VCD Pressemitteilung http://www.vcd.org/ Pressemmitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Sun, 16 Jan 2022 10:44:33 +0100 Sun, 16 Jan 2022 10:44:33 +0100 TYPO3 EXT:news news-4117 Thu, 13 Jan 2022 05:38:00 +0100 VCD appelliert an neue Regierung: Kurswechsel in der Verkehrspolitik jetzt einleiten! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-appelliert-an-neue-regierung-kurswechsel-in-der-verkehrspolitik-jetzt-einleiten/ Die Ampel-Koalition muss dem von ihr ausgerufenen Aufbruch in der Mobilitätspolitik angesichts von Klimaschutzlücke und überfälliger Investitionsoffensive für sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität jetzt Taten folgen lassen. Das fordert der ökologische Verkehrsclub VCD anlässlich der heutigen Debatte im Bundestag zur Verkehrspolitik. Berlin, 13. Januar 2022. Parlament und Bundesregierung sind in dieser Wahlperiode gleichermaßen gefordert, den notwendigen Kurswechsel in der Verkehrspolitik endlich einzuleiten. Denn die massiven Auswirkungen des heutigen Verkehrssystems auf unser Klima haben nicht nur für kommende Generationen fatale Folgen. Immer noch verunglücken viel zu viele Menschen auf den Straßen, sind die Belastungen durch Lärm und Schadstoffe hoch, ist vielerorts das Angebot bei Bus und Bahn sowie der Zustand des Fuß- und Radwegenetzes mangelhaft.

Die Ursache für diese Fehlentwicklungen ist in erheblichem Maße in der zergliederten und ungenügend strukturierten Bundesverkehrspolitik zu suchen, der es bisher an übergeordneten, nachhaltigen Zielen fehlte. Zwar hat die Ampel-Koalition in ihrem Koalitionsvertrag für eine Verkehrspolitik, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt wagt, sinnvolle Ziele formuliert. An einem effizienten Instrumentarium zur Erreichung dieser Ziele fehlt es bislang aber. Damit dies nicht so bleibt, setzt sich der VCD für ein Bundesmobilitätsgesetz ein. „Das Bundesmobilitätsgesetz schafft einen dringend erforderlichen Rahmen für die überfällige Investitionsoffensive in umwelt- und sozialverträgliche Mobilität sowie für die integrierte Planung und Finanzierung der Bundesverkehrswege“, erklärt die VCD Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann.

Großer Handlungsbedarf im Klimaschutz und im Sozialen

Die neue Bundesregierung will in der deutschen CO2-Bilanz die Klimaschutzlücke schließen. Dafür müssen entsprechend auch die Emissionen im Verkehrssektor deutlich und schnell zurückgehen. Sonst werden die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes für 2030 und das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 nicht erreicht. Mit der durch die E-Auto-Förderung angestoßenen Antriebswende allein ist es allerdings nicht getan. Busse und Bahnen sowie der Rad- und Fußverkehr sollen künftig das Grundgerüst unserer Mobilität bilden - in der Stadt und auf dem Land. Dies sichert nachhaltige Mobilität für alle und ermöglicht Teilhabe auch für Menschen mit geringem Einkommen, für Kinder und Ältere aber auch für Mobilitätseingeschränkte. Von einer nachhaltigen Verkehrswende profitieren alle. „In zahlreichen Projekten vor Ort haben wir gezeigt, wie nachhaltige Mobilität funktioniert. Damit dies überall im Land die Regel wird, muss die Bundesgesetzgebung angepasst werden. Daran wollen wir mit Parlament und Regierung arbeiten“, betont die VCD Bundesvorsitzende.

 

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news-4111 Tue, 14 Dec 2021 12:12:00 +0100 Brauchen wir ein Bundesmobilitätsgesetz? Ampel-Abgeordnete im Gespräch mit Experten http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/brauchen-wir-ein-bundesmobilitaetsgesetz-ampel-abgeordnete-im-gespraech-mit-experten/ Die neue Bundesregierung muss den Verkehr in Sachen Klimaschutz endlich auf Kurs bringen. Ob es dafür ein Bundesmobilitätsgesetz braucht, diskutieren Vertreter*innen der Ampelkoalition und Verkehrsexperten bei einer gemeinsamen Online-Veranstaltung von “Klimaschutz im Bundestag” (eine Initiative des CO2 Abgabe e.V.) und des ökologischen Verkehrsclub VCD am 16. Dezember um 18:15 Uhr. Freiburg/Berlin, 14. Dezember 2021.  „Mit dem gegenwärtigen Rechtsrahmen können wir die dringend notwendige Verkehrswende nicht erreichen. Im Koalitionsvertrag gibt es durchaus positive Ansätze für den Verkehrsbereich. So soll etwa die Verkehrsleistung im Schienenverkehr verdoppelt und es sollen mehr Güter auf die Schiene gebracht werden. An die Stelle der bisherigen Bundesverkehrswegplanung tritt erstmals für den Planungshorizont 2040 ein reformierter „Bundesverkehrswege- und Mobilitätsplan“, sodass künftig übergeordnete Ziele wie Verkehrssicherheit und Klimaschutz darin verankert werden können. Damit diese Ziele auch wirksam umgesetzt werden, braucht es ein Bundesmobilitätsgesetz“, so Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende. Über das Konzept und die Vorteile eines solchen Gesetzes diskutiert Dr. Jan Werner, Verkehrsexperte und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des VCD, mit folgenden Vertreter*innen der Ampelkoalition:

  • Detlef Müller, MdB, SPD, Lokomotivführer, Mitglied des Verkehrsausschusses
  • Susanne Menge, MdB, Grüne, Sprecherin des Bundesarbeitskreises Mobilität von Bündnis 90/Die Grünen
  • Bernd Reuther, MdB, FDP, Mitglied im Verkehrsausschuss und Vorsitzender der AG Verkehr der FDP-Bundestagsfraktion

Es gibt ein Bundesfernstraßengesetz, ein Bundeswasserstraßengesetz und ein Eisenbahngesetz. Was es nicht gibt: einen bundesweiten und verkehrsträgerübergreifenden Rechtsrahmen für den Verkehr. Ein Bundesmobilitätsgesetz würde einen solchen Rahmen bieten, der außerdem die Ausrichtung an ökologischen und gemeinwohlorientierten Kriterien ermöglicht. Die heutige Verkehrsplanung basiert auf der Fortschreibung von historischen Trends und Engpassanalysen. Dadurch wird der Status Quo auf der Straße zementiert und jeder Fortschritt behindert.  So ist es bislang nahezu unmöglich, auf eine festgestellte Überlastung einer Autobahn mit einem Ausbau der Schiene, des ÖPNV oder der Radinfrastruktur zu reagieren. Anforderungen z.B. aus dem Klimaschutzgesetz fließen bislang nicht in den Bundesverkehrswegeplan ein (Bundesverkehrswegeplan 2030, S. 24) und damit auch nicht in die auf dessen Grundlage vom Bundestag beschlossenen Ausbau- und Haushaltsgesetze.

„Die anvisierte Emissionsreduzierung im Verkehrsbereich bis 2030 um 42% ist sehr ambitioniert. Um überhaupt eine Chance zu haben, diese zu erreichen, braucht es die richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen und eine fahrleistungsbezogene Pkw-Maut, die den Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen anreizt und eine solide Finanzierung gewährleistet”, kommentiert Dr. Jörg Lange in Bezug auf die Klimawirkung. Die Position von “Klimaschutz im Bundestag” zum Bundesmobilitätsgesetz ist in diesem Papier zusammengefasst.

Ablauf der Veranstaltung am 16. Dezember 2021:

18:15 Uhr
Begrüßung durch Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende;
Einführung und Moderation Dr. Jörg Lange, CO2 Abgabe e.V.

18:30 Uhr
Impulsreferat Dr. Jan Werner

18:45 Uhr
Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Parteien der Ampelkoalition
Detlef Müller, SPD, Mitglied des Verkehrsausschusses 
Susanne Menge, Grüne, Sprecherin des Bundesarbeitskreises Mobilität von Bündnis 90/Die Grünen
Bernd Reuther, FDP, Mitglied im Verkehrsausschuss und Vorsitzender der AG Verkehr der FDP-Bundestagsfraktion 

19:20 Uhr
Publikumsfragen

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung unter diesem Link erforderlich. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter*innen der Politik und Verkehrsexpert*innen, steht aber auch interessierten Bürger*innen offen.

Ansprechpartner Klimaschutz im Bundestag / CO2 Abgabe e.V.

Dr. Jörg Lange
Geschäftsführender Vorstand
CO2 Abgabe e.V. | Alfred-Döblin-Platz 1 | 79100 Freiburg im Breisgau

Telefon: +49 (0)761 45 89 32 77
E-Mail: joerg.lange@co2abgabe.de
Web:    co2abgabe.de | klimaschutz-im-bundestag.de

Ansprechpartner ökologischer Verkehrsclub VCD

Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner
VCD-Pressestelle
VCD e.V. | Wallstraße 58 | 10179 Berlin

Telefon: +49 (0) 30 28 03 51-12
E-Mail: presse@vcd.org
Web:    vcd.org

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news-4103 Wed, 08 Dec 2021 08:55:00 +0100 Europa mit der Bahn: So reisen Sie klimafreundlich, komfortabel und kostengünstig http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/europa-mit-der-bahn-so-reisen-sie-klimafreundlich-komfortabel-und-kostenguenstig/ Im europäischen Jahr der Schiene untersucht der VCD Bahntest das Reisen mit der Bahn über Ländergrenzen hinweg. Am Beispiel von sechs Metropolen Europas erfahren Reisende, wie sie an günstige Tickets für gute Verbindungen kommen. Der Bahntest gibt Tipps zu Fahrgastrechten und Fahrradmitnahme und zeigt, was politisch getan werden muss, damit die Bahn eine echte Alternative zu Flugzeug und Auto wird. Berlin, 8. Dezember 2021. Entspannt durch Amsterdam radeln, das Colosseum in Rom besichtigen oder zum Sightseeing nach Stockholm – was pandemiebedingt gerade nur eingeschränkt möglich ist, liegt oft nur eine Bahnfahrt entfernt. Und eins ist klar: Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Reiselustige, die ihre Europa-Reise schon mal planen wollen, sind mit dem Bahntest des ökologischen Verkehrsclub VCD gut ausgestattet. Passend zum europäischen Jahr der Schiene liefert die Ausgabe „Europa per Bahn – Entspannt und preiswert in die schönsten Metropolen“ hilfreiche Tipps und Tricks für die Reiseplanung und beantwortet die wichtigsten Fragen: Wie lange bin ich unterwegs, wie komme ich an günstige Tickets und wieviel kosten diese?

Untersucht wurden sechs Strecken inklusive zweier Nachtzugverbindungen von den größten deutschen Bahnhöfen nach Rom, Marseille, Amsterdam, Budapest, Stockholm und Danzig. Das Marktforschungsinstitut Quotas hat im Auftrag des VCD Daten zu den sechs Reisezielen ausgewertet. Der VCD Bahntest zeigt: Auf vielen internationalen Strecken gibt es bereits gute Bahnverbindungen. So gelangt man nicht nur bequem, sondern auch klimafreundlich ans Ziel. Während eine Reise mit dem Fernzug nur 13 g CO2 pro Kilometer verursacht, liegt der Wert beim Auto bei 139 g und beim Flugzeug bei 246 g.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende, fordert: „Die Verlagerung vom Flugzeug auf die Schiene wird politisch oft beschworen. Bislang wird aber zu wenig dafür getan. Bahnverkehr in Europa muss länderübergreifend geplant werden. Während die Klimakrise keine nationalen Grenzen kennt, werden sie im Fernbahnverkehr umso deutlicher: Fehlende Verknüpfungen im Schienennetz und eine fehlende europäische Ticketplattform erschweren den Umstieg von Flugzeug und Auto auf die umweltfreundliche Bahn." 

„Bahnfahren muss einfacher werden – vor allem über Grenzen hinweg. Dank unserer umfangreichen Datenauswertung konnten wir die bequemsten und günstigsten Verbindungen zum Urlaubsziel ermitteln“, sagt Bastian Kettner, Bahn-Sprecher des VCD. „Aber Reisende scheitern oft schon an der ersten Hürde: Die Ticketbuchung ist kompliziert, unübersichtlich und zeitaufwendig. Wenn Klimaschutz an der Ticketbuchung scheitert, läuft etwas gehörig schief.“

Im Bahntest 2021/22 werden die besten Reise- und Buchungsoptionen für Familien und Alleinreisende vorgestellt. In vielen Fällen bieten einige Buchungsportale verschiedener Bahngesellschaften und privater Unternehmen praktische und günstige Reiseverbindungen, doch es wurden auch Schwierigkeiten beispielsweise bei der Ticketbuchung deutlich. Die EU-Fahrgastrechtnovelle soll ab 2023 das Bahnfahren in Europa einfacher machen. Allerdings gibt es aus Sicht des VCD hier noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Damit Bahnfahren in Europa aber wirklich komfortabel und kostengünstig wird, braucht es eine gesamteuropäische Mobilitätsplattform und einen Europatarif. Alle öffentlichen Verkehrsangebote für die gewünschte Reise sowie die Ticketpreise sollen übersichtlich dargestellt und Reiseketten mit wenigen Klicks durchgehend buchbar werden.

Ausbaubedarf besteht außerdem beim Angebot: Das angekündigte TEE 2.0-Netz darf nicht bloß eine vage Absichtserklärung bleiben. Es braucht stattdessen verbindliche Vereinbarungen, um es aufzubauen und zu finanzieren. Darüber hinaus muss das Nachtzugnetz weiter zügig wachsen. Der Bahntest zeigt, dass einige Verbindungen relativ schnell ausgebucht sind. Nicht nur das macht deutlich: Bahnfahren in Europa hat erhebliches Potenzial, das genutzt und gefördert werden muss. Denn für mehr Klimaschutz brauchen wir einen starken und attraktiven Bahnverkehr in Europa.

Der VCD Bahntest 2021/22 „Europa per Bahn“ zum Download.

Pressekontakt:
Bastian Kettner, VCD-Bahnsprecher • 030 / 280 351-36 • bastian.kettner@vcd.org
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV • Facebook: @vcdbundesverband • Instagram: @vcd_ev 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4098 Thu, 25 Nov 2021 13:04:05 +0100 Koalitionsvertrag: Nicht ausreichend für Verkehrswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/koalitionsvertrag-nicht-ausreichend-fuer-verkehrswende/ Der ökologische Verkehrsclub VCD betrachtet den Koalitionsvertrag der Ampelparteien als nicht ausreichend für eine sozial-ökologische Verkehrswende. Es werden zwar viele richtige Ziele genannt, aber das Instrumentarium zur Erreichung dieser Ziele ist viel zu vage. Prof. Dr. Stefan Bajohr, VCD Bundesvorsitzender: „Das Instrumentarium, auf das sich die drei Parteien bei der Mobilität verständigt haben, trägt kaum dazu bei, das Klimaziel von Paris zu erreichen. Ohne Tempolimits, ohne ein klares Aus für Straßenneubau und Verbrenner, ohne absoluten Vorrang für den Umweltverbund aus Bahn, Bus, Rad und Fußgänger*innen scheitert die Verkehrswende. Der neue Verkehrsminister muss mehr tun, als Absichtserklärungen zu verwalten."

Lichtblicke sieht der VCD lediglich im Bereich Bahn-Infrastruktur und der Reform der Bundesverkehrswegeplanung sowie des Straßenverkehrsrechts.

Mehr Geld soll es für die Schiene geben, die künftig erstmals mehr Investitionsmittel als die Straße erhalten soll. Der VCD begrüßt dies, er hatte gemeinsam mit anderen Bahnverbänden jedoch gefordert, dass insgesamt mindestens 2/3 aller Investitionen in die Infrastruktur für die Schiene ausgegeben werden. Im Übrigen werden die bereits bekannten Zielsetzungen aus dem Koalitionsvertrag der GroKo fortgeschrieben. Auch der Deutschlandtakt soll nun zügig umgesetzt werden ­– infrastrukturell, finanziell, organisatorisch und rechtlich abgesichert. Wie dies genau passieren soll, bleibt offen.

