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Tag gegen Lärm: Verkehr mit allen Mitteln leiser machen

Technische Maßnahmen haben Grenzen – Verkehrsvermeidung und
-beruhigung wirken sofort – Politik muss die Rahmenbedingungen
schaffen


Berlin, 28. April 2015. Anlässlich des morgigen Tags gegen
Lärm fordert der Landesverband Nordost des ökologischen
Verkehrsclubs VCD, die Bundesländer Berlin und
Mecklenburg-Vorpommern auf, alle zur Verfügung stehenden
Maßnahmen zur Verringerung von Verkehrslärm umzusetzen. Denn
Lärm macht krank und die Straße ist weiterhin der
Lärmverursacher Nummer Eins.

Der Krach des Straßenverkehrs belastet die Menschen
gravierend und an Lärm kann sich der Körper auch nicht gewöhnen.
Er reagiert mit der Ausschüttung von Stresshormonen, mögliche
Folgen sind Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen
bis hin zu Herzrhythmusproblemen. Während all die Auswirkungen
des Verkehrslärms bekannt sind, setzt die Politik immer noch
einseitig auf passiven Lärmschutz, ohne die Ursachen des
Verkehrslärms zu bekämpfen.

Christian Kölling, Vorstand VCD Nordost: "Lärm nervt. Egal,
ob es um Fluglärm, Bahnlärm oder Straßenverkehrslärm geht.
Deshalb müssen alle Mittel ausgeschöpft werden, um Lärm an der
Quelle auszuschalten. Das Schallschutzfensterprogramm des
Berliner Senats ist zwingend zum Schutz der Gesundheit
Lärmbetroffener. Um die Gesundheit zu schützen, sollte laut
Umweltbundesamt  mittelfristig ein Mittelungspegel von 60 dB(A)
am Tage und 50 dB(A) in der Nacht nicht überschritten werden.
Diese Werte müssen ebenso die Richtschnur der
Lärmaktionsplanungen in Berlin so wie in den Städten
Mecklenburg-Vorpommerns werden. Nur so kann bei langfristigen
Planungen wie Wohnungsneubauten von vornherein eine akzeptable
Belastungssituation  erreicht werden. Bislang sind die
Zielvorgaben der Lärmaktionsplanung immer noch ungenügend."

Die Grundvoraussetzung, damit Lärm spürbar reduziert werden
kann, ist aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD eine nach
Lärmgesichtspunkten ausgerichtete Stadt- und Raumplanung. Hier
spielen die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs und die Schaffung
eines attraktiven Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) eine
entscheidende Rolle. Denn Fakt ist, bester Lärmschutz ist Lärm,
der gar nicht entsteht.

Darüber hinaus müssen die zur Verfügung stehenden
verhaltensverändernden und ordnungspolitischen Instrumente
konsequenter eingesetzt werden. Beispiel Tempolimits: wird das
Tempo von 50 km/h auf 30 km/h abgesenkt, dann wird nicht nur der
Lärm reduziert – und zwar um rund drei Dezibel, u. a. aufgrund
des gleichmäßigeren Verkehrsflusses – sondern auch die
Sicherheit wird erhöht.

VCD Nordost Vorstand Christian Kölling: „Ein Mindestanteil
von Geschwindigkeitskontrollen der Polizei, und zwar fünf bis 10
Prozent, muss in Berlin für die Einhaltung von Tempo 30 aus
Lärmschutzgründen insbesondere nachts eingeführt werden. Bisher
werden Geschwindigkeitskontrollen ausschließlich nach Kriterien
der Verkehrssicherheit angeordnet.“

Schließlich appelliert der VCD an die Bevölkerung. Wir alle
können Bus und Bahn statt des eigenen Autos nutzen. Wir können
das Fahrrad in den Alltag integrieren – auch auf Schul- und
Kitawegen. Wie viel Lärm durch Verkehr verursacht wird liegt
nicht zuletzt an uns selbst. Kommunen und Politik sollten dafür
positive Anreize setzen.

Rückfragen und Interviewwünsche: Christian Kölling,
Pressehandy 01785596734 (erreichbar von 11 bis 17 Uhr)