihrer Kommune an einer bestimmten Straße, Kreuzung oder einem konkreten Parkplatz für eine menschengerechte Stadtgestaltung. Gleichzeitig ist das Anliegen auch bundesweit relevant und muss bundesweit sichtbar werden. Denn in fast allen Fällen ist es die autofokussierte Verkehrspolitik, die einer menschenfreundlichen Mobilität im Weg steht. Um dem etwas entgegenzusetzen, müssen sich die Keimzellen vernetzen, sich austauschen und voneinander lernen. Das nötige Netzwerk wird der VCD in seinem Projekt »Straßen für Menschen« aufbauen und verstetigen.

Quelle: Maria Camila Ruiz Lora, Stadtfest Magdeburg/IM STADTFELD

Schließlich brauchen engagierte Bürgerinnen und Bürger das Know-how zur Rückeroberung der Straße. Mit der Toolbox #strassezurueckerobern gibt der VCD den Menschen bereits erstes Rüstzeug an die Hand, mit dem sie selbst aktiv werden können. Ein Teil der Toolbox ist der VCD-Leitfaden »Lebenswerte Städte durch Straßen für Menschen«, der gute Beispiele für Aktionen sowie Umgestaltungen von Straßen aufzeigt und Tipps zum Nachahmen gibt. An der Stelle macht der VCD aber nicht Halt, sondern wird den Leitfaden kontinuierlich weiterentwickeln und durch weiteres Infomaterial ergänzen, das unter dem Motto steht: Menschen zum Engagement ermutigen und zur Eigeninitiative befähigen.

VCD in Regensburg erobert die Straße zurück und demonstriert für menschengerechte Mobilität

Ohne Leben auf der Straße gibt es keine Lebensqualität in der Stadt. Wir machen uns daher für die Rückeroberung der Straße stark – auch um mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.

In diesem Sinne veranstaltete der VCD-Kreisverband Regensburg gemeinsam mit Transition Regensburg am 22. Juli ein nicht-kommerzielles Straßenfest in der Obermünsterstraße. An einem geschäftsoffenen Samstag entstanden auf den Autoparkplätzen gemütliche Sitzecken auf Rollrasen, Flächen für Kinderspiel, Akrobatik, Picknick und gemütliches Beisammensein bei Musik.

„Wir möchten heute dafür demonstrieren, dass der öffentliche Raum mehr für das menschliche Maß ausgelegt wird“, betonte Wolfgang Bogie, Vorsitzender des VCD Regensburg.

VCD und Transition schaffen in der Obermünsterstraße Platz für Menschen statt nur für Autos. Quelle: VCD/Ole Kamm

Bei dem Fest zeigte sich, welche Kraft eine menschengerecht gestaltete Straße entfalten kann: Spontan entstand mit der eingeladenen Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer und der Planungsreferentin Schimpfermann ein Bürgerdialog in der Sitzecke auf dem Rollrasen. Sonst stehen hier nur Autos. Beide bekräftigten, wie wichtig es sei, für eine lebenswerte Stadt mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer sowie für spielende Kinder zu schaffen.

„Wir brauchen in der Tat Kommunikationsorte für die Menschen, die hier leben. Sonst funktioniert Gesellschaft nicht. Das gilt für die Regensburger Altstadt, aber noch viel mehr für die umliegenden Stadtviertel“, sagte Maltz-Schwarzfischer.

Die Frage ist natürlich: Was machen wir mit der zurückeroberten Straße? „Wir können sie bepflanzen“, schlägt Bogie vor, „und grüne Korridore für Fußgänger und Radfahrer einrichten.“ Werden die Wege für die umweltfreundlichen Verkehrsmittel attraktiver, dann lassen auch mehr Menschen das eigene Auto stehen oder schaffen es ganz ab.

Nicole Knaup

Referentin Kommunikation & Marketing
Fon 030/28 03 51-69
nicole.knaup@vcd.org

Ole Kamm

Projektbearbeitung »Straßen für Menschen«
Fon 030/28 03 51-37
ole.kamm@vcd.org

Lea Gröger

Volontärin Kommunikation & Marketing sowie im Projekt »Straßen für Menschen«
Fon 030/28 03 51-402
lea.groeger@vcd.org

Förderer

Dieses Projekt wird gefördert vom: