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Gegen Ausdünnung des SPNV Angebots in Mecklenburg-Vorpommern

Der VCD Nordost ist gegen die beabsichtigte Stilllegung der Bahnstrecke Neustrelitz-Mirow sowie die massive Ausdünnung des SPNV Angebots in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ankündigung von Infrastrukturminister Schlotmann aus Schwerin offenbart eine planlose Verkehrspolitik.

Greifswald, 22. März 2012: Im Zuge der Haushaltsberatungen im Landtag hat Verkehrsminister Schlotmann die Katze aus dem Sack gelassen: Sparen heißt Stilllegung sanierter Bahnstrecken, aber die unbedingte Weiterführung ständig teurer werdender Straßenbauprojekte. Hier offenbart sich ein planloses und wenig durchdachtes Handeln, vorgeblich unter Zugzwang. Der VCD Nordost fordert ein schlüssiges Verkehrskonzept, das die Entwicklungen der nächsten Jahre, in wirtschaftlicher, demographischer, aber auch in finanzieller und ökologischer Hinsicht berücksichtigt.

Wichtige Weichenstellungen für einen besseren ÖPNV wurden bisher versäumt. Auch nach 20 Jahren Deutscher Einheit gibt es noch immer keinen schlagkräftigen Verkehrsverbund für das ganze Bundesland. Ein solcher Verbund könnte die Nutzung von Bahnen und Bussen im Land attraktiver machen:

- durch einen einheitlichen Tarif wie in Berlin und Brandenburg,

- durch abgestimmt Fahrpläne von Bussen und Bahnen

- durch attraktive Angebote für Pendler, Touristen und Radtouristen

Und während sich der Minister auf der Internationalen Tourismusbörse in warmen Worten als begeisterter Fahrradfahrer verkaufte, sprechen die konkreten Planungen seines Ministeriums eine andere Sprache. Es wird in Mecklenburg-Vorpommern immer schwieriger, mit Rad, Bus und Bahn zur Arbeit zu pendeln oder als Radtourist unterwegs zu sein. Aktuelles Beispiel ist die zum Jahresende beabsichtigte Stilllegung der Regionalbahn von Neustrelitz nach Mirow, bei der unsinnigerweise die Trasse saniert und ein Bahnübergang in Mirow erneuert wurde.

Auf der anderen Seite steht das „Engagement“ sozial- und christdemokratischer Landes- und Bundespolitiker in Mecklenburg-Vorpommern, die ungeachtet der vielbeschworenen demographischen Entwicklung und ohne erkennbares Gesamtkonzept teure Neubauprojekte in den Bundesverkehrswegeplan einstellen. In ihrer verkehrlichen Sinnfälligkeit längst ad absurdum geführte große Straßenbauprojekte wie die A20, die im Bau befindliche A14 und die B96n auf Rügen gehören dazu. Da dürfen es ruhig ein paar Millionen Euro mehr sein. Auch wenn die Baukosten aufgrund der angespannten globalen Wirtschaftslage, der Energie- und Finanzkrise aus dem Ruder laufen. Auch wenn die aktuellen Verkehrsprognosen für die nächsten Jahrzehnte hinsichtlich des Verkehrsaufkommens wie zum Beispiele bei der B96n nahezu halbiert werden müssen. Auch wenn schon heute der Erhalt des bestehendes Straßennetzes nicht mehr gesichert ist.

Der VCD Nordost fordert ein schlüssiges Verkehrskonzept, das die Entwicklungen der nächsten Jahre, in wirtschaftlicher, demographischer, aber auch in finanzieller Hinsicht berücksichtigt. Und damit Einwohner und Touristen in Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft noch mobil sein können, muss die einseitige und massive Bevorzugung des Autoverkehrs gegenüber dem Umweltverbund beendet werden.

Rückfragen und Interview-Wünsche:

Torsten Wierschin, Tel. 0162 15 43 686 oder per E-Mail

Martin Kaiser (zur geplanten Stilllegung der Strecke Mirow-Neustrelitz), Tel. 0398 22 203 22 oder per E-Mail