VCD Pressemitteilung http://www.vcd.org/ Pressemmitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Tue, 21 Jan 2020 14:11:52 +0100 Tue, 21 Jan 2020 14:11:52 +0100 TYPO3 EXT:news news-3543 Fri, 17 Jan 2020 14:05:00 +0100 Umweltorganisationen kritisieren Gesetzentwurf zur Genehmigungsbeschleunigung als rechtswidrig und ungeeignet http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/umweltorganisationen-kritisieren-gesetzentwurf-zur-genehmigungsbeschleunigung-als-rechtswidrig-und-u/ Verbesserte Planung und Beteiligung statt Aushebelung des Rechtsschutzes nötig  

Gemeinsame Pressemeldung von DNR, BUND, DUH, NABU, UVP-Gesellschaft und VCD

Berlin, 17.01.2020. Die Umweltorganisationen BUND, NABU, DUH, UVP-Gesellschaft, VCD und der Umweltdachverband DNR haben den Gesetzentwurf zur Genehmigungsbeschleunigung von Infrastrukturmaßnahmen im Verkehrsbereich (so genanntes Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz) als in mehrfacher Hinsicht rechtswidrig kritisiert. Der Gesetzentwurf verstoße gegen die Vorgaben des Grundgesetzes und gegen EU-rechtlich verbriefte Klagerechte. Zudem sei er ungeeignet, um die Planungs- und Genehmigungsprozesse wirksam zu beschleunigen. Denn dem Maßnahmengesetz für jeden Einzelfall vorgeschaltet sei ein Planfeststellungsverfahren, das nicht mit einem Planfeststellungsbeschluss, sondern mit einem nachgeschalteten Gesetzesbeschluss ende, in dem der Gesetzgeber eine eigene Abwägungsentscheidung zu treffen habe. Die einzig mögliche Zeitersparnis entstünde dadurch, dass Klageverfahren ausgehebelt würden. Der Entwurf für ein Maßnahmengesetz könne ferner der Anfang dafür sein, zukünftig jedes beliebige Infrastrukturprojekt vom Deutschen Bundestag anstelle der zuständigen Fachbehörden beschließen zu lassen, so die Befürchtung der Verbände. „Der Gesetzentwurf hebelt Klagerechte und Rechtsstaatlichkeit aus, führt aber nicht zu einer beschleunigten und verbesserten Planung“, so die Einschätzung der Verbände am Rande einer Veranstaltung im Deutschen Bundestag. Der Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums lenke daher von den eigentlich relevanten Faktoren bei der Planung und Genehmigung großer Infrastrukturmaßnahmen ab und stelle einen Dammbruch zu Lasten von Umwelt und Rechtsschutz dar.

Nach Überzeugung der Verbände gebe es zahlreiche Ansatzpunkte, um eine konkrete Planungsbeschleunigung zu erreichen, ohne die Umwelt- und Klagerechte auszuhebeln. Hierzu gehöre die deutliche Stärkung einer frühzeitigen und umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung. Eine ergebnisoffene Prüfung möglicher Alternativen und eine plausible Begründung der dann gewählten Variante könnten zudem beschleunigend auf die weiteren Planungsschritte sowie die Umsetzung des Projektes wirken. Dafür müssten die Planungs- und Personalkapazitäten in den zuständigen Verwaltungen der Bundesländer gestärkt und neue Formen der Planung wie interdisziplinäre Teams etabliert werden. Schließlich könnte eine verstärkte Kooperation mit den Umweltverbänden zur Verbesserung und Beschleunigung von Planungsverfahren führen. Der bundesweite „Bürgerdialog Stromnetz“ sei ein gutes Beispiel dafür, wie Öffentlichkeits- und Verbändebeteiligung informell funktionieren kann.

„Umweltverbände haben in Zeiten reduzierter behördlicher Vollzugskapazitäten die immer wichtigere Aufgabe, erkennbare Fehler oder Verstöße beispielsweise gegen umweltrechtliche Vorschriften aufzudecken“, so die Einschätzung der Verbände in einem gemeinsamen Papier. Auch aus Sicht der Verbände spielt die Planungsbeschleunigung für den zügigen Umbau der Infrastruktur eine große Rolle, doch werde der vorgelegte Gesetzesentwurf dieser Aufgabe nicht gerecht. Die Rechtswidrigkeit des Gesetzesvorstoßes selbst führe vielmehr zu einer weiteren Verzögerung. Die Verbände appellieren daher an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, den vorliegenden Gesetzentwurf für ein Maßnahmengesetz zurückzuweisen und zielführende Initiativen für eine Planungsbeschleunigung im Einklang mit dem Umweltrecht zu ergreifen.

Die Handlungsempfehlungen der Verbände sind unter www.dnr.de erhältlich.

 

Fachliche Nachfragen

BUND | Laura von Vittorelli, Tel. 030-27586-532, laura.vonvittorelli@bund.net;

DUH | Dr. Cornelia Nicklas, Leiterin Recht, Tel. +49 162 6344657, nicklas@duh.de 

DNR | Florian Schöne, Tel. +49 (0)30 678 1775 99, florian.schoene@dnr.de

NABU | Daniel Rieger, Tel. 030-284984-1927, daniel.rieger@nabu.de

UVP-Gesellschaft, Dr. Joachim Hartlik, Tel. 05175-9291003, hartlik@uvp.de

VCD | Alexander Kaas Elias, Tel. 030-280351-281, alexander.kaaselias@vcd.org

 

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news-3542 Thu, 16 Jan 2020 12:02:00 +0100 Wasserstoff, E-Auto oder E-Fuels: Warum das E-Auto die beste Alternative ist http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wasserstoff-e-auto-oder-e-fuels-warum-das-e-auto-die-beste-alternative-ist/ Das Wasserstoffauto gilt vielen zunehmend als die bessere Alternative zum E-Auto. Tatsächlich ist seine Ökobilanz aber deutlich schlechter. Der ökologische Verkehrsclub VCD räumt mit gängigen Fehlinformationen auf und nennt die wichtigsten Vor- und Nachteile. Berlin, 16. Januar 2020. Dieses Jahr könnte das Elektro-Auto seinen Durchbruch erleben. Zahlreiche Hersteller bringen vor dem Hintergrund strengerer CO2-Grenzwerte der EU neue E-Modelle auf den Markt. Gleichzeitig wird das Wasserstoffauto immer wieder als die vermeintlich bessere Alternative diskutiert - oft allerdings auf Basis von Halbwissen und veralteten Zahlen, kritisiert der VCD. Wasserstoff als Antrieb stellt aus Sicht des ökologischen Verkehrsclubs (noch) keine Alternative dar. Der VCD klärt über Vor- und Nachteile auf: 

Vorteile: Wasserstoffautos sind meist Autos mit Brennstoffzelle. Sie haben eine höhere Reichweite als Elektroautos. Wegen der großen Energiedichte von Wasserstoff können sie längere Strecken mit einer Tankfüllung zurücklegen als ein vergleichbares E-Auto. Das macht die Brennstoffzelle interessant für Langstreckenfahrer oder für den Güterverkehr mit großen und schweren Lkw. Wasserstoffautos müssen auch nicht lange geladen, sondern können schnell betankt werden. Nur auf den ersten Blick von Vorteil: Im Betrieb selbst entstehen keine Schadstoffemissionen. Aus dem Auspuff kommt nur Wasser.

Nachteile: Um Autos mit Wasserstoff anzutreiben, muss dieser mittels Elektrolyse und unter großem Energieaufwand aus Wasser hergestellt werden. Eine Studie der Denkfabrik Agora Verkehrswende zeigt, dass die CO2-Emissionen eines Brennstoffzellen-Pkw in der Gesamtbilanz um 75 Prozent über denen eines vergleichbaren E-Autos liegen können - wenn man den durchschnittlichen deutschen Strommix zugrunde legt. Dieselbe Strommenge, mit der ein batterieelektrisches E-Auto 100 km weit kommt, reicht bei einem Brennstoffzellenauto nur für 48 km, also für weniger als die Hälfte der Strecke. 

Einen Klimavorteil hat das Brennstoffzellenauto gegenüber dem Verbrenner nur dann, wenn bei der Produktion von Wasserstoff nur Ökostrom verwendet wird.  Das übersteigt die deutschen Kapazitäten. Klimaneutrale wasserstoffbasierte Kraftstoffe müssten importiert und Anlagen für die Erzeugung aufgebaut werden.

