VCD Pressemitteilung https://www.vcd.org/ Pressemitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de VCD Fri, 13 Feb 2026 14:41:48 +0100 Fri, 13 Feb 2026 14:41:48 +0100 TYPO3 EXT:news news-5606 Fri, 13 Feb 2026 14:41:06 +0100 Sicherheit von Bahn-Beschäftigten: VCD fordert mehr Personal statt Technikoffensive https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/sicherheit-von-bahn-beschaeftigten-vcd-fordert-mehr-personal-statt-technikoffensive Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz wird beim heutigen DB-Sicherheitsgipfel über wirksame Maßnahmen beraten. Der VCD appelliert: Es braucht dauerhaft wirksame Lösungen. Christiane Rohleder, VCD-Bundesvorsitzende, kommentiert:  

„Die tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter ist zutiefst erschütternd. Wer täglich für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr sorgt, muss bestmöglich geschützt werden. Bodycams auf freiwilliger Basis können unterstützen – sie ersetzen jedoch keine sichtbare Präsenz von ausreichend qualifiziertem Personal. Wer Sicherheit will, muss vor allem in Menschen investieren: in mehr Personal, gute Schulung, Prävention und eine verlässliche Finanzierung. Technik allein schafft keine Sicherheit.“

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news-5604 Thu, 12 Feb 2026 09:04:19 +0100 E-Autos: VCD gibt praktische Tipps für den Einstieg https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/e-autos-vcd-gibt-praktische-tipps-fuer-den-einstieg Unsere Mobilität der Zukunft steht unter Strom: Elektromobilität mit direkter Stromnutzung ist derzeit die klimaschonendste und effizienteste Antriebsform. Doch wie gelingt der Einstieg in die E-Mobilität? Welche Modelle sind erschwinglich und was sollte man beim Kauf eines gebrauchten E-Autos beachten? Der ökologische Verkehrsclub VCD bündelt ab sofort aktuelle Informationen und praktische Tipps auf seiner Webseite. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher informieren sich derzeit über den Umstieg auf ein E-Auto und suchen nach verlässlichen Informationen. Der ökologische Verkehrsclub VCD stellt auf seiner Webseite Informationen und Tipps für den Einstieg in die Elektromobilität bereit – inklusive einer Übersicht verschiedener Modelle für jeden Geldbeutel.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, kennt die Sorgen vieler Autofahrerinnen und Autofahrer: „Der Umstieg auf ein E-Auto scheitert oft noch an den vermeintlich hohen Kosten. Auch Zweifel an der Reichweite und ausreichenden Lademöglichkeiten sind weiterhin sehr verbreitet. Auf unserer Webseite zeigen wir, wie es wirklich um die E-Mobilität steht und warum E-Autos nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht schon heute die bessere Wahl sind.“

Im Gegensatz zur Bundesregierung nimmt der VCD dabei auch gebrauchte Elektrofahrzeuge in den Blick: „Das Förderprogramm für den Kauf von E-Autos muss dringend nachgebessert werden. Denn auch mit der neuen Förderung können sich viele Menschen keinen Neuwagen leisten.“ Worauf man beim Kauf eines gebrauchten E-Autos achten sollte, erklärt der VCD auf seiner Webseite.

„Die Politik muss klare Anreize für den Umstieg auf Elektromobilität setzen, statt CO2-Vorgaben für Neuwagen abzuschwächen und Steuerprivilegien für Verbrenner auszubauen“, fordert Müller-Görnert. „Nur Technologieklarheit schafft Planungssicherheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen.“

Zum Hintergrund: Die aktualisierte Themenseite E-Auto bündelt Informationen und Tipps zum Kauf (gebrauchter) E-Autos.

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news-5599 Tue, 03 Feb 2026 13:05:35 +0100 VCD: Rücktritt im ADAC darf Debatte über Klimaschutz im Verkehr nicht blockieren https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-ruecktritt-im-adac-darf-debatte-ueber-klimaschutz-im-verkehr-nicht-blockieren Nach dem Rücktritt von ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand warnt der ökologische Verkehrsclub VCD vor einer weiteren Polarisierung in der Verkehrspolitik. Instrumente wie die CO2-Bepreisung seien wissenschaftlich fundiert und unverzichtbar für den Klimaschutz. Statt ideologischer Grabenkämpfe brauche es jetzt einen konstruktiven Dialog über eine sozial gerechte Verkehrswende. Christiane Rohleder, VCD-Bundesvorsitzende, kommentiert:  

„Der Rücktritt von ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand zeigt, wie schwer es in Deutschland noch immer ist, sachlich über Klimaschutz im Verkehr zu diskutieren. Eine konstruktive Debatte wird allzu oft von einer einseitigen Fixierung auf das Auto überlagert. Hinweise auf die Notwendigkeit wirksamer Instrumente wie der CO2-Bepreisung entsprechen dem Stand der Wissenschaft und dürfen nicht politisch tabuisiert werden. Statt Kulturkampf braucht es jetzt einen konstruktiven Dialog über eine zukunftsfähige Mobilität. Wir rufen dazu auf, alle mitzunehmen: Ziel muss sein, die soziale Gerechtigkeit und die Lebensqualität aller zu erhöhen. Autofahrende, die sich nach den jüngsten Entwicklungen beim ADAC nicht mehr vertreten fühlen, sind herzlich eingeladen, sich beim VCD für eine zukunftsfähige Mobilität zu engagieren – als Mitglieder, Unterstützer*innen oder im politischen Dialog – und gerne auch in den Schutzbrief des VCD zu wechseln.“

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news-5597 Mon, 02 Feb 2026 10:14:35 +0100 Nach wegweisendem Klima-Urteil gegen die Bundesregierung: Breites gesellschaftliches Bündnis fordert Tempolimit https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/nach-wegweisendem-klima-urteil-gegen-die-bundesregierung-breites-gesellschaftliches-buendnis-fordert-tempolimit Wegweisendes Urteil zur Klimaklage der DUH: Bundesverwaltungsgericht verpflichtet Bundesregierung zu neuen wirksamen Klimaschutzmaßnahmen. / Breites gesellschaftliches Bündnis fordert in offenem Brief Verankerung von Tempolimits im kommenden Klimaschutzprogramm. / Ein Tempolimit auf Autobahnen, Tempo 80 km/h außerorts und 30 km/h innerorts ist wichtigste sofort wirksame Klimaschutzmaßnahme und rettet jedes Jahr hunderte Menschenleben. Nach dem wegweisenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Klimaklage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen die Bundesregierung fordert ein breites gesellschaftliches Bündnis die feste Verankerung von Tempolimits im kommenden Klimaschutzprogramm. Konkret verlangt das Bündnis in einem offenen Brief an die Bundesregierung die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen, die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h außerorts sowie Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. Mit diesen Maßnahmen lassen sich nahezu kostenfrei und sofort bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen im Verkehrssektor pro Jahr einsparen – und gleichzeitig viele hunderte Menschenleben auf deutschen Straßen retten.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte in der vergangenen Woche in letzter Instanz geurteilt, dass das geltende Klimaschutzprogramm den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt, weil es an konkreten und wirksamen Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele fehlt. Das Urteil ist von grundsätzlicher Bedeutung, da erstmalig ein oberstes Gericht entschieden hat, dass die Bundesregierung nicht nur Klimaziele festlegen muss, sondern auch hinreichende Klimaschutzmaßnahmen zu deren Erreichung. Diese Verpflichtung gilt auch für das nun neu zu erstellende Klimaschutzprogramm, das die Bundesregierung bis Ende März vorlegen muss. Der Verkehrssektor ist hierbei besonders relevant, da er nach jetzigem Stand bis 2030 rund 169 Millionen Tonnen CO2-Emissionen zu viel ausstoßen wird.

Zitate ausgewählter Bündnispartner:

Dr. Christiane Rohleder, VCD-Bundesvorsitzende: „Ein allgemeines Tempolimit ist überfällig. Mit keiner anderen Maßnahme lässt sich der CO2-Ausstoß so schnell, einfach und auch noch kostenlos reduzieren. Vor allem würde ein Tempolimit auch Unfälle verhindern und damit Leben retten. Auch der Verkehr selbst würde durch einen besseren Verkehrsfluss profitieren. Eine Win-Win-Win-Situation.“

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Das von uns erstrittene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist ein Paukenschlag: Die Bundesregierung ist nun höchstrichterlich verpflichtet, endlich wirksame Maßnahmen im Klimaschutzprogramm zu verankern. Ein Tempolimit 100/80/30 kann jährlich 11,7 Millionen Tonnen CO2 einsparen und so die Klimaschutzlücke im Verkehr bis 2030 um rund ein Drittel schließen. Damit ist das Tempolimit die effektivste, kostengünstigste und schnellste Klimaschutzmaßnahme im Verkehr. Seit vergangener Woche ist klar: Wer ein Tempolimit weiter blockiert, handelt nicht nur verantwortungslos, sondern rechtswidrig. Wir fordern die Bundesregierung auf, das Tempolimit verbindlich im neuen Klimaschutzprogramm zu verankern, und bieten allen Menschen die Möglichkeit, sich mit ihrer Stimme dieser Forderung anzuschließen.“

Annika Fuchs, Mobilitätsreferentin bei ROBIN WOOD: „Dass Deutschland als eines der wenigen Länder auf der Welt noch immer kein Tempolimit eingeführt hat, zeigt den starken politischen Einfluss der Auto-Lobby. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet ein Tempolimit. Ein Tempolimit ist eine der kostengünstigsten Klimamaßnahmen und könnte jährlich mehr als elf Millionen Tonnen CO2 einsparen. Der Verkehrssektor ist besonders dringend darauf angewiesen, seine viel zu hohen Emissionen zu verringern. Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Bundesregierung handelt und im Klimaschutzprogramm ein Tempolimit verankert!"

Peter Schlanstein, Vorsitzender der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland: „Die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) weist darauf hin, dass niedrigere und einheitlichere Geschwindigkeiten die Unfallwahrscheinlichkeit deutlich senken und die Schwere von Unfallfolgen verringern, da Bremswege kürzer sind und Korrekturen eher möglich bleiben. Tempolimits reduzieren zudem große Geschwindigkeitsunterschiede, stabilisieren den Verkehrsfluss und erhöhen die Resilienz des Verkehrssystems, auch in kritischen Situationen. Damit leisten sie zugleich einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit sowie zu Umwelt- und Gesundheitsschutz.“

Verena Graichen, Bundesgeschäftsführerin Politik des BUND: „Seit Jahren zeigen Umfragen eindeutig: Eine klare Mehrheit der Bevölkerung unterstützt ein generelles Tempolimit auf Autobahnen – und das parteiübergreifend. Selbst unter den Mitgliedern des größten deutschen Automobilclubs spricht sich die Mehrheit dafür aus. Raser gefährden die Freiheit; die einer sicheren Fahrt und eines entspannten, unversehrten Ankommens. Es ist Zeit, dass verantwortliche Politiker*innen ihre Zurückhaltung ablegen und im Interesse von Sicherheit und Klimaschutz entschlossen handeln.“

Hintergrund: 
Das von der DUH initiierte Aktionsbündnis besteht aus den folgenden Organisationen: 
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Changing Cities e.V., FUSS e.V., Gewerkschaft der Polizei (GdP), Greenpeace Deutschland, Hannovair, Initiative für sichere Straßen, Klimaschutz im Bundestag, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Robin Wood e.V., Sozialverband VdK Deutschland, Verbund Service und Fahrrad (VSF), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD). 

Links: 
Offener Brief des Bündnisses an die Bundesregierung

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news-5596 Sun, 01 Feb 2026 09:54:00 +0100 Preis ausgelobt: Straßen und Plätze klimaresilient umbauen! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/preis-ausgelobt-strassen-und-plaetze-klimaresilient-umbauen Unsere Städte so anzupassen, dass sie auf den Klimawandel vorbereitet sind – das ist eine der größten Herausforderungen für die Stadtplanung in den kommenden Jahren. Der Deutsche Verkehrsplanungspreis (VPP) 2026 steht deshalb unter dem Motto „Klimaresiliente Straßenräume und Plätze für alle“. Ausgelobt wird der Wettbewerb von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) in Kooperation mit dem ökologischen Verkehrsclub VCD. Unterstützt vom Deutschen Städtetag, wird der VPP 2026 bereits zum 9. Male verliehen. Der Deutsche Verkehrsplanungspreis fördert eine interdisziplinäre und integrierte Planungskultur insbesondere auf kommunaler Ebene. Dazu gehört eine Planung, die sich den Herausforderungen des Klimawandels stellt. „Das heißt konkret: Wie können Kommunen Straßenräume und Plätze so gestalten, dass sie trotz vielfältiger Anforderungen und begrenzter Fläche auch der Klimaanpassung und der Mobilitätswende gerecht werden?“, fragt der Vorsitzende der SRL, Florian Winter, und ruft die Städte und Gemeinden zur Teilnahme auf.

Für den VPP 2026 suchen SRL und VCD realisierte bzw. beschlossene Projekte aus den letzten fünf Jahren, die im Planungs- und Umsetzungsprozess weit fortgeschritten sind. Projekte, die zeigen, wie öffentliche, mehrfachnutzbare und klimaresiliente Aufenthalts- und Bewegungsräume der Zukunft aussehen können.

Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des VCD erläutert: „Der Begriff ‚Resilienz‘ steht dabei nicht nur für Klimaanpassung, sondern auch für Robustheit – die Projekte sollen vielfältig nutzbar und wandlungsfähig sein und mit knappen Flächen intelligent umgehen.“ Wichtig ist für SRL und VCD, dass die Projekte angemessen in ihre räumliche Umgebung integriert sind, also angrenzende Bebauung, benachbarte Straßenzüge, umgebendes Quartier, etc. einbeziehen. Gegebenenfalls können sie auch Teil einer übergeordneten Strategie sein. „Und natürlich hat auch die städtebauliche Gestaltung des Vorhabens große Bedeutung“, so Rohleder.

Nicht zuletzt sei auch der Aushandlungsprozess wichtig, mit dem Lösungen gefunden wurden, ergänzt Florian Winter: „Es ist zentral, eine möglichst breite Akzeptanz für solche Projekte zu erreichen – das ist angesichts der Vielfalt der Anforderungen bekanntlich nicht einfach.“ Bezüglich der Art und Dimensionierung des umgestalteten Raumes sieht die Auslobung des VPP 2026 keine grundsätzlichen Einschränkungen vor – das vorstellbare Spektrum reiche vom kleinen Dorfplatz bis zum Abschnitt einer innerörtlichen Hauptverkehrsstraße, so SRL und VCD.

Zum Hintergrund: Die Bewerbungsfrist endet am 1. Juni 2026. Die einzureichenden Unterlagen müssen bis 12 Uhr in der SRL-Geschäftsstelle, Schrammstr. 8, 10715 Berlin, eingegangen sein. Die Preisverleihung wird am 6. November dieses Jahres in Bonn stattfinden.

Den Auslobungsflyer mit den Kriterien zur Bewerbung finden Sie hier.

Die Auswahl der Siegerprojekte übernimmt eine renommierte Jury:

  • Dipl.-Ing. Martin Adamski, Dezernent Umwelt / Mobilität / Klimaschutz / Gesundheit, Stadt Bielefeld
  • Dipl.-Ing. Rebecca Faller, Drei Eins Stadt Freiraum Architektur Berghof Baltabol Faller Architektur und Landschaftsarchitektur PartG mbB, Frankfurt/Main
  • Dipl.-Ing. Ass. jur. Thomas Kiel d´Aragon, Deutscher Städtetag, Berlin
  • Dipl.-Ing. Sonja Moers, raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt/Main
  • Dipl.-Ing. Tim von Winning, Baubürgermeister der Stadt Ulm
  • Dr. Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Berlin
  • Florian Winter, M. Sc., ign Melzer Voigtländer Winter Lüttich Stadtplaner, Architekten & Ingenieure, SRL Vorsitzender, Waren/Müritz
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news-5595 Fri, 30 Jan 2026 14:28:11 +0100 Handynutzung am Steuer entschieden entgegentreten! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/handynutzung-am-steuer-entschieden-entgegentreten Was tun gegen die Gefahr, die von der Handynutzung am Steuer für die Verkehrssicherheit ausgeht? Dieser Frage widmete sich der Verkehrsgerichtstag in Goslar, der heute zu Ende geht. Der Vertreter des ökologischen Verkehrsclubs VCD in Goslar, Verkehrssicherheitsexperte Harald Walsberg, spricht sich für entschiedene Maßnahmen aus. Während der Fahrt aufs Handy oder andere Bildschirme zu schauen, lenkt ab und erhöht die Gefahr schwerer Unfälle – das ist wissenschaftlich unumstritten. Die bisherigen Regelungen gehen dem Verkehrssicherheitsexperten Harald Walsberg vom VCD deshalb nicht weit genug: „100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg, wenn man mit Handy am Steuer erwischt wird – das schreckt niemanden ab. Der Gefahr angemessener wären 500 Euro und zwei Punkte mindestens.“

Auch die Aufklärung des Vergehens müsse verbessert werden, sagt Walsberg und verweist auf die hohe Dunkelziffer: „In aller Regel kommt man heute damit durch, wenn man am Steuer seinen Instagram-Status checkt oder Textnachrichten beantwortet.“ Dabei sei so ein Verhalten nicht weniger gefährlich als das Rasen – es werde nur seltener geahndet. „Der VCD spricht sich deshalb für den bundesweiten Einsatz von Handy-Blitzern aus. Das ist nötig, um den Verkehr sicherer zu machen.“

Mit einer Durchsetzung des Handyverbots ist das Problem aus Walsbergs Sicht aber nicht gelöst. Problematisch sei auch die Fahrzeugtechnik selbst: „Wo früher ein Tastendruck ausreichte, um das Radio einzuschalten oder per Schieberegler die Heizung leicht angepasst werden konnte, muss man sich heute oft durch Touchscreen-Menüs klicken. Das lenkt kaum weniger ab als das Handy. Hier muss der Gesetzgeber der Industrie klarere Vorgaben machen – zurück zur mechanischen Taste und zum Schieberegler für mehr Sicherheit!“

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news-5591 Wed, 28 Jan 2026 10:40:49 +0100 Neue Promillegrenze für Radfahrende und Radverkehr als Ganzes sicherer machen https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-fordert-zum-verkehrsgerichtstag-neue-promillegrenze-fuer-radfahrende-und-radverkehr-als-ganzes-sicherer-machen Auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar wird u.a. über mögliche Gefahren durch alkoholisierte Rad- und Pedelecfahrende diskutiert. Der ökologische Verkehrsclub VCD spricht sich für die Einführung einer 1,1-Promillegrenze für Radfahrende aus, betont aber zugleich: Entscheidend für mehr Sicherheit sind bessere Radwegenetze und ein konsequentes Alkoholverbot für Autofahrende.  

Beim diesjährigen Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar befasst sich ein Arbeitskreis mit den Risiken durch alkoholisierte Fahrende von Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern. Für Radfahrende liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit bislang bei 1,6 Promille – obwohl wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Fahrtüchtigkeit bereits ab etwa 0,8 Promille deutlich nachlässt. 83 Prozent der alkoholisierten Radfahrenden, die verunglücken, hatten mindestens 1,1 Promille im Blut. Der ökologische Verkehrsclub VCD sieht hier Handlungsbedarf und unterstützt die Einführung eines Bußgeldtatbestands ab 1,1 Promille für Radfahrende.

Gleichzeitig warnt der Verband davor, den Blick allein auf den Radverkehr zu richten. „Die größte Gefahr für Radfahrende geht nach wie vor vom Autoverkehr aus“, betont Harald Walsberg, Verkehrssicherheitsexperte und VCD-Vertreter auf dem Verkehrsgerichtstag. In über 75 Prozent der Fälle tragen Autofahrende die Hauptschuld an Unfällen mit Fahrradbeteiligung – etwa durch Fehler beim Abbiegen, Wenden, durch unachtsames Öffnen der Autotüren („Dooring“), Missachten der Vorfahrt oder fehlenden Sicherheitsabstand beim Überholen.

Um die Zahl der Verkehrstoten dauerhaft zu senken, fordert der VCD deshalb den zügigen Ausbau sicherer, komfortabler und durchgehender Radwegenetze sowie die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. Diese Maßnahmen sind zentral, um die Vision Zero – Null Verkehrstote – zu erreichen. 

Darüber hinaus setzt sich der VCD für die Einführung einer bundesweiten 0,0-Promille-Regelung für alle Kraftfahrzeuge ein. Der bestehende Grenzwert von 0,5 Promille als Ordnungswidrigkeit im motorisierten Verkehr reicht nicht aus, um Unfälle wirksam zu verhindern. Studien zeigen, dass das Unfallrisiko schon ab 0,2 Promille messbar steigt. Für Fahranfänger*innen gilt ein absolutes Alkoholverbot am Steuer bereits heute. 

„Die wenigsten Menschen können realistisch einschätzen, wann sie eine bestimmte Promillegrenze überschreiten“, so Harald Walsberg. „Denn der Blutalkoholwert hängt von zahlreichen Faktoren ab, etwa vom Körpergewicht, vom Alter oder von der vorherigen Nahrungsaufnahme. Eine 0,0-Promille-Regelung schafft Klarheit und kann Leben retten.“

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news-5587 Wed, 21 Jan 2026 13:06:39 +0100 Verbände und Organisationen fordern bessere Bahnverbindung Hamburg – Hannover https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/verbaende-und-organisationen-fordern-bessere-bahnverbindung-hamburg-hannover Eine neue Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover für eine zukunftsfähige Schiene – das fordern die Allianz pro Schiene, Fridays for Future, die Initiative Deutschlandtakt, NextGen Deutschlandtakt, die Jusos Niedersachsen, der Fahrgastverband PRO BAHN und der ökologische Verkehrsclub VCD in einem offenen Brief an die verkehrspolitische Sprecherin und den verkehrspolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen. Diese soll entlang der A7 und B3 verlaufen, um endlich eine leistungsfähige Verbindung zwischen den beiden Städten zu schaffen. Der Verkehrsausschuss des Bundestages wird voraussichtlich Ende Januar darüber entscheiden, ob er einer Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover zustimmt. Die Verbände und Organisationen fordern den Ausschuss und insbesondere die Koalitionsfraktionen auf, das Signal dafür auf grün zu stellen. Seit langem leiden Passagiere wie Güterverkehrskunden unter Verspätungen und Zugausfällen auf dieser Strecke. Nur ein Neubau kann die Kapazitäten schaffen, die es hier braucht, um mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern – ein notwendiger Schritt für eine Verkehrswende im Sinne des Klimas und der Umwelt.

Die demokratischen Parteien im Bundestag bekennen sich dazu, die Straßen entlasten und die Bahn stärken zu wollen. Laut Koalitionsvertrag wollen Union und SPD „durch [den] gezielten Aus- und Neubau […] etappenweise und fahrplanorientiert einen integrierten stabilen Takt zwischen Nah- und Fernverkehr unter Einbeziehung des Schienengüterverkehrs (Deutschlandtakt) [...] etablieren.“ Die Unterzeichnenden fordern daher: Machen Sie jetzt Nägel mit Köpfen, damit der Deutschlandtakt vorankommt!

Den Verbänden und Organisationen ist bekannt, dass es vor Ort Vorbehalte gegenüber dem Neubau gibt. Doch in der parlamentarischen Befassung ist es den Fraktionen möglich, sich für einen guten Lärmschutz einzusetzen. Sie können auch für eine flächenschonende Parallelführung der Strecke zur Autobahn sorgen, indem sie den Mindestabstand nach Bundesfernstraßengesetz aufheben. Und sie können sich dafür stark machen, dass entlang der Neubaustrecke Regionalhalte entstehen, von denen die Anrainer profitieren.

Die Verbände und Organisationen sagen: Nutzen Sie die Chance und geben Sie den Neubau frei – um die Bahn attraktiver zu machen, das Klima zu schonen und den Deutschlandtakt in Reichweite zu rücken!

Hintergrund: Den Offenen Brief der Verbände können Sie hier herunterladen.

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news-5580 Fri, 16 Jan 2026 10:58:44 +0100 Gebrauchtwagen einbeziehen, Plug-in-Hybride ausschließen https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/gebrauchtwagen-einbeziehen-plug-in-hybride-ausschliessen Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will am Montag das neue Förderprogramm der Bundesregierung für den Kauf von Elektroautos vorstellen. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die Pläne als sozial unausgewogen und klimapolitisch unzureichend.  

Das geplante Förderprogramm für Elektrofahrzeuge greift aus Sicht des ökologischen Verkehrsclubs VCD zu kurz. Es ist sozial unausgewogen und lässt wichtige Potenziale für mehr Klimaschutz ungenutzt. Kritisch sieht der VCD insbesondere, dass Plug-in-Hybride ebenfalls gefördert werden, während gebrauchte Elektroautos ausgeschlossen bleiben.

Christiane Rohleder, VCD-Bundesvorsitzende: „Es sollten auch gebrauchte E-Autos gefördert werden, nicht nur Neuwagen. Alles andere ist unsozial, weil sich viele Menschen auch mit Förderung kein neues E-Auto leisten können.“ 

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, ergänzt: „Plug-in-Hybride sind eine Mogelpackung. Sie fahren nachweislich überwiegend als Verbrenner und stoßen daher im Alltag bis zu fünfmal mehr CO2 aus, als von den Herstellern angegeben. Den Kauf zu fördern, ist daher klimapolitisch kontraproduktiv. Die vorige Bundesregierung hat die Förderung von Plug-in-Hybriden aus gutem Grund vorzeitig beendet. Förderfähig sollten ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge sein.“ 

Die Bundesregierung muss hier dringend nachbessern für eine soziale Förderung, die das Klima auch wirklich schützt, fordert der VCD.

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news-5566 Thu, 15 Jan 2026 10:24:04 +0100 „Mit:Rad im Austausch“: VCD-Projekt startet digitale Vernetzungs- und Seminarreihe für inklusive Radmobilität https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mitrad-im-austausch-vcd-projekt-startet-digitale-vernetzungs-und-seminarreihe-fuer-inklusive-radmobilitaet Radfahren ermöglicht Selbstständigkeit und Teilhabe, doch längst nicht alle Menschen haben Zugang dazu. Mit der neuen digitalen Reihe „Mit:Rad im Austausch“ bietet der VCD bundesweit tätigen Initiativen für inklusive Radmobilität Raum für Austausch und Vernetzung. Die Auftaktveranstaltung findet am 21. Januar mit Prof. Dr. Henrike Rau (LMU München) statt.  

Wie erreichen Fahrradinitiativen, Senior*innen- oder Jugendverbände Menschen, die aus verschiedenen Gründen bislang nicht Fahrrad fahren wollen oder können? Dieser Frage widmet sich ab sofort die neue digitale Vernetzungs- und Seminarreihe „Mit:Rad im Austausch“ des Projekts „Mit:Rad – Auf zwei Rädern zu mehr Selbstständigkeit und Teilhabe“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Einmal im Monat bringt das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt Initiativen, Vereine und Engagierte aus ganz Deutschland zum digitalen Austausch zusammen. Vernetzungstreffen und Webinare wechseln sich dabei monatlich ab.

Ziel der Vernetzungs- und Seminarreihe ist es, Praxiswissen zu vermitteln, voneinander zu lernen und neue Ideen und Ansätze für eine inklusive Radmobilität kennenzulernen. Den Auftakt bildet am 21. Januar Prof. Dr. Henrike Rau von der Ludwig-Maximilians-Universität München. In ihrem Impulsvortrag beleuchtet sie das Thema: „Warum überhaupt Radfahren? Vorteile und unterschiedliche Perspektiven auf das Fahrrad".

„Bundesweit gibt es zahlreiche engagierte und erfolgreiche Projekte – von Fahrradkursen für Frauen bis hin zu Repair-Cafés für Menschen, denen das Geld für teure Reparaturen fehlt", erklärt Kim Villinger, Projektleitung von Mit:Rad. „Mit der Vernetzungsreihe möchten wir diese Erfahrungen zusammenbringen, sichtbar machen und für andere Initiativen nutzbar und übertragbar machen."

Drei Ansätze, die sich bewährt haben: 

Im September 2025 veröffentlichte das Projekt das Hintergrundpapier „Auf zwei Rädern zu mehr Selbstständigkeit und Teilhabe – Hemmnisse von Nicht-Radfahrenden und für sie zugeschnittene Motivationsansätze“. Darin werden unter anderem Tipps und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie Menschen für das Radfahren gewonnen werden können: 

  • Geschützte Lernräume schaffen: Fahrradkurse für Erwachsene in geschützten Übungsräumen ermöglichen Lernen ohne Scham. Besonders mehrsprachige Angebote helfen, zusätzliche Hemmschwellen abzubauen.
  • Räder zugänglich machen: Soziale Fahrradmärkte, Spendenaktionen für gebrauchte Fahrräder und kostengünstige Reparaturmöglichkeiten oder Selbsthilfewerkstätten erleichtern Menschen den Zugang zum Fahrrad.
  • Positive Bilder schaffen: Kampagnen mit Vorbildern und Aktionstage, bei denen verschiedene Fahrradtypen ausprobiert werden können, bauen Vorurteile ab und zeigen: Das passende Fahrrad kann Spaß machen und ist eine flexible Mobilitätsoption im Alltag. 


Auftaktveranstaltung „Mit:Rad im Austausch"

  • Datum: 21. Januar 2026, 17:30–18:45 Uhr
  • Veranstaltungsort: Online (kostenfreie Teilnahme)
  • Zur Anmeldung: hier

Hintergrund: Projekt „Mit:Rad"
Das VCD-Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Im September 2025 veröffentlichte das Projekt ein Hintergrundpapier mit Forschungsergebnissen aus 23 bundesweiten Interviews. Die Vernetzungsreihe setzt diese Erkenntnisse nun in praktische Austauschformate um.

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news-5553 Wed, 17 Dec 2025 18:03:00 +0100 Keine Zukunft: Infrastrukturbeschleunigungsgesetz bremst Klima- und Naturschutz aus und schwächt Beteiligungsrechte https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/keine-zukunft-infrastrukturbeschleunigungsgesetz-bremst-klima-und-naturschutz-aus-und-schwaecht-beteiligungsrechte Die Bundesregierung will heute den Entwurf eines sogenannten „Infrastruktur-Zukunftsgesetzes“ beschließen. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert, dass das Gesetz zahlreichen Infrastrukturprojekten – insbesondere im Straßenbau – Vorrang vor dem Schutz von Klima, Umwelt und Natur einräumt und Beteiligungsrechte einschränkt.  

Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, erklärt: „Ich halte das geplante Gesetz klar für verfassungswidrig. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Wenn nun der Neubau diverser Autobahnen und Fernstraßen als ‚überragendes öffentliches Interesse‘ gegenüber dem Schutz von Klima, Umwelt und Natur definiert wird, verstößt das gegen diese Schutzpflicht.“ 

Auch die verkehrspolitischen Prioritäten des Gesetzesentwurfs sind aus Sicht des VCD nicht nachvollziehbar. „Während der Neubau von Straßen forciert wird, drohen bestehende Straßen und vor allem Brücken zu verrotten. Wenn man wegen einer gesperrten Brücke riesige Umwege fahren muss, hilft auch eine zusätzliche Spur auf der Autobahn nicht weiter“, so Rohleder.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher beim VCD, ergänzt: „Statt in immer kürzeren Abständen neue Gesetze mit ähnlicher Stoßrichtung zu beschließen und Beteiligungsrechte auszuhöhlen, sollte die Bundesregierung endlich die tatsächlichen Ursachen langsamer Planung angehen: verbessertes Planungsmanagement, mehr Personal in Planungs- und Genehmigungsbehörden sowie eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung mit Umweltprüfung.“ 

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news-5552 Tue, 16 Dec 2025 17:37:31 +0100 EU-Kommission kippt CO2-Vorgaben für Neuwagen – Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit bleiben auf der Strecke https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/eu-kommission-kippt-co2-vorgaben-fuer-neuwagen-klimaschutz-und-wettbewerbsfaehigkeit-bleiben-auf-der-strecke Die EU-Kommission hat heute ihr „Automotive Package“ vorgelegt und dabei die bestehenden Vorgaben der CO2-Flottenregulierung für Neuwagen überarbeitet. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die Vorlage scharf: Statt weiter das vereinbarte Ziel zu emissionsfreien Neuwagen ab 2035 zu verfolgen, macht die Kommission eine Rolle rückwärts beim Klimaschutz – und das hat auch negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie.  

