Hessen

Projektregion Hessen

Kaum ein anderes Bundesland ist so sehr von einer Steigerung des Verkehrs betroffen wie Hessen. Besonders im Rhein-Main-Gebiet wachsen die Großstädte durch die täglichen Pendelverkehre weit über ihre Anzahl an Einwohner*innen hinaus. Zeitgleich wird Wohnraum mit einer guten Anbindung zu alltäglichen Wegezielen zu einem immer knapperen und wertvolleren Gut.

Die Projektregion Hessen

In Hessen wohnen 6,2 Millionen Menschen, wovon alleine 4 Millionen Menschen in Südhessen und im Rhein-Main-Gebiet leben. Zu Stoßzeiten kommt die Verkehrsinfrastruktur hier an ihre Grenzen. Da die Fläche innerhalb der Metropolregion sehr begrenzt ist, kommt es auch künftig darauf an, flächeneffizientere Mobilitätsangebote zu schaffen, um auch weiterhin die Mobilität der Bewohner*innen der Region zu garantieren. Zeitglich muss auch in den suburbanen und ländlichen Gebieten Hessens eine attraktive Mobilitäts- und Versorgungsinfrastruktur geschaffen werden, um den Druck auf die Metropolregion zu verringern und die Attraktivität von kleineren hessischen Kommunen zu stärken.

Bisherige Erfolge

Bereits von 2017 bis 2019 war die Region Rhein-Main Teil des Vorgängerprojektes »Wohnen leitet Mobilität«. Zusammen mit den Partnerkommunen Darmstadt, Wiesbaden und dem Main-Taunus-Kreis wurden fünf Dialoglogforen in der Rhein-Main-Region durchgeführt und ein Netzwerk aus Kommunen, Wohnungsunternehmen und Mobilitätsdienstleistern aufgebaut. Bei der Erarbeitung der neuen Fahrradabstellplatzverordnung und eines begleitenden Leitfadens standen wir dem Land Hessen beratend zur Seite. Wir freuen uns über die erfolgreiche Zusammenarbeit und, dass das Fahrradfahren in Hessen durch viele hilfreiche Maßnahmen in Zukunft noch attraktiver wird. Schließlich bestimmt die Qualität von Fahrradwegen und -abstellanlagen maßgeblich darüber, ob die Bewohner*innen das Fahrrad für ihre Alltagswege nutzen.

»Alle müssen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn jeder noch so kleine Schritt zählt.«

Jochen Partsch, Oberbürgermeister Stadt Darmstadt

Die Stadt Darmstadt

Mit knapp 160.000 Einwohner*innen und einer Reihe von Hochschulen ist die Wissenschaftsstadt Darmstadt ein wichtiges Zentrum Südhessens. Die Stadt verfügt über ein dichtes Bus- und Straßenbahnnetz, über Fahrradverleihstationen sowie über einen Hauptbahnhof mit Fernverkehrshalten. Insbesondere in den Konversionsflächen der Stadt sollen zusammen mit den neuen Wohnquartieren neue Mobilitätsangebote geschaffen werden. So ist die Lincoln-Siedlung im Süden der Stadt bereits als positives Beispiel im Projekt »Wohnen leitet Mobilität« aufgeführt worden. Hier ist es gelungen, durch einen geringeren Stellplatzschlüssel, Carsharing und Fahrradverleihangebote, sowie über eine zusätzliche Quartiershaltestelle der Straßenbahnlinien ein Wohnquartier mit attraktiven umweltgerechten Verkehrsmitteln und kurzen Wegen zu schaffen. Für die benachbarte Konversionsfläche sollen diese Erfolge aufgegriffen und noch verbessert werden. Auch für das zu entwickelnde Ludwigshöhviertel ist ein innovatives Mobilitätskonzept geplant: so die eine Anbindung an das Straßenbahnnetz, der Rad- und Fußverkehr soll gefördert werden und ein vielfältiges Mobilitätsangebot soll den Flächenbedarf von Stellplätzen innerhalb des Quartiers reduzieren.