Gegen das Wasserstoffauto sprechen auch die derzeit wenigen verfügbaren Modelle, das kleine Tankstellennetz sowie die hohen Kosten. Aktuell sind nur zwei Brennstoffzellenmodelle auf dem Markt, die Preise dafür liegen bei über 70.000 Euro. Tanken lassen sich die Fahrzeuge an gerade einmal 70 Tankstellen bundesweit. Elektroautos sind bereits ab rund 16.000 Euro erhältlich und es kommen zunehmend neue Modelle auf den Markt. Strom gibt es mittlerweile an rund 24.000 öffentlichen Ladepunkten, zusätzlich können Elektrofahrzeuge oft auch zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden.

Ein Kilogramm Wasserstoff kostet etwa 9,50 Euro und reicht für rund 100 km. Bei 100 km im E-Auto fallen etwa 4,50 Stromkosten für das Laden an. Die entsprechenden Kosten für Benzin und Diesel im Vergleich: Bei einem Verbrauch von 6 Litern Benzin bzw. 5 Litern Diesel aktuell 8,40 Euro bzw. 6,70 Euro.

Nachteile von E-Fuels: Neben der Brennstoffzelle werden auch strombasierte Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, als weitere Antriebsoption diskutiert. Sie basieren ebenfalls auf Wasserstoff. Für ihre Herstellung braucht es einen zusätzlichen Produktionsschritt, bei dem Wasserstoff in gasförmige oder flüssige Kraftstoffe weiterverarbeitet wird. Dies erhöht den Energiebedarf zusätzlich. Zusammen mit dem niedrigen Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren sinkt die Gesamteffizienz im Vergleich zu Elektroauto und Brennstoffzelle nochmals deutlich. Die Reichweite beträgt gerade einmal 15 Kilometer. Damit sind auch E-Fuels keine wirkliche Alternative zum E-Auto. Denkbare künftige Einsatzgebiete sind vor allem Verkehrsmittel, die nicht mit Elektro-Antrieb ausgestattet werden können. Dazu zählen insbesondere der Flug- und Schiffsverkehr.

Fazit von Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Das umweltfreundliche Wasserstoffauto ist noch auf absehbare Zeit eine Wunschvorstellung, aber keine reelle Option. Wir dürfen beim Ausstieg aus dem Verbrenner aber keine Zeit verlieren. Deshalb sollten wir uns auf die viel weiter entwickelte Elektromobilität konzentrieren. E-Autos sind für den Pkw-Bereich die effizienteste, kostengünstigste und klimaschonendste Lösung. Dank der Erhöhung der Kaufprämie sind E-Autos für viele Verbraucher inzwischen auch eine bezahlbare Alternative geworden.“

 

Für Fragen und Interviewwünsche:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter:@VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3541 Mon, 13 Jan 2020 11:45:41 +0100 Schreckensszenarien zum Arbeitsplatzabbau in der Autoindustrie helfen der Verkehrswende nicht: Mit E-Mobilität und Umstieg auf Bus und Bahn neue Jobs schaffen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/schreckensszenarien-zum-arbeitsplatzabbau-in-der-autoindustrie-helfen-der-verkehrswende-nicht-mit-e/ Eine aktuelle Studie für die Bundesregierung kommt zu dem Ergebnis, dass der Umbau auf Elektro-Antriebe in Deutschland hunderttausende Jobs kosten könnte. Der VCD kritisiert, dass mit derartigen Schreckensszenarien vor dem Autogipfel am Mittwoch Stimmung in der Autoindustrie gemacht wird. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Vor allem der IG Metall geht es jetzt um die Durchsetzung von Kurzarbeitergeld, Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen. Damit soll auch das bisherige Versagen von Industrie und Gewerkschaften bei der Transformation kaschiert werden. Die Maßnahmen sind grundsätzlich richtig und wichtig, hätten aber viel früher eingefordert und angestoßen werden müssen.“

Die Weichen hin zu emissionsarmen und -freien Antrieben wurden bereits vor längerer Zeit gestellt. Doch die Industrie habe zu lange am alten Geschäftsmodell mit Verbrennungsmotoren festgehalten, kritisiert der VCD. Müller-Görnert: “Der Anschluss bei den Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und autonomem Fahren droht verloren zu gehen. Wenn dies jetzt Arbeitsplätze kostet, ist es zu großen Teilen selbstverschuldet.