„Es ist ein schwarzer Tag für den Klimaschutz und für das Vertrauen in politische Entscheidungen“, kritisiert Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, den Revisionsentwurf. Der Kommissionsvorschlag weicht das Ziel vollständig emissionsfreier Neuwagen ab 2035 deutlich auf. Statt echter Nullemissionen sollen nur noch rund 90 Prozent eingespart werden, der Rest soll über Anrechnungen wie „grünen“ Stahl oder Biokraftstoffe ausgeglichen werden. Der VCD kritisiert dies als Mogelpackung, die den Abschied vom Verbrennungsmotor verzögert und zentrale Klimaziele gefährdet. 

„Mit dem Aufweichen der CO2-Vorgaben für Neuwagen hat die EU ein zentrales Instrument für Klimaschutz im Verkehr faktisch aufgegeben. Damit dreht sie das Rad in Europa wieder zurück. Das wird auch die europäische Wirtschaft teuer zu stehen kommen, denn das Rennen um die künftige Antriebsform ist entschieden: Weltweit legen die Zulassungen von E-Autos enorm zu“, so Rohleder

Mehrere europäische Länder zeigen, dass eine konsequente Elektrifizierungsstrategie funktioniert. Unangefochtener Spitzenreiter in Europa ist Norwegen, wo inzwischen fast alle Neuwagen vollelektrisch sind. Es folgen Dänemark mit mehr als zwei Dritteln E-Auto-Anteil aller Neuzulassungen sowie Belgien, Finnland, die Niederlande und Schweden mit über einem Drittel. Das Erfolgsrezept sind klare politische Ziele, kluge steuerliche Anreize und ein frühzeitiger Ausbau der Ladeinfrastruktur.

„Die Beispiele aus Europa zeigen vor allem eins: Wer klare Ziele formuliert und sie konsequent verfolgt, schafft Planungssicherheit und Verlässlichkeit für die Industrie und stärkt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Elektromobilität. Die vereinbarten EU-Ziele nun wieder in Frage zu stellen, bewirkt genau das Gegenteil“, erklärt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher beim VCD.

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news-5551 Fri, 12 Dec 2025 13:23:11 +0100 VCD warnt vor Aufweichung des Null-Emissionsziels und neuen Autobahnen https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-warnt-vor-aufweichung-des-null-emissionsziels-und-neuen-autobahnen Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen droht Europa beim Klimaschutz zurückzufallen. Kurz vor Vorstellung der EU-Pläne zu den CO2-Flottengrenzwerten für PKW am 16. Dezember wird das bereits beschlossene Null-Gramm-Ziel infrage gestellt. Gleichzeitig will die Bundesregierung neue Autobahnen höher gewichten als den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Der VCD fordert: Wir brauchen einen klaren Kurs für moderne, nachhaltige Mobilität. Zehn Jahre nach Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens ist von der damaligen Aufbruchstimmung kaum noch etwas übrig. Ausgerechnet bei den CO2-Vorgaben für Neuwagen – dem Kernstück des European Green Deal – droht nun eine Rolle rückwärts. 

Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des VCD kritisiert dies scharf. „Das Null-Emissionsziel aufzuweichen, wäre ein fatales Zeichen für den Klimaschutz. Das beschädigt die Glaubwürdigkeit europäischer Klimapolitik und schadet dem Klima und damit uns allen.“ 

Scharf kritisiert der VCD auch, dass mit dem „Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz“ unter anderem für neue Autobahnen künftig ein „überragendes öffentliches Interesse“ gelten soll. Damit wird der Neubau von Autobahnen künftig höher gewichtet als alle anderen Interessen wie der Schutz von Klima, Natur und der Bevölkerung, die bisher miteinander abgewogen werden müssen. 

Christiane Rohleder mahnt deutlich: „Neue Autobahnen über den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu stellen, die sogar Verfassungsrang haben, ist unverantwortlich. Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen brauchen wir einen klaren Kurs Richtung klimafreundliche Mobilität. Die Rückabwicklung schon erreichter Fortschritte ist fatal, ganz besonders für künftige Generationen.“

Der VCD fordert die EU-Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten auf, am Null-Emissionsziel festzuhalten und den Wechsel zur E-Mobilität konsequent voranzutreiben. Nur so kann Europa seine Klimaziele erreichen und eine moderne, lebenswerte Mobilität für kommende Generationen sichern.

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news-5546 Mon, 08 Dec 2025 10:23:46 +0100 Über 3.000 Gefahrenstellen durch Gehwegparken gemeldet - Kommunen müssen handeln https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/ueber-3000-gefahrenstellen-durch-gehwegparken-gemeldet-kommunen-muessen-handeln Diese Woche endete die Aktion „Freie Gehwege“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD: Bürgerinnen und Bürger waren bundesweit dazu aufgerufen, Gefahrenstellen zu melden, die durch regelmäßig auf Gehwegen parkende Autos entstehen. Insgesamt wurden über 3.000 Engstellen gemeldet, die auf einer Online-Karte einsehbar sind und nun an die Kommunen übermittelt werden. Die große Beteiligung zeigt deutlich: Gehwegparken ist bundesweit ein Problem, das die Kommunen endlich angehen müssen. Der VCD wertet die große Beteiligung an seiner Aktion als vollen Erfolg. Die über 3.000 Einträge zeigten, wie verbreitet das Problem der zugeparkten Gehwege sei, sagt Michael Müller-Görnert, der verkehrspolitische Sprecher des Verbands. Er fordert die Kommunen zum Handeln auf: „Sie dürfen nicht zulassen, dass parkende Autos Gehwege so stark verengen, dass man insbesondere im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen auf die Straße ausweichen muss.“

Dabei sind die Vorgaben des Straßenverkehrsrechts eindeutig: Auf Gehwegen darf nur geparkt werden, wenn der behinderungsfreie Begegnungsverkehr für alle gewährleistet ist. In den gemeldeten Fällen war dies jedoch nur selten der Fall.

Eine erste Auswertung der Ergebnisse zeigt: In rund 80 Prozent der Fälle parken Autos illegal auf dem Gehweg. Doch selbst dort, wo das Aufsetzen explizit erlaubt ist, stellt die geringe verbleibende Gehwegbreite ein erhebliches Hindernis für den Fußverkehr dar. Müller-Görnert: „Auf vielen der gemeldeten Gehwege sind Kinder zur Kita, Schule oder zu Freund*innen unterwegs. Sie verlieren durch die aufgesetzt parkenden Autos wichtige Spiel- und Aufenthaltsflächen – und werden zusätzlich gefährdet“.

Der VCD wird die Meldungen jetzt im Detail auswerten und die zuständigen Kommunen auffordern, die Situation vor Ort zu überprüfen und bestehende Gefahrenstellen zu beseitigen. „Es kann nicht sein, dass Städte Gehwegparken noch immer dulden und damit die Belange des Fußverkehrs ignorieren“, kritisiert Müller-Görnert. „Gehwege sind für Menschen da – nicht für Autos“.  

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news-5538 Tue, 02 Dec 2025 15:24:04 +0100 Infrastruktur erhalten statt Straßen neu bauen! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/infrastruktur-erhalten-statt-strassen-neu-bauen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat den Neubau zahlreicher Fernstraßen freigegeben. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert diesen Schritt scharf. Die VCD-Bundesvorsitzende Christiane Rohleder erklärt: „23 mal Neubau von Autobahnen und Fernstraßen. Das ist das völlig falsche Signal. Deutschland hat bereits eines der dichtesten Straßennetze der Welt – wir brauchen nicht noch mehr Straßen, sondern müssen die vorhandene, aber bröckelnde Infrastruktur erhalten. Es ist fatal, drei Milliarden für neu Straßen auszugeben, während existierende Brücken, Schienen und Fahrbahnen zu verrotten drohen.“

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news-5535 Mon, 01 Dec 2025 16:42:19 +0100 VCD vergibt Nachwuchspreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-vergibt-nachwuchspreis-fuer-herausragende-wissenschaftliche-arbeiten In Berlin wurde heute zum vierten Mal der VCD Award für herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden vergeben, die zeigen, wie die Verkehrswende gelingen kann. Unter 31 Einreichungen wurden zwei Preisträger ausgezeichnet. Erstmalig erfolgte die Auslobung im Rahmen der „Shaping Mobility Awards“ – einer gemeinsamen Initiative des ökologischen Verkehrsclubs VCD, der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft e.V. (DVWG) sowie der Mobilitätsexpertin Dr. Ines Kawgan-Kagan. Zum vierten Mal wurde heute in Berlin der VCD Award verliehen. Unter dem Titel „Shaping Mobility Awards“ zeichneten der ökologische Verkehrsclub VCD, die DVWG und Dr. Ines Kawgan-Kagan junge Talente der Mobilitätsforschung mit Preisen in Höhe von 500 bis 2500 Euro aus. Ziel der Initiative ist es, Nachwuchswissenschaftler*innen und innovative Konzepte für die Mobilität der Zukunft zu fördern. Die Jury des VCD Awards wertete insgesamt 31 Abschlussarbeiten aus und prämierte jeweils eine Bachelor- und eine Masterarbeit.   

Anika Meenken, Jurymitglied des VCD Awards: „Die Gewinner zeigen mit ihren Arbeiten eindrucksvoll, wie viel Potenzial und Innovationskraft in der jungen Wissenschaftsgeneration steckt. Ihre praxisnahen Ansätze machen Mut und zeigen, dass die Verkehrswende mit frischen Ideen und wissenschaftlicher Neugier gelingen kann. Wir danken allen Bewerber*innen für ihre inspirierenden Beiträge und gratulieren den Gewinnern zu ihren herausragenden Abschlussarbeiten.“

Die Preisträger des VCD Awards 2025: 

  • Masterarbeit:
    „SUPER HAMBURG? Eine integrative Geodatenanalyse zur Identifizierung von Potentialräumen für Superblocks in Hamburg“ von Marius Hufnagel, Universität Hamburg
  • Bachelorarbeit:
    „Entwicklung und Anwendung eines Bewertungsverfahrens für Gemeindedurchfahrten im Radverkehr“ von Adrian Fuhr und Vincent Wettengel, Universität Stuttgart

Der VCD stellt die Siegerbeiträge und die weiteren 29 Einreichungen allen Interessierten zum freien Download zur Verfügung. Meenken betont: „Die Lektüre lohnt sich! Jetzt sind Politik, Verwaltung und Akteurinnen und Akteure des Mobilitätssektors gefragt, die Erkenntnisse aufzugreifen und in die Praxis umzusetzen.“  

In der diesjährigen Jury des VCD Awards saßen:

  • Prof. Dr. Ing. Christine Eisenmann, Fachgebietsleiterin Infrastruktur- und Mobilitätsplanung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg
  • Prof. Dr. Ing. Volker Blees, Leiter der Professur „Verkehrswesen“ im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden
  • Anika Meenken, Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung beim VCD
  • Philipp Kosok, Projektleiter Öffentlicher Verkehr bei Agora Verkehrswende

Unter dem gemeinsamen Dach der „Shaping Mobility Awards“ wurden folgende weitere Einzelpreise vergeben:

  • Der Carl-Pirath-Preis: Dieser Förderpreis der DVWG wird seit 1983 für herausragende ingenieurwissenschaftliche Dissertationen vergeben, die innovative Beiträge zur Weiterentwicklung des Verkehrswesens leisten und sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit orientieren. Benannt ist er nach Carl Pirath (1884–1955), einem Pionier der Verkehrswissenschaft mit ganzheitlichem Ansatz. Dotierung: 2.500 Euro.
  • Der Stiftungspreis "Mensch, Gesellschaft, Mobilität": Der Preis von Dr. Ines Kawgan-Kagan wird über die DVWG und den VCD gemeinsam vergeben. Er legt einen besonderen Fokus auf intersektionale Perspektiven und stellt die Mobilität von Menschen in unterschiedlichen Lebensrealitäten und sozialen Lagen in den Mittelpunkt. Er wird vergeben für sozialwissenschaftlich ausgerichtete Arbeiten und Artikel mit Mobilitätsbezug. Dotierung: 750 Euro. 

