VCD Pressemitteilung http://www.vcd.org/ Pressemmitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Wed, 28 Oct 2020 09:29:20 +0100 Wed, 28 Oct 2020 09:29:20 +0100 TYPO3 EXT:news news-3720 Tue, 27 Oct 2020 09:23:37 +0100 Mit Digitalisierung zur Verkehrswende: Mobilität effizient, sicher und nachhaltig gestalten http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mit-digitalisierung-zur-verkehrswende-mobilitaet-effizient-sicher-und-nachhaltig-gestalten/ Wie wir Mobilität mit Hilfe von Digitalisierung und Automatisierung besser organisieren können, zeigt der neue Leitfaden „Verkehrswende durch Digitalisierung“ des ökologischen Verkehrsclub VCD. Er gibt Anregungen und Impulse für eine erfolgreiche Transformation. Handlungsempfehlungen für Kommunen beleuchten Chancen sowie Risiken der Digitalisierung. Berlin, 27.10.2020. Digitalisierung und Automatisierung sorgen für einen noch nie dagewesenen Umbruch unseres Verkehrssystems. Algorithmen verknüpfen Ridesharing-Angebote, Carsharing, öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und Co. Smartphone-Apps mit integrierter Routenplanung ermöglichen mindestens die gleiche Mobilität wie ein eigenes Auto, nur viel günstiger. Für Bewohnerinnen und Bewohner der Innenstädte wird der private Pkw überflüssig. Im ländlichen Raum können Angebote dank der Digitalisierung stärker ausgebaut werden, damit Menschen überall besser mobil sind.

Dr. Uwe Böhme, Projektleiter: „Die Digitalisierung ist eine echte Chance für die Verkehrswende und damit für den Klimaschutz im Verkehr. Mit ihrer Hilfe können wir beispielsweise Staus reduzieren, den Schadstoffausstoß senken und den Verkehr sicherer machen. Aber es gibt auch Risiken zu bedenken, etwa bei der Bereitstellung von Daten. Die Daten von Nutzer*innen dürfen nicht in falsche Hände gelangen oder für falsche Zwecke genutzt werden.“

Der Handlungsleitfaden „Verkehrswende durch Digitalisierung“ ist das Ergebnis des VCD-Projektes „Autonom unterwegs“ sowie dreier Workshops, die im Landkreis Barnim, in Darmstadt und Berlin stattgefunden haben und unterschiedliche Raumstrukturen berücksichtigten. In der virtuellen Abschlussveranstaltung wurden erfolgreiche Projekte aus den Regionen vorgestellt. Ansätze wie das Elektro-Carsharing BARshare, das Barsikower Dorfmobil oder autonom fahrende Kleinbusse zeigen, wie Kommunen, Verkehrsunternehmen und Mobilitätsanbieter gemeinsam die Verkehrswende in kleinen Schritten voranbringen können.

„Die Digitalisierung kann die Verkehrswende stärker als bisher möglich vorantreiben. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Kommunen mit den nötigen finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet werden“ erklärt Projektleiter Dr. Uwe Böhme. „Um die zahlreichen gesetzlichen Hürden zu überwinden, bedarf es mutiger und engagierter Akteure, die alte Denkmuster ablegen und Raum für neue Mobilitätsformen schaffen.“

Damit die Digitalisierung die Verkehrswende wirklich vorantreibt, fordert der VCD ein Umdenken in Politik und Verwaltung. Streng reglementierte Förderprogramme und Gesetze, die den Autoverkehr bevorteilen, behindern innovative Ansätze einer umwelt- und menschenfreundlichen Mobilität. Beim Erproben neuer Projekte und Technologien darf nicht nur die Frage nach der Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt stehen. Reallabore und Experimentierräume mit flexiblen Regeln sollten weiter ausgeweitet werden. Zudem muss bei der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) die Experimentierklausel verlängert werden. Denn bislang gelten die Sondergenehmigungen höchstens für vier Jahre und bieten Unternehmen damit nicht die nötige Rechtssicherheit für eine langfristige Planung.

Das Projekt „Autonom unterwegs“ wurde vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt gefördert.  

Hier können Sie den Handlungsleitfaden downloaden:  https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Digitalisierung/VCD_Digitalisierung_Leitfaden.pdf
 

Pressekontakt:
Dr. Uwe Böhme • Projektleiter „Autonom unterwegs“ • uwe.boehme@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3719 Wed, 14 Oct 2020 11:24:02 +0200 Bündnis fordert von Bundesregierung ÖPNV-Gipfel – Besuch der Landesverkehrsministerkonferenz   http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/buendnis-fordert-von-bundesregierung-oepnv-gipfel-besuch-der-landesverkehrsministerkonferenz/
Saarbrücken, 14. Oktober 2020. Anlässlich der heute stattfindenden Landesverkehrsministerkonferenz (VMK) macht ein breites Bündnis aus der Gewerkschaft ver.di, Fridays for Future, BUND, BUNDjugend, Attac Deutschland, den Naturfreunden Deutschlands, dem ökologischen Verkehrsclub VCD, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Changing Cities und anderen klar, dass eine konsequente Verkehrswende entschiedene Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr und den Umweltverbund erfordert. Deshalb bekräftigt das Bündnis bei seinem heutigen Besuch der VMK seine Forderung an die Bundesregierung zur Ansetzung eines ÖPNV-Gipfels. Im Gespräch hat Anke Rehlinger, Verkehrsministerin im Saarland und Vorsitzende der VMK, die Initiative begrüßt und Unterstützung zugesagt.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD: „Um die Fahrgastzahlen in Bus und Bahn bis 2030 zu verdoppeln, müssen wir offensiv in Personal und Infrastruktur investieren. Anstatt Unsummen in neue Autobahnen zu investieren, sollten wir deutlich stärker den Fuß- und Radverkehr, sowie Bus und Bahn fördern. Wir brauchen einen ÖPNV-Gipfel statt immer weiterer Autogipfel, um den Verkehr auf das Gleis Richtung Klimaneutralität zu setzen.”

Helena Marschall, Sprecherin von Fridays for Future: „Für die Erreichung des 1,5 Grad Ziels brauchen wir eine sofortige sozial-gerechte Mobilitätswende, die den ÖPNV in den Fokus stellt. Jetzt müssen durch massive Investitionen in den ÖPNV die Bedingungen dafür geschaffen werden. Besonders im Vordergrund müssen dabei die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten stehen – sie verdienen als grüne und systemrelevante Jobs der Zukunft Anerkennung.”

Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND: „Wir brauchen einen kompletten Neustart der Verkehrs- und Investitionspolitik. Die A49 und andere Fernstraßenneubauprojekte sind unverzüglich zu stoppen und bedürfen einer Überprüfung. Vielmehr müssen die für den nicht mehr zeitgemäßen Fernstraßenneubau eingeplanten Mittel zu Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs umgewidmet werden.“

Christine Behle, stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende: „Mehr Klimaschutz gelingt nur durch eine echte Verkehrswende und mehr ÖPNV und dazu gehören anständige Arbeitsbedingungen und Löhne. Weil viele Kommunen unterfinanziert sind, brauchen wir ein bundesweites Finanzierungsprogramm für den ÖPNV. Das schafft zehntausende neue Arbeitsplätze und schützt das Klima. Wir fordern einen ÖPNV-Gipfel für einen guten Start in eine nachhaltige Verkehrswende.”

Achim Heier aus dem Koordinierungskreis von Attac Deutschland: „Während die Autolobby bei Autogipfeln regelmäßig exklusiven Zugang zur Politik erhält, wird Vertreter*innen des ÖPNV, Radfahrens oder Zufußgehens nirgendwo so viel Gehör geschenkt. Klimagerechte Verkehrsmittel müssen endlich bevorzugt behandelt werden - nur dann ist die Mobilitätswende zu machen!"

Moritz Tapp, Bundesvorstandsmitglied der BUNDjugend: „In Zukunft und Mobilität für alle investieren, die die Bedürfnisse der Menschen und des Klimas in den Mittelpunkt stellt – das ist die Aufgabe der Bundesregierung. Aktuell verschwendet sie nur Steuergeld für die zerstörerische Autoindustrie, die noch heute auf Technologien der Vergangenheit setzt. Wir brauchen mehr Geld für den ÖPNV – das verbessert kurzfristig die Mobilität für alle und führt langfristig zu einer Mobilitätswende.“

Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Ziel einer ökologischen und sozialen Verkehrswende muss die drastische Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sein. Die NaturFreunde unterstützen deshalb die Initiativen zur Schaffung von autofreien Innenstädten und Förderung des Umweltverbunds – sowie die berechtigten Forderungen der Gewerkschaft ver.di: Denn ohne eine gerechtere Bezahlung wird die Mobilitätswende nicht gelingen.“

Martin Burkert, stellvertretender Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG): „Der Ausbau des ÖPNV gelingt nur mit einer Fachkräfteoffensive für Busse und Bahnen. Langfristig steigende Löhne, gute Arbeitsbedingungen und den Schutz des Personals vor unreguliertem Dumping-Wettbewerb: Nur so lassen sich neue Beschäftigte gewinnen. Um dafür die richtigen Weichen zu stellen, fordern wir zeitnah einen ÖPNV-Gipfel von Bund, Ländern und Kommunen. Für uns steht fest: Die Beschäftigten dürfen nicht die Leidtragenden der Krise werden!“

Ragnhild Sørensen, Changing Cities: „Um nachhaltige Mobilität zu schaffen, brauchen wir gute Alternativen zum Auto – in den Städten und auf dem Land. Dazu gehören gute Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger*innen sowie ein massiver Ausbau des öffentlichen Personenverkehres. Das ist nicht nur gut fürs Klima, es ist gut für unsere Städte, für unsere Gesundheit und für die Wirtschaft. Denn was macht mehr Sinn in Zeiten des Klimawandels: Drei Kilometer Autobahn zu bauen oder für dasselbe Geld 500 Kilometer Radwege?“

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Positionspapier als PDF mit allen Unterzeichner*innen: https://oepnvbrauchtzukunft.de/wp-content/uploads/2020/09/Verkehrswende-Investitionen-fu%CC%88r-den-Umweltverbund_Buendnisposition.pdf

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Pressekontakte:

Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin, 030 2803 5159, presse@vcd.org

Martina Sönnichsen, ver.di, 030 6956 1015

Karla Wiegmann, Fridays for Future, Presse Koordination Berlin & Deutschland, 01575 8408 320

Jens Hilgenberg, BUND Leiter Verkehrspolitik, 030 27586 467

Achim Heier, Koordinierungskreis Attac Deutschland Tel. 0176 8799 3760, jheier@web.de

Moritz Tapp, Bundesvorstandsmitglied der BUNDjugend, moritz.tapp@bundjugend.de

Ragnhild Sørensen, Changing Cities, 0171 5357 734, ragnhild.soerensen@changing-cities.org

Oliver Kaufhold, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Abteilungsleiter Kommunikation, 0172 6156 580, oliver.kaufhold@evg-online.org 
 

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität. 

 

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news-3718 Sat, 10 Oct 2020 12:00:00 +0200 12qmKULTUR statt Autoverkehr: VCD macht mit beim Aktionstag „Tauentzien autofrei“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/12qmkultur-statt-autoverkehr-vcd-macht-mit-beim-aktionstag-tauentzien-autofrei/ Mit seinem Projekt 12qmKULTUR hat sich der VCD an der dreistündigen Aktion auf der Berliner Tauentzienstraße beteiligt. Gemeinsam mit anderen Organisationen zeigte der ökologische Verkehrsclub, wie öffentlicher Raum stärker für Menschen als für Autos genutzt werden kann. Bei der bundesweiten Aktionsreihe 12qmKULTUR wird die durchschnittliche Fläche eines Parkplatzes für ein Kulturprogramm genutzt.
Berlin, 10. Oktober 2020. Gute Stimmung und entspanntes Schlendern dort, wo sonst Autos entlangrasen – gemeinsam mit der Initiative Stadt für Menschen, Greenpeace und vielen anderen hat der ökologische Verkehrsclub VCD aus der Betonwüste Tauentzienstraße eine Fläche der Erholung und des Austauschs gemacht. Drei Stunden lang wurde ein Abschnitt der sechsspurigen Straße für den Autoverkehr gesperrt und mit einem bunten Programm bespielt. Inmitten eines Kiezlabors, einer grünen Plantage und einem Spielbereich für Kinder nahm der VCD die Fläche eines Parkplatzes ein und funktionierte sie zu einem Ort der Begegnung und der politischen Diskussion um.

Ingrid Ahrens, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: „Das Auto nimmt in unseren Städten enorm viel Platz ein. Allein parkende Autos belegen in Berlin etwa ein Fünftel der Fläche! Ich freue mich sehr, dass gerade die jungen Menschen das nicht mehr hinnehmen wollen und sich die Straße zunehmend zurückzuerobern. Mit der Aktion heute im Herzen des Berliner Westens machen wir erlebbar, was die Menschen gewinnen, wenn wir den öffentlichen Raum gerechter verteilen.“

In zwei Gesprächsrunden diskutierte der VCD mit Passanten, Initiativen, Planern und weiteren Stadtmachern, wie sich die Fläche eines Parkplatzes für die Gesellschaft sinnvoller nutzen lässt, als nur zum Abstellen eines Autos. Darüber hinaus konnten die Besucher bei einem Verkehrswende-Quiz ihr Wissen testen und ein Überraschungsgeschenk gewinnen. Mit Burkhard Horn, Verkehrsplaner und Berater für die Initiative Mobilitätskultur bei Phineo, sowie der Initiative Kiezerfahren und dem Bündnis temporäre Spielstraßen diskutierte Ingrid Ahrens aus dem VCD-Vorstand über Möglichkeiten und Herausforderungen von Experimenten im öffentlichen Raum. In einer weiteren Runde wurde mit der Stadtmacher Akademie der Weg von temporären Experimenten hin zur langfristigen Umsetzung beleuchtet. 

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Wir stellen heute die Frage: wofür kann dieser Platz genutzt werden, wenn dort kein Auto rumsteht? Wir haben uns so an die Allgegenwärtigkeit des Autos gewöhnt, dass wir aus dem Blick verloren haben, wie sehr der wertvolle Platz im öffentlichen Raum zugestellt wird. Mit 12qmKULTUR wollen wir zeigen, dass wir diesen Platz auch den Menschen für Begegnung und Kommunikation zur Verfügung stellen könnten.“ 

Das Aktionsformat 12qmKULTUR fand in Berlin als sechste Veranstaltung im Jahr 2020 statt und bildete gleichzeitig den diesjährigen Abschluss. Zuvor war der VCD an fünf Orten in Deutschland und eroberte mit Initiativen und regionalen VCD-Gruppen die Straßen zurück. Die Schwerpunkte waren breit gefächert – von verkehrsberuhigten Bereichen über Fußgängerzonen bis hin zu autofreien Innenstädten und neuen Mobilitätskonzepten. Die Aktionen wurden jeweils mit Musik, Mitmachaktionen und Diskussionsrunden begleitet.
 

Das Projekt: 
Das Projekt »Straßen für Menschen« des ökologischen Verkehrsclub VCD fördert das bürgerschaftliche Engagement für die Verkehrswende. Der Fokus liegt dabei auf der Rückeroberung der Straße für eine flächengerechte Verteilung des öffentlichen Raums unter den Verkehrsteilnehmenden und mehr Lebensqualität in der Stadt.  
Mit 12qmKULTUR möchte der VCD auf die ungerechte Flächenverteilung im Straßenraum aufmerksam machen und Alternativen zur autogerechten Stadt aufzeigen. Mit den Anwohner*innen vor Ort möchte der VCD die Straße zurückerobern, um gesellschaftliches Leben dort hin zurückzubringen, damit sich Menschen treffen können, wo heute zahllose Autos unsere Straßen verstopfen.  
Das Projekt Straßen für Menschen wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. 

 

Pressekontakt: 
Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • 030/280351-59 • presse@vcd.org • www.vcd.org Twitter: @VCDeV   
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität. 

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news-3717 Thu, 08 Oct 2020 12:29:29 +0200 Das Maß ist voll - Scheuer ist als Bundesverkehrsminister nicht mehr haltbar http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/das-mass-ist-voll-scheuer-ist-als-bundesverkehrsminister-nicht-mehr-haltbar/ Nach der Vernehmung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer letzte Woche im Untersuchungsausschuss zur Pkw-Maut steht heute eine weitere Zeugenbefragung an. In einer aktuellen Stunde debattiert der Bundestag über politische Konsequenzen. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD, kommentiert: „Die Verfehlungen von Andreas Scheuer füllen inzwischen ganze Akten. Dabei ist ein Thema besonders brisant: die Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen. Was vor der Bundestagswahl 2013 als Stammtischparole in CSU-Bierzelten seinen Ursprung fand, hat sich mittlerweile zum Desaster für die CSU entwickelt. 

Die Warnungen waren da. Eine Pkw-Maut, die nur Ausländer zahlen sollen, ist nicht konform mit EU-Recht. Es ist ein Unding, dass der Minister Verträge unterschrieb, ohne das Urteil des Europäischen Gerichtshofes abzuwarten. Denn so kommen zu den fast 80 Millionen Euro, die bereits für die Pkw-Maut ausgegeben wurden, möglicherweise bis zu 560 Millionen Euro Schadenersatz hinzu. Aufkommen für das Scheitern der Maut müssen die Steuerzahler. Das ist Geld, das der Verkehrswende fehlt. Die Amtsführung des Ministers würde inzwischen schon für mehrere Rücktritte ausreichen – er ist als Verkehrsminister schlichtweg nicht mehr haltbar.“


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3715 Tue, 06 Oct 2020 10:32:00 +0200 „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“: Großes Engagement trotz Corona-Krise – Gewinnerprojekte aus Berlin und Saarlouis http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten-grosses-engagement-trotz-corona-krise-gewinnerprojekte-aus-b/ Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ waren trotz Corona-Krise ein voller Erfolg: In den letzten Wochen standen deutschlandweit vielerorts die Elterntaxis still. Mehrere zehntausend Kinder waren dem Aufruf des Deutschen Kinderhilfswerkes, des ökologischen Verkehrsclub VCD und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) gefolgt und sind während der Aktionstage unter dem Motto „Besser ohne Elterntaxi!“ zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zur Schule oder zum Kindergarten gekommen. Zusammen mit ihren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern lernten die Kinder dabei, wie sie sich selbstständig sicher im Straßenverkehr bewegen können und warum ein Zuviel an Autoverkehr schlecht für das Klima und die Sicherheit der Kinder ist.
Berlin, 06. Oktober 2020. „Wir freuen uns sehr über die rege Beteiligung an den Aktionstagen, vor allem natürlich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen. Das zeigt uns ganz deutlich, wie relevant unser Thema ist. Zunehmend entsteht ein Bewusstsein dafür, dass wir unseren Kindern keinen Gefallen tun, wenn wir sie im Auto kutschieren. Bewegung an der frischen Luft tut dem Nachwuchs gut, nebenbei lernen die Kleinen sich sicher im Verkehr zu bewegen und für die Umwelt ist auch viel gewonnen, wenn immer mehr Familien das Elterntaxi stehen lassen“, sagt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD.

Die besten Projektideen haben der VCD, VBE und das Deutsche Kinderhilfswerk mit bewegungsfördernden Pausenhofsets ausgezeichnet, bestehend aus umfangreichen Ball-Sets, Soft-Wurfscheiben, Springseilen oder Mini-Badminton-Sets. Der erste Platz geht an die „Aktionswoche: Sicherheit auf dem Weg zur Schule“ der Grundschule am Rüdesheimer Platz in Berlin-Wilmersdorf. Hier wurde mit Unterstützung des Berliner Senats anlässlich des autofreien Tages die zur Schule führende Straße für Autos gesperrt und in eine temporäre Spielstraße umgewandelt. Auf Platz zwei landete die Aktion „Schulweg“ der Berliner Grundschule auf dem Tempelhofer Feld, wo am „Zu-Fuß-zur-Schule-Tag“ eine Demonstration für eine Schulstraße durchgeführt wurde. Mit ihrer Aktion „Gut sichtbar den neuen Schulweg erkunden“, bei der bereits seit vergangenem Schuljahr nach konkreten und langfristigen Lösungen für das Verkehrschaos vor der Schule gesucht wurde, hat es die Professor-Ecker-Schule Lisdorf aus Saarlouis auf Platz drei geschafft.

„Schon der Weg zur Schule ist essenziell für den weiteren Verlauf des Tages. Bildung beginnt nicht an der Tür zum Klassenzimmer und hört dort auch nicht auf. Die selbstständige Bewältigung des Schulweges macht nicht nur einen frischen Kopf und kanalisiert die überschüssigen Energien von Kindern, sondern ist auch der Weg zu Orientierung, Kommunikation, freiem Spiel, Naturerfahrung und letztlich Identifikation mit dem Heimatort“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Vor immer mehr Schulen entstehen gefährliche Situationen durch die Praxis, Kinder mit dem Auto vor das Schultor zu fahren. Das birgt nicht nur ein Risiko für andere Kinder, sondern führt auch dazu, dass sich das eigene Kind schlechter orientieren kann als Gleichaltrige. Eine geeignete Alternative wären Elternhaltestellen, die ein Stück entfernt vom Eingang liegen, sodass die Situation vor der Schule sicherer wird. Noch besser wäre, die Infrastruktur auf dem Schulweg zu verbessern und so dazu beizutragen, dass noch mehr Kinder den Schulweg zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad bestreiten. Hier ist die Politik in der Pflicht“, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE.

Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ standen unter der Schirmherrschaft von Dr. Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Botschafterin der Aktionstage war Fernsehmoderatorin Enie van de Meiklokjes.


Weitere Informationen:
Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: http://www.zu-fuss-zur-schule.de
Tipps für den sicheren Schulweg: www.vcd.org/sicher-zur-schule.html

 

Pressekontakt:

Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Uwe Kamp, DKHW-Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.de • www.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

Anne Roewer, VBE Pressereferentin • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.de • www.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-3713 Fri, 02 Oct 2020 11:02:47 +0200 Verkehrswende geht anders - Ausbau der A49 durch den Dannenröder Wald stoppen! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/verkehrswende-geht-anders-ausbau-der-a49-durch-den-dannenroeder-wald-stoppen/ Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden und Bürgerinitiativen ruft für das kommende Wochenende zum Protest gegen den Weiterbau der Autobahn A49 in Nordhessen auf. Die lange geplante, aber unnötige und umweltschädigende Strecke ist ein Beleg für die verfehlte Verkehrspolitik in Deutschland, kritisieren VCD Bundesverband und Landesverband Hessen. Alle Ausbaupläne für Bundesfernstraßen müssen am Klimaschutz ausgerichtet werden und gehören auf den Prüfstand. Um Fehlplanungen im Verkehr zu verhindern, fordert der VCD ein Bundesmobilitätsgesetz. Berlin/Frankfurt am Main, 2.10.2020. Der umstrittene Ausbau der A49 wurde bereits in den 1930er Jahren geplant. Die Trasse soll die Städte Gießen und Kassel parallel zur bestehenden Autobahn A5/A7 verbinden und führt mitten durch den Dannenröder Wald. Dieser ist Teil eines geschützten Flora-Fauna-Habitats und versorgt die Region Mittelhessen mit Trinkwasser bis ins 90 km entfernte Frankfurt. Der VCD Landesverband Hessen und der Bundesverband kritisieren die Pläne scharf.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende: „Die Naturzerstörung und die Gefahr für das Trinkwasser stehen in keinem Verhältnis zum verkehrlichen Nutzen dieser Autobahn. Das sture Festhalten an Planungen aus dem letzten Jahrhundert ist auch angesichts der Herausforderungen des Klimaschutzes absurd. Wer neue Straßen baut, wird mehr Autoverkehr ernten. Und die Region ist bereits gut mit Autobahnen und Bundesstraßen erschlossen. Wir fordern den Bundesverkehrsminister auf, den Weiterbau der A49 zu stoppen.“

Aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD muss stattdessen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Region vorangetrieben und der Dannenröder Wald als Natur- und Naherholungsgebiet gesichert werden. Sämtliche Planungen für den Fernstraßenbau bei der anstehenden Neuauflage der Bedarfspläne zum Bundesverkehrswegeplan 2030 gehören auf den Prüfstand.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „An der A49 zeigt sich mal wieder, wie autozentriert Verkehrspolitik nach wie vor ist. So wird das nichts mit der Verkehrswende! Verkehrspolitische Entscheidungen müssen den Menschen und seine Gesundheit sowie Klima und Umwelt im Blick haben. Dafür braucht es einen übergeordneten Rechtsrahmen auf Bundesebene. Deshalb macht sich der VCD für ein Bundesmobilitätsgesetz stark, welches den Klima- und Umweltschutz, die Verkehrssicherheit, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und die gleichberechtigte Teilhabe Aller am Verkehr als übergeordnete Ziele der gesamten Verkehrspolitik  festlegt.“

 

Mehr zum Bundesmobilitätsgesetz finden Sie auf: www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz


Pressekontakt:
Heiko Nickel • politischer Geschäftsführer VCD Hessen • 0151 / 2015 3300 • landespolitik@vcd-hessen.de
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171 / 60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

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news-3710 Thu, 24 Sep 2020 10:44:10 +0200 VCD-Jugendprojekt FahrRad!: Tausende Kinder und Jugendliche treten für die Umwelt in die Pedale http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-jugendprojekt-fahrrad-tausende-kinder-und-jugendliche-treten-fuer-die-umwelt-in-die-pedale/ Beim VCD-Jugendprojekt „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ haben tausende Jugendliche viele Tonnen CO2 eingespart, indem sie auf das Fahrrad umgestiegen sind. Damit alle Kinder eigenständig und sicher unterwegs sein können, muss es überall sichere Fuß- und Radwege geben. Der VCD fordert deshalb gemeinsam mit AKIONfahrRAD ein fußverkehrs- und fahhradfreundliches Schulumfeld. Berlin, 24.09.2020. Rund 3.400 Teilnehmer konnten dieses Jahr im Rahmen des Jugend-Fahrradwettbewerbs „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ des ökologischen Verkehrsclub VCD dutzende Tonnen an CO2 einsparen. Die Jugendlichen sind von März bis August bundesweit zusammengerechnet fast eine halbe Million Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. Das entspricht mehr als elf Weltumrundungen. Damit sparten die zehn bis 18-Jährigen Teilnehmenden rund 64 Tonnen CO2 ein. Ziel des Projekts ist es, dass mehr Kinder und Jugendliche selbstständig aufs Fahrrad steigen, statt im Auto der Eltern mitzufahren. So fallen Bring- und Abholwege weg und die Jugendlichen sparen mit jedem gesammelten Fahrradkilometer aktiv klimaschädliche Emissionen ein.

Stephanie Päßler, VCD-Projektleiterin von „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“: „Das Fahrrad steht wie kaum ein anderes Verkehrsmittel für Klimaschutz und Freiheit und genau das macht unser Jugendprojekt so erfolgreich. Das Fahrrad bietet für Jugendliche auch in Zeiten von Corona eine tolle Möglichkeit, unabhängiger von ihren Eltern zu werden, da sie nicht darauf angewiesen sind, dass ihre Eltern sie mit dem Auto fahren. Außerdem ist das klimafreundliche Fahrrad das optimale Fortbewegungsmittel für die umweltpolitisch engagierte „Fridays for Future“-Generation.“

Ihre gefahrenen Kilometer konnten die Jugendlichen online eintragen und damit an einem Wettbewerb teilnehmen. Sie begaben sich dabei auf eine virtuelle Tour durch Deutschland und Europa, beantworteten Quizfragen und lernten jede Menge Wissenswertes zum sicheren Fahrradfahren und zum Klimaschutz. Die Gewinner-Schule des Hauptpreises von 500 Euro für die Klassenkasse ist in diesem Jahr die (ehemalige) Klasse 9d des Ratsgymnasiums Wolfsburg in Niedersachsen. Sie erradelten insgesamt über 16.000 Kilometer.

Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats der Initiative AKTIONfahrRAD: „Es freut mich sehr, dass auch in diesem Jahr - trotz Corona und der damit verbundenen Einschränkungen - so viele Jugendliche an unserem Projekt teilgenommen haben. Das Fahrrad hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten als krisenfestes Verkehrsmittel bewährt. Ich hoffe, dass viele das Radfahren für sich entdeckt haben und auch beibehalten werden.“

Eine verbesserte Radinfrastruktur und Mobilitätsbildung sind dringend nötig, damit noch mehr Kinder und Jugendliche ihre täglichen Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Das legen die Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage nahe, bei der die Teilnehmer Maßnahmen für sichere Schulwege bewerten sollten. 98 Prozent der Befragten gaben an, sichere Überquerungsmöglichkeiten (sehr) wichtig zu finden. Neun von zehn Teilnehmern nannten Radfahrunterricht in den Schulen als (sehr) wichtige Maßnahme für sichere Schulwege.

Darauf aufbauend hat der VCD gemeinsam mit der AKTIONfahrRAD Forderungen an Bund, Länder und Kommunen aufgestellt, um Kindern und Jugendlichen ein fahrradfreundliches Schulumfeld zu ermöglichen. Dazu zählt unter anderem die Umsetzung von Tempo 30 im gesamten Schulumfeld sowie die Verankerung von Mobilitätsplanung in den Lehrplänen. Die „FahrRad!“-Kampagne des VCD wird von der AKTIONfahrRAD unterstützt, die das Projekt finanziell und ideell mitträgt, sowie von vielen Unternehmen aus der Fahrradbranche. Seit Start des Projekts im Jahr 2006 haben sich insgesamt 76.000 Kinder und Jugendliche beteiligt.


Weitere Informationen zum Projekt FahrRad! finden Sie hier: https://www.klima-tour.de/
Das gemeinsame Forderungspapier finden Sie hier: https://www.klima-tour.de/fileadmin/user_upload/Presse/AfR-VCD_Positionspapier_Fahrradfreundliche_Schule.pdf.
 

Pressekontakt VCD: Stephanie Päßler • Projektleitung „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ •  stephanie.paessler@vcd.org, bzw.
Anne Fröhlich • VCD-Pressereferentin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Pressekontakt AKTIONfahrRAD: Ulrich Fillies • info@aktionfahrrad.dehttps://www.aktionfahrrad.de/

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

AKTIONfahrRAD ist angetreten, um Kinder und Jugendliche frühzeitig und nachhaltig aufs Rad zu bringen. Deshalb muss auch vor dem Hintergrund der aktuellen Umwelt- Gesundheits- und Verkehrsproblematik spätestens in den Schulen damit begonnen werden, die Schülerinnen und Schüler verstärkt aufs Rad zu setzen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Lehrerinnen und Lehrer als starke Partner gebraucht. Für AKTIONfahrRAD bedeutet das, schulkonforme nachhaltige Projekte für sie zu schaffen, damit es ihnen möglich wird, im Schulbetrieb den Weg zum Fahrrad zu finden. Durch diverse Programme hilft AKTIONfahrRAD den Lehrkräften in den Schulen, das Fahrradfahren wieder populär und nachhaltig betreiben zu können.

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news-3708 Mon, 21 Sep 2020 16:21:06 +0200 Mit dem Zug schnell und bequem durch Europa: VCD fordert zum Schienengipfel mehr als Lippenbekenntnisse http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mit-dem-zug-schnell-und-bequem-durch-europa-vcd-fordert-zum-schienengipfel-mehr-als-lippenbekenntnis/ Zur heutigen EU-Verkehrsministerkonferenz hat Bundesverkehrsminister Scheuer angekündigt, sich für ein europaweites Bahnnetz einzusetzen. Philipp Kosok, Sprecher für Bahnverkehr des ökologischen Verkehrsclub VCD, kommentiert:

„Ein neuer Trans-Europa-Express, der alle Hauptstädte und Metropolen verbindet, ist unentbehrlich um den europäischen “Green Deal” auch im Verkehr umzusetzen. Außerdem kann er das lang gesuchte Projekt werden, das wieder deutlich macht, wofür es eine Europäische Union braucht: Um Grenzen zu überwinden und Menschen zusammenzubringen. Dafür reichen reine Lippenbekenntnisse der Verkehrsminister nicht. Die EU selbst muss sich dem Projekt jetzt annehmen. So lange unsere Züge an den Landesgrenzen auf Lücken und Engpässe im europäischen Bahnnetz treffen, kann man kaum bequem und schnell mit dem Zug durch Europa reisen. Wo die Union Geld für den Bau der Transeuropäischen Netze gibt, sollte sie auch dafür sorgen, dass dort künftig eine europaweite Bahn fährt. Brüssel muss Schnell- und Nachtzugverbindungen durch ganz Europa ausschreiben und endlich ein einfaches EU-weites Buchungssystem für Tickets schaffen.“


Pressekontakt:
Philipp Kosok • VCD-Sprecher für Bahnverkehr • philipp.kosok@vcd.org
Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3706 Sun, 20 Sep 2020 18:58:00 +0200 Erfolgreiches Aktionswochenende: Kidical Mass in mehr als 100 Städten unterwegs! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/erfolgreiches-aktionswochenende-kidical-mass-in-mehr-als-100-staedten-unterwegs/ Berlin, 20. September 2020. Zehntausende von Kindern, Jugendlichen und Familien auf ihren Fahrrädern waren an diesem Wochenende in mehr als 100 Städten in Deutschland, Belgien, England und Österreich beim großen Kidical Mass Aktionswochenende dabei. Passend zur Europäischen Mobilitätswoche und zum Weltkindertag forderten sie eine andere Verkehrspolitik und mehr Platz für kleine und große Radfahrende. Zu dem Aktionswochenende hatte auch der VCD aufgerufen.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung: „Es muss möglich sein, dass Kinder in unseren Städten eigenständig und ohne Angst auf ihrem Fahrrad unterwegs sein können. Dafür sind wir heute mit vielen anderen in die Pedale getreten. Wir brauchen eine Verkehrsraumgestaltung, die Fehler verzeiht. Tempo 30 innerorts als Regelgeschwindigkeit wäre hier ein bedeutender Schritt vorwärts.“

Ihre Vorstellungen von einer lebenswerten Stadt haben die kleinen Radfahrenden während einer kurzen Pause mit bunter Kreide auf den Asphalt gemalt, in Kooperation mit Unicef Deutschland und der Aktion „Kinder erobern die Straßen“.

„Aus dem gesamten Bundesgebiet haben uns fantastische und motivierende Bilder von fröhlichen Kindern auf ihren Fahrrädern erreicht. Dieses Wochenende hat gezeigt, wie frei Kinder sich in ihrer Stadt bewegen könnten, wenn wir ihnen den Platz dafür geben. Genau das wollten wir erlebbar machen – für die Kinder, aber auch Politiker, die endlich entsprechende Entscheidungen fällen müssen.“, erklärt Organisatorin Simone Kraus.

„Mehr Platz für Kinder und fürs Rad ist uns und den Kindern selbst ein wichtiges Anliegen. Wir hatten richtig viel Spaß heute, gemeinsam unterwegs zu sein“, sagt Anika Meenken. „Mit ausreichend Abstand und Vorsicht, aber alle mit demselben Ziel: Dass unsere Straßen wieder für Menschen da sind, nicht nur für den lauten, ungesunden und gefährlichen Straßenverkehr.“  

„Kinderfreundliche Städte sind eine Vision, die allen Einwohnern gut tut“, ergänzt Organisator Steffen Brückner. „Wer kinderfreundliche Mobilität erlaubt, schafft eine inklusive und sichere Zukunft. Utrecht und Paris machen es vor, aber auch viele andere europäische Städte. Sie haben auch durch die Pandemie erkannt, wie wichtig sicherer Stadtraum ist, den wir heute noch zu oft an Autos vergeben. Die Bilder von heute zeigen: Das Interesse an einem Sinneswandel in der Politik zugunsten sicherer Kindermobilität ist enorm.“

Das Aktionswochenende, das in dieser Form erstmalig ist, wurde von der Kidical Mass Köln ins Leben gerufen. Unterstützt wird das Aktionsbündnis vom ökologischen Verkehrsclub VCD, ADFC, Campact, Changing Cities, Greenpeace, RADKOMM, sowie mehr als 150 lokalen und regionalen Vereinen, Organisationen und Initiativen.

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Pressekontakt VCD: Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV 

Für weitere Informationen und Bildmaterial: Katja Diehl, Pressesprecherin Kidical Mass • Telefon 0163 8141730 • presse@kinderaufsrad.org • www.kinderaufsrad.org

Weiteres Foto- und Filmmaterial der Aktion und eine Liste aller Aktionsstandorte finden Sie auf der Aktionswebsite. Im Downloadbereich der Initiative gibt es am 20. September ab 17 Uhr aktuelle Pressefotos von den Aktionsstandorten.

 

Hintergrund Kidical Mass Die Kidical Mass setzt sich mit ihren bunten Fahrraddemos für kinder- und fahrradfreundliche Städte ein. Die Touren sind für alle von 0 bis 99 Jahre geeignet. Die Polizei sichert die Wege. Die Kidical Mass wurde in 2008 in Oregon, USA ins Leben gerufen. Die ersten deutschen Kidical Mass fanden 2017/2018 in Städten wie Berlin, Darmstadt, Stuttgart und Köln statt. 2019 gab es bereits 30 Kidical Mass in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit teils 700–1.100 Teilnehmenden. Mit dem Aktionswochenende am 19. & 20. September 2020 fand die Kidical Mass zum ersten Mal zeitgleich in ganz Deutschland und darüber hinaus statt.

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3705 Fri, 18 Sep 2020 08:22:12 +0200 Die Verkehrswende braucht einen rechtlichen Rahmen - VCD startet Kampagne für ein Bundesmobilitätsgesetz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/die-verkehrswende-braucht-einen-rechtlichen-rahmen-vcd-startet-kampagne-fuer-ein-bundesmobilitaetsge/ Die deutsche Verkehrspolitik steht seit Jahrzehnten im Stau. Die Treibhausgasemissionen im Verkehr sind seit 1990 nicht gesunken und die Zahl der Autos auf unseren Straßen steigt kontinuierlich an. Aus Sicht des VCD braucht es dringend einen übergeordneten Rechtsrahmen auf Bundesebene, der den Menschen und seine Umwelt in den Mittelpunkt verkehrspolitischer Entscheidungen stellt: ein Bundesmobilitätsgesetz. Der jüngste Klimaschutzbericht der Bundesregierung hat erneut gezeigt: Der Verkehr hinkt beim Klimaschutz weiter hinterher. Die Maßnahmen, die von der Politik auf den Weg gebracht wurden, reichen nicht aus, um das im Klimaschutzgesetz verankerte Ziel zu erreichen. Danach müssen die Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr bis 2030 eigentlich um 42 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduziert werden. Doch ernstzunehmende Schritte hin zu einer zukunftsfähigen Mobilität sind nicht erkennbar, kritisiert der ökologische Verkehrsclub VCD. Ein wesentliches Hindernis ist der bestehende Rechtsrahmen im Verkehrsbereich. In sämtlichen Gesetzen, die Mobilität betreffen, fehlen konkrete Ziele, um die Verkehrswende in die Wege zu leiten.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Wir brauchen ein Verkehrssystem, das Mobilität als Ganzes betrachtet und nicht mehr das Auto in den Mittelpunkt stellt, sondern den Menschen. Bisher werden Fahrrad, Auto, Bus, Bahn und Flugzeug meist getrennt voneinander geplant, finanziert und ausgebaut. Jeder Verkehrsträger hat sein eigenes Paragraphenwerk. Das muss sich ändern. Wir brauchen eine integrierte Gesamtplanung der Mobilität. Deshalb fordern wir einen neuen Rechtsrahmen, der klare gesellschaftliche Ziele für die künftige Verkehrsplanung und -gestaltung setzt.“

Mit seiner Kampagne will der VCD eine breite politische Debatte anstoßen und das Thema Bundesmobilitätsgesetz in den anstehenden Bundestagswahlkampf einbringen. Ziel ist die Verabschiedung eines Bundesmobilitätsgesetzes in der kommenden Legislaturperiode. Damit wäre eine integrierte Verkehrsplanung möglich, die öffentliche Interessen in Bezug auf Mobilität, Klimaschutz, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Stadt- und Raumverträglichkeit gleichermaßen im Blick hat.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „Wenn wir die Reform der Straßenverkehrsordnung sehen, dann hat sie zwar zu einigen Verbesserungen bei der Sicherheit von Fußgängerinnen und Radfahrern geführt. Vom Ziel „Vision Zero – Null Verkehrstote“ sind wir aber noch meilenweit entfernt. Das liegt auch am mangelnden Willen des Gesetzgebers, den Autoverkehr effektiv zu beschränken – und dies auch rechtlich zu verankern. Ein Bundesmobilitätsgesetz könnte hier helfen. Auch der Versuch, mit Hilfe des berühmten Formfehlers in der StVO härtere Strafen für zu schnelles Fahren auszuhebeln, hätte schlechtere Chancen, wenn ein Bundesmobilitätsgesetz die Vision Zero vorgäbe.“

Weg von der autozentrierten Stadt, hin zur Mobilität der Zukunft - dieser Paradigmenwechsel könnte mit einem Bundesmobilitätsgesetz in einen gesetzlichen Rahmen gegossen werden. Die Politik würde dazu verpflichtet, langfristige Ziele und Strategien für einen Umbau des Verkehrssektors zu entwickeln. Alle verkehrsrelevanten Vorschriften und Gesetze könnten an dem Bundesmobilitätsgesetz ausgerichtet werden, um einen kohärenten Rechtsrahmen sicherzustellen. Um seine volle Wirkung zu entfalten, gelten die Ziele des Bundesmobilitätsgesetzes idealerweise auch für Bundesländer und Kommunen. 

Michael Müller-Görnert: „Mit einem Bundesmobilitätsgesetz erhalten letztlich auch Kommunen den Gestaltungsspielraum, den sie brauchen, um die Verkehrswende vor Ort voranzubringen. Die Stadt Berlin kämpft gerade darum, ihre Pop-up Radwege zu behalten - besser kann man das Dilemma nicht veranschaulichen. Es kann nicht sein, dass es aufwendige Nachweise für die Notwendigkeit von neuen Radwegen braucht. Damit werden der Verkehrswende hohe Hürden auferlegt.“

In den kommenden Wochen wird der VCD einen gesellschaftlichen Dialog mobilisieren, um den Ansatz eines Bundesmobilitätsgesetzes zu diskutieren und für eine breite Unterstützung zu werben. Weitere Beispiele, wie der bestehende Rechtsrahmen die Verkehrswende behindert, werden im Laufe der Kampagne veröffentlicht. 

 

Die VCD-Kampagne zum Bundesmobilitätsgesetz: https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

 

 

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news-3704 Fri, 18 Sep 2020 08:01:00 +0200 „Besser ohne Elterntaxi!“ – Deutsches Kinderhilfswerk, VCD und VBE starten bundesweite Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/besser-ohne-elterntaxi-deutsches-kinderhilfswerk-vcd-und-vbe-starten-bundesweite-aktionstage-zu-fuss/ Am Montag beginnen in ganz Deutschland die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Zur Teilnahme an den Aktionstagen rufen der ökologische Verkehrsclub VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) auf. Unter dem Motto „Besser ohne Elterntaxi!“ legen zehntausende Kinder im Aktionszeitraum vom 21. September bis 02. Oktober ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurück. Berlin, 18. September 2020. Die Sommerferien sind vorbei und mit dem Schuljahresbeginn soll die Rückkehr in das Klassenzimmer gelingen. Die Corona-Pandemie stellt Schulen, Eltern und Kinder vor große Herausforderungen, wie effektiver Infektionsschutz mit dem Anspruch auf gute Bildung am besten zu vereinbaren ist. Eine Frage unter vielen ist die Mobilität der Kinder. Der ökologische Verkehrsclub VCD, das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verband Bildung und Erziehung warnen davor, nun auf das Elterntaxi umzusteigen, um den Nachwuchs vor Infektionen zu schützen. Denn am besten für die Kinder bleibt die Bewegung an der frischen Luft, also zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad. Im Rahmen der Aktionstage können Kinder und Eltern die positiven Effekte erleben, die das selbstständige Zurücklegen des Schul- oder Kitaweges mit den eigenen Füßen mit sich bringt.

Dr. Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Schirmherrin der Aktionstage: „Die Erfahrungen aus den Aktionstagen können dabei helfen, dass sich die Kinder und Jugendlichen im Straßenverkehr sicherer fühlen, sich geübter bewegen und die Vorteile der eigenständigen Mobilität sogar einfordern. Denn das bewusste Erleben der Umgebung, die Bewegung und die frische Luft unterstützen die körperliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Ich wünsche allen Teilnehmenden spannende Aktionstage und möchte alle, die noch nicht teilnehmen, dazu ermuntern, mitzumachen.“

Auf der Website der Aktionstage gibt es jede Menge Inspiration, wie Eltern, Schulen und Kitas den Aktionszeitraum bunt und kreativ gestalten können. Zum Beispiel kann ein Parcours aufgebaut werden, auf dem die Kinder unterwegs spielerisch etwas über Verkehrssicherheit, Bewegung und Nachhaltigkeit lernen können. Eine weitere Idee ist die Veranstaltung eines Malwettbewerbs, bei dem die Kinder auf ihren Bildern darstellen können, was sie alles auf ihrem Schul- oder Kitaweg erleben und wie sie den Weg zu Fuß oder mit dem Rad gegenüber dem Weg auf der Rückbank im Auto wahrnehmen. Auch können Laufbusse organisiert oder Laufpatenschaften zwischen älteren und jüngeren Kindern eingerichtet werden.

Enie van de Meiklokjes, Botschafterin der Aktionstage: „Es gibt fast nichts Schöneres, als den Tag mit ein bisschen Bewegung zu starten. Und genau deshalb sollten Kinder möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule oder in den Kindergarten kommen. Das stärkt die Abwehrkräfte, beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor und macht außerdem viel Spaß. Zudem können die Kinder auf dem Schulweg gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Einiges erleben, besprechen, lachen. Außerdem nehmen sie ihre Umgebung bewusster wahr und lernen, sich selbstständig im Verkehr zu bewegen. Das lernen sie nicht auf der Rückbank im Auto."