Immer weniger Autos werden in Deutschland produziert, denn die Automobilhersteller verlagern zunehmend ihre Produktion ins Ausland. So produzieren beispielsweise BMW und Mercedes einige neue Elektromodelle in China. Dass es auch anders geht, zeigt der Volkswagenkonzern. Der vollelektrische ID3 wird in Deutschland hergestellt und sichert damit Arbeitsplätze. Statt zu jammern, sollte die Industrie, aber sollten auch die Gewerkschaften endlich in die Offensive gehen und Richtung Zukunft steuern. Nur dann ist die deutsche Automobilindustrie wettbewerbsfähig und die Arbeitsplätze dort zukunftssicher.

Andere Mobilitätsbranchen suchen unterdessen händeringend Personal: Nicht nur Busfahrer und Zugführer sind Mangelware, auch Elektroniker, Ingenieure, IT-Spezialisten und Servicekräfte fehlen. Allein die Deutsche Bahn stellt aktuell mehr als 50.000 neue Mitarbeiter ein. Warum sollten Menschen in der Autoproduktion nicht künftig Schienenfahrzeuge bauen? Schon vor 20 Jahren hat der VCD zusammen mit dem Öko-Institut eine Studie erstellt, die zeigt, dass eine Verkehrswende neue Arbeitsplätze schafft, statt sie abzuschaffen. Wir müssen über den Tellerrand der Auto-Branche hinaus und auf das große Ganze sehen, dafür braucht es Entschlossenheit und Weitblick.“


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org
www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3522 Tue, 07 Jan 2020 13:04:59 +0100 CO2-Emissionen insgesamt gesunken – nur im Verkehr ist keine Trendwende in Sicht! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/co2-emissionen-insgesamt-gesunken-nur-im-verkehr-ist-keine-trendwende-in-sicht/ Laut der Jahresauswertung der Denkfabrik Agora Energiewende sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland 2019 gegenüber 1990 insgesamt um 35 Prozent gesunken. Ganz anders sieht es im Verkehrsbereich aus: Dort stagniert der CO2-Ausstoß im gleichen Zeitraum. Im Vergleich zum Vorjahr ist er sogar leicht gestiegen. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Alle reden von der Verkehrswende, aber davon kann in Wirklichkeit keine Rede sein! Die CO2-Emissionen des Verkehrs bewegen sich noch immer auf dem Niveau von 1990. Auch die gerade beschlossenen Maßnahmen des Klimapakets der Bundesregierung werden nicht ausreichen, um die notwendige Trendwende einzuleiten. Die im Klimaschutzgesetz verankerten Einsparziele rücken damit in weite Ferne.

Die gerade veröffentlichten Pkw-Zulassungszahlen für das vergangene Jahr zeigen klar, wo das Problem liegt: Seit 1990 wurden - mit Ausnahme des Jahres 2009, in dem die Abwrackprämie den Autoabsatz hochschnellen ließ - noch nie so viele Autos neu zugelassen wie letztes Jahr.  Ausgerechnet SUV und Geländewagen feierten erneut den höchsten Zuwachs und stellen inzwischen jeden dritten Neuwagen. Alle Fortschritte durch sparsamere, effizientere Motoren werden so zunichte gemacht. Zwar haben auch die Zulassungen von E-Autos um drei Viertel zugelegt, die absoluten Zahlen jedoch sind nach wie vor auf niedrigem Niveau. Über 95 Prozent der Neuwagen werden weiterhin mit fossilen Kraftstoffen angetrieben, erneuerbare Energien spielen so gut wie keine Rolle.

Wenn wir die Verkehrswende wollen, müssen wir aufhören, immer größere und schwerere Autos zu kaufen! Die Zahl der Autos auf den Straßen muss verringert werden, und statt SUVs müssen effiziente Elektroautos auf die Straßen kommen. Das ist auch im Interesse der Autohersteller: Seit Jahresbeginn ist der neue verschärfte EU-Grenzwert für den CO2-Ausstoß in Kraft. Die Neuwagen eines Herstellers dürfen im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Anderenfalls sind hohe Strafen fällig, die sich in Milliardenhöhe bewegen können.