Kerstin Haarmann, VCD Bundesvorsitzende: „Gut ist aber: Die Bahninfrastruktur wird gestärkt durch Zusammenlegung der DB Infrastrukturgesellschaften und Einführung von Gemeinwohlzielen. So bleibt das erwirtschaftete Geld in der Infrastruktur und kann direkt dort reinvestiert werden, anstatt den Fahrbetrieb der DB quer zu finanzieren. Reformen im Verkehrsbereich sind also möglich in Deutschland! Jetzt müssen die Trassenpreise weiter gesenkt werden.“

Als übergeordnetes Ziel nennt der Koalitionsentwurf im Kapitel Mobilität, eine nachhaltige, effiziente, barrierefreie, intelligente, innovative und für alle bezahlbare Mobilität zu ermöglichen. Aus Sicht des VCD gelingt dies nur mit einem Bundesmobilitätsgesetz als neuem Rechtsrahmen. Der VCD begrüßt deshalb, dass zentrale Elemente seines Vorschlags für ein solches Bundesmobilitätsgesetz im Koalitionsentwurf aufgegriffen werden. So sollen die aktuellen Projekte der Bundesverkehrswegeplanung auf den Prüfstand kommen und künftig auf Basis neuer Kriterien im Rahmen eines Bundesmobilitätsplans 2040 auf den Weg gebracht werden. Dies bietet die Chance, die Verkehrsplanung endlich integriert über alle Verkehrsmittel hinweg an Nachhaltigkeitszielen auszurichten.

Positiv bewertet der VCD auch, dass das Straßenverkehrsrecht um Klima-, Umwelt- und Gesundheitsziele ergänzt werden soll. Damit erhalten Kommunen endlich einen größeren Spielraum, um neue Ansätze nachhaltiger Mobilität wie z.B. Pop-up-Radwege, das Einrichten von Begegnungszonen und Spielstraßen dauerhaft und ohne langwierige verwaltungsrechtliche Prozesse umsetzen zu können. Dies ist ebenfalls ein zentrales Anliegen eines Bundesmobilitätsgesetzes.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „Absolut widersprüchlich ist der Koalitionsvertrag beim Thema Verkehrssicherheit. Die Ampelkoalition will zur Umsetzung der Vision Zero, also des Ziels Null Verkehrstote, das Verkehrssicherheitsprogramm fortschreiben. Nur einen Satz später wird ein generelles Tempolimit abgelehnt – die vielleicht sichtbarste und schnell umsetzbare Maßnahme für sicherere Straßen. Hier zeigt sich das Dilemma, unterschiedliche Positionen und ideologische Widerstände unter einen Hut kriegen zu müssen. Das Ergebnis sind unklare Ziele und mutlose Maßnahmen Dabei darf es nicht bleiben. Das Thema Tempolimit muss auf Wiedervorlage.“

Beim Autoverkehr setzt die Ampel wie die Vorgängerregierung auf die Antriebswende, lässt aber noch ein Schlupfloch für Verbrenner offen, die mit E-Fuels betrieben werden können. Statt eines nationalen Ausstiegsdatums für Verbrenner wird lediglich auf die CO2-Gesetzgebung der EU verwiesen. Der aktuelle EU-Vorschlag sieht vor, ab 2035 nur noch emissionsfreie Pkw zuzulassen. Wie es im Zusammenhang mit der CO2-Regulierung funktionieren kann, dass auch nach diesem Stichdatum Verbrenner zugelassen werden können, wenn sie nachweislich mit E-Fuels betrieben werden können, ist aus Sicht des VCD ein Rätsel. Faktisch können bereits jetzt alle Verbrenner mit E-Fuels betrieben werden, in der Realität werden sie aber auch künftig mit normalem Sprit fahren, weil E-Fuels ineffizient und teuer sind und es nicht die nötigen Mengen geben wird. Auch Plug-In-Hybride sollen weiterhin gefördert werden, allerdings soll zusätzlich der Nachweis der tatsächlichen elektrischen Fahrleistung mit herangezogen werden. Der VCD fordert dagegen ein komplettes Ende dieser Förderung.

Mutlos sind die Koalitionäre auch beim Abbau weiterer klimaschädlicher Subventionen. Während E-Autos ab 2025 bei der Dienstwagensteuer teurer werden und die Umweltprämie auslaufen soll, ändert sich bei Verbrennern nichts. Der Abbau des Dieselsteuervorteils wird mit Verweis auf die anstehende Reform der Energiesteuerrichtlinie auf die EU-Ebene verschoben und diesbezüglich bereits eine Anpassung der Kfz-Steuer zugunsten von Diesel-Pkw angekündigt. Beim Flugverkehr verhält es sich ähnlich: Zwar bekennt man sich zur Luftverkehrsteuer, deren Erträge sollen aber dem allgemeinen Steueraufkommen entzogen und komplett für die Subventionierung der Flugverkehrsbranche eingesetzt werden.

Für den öffentlichen Nahverkehr ist ein Ausbau- und Modernisierungspakt vorgesehen, um die Fahrgastzahlen deutlich zu steigern. Was genau darunter zu verstehen ist, ist ebenfalls unklar. Zentrale Forderungen des VCD im Bereich ÖPNV wurden zwar aufgegriffen, wie eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel, Definition von Qualitätskriterien oder Erreichbarkeitsstandards. Wieviel Geld es zusätzlich geben soll und ob es sich tatsächlich um Mindestbedienstandards handelt, bleibt offen. Ebenfalls unklar ist, ob der Bund Kommunen und Landkreisen auch bei den Betriebskosten für Mobilitätsangebote stärker unter die Arme greift. Als positiv bewertet der VCD die Beibehaltung des Rettungsschirmes für den ÖPNV in 2022.

Ähnlich verhält es sich bei der Förderung des Radverkehrs. Der VCD begrüßt Ansätze wie die Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans und eine Verstetigung der Mittel bis 2030, vermisst aber konkrete Ziele zur Größenordnung. Ein klares Bekenntnis liefert der Entwurf erstmalig für den Fußverkehr, der mit einer eigenen Strategie unterstützt werden soll.  

Das Fazit des VCD: Jetzt müssen die Ampelkoalition und vor allem Verkehrsminister Wissing beweisen, dass sie auch im Verkehrsbereich Fortschritte auf den Weg bringen und mutig die Verkehrswende angehen. Der VCD wird beratend zur Seite stehen.

Alle VCD-Forderungen zur Bundestagswahl: https://www.vcd.org/bundestagswahl-2021/

Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV  • Facebook: @vcdbundesverband • Instagram: @vcd_ev

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4096 Wed, 24 Nov 2021 09:00:00 +0100 »Mobilitätsmanagement im Wohnquartier«: VCD startet neues Fortbildungsangebot http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mobilitaetsmanagement-im-wohnquartier-vcd-startet-neues-fortbildungsangebot/ Gemeinsam mit den Bildungsträgern BBA und EBZ bietet der ökologische Verkehrsclub VCD ab Ende November erstmals die Online-Fortbildung »Mobilitätsmanagement im Wohnquartier« an. Zukünftige Mobilitätsmanager*innen beschäftigen sich dort mit dem Klimaschutz im Verkehr und der Entwicklung lebenswerter und attraktiver Wohnquartiere. Die einmalig kostenfreie Fortbildung bringt die Themen Wohnen und Mobilität zusammen und vermittelt Teilnehmenden das nötige Fachwissen, um intelligente Mobilität im Quartier aktiv gestalten zu können. Berlin, 24. November 2021. Unser Mobilitätsverhalten wird sich in Zukunft stark verändern müssen, damit der Verkehr den Klimawandel nicht immer weiter anheizt. Wer auf ein eigenes Auto verzichtet, muss deshalb gute Alternativen haben. Insbesondere in den Städten ist der Trend zum Fahrrad und zur Nutzung von Sharing-Angeboten bereits heute unübersehbar. Auf diese Herausforderungen muss sich auch die Wohnungswirtschaft vorbereiten. Neue Konzepte müssen her, für Investitionen in die Bestände wie auch beim Neubau von Wohnquartieren. Das nötige Fachwissen wollen der VCD und seine Partner interessierten Mitarbeitenden in Wohnungsunternehmen und Kommunen, aber auch Stadtplaner*innen und Architekt*innen liefern.

In Kooperation mit dem Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) und der BBA - Akademie der Immobilienwirtschaft e.V. bietet der VCD deshalb ab Ende November die Online-Fortbildung »Mobilitätsmanagement im Wohnquartier« an. Die Teilnehmenden erwerben Kompetenzen, um sinnvolle Maßnahmen nachhaltiger Mobilität im Wohnquartier beurteilen, anregen und umsetzen zu können. Im Rahmen der Fortbildung werden auch die notwendigen Kenntnisse vermittelt, um die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts ausschreiben und kompetent betreuen zu können.

VCD Projektleiter René Waßmer: „Der Zusammenhang von Wohnen und Mobilität wird immer noch weitgehend unterschätzt. Aber an der Haustür entscheidet sich, wie wir mobil sind und ob wir auch ohne Auto gut zur Arbeit, zur Schule und zum Supermarkt kommen. Drei Viertel aller Wege starten und enden zuhause. Gefragt sind also gute Alternativen zum eigenen Auto.  Wohnungsunternehmen und Kommunen kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu, die immer wichtiger wird. Denn der Wert einer Immobilie wird sich künftig auch an der Qualität der Mobilitätsinfrastruktur orientieren.“

BBA Bildungsreferentin Astrid Kösters: „Jedes Quartier, jede Stadt, ist so individuell wir ihre Bewohner*innen. Wenn wir uns mit Mobilität befassen, dann müssen wir diese Vielfalt berücksichtigen. Nur so kann eine Mobilitätswende funktionieren, die auch wirklich von allen angenommen wird. Dabei spielen die räumliche und infrastrukturelle Umgebung ebenso eine Rolle wie die sozialen und ökologischen Bedürfnisse der Anwohner*innen und Mieter*innen. Das wissen auch unsere Mitgliedsunternehmen. Unsere Aufgabe als Bildungspartnerin ist es, unsere Mitgliedsunternehmen bei der Planung und Umsetzung ihrer Mobilitätsprojekte zu begleiten, indem sie das nötige Knowhow für die Praxis erhalten.“

Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit kann die Veranstaltung als erstmaliges Pilotprogramm für die Teilnehmenden einmalig kostenfrei (BBA) bzw. mit vom VCD bereitgestellten Rabattcode kostenfrei (EBZ) angeboten werden.

Die Fortbildung wird organisiert vom VCD-Projekt »Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität«, das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird. Es bringt Wohnungsunternehmen, Kommunen und Mobilitätsdienstleister zusammen, um gemeinsam an intelligenten, umwelt- und sozialverträglichen Mobilitätskonzepten für Wohnquartiere zu arbeiten.


Mehr zur Fortbildung »Mobilitätsmanagement im Wohnquartier« finden Sie hier: intelligentmobil.de/fortbildung
 

Pressekontakt:
René Waßmer, VCD-Projektleiter  • Telefon 030/280351-31 • rene.wassmer@vcd.org • bzw.
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV • Facebook: @vcdbundesverband • Instagram: @vcd_ev 

 

 

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news-4095 Tue, 23 Nov 2021 14:17:00 +0100 Jetzt wechseln! Die Kfz-Versicherung des VCD mit Öko-Bonus http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/jetzt-wechseln-die-kfz-versicherung-des-vcd-mit-oeko-bonus/ Bis zum 30. November ist der Wechsel zu einer neuen Kfz-Versicherung möglich. Die VCD Service GmbH bietet neben günstigen Konditionen den Umweltfaktor. Bei der „VCD Eco-Line“ Versicherung gilt: Je klimafreundlicher das Auto, desto günstiger die Beiträge. Auch Fahrräder und E-Bikes können versichert werden. Berlin, 23. November 2021. Jedes Jahr aufs Neue werben Kfz-Versicherungen im November um Kund*innen. Denn bis Ende des Monats besteht in aller Regel die Möglichkeit zum Wechseln. Im Falle einer Beitragserhöhung verlängert sich das Kündigungsrecht sogar bis Ende Dezember. Oft geht es bei einem Wechsel um die Frage, ob sich mit einer anderen Versicherung Geld einsparen ließe. Fahrzeughalter*innen sollten aber unbedingt auch ihre Vertragsbedingungen unter die Lupe nehmen. Die „Eco-Line“ Versicherung des ökologischen Verkehrsclub VCD bietet neben einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis auch eine gute Öko-Bilanz, da die Beiträge sich nach der Umweltverträglichkeit des zu versichernden Fahrzeugs richten. Zudem unterstützt eine Versicherung bei der VCD Service GmbH auch die Ziele der dahinterstehenden Umweltorganisation.

Grundsätzlich sollten Wechselwillige darauf achten, dass eine ausreichend hohe Summe bei Haftpflichtschäden versichert ist. „Mit der gesetzlichen Mindestsumme wäre an der falschen Stelle gespart“, warnt Stephan Oldenburg, Geschäftsführer der VCD Service GmbH. Gut beraten seien Autofahrerinnen und Autofahrer mit einer Deckungssumme bis zu 100 Millionen Euro. Auch sollte darauf geachtet werden, dass Schäden aus grober Fahrlässigkeit regressfrei bleiben. Darüber hinaus sind eine lange Neuwertabsicherung (mindestens 12 Monate) sowie eine freie Werkstattwahl bei Kaskoschäden empfehlenswert.

Die Beitragshöhe bei der Kfz-Versicherung Eco-Line richtet sich nach dem CO2-Ausstoß und der Schadstoffklasse. Den höchsten Öko-Bonus bekommen Elektro-, Hybrid- und Erdgasautos. Je weniger das zu versichernde Auto die Umwelt belastet, desto günstiger sind die Beiträge. „Gerade Elektroautos erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Deshalb haben wir für diese Fahrzeuge besondere Leistungen entwickelt“, betont Oldenburg. Mit dem aktuellen Komfort-Tarif des Versicherungspartners DA Direkt bietet die Service GmbH in der Kfz-Versicherung Ecoline für Fahrer*innen von E-Autos folgende Leistungserweiterungen an:

  • „All-Risk-Deckung“. Grundsätzlich ist der Akku als Fahrzeugbestandteil bei z.B. Diebstahl, Unfall oder Brand bis zum Wiederbeschaffungs- oder sogar Neuwert versichert. Zusätzlich zu den in der Vollkasko versicherten Gefahren besteht die All-Risk-Deckung (also zum Beispiel Ladeschäden durch Fehlbedienung oder den Blitzschlag in die Ladesäule) bis zu einem Betrag von 20.000 Euro.
  • Beitragsfrei sind außerdem mitversichert: Wallboxen (bis max. 1.000 Euro), mobile Ladegeräte (bis max. 1.000 Euro) sowie Ladekabel beim Ladevorgang oder Aufbewahrung unter Verschluss und Ladekarten (bis max. 100 Euro).

Der zweite Baustein für eine gute Absicherung ist die zuverlässige Pannenhilfe. Wie die Beiträge für die Kfz-Versicherung sind auch die Schutzbriefpreise ökologisch gestaffelt. Je besser die Schadstoffklasse, desto niedriger die Prämie. Für Fahrzeuge mit Elektro-, Hybrid- und Erdgasantrieb kostet der Schutzbrief jährlich 29 Euro.

Versicherung und Schutzbrief sind nicht nur für Autofahrer*innen interessant. Pannen- und Unfallschutz können auch von Fahrradfahrer*innen in Anspruch genommen werden. Bei der VCD Service GmbH beispielsweise für neun Euro im Jahr. Für Mitglieder des ökologischen Verkehrsclub VCD gibt es weitere Extras, unter anderem eine individuelle Mobilitätsberatung.

Berechnen Sie hier Ihr Wechselangebot mit der VCD Eco-Line: http://www.vcd-service.de oder rufen Sie das Service-Team an unter 0228-98585-85.


Pressekontakt: 

Stephan Oldenburg, Geschäftsführer VCD Service GmbH • Telefon 0228-98585-82 • stephan.oldenburg@vcd-service.de • www.vcd-service.de

Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV • Facebook: @vcdbundesverband • Instagram: @vcd_ev 

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-4092 Mon, 15 Nov 2021 11:59:33 +0100 Knackpunkt Verkehr: Die neue Bundesregierung muss beim Klimaschutz liefern! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/knackpunkt-verkehr-die-neue-bundesregierung-muss-beim-klimaschutz-liefern/ Noch ist nicht viel bekannt aus den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP. Eines zeichnet sich aber ab: Beim Thema Verkehr stecken die Verhandler fest. Die Chance auf mehr Klimaschutz im Verkehr darf nicht verspielt werden, kritisiert der VCD. Stefan Bajohr, Bundesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclub VCD: „Wenn beim Auto und beim Flugverkehr nicht konsequent umgesteuert wird, bei gleichzeitig massivem Ausbau der Bahn, dann fährt Deutschland seine Klimaziele voll gegen die Wand. Dann schaffen wir auch das 1,5 Grad Ziel nicht. Es darf jetzt nicht um machtpolitische Interessen und politische Erfolge oder Misserfolge der einzelnen Parteien gehen, sondern nur um die Frage: Können wir es uns leisten, auf mehr Klimaschutz zu verzichten? Die Antwort ist klar: Nein.“

Beim Thema Mobilität darf die nächste Bundesregierung es nicht bei Lippenbekenntnissen belassen, fordert der VCD. Auch sollten die Ampel-Parteien allen Versuchen aus der Auto- oder Luftfahrtbranche, mit massiver Lobbyarbeit Einfluss auf die Verhandlungen zu nehmen und mehr Klimaschutz zu verhindern, Paroli bieten.

Der Umbau unseres autozentrierten Verkehrssystems hin zu einer ökologisch-sozialen Mobilität für alle Menschen muss jetzt angeschoben werden. Denn Planungsprozesse im Verkehrsbereich dauern Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Nur so schaffen wir zusätzliche Bus- und Bahnangebote sowie mehr und bessere Radwege. Mit seinem Vorschlag für ein Bundesmobilitätsgesetz setzt der VCD den notwendigen Rechtsrahmen, um die Angebots- und Investitionsoffensive für Bus, Bahn und Rad abzusichern.

Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4089 Sun, 07 Nov 2021 12:21:00 +0100 Tempolimit wieder auf die Agenda setzen! VCD-Bundesversammlung appelliert an Ampelkoalition http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/tempolimit-wieder-auf-die-agenda-setzen-vcd-bundesversammlung-appelliert-an-ampelkoalition/ Die Bundesdelegierten des VCD haben einstimmig in einer Resolution die Notwendigkeit für neue Höchstgeschwindigkeiten im Verkehr bekräftigt. Damit appelliert der Verband an SPD, FDP und Grüne, ihren Verzicht auf ein Tempolimit auf Autobahnen zu überdenken – für mehr Klimaschutz und weniger Verkehrsopfer. Berlin, 7. November 2021. Die Delegierten des ökologischen Verkehrsclub VCD forderten die Parteien der künftigen Bundesregierung auf, den Klimaschutz und die Verkehrssicherheit endlich ernst zu nehmen. Deshalb müssen auf allen Straßen die allgemein zulässigen Geschwindigkeiten auf ein verträgliches Niveau reduziert und neue Höchstgeschwindigkeiten festgesetzt werden. Das bedeutet: Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, Tempo 80 auf Landstraßen und Tempo 120 auf Autobahnen. Von der diesjährigen Versammlung sollte ein klares Signal ausgehen, dass ein Tempolimit auf Autobahnen nicht vom Tisch sein dürfe, erklärten VCD-Aktive aus ganz Deutschland.

„Eine schrumpfende Minderheit pocht auf ihr vermeintliches Recht aufs Rasen und torpediert damit alle Anstrengungen, die Klimaziele im Verkehr zu erreichen“, kritisierte Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD. „Das Tempolimit ist eine kostenlose Maßnahme mit Soforteffekt für mehr Umweltschutz. Es nicht umzusetzen ist irrational und im europäischen Vergleich, wo überall ein Tempolimit gilt, geradezu beschämend.“

Zu den Vorteilen von Tempolimits für die Verkehrssicherheit ergänzte Stefan Bajohr, der Co-Vorsitzende des VCD: „Körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht. Dieses treten wir mit Füßen, solange Rasende weiterhin freie Fahrt genießen und wir setzen dadurch Menschenleben bewusst aufs Spiel. Ein Drittel der tödlichen Unfälle im Straßenverkehr ist auf zu hohe Geschwindigkeiten zurückzuführen. Die Vision Zero erreichen wir nicht auf der Überholspur, sondern nur mit neuen, niedrigeren Höchstgeschwindigkeiten.“

Auch in der Bevölkerung befürwortet eine Mehrheit mittlerweile ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen. Daher fordert der Verband die Koalitionsparteien erneut in aller Dringlichkeit dazu auf, ihre Position zum Tempolimit zu überarbeiten – für die Sicherheit der Menschen und den Erhalt unserer Umwelt.

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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4088 Fri, 05 Nov 2021 13:09:33 +0100 Aufspaltung der Bahn: Nicht mehr Konkurrenz, mehr Umweltschutz und Kundennutzen muss das Ziel sein http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/aufspaltung-der-bahn-nicht-mehr-konkurrenz-mehr-umweltschutz-und-kundennutzen-muss-das-ziel-sein/ FDP, Grüne und die Monopolkommission wollen die Bahn in zwei unabhängige Unternehmen aufspalten. Gleisnetz, Stationen und Bahnstromnetz aus dem Konzern herauszulösen kann aus Sicht des VCD sinnvoll sein. Oberstes Ziel einer Bahnreform müssen aber mehr Umweltschutz und ein höherer Nutzen für die Kunden sein, statt lediglich stärkere Konkurrenz durch andere Anbieter, fordert der VCD. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD, kommentiert:

„Die zentrale Frage muss doch sein: Was trägt dazu bei, die Klimaziele besser und schneller zu erreichen? In anderen Ländern in Europa finden wir sowohl Beispiele für erfolgreiche integrierte Eisenbahnkonzerne mit klarem, politischem Auftrag als auch für erfolgreiche Wettbewerbssysteme. Von Staatsbahnen wie der österreichischen ÖBB profitieren vor allem benachteiligte, schlechter angebundene Regionen und Menschen mit geringerem Einkommen. Wir brauchen ein System, das den Kunden höchstmögliche Qualitäts- und Angebotsstandards bei bezahlbaren Ticketpreisen bietet, damit wir den Umstieg auf die Schiene und eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 schaffen. Größte Bedeutung hat auch die Frage, welches System maximale Transparenz über die Verwendung der öffentlichen Gelder garantiert. 

Wir fordern, dass Gleise und Stationen nicht mehr wie bisher Dividenden für den Gesamtkonzern erwirtschaften müssen. Statt das DB Netz an Gewinnzielen auszurichten, sollten ausschließlich klare Gemeinwohlziele wie die umweltfreundliche und kundenorientierte Erhaltung und der Betrieb des gesamten Bahnnetzes Priorität haben. Das Bahnnetz als natürliches Monopol muss Staatseigentum bleiben. Alle Entgelte, die wettbewerblich fair erhoben werden müssen, sollen in den Ausbau und Erhalt des Bahnnetzes fließen - dazu gehören auch weitere Infrastruktureinrichtungen wie Bahnhöfe und die Energieversorgung. Der öffentliche Zuschussbedarf des DB Zugbetriebes würde sich dadurch erhöhen, wäre aber erheblich transparenter.“

 
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Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4087 Tue, 02 Nov 2021 14:55:07 +0100 Wenn Spritpreise steigen, müssen Bus und Bahn für alle bezahlbar sein http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wenn-spritpreise-steigen-muessen-bus-und-bahn-fuer-alle-bezahlbar-sein/ Viele Verkehrsverbünde wollen die Ticketpreise für Busse und Bahnen erhöhen. Angesichts steigender Kosten für Benzin und Diesel fordert der VCD den Bund auf, Busse und Bahnen als Rückgrat der Verkehrswende stärker zu unterstützen. Verbraucher dürfen nicht mit höheren Kosten für umweltfreundliche Mobilität allein gelassen werden. Bastian Kettner, VCD-Sprecher für Bahn und ÖPNV kommentiert:
 „Während die Ticketpreise in einigen Regionen stabil bleiben, werden sie anderswo um mehr als fünf Prozent angehoben. Dass alle Verkehrsverbünde ihre Tarifentscheidungen mit dramatischen Ausfällen während der Coronakrise begründen und dennoch zu solch unterschiedlichen Ergebnissen gelangen, dürfte auch viele Fahrgäste verwundern. Es ist schwer nachzuvollziehen, warum die Verluste an einem Ort durch höhere Fahrpreise aufgefangen werden sollen, während sich andere Verkehrsverbünde durch gleichbleibende Preise eine Stabilisierung der Fahrgastzahlen und damit auch stabile Einnahmen erhoffen. Für den VCD ist klar, dass die finanziellen Folgen der Coronakrise nicht denjenigen aufgebürdet werden sollten, für die ein bezahlbarer ÖPNV einen grundlegenden Zugang zu Mobilität und damit Teilhabe darstellt.“

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, ergänzt: 
„Gerade wenn die Preise für Benzin und Diesel steigen, müssen Bus und Bahn für alle bezahlbar sein. Bei allen Klagen über hohe Spritpreise muss man eines klar sehen: Die Kosten für Bus und Bahn sind deutlich stärker gestiegen als die fürs Autofahren. Zwischen 2000 und 2018 stiegen die Preise für Benzin und Diesel um 36 Prozent, die für Bahn und Bus dagegen um 79 Prozent. Klimafreundliche Mobilität muss aber günstiger sein als klimaschädliche Mobilität und auch stärker gefördert werden. Österreich ist mit dem Klimaticket vorgeprescht. Jetzt ist auch Deutschland am Zug, Modelle zu entwickeln, um mit einem gut ausgebauten, preiswerten und solide finanzierten ÖPNV eine zentrale Säule einer sozial-ökologischen Mobilitätswende aufzubauen.“ 

 
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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4086 Fri, 29 Oct 2021 10:15:32 +0200 Koalitionsverhandlungen: Bahnbranche fordert Priorität für die Schiene http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/koalitionsverhandlungen-bahnbranche-fordert-prioritaet-fuer-die-schiene/ Bahnverbände erinnern im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen an die gemeinsamen Kernforderungen der Branche: Infrastruktur ausbauen, Schiene konsequent digitalisieren, Verkehrswende forcieren Die acht Bahnverbände rufen im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen die drei wichtigsten Forderungen der Branche an die Politik in Erinnerung: Die nächste Bundesregierung muss die Infrastruktur für den Deutschlandtakt ausbauen, die Digitalisierung der Schiene vorantreiben und die Verkehrswende forcieren. Diese Forderungen hatten die Verbände bereits zu Beginn des Jahres in einem gemeinsamen Papier veröffentlicht. Die Schienenbranche begrüßt, dass vor allem in der vergangenen Legislaturperiode die finanziellen Mittel für den Eisenbahnsektor deutlich aufgestockt wurden. Doch die künftige Bundesregierung muss das Tempo jetzt weiter erhöhen und der Schiene Priorität einräumen. Alle Parteien hatten sich vor der Wahl für eine Stärkung der Schiene ausgesprochen. In den bisher veröffentlichten Ergebnissen der Gespräche zwischen SPD, Grünen und FDP sei bezüglich der Stärkung des Eisenbahnverkehrs aber noch viel Luft nach oben, so die Bahnverbände.

Von überragender Bedeutung für Deutschland sei die Erreichung der Klimaschutzziele bis 2030, was im Verkehrssektor nur mit mehr Schienenverkehr gelingen könne, betonen der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Allianz pro Schiene, Bundesverband SchienenNahverkehr, mofair, Netzwerk Europäischer Eisenbahnen, VCD Verkehrsclub Deutschland, Verband der Bahnindustrie in Deutschland und der Verband der privaten Güterwagenhalter VPI. Die Branche müsse mit Blick auf die Klimaschutzziele die Fahrgastzahlen im Personenverkehr in diesem Jahrzehnt verdoppeln und den Marktanteil im Güterverkehr auf mindestens 25 Prozent erhöhen. Die Bahnverbände fordern von der neuen Bundesregierung daher eine konsequente Stärkung und beschleunigte Modernisierung des Schienenverkehrs. Dafür müsste die neue Bundesregierung drei Punkte prioritär vorantreiben:

1) Infrastruktur ausbauen

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Schienenpolitik liegt in einem Ausbau der Schieneninfrastruktur. Für einen Deutschlandtakt und eine leistungsfähigere Schieneninfrastruktur sind vier Dinge wichtig.

  • Der Bund muss die Mittel für den Neu- und Ausbau des Schienennetzes spätestens ab Mitte der Legislaturperiode auf mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr erhöhen.
  • Ausbau und Modernisierung der Schieneninfrastruktur müssen finanziell langfristig abgesichert sein, so wie es der Erhalt des Netzes bereits ist. Dafür eignet sich ein staatlicher Bahninfrastrukturfonds nach Schweizer Vorbild.
  • Bund und Branche müssen auf dem Weg zum Deutschlandtakt Zwischenschritte mit konkreten Angebotsverbesserungen definieren. Für jede einzelne Etappe muss der Bund den nötigen Infrastrukturausbau finanziell absichern. Dies gilt auch für die Eisenbahninfrastruktur, die sich nicht im Bundesbesitz befindet. Nur so ist es möglich, die Verbindung zu den Kunden in der Fläche (die „letzte Meile“) attraktiv zu gestalten.
  • Die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Infrastruktur muss schneller gesteigert werden – insbesondere durch kleine und mittlere Maßnahmen, die Schließung von Elektrifizierungslücken, die Streckenreaktivierung sowie den Ausbau und die Modernisierung von Gleisanschlüssen.

2) Bahnsystem digitalisieren

Sowohl der Bahnbetrieb als auch die Infrastruktur werden durch Digitalisierung leistungsfähiger und zuverlässiger. Dabei geht es insbesondere um vier Weichenstellungen.

  • Deutschland muss in einem finanziellen und organisatorischen Kraftakt das gesamte Bundesschienennetz und die Fahrzeugflotten bis 2035 digitalisieren.
  • Die Schlüsseltechnologie für mehr Effizienz im Schienengüterverkehr heißt Digitale Automatische Kupplung (DAK). Die Umrüstung der europaweit 450.000 Güterwagen in dieser Dekade kostet mehr als acht Milliarden Euro. Für diese Herkulesaufgabe werden die Unternehmen Fördermittel vom Bund und der EU benötigen.
  • Für einen verbraucherfreundlichen öffentlichen Verkehr müssen durchgehende Tickets von Tür zu Tür die Regel werden. Dazu gehören auch branchenweite Informationen über Fahrpläne aller Anbieter in Echtzeit und über moderne Features wie Auslastungsdaten.
  • Der Bund muss mehr Anreize für Innovationen setzen, etwa durch eine Aufstockung des „Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr“ und einen Innnovationsbonus für Investitionen in digitale, emissionsfreie Technologien.

3) Verkehrswende forcieren

Mit einem substanziell höheren Marktanteil der Schiene kommt Deutschland beim Klimaschutz voran. Mehr Verkehr auf der Schiene bedeutet mehr Lebensqualität für alle: weniger Staus, weniger Abgase, weniger Flächenverbrauch und weniger Verkehrsopfer. Drei Dinge sind für eine Verkehrswende dringend erforderlich.

  • Der Bund muss sich wieder Gestaltungsspielraum beim Einsatz der Lkw-Mauteinnahmen verschaffen. Also weg vom Prinzip „Straße finanziert nur Straße“, hin zum Grundsatz „Verkehr finanziert Verkehr“. Mit dem Aufkommen aus der Lkw-Maut, mit dem Abbau umweltschädlicher Subventionen und mit CO2-Abgaben lässt sich das höhere Tempo bei der Verkehrswende finanzieren.
  • Die Schiene muss beim Neu- und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur Priorität im Bundeshaushalt bekommen und mindestens zwei Drittel dieses Etats erhalten.
  • Für eine Verkehrswende bedarf es zusätzlich einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen. Dafür gilt es, die Bahnen von der Stromsteuer zu befreien, die Belastung elektrisch betriebener Züge durch die EEG-Umlage zu beenden, einen Rahmen für zukunftsfähige Einzelwagenverkehre zu setzen und die Entgelte für die Infrastrukturnutzung im Personen- und Güterverkehr dauerhaft zu reduzieren. Gebühren, die als Sonderlast nur den Eisenbahnsektor treffen, müssen abgeschafft werden. 

 

Pressekontakte:
VDV: Lars Wagner, wagner@vdv.de, 030/399932-14
ApS: Markus Sievers, Markus.Sievers@allianz-pro-schiene.de, 0162/2115364
Bundesverband SchienenNahverkehr: Renate Bader, bader@schienennahverkehr.de,
0152/51070868
mofair: Dr. Matthias Stoffregen, matthias.stoffregen@mofair.de, 0160/96 90 61 43
NEE: Daniela Morling, morling@netzwerk-bahnen.de, 0151/555 081 83
VCD: Franziska Fischer, franziska.fischer@vcd.org, 030/280351-12
VDB: Pauline Maître, maitre@bahnindustrie.info, 030/206289 60
VPI: Kerstin Domscheit, presse@vpihamburg.de, 0160-15 27 533


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4085 Fri, 29 Oct 2021 09:54:16 +0200 Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende: Koalitionsvertrag muss klare Konzepte für eine soziale und klimafreundliche Mobilitätspolitik beinhalten http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/buendnis-sozialvertraegliche-mobilitaetswende-koalitionsvertrag-muss-klare-konzepte-fuer-eine-sozial/ Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbände sowie die Evangelische Kirche in Deutschland sehen Transformation des Mobilitätssektors als eine zentrale Aufgabe der neuen Bundesregierung Berlin, 29. Oktober 2021. Mit einem eindringlichen Appell hat sich das zivilgesellschaftliche Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende an die Verhandlungsteams des Koalitionsvertrags gewandt: Der Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland bezeichnete dabei die Transformation des Mobilitätssektors als eine der zentralen, gesellschaftspolitischen Aufgaben einer neuen Bundesregierung. Eine tiefgreifende Mobilitätswende müsse - nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern auch für mehr soziale Gerechtigkeit - im Koalitionsvertrag verankert und mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden. Nur so ist künftig gute Arbeit im Mobilitätssektor sowie bezahlbare und barrierefreie Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Klimaziele möglich.

„Die kommende Legislaturperiode ist entscheidend: In der Verkehrspolitik liegen Jahrzehnte des Stillstands hinter uns. Das muss und kann sich jetzt ändern, denn Ideen für eine sozial gerechte Transformation unserer Mobilität und des dazugehörigen Wirtschaftssektors sind so zahlreich wie die zu lösenden Probleme“, so das Bündnis. Es steht für einen breiten Teil der Zivilgesellschaft und zeigt, dass Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit Hand in Hand gehen.

Die sozialverträgliche Transformation des Mobilitätsektors betrifft alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Sie müssen dementsprechend auch gehört werden und bei der Gestaltung mit am Tisch sitzen. Allein auf das technisch Machbare zu setzen, greift zu kurz. Es geht darum, mit den Menschen in einen echten Dialog über ihre Mobilitätsbedürfnisse zu kommen und eine gemeinsame Zielvorstellung zu entwickeln. Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende versteht sich hierfür als Plattform.

Eine gut gestaltete, sozial gerechte Mobilitätswende bringt mehr Lebensqualität, schafft gute Arbeitsplätze und verringert soziale Ungerechtigkeiten. Sie schont das Klima und sorgt so für eine gute Lebensgrundlage für zukünftige Generationen. Dafür sind im Koalitionsvertrag jetzt die notwendigen Weichen zu stellen. Dazu gehören:

  1. Flächendeckender Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie Stärkung des Umweltverbundes, Barrierefreiheit, sicherer Zugang und Bezahlbarkeit für alle.
  1. Schaffung eines klimafreundlichen Ordnungsrahmens, Auf- und Ausbau von Kompetenz und Personalkapazitäten für den Umbau in ein integriertes und klimagerechtes Verkehrssystem sowie eine sozial- und klimagerechte Umgestaltung des Steuer- und Abgabensystems.
  1. Förderung einer aktiven Industrie- und präventiven Strukturpolitik sowie die Schaffung von Transformationsfonds, Weiterbildungskapazitäten und guten Arbeitsbedingungen im ganzen Mobilitätssektor.

Wie konkrete Maßnahmen aussehen könnten, hat das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende in dieser Publikation dargelegt.


Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Über das Bündnis
Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende hat sich gegründet, um den gesamtgesellschaftlichen Dialog über die Ausrichtung der Verkehrspolitik konstruktiv zu begleiten und einer weiteren Spaltung der Gesellschaft darüber entgegenzuwirken. Die Vorschläge des Bündnisses sollen dazu dienen, eine gemeinsame Vorstellung der künftigen Mobilitätswelt zu entwickeln und daraus Handlungsschritte abzuleiten.

Mitglieder des Bündnisses sind: DGB, IG Metall, ver.di, SoVD, VdK, AWO, BUND, VCD, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und NABU. Die Arbeit des Bündnisses wird gefördert und unterstützt durch die Stiftung Mercator und die European Climate Foundation.

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4079 Wed, 13 Oct 2021 10:30:00 +0200 „Wir haben Flächengerechtigkeit auf die BUGA gebracht!“: Kinderzimmer-Installation des VCD auf der BUGA 2021 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wir-haben-flaechengerechtigkeit-auf-die-buga-gebracht-kinderzimmer-installation-des-vcd-auf-der-buga/ Mit einem begehbaren Kinderzimmer auf der Fläche eines Parkplatzes machte der ökologische Verkehrsclub VCD auf der BUGA 2021 auf das Thema Flächengerechtigkeit aufmerksam. Die Installation wurde ergänzt durch ein Quiz für Kinder und Jugendliche sowie durch verschiedene Veranstaltungen zu nachhaltiger Mobilität. Berlin/Erfurt, 13. Oktober 2021. Die meiste Zeit des Tages erfüllen Autos nicht ihre eigentliche Funktion. Rund 23 Stunden stehen sie im Durchschnitt täglich ungenutzt auf Parkplätzen. Was viele nicht wissen: Mit einer Fläche von 12 Quadratmetern ist ein Parkplatz größer als die meisten Kinderzimmer. Auf der Bundesgartenschau (BUGA) in Erfurt verwandelte der ökologische Verkehrsclub VCD mit seiner Installation „12qmENTDECKEN“ einen Parkplatz in ein begehbares Kinderzimmer. Das abstrakte Problem der Flächengerechtigkeit wurde dadurch für Jung und Alt räumlich erlebbar. Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein vielfältiges Informations- und Veranstaltungsangebot zu nachhaltiger Mobilität. Trotz pandemiebedingter Einschränkungen zählte die BUGA rund 1.5 Millionen Besucher*innen, denen die VCD-Installation über den gesamten Ausstellungszeitraum offenstand.

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Wir haben Flächengerechtigkeit auf die BUGA gebracht. Mit unserer Installation konnten wir nicht nur ein Bewusstsein für das Problem der Flächengerechtigkeit schaffen, sondern gleichzeitig zeigen: Wie es ist, muss es nicht bleiben. Statt toten Raum für Autos wollen wir lebendige Orte für Menschen erschaffen: Grünflächen, Spielplätze, Erholungsoasen – die Möglichkeiten sind vielfältig, wir müssen sie nur ergreifen.“

Ein buntes Programm für Groß und Klein
Fast die Hälfte der Besucher*innen gab an, sich noch nicht damit beschäftigt zu haben, wie viel Platz Autos auf den Straßen im Vergleich zu Fahrrädern und Fußgänger*innen einnehmen. Beim begleitenden Quiz zur VCD-Installation konnten rund 1.000 Menschen ihr Wissen zu lebenswerten Städten vertiefen. Das Programm des Verbandes beinhaltete Highlights wie den Aktionstag „12qmKULTUR“ des Projekts „Straßen für Menschen“ im August. Den Auftakt bildete hier eine Podiumsdiskussion mit verschiedensten Verkehrsexperten, darunter dem Erfurter Bau- und Verkehrsdezernenten Matthias Bärwolff. Für gute Unterhaltung sorgten eine Clownin und die Erfurter Band Behle, die mit Live-Musik den Ausklang der Veranstaltung abrundete. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch von Michael Cramer (MdEP a.D.), der gemeinsam mit dem VCD Erfurt die Vorzüge des sanften Tourismus am Beispiel des Berliner Mauerradwegs und des Euro-Radwegs 13 „Iron Curtain Trail“ vorstellte. Beide historischen Radwege wurden von Cramer mitinitiiert.

Hintergrund
12qmKULTUR ist eine Veranstaltungsreihe des Projekts „Straßen für Menschen“, das vom ökologischen Verkehrsclub VCD getragen wird. Das Projekt wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. Ziel der Initiative ist es, eine erfolgreiche Verkehrswende einzuleiten und lebenswerte Städte zu schaffen. In den kommenden zehn Jahren werden Projekte und Organisationen gefördert, die das Bewusstsein für Mobilität verändern und urbane sowie lebenswerte Räume schaffen, in denen Menschen gerne auf ihr eigenes Auto verzichten.

Mehr zum Projekt „Straßen für Menschen“: vcd.org/flaechengerechtigkeit
und zu 12qmKULTUR: strasse-zurueckerobern.de/12qmkultur/


Pressekontakt: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • Pressestelle • 030 290 351 12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-4078 Tue, 12 Oct 2021 10:31:00 +0200 Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ bringt 8.000 Kinder und Jugendliche aufs Rad http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/jugendkampagne-fahrrad-fuers-klima-auf-tour-bringt-8000-kinder-und-jugendliche-aufs-rad/ Tausende Kinder und Jugendliche sind beim Projekt „FahrRad!“ von VCD und AKTIONfahrRAD in die Pedale getreten und haben einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Insgesamt haben rund 8.000 junge Radler*innen mehr als eine Million Kilometer zurückgelegt und dabei über 144 Tonnen CO2 eingespart. Der erste Preis geht an das Joseph-Bernhart Gymnasium in Türkheim.
Berlin, 12.10.2021. Immer mehr Kinder und Jugendliche steigen für den Klimaschutz aufs Fahrrad um. Im Rahmen der Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ des ökologischen Verkehrsclub VCD und AKTIONfahrRAD (AfR) sind im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele Teilnehmende an den Start gegangen. Im Aktionszeitraum zwischen März bis September sind sie insgesamt mehr als eine Million Kilometer geradelt und konnten so den Ausstoß von mehr als 144 Tonnen CO2 vermeiden. Der diesjährige Hauptgewinn mit 500 Euro für die Klassenkasse geht an das Projekt-Seminar Vélo des Joseph-Bernhart Gymnasiums in Türkheim für die Vollendung der sogenannten Deutschlandtour (insgesamt 2.641 km) und ein erfolgreich absolviertes Quiz.

Stephanie Päßler, VCD-Projektleiterin „FahrRad!“: „Durch unsere Jugendkampagne erfahren Kinder und Jugendliche, dass Rad fahren Spaß macht und dass man außerdem unabhängiger wird, wenn man nicht auf das Elterntaxi angewiesen ist. Nebenbei können sie auch noch sehen, wie viel CO2 sie mit jeder Fahrt mit dem Rad einsparen und so ganz konkret zum Klimaschutz beitragen können.“

Damit alle Kinder und Jugendlichen entspannt und angstfrei radeln können, müssen sich allerdings vielerorts noch die Rahmenbedingungen ändern. Zu schmale oder unvermittelt endende Radwege sind ebenso ein Problem wie das allmorgendliche Chaos an den meisten Schulen durch das Elterntaxi. Deshalb fordern VCD und AfR die Einführung von Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerorts und das Einrichten von Schulstraßen.

Jakob Blasel, Klima-Aktivist, Mitbegründer der Fridays-For-Future-Bewegung und Botschafter von „FahrRad!“: „Wenn wir mehr Kinder und Jugendliche aufs Rad bringen wollen, brauchen wir sichere Wege. Verkehrssicherheit auf Schulwegen sollte die Regel sein, tatsächlich aber begünstigt die StVO das Gegenteil. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Autos im Normalfall überall mit 50 km/h durch die Stadt rasen dürfen, während man Tempo 30 umständlich begründen muss. Es müsste genau anders herum sein.“

Bei der Aktion „FahrRad!“ können Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien ihre erradelten Kilometer auf einem Online-Portal eintragen. So kommen die Teilnehmenden gleichzeitig auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. Bei Mitmachaktionen und einem Quiz zu Fahrrad- und Klimathemen gibt es außerdem attraktive Preise zu gewinnen wie 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und Equipment für Radtouren.

Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats von AfR: „Klimaschutz und Freiheit stehen bei der jungen Generation an oberster Stelle – das zeigte sich auch sehr deutlich im Wahlverhalten der Erstwählenden bei den Bundestagswahlen. Das Fahrrad ist damit das ideale Verkehrsmittel für sie, denn es verkörpert beides.“


Mehr zur Aktion „FahrRad!“:

Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren können sich mit ihren Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien ab sofort und fortlaufend bis Ende August unter klima-tour.de anmelden. Jeder erradelte Kilometer kann auf dem Online-Portal eingetragen werden. Das bringt die teilnehmenden Gruppen gleichzeitig auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. An 18 Stationen auf der Online-Tour werden Fahrrad- und Klimathemen jugendgerecht präsentiert. Außerdem gibt es Mitmachaktionen und Quizfragen. Für die Kombination aus richtigen Antworten und gesammelten Fahrradkilometern können als Hauptgewinn bis zu 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und weiteres Equipment für kommende Radausflüge gewonnen werden. Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter finden auf der Webseite Unterrichtsmaterialien und Aktionsideen aus den Bereichen Fahrrad, Klimaschutz und Mobilitätsbildung. Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation mit der »AKTIONfahrRAD«.

 

Pressekontakt

VCD: Stephanie Päßler • Projektleitung „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ • klima-tour@vcd.org, bzw. Anne Fröhlich • VCD-Pressereferentin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

AKTIONfahrRAD: Ulrich Fillies • Vorsitzender des Beirats • info@aktionfahrrad.de • aktionfahrrad.de

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

AKTIONfahrRAD ist angetreten, um Kinder und Jugendliche frühzeitig und nachhaltig aufs Rad zu bringen. Deshalb muss auch vor dem Hintergrund der aktuellen Umwelt- Gesundheits- und Verkehrsproblematik spätestens in den Schulen damit begonnen werden, die Schülerinnen und Schüler verstärkt aufs Rad zu setzen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Lehrerinnen und Lehrer als starke Partner gebraucht. Für AKTIONfahrRAD bedeutet das, schulkonforme nachhaltige Projekte für sie zu schaffen, damit es ihnen möglich wird, im Schulbetrieb den Weg zum Fahrrad zu finden. Durch diverse Programme hilft AKTIONfahrRAD den Lehrkräften in den Schulen, das Fahrradfahren wieder populär und nachhaltig betreiben zu können.

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news-4072 Thu, 07 Oct 2021 12:10:00 +0200 Neuer Bußgeldkatalog: Ein halbgarer Kompromiss http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/neuer-bussgeldkatalog-ein-halbgarer-kompromiss/ Am morgigen Freitag wird im Bundesrat über den neuen Bußgeldkatalog abgestimmt. Nach dem langen Streit um die StVO-Reform in Folge eines Formfehlers im vergangenen Jahr soll mit dem Kompromiss die Sicherheit von Radfahrenden und Zufußgehenden nun endlich erhöht werden. Von einer echten Reform kann jedoch noch keine Rede sein, kommentiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD: „Der neue Bußgeldkatalog kann nur ein erster, kleiner Schritt bei der Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO) sein. Begrüßenswert sind Verbesserungen zur Sicherheit von Radfahrenden durch höhere Geldbußen für Geschwindigkeitsüberschreitungen, Falschparken und Halten auf Fuß- und Radwegen. Was jedoch fehlt, sind Fahrverbote für Rasende. Dabei wären sie ein wichtiges Signal: Rasen ist kein Kavaliersdelikt, Rasen gefährdet Menschenleben. Zu hohe Geschwindigkeiten sind die Unfallursache bei jedem dritten Verkehrstoten. Der neue Bußgeldkatalog bleibt daher nicht mehr als ein halbgarer Kompromiss: Ein wenig mehr Sicherheit für Radfahrende und Zufußgehende bei vergleichsweise geringen Konsequenzen für das Fehlverhalten von Autofahrenden.

Von einer neuen Bundesregierung erwarten wir, die Sicherheit von Radfahrenden, Zufußgehenden und insbesondere Kindern endlich konsequent zu verbessern. Dazu gehört die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts sowie ein größerer Handlungsspielraum für Kommunen mit Blick auf Tempolimits, Popup-Radwege und Parkregelungen.“

Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4070 Thu, 30 Sep 2021 11:30:00 +0200 „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“: Zehntausende Kinder entdecken die Freude am Zufußgehen – Gewinnerprojekte aus Mülheim an der Ruhr, Hattenhofen und Bad Münder http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten-zehntausende-kinder-entdecken-die-freude-am-zufussgehen-gewi/ Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ waren ein voller Erfolg: Trotz pandemiebedingter Einschränkungen haben zehntausende Kinder aus Schulklassen und Kitagruppen in ganz Deutschland seit dem 20. September 2021 unter dem Motto „Es geht auch ohne Elterntaxi!“ entdeckt, wie viel Spaß Zufußgehen machen kann. Dabei zeigten die Kinder, dass sie selbstständig und sicher zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zur Schule und zum Kindergarten kommen. Die vom ökologischen Verkehrsclub VCD und dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) organisierten Aktionstage enden am 01. Oktober 2021.
Berlin, 30. September 2021. „Es freut mich sehr, dass wieder so viele Kinder an unseren Aktionstagen teilgenommen haben. Manche von ihnen konnten so zum ersten Mal erleben, wie gut es tut, den Schulweg eigenständig und an der frischen Luft mit ihren Freundinnen und Freunden zu bestreiten. Und die Eltern konnten die Erfahrung machen, dass es tatsächlich sehr gut ohne das Elterntaxi geht – und dass sie ihren Kindern etwas Gutes tun, wenn sie es häufiger stehen lassen“, sagt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD.

