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Bedauerlicher Rückschritt im grenzüberschreitenden Verkehr

Mit großem Bedauern reagiert der ökologische Verkehrsclub Deutschland auf die weitere Einschränkung des Busverkehrs zwischen der Region Freiburg und der Region Colmar. Zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag werden weitere sechs Fahrten pro Woche gestrichen. Der VCD macht die Politik auf beiden Seiten des Rheins für diese Kürzungen verantwortlich.

Besonders bedauert der Verkehrsclub, dass Tagesrandverbindungen den Streichungen zum Opfer gefallen sind. "Dadurch wird es immer schwieriger, umweltbewusst mit Bahn und Bus Ausflüge und Wanderungen in den uns doch so nahen Vogesen zu unternehmen", so VCD-Geschäftsführer und Elsass-Experte Hannes Linck. Es sei zwar die Erreichbarkeit von Colmar weiter gesichert, aber viele Breisgauer wollten eben auch weiter in die Vogesen, wie der große Erfolg der von ihm regelmäßig angebotenen Vogesen-Wanderungen beweise.

Für den VCD haben die Streichungen vor allem zwei Gründe. Zum einen gebe es im Gegensatz zum sonstigen öffentlichen Verkehr für diese Buslinie nur ganz wenig Förderung durch die Gebietskörperschaften im (!) Eurodistrikt. So werde die Linie schon seit vielen Jahren eigenwirtschaftlich durch die Südbadenbus GmbH betrieben. Und es sei nachvollziehbar, dass diese weniger genutzte Verbindungen aus Kostengründen einstelle.

Zum Anderen zeige sich, dass die Doppelrolle der Linie aus der Verknüpfung des Breisgaus mit Colmar und der kleinteiligen Erschließung der Kommunen zwischen Breisach und Colmar die Verbindung besonders für Ausflügler und Touristen zu langsam und damit unattraktiv mache. Daran habe auch die halbe Beschleunigung einiger Verbindungen vor zwei Jahren nicht viel geändert. Deshalb fordern der VCD und seine französischen Partner schon lange die Trennung dieser beiden Funktionen und die Einrichtung einer Expresslinie ohne Umwegfahrten zwischen Breisach und Colmar. Darunter dürfe allerdings nicht eine gute Buserschließung der Gemeinden um Neuf-Brisach leiden. Das koste aber natürlich Geld, was sich die Politik sparen will.

Als besonders fatal sieht es Hannes Linck, dass zur Zeit 300.000,- Euro von der Region 'Grand Est', aber auch vom ZRF für eine Studie über eine "Busverbindung hoher Qualität" zwischen Colmar und Breisach ausgegeben werde, die allerdings nicht vor 2019 zu Verbesserungen für die Fahrgäste führen könne. "Wenn man das Geld direkt in eine Expressverbindung investiert hätte, könnte das Busangebot schon heute deutlich attraktiver gestaltet werden. Dass das wirken würde, dafür braucht man keine teure Studie," so Hannes Linck weiter.

Allerdings ist der VCD mit seinen elsässischen Partnern auch darin einig, dass auch ein "Expressbus", der weiter ein Umsteigen in Breisach nötig machte, nur als kurzfristige Übergangslösung vor dem dringend notwendigen Wiederaufbau der direkten Bahnverbindung Freiburg-Breisach-Colmar angesehen werden kann. "Nur dadurch können wirklich erhebliche Anteile des Verkehrs zwischen diesen Städten auf den umweltfreundlichen Verkehr umgeleitet, und die Region vom Autoverkehr entlastet werden," so Hannes Linck. Deshalb arbeite der VCD auch seit Jahren aktiv im badisch-elsässischen Verein TransRhinRail mit, der erst kürzlich in einer Studie gezeigt habe, dass sich diese Bahnverbindung gut rechnen würde.