Wie eine vor Kurzem veröffentlichte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von VCD, DKHW und VBE zeigt, befürwortet eine große Mehrheit der Bevölkerung Einschränkungen des Autoverkehrs zum besseren Schutz von Kindern. 89 Prozent der Befragten und sogar 94 Prozent der befragten Eltern halten Tempo 30 in allen an Schulen angrenzenden Straßen für sehr wichtig oder wichtig, 74 Prozent sprechen sich für Halteverbote an Schulen aus. Auch die Möglichkeit, Straßen bei Schulbeginn und Schulende zu sperren - („Schulstraßen“ nach österreichischem Vorbild) - wird knapp mehrheitlich befürwortet (52 Prozent). Daher fordern die Verbände in einem Forderungspapier, dass der Schulweg für alle Kinder sicherer gestaltet werden muss – u.a. mit guten Querungsmöglichkeiten, Tempo 30 und Halteverboten vor Schulen. Die drei Partner sind sich einig: „Die Politik muss handeln! Die Bevölkerung ist bereit, nun kommt es auf die Gestaltung sicherer Infrastruktur an.“

Weitere Informationen:

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: http://www.zu-fuss-zur-schule.de
Aktionsideen: www.zu-fuss-zur-schule.de/mitmachen/aktionsideen
Gemeinsames Forderungspapier: https://www.vcd.org/forderungen-sicherer-schulweg

 

Pressekontakt:

Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Uwe Kamp, DKHW-Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.de • www.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

Anne Roewer, VBE Pressereferentin • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.de • www.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-3703 Wed, 16 Sep 2020 11:11:59 +0200 StVO-Novelle im Bundesrat: Keine Kompromisse beim Schutz von Radfahrerinnen und Fußgängern http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/stvo-novelle-im-bundesrat-keine-kompromisse-beim-schutz-von-radfahrerinnen-und-fussgaengern/ Vor der Sitzung des Bundesrats am kommenden Freitag fordert der ökologische Verkehrsclub VCD die Länder auf, an den bereits beschlossenen schärferen Sanktionen für zu schnelles Fahren festzuhalten. Den vorliegenden Kompromissvorschlag zur StVO lehnt der VCD ab. Der Schutz von Radfahrerinnen und Fußgängern darf nicht zur politischen Verhandlungssache werden. Nach wochenlangem Hin und Her befasst sich der Bundesrat an diesem Freitag erneut mit den Änderungen der Straßenverkehrsordnung. Bundesverkehrsminister Scheuer drängt darauf, die schärferen Sanktionen abzumildern. Ein Kompromissvorschlag sieht vor, dass Fahrverbote unter anderem nur vor Schulen und Kitas und im Wiederholungsfall drohen sollen - aus Sicht des VCD ein fatales Signal, das Raser ermutigt und Menschenleben gefährdet.

„Der vorliegende Kompromiss verdient seinen Namen nicht“, erklärt Kerstin Haarmann, die Bundesvorsitzende des VCD. „Dass schärfere Regeln für Raser innerorts nur vor Schulen und Kitas gelten sollen, können wir nicht akzeptieren. Schulwege beginnen nicht erst kurz vor der Schule. Und nicht nur Kinder brauchen mehr Schutz und Rücksichtnahme im Verkehr. Außerorts sollen die strengeren Regeln nur in Baustellenabschnitten gelten. Für die rund 400.000 Menschen, die jährlich im Straßenverkehr verletzt werden, ist dieser Kompromiss ein Schlag ins Gesicht.“

Nach der Änderung der StVO drohte der Führerscheinentzug, wenn innerorts 21 oder außerorts 26 Kilometer pro Stunde zu schnell gefahren wurde. Die neue Regelung wird wegen eines entdeckten Formfehlers aber nicht angewendet. Einkassierte Führerscheine wurden wieder zurückgegeben.

„Dass besserer Schutz von Fußgängerinnen und Radfahrenden im Straßenverkehr an einem Formfehler zu scheitern droht, ist wirklich mehr als ärgerlich“, sagt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. „Wer statt mit Tempo 30 mit 50 km/h durch die Innenstadt fährt, gefährdet Menschenleben. Läuft beispielsweise ein Kind unvermittelt auf die Straße, kommt ein Auto bei 30 km/h nach rund 13 Metern zum Stehen. Bei Tempo 50 hat noch nicht einmal der Bremsvorgang begonnen.“

Der VCD appelliert daher an die Länderkammer, dafür zu stimmen, dass lediglich der Formfehler korrigiert und die im Bundesrat bereits verabschiedete StVO-Novelle wieder in Kraft gesetzt wird. Damit würden die Länder ein wichtiges Signal für mehr Sicherheit im Straßenverkehr senden.

Mehr Informationen und selbst aktiv werden: www.vcd.org/jetzt-unterstuetzen/aktiv-werden/gefaehrliches-rasen-muss-hart-bestraft-werden/


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

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news-3702 Tue, 15 Sep 2020 09:18:29 +0200 Intelligente Mobilität gleich vor der Haustür - 16 Städte beteiligen sich am Netzwerk „Wohnen und Mobilität“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/intelligente-mobilitaet-gleich-vor-der-haustuer-16-staedte-beteiligen-sich-am-netzwerk-wohnen-und-mo/ Der ökologische Verkehrsclub VCD und seine Partner im Projekt „Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität“ wollen gemeinsam umwelt- und sozialverträgliche Mobilitätskonzepte für Wohnquartiere fördern. Mieter sollen mit attraktiven Alternativen zum eigenen Auto unterstützt werden, nachhaltig mobil zu sein und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Projekt, an dem sich 16 Städte in acht Regionen beteiligen, bringt Kommunen, Wohnungswirtschaft und Mobilitätsdienstleister an einen Tisch. Jeden Tag entscheiden Millionen Menschen an ihrer Haustür, welches Verkehrsmittel sie nutzen. Gute Mobilitätsangebote direkt am Wohnort tragen dazu bei, dass Mieter auf klimaverträgliche Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bahn und Bus oder Sharing-Dienste umsteigen und auf ein eigenes Auto verzichten. So lassen sich die CO2-Emissionen im Mobilitätsbereich spürbar reduzieren.

Der ökologische Verkehrsclub VCD berät im Rahmen seines Projekts „Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität“ Kommunen und andere Akteure in acht Projektregionen, die jeweils von einem VCD-Regionalkoordinatoren oder einer Regionalkoordinatorin betreut werden: Berlin und Potsdam, Bochum und Witten, Chemnitz und Erzgebirgskreis (Landkreis), Darmstadt und Ginsheim-Gustavsburg, Hannover und Hameln, Karlsruhe und Pforzheim, Kiel und Preetz, München und Holzkirchen.

Die Beschäftigung mit nachhaltiger Mobilität im Wohnungsbau und der Bestandsbewirtschaftung steht bei vielen Unternehmen noch am Anfang, gerät aber immer mehr als ein drängendes Thema in den Fokus der Planungsprozesse. Auch auf politischer Ebene wird der Druck größer, die Rahmenbedingungen zugunsten einer umweltverträglichen Mobilität zu verbessern. Akteure der Wohnungswirtschaft müssen sich in Zukunft nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aus ökologischen und sozialen Gründen intensiver mit innovativen, integrierten und nachhaltigen Mobilitätskonzepten auseinandersetzen.

Dafür werden im Rahmen des Projektes Wohnungswirtschaft, kommunale Verwaltungen, Mobilitätsdienstleister (z. B. Verkehrsbetriebe, Car- und Bike-Sharing-Anbieter) sowie Städteplaner und Architekten angesprochen, inhaltlich geschult und ihre Vernetzung untereinander gefördert. Die dadurch entstehenden Kooperationen sollen die Umsetzung konkreter Maßnahmen vor Ort anstoßen.

Der VCD sorgt für den Wissenstransfer und moderiert und organisiert die Dialoge und Umsetzungsprozesse vor Ort. René Waßmer, Projektleiter „Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität“: „Seit fast vier Jahren beraten wir Kommunen und Wohnungsunternehmen, wie innovative Mobilitätskonzepte sowohl beim Neubau als auch im Bestand umgesetzt werden können. Das Interesse ist so groß, dass wir uns entschlossen haben, Beratungsworkshops nicht nur in den Partnerstädten, sondern bundesweit anzubieten. Interessierte Akteure sollten sich zeitnah bei uns melden.“

„Wohnen und Mobilität sind untrennbar miteinander verbunden. Die Wohnungswirtschaft hat jahrzehntelange Erfahrung in der Umsetzung von Projekten für eine sozialverträgliche Energiewende. Wir sehen eine große Chance darin, diese in das Projekt einzubringen und die unterschiedlichen Ansätze der Akteure sektorübergreifend und nachhaltig zu verbinden“, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko. Angesichts der guten Ergebnisse aus dem Vorprojekt „Wohnen leitet Mobilität“ begrüßt der GdW die Fortsetzung im neuen bundesweiten „Netzwerk Wohnen und Mobilität“ ausdrücklich.

Der VCD entwickelt auch Modelle für eine Verstetigung der Netzwerkarbeit über das Projektende hinaus. Ein wesentlicher Baustein wird ein Qualifizierungsangebot „Mobilitätsmanagement für Wohnungsunternehmen“ sein. Im Herbst 2022 soll ein erster Lehrgang durchgeführt werden. Sämtliche Projektaktivitäten des VCD werden intensiv vom Dachverband der deutschen Wohnungswirtschaft e.V. (GdW) unterstützt. Das Projekt läuft vorerst bis April 2023 und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.


Mehr Informationen über das Projekt „Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität“: www.intelligentmobil.de
 

Pressekontakt:
René Waßmer, VCD-Projektleiter  • Telefon 030/280351-31 • rene.wassmer@vcd.org 
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV 


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

 

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news-3696 Thu, 10 Sep 2020 14:10:14 +0200 VCD widerspricht Analyse des IfW Kiel zu volkswirtschaftlichen Kosten eines Tempolimits auf Autobahnen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-widerspricht-analyse-des-ifw-kiel-zu-volkswirtschaftlichen-kosten-eines-tempolimits-auf-autobahn/ Laut einer Analyse des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel hätte ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen bedeutende volkswirtschaftliche Kosten zur Folge. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD, kommentiert: „In seiner Analyse kommt das IfW Kiel zu dem Ergebnis, dass die Kosten den Nutzen eines Tempolimits übersteigen und es zu massiven Wohlstandsverlusten käme. Aber: Ein Tempolimit rettet Menschenleben und jeder Verkehrstote weniger zählt. Längere Fahrtzeiten gegen weniger Verkehrstote aufzurechnen ist unangemessen und makaber.

Deutschland ist das einzige Industrieland, das kein Tempolimit hat. Was die Analyse ausblendet: Neben den jährlich etwa 400 Toten bei Unfällen auf deutschen Autobahnen werden rund 33.000 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Niedrigere Geschwindigkeiten verringern nicht nur die Anzahl der Unfälle, sondern auch die Schwere. Nicht berücksichtigt wurde auch ein weiterer positiver Effekt eines Tempolimits auf Autobahnen: Die Geschwindigkeitsunterschiede – insbesondere zu den langsameren Lkw – nehmen ab, die Kapazität nimmt zu und der Verkehr fließt gleichmäßiger. Das bedeutet im Ergebnis weniger Staus und somit sogar kürzere Fahrtzeiten.

Fazit: Ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen erhöht die Verkehrssicherheit, verringert den CO2-Ausstoß des Verkehrs und führt zu einem gleichmäßigeren Verkehrsfluss. Die Analyse des IfW weisen wir deshalb entschieden zurück.“

 

Weitere Informationen zu Tempolimits auf Autobahnen: https://www.vcd.org/themen/verkehrssicherheit/tempolimit-auf-autobahnen/


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3693 Wed, 09 Sep 2020 14:40:00 +0200 „Platz da für die nächste Generation!“ Großes Kidical Mass Aktionswochenende am 19./20. September http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/platz-da-fuer-die-naechste-generation-grosses-kidical-mass-aktionswochenende-am-1920-september/
Berlin, 09. September 2020. In mehr als 90 Städten in Deutschland, Belgien, England und Österreich werden Kinder, Jugendliche und Familien am 19. und 20. September 2020 auf Fahrrädern eine riesige Kidical Mass veranstalten. Passend zur Europäischen Mobilitätswoche und dem Weltkindertag am 20. September fordern sie ein Umdenken in der Verkehrspolitik.

„Wir wollen, dass sich Kinder sicher und selbständig mit dem Fahrrad in unseren Städten bewegen können. Mehr Freiräume zum Bewegen und Fahrradfahren haben in Corona-Zeiten eine noch höhere Bedeutung bekommen. Wir fordern kinderfreundliche Lebensräume in den Städten, die Selbständigkeit und das soziale Miteinander fördern“, erklärt Organisatorin Simone Kraus.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung: „Wir müssen unsere Städte und Straßen so gestalten, dass sicheres Radfahren für alle Menschen möglich ist. Gerade Kinder und Jugendliche profitieren von einer Verkehrsraumgestaltung, die Fehler verzeiht. Damit Kinder mit dem Rad sicher unterwegs sind, braucht es jederzeit gute Sichtbarkeit, vor allem in Kreuzungsbereichen, und Tempo 30 innerorts als Regelgeschwindigkeit.“ 

Das Aktionswochenende, das in dieser Form erstmalig ist, wurde von der Kidical Mass Köln ins Leben gerufen. Unterstützt wird das Aktionsbündnis vom ökologischen Verkehrsclub VCD, ADFC, Campact, Changing Cities, Greenpeace, RADKOMM, sowie mehr als 150 lokalen und regionalen Vereinen, Organisationen und Initiativen.

In unseren Städten sind die Bedingungen für Kinder und Jugendliche, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, meist schlecht. Radwege sind oft zu schmal, ungeschützt oder gar nicht erst vorhanden. Viele Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder und fahren sie lieber mit dem Auto. Besonders auf dem Schulweg ist das Elterntaxi weit verbreitet. Durch die vielen Autos, die sich vor den Schulen drängen, kommt es schnell zu brenzligen Situationen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge, die der VCD, das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vor kurzem veröffentlicht haben, wünschen sich 89 Prozent der Befragten Tempo 30 in Straßen, die an Schulen angrenzen. Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer befürworten sogar ein Halteverbot vor der Schule.
 

Die Kidical Mass fordert kinder- und fahrradfreundliche Städte

Damit Fahrradfahren für Kinder sicher und bequem wird, fordern der VCD und die Kidical Mass Tempo 30 innerorts und sichere Schulradwegenetze in den Städten. Aktuelle Maßnahmen wie die Einrichtung von Fahrradstraßen, die dennoch für den Durchgangsverkehr geöffnet sind, oder bloße Markierungen auf viel befahrenen Straßen reichen bei weitem nicht aus. Im Umfeld von Schulen sollen nach Sicht der Verbände flächendeckend Fahrradstraßen und Schulstraßen nach Wiener Vorbild eingerichtet werden. Auf der Online-Plattform „Straße zurückerobern“ des VCD finden Eltern, Schulen und Verwaltungen eine Anleitung, wie sie selbst Schulstraßen, also temporär zu Schulbeginn und -ende für den Autoverkehr gesperrte Straßen, einrichten können.

„Würde ich mein Kind hier allein mit dem Rad fahren lassen? An dieser Frage muss sich eine Stadt messen lassen“, sagt Organisator Steffen Brückner. „Die Städte müssen die selbständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen ermöglichen sowie kinderfreundliche Lebensräume schaffen. Dazu benötigt es ein progressives Vorgehen, so wie es Städte wie Utrecht und Paris vormachen.“

Bei der Kidical Mass achten alle an Start, Ziel und unterwegs auf genügend Abstand. Die Touren finden in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden statt. Die aktuellen Corona-Entwicklungen werden genau beobachtet und entsprechend verantwortungsbewusst gehandelt.
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Pressekontakt VCD: Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV 
 

Für weitere Informationen und Bildmaterial: Katja Diehl, Pressesprecherin Kidical Mass • Telefon 0163 8141730 • presse@kinderaufsrad.org • www.kinderaufsrad.org

Weiteres Foto- und Filmmaterial der Aktion und eine Liste aller Aktionsstandorte finden Sie auf der Aktionswebsite. Im Downloadbereich der Initiative gibt es am 20. September ab 17 Uhr aktuelle Pressefotos von den Aktionsstandorten.

