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Get on your bike, Europe! Eine internationale Jugendbegegnung


Unter dem Motto "Get On Your Bike, Europe!" veranstaltete der VCD Nordost vom 06.-16.08.14 eine Radbegegnung für junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren. Rund 30 Teilnehmer aus Polen, Belgien und Deutschland folgten unserem Aufruf und schwangen sich gemeinsam auf’s Rad – zunächst in Berlin, später dann auf einer Radtour nach Greifswald.

Es war eine bunte Mischung von jungen Menschen, die sich am 06. August in den Berliner Lilienkulturgärten, einem ehemaligen Friedhofsgelände unweit des Tempelhofer Feldes, einfand: Von eingefleischten Radlern, die zuhause eigene Radprojekte leiten bis hin zu einfach neugierigen jungen Menschen, die sich der Herausforderung, per Rad ans Meer zu kommen, stellen wollten. Gleich vorweg: Diese Mischung war es, die unsere Radbegegnung für alle zu einem einzigartigen Erlebnis machen sollte.

Die ersten 10 Tage verbrachte die Gruppe in Berlin. Dort stand, neben Kennenlernen und dem Austausch über Radfahren in den drei Ländern, das gemeinsame „Schrauben“ im Vordergrund. Jede Menge kaputte Räder mussten wieder fahrtauglich gemacht werden, denn nicht nur jeder Teilnehmer musste ein Rad für die Tour an die Ostsee haben, sondern es wurde auch für den guten Zweck geschraubt: Gemeinsam mit BikeAid und BikeKitchen wurden am „Schwarzen Kanal“ Räder für Flüchtlinge aufgearbeitet. Ein weiteres Highlight war der Workshop mit dem „Projekt 2050“ des VCD Bundesverbands. Hier erarbeiteten wir gemeinsam mit den Moderatoren von 2050 Aktionsideen zu Stichpunkten, wie „zu Fuss“, „grün“ oder „Postkarten“. Eine davon, so das Ziel, sollte später in Greifswald umgesetzt werden. Anschließend wurde sich beim Bike & Grill mit verschiedenen eingeladenen Radprojekten ausgetauscht:  „Würde Mitradgelegenheit in Brüssel funktionieren?“ „Wie werden Leihangebote in Polen angenommen?“ Nach diesem tollen Berlinabschluss ging es am Montag, dem 11. August, auf dem Rad und mit Sack und Pack in Richtung Ostsee.

Die rund 200 Kilometer lange Strecke führte z.T. über den Fernradweg Berlin-Kopenhagen, mit Zwischenstationen in Fürstenberg/Havel und auf der Burg Klempenow. Übernachtet wurde in Zelten, Selbstverpflegung inklusive. Mit dem Ziel fest vor Augen – Strand und Meer – wurde auch zahlreichen Sommergewittern getrotzt. Alle waren selbst bei schlimmstem Regenwetter und Müdigkeit füreinander da. Vom Weiterleben der Verbundenheit, die auf dieser Tour entstand, zeugen nicht zuletzt auf Facebook geteilten „Eiswasser-Herausforderungs“-Videos. Für viele Teilnehmenden war die Fahrt von Berlin nach Greifswald die längste Tour per Rad, die sie jemals bewältigt hatten – und für alle war sie sicherlich ein unvergessenes Erlebnis.

In Greifswald angekommen wurde die Gruppe im Rathaus vom stellvertretenden Bürgermeister empfangen. Im großen Saal erklärten er und sein Team, im Beisein der lokalen Presse, warum Greifswald „die Radstadt“ ist und welche Zukunftspläne die Stadt hat, um diese Position zu behaupten. Im Anschluss nutzen viele Teilnehmer die Gelegenheit, das soeben Gehörte mit dem Bürgermeister zu diskutieren, kritische Nachfragen zu stellen oder eigene Ideen einzubringen.

Nach der Erkundung der Stadt, stand am nächsten Tag erneut eine kritische Diskussion über die Zukunft von Radfahren an. Gerhard Imhorst, Verkehrsplaner der Stadt Greifswald, diskutierte mit der Gruppe die Herausforderungen bei der Gestaltung eines Radverkehrsnetzes, das von den Menschen gern und häufig genutzt werden soll. Danach stellte Steffen Burkhardt, Vorsitzender des ADFC in Mecklenburg-Vorpommern, zwei innovative Mobilitätsprojekte Greifswald vor: Zum einen die Einrichtung einer Raddiagonalen über die am stärksten frequentierte Verkehrskreuzung der Stadt, zum anderen den Bau einer intermodalen Radstation, die Reisenden eine einfache Verbindung zwischen Rad, Bus- und Bahnverkehr ermöglichen wird. 

Zum krönenden Abschluss ging es nachmittags mit bunten Luftballons und laut „Get on your bike!“ skandierend zum Strand! Natürlich als „critcal mass“ und eine der Flashmobideen, die mit dem Projekt 2050 in Berlin ausgeheckt worden waren, ausführend!Erschöpft, aber zufrieden traten am folgenden Tag alle ihre Heimreise nach Krakow, Brüssel oder Stuttgart an, wo die neuen Schraubfertigkeiten und die Radbegeisterung sogleich ins eigene Umfeld weitergetragen wurden. Tatsächlich sind nun ein paar mehr Räder in mehr auf den Straßen statt im Keller. Danke an alle, die dabei waren oder uns bei den Vorbereitungen und der Durchführung unterstützt haben. Es war eine tolle Zeit! Bis zum nächsten Mal!

Der VCD sagt DANKE an alle Teilnehmenden und fleißigen Helfer für eine tolle Zeit auf dieser Tour!!

Janina Kroll für das ganze Get-on-your-bike-Team!

P.S. Ein paar Impressionen zu unserer Radtour...









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