Die besten Projektideen haben der VCD, VBE und das Deutsche Kinderhilfswerk mit Bewegungssets und Spielen ausgezeichnet. Der erste Platz geht an die Hölterschule aus Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) mit ihrer Aktion „Sicher zu Fuß zur Hölterschule“. Die Schule beeindruckte mit einem umfangreichen und äußerst vielfältigen Programm, das auf alle Altersstufen abgestimmt wurde. Dabei wurden die Aktionstage gleich zu einem ganzen Aktionsmonat ausgeweitet, bei dem sich alle Klassen mit unterschiedlichen Projekten beteiligten. Während die Jüngsten beispielsweise mit dem Konzept des Laufbusses vertraut gemacht wurden, sammelten andere Punkte beim Schulweg-Dart oder machten Schulwege durch selbst erstellte Schilder in der Umgebung präsent und sichtbar. Den zweiten Platz belegte die Kinderkrippe „Die kleinen Strolche“ aus Hattenhofen (Baden-Württemberg) mit ihrer Aktion „Der Weg ist das Ziel“. Die Kinderkrippe zeigte, wie auch bereits die kleinsten Kinder spielerisch an den Weg zu Fuß herangeführt werden können. Der dritte Platz geht an die Grundschule Bad Münder (Niedersachsen) mit der Aktion „Die Schulweg-Wette“. Dabei wetteten die Kinder und das Kollegium gegen den Elternverein, dass sie es schaffen, über zwei Schulwochen so oft wie möglich den Schulweg zu Fuß zu absolvieren.

„Die vielen tollen Projekte, die während der Aktionstage stattgefunden haben, zeigen die Kreativität der Kinder und ihren Willen zur Veränderung. Sei es auf dem Schul- und Kitaweg oder bei den vielerorts chaotischen Zuständen vor dem Eingang. Unser Fokus richtet sich neben den Kindern insbesondere auch auf die Eltern. Sie sind die Hauptverantwortlichen für die allmorgendlichen Autokarawanen. Hier können die Eltern von den Kindern lernen, dass Zufußgehen Spaß macht und zudem das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Vor den Schulen können wir immer öfter gefährliche Situationen beobachten. Je mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, desto gefährlicher wird es für die anderen Kinder. Das führt zu einem Zugzwang und am Ende ist es vor dem Schultor so gefährlich, dass kaum noch ein Kind zu Fuß gehen oder mit dem Rad oder Roller kommen kann. Wir brauchen ein Umdenken! Die Aktionstage haben auch in diesem Jahr wieder gezeigt, dass es möglich ist, mit kleinen Schritten die Lust am Laufen zu wecken. Wichtig wird sein, dass die Politik dies mit großen Schritten unterstützt, damit die Situation vorm Schultor wieder sicherer wird“, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE.

Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ standen unter der Schirmherrschaft von Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Botschafterin der Aktionstage war Fernsehmoderatorin Enie van de Meiklokjes.

 

Weitere Informationen:

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: zu-fuss-zur-schule.de

Tipps für den sicheren Schulweg: vcd.org/stelbststaendige-mobilitaet-kinder

 

Pressekontakt:

VCD Anne Fröhlich, Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

DKHW Uwe Kamp, Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.de • www.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

VBE Anne Roewer, Leitung Kommunikation • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.de • www.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

 

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news-4069 Wed, 22 Sep 2021 10:32:34 +0200 Bundestagswahl 2021: Verkehrswende wählen! Die vier wichtigsten Maßnahmen für bessere Mobilität http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bundestagswahl-2021-verkehrswende-waehlen-die-vier-wichtigsten-massnahmen-fuer-bessere-mobilitaet/ Der VCD hat die Wahlprogramme der Parteien unter die Lupe genommen. Wer plant, die Verkehrswende entschlossen anzugehen? Und wer setzt bei Mobilität auf Stillstand? Diese vier Forderungen sind für den VCD zentral: ein Bundesmobilitätsgesetz als moderner Rechtsrahmen, eine Offensive für mehr Bus, Bahn, Rad- und Fußverkehr, der Abbau umweltschädlicher Subventionen und die Einführung neuer Höchstgeschwindigkeiten. Berlin, 22.09.2021. Zur Bundestagswahl hat der ökologische Verkehrsclub VCD die Wahlprogramme aller demokratischen Parteien im Bundestag mit seinen Forderungen an die nächste Bundesregierung verglichen: Was planen die Parteien in Sachen Antriebswende, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr? Wer setzt sich für mehr Sicherheit im Verkehr ein? Diese Wahl entscheidet darüber, ob wir eine Regierung mit klarem Kurs und Strategie für mehr Umwelt- und Klimaschutz bekommen. Nur mit einer entschlossenen Verkehrswende schaffen wir eine zukunftsfähige Mobilität für uns und unsere Kinder. 

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, sagt: „Bei dieser Wahl geht es um viel: Um die saubere Mobilität der Zukunft, ein gutes Leben und ein gerechtes Miteinander. Der nächste Verkehrsminister - oder warum nicht mal eine Verkehrsministerin - muss endlich langfristig und strategisch denken. Statt ein Sofortprogramm ans andere zu reihen, brauchen wir eine integrierte Verkehrsplanung. Die gelingt nur mit einem Bundesmobilitätsgesetz.“

Neben dem Bundesmobilitätsgesetz hat der VCD zur Bundestagswahl 2021 weitere Forderungen für die Verkehrswende aufgestellt. Höchste Priorität aus Sicht des Umweltverbandes haben:

  • Eine Ausbau- und Investitionsoffensive für den Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr mit Bussen und Bahnen sowie Sharing-Angeboten. Dazu muss die kommende Bundesregierung die Finanzmittel für den Ausbau der Infrastruktur erhöhen und sich stärker an den Betriebskosten des kommunalen ÖPNV beteiligen. Gleichzeitig muss der Ausbau der notwendigen Personalkapazitäten für die Planung und Umsetzung vor Ort vorangetrieben werden, damit diese beschleunigt werden kann. Der Deutschlandtakt ist die Richtschnur für den schienengebunden Personen- und Güterverkehr.
     
  • Der Abbau umweltschädlicher Subventionen und eine ökologische Umgestaltung der Steuern und Abgaben im Verkehr. Das fördert den klimagerechten Umbau unserer Mobilität und setzt Anreize für ein klimaschonendes Mobilitätsverhalten. Auf europäischer Ebene muss sich die Bundesregierung für eine ambitionierte Umsetzung des „Fit for 55-Pakets“ der EU-Kommission einsetzen. Dazu gehört insbesondere die Verschärfung der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw bis 2035. 
     
  • Eine Reform des Straßenverkehrsrechts, damit Kommunen einen größeren Handlungsspielraum für die Umsetzung von Maßnahmen zur Gestaltung der Verkehrswende vor Ort erhalten. Neue Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen, Landstraßen und innerorts – Tempo 120/80/30 – tragen zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen des Straßenverkehrs und zur Steigerung der Verkehrssicherheit bei. Als Maxime für die Verkehrssicherheit wird die Vision Zero explizit rechtlich verankert.

„Zu einer ökologischen und sozial gerechten Verkehrswende gibt es keine Alternative. Der VCD ruft alle Wählerinnen und Wähler auf, für Mensch, Natur und Klimaschutz zu stimmen und die Verkehrswende zu wählen“, sagt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD.

Alle VCD-Forderungen zur Bundestagswahl: https://www.vcd.org/bundestagswahl-2021/

Die Parteiprogramme im Wahlcheck: https://www.vcd.org/artikel/vcd-wahlcheck-2021/


Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4067 Mon, 20 Sep 2021 08:53:47 +0200 Zum autofreien Tag am 22. September: StVO modernisieren, um Infrastruktur für S-Pedelecs fit zu machen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zum-autofreien-tag-am-22-september-stvo-modernisieren-um-infrastruktur-fuer-s-pedelecs-fit-zu-machen/ Schnelle Pedelecs, auch S-Pedelecs genannt, bergen großes Potenzial, den Autoverkehr auf klimafreundliche Alternativen zu verlagern. Zum autofreien Tag am 22.09.2021 veröffentlichen der ökologische Verkehrsclub VCD, Bundesverband Zukunft Fahrrad e.V. (BVZF) und der Verbund Service und Fahrrad (VSF) ein Hintergrundpapier, das zeigt, welche Stärken S-Pedelecs haben und wie sie den Mobilitätsmix sinnvoll ergänzen. Berlin, 20. September 2021. Die größte Stärke von S-Pedelecs liegt in ihrer Geschwindigkeit: Über 30km/h sind mit ihnen möglich, damit können sie auch auf längeren Strecken problemlos das Auto ersetzen. Besonders für Pendelnde sind die schnellen, von einem Elektromotor unterstützten, Speed-Pedelecs eine klima- und gesundheitsfreundliche Mobilitätsalternative, die Kraft spart und in Anschaffung und Betrieb weitaus kostengünstiger ist als ein Auto. Studien zeigen jedoch, dass bislang nur 11 Prozent der Wege im Berufsverkehr mit dem Rad zurückgelegt werden, obwohl 64 Prozent aller Pkw-Fahrtstrecken kürzer als 10 km sind. Aus Sicht der Mobilitätsverbände besteht hier ein großes, ungenutztes Verlagerungspotenzial gerade auch bei Strecken, die länger als 10 km sind.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung: „Um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen, kommen wir nicht umhin, das Autoaufkommen drastisch zu reduzieren. Das Potenzial von S-Pedelecs wurde bislang vernachlässigt und das können und dürfen wir uns nicht länger leisten. S-Pedelecs sind eine sinnvolle und wirksame Ergänzung für einen klima- und gesundheitsfreundlichen Mobilitätsmix – sofern die Politik die passenden Rahmenbedingungen schafft.“

Dass S-Pedelecs in Deutschland für viele noch keine attraktive Alternative sind, liegt vor allem an mangelnder Infrastruktur und komplizierten Regelungen. Laut StVO gelten sie als Kleinstkrafträder und dürfen deshalb nur auf Straßen gefahren werden. Rad-, Wald- oder Feldwege sind für S-Pedelecs untersagt. Dadurch ist der direkte Weg von A nach B oft nicht möglich und zeitaufwendige Umwege müssen eingeplant werden. Dieses Verbot ist für die Verbände nicht nachvollziehbar. Denn die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit liegt auch bei S-Pedelecs nur bei rund 23 km/h – das entspricht schnellem Radfahren ohne zusätzlichen Antrieb.
 
Alexander Rosenthal, BVZF-Referent für politische Kommunikation: „Das S-Pedelec kann für Pendler*innen auch für längere Strecken eine echte umweltfreundliche Konkurrenz zum PKW sein. Und es ist absolut verkehrstauglich: gedrosselt auf dem Radweg und voll ausgefahren auf der Straße kann man gut angepasst und ohne große Manöver im Verkehrsfluss mitschwimmen. Damit das S-Pedelec noch attraktiver wird, muss die zu starre Autostraßen-Benutzungspflicht reformiert werden.“

Die Infrastrukturproblematik spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen wider. Lediglich ein Prozent aller verkauften E-Bikes in Deutschland sind S-Pedelecs, während ihr Anteil in der Schweiz mit etwa 25 Prozent deutlich höher liegt. Dabei überzeugen die Gefährte nicht nur mit ihrer Geschwindigkeit, sondern auch durch ihre Flächeneffizienz. Da sie nur 10 Prozent der Stellplatz- und 20 Prozent der Verkehrsfläche eines Autos beanspruchen, entlasten sie das Verkehrsaufkommen maßgeblich.

Jasper Berg, Leiter des VSF-Hauptstadtbüros: „Wenn wir es schaffen, gemeinsam mit der Politik bessere Rahmenbedingungen für das S-Pedelec zu gestalten, können wir vielen Menschen – besonders Pendler*innen mit längeren Strecken – eine echte Alternative zum Auto anbieten. Im Ergebnis können wir Verkehrsströme entzerren, Flächen effizienter nutzen, unserer Gesundheit einen Gefallen tun und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr leisten.“

Um das Potenzial von S-Pedelecs für die Verkehrswende zu nutzen, braucht es aus Sicht des VCD, BVZF und VSF eine Erweiterung des Wegenetzes. Kommunen müssen die Entscheidungshoheit haben, geeignete Radwege sowie Fahrradstraßen und Radschnellwegeverbindungen für S-Pedelecs freizugeben. Außerdem müsse mehr Aufklärung über Unterschiede zu normalen (E-)Fahrrädern betrieben werden, um aggressivem Verhalten oder riskanten Überholmanövern von Autofahrenden vorzubeugen. Nur wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, können möglichst viele klimafreundlich und sicher auch auf den schnellen Zweirädern unterwegs sein.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in unserem Hintergrundpapier.


Pressekontakte

Ökologischer Verkehrsclub VCD
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter:@VCDeV 

Bundesverband Zukunft Fahrrad e.V.
Andrea Richter, Presse und Kommunikation • Telefon 0160 79 58 027 • presse@bvzf.orgwww.zukunft-fahrrad.org • Twitter: @ZukunftFahrrad

Verbund Service und Fahrrad, VSF e.V.
Melanie Harms-Ensink • Tel.: +49 6421 – 8854 729 • presse@vsf-mail.dewww.vsf.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Bundesverband Zukunft Fahrrad e.V.
Der Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF) ist ein Zusammenschluss dynamischer und innovativer Unternehmen aller Bereiche der Fahrradwirtschaft: Dienstleister, Hersteller, Start-ups der Digitalisierung, Händler und Zulieferer. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Dienstleistungen. Als neue und etablierte Unternehmen in einem stark wachsenden und sich stetig verändernden Markt haben alle ein gemeinsames Ziel: die nachhaltige Mobilitätswende.

Verbund Service und Fahrrad
Der VSF ist ein unabhängiger Fachverband der Fahrradbranche, der mehr als 300 Händler, Hersteller und Dienstleister vertritt. Er steht für einen hohen Qualitätsanspruch, Nachhaltigkeit, Fairness und Verlässlichkeit. Seine Kernkompetenzen liegen in der Vernetzung der Branche und in der Zusammenarbeit mit der Politik. Der VSF entwickelt innovative Konzepte für den unternehmerischen Erfolg seiner Mitglieder und engagiert sich leidenschaftlich für einen wachsenden Radverkehrsanteil. Seine Mitglieder und Partner schätzen die intensive Zusammenarbeit und das starke Gemeinschaftsgefühl.

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news-4066 Sun, 19 Sep 2021 17:48:32 +0200 Kidical Mass: Zehntausende Kinder erobern die Straßen zurück! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kidical-mass-xxx-kinder-erobern-die-strassen-zurueck/ Zehntausende Kinder und ihre Familien haben bei der Kidical Mass in über 130 Städten am Wochenende 18./19. September 2021 für ein neues Verständnis von Mobilität demonstriert. Eine Woche vor der Bundestagswahl forderten sie ein inklusives und kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht und mehr Platz auf den Straßen für die nächste Generation. Denn von kinder- und fahrradfreundlichen Orten profitieren alle. Berlin, 19. September 2021. „Das Wochenende hat gezeigt, dass sich viele Menschen, ob in der Stadt oder auf dem Land, Veränderungen wünschen und bereit sind, diese auf der Straße einzufordern“, so Simone Kraus von der Kidical Mass Köln. „Dafür muss die neue Bundesregierung ein klares Zeichen setzen: mit einem kinderfreundlichen Straßenverkehrsrecht mit Fokus auf selbständige und sichere Mobilität von Kindern. Dazu gehört an erster Stelle die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts.“

Auch der Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD, Stefan Bajohr, zieht eine positive Bilanz: „Das Aktionswochenende war ein voller Erfolg! Mit großer Freude habe ich gesehen, wie im ganzen Land Eltern mit ihren Kindern auf der Straße waren, um dringend nötige Veränderungen im Verkehr einzufordern. Damit unsere Kinder die Möglichkeit haben, sicher eigenständig unterwegs zu sein brauchen wir: geschützte Radwege, Tempo 30 innerorts und verkehrsberuhigte Zonen vor Schulen und Kitas. Geben wir unseren Kindern endlich Vorfahrt!“

Mehr Sicherheit und Freiheit für alle Menschen von 0 bis 99

Die Kidical Mass macht Kinder sichtbar und gibt ihnen eine Stimme im Verkehr. Eine kindgerechte Mobilitätsplanung stellt ihre Bedürfnisse nach Platz und Sicherheit in den Fokus. Das Aktionswochenende möchte Lust auf Veränderungen machen. Denn Straßen sollen Menschen nicht gefährden – sie sollen Menschen verbinden.

Einfache Lösungen, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden können, gibt es zahlreich. Die dazu passenden Studien wurden in den Nachbarländern bereits durchgeführt. Auch viele Kommunen sind bereit zur Tat – leider fehlen immer noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, klare Ziele, langfristige Finanzierungsmöglichkeiten und Personal.

„Es wird höchste Zeit, dass wir den Kindern das zurückgeben, worauf sie seit Jahrzehnten verzichten müssen, sich selbständig und sicher, frei und unbeschwert in ihrer Umgebung bewegen zu können“, erklärt Simone Kraus.