 

Hintergrund Kidical Mass
Die Kidical Mass setzt sich mit ihren bunten Fahrraddemos für kinder- und fahrradfreundliche Städte ein. Die Touren sind für alle von 0 bis 99 Jahre geeignet. Die Polizei sichert die Wege.
Die Kidical Mass wurde in 2008 in Oregon, USA ins Leben gerufen. Die ersten deutschen Kidical Mass fanden 2017/2018 in Städten wie Berlin, Darmstadt, Stuttgart und Köln statt. 2019 gab es bereits 30 Kidical Mass in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit teils 700–1.100 Teilnehmenden. Mit dem Aktionswochenende am 19. & 20. September 2020 findet die Kidical Mass zum ersten Mal zeitgleich in ganz Deutschland und darüber hinaus statt.


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3690 Fri, 04 Sep 2020 11:30:00 +0200 Bündnis fordert von Bundesregierung ÖPNV-Gipfel – öffentlicher Verkehr ist wesentlicher Baustein der Verkehrswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/buendnis-fordert-von-bundesregierung-oepnv-gipfel-oeffentlicher-verkehr-ist-wesentlicher-baustein-de-1/ Fridays for Future, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und der ökologische Verkehrsclub VCD fordern von der Bundesregierung ein langfristiges Konjunktur- und Investitionspaket, das die Bedürfnisse der Menschen und nicht den Autoverkehr in den Mittelpunkt der Verkehrspolitik stellt. Ein Forderungspapier, das die notwendigen Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufzeigt, wurde am gestrigen Donnerstag in Form eines offenen Briefes an die politischen Entscheiderinnen und Entscheider versandt. Neben einer besseren und neu geregelten Finanzierung, ist vor allem die Forderung nach einem ÖPNV-Gipfel Bestandteil des gemeinsamen Briefes. Helena Marschall, Sprecherin von Fridays for Future: „Für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels brauchen wir eine sofortige sozial-gerechte Mobilitätswende, die den ÖPNV in den Fokus stellt. Jetzt müssen durch massive Investitionen in den ÖPNV die Bedingungen dafür geschaffen werden. Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten müssen dafür besonders im Vordergrund stehen – sie verdienen als grüne und systemrelevante Jobs der Zukunft mehr Anerkennung. Die gewaltige Herausforderung die Klimakrise zu stoppen, schaffen wir nur, wenn wir alle Menschen mitnehmen und sowohl soziale als auch ökologische Ungerechtigkeiten hinter uns lassen.”

Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND: „Die Finanzierung klimafreundlicher Mobilität auf dem Land und in der Stadt muss endlich auf solide Füße gestellt werden. Nachdem jetzt viel Geld in Corona-Maßnahmen gebunden ist, sollte aus Sicht des BUND daher die Umwidmung von nicht mehr zeitgemäßen Geldern des Fernstraßenneubaus angegangen werden. So ließe sich eine gesicherte Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs umsetzen und so die Attraktivität des Angebots deutlich steigern. Ziel muss es sein, dass Städte, Kommunen und Landkreise die Verkehrswende durch den Ausbau klimafreundlicher Mobilität nachhaltig in Angriff nehmen können.“

Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende: „Der ÖPNV kann seine Schlüsselrolle zur Erreichung der Klimaziele nicht erfüllen, solange die kommunale Kassenlage das Angebot bestimmt. 20 Jahre Sparkurs haben dazu geführt, dass die Beschäftigten am Rand der Belastungsgrenze stehen. Soll der ÖPNV eine Zukunft haben, muss endlich ausreichend ins Personal investiert werden. Die Verkehrswende kann darüber hinaus nur mit konsequentem Ausbau gelingen. Klimaschutz ist eine globale Herausforderung, die Verantwortung dafür kann nicht auf der kommunalen Ebene abgeladen werden. Bund und Länder müssen endlich Verantwortung übernehmen. Dafür brauchen wir nach mehreren Autogipfeln jetzt einen ÖPNV-Gipfel.“

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für ÖPNV: „Ohne einen starken ÖPNV wird es keine Verkehrswende geben. Der Ausbau der Infrastruktur ging in den vergangenen Jahren viel zu langsam voran. Wenn wir eine klimaneutrale Mobilität für alle Menschen wollen, muss das derzeitige Bus- und Bahn-Angebot noch deutlich ausgeweitet werden. Dafür braucht es nicht nur eine verlässliche Finanzierung, sondern auch zusätzliches Personal bei Kommunen und Verkehrsunternehmen für die Planung, Antragstellung für Fördergelder sowie die Umsetzung vor Ort. In anderen Branchen wird über den Abbau von Arbeitsplätzen gesprochen. Junge Menschen sollen wissen, dass die ÖPNV-Branche eine Wachstumsbranche ist.“

 

Hinweis: Das Forderungspapier wurde gemeinsam erarbeitet von Fridays for Future, dem BUND, ver.di, dem ökologischen Verkehrsclub VCD, attac, der BUNDjugend, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und den Naturfreunden Deutschland, die gemeinsam die Forderung nach einem ÖPNV-Gipfel tragen.
 

Informationen:
Den offenen Brief und das Forderungspapier finden Sie unter:

https://www.vcd.org/startseite/newsroom-uebersicht/vcd-verkehrswende-blog/wir-fordern-von-der-bundesregierung-einen-oepnv-gipfel/

 

Pressekontakte:
Fridays for Future: Karla Wiegmann, Presse Koordination Berlin, Tel: 0163-1992985

BUND: Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik, jens.hilgenberg@bund.net, Tel: 030-27586-467

ver.di: Mira Ball, Bundesfachgruppenleiterin Busse und Bahnen, mira.ball@verdi.de, Tel: 0151-14291356

VCD: Philipp Kosok, Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität, philipp.kosok@vcd.org, Tel: 030-280351-36


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3687 Wed, 02 Sep 2020 09:30:00 +0200 Politik unter Zugzwang: Schulwege sicherer gestalten! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/veroeffentlichung-einer-umfrage-zur-mobilitaet-von-schuelerinnen-und-schuelern-politik-unter-zugzwan/ Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) haben heute eine Umfrage zum Thema „Sicherer Schulweg“ veröffentlicht. Dafür befragte das Politik- und Sozialforschungsinstitut forsa repräsentativ deutschlandweit 1.003 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren nach Einschätzungen und Gründen, weshalb Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, und danach, welche Maßnahmen dazu beitragen können, den Schulweg sicherer zu machen. Gefragt wurde auch, ob der Einbezug von Kindern in die Stadt- und Verkehrsplanung die Schulumgebung sicherer machen könnte. Die Veröffentlichung der Umfrage erfolgt in Vorbereitung auf die bundesweiten Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, die vom 21. September bis 02. Oktober 2020 stattfinden. Berlin, 02. September 2020. Zu bequem? Zu einfach! Zwar schätzen mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) ein, dass Eltern vor allem aus Bequemlichkeit Kinder mit dem Auto zum Kindergarten und zur Schule bringen, aber diese Argumentation greift zu kurz, wenn man sich die weiteren Gründe ansieht. So meinen 44 Prozent der Befragten, dass mit dem Bringen der Kinder mehrere Wege der Eltern verbunden werden. Dies geben 50 Prozent der Frauen (und nur 38 Prozent der Männer) und sogar 56 Prozent der Eltern an. Noch häufiger geben diese Antwort Personen zwischen 18 und 29 Jahren (62 Prozent) und zwischen 30 und 44 Jahren (59 Prozent) - also diejenigen, die tendenziell selbst zur aktuellen Generation von Eltern jüngerer Kinder gehören. Zusammen mit der Angst vor weiteren Gefahren – dass die Kinder beispielsweise Opfer einer Straftat werden (48 Prozent) – sind dies die Top-3-Gründe für das Bringen von Kindern.

Maßgeblich ist aber auch die Einschätzung, dass die Wege für die Kinder zu lang sind. Das sagen 32 Prozent der Befragten, 38 Prozent der Eltern und sogar 43 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Wenn dann auch noch öffentliche Verkehrsmittel fehlen, was jede dritte befragte Person (34 Prozent) sagt, hilft aber das Umsteigen auf das Rad oder das Laufen zu Fuß auch nicht immer. Denn 28 Prozent der Befragten geben an, dass es an sicheren Fuß- oder Radwegen mangelt – und sogar 36 Prozent der 30- bis 44-Jährigen. Zudem gibt es ein deutliches Gefälle zwischen den Antworten in Abhängigkeit von der Wohnortgröße. Fehlende Fuß- oder Radwege sind demnach nur für 15 Prozent der Befragten, die in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern leben, einer der Gründe, weshalb Eltern ihre Kinder lieber mit dem Auto bringen. In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sagt dies mehr als jede dritte befragte Person (35 Prozent).

Fazit: Bequemlichkeit und das Verbinden mehrerer Wege sind nach Einschätzung der Befragten Topgründe für das Bringen von Kindern. Weil aber vielfach die Infrastruktur für sichere Schulwege zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fehlt, ist die Politik gefragt, gezielt alternative Fortbewegungsmöglichkeiten zu fördern und einzufordern.

Bei der Einschätzung zur Relevanz von Maßnahmen, durch die der Schulweg sicherer gestaltet werden kann, zeigen sich verschiedene Prioritäten. Zum einen wird darauf gesetzt, dass die Infrastruktur verbessert werden muss, indem sichere Überquerungsmöglichkeiten über Straßen geschaffen werden (77 Prozent halten das für sehr wichtig, 21 Prozent für wichtig). Zum anderen sollen Kinder besser vorbereitet werden, indem sie über Gefahren aufgeklärt werden und mehr Eigenständigkeit erlangen. 66 Prozent der Befragten finden das sehr wichtig, weitere 30 Prozent wichtig. Zudem sollen Kinder Radfahrunterricht in den Schulen erhalten (58 Prozent sehr wichtig, 33 Prozent wichtig).

Als weitere Säule für mehr Sicherheit auf dem Schulweg steht ganz klar der Schutz der Kinder durch Einschränkungen des Autoverkehrs. 89 Prozent der Befragten und sogar 94 Prozent der Eltern halten Tempo 30 in allen an Schulen angrenzenden Straßen für sehr wichtig oder wichtig, 74 Prozent sprechen sich für Halteverbote an Schulen aus (Eltern: 65 Prozent) und 58 Prozent alternativ für sogenannte Elternhaltestellen. Auch die Möglichkeit, Straßen bei Schulbeginn –und Schulende zu sperren („Schulstraßen“ nach österreichischem Vorbild) wird knapp mehrheitlich befürwortet (52 Prozent). Interessant ist, dass alle Maßnahmen, teilweise sehr deutlich, stärker von Frauen als von Männern als (sehr) wichtig eingeschätzt werden. Zudem zeigt sich dieser Effekt auch bei den über 60-Jährigen. Hier ist zu vermuten, dass diese von Verkehrsberuhigung und sicheren Haltezonen ebenfalls stark profitieren und sich sicherer fühlen würden.

Fazit: Der Schulweg muss für alle Kinder sicherer gestaltet werden. Dafür braucht es eine sichere Infrastruktur, die bessere Befähigung von Kindern, am Straßenverkehr teilzunehmen, und die Gestaltung einer sicheren Schulumgebung durch Tempo 30 und Halteverbote.

Zuletzt wurde nach einer Einschätzung gefragt, ob die Schulumgebung sicherer gestaltet werden könnte als bisher, wenn Kinder und Jugendliche aktiv in die Stadt- und Verkehrsplanung einbezogen würden. Dies denken 61 Prozent der Befragten. Deutlich abweichend befürworten dies 73 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Auch zwischen den Wohnortgrößen weichen die Antworten der Befragten stark ab. Je kleiner der Wohnort, desto weniger Auswirkung wird erwartet, je größer, desto deutlicher die Zustimmung.

Fazit: Mehrheitlich wird bei Einbezug von Kindern und Jugendlichen in die Stadt- und Verkehrsplanung erwartet, dass die Schulumgebung sicherer gestaltet werden könnte.

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) haben auf der Basis der Erkenntnisse ein gemeinsames Forderungspapier entwickelt, das Sie hier abrufen können.

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, betont: „Kinder haben eine gute Einschätzung davon, was sie für einen sicheren Weg zur Schule oder Kita brauchen. Es darf deshalb nicht stetig über ihre Köpfe hinweg entschieden werden. Ihre Ideen und Anregungen müssen in die entsprechenden Planungsprozesse einbezogen werden. Dafür sollten die einschlägigen Landesgesetze geändert werden. Gleichzeitig braucht es bei den Eltern ein besseres Verständnis dafür, dass sie ihren Kindern keinen Gefallen tun, wenn sie diese mit dem Auto zur Schule oder in die Kita bringen. Für die Orientierung im Raum, die körperliche Fitness und die persönliche Entwicklung ist die Bewegung zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Rad essenziell.“

Die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann, sagt: „Die Umfrageergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit sicherer Fuß- und Radwege. Außerdem sprechen sich neun von zehn Befragten für Tempo 30 im Umfeld von Schulen aus. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Kinder ja nicht nur unmittelbar um Schulen herum unterwegs sind. Wollen wir unsere Kinder wirklich schützen, brauchen wir nach Ansicht des VCD innerorts grundsätzlich Tempo 30 – so werden unsere Straßen auch für alle anderen sicherer. Zudem braucht es eine ehrliche Bestandsaufnahme der Eltern. Ist das Bringen mit dem Auto inklusive der Parkplatzsuche und dem Stau in der Rush Hour wirklich so zeitsparend, wie viele denken? Und: Wie viele andere Kinder werden durch das Parken vor dem Schultor gefährdet?“

Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, erklärt dazu: „Durch das Bringen mit dem Auto entstehen gefährliche Situationen. Das wiederum führt die nächsten Eltern zu der Annahme, ihr Kind bringen zu müssen. So entsteht ein Teufelskreis. Entspannen könnten diese Lage Elternhaltestellen, die nicht direkt vor der Schule eingerichtet werden. So können kurze Wege allein oder mit den Eltern zurückgelegt werden. Die Umfrage zeigt, dass es für Halteverbote und diese Alternativen eine hohe Zustimmung gibt. Nun steht die Politik unter Zugzwang. Dass die Mobilitätserziehung einen höheren Stellenwert einnehmen soll, ist eine gute Erkenntnis, muss aber auch durch entsprechende Zeit in den Lehrplänen und Personalstellen gedeckt werden.“

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen vom 21. September bis 02. Oktober 2020 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Anmeldungen sind unter www.zu-fuss-zur-schule.de möglich. Auf der Webseite können auch Aktions- und Spielideen eingesehen, konkrete Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Die Aktionstage stehen in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. Botschafterin der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ ist die Fernsehmoderatorin Enie van de Meiklokjes.

 

Pressekontakt:

Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV

Uwe Kamp, DKHW-Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.dewww.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

Anne Roewer, VBE-Pressereferentin • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.dewww.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-3686 Thu, 27 Aug 2020 15:49:26 +0200 Opferschutz statt Raserschutz: Schärfere Regeln der Straßenverkehrsordnung müssen bleiben http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/opferschutz-statt-raserschutz-schaerfere-regeln-der-strassenverkehrsordnung-muessen-bleiben/ Gemeinsame Forderung von sieben Verbänden an Verkehrsminister Scheuer und die Bundesländer – Schutz von Menschenleben und Umwelt muss vorgehen – „Peinlichen Formfehler korrigieren, härtere Strafen beibehalten“ Ein breites Bündnis von Umwelt- und Verkehrsverbänden fordert Verkehrsminister Scheuer und die Bundesländer auf, bei der Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO) keinen Schritt zurück zu machen. Es dürfe nur der Formfehler rechtssicher und verfassungsfest schnellstmöglich korrigiert werden – alle anderen Regeln müssten beibehalten werden. Dazu zählen Fahrverbote bei Tempoverstößen ab 21 km/h innerorts und 26 km/h außerorts, härtere Strafen bei Parkvergehen oder gefährlichen Überholmanövern. Dafür sprechen sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, der ökologische Verkehrsclub VCD, der Verbund Service und Fahrrad (VSF), Changing Cities, SichereStraßen.org und HannovAIR aus.

