Elektroantrieb: Treibstoff aus der Steckdose

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Der Elektroantrieb ist die älteste und eine technisch weitgehend erforschte Alternative zum Benzinmotor. Sein Treibstoff ist elektrischer Strom, der überall verfügbar ist. Elektroautos verschiedener Größe und Reichweite sind im Einsatz, konnten sich auf dem Markt aber nicht durchsetzen. Bundesweit sind nicht mehr als 3500 Elektro-Fahrzeuge unterwegs. Allerdings erlebt das Elektroauto gerade eine erstaunliche Renaissance. Im Mai 2010 rief die Kanzlerin zu einer »Nationalen Plattform Elektromobilität« (NPE), und man könnte meinen das elektromobile Zeitalter stünde unmittelbar bevor.
Politikerreden, Ankündigungen der Autoindustrie und Medienberichte setzen Elektromobilität meist mit Elektroautos gleich. Dabei hat das Zeitalter der Elektromobilität schon lange begonnen: Denn mit den meisten Fern- und Regionalbahnen, mit den Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs und natürlich mit dem Elektrofahrrad, kann man schon seit Jahren elektromobil unterwegs sein. Erste vollwertige rein elektrisch betriebene Pkw sind nun serienmäßig erhältlich. Sie werden vor allem in den zahrleichen Modellprojekten getestet. Für die Ökobilanz der Elektroantriebe ist entscheidend, auf welche Art und Weise der Strom erzeugt wurde.
Vorteile
Elektromotoren sind leise und stoßen bei der Fahrt keine Abgase aus. Sie haben von allen Antrieben den höchsten Wirkungsgrad (90%).
Nachteile
Das größte Problem ist bisher die Speicherung der Energie. Mit einer Batterieladung konnten gängige Elektroautos bisher nur 70 bis 100 Kilometer zurücklegen. Ihre Batterien sind schwer, platzraubend und vor allem teuer. Auf diesem Sektor zeichnen sich aber neue Fortschritte ab, angestoßen durch die Entwicklungen für Laptops und Mobiltelefone. Die jetzigen Elektoautos erzielen bereits Reichweiten von rund 170 Kilometern. Aber ein Elektroauto wird auch in den nächsten Jahren 10.000 bis 20.000 Euro mehr kosten als ein vergleichbarer Benziner und die Batterien werden trotz technischem Fortschritt teuer bleiben.
Das zweite Problem ist die Energiegewinnung. Bei der Stromproduktion können Emissionen anfallen. Rechnet man mit dem aktuellen durchschnittlichen europäischen Strom-Mix, erreichen E-Mobile keine wesentlich besseren CO2-Werte als Autos mit modernen Verbrennungsmotoren. Sinnvoll sind Elektrofahrzeuge nur, wenn sie baubedingt klein, leicht und platzsparend sind. Solche E-Mobile konnten sich bisher in unserem auf Höchstgeschwindigkeit ausgerichteten Verkehrssystem nicht durchsetzen. Zudem gilt es als energetisch effektiver, Solarstrom für den Ersatz von Strom aus herkömmlichen Kohle- oder Atomkraftwerken zu nutzen, als für den Antrieb von Fahrzeugen zu verwenden.
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