Die Kidical Mass fordert, dass kurzfristig die Infrastruktur rund um Schulen und Kitas kindgerecht gestaltet werden muss: Schulstraßen, d.h. Straßensperrungen zu Schulbeginn und -ende führen unmittelbar zu mehr radelnden und laufenden Kindern. Diese Situation soll mittelfristig weiter verbessert werden, indem Schulen durch sichere Schulradwege-Netze miteinander ver- und an ihr Einzugsgebiet angebunden werden.

Die Forderungen des Kidical Mass Aktionsbündnisses:

  • Sichere Schulradwege-Netze bis 2030
  • Schulstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche vor Schulen und Kitas     
  • Stetige jährliche Finanzierung mit konkreten Zielvorgaben an die Kommunen
  • Kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht, v.a. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, geschützte und baulich getrennte, breite Radwege an Hauptstraßen, Spielstraßen, Wohngebiete ohne Durchgangsverkehr, Vision Zero (null Verkehrstote)

Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir bei den Kindern beginnen. Das Fahrrad ist Zukunftsmobilität. Die #FahrradGeneration steht in den Startlöchern.

Hashtags: #FahrradGeneration #KidicalMass 


Hinweis an Redaktionen

Foto- und Filmmaterial finden Sie auf der Aktionswebsite.


Pressekontakt

VCD: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Kidical Mass: Sebastian Züger • Pressesprecher • 0170 480 94 25 • presse@kinderaufsrad.org • www.kinderaufsrad.org

 

Hintergrund Kidical Mass

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Das Format hat Kinder und nachhaltige Mobilität im Fokus und setzt sich für lebenswerte Städte ein. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Die Kidical Mass gibt den Kindern eine Stimme im Verkehr, zeichnet ein positives Zukunftsbild, vernetzt und mobilisiert Alt und Jung über die Grenzen der Radszene hinaus.    

Mit dem Aktionswochenende am 18. / 19. September 2021 findet die Kidical Mass zum zweiten Mal zeitgleich in ganz Deutschland und darüber hinaus statt. Die Kidical Mass Köln ist Koordinatorin. ADFC, Campact, Changing Cities, Deutsches Kinderhilfswerk, VCD und Unicef sind die diesjährigen überregionalen Unterstützer*innen. Herzstück sind über 200 lokale Organisationen. Ein einzigartiges Netzwerk: dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark.
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.


 

 

 

 

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news-4063 Thu, 16 Sep 2021 10:06:40 +0200 „Es geht auch ohne Elterntaxi!“ – Deutsches Kinderhilfswerk, VCD und VBE starten bundesweite Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/es-geht-auch-ohne-elterntaxi-deutsches-kinderhilfswerk-vcd-und-vbe-starten-bundesweite-aktionstage-z/ Am Montag beginnen in ganz Deutschland die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, zu denen der ökologische Verkehrsclub VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) aufrufen. Unter dem Motto „Es geht auch ohne Elterntaxi!“ legen zehntausende Kinder im Aktionszeitraum vom 20. September bis 01. Oktober ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurück. Berlin, 16. September 2021. Kein Sportunterricht, kein Vereinstraining, kein Freizeitsport mit Freund*innen – und das über Monate. Durch die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen haben sich Kinder und Jugendliche in den vergangenen Monaten noch weniger bewegt als vor der Pandemie. Daher ist es jetzt umso wichtiger, dass sie möglichst viele Wege aktiv an der frischen Luft zurücklegen: zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Roller. Mit den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ wollen der ökologische Verkehrsclub VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) Kinder, Eltern und Beschäftigte im Bildungsbereich dazu ermuntern, mit Projekten und Initiativen zu zeigen, dass es auch ohne „Elterntaxi“ geht.

Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Schirmherrin der Aktionstage: „Mit den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ wollen wir den Weg zu Bildungseinrichtungen sicherer machen. Ob zu Fuß, mit dem Rad oder dem Tretroller: Wichtig ist, dass Kinder Selbstvertrauen und Selbstständigkeit im Straßenverkehr erlangen. Sie lernen, ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. Die Akzeptanz der Eltern und das Vertrauen in ihre Kinder wachsen. Als Schirmherrin der Aktionstage freut es mich deshalb sehr, dass sich viele Schulen und Lerngruppen an den Aktionstagen beteiligen. Ich wünsche allen Kindern auf ihrem Weg zur Schule oder Kita eine bewegte Zeit.“

Die Website der Aktionstage bietet viele Ideen, wie Eltern, Schulen und Kitas den Aktionszeitraum bunt und kreativ gestalten können. Mit einem gemeinsam entwickelten Fragebogen können Kinder beispielsweise ihren eigenen Schulweg überprüfen. Der Fragebogen dient dazu, Sicherheitslücken auf dem Schulweg zu identifizieren. Bei gefährlichen Stellen können dann beispielsweise neue Sicherheitsvorkehrungen gemeinschaftlich angebracht werden.

Eine andere Idee ist das Texten eines eigenen Rap-Songs, mit dem die Schüler*innen und das Lehrpersonal noch vor der ersten Stunde auf falsch parkende Elterntaxis aufmerksam machen und diese auf charmante Art darauf hinweisen können, den ausgewiesenen Elternparkplatz zu nutzen. Auch Kinder, die einen sehr weiten Schulweg haben, können bei den Aktionstagen mitmachen und den eigenen Schulweg aktiver gestalten. Sie können sich beispielsweise vom Schulbus nicht direkt zur Schule, sondern zu Laufbusstationen im Umkreis bringen lassen und den Rest des Weges gemeinsam zu Fuß bewältigen.

Enie van de Meiklokjes, Botschafterin der Aktionstage: „Es gibt bei eigentlich jedem Wetter fast nichts Schöneres, als den Tag mit ein bisschen Bewegung draußen an der frischen Luft zu starten. Und genau deshalb sollten Kinder möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule oder in den Kindergarten kommen und eben nicht mit dem Elterntaxi. Laufen, radeln und rollern macht viel Spaß und gesund ist es auch noch. Denn es stärkt die Abwehrkräfte und beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor. Zudem können die Kinder auf dem Schul- oder Kitaweg gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden vieles erleben und besprechen, Quatsch machen und lachen. Sie nehmen ohne Elterntaxi ihre Umgebung bewusster wahr und lernen, sich selbstständig im Verkehr zu bewegen. Das lernen sie nicht auf der Rückbank im Auto.“

Weitere Informationen:

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: zu-fuss-zur-schule.de

Aktionsideen: zu-fuss-zur-schule.de/mitmachen/aktionsideen

Gemeinsames Forderungspapier: vcd.org/forderungen-sicherer-schulweg


Pressekontakt:

VCD Anne Fröhlich, Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

DKHW Uwe Kamp, Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.de • www.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

VBE Anne Roewer, Leitung Kommunikation • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.de • www.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-4060 Tue, 14 Sep 2021 11:56:08 +0200 Kidical Mass fordert von der neuen Bundesregierung: "Lasst Kinder selbständig und sicher Fahrrad fahren!" http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kidical-mass-fordert-von-der-neuen-bundesregierung-lasst-kinder-selbstaendig-und-sicher-fahrrad-fahr/ In über 130 Städten gehen Kinder und ihre Familien im Rahmen der Kidical Mass am 18. und 19. September für ein neues Verständnis von Mobilität auf die Straße. Eine Woche vor der Bundestagswahl fordern sie ein inklusives und kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht und mehr Platz auf den Straßen für die nächste Generation. Denn von kinder- und fahrradfreundlichen Orten profitieren alle. Berlin, 14. September 2021. Kinder dürfen nicht mehr auf der Straße spielen. Teilweise wird es ihnen verboten, zur Schule zu radeln. Des Öfteren werden Eltern als fahrlässig beschimpft, weil sie ihre Kinder selbständig zur Schule fahren oder laufen lassen. 

Die Verkehrsinfrastruktur ist für das Auto gemacht. Radwege sind oft viel zu schmal, holprig oder gar nicht vorhanden. Auch Kreuzungen und Einmündungen sind selten für den Radverkehr ausgelegt und darum passieren hier die meisten Unfälle. Eltern und Kinder trauen sich daher teilweise nicht einmal kurze Strecken auf dem Rad zu, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

Ein neues Verständnis von Mobilität: vom verkehrsgerechten Kind zum kindgerechten Verkehr

Es geht auch anders: mit einer kindgerechten Mobilitätsplanung. Die Kidical Mass möchte Lust auf Veränderungen machen. Denn Straßen sollen Menschen nicht gefährden – sie sollen Menschen verbinden.

“Wir wollen, dass sich alle Kinder und Jugendlichen sicher und selbständig mit dem Fahrrad bewegen können”, so Co-Organisatorin Simone Kraus aus Köln. “Die Bedürfnisse von Kindern im Verkehr sollen im Fokus stehen: Platz und Sicherheit.” Die Kidical Mass steht für ein neues Verständnis von Mobilität – mit mehr Sicherheit und Freiheit für alle Menschen von 0 bis 99.

„Jeder sollte ohne Angst aufs Fahrrad steigen können. Auch unsere Kinder“, betont Stefan Bajohr, Bundesvorsitzender des VCD. „Solange die Verkehrspolitik jedoch dem Auto Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmenden einräumt, ist das nicht möglich. Reduzierte Geschwindigkeiten und eine gerechte Platzverteilung machen klimafreundliche Mobilität für Jung und Alt attraktiv und erhöhen die Lebensqualität für alle", so Bajohr weiter.

Straßen sollen verbinden. Einfache Lösungen, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden können, gibt es zahlreich. Die dazu passenden Studien wurden in den Nachbarländern bereits durchgeführt. Auch viele Kommunen sind bereit zur Tat – leider fehlen immer noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, klare Ziele, langfristige Finanzierungsmöglichkeiten und Personal.

Deswegen muss die neue Bundesregierung jetzt ein klares Zeichen pro Verkehrswende setzen: mit einem kinderfreundlichen Straßenverkehrsrecht mit Fokus auf selbständige und sichere Mobilität von Kindern. Dazu gehört an erster Stelle die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts.

Kurzfristig muss die Infrastruktur rund um Schulen und Kitas kindgerecht gestaltet werden: Schulstraßen, d.h. Straßensperrungen zu Schulbeginn und -ende führen unmittelbar zu mehr radelnden und laufenden Kindern. Diese Situation soll mittelfristig weiter verbessert werden, indem Schulen durch sichere Schulradwege-Netze miteinander ver- und an ihr Einzugsgebiet angebunden werden.

Die Forderungen des Kidical Mass Aktionsbündnisses:

  • Sichere Schulradwege-Netze bis 2030
  • Schulstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche vor Schulen und Kitas     
  • Stetige jährliche Finanzierung mit konkreten Zielvorgaben an die Kommunen
  • Kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht, v.a. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, geschützte und baulich getrennte, breite Radwege an Hauptstraßen, Spielstraßen, Wohngebiete ohne Durchgangsverkehr, Vision Zero (null Verkehrstote)

Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir bei den Kindern beginnen. Das Fahrrad ist Zukunftsmobilität. Die #FahrradGeneration steht in den Startlöchern.

Hashtags: #FahrradGeneration  #KidicalMass 


Hinweis an Redaktionen

Foto- und Filmmaterial finden Sie auf der Aktionswebsite.


Pressekontakt

VCD: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Kidical Mass: Sebastian Züger • Pressesprecher • 0170 480 94 25 • presse@kinderaufsrad.org • www.kinderaufsrad.org

 

Hintergrund Kidical Mass

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Das Format hat Kinder und nachhaltige Mobilität im Fokus und setzt sich für lebenswerte Städte ein. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Die Kidical Mass gibt den Kindern eine Stimme im Verkehr, zeichnet ein positives Zukunftsbild, vernetzt und mobilisiert Alt und Jung über die Grenzen der Radszene hinaus.    

Mit dem Aktionswochenende am 18. / 19. September 2021 findet die Kidical Mass zum zweiten Mal zeitgleich in ganz Deutschland und darüber hinaus statt. Die Kidical Mass Köln ist Koordinatorin. ADFC, Campact, Changing Cities, Deutsches Kinderhilfswerk, VCD und Unicef sind die diesjährigen überregionalen Unterstützer*innen. Herzstück sind über 200 lokale Organisationen. Ein einzigartiges Netzwerk: dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark.
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.


 

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news-4057 Sat, 11 Sep 2021 15:39:14 +0200 #aussteigen-Demo: 25.000 protestieren zur IAA für eine echte Mobilitätswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/aussteigen-demo-25000-protestieren-zur-iaa-fuer-eine-echte-mobilitaetswende/ 25.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben heute in München anlässlich der IAA mit einer großen Fahrrad-Sternfahrt und Fußgängerdemo für eine echte Mobilitätswende demonstriert. Unter dem Motto #aussteigen forderte die bunte Demo eine klare Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr. Die Politik müsse sich endlich aus der erdrückenden Umarmung der Automobilindustrie befreien, um einen klimafreundlichen Verkehr für alle zu ermöglichen, so das Bündnis aus ADFC, Attac, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD, das zu den Protesten aufgerufen hatte. „Es ist ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende, dass zehntausende Menschen aus ganz Deutschland unserem Aufruf gefolgt sind – trotz der vielen Stolpersteine, die uns die Behörden bis zur letzten Minute in den Weg gelegt haben. Die Menschen wollen eine andere Verkehrspolitik, konsequenten Klimaschutz im Verkehr und gute Alternativen zum eigenen Auto. Und sie fallen nicht auf die grünen Blinkmanöver der Automobilindustrie auf der IAA herein. Vorfahrt allein fürs Auto ist vorbei, dicke Spritschlucker und Platzfresser sind nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen eine Politik, die Rad, Fuß, Bus und Bahn klar priorisiert und Klimaschutz im Verkehr ernst nimmt“, so das Bündnis.  

Große, bunte Demo für mehr Rad, Fuß, ÖPNV

Eine #aussteigen-Radstafette aus Frankfurt war bereits am 6. September Richtung München aufgebrochen. Heute am frühen Morgen starteten große Gruppen von Radfahrenden unter anderem aus Regensburg, Augsburg und Rosenheim zur großen Fahrraddemo. Insgesamt 16 Fahrradrouten mit zehntausenden Menschen aus dem ganzen Münchner Umland führten zur Fußgängerdemo in der Münchner Innenstadt. Auf der letzten Etappe der Sternfahrt schloss sich eine Kinderdemo an, bei der zahlreiche Familien sichere Wege besonders auch für Kinder forderten. Bei der großen Abschlusskundgebung auf der Theresienwiese forderte das Demo-Bündnis die faire Verteilung des öffentlichen Raumes mit Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, den massiven Ausbau von Bus und Bahn und klimaneutralen Verkehr bis 2035.

Behörden erschweren zivilgesellschaftlichen Protest

Die Organisation der #aussteigen-Demo wurde im Vorfeld erheblich durch die bayerischen Behörden erschwert. Mehrere Routen mussten wenige Tage vor der Demo erheblich umgeplant werden, die Führung über Autobahnabschnitte wurde gänzlich untersagt. Der Alltagsradverkehr in München war während der IAA erheblich behindert. Das Bündnis kritisierte die Ungleichbehandlung der Zivilgesellschaft gegenüber der Automobilindustrie bei der Nutzung des öffentlichen Raums scharf.          

Über das Bündnis

Zum Aktionsbündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC), das globalisierungskritische Netzwerk Attac, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Campact, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und der ökologische Verkehrsclub VCD. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. 

Hinweise an Redaktionen: Aktuelle Fotos der #aussteigen-Demo gibt es ab ca. 15.30 Uhr auf www.iaa-demo.de/presse.

 

Pressekontakt VCD
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV
Die Pressekontakte der anderen Bündnis-Mitglieder finden Sie auf www.iaa-demo.de/presse.


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-4055 Sat, 11 Sep 2021 05:00:00 +0200 IAA: Eine Automesse ist kein Ort, um über die Mobilität der Zukunft zu sprechen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/iaa-eine-automesse-ist-kein-ort-um-ueber-die-mobilitaet-der-zukunft-zu-sprechen/ Während auf der IAA 2021 übermotorisierte Boliden um die Wette funkeln, kommen heute Tausende Menschen zu einer zeitgleichen Sternfahrt und Fußdemo zusammen: Gemeinsam treten sie ein für eine Mobilitätswende mit weniger Autos und besseren Alternativen der Fortbewegung. Veranstaltet werden die Aktionen von ADFC, attac, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), BUNDjugend, campact, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands, Naturfreundejugend und dem ökologischen Verkehrsclub VCD.  

Als Veranstalter gibt sich die Autolobby bei der IAA 2021 kurz vor der Bundestagswahl große Mühe, ihre Autoshow dieses Mal als Mobilitätsmesse zu vermarkten. Doch auch mit neuem Standort und nachhaltigem Look bleibt die IAA das, was sie schon immer war: ein Marketing-Event der Autobranche. Einer Branche, die ihr Geld noch immer mit dem Verbrennungsmotor verdient und so die Klimakrise weiter befeuert. Einer Branche, die durch ihre Lobbymacht dafür sorgt, dass hierzulande Verkehrspolitik seit Jahrzehnten vor allem Autopolitik ist. Damit kann diese Messe nicht der Ort sein, um ernsthaft über die Mobilität der Zukunft zu sprechen.