Alle diese Regeln dienen dazu, die schwächeren Verkehrsteilnehmer endlich besser zu schützen, seien es Kinder auf dem Schulweg, Fußgänger oder Radfahrer. Das ist angesichts von mehr als 3.000 Toten und fast 400.000 Verletzten auf deutschen Straßen auch zwingend notwendig. Die Verbände weisen darauf hin, dass in Nachbarländern wie der Schweiz vergleichbare Regelungen schon seit Jahren gelten und die Zahl der Opfer im Verhältnis viel geringer ist als in Deutschland.

Der neue, im April eingeführte Bußgeldkatalog der StVO wird wegen eines Formfehlers teils nicht angewendet. Verkehrsminister Scheuer hatte angekündigt, bei der nun notwendigen Nachbesserung insbesondere die Fahrverbote bei Tempoverstößen wieder zurücknehmen zu wollen.

„Es darf nicht sein, dass der Bundesverkehrsminister, sich durchsetzt und das einzige zarte Pflänzchen einer positiven Entwicklung im Verkehrsbereich gleich wieder zertritt. Solange der rasende und klimaschädliche Pkw das Straßenbild prägt und Menschen sich nicht sicher fühlen, steigen auch nicht genug auf Fahrrad und Fußverkehr um, damit eine Verkehrswende gelingt. Wir brauchen nicht schwächere Regeln, sondern dringend sogar noch viel schärfere, um Menschen, Umwelt und Klima endlich besser zu schützen“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

„Rasen ist kein Kavaliersdelikt, deshalb brauchen wir Strafen, die wirklich abschrecken. Die Änderung der Straßenverkehrsordnung hatte zum Ziel, unsere Straßen für Radfahrende und Fußgänger sicherer zu machen. Wer mit mehr als 50 km/h anstatt mit 30 km/m fährt, gefährdet vor allem ungeschützte Verkehrsteilnehmer, und das nicht nur vor Schulen und Kitas. Wir können nicht hinnehmen, dass der Verkehrsminister dem Druck der Autolobby nachgibt und ein vom Bundesrat beschlossenes Gesetz wieder abschwächt. Hier müssen die Länder standhaft bleiben“, sagt Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende.

„Das rücksichtslose und fahrlässige Verhalten auf unseren Straßen muss endlich ein Ende haben. Seit Jahrzehnten wird in Sachen überhöhter Geschwindigkeit an die Vernunft der Verkehrsteilnehmenden appelliert – mit geringem Erfolg. Nur drastische Strafen machen deutlich, dass der Gesetzgeber es wirklich ernst meint mit dem Schutz des Lebens. Dabei geht es auch um ein besseres und angstfreieres Klima auf unseren Straßen. Davon profitiert vor allem der Fuß- und Radverkehr“, so Albert Herresthal, Geschäftsführer VSF.

„Letzte Woche starben in Berlin vier ungeschützte Verkehrsteilnehmende. Ein trauriger Rekord. Die Hauptstadt ist Deutschlandmeisterin in Raserei, Tendenz steigend. Es ist nicht so, dass es keinen Grund gäbe, mehr für die Sicherheit im Straßenverkehr zu tun. Statt sich aber für die schnelle Korrektur des Formfehlers bei der Anpassung des Bußgeldkatalogs einzusetzen, versucht Scheuer die Situation zu missbrauchen und bereits erreichte Verbesserungen für die Verkehrssicherheit wieder zurückzudrehen“, erklärt Ragnhild Sørensen, Sprecherin von Changing Cities.

„Wer rast, bringt andere in tödliche Gefahr, besonders jene, die sich umweltfreundlich zu Fuß oder mit dem Rad bewegen. Das ist keine Bagatelle und gehört deutlich bestraft. Die Bundesländer müssen standhaft verhindern, dass Verkehrsminister Scheuer seinen Formfehler nutzt, um die überfällige Modernisierung der StVO zurückzudrehen“, sagt Benjamin Stephan, Verkehrsexperte von Greenpeace.

 

Kontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de

Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD
030 280351-12, Franziska.Fischer@vcd.org

Albert Herresthal, Geschäftsführer VSF
049 41969703, herresthal@vsf-mail.de

Ragnhild Sørensen, Sprecherin Changing Cities
0171 5357734, ragnhild.soerensen@changing-cities.org

Benjamin Stephan, Greenpeace Verkehrsexperte

0151 57208151, benjamin.stephan@greenpeace.de

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3685 Wed, 26 Aug 2020 08:39:36 +0200 „Wir machen den Parkplatz zur Bühne!“: VCD startet Veranstaltungsformat 12qmKULTUR erstmals bundesweit http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wir-machen-den-parkplatz-zur-buehne-vcd-startet-veranstaltungsformat-12qmkultur-erstmals-bundesweit/ Mit seiner Veranstaltungsreihe 12qmKULTUR zeigt der VCD, wie der öffentliche Raum stärker für Menschen statt für Autos genutzt werden kann. Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr in Berlin wird das Veranstaltungsformat dieses Jahr auch in anderen Städten durchgeführt. Den Anfang machen Ludwigsburg, Celle und Bremen. Kultur erleben, wo sonst ein Auto parkt: Mit der Veranstaltung 12qmKULTUR zeigt der VCD, wie sich Parkplatzflächen im öffentlichen Raum anders und sinnvoller nutzen lassen, als nur zum Abstellen eines Pkw. In mehreren Städten in Deutschland sind Veranstaltungen geplant, bei denen Anwohner ihre Visionen teilen können, wie man frei gewordene Flächen nutzen kann, wenn man die Anzahl der Autos auf der Straße deutlich reduzieren würde. Neben einem bunten Programm mit Live- Musik, Tanz oder Diskussionsrunden können die Teilnehmer gemeinsam Ideen für eine gerechtere Flächenaufteilung und lebenswerte Straßen bis hin zu autofreien Innenstädten entwickeln.

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Bei unseren Veranstaltungen können die Leute gemeinsam ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Und sie sind oft überrascht, was man auf wenigen Quadratmetern alles veranstalten kann. Wir haben uns daran gewöhnt, dass unsere Straßen mit Autos zugeparkt sind, deshalb wollen wir zeigen, dass es auch anders geht, wenn man nur will. Wir machen den Parkplatz zur Bühne!“

Solange Autos unsere Städte dominieren, verdrängen sie das gesellschaftliche Leben aus dem Straßenraum. Erst durch eine attraktive Gestaltung mit vielen Grünflächen und mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen kehrt das Leben auf die Straße zurück und die Lebensqualität in der Stadt steigt. Deshalb macht sich der VCD für die Rückeroberung der Straße stark und schafft damit die Basis für lebenswerte Städte.

Auftakt der Veranstaltungsreihe ist am 29. August 2020 in Ludwigsburg, in der Region großer Automobilhersteller und -zulieferer. Dort sperrt der VCD temporär zwei Parkplätze, die drei Stunden lang allen Menschen frei zur Verfügung stehen. Auf eine große Stellwand wird dann die Straße projiziert, und alle Anwohner können darauf ihre Vision für eine lebenswertere Umgebung malen oder schreiben.

Am 5. September folgen die Städte Celle in Mitteldeutschland und Bremen im Norden. In Celle steht die Forderung nach einer autofreien Innenstadt im Mittelpunkt, die auch von Politikern verschiedener Parteien erhoben wird. Die Stadt will deshalb mit 12qmKULTUR einerseits zum Dialog einladen, andererseits zu einer zügigen Umsetzung dieses Vorhabens auffordern.

Auch in Bremen wird diskutiert, ob die Innenstadt zwischen Hauptbahnhof, Rembertiring, Sielwall, Westerstraße und Stephaniquartier autofrei werden soll. Und über eine neue Stellplatzverordnung wird ebenfalls debattiert. Der VCD greift beide Themen auf und präsentiert sich mit 12qmKULTUR an einem Aktionstag im Rahmen der Openspace-Reihe zum Thema "Mobilität und Nachhaltigkeit" auf dem Domshof. Die zentrale Frage dabei lautet, wie die Bremer Verkehrskonzepte von morgen aussehen sollen.

An allen drei Standorten möchte der VCD mit den Besucher*innen ins Gespräch kommen und erfahren, wie sie 12qm Stadt gestalten und nutzen würden, wenn kein Pkw diesen Raum 23 Stunden am Tag blockieren würde.

 

Das Projekt:
Das Projekt »Straßen für Menschen« des ökologischen Verkehrsclub VCD fördert das bürgerschaftliche Engagement für die Verkehrswende. Der Fokus liegt dabei auf der Rückeroberung der Straße für eine flächengerechte Verteilung des öffentlichen Raums unter den Verkehrsteilnehmenden und mehr Lebensqualität in der Stadt.
Mit 12qmKULTUR möchte der VCD auf die ungerechte Flächenverteilung im Straßenraum aufmerksam machen und Alternativen zur autogerechten Stadt aufzeigen. Mit den Anwohner*innen vor Ort möchte der VCD die Straße zurückerobern, um gesellschaftliches Leben dort hin zurückzubringen, damit sich Menschen treffen können, wo heute zahllose Autos unsere Straßen verstopfen.
Das Projekt Straßen für Menschen wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert.


Pressekontakt:
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.


 

 

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news-3678 Wed, 19 Aug 2020 10:56:06 +0200 Klimaschutzbericht: Verkehr bleibt Problemsektor Nr. 1 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/klimaschutzbericht-verkehr-bleibt-problemsektor-nr-1/ Laut dem Klimaschutzbericht der Bundesregierung sind die Treibhausgasemissionen gegenüber 2018 zwar gesunken, im Verkehrssektor haben sie allerdings zugelegt. Es kommentiert der verkehrspolitische Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD, Michael Müller-Görnert:

„Das war zu befürchten: Der Klimaschutzbericht stellt dem Verkehrsminister ein schlechtes Zeugnis aus. Die von ihm eingeführten Maßnahmen tragen nicht dazu bei, die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen. Während andere Sektoren CO2 einsparen, sind die Emissionen im Verkehr sogar gestiegen. Der Verkehrsminister scheut sich aber davor, effektive und wirksame Maßnahmen wie etwa ein Tempolimit auf Autobahnen einzuführen. Alleine damit ließe sich der Anstieg der Treibhausgasemissionen des Verkehrs seit 1990 um drei Millionen Tonnen kompensieren.

Jetzt zeigt sich klar, dass manche Maßnahmen aus dem Hause Scheuer zwar viel Geld kosten, für den Klimaschutz aber wenig bringen. Das Verkehrsministerium hat sich die CO2-Minderung mit Alibi-Maßnahmen schön gerechnet und unrealistische Potentiale angesetzt, etwa bei der Förderung von Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb, dem Einsatz von Biokraftstoffen oder Lkw mit Gasantrieb. Für wirklichen Klimaschutz ist es unerlässlich, den Autoverkehr gegenüber umweltschonenden Alternativen zu verteuern und gleichzeitig ÖPNV, Rad- und Fußverkehr zu stärken.“

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3674 Thu, 30 Jul 2020 15:20:20 +0200 Bahn-Bilanz in schwierigen Zeiten: Systemrelevante und umweltverträgliche Mobilität muss unterstützt werden http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bahn-bilanz-in-schwierigen-zeiten-systemrelevante-und-umweltvertraegliche-mobilitaet-muss-unterstuet/ Die Halbjahresbilanz der Deutschen Bahn kommentiert Kerstin Haarmann, die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD: „Die herben Verluste des DB Konzerns bei Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2020 waren erwartbar angesichts des drastischen Fahrgastrückgangs durch das Corona-Virus. Die Bahn hat in der Krise aber den Betrieb auf allen Verbindungen aufrechterhalten und Menschen, die auf sie angewiesen waren, zuverlässig ans Ziel gebracht. Das zeigt deutlich, wie systemrelevant die Bahn ist. Auch die Umweltverträglichkeit des Bahnverkehrs wurde in dieser Zeit noch einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Rückgang von Luftverschmutzung und Lärm in der Zeit des Lockdowns war enorm, obwohl die Bahn fast zu 100 Prozent weitergefahren ist. Die Politik muss die Bahn in dieser schwierigen Zeit deshalb stärken und unterstützen.“


Pressekontakt:
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3673 Thu, 30 Jul 2020 09:52:00 +0200 Zum Schulanfang in Mecklenburg-Vorpommern: Elterntaxi muss nicht sein! Zur Schule geht es auch zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zum-schulanfang-in-mecklenburg-vorpommern-elterntaxi-muss-nicht-sein-zur-schule-geht-es-auch-zu-fuss/
Schwerin, 30. Juli 2020. Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der ökologische Verkehrsclub VCD ermuntern zusammen mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) zum Schulbeginn in Mecklenburg-Vorpommern alle Kinder, ihren Schulweg zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Zugleich appellieren die Verbände an die Eltern, ihre Kinder dabei tatkräftig zu unterstützen. Laufen Kinder morgens zu Fuß zur Schule oder zum Kindergarten, fördert dies ihre körperliche und geistige Entwicklung. Die Kinder lernen dabei, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen. Aktive Kinder sind den Tag über entspannter und können sich besser konzentrieren.

Mit fünf Wünschen und Forderungen an Kinder, Auto- und LKW-Fahrer, Lehrkräfte und Erzieher an die Kommunen sowie an Eltern möchten DKHW, VCD und VBE zum Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern dafür werben, dass möglichst alle Kinder zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zur Schule oder zum Kindergarten kommen.

1.           An die Kinder: Laufgemeinschaften bilden
Kinder, die zusammen mit Freunden den Schul- oder Kitaweg zurücklegen, lernen ganz nebenbei, auf andere aufzupassen. Ihr soziales Verhalten wird gefördert und sie können auf dem Weg mit Freunden reden und spielen. Es bietet sich an, sogenannte Laufbusse zu organisieren. Hierbei werden vor Ort Haltestellen vereinbart, um von dort aus gemeinsam zur Schule oder Kita zu gehen.

2.           An die Auto- und LKW-Fahrer: Mehr Rücksicht gegenüber Kindern im Straßenverkehr
Wir brauchen mehr Rücksicht gegenüber Kindern im Straßenverkehr. Gerade kleine Kinder sind auf eine rücksichtsvolle Fahrweise des motorisierten Straßenverkehrs angewiesen. Nur dadurch kann verhindert werden, dass Angst und Unsicherheit die ständigen Wegbegleiter von Kindern auf dem Kita- oder Schulweg und im Straßenverkehr allgemein sind.

3.           An die Lehrkräfte und Erzieher
Welche Last tragen die Füße, was hält den Rücken gesund, wie weit ist der morgendliche Fußweg, wie lang der Bremsweg eines Autos – diese und andere Fragen rund um das Zufußgehen lassen sich spielerisch in den regulären schulischen Unterricht, in Projektwochen oder auch in die Freizeitgestaltung integrieren. Und auch in der Kita können schon sehr viele dieser Themen spielerisch in die pädagogische Arbeit und den Kita-Alltag eingebunden werden.