Alle Informationen finden Sie unter www.vcd.org/vcd-award

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news-5532 Fri, 28 Nov 2025 10:24:26 +0100 Schwächere CO2-Vorgaben - VCD kritisiert Rolle rückwärts beim Klimaschutz https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/schwaechere-co2-vorgaben-vcd-kritisiert-rolle-rueckwaerts-beim-klimaschutz Union und SPD haben sich heute Nacht auf eine Schwächung des Klimaschutzes im Verkehr geeinigt: Die Bundesregierung will sich in Brüssel dafür einsetzen, die CO2-Vorgaben ab 2035 abzuschwächen. Damit legt die Bundesregierung die Axt an den Klimaschutz im Verkehr und bremst die E-Mobilität aus, kritisiert der ökologische Verkehrsclub VCD. „Die Bundesregierung müsste alle Hebel in Bewegung setzen, damit die Elektromobilität volle Fahrt aufnimmt“, sagte die VCD-Bundesvorsitzende Christiane Rohleder. „Stattdessen macht sie eine Rolle rückwärts. Das schadet dem Klimaschutz und unserer Industrie gleichzeitig.“ China habe längst verstanden, dass die Zukunft elektrisch ist. „Es untergräbt auch die Planungssicherheit, wenn beschlossene EU-Regelungen gleich wieder in Frage gestellt werden. Den Schaden haben die Unternehmen, die im Vertrauen auf diese Regelungen investiert haben.“

Rohleder sieht in den angestrebten Änderungen eine Mogelpackung, da Plug-In-Hybride im Realbetrieb dreimal mehr CO2 ausstoßen, als die Werbung verspricht: „Besonders kritisch: Auch nach 2035 sollen sogenannte ‚hocheffiziente Verbrenner‘ zulässig sein, wenn sie mit E-Fuels oder Biosprit betrieben werden. Doch E-Fuels werden auch künftig rar und teuer bleiben, und sie werden dort benötigt, wo andere Lösungen schwierig sind – etwa bei Flugzeugen.“ Fatal sei auch der stärkere Einsatz von Agrokraftstoffen: „Getreide gehört auf den Teller und nicht in den Tank“, so Rohleder. „Zumal der Klimanutzen zweifelhaft ist.“

Ob und wie die CO2-Vorgaben ab 2035 tatsächlich geändert werden, hängt von der EU-Kommission, von den -Mitgliedsstaaten und dem -Parlament ab. Aber die deutsche Position beeinflusst in erheblichem Maße, wie die Entscheidung letztendlich ausfällt. „Damit haben Union und SPD dem europäischen Klimaschutz einen Bärendienst erwiesen“, so Rohleder.

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news-5530 Tue, 25 Nov 2025 13:42:26 +0100 Bund darf nicht länger auf der Leitung stehen - Verbände fordern Abkehr vom de-facto Elektrifizierungsstopp https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bund-darf-nicht-laenger-auf-der-leitung-stehen-verbaende-fordern-abkehr-vom-de-facto-elektrifizierungsstopp Der ökologische Verkehrsclub VCD, DIE GÜTERBAHNEN, mofair und der Fahrgastverband Pro Bahn warnen anlässlich der Budgetberatungen des Bundes vor einem Stillstand bei der Elektrifizierung des deutschen Schienennetzes im Jahr 2026 und den Folgejahren. In drei Wochen wird die beim Wiederaufbau auch mit einer Oberleitung ausgerüstete Ahrtalbahn in Rheinland-Pfalz als einziges Elektrifizierungsprojekt des Jahres in Betrieb genommen. Es umfasst 29 km. Der elektrifizierte Anteil des bundesdeutschen Netzes steigt dann von 62,33 auf 62,42 Prozent. In den Jahren 2020 bis 2025 ist die elektrifizierte Streckenlänge insgesamt lediglich um 224,1 km gewachsen. 

Entgegen den Versprechungen des Koalitionsvertrages will die schwarz-rote Koalition 2026 keine Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) für Elektrifizierungsprojekte zur Verfügung stellen. Von ihren Zielen aus früheren Jahren wollen Union und SPD offenbar auch nichts mehr wissen: im Koalitionsvertrag von 2018 hieß es noch, dass bis 2025 70 Prozent des Netzes elektrifiziert werden sollten. Die Ampel hatte später auf 75 Prozent bis 2030 erhöht. Sogar Erleichterungen im Planungsrecht wurden in den vergangenen Jahren im Bundestag beschlossen. 

Aktuell streut die Spitze der DB InfraGO allerdings Hinweise, dass es überhaupt keine weiteren Elektrifizierungen geben werde – und sie scheint damit wie in den vergangenen Jahren nicht unglücklich. Die Bahnverbände fordern gemeinsam die Fraktionen des Bundestages auf, Regierung und DB ein klares Signal für die Wiederaufnahme und Beschleunigung der Elektrifizierung des Schienennetzes mit Oberleitungen zu geben.

Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD): „Die Klimaziele sind unverhandelbar – doch ohne die Elektrifizierung des Bahnnetzes bis spätestens 2045 sind sie kaum zu erreichen. Denn Güterzüge sind zu schwer für lange Strecken ohne Oberleitung; der Güterverkehr kann nur im weitestgehend elektrifizierten Netz CO2-neutral rollen. Wenn die Bundesregierung sich weigert, Mittel aus dem Sondervermögen oder dem KTF für die Elektrifizierung der Bahn einzusetzen, sabotiert sie damit die Ziele des Sondervermögens und nicht zuletzt auch den Klimaschutz“.

Neele Wesseln, Geschäftsführerin DIE GÜTERBAHNEN: „Ein Verzicht auf Oberleitungen bedeutet im Güterverkehr nichts anderes als ein staatlich verordnetes Festhalten am Verbrenner. Wenn Politik und DB die Elektrifizierung stoppen, nehmen sie dem Güterverkehr die Chance auf Wachstum.“

Matthias Stoffregen, Geschäftsführer mofair: „In einigen Bundesländern ist gerade einmal die Hälfte des Netzes mit Fahrdraht versehen. Das muss sich ändern. Züge mit alternativen Antrieben sind eine Alternative dort, wo eine Elektrifizierung überhaupt nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Grundsätzlich aber gilt: Je mehr Strecken elektrifiziert sind, desto flexibler können Fahrzeuge eingesetzt werden, und umso günstiger ist der Betrieb auf lange Sicht.“

Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn: „Wir Fahrgäste wollen leise, schnelle und beschleunigungsstarke Züge. Das geht nur elektrisch. Ohne Elektrifizierung bleiben zahlreiche Oberzentren wie Weiden in der Oberpfalz, Mühldorf oder Gera im Fernverkehr abgehängt oder bestehender Fernverkehr ist gefährdet. Auch im Nahverkehr ist elektrischer Betrieb oft die notwendige Grundlage für dichtere Takte, S-Bahn-Verlängerungen und zusätzliche Expresszüge.“

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news-5526 Fri, 21 Nov 2025 10:21:35 +0100 Falsche Prioritäten: VCD fordert stabile Finanzierung fürs Deutschlandticket statt Steuergeschenke für den Flugverkehr https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/falsche-prioritaeten-vcd-fordert-stabile-finanzierung-fuers-deutschlandticket-statt-steuergeschenke-fuer-den-flugverkehr Nachdem der Bundestag am 7. November 2025 die Novelle des Regionalisierungs-gesetzes verabschiedet und damit das Deutschlandticket bis 2030 verlängert hat, will der Bundesrat heute folgen. Offen bleibt jedoch, wie die zusätzlichen Kosten des Tickets künftig finanziert werden sollen. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die unklare Finanzierung:  

„Wir begrüßen, dass das Deutschlandticket bis 2030 fortgeführt werden soll. Aber es ist unverständlich, warum für einen stabilen Preis des Deutschlandtickets angeblich keine Mittel vorhanden sind, wenn die Bundesregierung gleichzeitig die Flugverkehrssteuer um 350 Millionen senkt. Für klimaschädliche Fluggesellschaften werden Gelder locker gemacht, für umweltfreundliche Busse und Bahnen nicht. Gerade zur 30. Weltklimakonferenz setzt das ein völlig falsches Signal.“, kommentiert Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD.

Wie die Mehrkosten des Deutschlandtickets über die jährlich zugesagten insgesamt 3 Milliarden Euro von Bund und Ländern hinaus gedeckt werden sollen, bleibt offen. Die Länder schlagen vor, den Ticketpreis künftig an einen Index zu koppeln. Aus Sicht des VCD ist damit klar: „Nach der Preiserhöhung ist vor der Preiserhöhung. Dann können sich viele Menschen das Deutschlandticket nicht mehr leisten. Das führt außerdem zu einer Preisspirale. Weniger Abos heißt weniger Einnahmen, was wieder höhere Preise bedeutet“, so Rohleder.