Rebecca Peters, ADFC-Vizebundesvorsitzende: „Heute, bei unserer großen Fahrraddemo, hat der Radverkehr mal richtig viel Platz. Im Alltag aber kämpfen sich Radfahrende durch Straßen, die nicht für sie gemacht sind. Das muss sich ändern! Der Autoverkehr muss abspecken. Die nächste Bundesregierung muss Fuß, Rad und ÖPNV priorisieren.“

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Die nächste Bundesregierung hat in der Hand, wie wir uns künftig fortbewegen. Statt immer neue Straßen für immer mehr und größere Autos zu bauen, muss das Geld in den Ausbau der öffentlichen Verkehre fließen. Gleichzeitig braucht es unmittelbar nach der Wahl eine Entscheidung für ein generelles Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen: Das ist die einfachste und effektivste Maßnahme, um schnell und merklich CO2-Emissionen zu senken.“

Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand Campact: „Wie massiv Union und SPD beim Klimaschutz gescheitert sind, zeigt sich beim Verkehr. Die CO2-Emissionen steigen. Tausende fordern nun von der neuen  Regierung die Verkehrswende – fürs Klima. Zugleich bedeuten Städte mit weniger Autos und Dörfer mit besserer Anbindung mehr Lebensqualität für alle.“

Barbara Metz, DUH: „Die Show, die die Hersteller hier abziehen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Geschäftsmodell die Klimakrise weiter anheizt. Doch wir brauchen verbindliche Entscheidungen jetzt - deshalb gehen wir gegen BMW und Mercedes nun auch juristisch vor. Wir können nicht hinnehmen, dass sie weiterhin die Klimaziele torpedieren.“

Kerstin Haarmann, VCD: „Die nächste Regierung muss beim Klimaschutz aufholen, was die Vorgänger verschlafen haben. Gerade im Verkehr müssen wir entschlossen umsteuern und den Autoverkehr reduzieren. Unsere Infrastruktur müssen wir so planen und bauen, dass endlich Mensch und Umwelt im Mittelpunkt stehen. Das gelingt aber nicht ohne einen Masterplan - ein Bundesmobilitätsgesetz. Nur so schaffen wir gute Mobilität für alle.“

Mehr Informationen: www.iaa-demo.de

 

Kontakte:

Stephanie Krone, Pressesprecherin ADFC, 030/209149865, presse@adfc.de

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin DUH
 0170 7686923, metz@duh.de

Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte, Mobil: 0151-56313302, E-Mail: jens.hilgenberg@bund.net

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD, 030/280351-19, E-Mail: michael.mueller-goernert@vcd.org

Iris Karolin Rath, Pressereferentin Campact und WeAct, Mobil: 01512 21 25 420, E-Mail: presse@campact.de
 

Pressekontakt VCD:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-4051 Thu, 09 Sep 2021 11:11:34 +0200 Umweltorganisationen kritisieren: Wahlkampfparolen zur Planungsbeschleunigung sind Ablenkungsmanöver für versäumte Klimapolitik http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/umweltorganisationen-kritisieren-wahlkampfparolen-zur-planungsbeschleunigung-sind-ablenkungsmanoever/ Die Umweltorganisationen BUND, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, NABU, WWF, VCD und der Umweltdachverband DNR haben die Spitzenkandidat*innen der Parteien zur Bundestagswahl aufgefordert, sich für eine faktenbasierte und wirksame Verbesserung von Planungs- und Genehmigungsverfahren einzusetzen. Zugleich warfen sie den Vertreter*innen der Regierungsparteien Scheinheiligkeit in Bezug auf den mangelnden Fortschritt bei der Energie- und Verkehrswende vor. In einem Offenen Brief kritisieren die Verbände die undifferenzierten und einseitigen Botschaften im Wahlkampf, wonach Verzögerungen beim nötigen ökologischen Umbau der Infrastruktur vor allem durch geltendes Umweltrecht, durch eine übermäßige Beteiligung und durch Klagen anerkannter Umweltverbände verursacht würden. „Es ist unredlich, mit dem Finger auf andere zu zeigen, um damit vom eigenen Versagen oder gar Blockadehaltungen abzulenken. Die bisher im Wahlkampf getätigten Aussagen vermitteln den Eindruck einer Symbolpolitik zu Lasten von Natur und Umwelt und werden den Herausforderungen keinesfalls gerecht“, so die Umweltorganisationen.

Betrachte man die Faktenlage genauer, so werde schnell klar, dass es weitaus relevantere Hindernisse für die schnellere Umsetzung von Planungsverfahren gibt. Hierzu gehören die Unübersichtlichkeit und ständige Änderung rechtlicher Regelungen, fehlende Ausführungsvorschriften für den Vollzug unbestimmter Rechtsbegriffe, fehlendes oder überlastetes Fachpersonal in Planungs- und Genehmigungsbehörden oder Planungsänderungen durch den Vorhabenträger während des Verfahrens. Auch das Argument, die Umweltverbände würden übermäßig gegen Infrastrukturplanungen klagen, trifft nicht zu. Von 2017 bis 2020 lag der Anteil der durch Verbandsklagen veranlassten Entscheidungen gegen Infrastrukturvorhaben lediglich bei 0,0004 Prozent im Verhältnis zu allen durch die Verwaltungsgerichte abgeschlossenen Verfahren.

Die Umweltorganisationen betonen in ihrem Offenen Brief, dass bestimmte Vorhaben eine hohe Priorität und Beschleunigung begründen können, wenn sie einen klaren Beitrag zur Energie- und Mobilitätswende sowie zum Ziel der Klimaneutralität leisten. Notwendig ist hierfür eine strikte Priorisierung nach dem Klima- und Verkehrsnutzen, anstatt hunderte von Einzelprojekten parallel zu planen. Darüber hinaus sind eine Verbesserung des Planungsmanagements mit Evaluierung aller Planungsverfahren, eine Stärkung der personellen Ausstattung von Planungsbehörden sowie eine konsequente frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung mit Umweltprüfung dringend erforderlich. „Wir appellieren an die Parteispitzen, zielführende Initiativen für eine Planungsbeschleunigung im Einklang mit dem Umweltrecht zu ergreifen, anstatt im Wahlkampf mit populistischen Botschaften von den Versäumnissen in der Klimapolitik abzulenken“, so die Forderung der Verbände.

Der Offene Brief der Verbände ist unter www.dnr.de erhältlich.

Für Rückfragen
BUND | Jens Hilgenberg, Tel. 030-27586-467, jens.hilgenberg@bund.net
DUH | Dr. Cornelia Nicklas, Tel. 0162 6344657, nicklas@duh.de
DNR | Florian Schöne, Tel. 030 678 1775 99, florian.schoene@dnr.de
Greenpeace | Stefan Krug, Tel. 0171 – 8780836, stefan.krug@greenpeace.org
NABU | Daniel Rieger, Tel. 030-284984-1927, daniel.rieger@nabu.de
VCD | Alexander Kaas Elias, Tel. 030-280351-281, alexander.kaaselias@vcd.org
WWF | Lea Vranicar, Tel. 0151-18854846, lea.vranicar@wwf.de


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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-4052 Wed, 08 Sep 2021 11:46:00 +0200 Autobahn-Verbot bestätigt: #aussteigen-Bündnis kritisiert Entscheidung scharf http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/autobahn-verbot-bestaetigt-aussteigen-buendnis-kritisiert-entscheidung-scharf/ Auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die Klage des #aussteigen-Bündnisses auf Freigabe der Autobahnen für die IAA-Fahrraddemo am 11.9. abgewiesen. Die Organisationen sehen mit diesen Verboten das Recht auf Versammlungsfreiheit massiv verletzt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof folgt mit der neuerlichen Abweisung der Klage des Bündnisses der Einschätzung des Münchner Verwaltungsgerichts. Das hatte die Klage aufgrund der erwarteten hohen Teilnehmerzahlen, des hohen Verkehrsaufkommens, auch aufgrund der IAA, und wegen eines angeblich fehlenden Bezugs zu speziell diesen beiden Autobahnabschnitten der A94 und A96 abgelehnt. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs stößt auf scharfe Kritik beim IAA-Demo-Bündnis #aussteigen.

„Es zeigt sich wieder: Die Autobahn ist das Heiligtum der deutschen Verkehrspolitik“, betonen die am Demo-Bündnis beteiligten Verbände gemeinsam. „Sie darf aber nicht unantastbar sein, wenn es um den berechtigten Protest vieler Menschen gegen den weiteren Autobahnausbau geht, der die Klimakrise weiter verschärft. Das Versammlungsrecht muss auch auf der Autobahn gelten, um dort für eine grundlegende Mobilitätswende und mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Zumal wenn der IAA dort für die ‚Blue Lane’ unkompliziert eine Extra-Fahrspur eingerichtet wird.“

Für eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht bleibt aus Sicht der Umweltschutzverbände jedoch keine Zeit mehr. „Wir brauchen jetzt Planungssicherheit für einen geordneten und sicheren Ablauf und die Teilnehmer*innen der Radsternfahrt, die bereits Samstag über die Bühne geht.“

Geänderte Routen mit neuen Start- und Zeitpunkten
Nachdem die Stadt vergangenen Freitag angekündigt hatte, weitere Routen streichen, verlegen oder kürzen zu wollen, liefen intensive Verhandlungen mit den Behörden. Der Ausfall kompletter Demozüge konnte abgewendet werden, auch der Start vom Müllberg im Münchner Norden ist vom Tisch. Der Treffpunkt am Nymphenburger Schloss entfällt und wird in die Parkharfe im Olympiapark verlegt. Die Route ab Studentenstadt startet jetzt am dortigen Park + Ride Parkplatz.

Da einige Routen nach den Vorgaben der Stadt gekürzt und andere verlängert werden müssen, verschieben sich Startzeiten an manchen Treffpunkten nach vorne oder hinten. Die Änderungen betreffen auch Demozüge aus dem Umland. „Die kurzfristigen Anpassungen der Zeit- und Streckenpläne bedeuten einen enormen Aufwand, der alle Beteiligten unnötig stresst. Die Einwände hätte man deutlich früher bringen können“, kritisiert das Bündnis.

Die finale Streckenführung und Zeitplanung der Radsternfahrt werden jetzt berechnet und demnächst auf der Sternfahrt-Webseite veröffentlicht. Alle Teilnehmenden sollten daher kurz vor dem Start Treffpunkt, Startzeit und Verlauf ihrer Route prüfen. Alle Updates immer auf  www.adfc-muenchen.de/sternfahrt

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Am Samstag, den 11. September, will das Bündnis #aussteigen mit einer großen Demonstration und Fahrradsternfahrt für mehr Klimaschutz im Verkehr und eine echte Mobilitätswende protestieren. Tausende Radfahrende wollen dazu aus verschiedenen Himmelsrichtungen nach München kommen und sich der Demonstration anschließen. Der Protest richtet sich auch gegen die Automesse IAA, die sich in diesem Jahr klimafreundlich inszeniert, obwohl die Autobranche noch immer vor allem vom Verkauf überdimensionierter und umweltschädlicher Verbrenner profitiert. Neben dem schnellen Ausstieg aus dem Verbrenner fordert das Bündnis deshalb eine Halbierung des Autoverkehrs bis 2035, ein Tempolimit auf Autobahnen und Tempo 30 innerorts. Für eine zukunftsfähige Mobilität sind der Umstieg auf Rad- und Fußverkehr, Bus und Bahn und eine gerechtere Verteilung des Straßenraums notwendig.

Weitere Informationen: www.iaa-demo.de/
Pressekontakte:www.iaa-demo.de/presse

Terminhinweis: Das Bündnis plant für den 11. September eine weitere Pressekonferenz um 10:00 Uhr im Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstraße 80, 80336 München. Um Anmeldung unter presse@iaa-demo.de wird gebeten.

Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Weitere Informationen finden Sie unterwww.iaa-demo.de.

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news-4048 Mon, 06 Sep 2021 12:03:18 +0200 IAA-Protest: für weniger Autos und mehr Klimaschutz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/iaa-protest-fuer-weniger-autos-und-mehr-klimaschutz/ #aussteigen: Demo und Radsternfahrt für die ganze Familie am Samstag - Bündnis wehrt sich gegen Verbot mehrerer Routen Weniger Autos und bessere Mobilität – weniger Verkehr und mehr Klimaschutz: Das sind die zentralen Forderungen des Aktionsbündnisses #aussteigen, das den Protest gegen grüne Täuschungsmanöver der Autokonzerne während der Internationalen Automobilausstellung (IAA) auf die Straßen in und um München tragen wird. Mit einer großen Demonstration und einer Radsternfahrt am Samstag, 11. September, will #aussteigen Druck für eine schnelle Mobilitätswende machen: weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren hin zu sauberen Konzepten und weniger Individualverkehr. Erwartet werden tausende Teilnehmer:innen.

Am heutigen Montag haben Vertreter:innen des Bündnisses den Ablauf von Demonstration und Radsternfahrt öffentlich in München vorgestellt und begründet, warum #aussteigen dazu aufruft, sich der Autolobby entgegenzustellen.

Jonathan Kolb vom Landesvorstand der BUND-Jugend sagte: “Monster-SUV parken die Stadt voll, während Studierende ihr letztes Hemd geben, um auf engstem Raum in München leben zu können. Wir brauchen in unseren Städten mehr Platz für Menschen und weniger Platz für klimaschädliche Autos. Junge Menschen aus ganz Deutschland gehen dafür auf die Straße und fordern eine echt nachhaltige Verkehrspolitik. Jetzt!“,

Marion Tiemann, Verkehrsexpertin von Greenpeace, stellte fest: „Die Autoindustrie müht sich hier in München verzweifelt, ihr klimaschädliches Geschäftsmodell zu kaschieren. Aber kein Hersteller kann sich glaubhaft als verantwortungsvoll präsentieren und gleichzeitig noch viele Jahre weitere Millionen Verbrenner verkaufen. An einem schnellen Verbrennerausstieg kommt kein Autobauer mit Anspruch auf Zukunft vorbei.“

Roland Süß vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac ergänzte: “Der Ausstieg aus dem Verbrenner ist überfällig. Ihn nur durch Elektroantriebe zu ersetzen, wird weder die Klimakrise lösen noch die sozialen Ungerechtigkeiten bei der Mobilität beseitigen. Wir brauchen eine echte Mobilitätswende mit mehr öffentlichem Verkehr und weniger Autos. Dem steht die Autoindustrie mit all ihrer Macht entgegen.”

Stadt will mehrere Routen der Radsternfahrt komplett verbieten

Gegen das Verbot, bei der Radsternfahrt Autobahn-Abschnitte zu nutzen, läuft derzeit eine Klage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Am Freitag kündigte die Stadt zudem an, dass sie geplante Routen der Radsternfahrt komplett verbieten, verlegen oder kürzen will. Auch dagegen will das Bündnis notfalls juristisch vorgehen.

Andreas Schön vom ADFC München, Anmelder der Radsternfahrt: “Es ist absurd: Die Radsternfahrt, bei der die Menschen für klimaverträgliche Mobilität demonstrieren wollen, soll den Kfz-Verkehr möglichst wenig stören, sich räumlich stark einschränken und keinesfalls auf die Autobahn. Die IAA dagegen darf sich in der Stadt ausbreiten, Radwege blockieren und für die ‚Blue Lane’ die Autobahn nutzen. Dieses autozentrierte Denken zeigt, wie nötig unser Protest ist.“ 

Uwe Hiksch von den NaturFreunden Deutschlands, der die Demonstration angemeldet hat, kündigte an: „Am 11. September werden wir mit einer großen und bunten Demonstration in München unseren Protest gegen die Automesse IAA auf die Straße bringen, es werden auch viele Familien kommen. Mit Tausenden Menschen werden wir deutlich aufzeigen: Die Zukunft der Mobilität gehört dem ÖPNV und dem Fuß- und Radverkehr.“

Die Auftaktkundgebung beginnt am Samstag um 12 Uhr auf der Theresienwiese. Mit dem Demonstrationszug durch die Innenstadt umrunden die Teilnehmer:innen ab 13 Uhr in einer großen Schleife den Hauptbahnhof. Die Fahrraddemo soll sich aus allen Himmelsrichtungen, streckenweise über Autobahnen, Bundesstraßen und den Mittleren Ring, sternförmig auf München zubewegen. Für Eltern mit kleinen Kindern gibt es eine Familienroute. Die Demonstrationen enden mit einer gemeinsamen Abschlusskundgebung gegen ab 15 Uhr auf der Theresienwiese.