4.           An die Kommunen: Roller- und Fahrradständer bauen
Ist der Kita- oder Schulweg zu lang zum Laufen, sind Tretroller oder Fahrräder eine gute Alternative. Roller- und Fahrradständer vor Schulen und Kitas helfen den Kindern, ihre Fortbewegungsmittel sicher und ordentlich abzuschließen. Dabei lernen sie außerdem, sich eigenverantwortlich um ihre Roller und Fahrräder zu kümmern. Deshalb sollten Kommunen in Absprache mit Schulleitungen, Eltern und Schülern entsprechende Bedarfe abklären.

5.           An die Eltern: Temporäre Straßensperrungen beantragen
Um die unübersichtlichen und gefährlichen Situationen durch Elterntaxis vor Schulen und Kitas in den Griff zu bekommen, haben Eltern die Möglichkeit, einen Brief an die Kita- oder Schulleitung zu schreiben. Diese können wiederum ihre Kommune auffordern, in der Straße vor der Schule oder Kita eine temporäre Durchfahrtsbeschränkung einzurichten.

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, betont: „Kinder brauchen für ihr Aufwachsen und ihre Teilhabe und Teilnahme an der Gesellschaft Autonomie und Orientierung im öffentlichen Raum. Es gibt meist keinen Grund, Kinder morgens mit dem Auto in die Schule zu chauffieren. Deswegen sollten Eltern gleich zu Beginn des neuen Schuljahres das Auto stehen lassen und die Kinder entweder zu Fuß begleiten oder sie in Laufgemeinschaften selbstständig losziehen lassen. Das entspannt die teils chaotische Verkehrssituation vor den Schulen am besten.“

Die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann, sagt: „Wenn Kinder den Verkehr nur von der Rückbank eines Autos aus erleben, entgeht ihnen nicht nur Bewegung an der frischen Luft und der Spaß am Schulweg mit Freunden – sie lernen auch nicht, wie man sich eigenständig und sicher im Verkehr bewegt. Wollen Eltern ihren Kindern etwas Gutes tun, sollten sie das Elterntaxi stehen lassen.“

Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, erklärt dazu: „Es ist uns von jeher ein Anliegen, die eigenständige Mobilität von Kindern zu fördern. Zudem beobachten wir mit Sorge, dass viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden und dadurch gefährliche Situationen vor den Schulen entstehen. Hektisch geparkte Autos erzeugen insbesondere für Kinder unübersichtliche Situationen und den Kindern, die auf der Rückbank sitzen, wird das Erfolgserlebnis verwehrt, den Schulweg eigenständig bewältigen zu können.“

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen vom 21. September bis 02. Oktober 2020 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Anmeldungen sind unter www.zu-fuss-zur-schule.de möglich. Auf der Webseite können auch Aktions- und Spielideen eingesehen, konkrete Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Die Aktionstage stehen in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. Botschafterin der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ ist die Fernsehmoderatorin Enie van de Meiklokjes.



Pressekontakt:
Anne Fröhlich, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-59 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV
Uwe Kamp, DKHW-Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • presse@dkhw.dewww.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de
Anne Roewer, VBE-Pressereferentin • Telefon 030/7261966-17 • presse@vbe.dewww.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-3664 Fri, 03 Jul 2020 12:15:07 +0200 Regeln für Raser nicht entschärfen – Bundesländer müssen hart bleiben http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/regeln-fuer-raser-nicht-entschaerfen-bundeslaender-muessen-hart-bleiben/ Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert den Versuch von Bundesverkehrsminister Scheuer, höhere Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen wegen eines Formfehlers wieder zurückzunehmen, aufs Schärfste. Schutz von Autofahrern vor Strafen darf nicht Vorrang vor dem Schutz von Fußgängern und Radfahrern haben, kommentiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Nach dem Aufschrei der Autofahrerlobby stellt sich Minister Scheuer zum wiederholten Male auf die Seite der Raser: Die schärferen Fahrverbotsregeln bei Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit seien unverhältnismäßig. Dabei hatte er selbst vollmundig angekündigt, man wolle mit den neuen Regeln vor allem den Schutz von Fußgängern und Radfahrenden stärken. Jetzt wegen eines Formfehlers den alten Zustand wieder herstellen zu wollen, ist ein durchsichtiges Manöver. Stattdessen sollte dieser Fehler mit der nächsten StVO-Novelle getilgt werden. 

Es ist unvorstellbar, dass in einem anderen Bereich als im Straßenverkehr einfach hingenommen wird, dass jährlich mehr als 3.000 Menschen sterben und fast 400.000 Menschen verletzt werden. Warum bleibt hier der Aufschrei aus? Diese Unfälle geschehen Tag für Tag, daran dürfen wir uns nicht gewöhnen. Gegen die nach wie vor viel zu vielen Opfer des Verkehrs wird seit Jahren so gut wie nichts unternommen.

Der VCD appelliert daher an die Bundesländer, die bereits beschlossenen höheren Strafen fürs Rasen nicht zurückzunehmen. Schließlich haben sie den Änderungen bei der Verabschiedung der neuen Straßenverkehrsordnung ausdrücklich zugestimmt.“


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3662 Tue, 30 Jun 2020 12:04:59 +0200 Deutschland bekommt endlich einen Plan für die Bahn http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/deutschland-bekommt-endlich-einen-plan-fuer-die-bahn/ Der VCD begrüßt die von Bundesverkehrsminister Scheuer beim Schienengipfel vorgestellten Pläne zum Deutschlandtakt. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Jetzt kommt es auf die Umsetzung und die Finanzierung an. Als Mitunterzeichner des heute geschlossenen Schienenpakts sieht der ökologische Verkehrsclub VCD die Bahn durch den vorgelegten Entwurf für einen Deutschlandtakt grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann, erklärt: „Der VCD begrüßt, dass durch den Deutschlandtakt die Belange der Fahrgäste und Vorteile für den Güterverkehr zum Wohle aller kombiniert werden. Durch schnelle Verbindungen und abgestimmte Anschlüsse bis in die hintersten Winkel des Landes werden mehr Fahrgäste auf die umweltfreundlichen Verkehrsmittel Bahn und Bus umsteigen. Der VCD setzt sich seit Jahren für den Deutschlandtakt ein und wird die Umsetzung nach besten Kräften unterstützen.“

Nach Einschätzung des VCD wird die angepeilte Verdopplung der Fahrgastzahlen mit dem jetzt veröffentlichten Zielfahrplan 2030+ möglich. Der Umweltverband hatte die Planung in den vergangenen Monaten im „Zukunftsbündnis Schiene“ begleitet. Dort wurden auch zahlreiche weitere flankierende Maßnahmen erarbeitet, die für einen Erfolg des Deutschlandtakts unabdingbar sind. Dazu zählen die weitere Digitalisierung der Schiene, zusätzliches Personal und bessere Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb um die Reisenden.

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für Bahnpolitik, ergänzt: „Der Verkehrsminister hat einen Plan für die Bahn vorgelegt, auf dem sich aufbauen lässt. Der Plan ist ambitioniert. Mit dem heutigen Schienennetz lässt er sich noch nicht bewerkstelligen. Daher müssen ab dem kommenden Jahr die Haushaltsmittel für den Netzausbau deutlich angehoben werden.“

Der VCD hatte sich bereits als Gründungsmitglied in der Initiative Deutschlandtakt für das Konzept einer bundesweit abgestimmten Taktung eingesetzt. Vorbild dafür war ein ähnliches Konzept der Schweiz, das es dort unter den Namen „Bahn 2000“ bereits seit 1982 gibt. Seit 2004 verbindet der dortige Fernverkehr die Städte in einem Halbstunden-Takt. Ein vergleichbares Angebot soll jetzt schrittweise in Deutschland entstehen.


Pressekontakt:
Philipp Kosok • VCD-Sprecher für Bahn und ÖPNV • philipp.kosok@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3661 Tue, 30 Jun 2020 08:43:47 +0200 Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Europa braucht den großen Wurf und keine Trippelschritte http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/deutsche-eu-ratspraesidentschaft-europa-braucht-den-grossen-wurf-und-keine-trippelschritte/ Anlässlich der am 1. Juli beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft fordern zahlreiche Natur- und Umweltschutzverbände die Bundesregierung auf, mutige Impulse für eine nachhaltige und krisenfeste europäische Staatengemeinschaft zu setzen. Als Teil der Überwindung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise bedeutet das vor allem, den Green Deal der EU-Kommission weiter zu stärken und ambitioniert umzusetzen, die Forcierung eines deutlich höheren EU-Klimaziels für 2030, sich der Biodiversitätskrise mit einer grundlegenden Neuausrichtung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) zu stellen sowie sich für eine klare Ausrichtung der Vergabe von EU-Geldern entlang einer sozial-ökologischen Transformation Europas im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und den nachhaltigen Entwicklungszielen einzusetzen.


Hierzu die unterstützenden Verbände:

Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR)

„In den nächsten Wochen und Monaten muss sich Angela Merkel als Klima-Kanzlerin neu erfinden und mit dem Green Deal Europa gemeinsam wieder stark machen! Die deutsche Bundesregierung trägt die Verantwortung, mit ihrer Pandemie-Präsidentschaft die Weichen für ein gerechteres und klimaneutrales Europa zu stellen. Im Dezember müssen ein völkerrechtskonformes Klimaziel vom -65 Prozent CO2 und ein EU-Haushalt stehen, mit dem die Landwirtschaft Lebensmittel produziert, die gesund für Mensch und Natur sind.“


Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD

„Die Bundesregierung muss ihre EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um die Verkehrswende in ganz Europa voranzutreiben. Klimaschutz im Verkehr gehört weit oben auf die Agenda. Nur so können wir den Klimawandel bekämpfen, die Luft sauberer machen, für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen und nachhaltigere Arbeitsplätze im Mobilitätssektor schaffen. Diese Ziele müssen wir mit derselben Entschlossenheit angehen, mit der wir auch der Corona-Krise begegnen.“


Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)

„Der deutsche Vorsitz im Rat der Europäischen Union wird durch die Corona-Krise geprägt. Gleichzeitig stehen wichtige Entscheidungen auf EU-Ebene an, beispielsweise über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) und Wiederaufbaufonds, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) oder das Klimaschutzziel der EU. Der NABU fordert die Bundesregierung auf, die richtigen Lehren aus der Corona-Krise zu ziehen: Die Ratspräsidentschaft muss daran ausgerichtet werden, Wirtschaft und Gesellschaft in Europa zukunftsfähig zu machen. Dies kann nur gelingen, wenn die Bundesregierung ressortübergreifend Biodiversitäts-, Klima- und Nachhaltigkeitsziele adressiert. Ansonsten drohen der Wirtschaft und Gesellschaft Folgen, die weit über das Ausmaß der aktuellen Krisen- Situation hinausgehen. Der NABU vermisst eine solche Schwerpunktsetzung im heute von der Bundesregierung beschlossenen Programm. Dieses gleicht eher einem Potpourri als einer visionären Agenda.“


Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

„Die Bundesregierung muss die EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um den Wiederaufbau der Wirtschaft ökologisch und sozial zu gestalten. Jetzt ist die Zeit umzusteuern und nicht-zukunftsfähige Wirtschaftsbereiche zu transformieren. Auf keinen Fall dürfen durch die Ratspräsidentschaft die falschen wirtschaftspolitischen Impulse gesetzt werden, durch die Mensch und Umwelt geschädigt werden. So darf weder das EU-Mercosur-Abkommen vorangebracht werden, das ein Freifahrtschein für die Abholzung des Regenwaldes ist, noch darf unter dem Deckmantel der internationalen Wettbewerbsfähigkeit die Fusionskontrolle großer Unternehmen aufgeweicht werden.“


Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland: 

„Während der deutschen Ratspräsidentschaft hat Angela Merkel den Kompass in der Hand, um mit den milliardenschweren Konjunkturpaketen die Weichen für die Zukunft der nächsten Generationen zu stellen. Schützen wir das Klima und die Natur, schützen wir auch gleichzeitig unsere Gesundheit. Ein starkes und zukunftsfähiges Europa wird nur mit einem gesunden Leben für alle, einer intakten Natur und der Begrenzung der Erderhitzung gelingen. Konkret heißt das: Die Bundesregierung muss sich für ein erhöhtes Klimaschutzziel von mindestens 55 Prozent Treibhausgas-Minderung in einem ersten Schritt auf dem Weg zu einer wissenschaftlich eigentlich gebotenen Minderung von 65 Prozent einsetzen – wie auch für die Verabschiedung eines EU-Klimaschutzgesetzes, die Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie und für nachhaltige Investitionen der EU-Konjunkturprogramme.“


Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH)

„Seit 2010 ist die Menge an Verpackungsmüll in Europa bis heute um mehr als 12 Prozent auf 173 kg pro Kopf und Jahr angestiegen. Auch die Elektroschrottberge wachsen immer weiter an, weil immer mehr Elektrogeräte über kürzere Zeiträume genutzt und dann weggeworfen werden. Auf europäischer Ebene sind keine ernsten Bemühungen erkennbar, diese Themen anzugehen. Wir brauchen jetzt konkrete Zielvorgaben zur Abfallvermeidung, Wiederverwendung und zur absoluten Reduktion des Ressourcenverbrauchs auf europäischer Ebene. Konkrete Maßnahmen in der Kreislaufwirtschaft, wie z.B. Mehrwegverpackungen, kommen auch dem Klimaschutz zugute. Umweltministerin Schulze muss deshalb Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zusammendenken und sich während der EU-Ratspräsidentschaft für Vermeidung, Mehrweg und Wiederverwendung einsetzen.“


Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch:

"Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft steht die Verschärfung der Klimaziele für 2030 auf mindestens minus 55 Prozent an – und selbst das reicht noch nicht für das Erreichen der Pariser Klimaziele. Zugleich will die EU so viel Geld in die Hand nehmen wie nie zuvor, um aus der Corona-Krise zu kommen. Es gilt dieses Geld so einzusetzen, dass damit auch die Klimakrise sozial gerecht eingedämmt wird. Zugleich muss die EU sicherstellen, dass auf den Konjunkturpakten der EU nicht nur ‚grün‘ steht, sondern auch ‚grün‘ drin ist. Dazu bedarf es starker Kontrollrechte des Europäischen Parlaments und wirkungsvoller Prüfinstrumente sowohl für die Pläne der Länder als auch für öffentlich unterstützte Investitionen von Unternehmen.“
 

Der DNR hat mit seinen Mitgliedsverbänden 13 Forderungen für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft veröffentlicht.

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news-3655 Thu, 18 Jun 2020 13:19:02 +0200 Bundesregierung muss Klimaschutz im Verkehr weit oben auf die Agenda ihrer EU-Ratspräsidentschaft setzen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bundesregierung-muss-klimaschutz-im-verkehr-weit-oben-auf-die-agenda-ihrer-eu-ratspraesidentschaft-s/ Anlässlich der Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft fordert der VCD erneut, die Verkehrswende auch auf europäischer Ebene entschlossen anzugehen. Die Bundesregierung muss Klimaschutz im Verkehr zu einem zentralen Thema ihrer EU-Ratspräsidentschaft machen, kommentiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Bundeskanzlerin fordert dazu auf, Europa widerstandsfähiger und zukunftsfähiger zu machen. Welche Bedeutung eine intakte Umwelt und eine nachhaltigere Wirtschaft haben, hat die EU-Kommission bereits mit ihrem „Green Deal“ in den Fokus gerückt. Alle während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu treffenden Entscheidungen und anzustoßenden Prozesse sollten die Umsetzung dieses Ziels unterstützen. Etwa ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Europa stammen aus dem Verkehr. Mit einer echten Verkehrswende kämpfen wir nicht nur gegen den Klimawandel, sondern auch für bessere Luft und weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr. Die Verkehrswende ist eine einzigartige Gelegenheit für Europa, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben und nachhaltigere Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Chance gilt es zu nutzen, mit einer zukunftsgerichteten europäischen Verkehrspolitik.