„Am Ende bleiben die Fahrgäste auf den Mehrkosten sitzen.“, kritisiert Alexander Kaas Elias, Sprecher für Bahn und ÖPNV des VCD. „Dabei wirkt das Deutschlandticket weit über den ÖPNV hinaus: Weniger CO2-Austoß und weniger Autofahrten haben Gesellschaft und Umwelt entlastet. Gleichzeitig hält der Bund an umweltschädlichen Subventionen im Verkehr von jährlich rund 25 Milliarden Euro fest, die die Klimapolitik des Bundes unterlaufen. Statt diese abzubauen, soll ab 2026 sogar die Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer erhöht werden. Davon profitieren vor allem Besserverdienende und nicht die nachhaltige Mobilität. Gleichzeitig müssen die Tarife weiterentwickelt werden, etwa durch bundesweite Kurzzeittickets, die Bus und Bahn für Gelegenheitsnutzende attraktiver machen würden.“

Auch die soziale Frage bleibt ungelöst. Noch immer gibt es in vielen Regionen in Deutschland keine Jugend-, Azubi- und Sozialtickets. Dabei wäre das Geld für ein bundesweites Sozialticket durchaus vorhanden – so entspricht die geplante Senkung der Flugverkehrssteuer um 350 Millionen Euro laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband in etwa der Summe, die dafür benötigt würde. „Für Mobilität für alle brauchen wir bundesweit ermäßigte Tickets für maximal 29 Euro im Monat. Kinder bis 14 Jahre sollten den Nah- und Regionalverkehr kostenlos nutzen können“, fordert Rohleder.

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news-5522 Mon, 17 Nov 2025 13:56:33 +0100 Tempo 30 leicht gemacht – VCD präsentiert Soforthilfe-Ratgeber für mehr Verkehrssicherheit https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/tempo-30-leicht-gemacht-vcd-praesentiert-soforthilfe-ratgeber-fuer-mehr-verkehrssicherheit Der 16. November ist Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer – Anlass für den ökologischen Verkehrsclub (VCD), einen neuen Tempo 30-Soforthilfe-Ratgeber zu veröffentlichen. Denn die Einführung von Tempo 30 ist eine der wirksamsten Maßnahmen für einen sicheren Verkehr. Das Papier baut auf dem aktuellen Straßenverkehrsrecht auf und soll Kommunen wie engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort praktische Wege zur Einführung von Tempo 30 an die Hand geben.  

Die Unfallzahlen bleiben hoch, jedes Jahr sterben Tausende auf deutschen Straßen. Viele von Ihnen sind zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs – und hätten ein dreifach geringeres Sterberisiko, wenn Tempo 30 gelten würde. Untragbare Zustände, kritisiert Anika Meenken, Fachbereichsleiterin Mobilität beim VCD: „Das große Leid der Opfer und Hinterbliebenen mahnen jedes Jahr aufs Neue: Es muss endlich schneller gehen mit der allgemeinen Einführung von Tempo 30 innerorts!“

Die Straßenverkehrsordnung wurde in den vergangenen Jahren reformiert; dennoch bleiben die Hürden hoch, wenn Kommunen flächendeckend Tempo 30 anordnen möchten. Wie es jetzt schon möglich ist, Tempo 30-Zonen zu erweitern, zeigt der neue Ratgeber des VCD – denn sowohl Kommunen als auch einzelne Bürgerinnen und Bürger können einiges tun. Meenken: „Sogenannte ‚streckenbezogene Temporeduzierungen‘ sind etwa im Umfeld von Schulen, Kitas, Spielplätzen oder Pflegeheimen möglich. Hier kann man ansetzen.“ 

Doch diese Möglichkeiten nehmen die Bundespolitik nicht aus der Pflicht, sagt Meenken: „Die aktuellen Regeln reichen bei Weitem nicht aus, um vulnerable Verkehrsteilnehmende – etwa zu Fuß oder auf dem Rad – wirklich zu schützen. Noch immer müssen Kommunen Tempo 30 aufwendig begründen; eine flächendeckende Einführung wird ihnen nach wie vor erschwert.“

Gemeinsam mit dem VCD fordern über 1.100 Kommunen mehr Handlungsspielraum für lebenswerte Städte und sichere Straßen. Bis es soweit ist, gibt der Soforthilfe-Ratgeber ihnen Möglichkeiten an die Hand, schon jetzt tätig zu werden. „Auch wenn die Politik zögert und zaudert, lässt sich viel erreichen“, sagt Meenken. „Dazu wollen wir beitragen – und damit indirekt auch Leben retten“.

Zum Hintergrund: Das neue Soforthilfe-Papier sowie weitere Informationen und Checklisten finden Interessierte hier.

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news-5518 Thu, 13 Nov 2025 09:50:17 +0100 Sanierung statt Straßenbau! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-zum-bundeshaushalt-sanierung-statt-strassenbau In Hinblick auf die für heute geplante Entscheidung im Haushaltsausschuss des Bundestages fordert Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD: „Für die Sanierung maroder Brücken, Straßen und Schienen muss das nötige Geld zur Verfügung gestellt werden. Es ist das absolut falsche Signal, zusätzliche Mittel für den Aus- und Neubau von Fernstraßen auszugeben, während die vorhandene Infrastruktur zu verrotten droht.“  

Bundesverkehrsminister Schnieder will für den Ausbau des Straßennetzes Geld aus anderen Projekten umschichten. Eine rückwärtsgewandte Haltung, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Michael Müller-Görnert: „Minister Schnieder will selbst solche Autobahnprojekte umsetzen, deren Nutzen zweifelhaft ist und deren erwartbare Baukosten ins Unermessliche steigen. Das ist überflüssig – Deutschland hat bereits eines der dichtesten Straßennetze in Europa.“ Das Problem sei vielmehr, dass das Straßen- wie Schienennetz zunehmend zerbröckelt. 

Zahlreichen Brücken drohe die Sperrung und Bahnstrecken könnten nur eingeschränkt genutzt werden, weil in der Vergangenheit bei Sanierung und Erhalt gespart wurde, so Rohleder: „Wir fordern den Haushaltsausschuss deshalb auf, keine zusätzlichen Gelder für neue und breitere Straßen bereitzustellen. Das ginge zulasten der dringend notwendigen Sanierung. Priorität hat, das Verkehrsnetz wieder auf Vordermann zu bringen, um so Mobilität für alle zu sichern.“ Dazu gehörten auch Aus- und Neubau im Schienennetz, um den Deutschlandtakt auf den Weg zu bringen.

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news-5516 Mon, 10 Nov 2025 14:09:03 +0100 VCD: Kein Foul gegen den Bahn-Fernverkehr – beschlossene Förderung bereitstellen! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-kein-foul-gegen-den-bahn-fernverkehr-beschlossene-foerderung-bereitstellen Anfang November hatte das Bundesverkehrsministerium kurzerhand Zuschüsse in Höhe von 105 Millionen Euro gestrichen, die für Fernzüge die Schienenmaut absenken sollten. (Trassenpreisförderung) – obwohl das Geld im kürzlich verabschiedeten Bundeshaushalt für 2025 bereitsteht. Die Bahnunternehmen hatten die Förderung fest eingeplant, nun fehlt sie ihnen im Betrieb. Hierdurch drohen Preiserhöhungen oder Einschränkungen im Angebot.  

Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert den Haushaltsausschuss des Bundestags auf, die bereits beschlossenen Zuschüsse in Höhe von 105 Millionen Euro in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch freizugeben und noch vor Jahresende auszuzahlen. Nur so können Bahnunternehmen die Preise im Fernverkehr stabil halten und alle Strecken weiter bedienen – Verlässlichkeit sei jetzt entscheidend!

Matthias Kurzeck, VCD-Bundesvorsitzender: „Der Haushaltsausschuss setzt den Rotstift bei der umweltfreundlichen Bahn an, um einen vergleichsweise geringen Betrag einzusparen, während vom Bund gleichzeitig drei Milliarden für neue Fernstraßen zur Verfügung gestellt werden. Die kürzlich vorgelegte Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene des Bundesverkehrsministeriums wird mit dieser Hauruckaktion direkt wieder ad absurdum geführt.“

Dr. Christiane Rohleder, neu hinzugewählte Bundesvorsitzende des VCD: „Eine Verschiebung der Förderung ins nächste Jahr käme einer Kürzung für 2025 gleich. Bei der Bahn zu sparen und gleichzeitig Milliarden in neue Autobahnen zu investieren, ist fatal für den Klimaschutz. Die Bundesregierung darf das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Politik sollte verlässlich sein. Wer zugesagte Mittel kurzfristig infrage stellt, verspielt Vertrauen und bringt die Bahnunternehmen in eine schwierige Lage.“

Zur VCD-Resolution.

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news-5514 Sun, 09 Nov 2025 13:47:26 +0100 Christiane Rohleder zur neuen VCD-Bundesvorsitzenden gewählt – VCD fordert Auszahlung der zugesagten Förderung für den Eisenbahn-Fernverkehr https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/christiane-rohleder-zur-neuen-vcd-bundesvorsitzenden-gewaehlt-vcd-fordert-auszahlung-der-zugesagten-foerderung-fuer-den-eisenbahn-fernverkehr Die Bundesdelegiertenversammlung (BDV) des ökologischen Verkehrsclubs VCD hat Dr. Christiane Rohleder heute zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Rohleder, bis Mai dieses Jahres Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, führt den Verband künftig gemeinsam mit Matthias Kurzeck, der seit 2022 im Amt ist. Zudem verabschiedete die BDV eine Resolution, die Verkehrsminister Schnieder zu einer Auszahlung der Trassenpreisförderung für den Fernverkehr der Bahn aufruft.  

Dr. Christiane Rohleder ist neue Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Bei einer vorgezogenen Neuwahl auf der BDV an diesem Wochenende erhielt sie 93 Prozent der Stimmen. Anlass der Wahl war der Rücktritt der langjährigen Vorsitzenden Kerstin Haarmann, die ihr Amt aus Zeitgründen niederlegte. Matthias Kurzeck bleibt als Bundesvorsitzender im Amt. Der VCD dankt Kerstin Haarmann herzlich für die gute Zusammenarbeit und ihr großes Engagement, mit dem sie den Verband in den vergangenen Jahren geprägt und mitgestaltet hat.

Einstimmig verabschiedeten die Delegierten eine Resolution mit Aufforderung an Bundesverkehrsminister Schnieder, die bisher zurückgehaltene Förderung zur Absenkung der Schienenmaut (Trassenpreisförderung) für den Eisenbahn-Fernverkehr unverzüglich auszuzahlen.

Die neue Bundesvorsitzende Christiane Rohleder war bis zum Regierungswechsel Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und hat sich dort für Klimaschutz im Verkehr eingesetzt – unter anderem war sie an den EU-Regelungen zum Verbrenner-Aus beteiligt. Zuvor hat sie sich im Bundesverbraucherschutzministerium bereits vor vielen Jahren für mehr Fahrgastrechte bei der Bahn stark gemacht. Dieses Engagement will Rohleder nun beim VCD fortsetzen: „Der Verkehr hinkt beim Klimaschutz noch deutlich hinterher. Daher freue ich mich, als Bundesvorsitzende des VCD dazu beizutragen, dass die Verkehrswende gelingt", sagte sie bei Ihrer Antrittsrede vor den Delegierten.