Die Stadt Ginsheim-Gustavsburg

Die Stadt Ginsheim-Gustavsburg ist als Teil der Mainspitze mit rund 17.000 Einwohner*innen direkt zwischen den Flüssen Rhein und Main gelegen. Sie grenzt im Norden an die Stadt Wiesbaden und im Westen an die Stadt Mainz. Ginsheim-Gustavsburg als Beispiel zeigt, dass umweltgerechte und moderne Mobilitätsangebote kein Privileg von Großstädten sein müssen. Erst kürzlich wurde mit »book’n’drive« ein Carsharingsystem für die gesamte Kommune etabliert. Das stationsbasierte Fahrradverleihsystem »meinRad« der »Mainzer Mobilität« ist mit 8 Stationen in beiden Stadtteilen vertreten. Zudem ist die Stadt über den Bahnhof in Gustavsburg mit den Großstädten Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt umsteigefrei verbunden. Das ÖPNV-Angebot innerhalb des Ortes wird durch Buslinien im Halbstundentakt ergänzt. An Wochenenden stehen auch noch selbst in den Nachtstunden stündliche Direktverbindungen von und nach Mainz zur Verfügung.

Nachhaltige Mobilitätsangebote sind wichtige Elemente für die Zukunft der Stadt Ginsheim-Gustavsburg. Künftig wird es noch wichtiger sein, Ziele auch ohne ein eigenes Auto erreichen zu können. Wir wollen mit Sorge dafür tragen, dass Bewohner*innen der Stadt die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln haben. Hierzu ist es erforderlich, diese neuen Mobilitätsangebote direkt zu den Einwohner*innen von Ginsheim-Gustavsburg zu bringen. Durch einen attraktiven ÖPNV, kurze Wege zu den Haltestellen oder zum Einkaufen, die Einrichtung von Carsharing und Fahrradverleihangeboten können die Mobilitätsanforderungen aller Menschen in Ginsheim-Gustavsburg jetzt und in Zukunft besser berücksichtigt werden.

Weitere Projektpartner

Neben den beiden Städten Darmstadt und Ginsheim-Gustavsburg freuen wir uns auch jetzt schon über weitere Projektpartner: Die Hochschule Rhein-Main steht uns während unserer Projektlaufzeit mit ihrer wissenschaftlichen Expertise zur Seite. Mit dem Fachzentrum Nachhaltige urbane Mobilität des Landes Hessen (FZ-NUM) haben wir zudem Expert*innen für eine kommunale Förderberatung gewinnen können. Der ADFC Hessen e.V. wird uns bei allen Fragen zum Thema Radverkehr mit Informationen versorgen können und auch der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat uns seine Unterstützung als Experte für alle regionsübergreifenden Fragestellungen im Rahmen unseres Projekts zugesichert.

Unser Angebot

In den beiden Standortkommunen werden jeweils fünf Netzwerktreffen angeboten, in denen wir die Umsetzung nachhaltiger Mobilitätsangebote auf den Weg bringen wollen. Hierbei möchten wir gemeinsam mit kommunalen Vertreter*innen, Wohnungsunternehmen und -genossenschaften, Mobilitätsdienstleistern sowie Fachexpert*innen realistische Ziele entwickeln und diese innerhalb der Projektlaufzeit in Angriff nehmen und umzusetzen.

Unterstützt werden diese Facharbeitskreise von drei regionalen Fachforen mit inhaltlichen Schwerpunkten, welche den Teilnehmer*innen der Netzwerktreffen, aber auch der interessierten Fachöffentlichkeit in Hessen und Rhein-Main, angeboten werden.

Für Wohnungsunternehmen, -verbände und -genossenschaften aus den Netzwerken und aus ganz Hessen bieten wir zudem eine Reihe von Beratungsveranstaltungen an, welche wir ebenfalls jeweils auf einen inhaltlichen Aspekt der Wohnortmobilität ausrichten wollen. Auch Einzelberatungen zum Thema Wohnortmobilität bieten wir den Vertreter*innen der Wohnungswirtschaft gerne an.

Termine

Nächste Fachveranstaltung

Wie in unserem Vorgängerprojekt »Wohnen leitet Mobilität« wird es auch in Zukunft sog. Fachforen zu unterschiedlichen Themen aus dem Bereich »Nachhaltige Mobilität im Quartier« geben. Die Termine dazu finden Sie demnächst auf dieser Seite. Im Downloadbereich finden Sie die Rückschau auf die letzten Fachveranstaltungen.

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Eric Kruzycki

Regionalkoordinator Hessen
Fon 0176/56 98 92 65
eric.kruzycki@vcd.org

VCD Hessen

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