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Weitere Informationen: www.iaa-demo.de/ablauf

Pressekontakte: www.iaa-demo.de/presse

Terminhinweis: Das Bündnis plant für den Morgen des 11. September zum Auftakt der Demo und Radsternfahrt eine weitere Pressekonferenz in München. Eine separate Einladung folgt.

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Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Weitere Informationen finden Sie unter www.iaa-demo.de.
 

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news-4047 Wed, 01 Sep 2021 17:15:28 +0200 Autobahn-Verbot: #aussteigen-Bündnis geht in die nächste Instanz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/autobahn-verbot-aussteigen-buendnis-geht-in-die-naechste-instanz/ Das Münchner Verwaltungsgericht hat heute Mittag die Klage des #aussteigen-Bündnisses auf Freigabe der Autobahnen für die IAA-Fahrraddemo abgewiesen. Die Umweltverbände ziehen nun vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. München/Berlin, 1. September 2021. Damit die Fahrradsternfahrt zur IAA-Demo am 11. September in München wie geplant stattfinden kann, geht das Bündnis #aussteigen nach der Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts in die nächste Instanz. Das Verwaltungsgericht hatte die Klage aufgrund der erwarteten hohen Teilnehmerzahlen und wegen eines angeblich fehlenden Bezugs zu speziell diesen beiden Autobahnabschnitten der A94 und A96 abgelehnt und die Proteste für eine Verkehrswende dort untersagt. Das Demo-Bündnis will nun vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof unverzüglich Beschwerde einlegen.   

Dazu erklärt das Bündnis: „Das Versammlungsrecht auf der Autobahn muss doch gerade dann gelten, wenn besonders viele Menschen dort für eine grundlegende Mobilitätswende und mehr Klimaschutz demonstrieren wollen. Dazu gehört auch der geforderte Planungs- und Ausbaustopp von Autobahnen. Es kann nicht sein, dass man nur dann auf Autobahnen demonstrieren darf, wenn diese gerade geplant oder ausgebaut werden, während gleichzeitig für IAA-Gäste eine Extraspur auf der A94 eingerichtet wird. Dieses Urteil nehmen wir nicht hin!“

Die veraltete Verkehrspolitik, die das Auto zum Maß aller Dinge erklärt, und das Straßennetz für immer dickere Pkw immer weiter ausbaut, hat ausgedient. Wir brauchen kleinere und weniger Autos und mehr Rad- und Fußverkehr, so die Organisatoren. 

Am Samstag, dem 11. September, will das Bündnis #aussteigen mit einer großen Demonstration sowie einer Fahrradsternfahrt für mehr Klimaschutz im Verkehr und eine echte Mobilitätswende protestieren. Tausende Radfahrende wollen dazu aus verschiedenen Himmelsrichtungen nach München kommen und sich der Demonstration anschließen. Der Protest richtet sich auch gegen die Automesse IAA, die sich in diesem Jahr klimafreundlich inszeniert, obwohl die Autobranche noch immer vor allem vom Verkauf überdimensionierter und umweltschädlicher Verbrenner profitiert. Neben dem schnellen Ausstieg aus dem Verbrenner fordert das Bündnis deshalb eine Halbierung des Autoverkehrs bis 2035, ein Tempolimit auf Autobahnen und Tempo 30 innerorts. Für eine zukunftsfähige Mobilität sind der Umstieg auf Rad- und Fußverkehr, Bus und Bahn und eine gerechtere Verteilung des Straßenraums notwendig.

Weitere Informationen und Routenverlauf: www.iaa-demo.de

Pressekontakte: www.iaa-demo.de/presse

Terminhinweis: Das Bündnis plant für den 6. September um 10:00 Uhr im Münchner Eine-Welt-Haus und für den 11. September jeweils eine Pressekonferenz. Hierzu informieren wir separat. 

Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Weitere Informationen finden Sie unter www.iaa-demo.de.

 

 

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news-4046 Wed, 01 Sep 2021 10:45:48 +0200 Zivilgesellschaft unterstützt die Forderung des VCD nach einem Bundesmobilitätsgesetz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zivilgesellschaft-unterstuetzt-die-forderung-des-vcd-nach-einem-bundesmobilitaetsgesetz/ VCD legt aktualisierte Regelungsvorschläge vor und setzt das Bundesmobilitätsgesetz auf die politische Agenda. Ein moderner rechtlicher Rahmen soll endlich Gemeinwohlziele für den Verkehr festlegen und eine integrierte Verkehrsplanung und -finanzierung vorschreiben, damit der Verkehr seine Klimaziele einhält. Berlin, 1. September 2021. Die Forderung des ökologischen Verkehrsclub VCD nach einem Bundesmobilitätsgesetz wird von einem breiten Unterstützerkreis aus Zivilgesellschaft und Expert*innen getragen. Alle sind sich einig, dass ein neuer moderner Rechtsrahmen erforderlich ist, um die Entwicklung von Mobilität und Verkehr künftig zielgerichtet an den gesellschaftlichen Herausforderungen auszurichten. In einem gemeinsamen Forderungspapier betonen heute auch die Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) die Notwendigkeit eines Neustarts der Verkehrsplanung im Rahmen eines Bundesmobilitätsgesetzes.

„Mit einem weiter so wie bisher wird der Verkehrssektor auch in den kommenden Jahren seine Klimaziele krachend verfehlen. Obendrein werden immer noch zu viele Menschen im Straßenverkehr verunglücken, und vielen wird die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschwert, weil es keine praktikablen Alternativen zum eigenen Auto gibt“, sagt Kerstin Haarmann, die Bundesvorsitzende des VCD. „Letztlich geht es auch um Effizienz und Resilienz bei der Verkehrswegeplanung. Dies haben nicht zuletzt die Hochwasserkatastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gezeigt“.

Auf einer digitalen Konferenz hat der VCD bereits Ende Mai den Entwurf der Regelungsinhalte für ein Bundesmobilitätsgesetz vorgestellt und mit einem hochkarätig besetzen Politiker-Panel diskutiert. Teilnehmende des Panels waren die Parteivorsitzenden von SPD und Die Linke, Norbert Walter-Borjans und Susanne Hennig-Wellsow, die Umweltministerin von NRW Ursula Heinen-Esser (CDU) sowie der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages Cem Özdemir (B90/Die Grünen) und die stellvertretende Ausschussvorsitzende Daniela Kluckert  (FDP). Inzwischen wurden mehr als 150 Änderungsvorschläge und Ergänzungen in den aktuellen Regelungsvorschlag eingearbeitet, die der VCD über seine Beteiligungsplattform und in mehreren Workshops mit Vertreter*innen von Umwelt-, Verbraucher-, Verkehrs- und Sozialverbänden, aber auch Expert*innen aus Wissenschaft, der integrierten Stadt- und Verkehrsplanung und Industrie eingesammelt hatte.

Ziel der Initiative des VCD ist es, in der Politik einen breitestmöglichen Konsens für ein Bundesmobilitätsgesetz herzustellen. Um diesen herbeizuführen werden aktuell Gespräche mit führenden Parteipolitikern geführt. Die Regelungsvorschläge dienen als Basis für einen konkreten Gesetzesentwurf, der derzeit im Auftrag des VCD von Rechtsexperten erstellt und im Oktober veröffentlicht wird.

„Unser Ziel ist es, das Bundesmobilitätsgesetz im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung zu verankern, damit es in der kommenden Legislaturperiode verabschiedet wird“, erklärt Kerstin Haarmann.

Den Entwurf für die Regelungsinhalte eines Bundesmobilitätsgesetzes und eine Übersicht des Unterstützerkreises können Sie hier nachlesen.

Weitere Informationen: https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz/

Pressekontakt
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4045 Wed, 01 Sep 2021 10:14:03 +0200 Umweltverbände fordern einen Neustart der Verkehrsplanung im Rahmen eines Bundesmobilitätsgesetzes http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/ein-stopp-des-strassenneubaus-und-eine-neuausrichtung-der-infrastruktur-und-mobilitaetsplanung-sind/ Ein Stopp des Straßenneubaus und eine Neuausrichtung der Infrastruktur- und Mobilitätsplanung sind überfällig Berlin, 01. September 2021. Ein sofortiges Moratorium für den Neu- und Ausbau von Fernstraßen und die Verabschiedung eines Bundesmobilitätsgesetzes zu Beginn der nächsten Legislaturperiode – das verlangen die Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring in ihrem heute veröffentlichten Forderungspapier für einen Neustart der Verkehrsplanung des Bundes.

„Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig ist der Verkehrsbereich jedoch das größte Problem für den Klimaschutz in Deutschland: Er ist der einzige Sektor, dessen nationale CO2-Emissionen von 1990 bis zum Ausbruch der Covid-19-Pandemie nicht gesunken sind“, kritisieren die Verbände. Dabei müssten die Emissionen in allen Sektoren deutlich abnehmen, um das 1,5-Grad-Limit des Pariser Abkommens einzuhalten. Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Beschluss zum Klimaschutzgesetz vom März 2021 ein höheres Ambitionsniveau beim Klimaschutz bekräftigt. Zudem hat die jüngste Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz schmerzhaft vor Augen geführt, wie wichtig eine klimaresiliente Infrastruktur ist.

Der 2016 beschlossene Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 und der Fernstraßen-Bedarfsplan leisten keinen Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz. „Sie erhöhen die Anteile des Straßenverkehrs und damit die CO?-Emissionen und sind mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts unvereinbar“, so die Verbände. Zudem sind sie ein Frontalangriff auf die Natur: Fast 90 Natura-2000-Gebiete werden erheblich beeinträchtigt, schützenswerte große Lebensräume werden auf einer Länge von 1000 Kilometern durchschnitten.

„Diese umwelt- und klimapolitische Geisterfahrt muss mit einem umgehenden Moratorium für den Aus- und Neubau von Fernstraßen beendet werden“, fordern die unterzeichnenden Verbände. Das Moratorium muss bis zur Beendigung des Bedarfsplan-Überprüfungsverfahrens, das 2022 beginnt, gelten. Alle Fernstraßenprojekte, für die keine klima- und naturschonende Alternative gefunden wurde, widersprechen dem Klimaschutzgesetz sowie dem EU-Naturschutzrecht und müssen sofort gestoppt werden.

Zudem fordern die Verbände eine Anpassung des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen anhand klar definierter Kriterien. Dazu gehören die Ausrichtung der neuen Verkehrsprognose auf die Einhaltung klarer Klima-, Naturschutz- und Mobilitätsziele, die Korrektur der Fehler der Nutzen-Kosten-Analyse von 2016, eine vollständige Strategische Umweltprüfung und eine Klimaprüfung sowie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Ein solches Umdenken bei der Bedarfsplanung würde auch der zunehmenden Flächenversiegelung entgegenwirken, die das Ablaufen von Oberflächenwasser erschwert und damit Hochwasser begünstigt.

Die Umweltverbände richten sich mit ihrem Forderungspapier auch an die nächste Bundesregierung: Mit Beginn der nächsten Legislaturperiode ist ein Bundesmobilitätsgesetz nötig. Politische Akteure auf allen staatlichen Ebenen müssen sich darin dazu verpflichten, langfristige Ziele und Strategien für einen Umbau des Verkehrssektors zu entwickeln, zu beschließen und vorrangig auszugestalten. „Auf diese Weise entsteht eine integrierte Verkehrsplanung, die öffentliche Interessen in Bezug auf Mobilität, Klimaschutz, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Stadt- und Raumverträglichkeit gleichermaßen im Blick hat“, so die Verbände.

Das Verbändepapier „Ein Stopp des Straßenneubaus und eine Neuausrichtung der Infrastruktur- und Mobilitätsplanung sind überfällig“ ist hier erhältlich.

 

Für Rückfragen:

VCD: Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher, Tel. 030-280351-19, michael.mueller-goernert@vcd.org

BUND: Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik, Tel. 030-27586467, Jens.Hilgenberg@bund.net

DUH: Dorothee Saar, Bereichsleiterin Verkehr & Luftreinhaltung, Tel. 030-2400867-72, saar@duh.de

DNR: Lisa Grau, Referentin für Klima- und Transformationspolitik, Tel. 030 - 678177587, lisa.grau@dnr.de

Germanwatch: Oldag Caspar, Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik, Tel. 030-2888356-85, caspar@germanwatch.org

Greenpeace: Dr. Benjamin Stephan, Campaigner Transport & Climate Change, Tel. 0151-57208151, benjamin.stephan@greenpeace.org

NABU: Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik, Tel. 0174-1841313, Daniel.Rieger@NABU.DE


Pressekontakt
VCD: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

DNR: Markus Ströhlein, Presse und Kommunikation • presse@dnr.de • 030 / 6781775 - 78 • www.dnr.de

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news-4043 Sun, 29 Aug 2021 15:57:08 +0200 Kultur statt Parkplatz: 12qmKULTUR auf der BUGA 2021 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kultur-statt-parkplatz-12qmkultur-auf-der-buga-2021/ Mit einem Festival im Mini-Format auf einem besetzten Parkplatz macht der ökologische Verkehrsclub VCD auf der BUGA 2021 in Erfurt auf das Thema Flächengerechtigkeit aufmerksam. Die Aktion soll verdeutlichen, wie viel Platz wir in unseren Städten dem Auto überlassen und wie man ihn auch anders nutzen könnte. Der durchschnittliche Parkplatz ist zwölf Quadratmeter groß. Doch wo heute Autos stehen, könnten morgen Grünflächen oder Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Es bleibt sogar genug Platz, um ein kleines Kulturfestival zu veranstalten, wie der ökologische Verkehrsclub VCD mit seiner Aktion 12qmKULTUR auf der BUGA 2021 beweist. Einen Nachmittag lang besetzte das VCD-Projekt „Straßen für Menschen“ am Sonntag einen Parkplatz auf dem Ausstellungsgelände mit einem bunten Kulturprogramm mit Clownin und musikalischer Begleitung durch die Band Behle Music. In einem Workshop stellten Kinder und Erwachsene Seedbombs ganz einfach selbst her: Hierfür werden Blumensamen zu kleinen Kugeln geformt, die dann auf beliebige Wiesen geworfen werden können. Mit etwas Geduld und Regen sorgen sie so für eine üppige Blumenpracht in der Stadt. Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Expertengespräch mit Matthias Bärwolff, Beigeordneter für Bau, Verkehr und Sport der Landeshauptstadt Erfurt, Christian Maron vom Radentscheid Erfurt, Tanja Ernst-Adams (Vorsitzende des ADFC KV Erfurt) und Maren Miehe (VCD e.V.)  sowie Vertretern des Projektförderers Phineo und der Initiative Mobilitätskultur Merle Wurps und Burkhard Horn (Verkehrsplaner & Berater).

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“ beim VCD: „Autos prägen unser Stadtbild und verdrängen Kultur und Kommunikation von unseren Straßen. Unsere Vision ist es, das gesellschaftliche Leben langfristig wieder in den öffentlichen Raum zu holen. Die Rückeroberung des öffentlichen Raums vom Autoverkehr ist eine zentrale Voraussetzung für lebendige Stadtquartiere, ein gesundes Lebensumfeld und sichere Mobilität für alle.“

Neben der Aktion am Sonntag ist der Verband auch mit der dauerhaften Installation „12qmENTDECKEN“ auf der BUGA vertreten: Bett, Schreibtisch und Schrank passen problemlos auf den zu einem begehbaren Kinderzimmer umgestalteten Parkplatz. Denn mit zwölf Quadratmetern ist eine durchschnittliche Parkfläche sogar größer als die meisten Kinderzimmer. Auf einem Bodenbanner werden Flächen für Spielplätze, Straßenbäume und Verkehrsteilnehmende kindgerecht grafisch dargestellt und das neu erlernte Wissen mit einem Quiz spielerisch abgefragt. Unter den Teilnehmenden werden monatlich drei Gewinner gezogen, die eine extra editierte BUGA- Verkehrswende-Toolbox erhalten. Die Installation ist noch bis zum 10. Oktober 2021 auf der BUGA (Gelände Petersberg) zu sehen.
 

Hintergrund
12qmKULTUR ist eine Veranstaltungsreihe des Projekts „Straßen für Menschen“, das vom ökologischen Verkehrsclub VCD getragen wird. Das Projekt wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. Ziel der Initiative ist es, eine erfolgreiche Verkehrswende einzuleiten und lebenswerte Städte zu schaffen. In den kommenden zehn Jahren werden Projekte und Organisationen gefördert, die das Bewusstsein für Mobilität verändern und urbane sowie lebenswerte Räume schaffen, in denen Menschen gerne auf ihr eigenes Auto verzichten.


Mehr zum Projekt „Straßen für Menschen“: https://www.vcd.org/flaechengerechtigkeit

und zu 12qmKULTUR: https://www.strasse-zurueckerobern.de/12qmkultur/


Pressekontakt:
Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“ • 030 / 28 03 51 - 0 • tanja.terruli@vcd.org
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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