Im Straßenverkehr muss der Antriebswechsel von fossilen Energieträgern auf emissionsfreie Antriebe beschleunigt werden. Die anstehende Revision der CO2-Grenzwerte für Pkw bietet die Möglichkeit, durch eine Nachschärfung der Vorgaben die Emissionen im Verkehrssektor zu mindern. Daneben reizen CO2-bezogene Sätze in der Lkw-Maut klimaschonende Lösungen für den Straßengüterverkehr an. Die Reform der Eurovignetten-Richtlinie sieht dies vor und steht während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zur Entscheidung an.

Die Bundesregierung muss die Verkehrswende aber auch abseits der Straße voranbringen und Impulse für eine europäische Bahn- und Radverkehrspolitik setzen. Der Bahnverkehr muss in Europa oberste Priorität haben. Dazu gehören die Förderung grenzüberschreitender Verbindungen, eine stärkere Elektrifizierung von Schienenwegen, die Schaffung eines europäischen Nachtzugnetzes, niedrigere Trassenpreise oder ein europaweites Buchungssystem für Bahntickets. Bei der Fahrradnutzung gibt es in Europa immer noch große Unterschiede, die an der jeweiligen Radinfrastruktur der Länder liegen. Um die Potenziale des Fahrradfahrens in ganz Europa zu nutzen, muss der Radverkehr auf europäischer Ebene gesteuert und gefördert werden. 

Wenn wir mehr klimaschonende Mobilität wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Dazu gehören faire Preise im Verkehr, die auch die Umweltkosten berücksichtigen und denen angelastet werden, die diese Schäden verursachen. So ist etwa beim klimaschädlichen Flugverkehr das Kerosin nach wie vor steuerfrei. Fahrer von Dieselfahrzeugen profitieren von einem vergünstigten Energiesteuersatz. Diese Lücke kann die EU mit der anstehenden Reform der Energiesteuerrichtlinie schließen.“


Die Forderungen von VCD, BUND und DUH für eine nachhaltige europäische Verkehrspolitik finden Sie unter: Memorandum zur deutschen EU Ratspräsidentschaft 


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3653 Wed, 17 Jun 2020 13:18:30 +0200 VCD startet Projekt „Verkehrswende: klimaverträglich und sozial gerecht“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-startet-projekt-verkehrswende-klimavertraeglich-und-sozial-gerecht/ Die Verkehrspolitik konzentriert sich noch immer zu stark auf die autogerechte Stadt. Ein neues VCD-Projekt zeigt, welche Folgekosten unsere Gesellschaft dafür tragen muss. Untersucht wird auch, welche Mobilitätsbedürfnisse Menschen mit geringem Einkommen haben und wie sozial gerechte Mobilität gelingen kann. Jeder Mensch in Deutschland verbringt im Durchschnitt 80 Minuten am Tag im Verkehr. Mobil zu sein ist die Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, einer Arbeit nachzugehen, seine Freizeit zu gestalten. Mobilität ist damit eine Frage der Teilhabe und der sozialen Gerechtigkeit. Das VCD-Projekt „Verkehrswende: klimaverträglich und sozial gerecht“ untersucht, wie wir die Kosten und Lasten im Verkehrsbereich fairer verteilen können, und welche Mobilitätsbedürfnisse Menschen mit geringem Einkommen haben.

In einem ersten Fact Sheet beleuchtet das VCD-Projekt die wahren Kosten des Verkehrs für die Gesamtgesellschaft. Diese werden oft nicht ausreichend berücksichtigt. Verkehr verursacht hohe externe Kosten durch Schäden, die uns alle betreffen: Veränderungen des Klimas, Luftverschmutzung, Verkehrsunfälle und Lärm. Den überwiegenden Anteil daran hat der Straßenverkehr mit etwa 95 Prozent. Die Kosten tragen alle Steuerzahler. Wer nur Fahrrad fährt, den ÖPNV nutzt oder zu Fuß geht, finanziert somit indirekt die Schäden durch den Autoverkehr mit.

Alexander Kaas Elias, VCD-Sprecher für klima- und sozialverträgliche Mobilität: „Wenn es um Kosten und Lasten des Verkehrs geht, sind wir von einer fairen Verteilung für Mensch, Umwelt und Klima weit entfernt. Soziale Ungerechtigkeit zeigt sich auch daran, dass oft Menschen, die selbst kein Auto haben, am stärksten unter dem Autoverkehr der anderen leiden. Wer nur eine niedrige Miete zahlen kann, wohnt häufig an großen, verkehrsreichen Straßen, an denen viel Lärm und viele Abgase entstehen.“ 

Autos sind aber nicht nur für die Allgemeinheit teuer, sie sind es auch für ihre Besitzer. Das tatsächliche Ausmaß ist ihnen oft nicht bewusst, sie unterschätzen die Kosten für ihren Pkw um mehr als 50 Prozent. Die realen monatlichen Ausgaben für Abnutzung, Steuer, Versicherung oder Werkstattbesuche liegen im Durchschnitt bei rund 425 Euro. Ein eigenes Auto können oder wollen sich viele Menschen daher nicht leisten. Etwa 13,5 Millionen Menschen in Deutschland besitzen keinen Führerschein. 14,2 Millionen Haushalte haben kein Auto.

Alexander Kaas Elias: „Gute Mobilität heißt nicht, dass alle Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden können. Stattdessen brauchen gerade Menschen mit geringerem Einkommen einen gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr, ein sicheres Radwegenetz und barrierefreie Fußwege. Die Verkehrswende ist deshalb nicht nur gut für Umwelt und Klima, sie ist sozial gerecht.”

Das Projekt „Verkehrswende: klimaerträglich und sozial gerecht“ wird vom Umweltbundesamt (UBA) gefördert und geht über eine Laufzeit von 1,5 Jahren. Im weiteren Verlauf werden Ungleichheiten bei der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur, die Auswirkungen des CO2-Preises, sowie die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen im ländlichen Raum untersucht.


Weitere Informationen:
VCD Fact Sheet „Was kostet uns der Verkehr wirklich?“: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Verkehrswende_sozial/FactSheet_Was_kostet_uns_der_Verkehr.pdf

VCD-Projekt „Verkehrswende: klimaverträglich und sozial gerecht“:
https://www.vcd.org/soziale-aspekte-verkehrswende/


Pressekontakt:
Alexander Kaas Elias, VCD-Sprecher für klima- und sozialverträgliche Mobilität • 0163/496 89 75 • alexander.kaaselias@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/ 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

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news-3646 Wed, 10 Jun 2020 13:08:01 +0200 Wasserstoffstrategie: Guter Ansatz für einen nachhaltigen Einsatz im Luftverkehr, keine Lösung im Straßenverkehr http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wasserstoffstrategie-guter-ansatz-fuer-einen-nachhaltigen-einsatz-im-luftverkehr-keine-loesung-im-st/ Das Bundeskabinett hat heute die „Nationale Wasserstoffstrategie“ verabschiedet. Darin wurden auch Forderungen des VCD und anderer Umweltverbände umgesetzt. In einem offenen Brief an die zuständigen Ministerien hatten diese für einen maßvollen und nachhaltigen Einsatz der Technologie geworben. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, kommentiert:

„Die nach langen Diskussionen nun beschlossene Wasserstoffstrategie enthält viele Verbesserungen und greift wichtige Bedenken und Anregungen auf. Zentraler Punkt ist, dass die Bundesregierung sich klar für grünen Wasserstoff ausspricht, der ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Nur so ist Wasserstoff CO2-frei und unterstützt das Ziel der Treibhausgasneutralität. Entsprechend dürfen auch nur hierfür Fördergelder eingesetzt werden.

Da für die Wasserstoffproduktion enorme Strommengen benötigt werden, muss der Anteil der erneuerbaren Energien für die inländische Wasserstoffproduktion erheblich ausgeweitet werden. Denn nur durch den zusätzlichen Ausbau von Windkraft und Photovoltaik kann Wasserstoff einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Klar ist aber auch: Der Großteil wird importiert werden müssen. Für Produktion und Transport braucht es ambitionierte Nachhaltigkeitskriterien. Auch in den Erzeugungsländern muss sichergestellt werden, dass die Energiewende vor Ort nicht durch die Wasserstoffproduktion behindert wird. Die Bundesregierung muss rasch entsprechende Kriterien verabschieden, damit nicht die gleichen Fehler wie bei der Biokraftstoffproduktion begangen werden.

Im Verkehrsbereich ist der Einsatz von Wasserstoff nur eine begrenzte Option zur Treibhausgasminderung. Er sollte nur dort eingesetzt werden, wo eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist, etwa für synthetische Kraftstoffe im Flugverkehr. Die Nutzung von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen im Straßenverkehr hingegen ist ineffizient und teuer. Mit der gleichen Strommenge, die ein mit synthetischen Kraftstoffen betriebener Pkw 100 Kilometer weit fährt, kommt ein Elektroauto auf die fünf- bis sechsfache Strecke. Die Elektromobilität ist wesentlich effizienter und damit die klimaverträglichere Lösung.“ 


Pressekontakt:
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3640 Fri, 05 Jun 2020 11:35:18 +0200 Konjunkturpaket: Erste Schritte auf dem Weg in eine grüne Mobilität http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/konjunkturpaket-erste-schritte-auf-dem-weg-in-eine-gruene-mobilitaet/ Mit milliardenschweren Hilfsmaßnahmen will die Bundesregierung die Wirtschaft aus der Krise holen. Die Bilanz des VCD für den Mobilitätsbereich fällt verhalten positiv aus. Ein konsequenter Neustart in eine grüne Mobilität müsste aber noch ganz andere Impulse setzen.
Berlin, 5. Juni 2020. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung fällt aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD besser aus, als nach den Diskussionen im Vorfeld erwartet. Auch einige der Forderungen, die der Verband in seinem Positionspapier „Neustart in die grüne Mobilität“ aufgestellt hatte, wurden berücksichtigt. Als wichtigsten Punkt begrüßt der VCD, dass das Paket keine Kaufprämien für Autos mit Verbrennungsmotor vorsieht. Allerdings: Die Absenkung der Mehrwertsteuer führt indirekt zu einer Förderung von Benzinern und Diesel-Pkw.

VCD-Bundesvorsitzende, Kerstin Haarmann: “Wenn die Bundesregierung so viel Geld in die Hand nimmt, hätte ich erwartet, dass dieses Geld gezielter in soziale und ökologische Bereiche fließt. Der Konjunktureffekt wäre derselbe, aber mit zusätzlichem Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft. Was im Paket komplett fehlt, ist beispielsweise eine Förderung des Radverkehrs. Gerade in der Corona-Krise erlebt das krisenfeste Fahrrad einen enormen Boom. Deshalb sind zusätzliche Investitionen in ein dichtes Rad- und Fußverkehrsnetz erforderlich und beleben gleichzeitig die Konjunktur.“

Die Bundesregierung will den Umstieg auf E-Mobilität mit Milliardenhilfen anschieben. Die Aufstockung der Prämien für die nicht wirklich umweltfreundlichen Plug-In-Hybride ist aus Sicht des VCD kontraproduktiv für eine echte Verkehrswende.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Elektromobilität zu fördern, ist im Prinzip natürlich richtig. Man denke nur an die Flottenerneuerung mit Elektrofahrzeugen bei Kommunen und Handwerkern oder den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die Förderung fällt aber sehr üppig aus. Andere Mobilitätsbereiche kommen zu kurz. Besser wäre es, Steuern und Abgaben im Verkehr fairer zu gestalten und an ökologische Kriterien zu koppeln. Das begünstigt nachhaltige Mobilität insgesamt.“

Die im Konjunkturpaket vorgesehene Reform der Kfz-Steuer begrüßt der VCD. Diese müsse ein ambitioniertes Bonus-Malus-System umfassen. Kritisch sieht er dagegen die vorgesehene Förderung von neuen Diesel-Lkw und Lkw mit Gasantrieb, die keinen Beitrag zum Klimaschutz liefert, sondern den Straßengüterverkehr gegenüber der Güterbahn sogar begünstigt.

Wichtige Impulse setzt das Konjunkturpaket für den Öffentlichen Verkehr. Dort sollen vor allem die Folgen der Corona-bedingten Einnahmeausfälle abgefedert werden. Der VCD begrüßt, dass die Regionalisierungsmittel für den ÖPNV einmalig um 2,5 Milliarden Euro aufgestockt werden sollen. Das entspricht rund der Hälfte der fehlenden Fahrgeldeinnahmen in diesem Jahr. Die Bundesländer, die finanziell noch untätig waren, sollten die Bundesmittel jetzt mit eigenen Geldern ergänzen.

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für Bahnverkehr: „Auch die Deutsche Bahn hat schwere Einnahmenverluste erlitten und erhält zusätzliches Eigenkapital in Höhe von fünf Milliarden Euro. Damit lassen sich die schlimmsten Folgen abfedern. Andere Bahnunternehmen oder die ebenso schwer getroffene Busbranche wurde jedoch von der Bundesregierung nicht bedacht“. 

Als positiv bewertet der VCD auch die vorgesehene Beschleunigung der Digitalisierung. Diese sollte vorranging den 5G-Netzausbau entlang von Bahnstrecken umfassen. Für die Planung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten müssen auch die notwendigen Personalkapazitäten rasch aufgebaut werden. Denn viele Projekte scheitern nicht am Geld, sondern am fehlenden Personal. 

Hier finden Sie das VCD-Positionspapier „Startgeld Grüne Mobilität“: https://www.vcd.org/themen/verkehrspolitik/nach-corona-neustart-in-die-gruene-mobilitaet/


Pressekontakt:
Anne Fröhlich, VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3638 Thu, 04 Jun 2020 12:16:27 +0200 Abwrackprämie gekippt, Proteste haben gewirkt http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/abwrackpraemie-gekippt-proteste-haben-gewirkt/ Der Protest gegen eine Abwrackprämie 2.0 hat Wirkung gezeigt. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung verzichtet auf Kaufprämien für Benziner und Diesel. Dafür soll es einen Bonus auch für wenig umweltschonende Plug-In-Hybride geben. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt den Verzicht auf eine neue Abwrackprämie für Verbrenner. Nach langen Debatten über Kaufhilfen für Neuwagen ist dies aus Sicht des VCD eine wichtige und richtige Entscheidung.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Wir freuen uns, dass unsere Proteste gegen eine Kaufprämie für Verbrenner gehört wurden. Nicht nur die Umweltbewegung, auch große Teile der Bevölkerung hatten sich dagegen ausgesprochen. Schade nur, dass die Idee einer Mobilitätsprämie für Bus, Bahn und Fahrrad nicht umgesetzt wurde, das hätte die Verkehrswende richtig vorangebracht.“    

Mit der Verdoppelung der Umweltprämie für Elektroautos werden auch Plug-In-Hybride gefördert. Deren Klimabilanz ist aber fragwürdig, solange sie nicht überwiegend elektrisch unterwegs sind, kritisiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Eine Förderung für Plug-In-Hybride darf es nur geben, wenn nachgewiesen wird, dass das Auto mindestens 70 bis 80 Prozent elektrisch unterwegs ist. Entsprechende Vorgaben sollten rasch beschlossen werden.“


Mehr zur Umweltbilanz von Plug-In-Hybriden: www.vcd.org/startseite/newsroom-uebersicht/vcd-verkehrswende-blog/plug-in-hybride-gruene-mogelpackung-statt-sauberer-loesung-fuer-die-umwelt-bund-und-vcd-fordern-real/

 

Pressekontakt:
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 0171/605 24 09 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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