Insgesamt brauchen wir aber ein generelles Umsteuern im Verkehr: Es müssen mehr Wege mit Bus und Bahn, mit dem Rad und zu Fuß zurückgelegt werden. Dafür braucht es attraktive Angebote und einen konsequenten, bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur. Intelligente Lösungen sind auch im Güterverkehr gefragt. Das immer stärkere Wachstum des Lkw-Verkehrs ist ein wesentlicher Treiber der CO2-Emissionen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org
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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3520 Mon, 09 Dec 2019 17:17:32 +0100 Günstig reisen mit der Bahn – Sieben Tipps zum schlauen Buchen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/guenstig-reisen-mit-der-bahn-sieben-tipps-zum-schlauen-buchen-1/ Der VCD begrüßt, dass die Deutsche Bahn zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember keine Preiserhöhung plant. Niedrige Preise sind ein wichtiger Anreiz zum Bahnfahren. Der ökologische Verkehrsclub hat Ticketpreise unter die Lupe genommen und hilft Bahnkunden durch den Tarif-Dschungel. Gute Nachrichten für Zugreisende: Die Deutsche Bahn verzichtet zum Fahrplanwechsel auf eine Preiserhöhung. 2020 soll zudem die Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden. Der Ende September veröffentlichte VCD Bahntest 2019/20 bestätigt: Ticketpreise spielen eine entscheidende Rolle bei der Reiseplanung.
Vier von fünf Fahrgästen sind mit vergünstigten Tickets unterwegs und nehmen dafür andere Reisezeiten oder die Bindung an einen bestimmten Zug in Kauf. Jeder dritte Bahnreisende hätte sich ohne Rabatt für das Auto, Flugzeug oder den Fernbus entschieden. Damit der Umstieg auf die klimaschonendere Schiene leichter fällt, gibt der VCD sieben Tipps zum unkomplizierten Buchen und Reisen:

  • Sparpreis statt Flexpreis buchen: Die besten Chancen für günstigere Tickets hat man einen Monat vor der Reise, dann sind durchschnittlich 55 Prozent Rabatt drin. Aber auch 24 Stunden vorher gibt es oft noch günstige Sparpreise mit durchschnittlich 33 Prozent Rabatt, wenn die Verbindung nicht stark nachgefragt ist.
     
  • Dienstag, Donnerstag und Samstag sind die besten Reisetage: Wer zeitlich flexibel ist, sollte seine Reise auf einen dieser Tage legen.
     
  • Auch die Uhrzeit spielt eine wichtige Rolle: Tickets für Verbindungen vor 10 und nach 20 Uhr sind meistens deutlich preiswerter.
     
  • Aufpassen bei Online-Buchungen: Auf der Webseite oder in der App der Deutschen Bahn ist automatisch ein Häkchen bei „schnellste Verbindungen suchen“ gesetzt. Wer es wegklickt, bekommt auch langsamere Verbindungen angezeigt, die häufig weniger kosten.
     
  • Bahncard-Rechner: Wer oft Zug fährt, für den lohnt sich eine Bahncard 25, 50 oder 100. Mit welcher Bahncard Sie am meisten sparen, zeigt der kostenfreie Bahncard-Rechner des VCD: www.vcd.org/bahncard-rechner
     
  • Angebote der Konkurrenz prüfen: Auch Anbieter wie Flixtrain oder der österreichische ÖBB Nightjet bieten Reisen auf der Schiene durch Deutschland an. Tickets für den Flixtrain sind günstiger als eine Reise im ICE mit Bahncard 50. Mit dem Nachtzug der ÖBB sparen Sie sich eventuell sogar eine Übernachtung im Hotel.
     
  • Reisen mit Kindern: Unter 15 Jahren fahren Kinder im DB Fernverkehr zum Nulltarif, wenn Sie in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern sind. Die Sitzplatzreservierung kostet für Familien insgesamt nur 9 Euro, auch bei mehr als zwei Personen. 