Ein Schwerpunkt Ihre Arbeit werde die Bahn sein: „Die Bahn ist ein großartiges Verkehrsmittel. Damit man das auch wieder spürt, müssen die Interessen der Fahrgäste endlich wieder ins Zentrum rücken“, so Rohleder. Die DB werde nicht profitabler, wenn sie das Angebot verschlechtere und damit Kunden vergraule. „Als ersten Schritt muss die Bahn wieder eine bezahlbare Familienreservierung anbieten. Und sie muss wieder zuverlässig werden. Das ist mein Ziel, und das möchte ich stark machen.“

Sie tritt auch für einen starken ÖPNV ein: „Nur wer gute Alternativen hat, kann auch gerne auf ein Auto verzichten oder dieses öfter mal stehenlassen." 

Über ihre beruflichen Erfahrungen hinaus ist ihr eine ökologische und sichere Mobilität auch ein persönliches Anliegen: "Ich erlebe selbst, wie gefährlich es sein kann, mit dem Rad über eine Kreuzung zu fahren oder wenn plötzlich eine Autotür geöffnet wird. Radfahren muss sicher sein und Verkehrstote dürfen nicht mehr hingenommen werden. Besonders wichtig ist, dass Kinder sicher zur Schule kommen, egal ob mit dem Rad oder zu Fuß." 

Zur Person: Christiane Rohleder ist im Saarland aufgewachsen. Sie studierte Rechtswissenschaften in Bochum und Regensburg und promovierte im Jahr 2000 zum Sexualstrafrecht. Ab 2003 war sie für verschiedene Ministerien tätig, zuletzt von September 2021 bis 2025 als Staatssekretärin im Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerium, von 2016 bis 2021 im Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz und davor im Bundesverbraucherschutzministerium, wo sie mehrere Jahre im „Verbraucherschutz in der Informationsgesellschaft sowie in den Bereichen Verkehr und Energie“ tätig war. Rohleder lebt heute im Brandenburgischen Bad Belzig, ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Zum Hintergrund: Die einstimmig verabschiedete Resolution zur Trassenpreisförderung können Sie hier herunterladen.

 

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news-5513 Sat, 08 Nov 2025 14:14:33 +0100 Wechsel im VCD-Bundesvorsitz – Kerstin Haarmann gibt Amt ab https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wechsel-im-vcd-bundesvorsitz-kerstin-haarmann-gibt-amt-ab Kerstin Haarmann legt nach sieben Jahren als ehrenamtliche Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD aus beruflichen Gründen ihr Amt nieder. Das erklärte Haarmann heute zu Beginn der Bundesdelegiertenversammlung (BDV) des VCD, die an diesem Wochenende online stattfindet. Haarmanns Nachfolgerin soll von der BDV am Sonntag gewählt werden.  

Kerstin Haarmann, sieben Jahre lang Bundesvorsitzende des VCD, hat heute vor der BDV ihren Rücktritt erklärt. Ihre beruflichen Aufgaben ließen die ehrenamtliche Arbeit nicht länger zu. Haarmann bedankte sich bei den Delegierten für das Vertrauen und sagte in ihrem Rückblick: „Ich habe den VCD sehr gerne vertreten. Er leistet wichtige Grundlagenarbeit für die nachhaltige Mobilität. So haben wir zum Beispiel ein Bundesmobilitätsgesetz erarbeitet, das sich konsequent an den Interessen der Menschen ausrichtet. Es sieht etwa endlich eine integrierte Planung der Bundesverkehrswege auf Strasse und Schiene vor.“ 

Als derzeit wichtige Schwerpunkte des VCD nannte Haarmann die laufende Verkehrssicherheits-Aktion, die bundesweit das gefährliche Gehwegparken reduzieren soll, oder den Einsatz des Verbands für den Erhalt der Familienreservierung bei der DB.

Weiter im Amt bleibt der Co-Vorsitzende des VCD, Matthias Kurzeck. Er dankte Haarmann für ihr kompetentes Engagement, ihren großen zeitlichen Einsatz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit: "Gemeinsam haben wir den VCD intern und nach außen vorangebracht. Durch Kerstin Haarmann konnten wir als Verband die Fahrgastinteressen in verschiedenen Fachgremien versiert vertreten, zum Beispiel in der Beschleunigungskommission Schiene oder dem Sektorbeirat der DB InfraGO. Neue Aktionen für die vielen Aktiven vor Ort, etwa zu sicheren Schulwegen oder zum Gehwegparken, hat der Bundesvorstand in ihrer Amtszeit initiiert."

Kurzeck wandte den Blick nach vorne: "Ich freue mich auf eine neue Co-Vorsitzende, es gibt viel zu tun für die Verkehrswende. Der aktuelle Streit um die Trassenpreisförderung zeigt – es wird immer wichtiger, die Bundesregierung zu mehr Einsatz für die umweltfreundliche Schiene zu bewegen. Und unseren Aktiven wollen wir noch bessere Materialien und Ideen für eigene Aktionen zur Verfügung stellen."

Die Wahl zu Haarmanns Nachfolge findet am Sonntagvormittag statt.

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news-5501 Thu, 23 Oct 2025 08:49:28 +0200 EU muss bei CO2-Vorgaben für Neuwagen hart bleiben https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/eu-muss-bei-co2-vorgaben-fuer-neuwagen-hart-bleiben Diese Woche diskutiert die europäische Politik auf mehreren Ebenen über die Zukunft der Autoindustrie. Im Visier stehen dabei die CO2-Vorgaben für Neufahrzeuge, die vor allem von deutscher Seite unter Beschuss sind. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD ist klar: Die CO2-Vorgaben für Neufahrzeuge sind eines der wirksamsten Instrumente, den Verkehr auf Klimakurs zu bringen. Statt die Vorgaben abzuschwächen, sollte Europa Technologieklarheit schaffen und damit die Planungssicherheit für die Autoindustrie sowie das Vertrauen in die E-Mobilität stärken.  

Seit 2012 reguliert die EU den CO2-Ausstoß von Neuwagen. In der Folge stoßen Neuwagen heute deutlich weniger CO2 aus und verbrauchen auch weniger Sprit. Für Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, ist diese Gesetzgebung eine Erfolgsgeschichte: „Sie ist eines der zentralen Instrumente, um den Verkehrssektor zu dekarbonisieren. Ohne die gesetzlichen Vorgaben wären wir bei der Elektromobilität nicht so weit wie heute. Deshalb: Jetzt die Vorgaben aufzuweichen hieße, das Rad in Europa wieder zurückzudrehen.“

Für Haarmann ist das Rennen um die künftige Antriebsform längst entschieden: „Weltweit legen E-Autos enorm zu. Das Wachstum hat sich dieses Jahr deutlich beschleunigt, auch in Europa. Viele Länder zeigen: Mit einer konsistenten Politik, die klaren Zielen folgt und wirksame Rahmenbedingungen setzt, setzen Elektroautos sich durch – auch wenn die deutsche Politik das teilweise immer noch nicht wahrhaben will“. 

Der VCD fordert deshalb kluge steuerliche Maßnahmen, die den Umstieg aufs Elektroauto fördern, wo immer möglich; außerdem einen zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur und ein Bonus-Malus-System bei der Kfz- und Zulassungssteuer. Auch intelligente Abschreibungsregeln bei gewerblichen Flotten habe den Absatz von E-Autos in vielen Ländern angekurbelt.

„Wer klare Ziele formuliert und sie konsequent verfolgt, schafft Planungssicherheit für die Industrie und stärkt das Vertrauen in die Elektromobilität“, erläutert Haarmann. „Deutschland sollte sich an den Vorreiter-Ländern orientieren und mit effektiven Maßnahmen für echten Fortschritt sorgen.“ 

Keine Lösung sieht der VCD in den von Industrie und Teilen der Politik geforderten „Flexibilitäten“ – also der Zulassung mit E-Fuels betriebener Plug-In-Hybriden und Range-Extender-Autos über 2035 hinaus. „Diese Technologien und Kraftstoffe sind eine Mogelpackung“, kritisiert Haarmann. Plug-In-Hybride verursachten rund fünfmal mehr CO2 als angegeben. Range-Extender aus europäischer Produktion seien Fehlanzeige, der Umweltnutzen von Biosprit und E-Fuels zweifelhaft. „Gut, dass Frankreich und Spanien nicht auf die Nebelkerzen hereinfallen und diese Technik klar ablehnen.“ 

Zum Hintergrund: Die VCD-Stellungnahme zur Revision der CO2-Vorgaben für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge können Sie hier herunterladen.

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news-5499 Mon, 20 Oct 2025 08:26:09 +0200 VCD ruft dazu auf, Engstellen durch parkende Autos zu melden https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-ruft-dazu-auf-engstellen-durch-parkende-autos-zu-melden Vielerorts behindern zugeparkte Gehwege Fußgängerinnen und Fußgänger beim Durchkommen und sind vor allem für Rollstühle und Kinderwagen ein Problem. Deshalb ruft der ökologische Verkehrsclub VCD Bürgerinnen und Bürger dazu auf, enge und gefährliche Gehwegabschnitte über ein Online-Tool zu melden. Die Mitmach-Aktion startet am Montag, den 20. Oktober. Die gesammelten Meldungen werden nach Abschluss der Aktion in einer Online-Karte veröffentlicht, um Risiken sichtbar zu machen, kommunale Verantwortliche zu informieren und den Druck auf Politik und Verwaltung zu erhöhen.  

Gehwege sind für Menschen da – nicht für Autos. Dennoch werden sie vielerorts von parkenden Fahrzeugen blockiert, sodass kaum noch Platz für Zufußgehende, Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen bleibt. Der VCD will das ändern und ruft mit seiner Mitmach-Aktion „Freie Gehwege“ dazu auf, gefährlich enge Gehwegabschnitte zu melden. 

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, erläutert: „Wenn Gehwege zugeparkt sind, wird das zur echten Gefahr – besonders, wenn man auf die Straße ausweichen muss, weil man mit dem Rollstuhl, dem Rollator oder dem Kinderwagen unterwegs ist. Auch Kinder mit Fahrrad, die bis acht Jahren auf dem Gehweg fahren müssen, sind gefährdet. Jede Meldung hilft, Druck auf die Kommunen aufzubauen und sichere Wege für alle zu schaffen.“

Über ein Online-Formular können Bürgerinnen und Bürger Orte eintragen, an denen regelmäßig Fahrzeuge auf dem Gehweg parken und das Durchkommen erschweren. Die gemeldeten Stellen werden auf einer Online-Karte sichtbar gemacht und vom VCD an die zuständigen Kommunen weitergegeben – mit der Aufforderung, Maßnahmen zu prüfen und das Gehwegparken dort zu unterbinden. Ziel ist es, Gehwege wieder sicher und barrierefrei nutzbar zu machen.

Die Aktion unterstützt damit zentrale Ziele der Verkehrswende – wie die Vision Zero, ein aktives Parkraummanagement und die Umsetzung der nationalen Fußverkehrsstrategie. Müller-Görnert: „Mit den gesammelten Erkenntnissen schaffen wir eine starke Grundlage, um Missstände sichtbar zu machen und politische Veränderungen anzustoßen. Denn freie und sichere Gehwege sollten selbstverständlich sein – für Kinder, Ältere, Rollstuhlfahrer*innen und alle, die zu Fuß unterwegs sind.“

Zum Hintergrund: Das Online-Formular zum Melden enger Gehwege finden Sie hier, nähere Informationen zum Thema hier. Den rechtlichen Rahmen haben wir hier zusammengefasst

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Parken auf Gehwegen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Es muss genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgänger*innen ggf. mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer*innen auch im Begegnungsverkehr bleiben. Das Parken muss durch ein entsprechendes Verkehrsschild oder Bodenmarkierungen gekennzeichnet sein. 

Vielerorts ist es aber seit Jahren gängige Praxis, dass Autos auch ohne Erlaubnis auf Gehwegen parken, oder selbst dort, wo es erlaubt ist, die Fußwege zu schmal sind. Dies wird von Kommunen mehr oder weniger geduldet. 2024 hat das Bundesverwaltungsgericht auf Klage mehrerer Bremer Bürger*innen geurteilt: „Kommunen müssen das illegale Gehwegparken ahnden, wenn zu wenig Platz für Zufußgehende bleibt!“

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news-5498 Fri, 17 Oct 2025 13:30:49 +0200 ICE-L: Ein Schritt Richtung Barrierefreiheit, doch noch lange nicht am Ziel https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/ice-l-ein-schritt-richtung-barrierefreiheit-doch-noch-lange-nicht-am-ziel Die Deutsche Bahn (DB) stellt ihren neuen Zug, den ICE-L vor. Er bietet einen barrierefreien Einstieg an Bahnsteigen, die 76 cm hoch sind. Bei anderen Bahnsteighöhen ist er wie herkömmliche Züge auf Hubsysteme angewiesen. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD, kommentiert:  

„Mit dem ICE-L geht die DB einen Schritt in die richtige Richtung. An Bahnsteigen des Fernverkehrs, die in Deutschland in der Regel 76 cm hoch sind, kann man ebenerdig einsteigen, auch mit Rollator oder Rollstuhl. Im Zug werden taktile Leitsysteme und Brailleschrift eingesetzt. Der Zug wird drei Plätze für Rollstühle haben. Der VCD fordert vier, dennoch ist das ein Fortschritt.

Die DB will den Zug überwiegend an Bahnsteigen mit 76 cm Höhe einsetzen. Bei anderen Bahnsteighöhen braucht der Zug ein externes Hub- oder andere Hilfssysteme, um den barrierefreien Einstieg zu ermöglichen. Das zeigt, dass der Weg zur vollständigen Barrierefreiheit auf der Schiene noch nicht abgeschlossen ist. Der VCD wird sich dafür einsetzen, dass weitere Schritte folgen.“

Hintergrund: Im VCD-Bahntest 2023/24 „Mobilität für alle: Wie barrierefrei sind Bus und Bahn?“ hat der VCD den aktuellen Stand der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr dargestellt und seine Forderungen aufgestellt.

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news-5496 Wed, 15 Oct 2025 09:59:59 +0200 „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ – 730.000 geradelte Kilometer für den Klimaschutz https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/fahrrad-fuers-klima-auf-tour-730000-geradelte-kilometer-fuer-den-klimaschutz Seit 2006 motiviert die Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ junge Menschen, ihre Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. In diesem Jahr legten 3.807 Teilnehmende gemeinsam rund 730.000 Kilometer zurück und sparten dabei über 100 Tonnen CO? ein. Den Hauptpreis sicherte sich die Klasse 5b der Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim, Baden-Württemberg.  

Bereits zum zwanzigsten Mal haben tausende Kinder und Jugendliche bei der Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD und der AKTIONfahrRAD (AfR) für den Klimaschutz in die Pedale getreten. Auch in diesem Jahr waren die jungen Radlerinnen und Radler wieder fleißig unterwegs: Insgesamt 3.807 Teilnehmende legten 730.255 Kilometer mit dem Fahrrad zurück – und damit 130.000 mehr als im Vorjahr. Dabei sparten sie ganze 102.236 Kilogramm CO? ein.

Der Hauptpreis für die meisten gefahrenen Kilometer geht in diesem Jahr an die Klasse 5b der Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim, Baden-Württemberg. Die Schülerinnen und Schüler radelten gemeinsam 20.760 Kilometer und haben damit 2.906 Kilogramm CO? eingespart. Zur Belohnung erhält die Klasse 500 Euro für ihre Klassenkasse.

VCD und AfR sehen in der hohen Beteiligung ein klares Signal: Kinder und Jugendliche wollen klimafreundlich unterwegs sein – wenn die Wege sicher sind. Dafür braucht es durchgängige, und gut ausgebaute Radwege, insbesondere im Umfeld von Schulen. Die Verbände fordern Kommunen und Länder auf, den Ausbau der Radinfrastruktur zu beschleunigen.

Stephanie Päßler, VCD-Projektleiterin von „FahrRad!“:
„Wer schon 2006 bei „FahrRad!“ dabei war, fährt heute vermutlich immer noch häufig Fahrrad – und gibt diese Haltung vielleicht schon an die eigenen Kinder weiter. Denn wer von klein auf aktiv unterwegs ist, behält das im Erwachsenenalter meist bei. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir mit solchen Projekten den Weg für klimafreundliche Mobilität früh ebnen.“ 

Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats der AKTIONfahrRAD:
„Fahrradfahren stärkt weit mehr als nur die Kondition – es fördert Selbstständigkeit, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Wenn eine Klasse gemeinsam über 20.000 Kilometer zurücklegt, ist das nicht nur sportlich beeindruckend, sondern auch ein starkes Zeichen dafür, wie Bildung, Bewegung und Klimaschutz zusammengehen können.“

Julian Janssen, Botschafter von „FahrRad!“, aus Kinder-TV und Online-Formaten bekannt als „Checker Julian“:
„Mehr als 730.000 Kilometer – das ist fast die Strecke von der Erde bis zum Mond und wieder zurück! Ich finde es total stark, dass so viele Kinder und Jugendliche gemeinsam fürs Klima radeln – das zeigt, wie viel Power in Bewegung steckt. Fahrradfahren ist nicht nur gesund und macht Spaß, sondern kann richtig was bewegen – im wahrsten Sinne des Wortes. Gemeinsam haben wir ordentlich CO? eingespart.“

Mehr zur Kampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“:
Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren können sich mit ihren Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien von März bis Ende August unter klima-tour.de anmelden. Jeder geradelte Kilometer kann auf dem Online-Portal eingetragen werden. Neu ist seit letztem Jahr die App Biketour.Guide, die das Kilometer zählen und eintragen übernimmt. Mit jedem geradelten Kilometer kommen die Teilnehmenden auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. An 18 Stationen auf der Online-Tour werden Fahrrad- und Klimathemen jugendgerecht präsentiert. Außerdem gibt es Mitmachaktionen und Quizfragen. Für die Kombination aus richtigen Antworten und gesammelten Fahrradkilometern können als Hauptgewinn bis zu 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und weiteres Equipment für kommende Radausflüge gewonnen werden. Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter finden auf der Webseite Unterrichtsmaterialien und Aktionsideen aus den Bereichen Fahrrad, Klimaschutz und Mobilitätsbildung. Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation mit der »AKTIONfahrRAD«.

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news-5494 Fri, 10 Oct 2025 12:14:10 +0200 VCD begrüßt Verzicht auf Preiserhöhung und fordert Reform der Trassenpreise https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-begruesst-verzicht-auf-preiserhoehung-und-fordert-reform-der-trassenpreise Die Deutsche Bahn (DB) hat angekündigt, dass sie zum Fahrplanwechsel im Dezember die Fahrpreise im Fernverkehr nicht erhöhen will. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt das als ein positives Signal an die Fahrgäste. Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender des VCD, erklärt:  

Die DB zeigt mit Ihrem Verzicht auf eine Fahrpreiserhöhung für IC und ICE, dass sie die kritischen Stimmen der letzten Zeit gehört hat und darauf eingeht. Verspätungen gibt es bei der Bahn – aber eben auch den Stau auf der Autobahn. Durch den Verzicht auf die Preiserhöhung bietet sich die Chance, trotz der schwierigen Lage neue Fahrgäste zu gewinnen und alte Kunden leichter zu halten. Das hilft nicht nur der DB, sondern auch der Verkehrswende.

Das Bundesfinanzministerium sollte dieses Signal aufgreifen und die erforderliche Trassenpreisförderung für 2026 kurzfristig zur Verfügung stellen, so wie es auch mit dem Steuerverzicht für Elektroautos möglich war. Nicht nur der Autoverkehr, auch der umweltfreundlichere Bahnverkehr muss gefördert werden. 

Das Bundesverkehrsministerium ist zudem gefordert, ein nachhaltiges Trassenpreissystem zu entwickeln. Der VCD schlägt hierfür das Grenzkostenprinzip vor, welches auch von der EU so empfohlen wird. Nur so lässt sich die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel voranbringen.

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news-5493 Thu, 09 Oct 2025 12:35:59 +0200 VCD begrüßt neue E-Auto-Förderung, fordert aber mehr Geld für die Schiene https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-begruesst-neue-e-auto-foerderung-fordert-aber-mehr-geld-fuer-die-schiene Die schwarz-rote Koalition hat beschlossen, den Umstieg auf Elektroautos durch das sogenannte „Social Leasing“ zu erleichtern. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert dies schon lange und begrüßt diesen Schritt. Kritisch betrachtet der VCD die Beschlüsse zum Straßenbau und die mangelnde Unterstützung für die Schiene. Kerstin Haarmann, die Bundesvorsitzende des VCD, kommentiert.  

In anderen Ländern gibt es das längst, nun kommt es auch in Deutschland: ‚Social Leasing‘ ermöglicht es einkommensschwächeren Haushalten, aufs E-Auto umzusteigen. Wir fordern das seit langem, nun hat die Regierung ein Einsehen. Endlich. Die Förderung muss allerdings an klare Kriterien geknüpft sein. Zum Beispiel sollte sie nur für den Kauf oder das Leasing kleinerer und effizienterer E-Autos in Frage kommen – die Subventionen für 100.000-Euro-Luxuskarossen sind ein Irrweg. 

Der VCD begrüßt auch, dass die Koalition 3 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Sanierung von Bundestraßen und den Brückenbau verwenden will. Es ist dringend notwendig. Dass allerdings jene Mittel, die dadurch im regulären Haushalt freiwerden, in neue und breitere Straßen fließen sollen, das kritisieren wir scharf: Der Ausbau des Straßennetzes ist ein Anachronismus, der unsere Verkehrsprobleme nicht lösen wird. 

Viel besser wäre das Geld in die Schiene, in den Rad- und den Fußverkehr investiert. Doch diese klimaschonenden Verkehrsarten gehen bei den Koalitions-Beschlüssen leer aus. Planreife Schienenbauprojekte stehen weiter auf der Kippe. So wird das nichts mit dem Ziel, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

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