Den kompletten VCD Bahntest können Sie hier nachlesen: www.vcd.org/Bahntest


Pressekontakt:
Philipp Kosok, VCD-Bahnexperte • Telefon 030/280351-36 • philipp.kosok@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

 

 

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news-3519 Mon, 09 Dec 2019 14:32:08 +0100 Mehr Klimaschutz ins Klimapaket: CO2-Preis erhöhen, Pendlerpauschale abbauen, Mehrwertsteuer auf Zugtickets wie geplant senken! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mehr-klimaschutz-ins-klimapaket-co2-preis-erhoehen-pendlerpauschale-abbauen-mehrwertsteuer-auf-zug/ Vor den Beratungen im Vermittlungsausschuss plädiert der ökologische Verkehrsclub VCD dafür, die Chance zu nutzen und entscheidende Punkte nachzubessern. Dazu erklärt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Staatengemeinschaft sucht auf der UN-Klimakonferenz in Madrid gerade nach Wegen, wie das Pariser Klimaabkommen eingehalten werden kann. Schon jetzt ist absehbar, dass die bisher eingeleiteten und geplanten Maßnahmen keinesfalls ausreichen, das 1,5-Grad-Ziel, geschweige denn das Zwei-Grad-Ziel, zu erreichen.

Jetzt brauchen wir den politischen Willen, das Ruder noch mal rumzureißen. Bund und Länder müssen sich auf einen deutlich höheren CO2-Preis einigen, der eine spürbare Lenkungswirkung entfalten kann. Der Einstiegspreis sollte bei 50 Euro pro Tonne liegen. Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung müssen sozial gerecht verteilt werden, um Härtefälle und soziale Nachteile zu vermeiden. 

Statt die Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer zu erhöhen, wovon im Wesentlichen Besserverdiener profitieren, sollte sie schrittweise abgebaut werden. Für soziale Ausgewogenheit sorgen eine Klimaprämie pro Kopf, eine einkommensunabhängige Mobilitätspauschale und das Absenken der Stromsteuer auf den EU-Mindeststeuersatz. Davon profitieren Bezieherinnen und Bezieher mittlerer und unterer Einkommen sowie Haushalte mit Kindern.

Gleichzeitig muss auch der Weg für niedrigere Ticketpreise im Bahnfernverkehr frei gemacht werden, damit die Änderung wie versprochen rasch kommen kann. Das Absenken der Mehrwertsteuer ist ein wichtiger Schritt, damit mehr Menschen auf die umweltschonende Bahn umsteigen.“


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org
www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3518 Mon, 09 Dec 2019 13:45:48 +0100 Schiene stärken statt mit Gebühren ausbremsen - Bahnverbände kritisieren geplante Benachteiligung der klimafreundlichen Schiene http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/schiene-staerken-statt-mit-gebuehren-ausbremsen-bahnverbaende-kritisieren-geplante-benachteiligung-de/ Die acht Bahnverbände stellen sich gegen Pläne des Bundesverkehrsministeriums, Gebühren im Eisenbahnbereich anzuheben und neue Gebühren einzuführen. „Wir verstehen nicht, warum die Bahnunternehmen in vielen Fällen künftig höhere Gebühren zahlen sollen, für die es bei der Straße keinerlei Entsprechung gibt“, sagen die Präsidenten und Geschäftsführer der Verbände. „Eine solche Benachteiligung der klimafreundlichen Schiene wirkt wie aus der Zeit gefallen. Wenn die Bundesregierung nun die Schiene weiter belastet, bei der Straße aber alles beim Alten bleibt, passt das nicht zu den übergeordneten Zielen der Klimapolitik.“ Stein des Anstoßes ist der Plan des Bundesverkehrsministeriums, die Eisenbahnunternehmen für Sicherheitskontrollen in einem deutlich stärkeren Umfang als bisher zahlen zu lassen und zudem die Gebühren dafür zu erhöhen. Vergleichbare Regelungen gibt es im Straßenverkehr nicht, und sie sind auch nicht vorgesehen. Wenn ein Autofahrer in eine Polizeikontrolle gerät, muss er für mögliche Verstöße gegen Sicherheitsauflagen geradestehen. Er muss aber nicht für die Polizeikelle und die Arbeitsstunden der Verkehrspolizisten und die Abnutzung des Dienstfahrzeugs bezahlen. Das aber will das BMVI von den Eisenbahnunternehmen verlangen.

In einem Schreiben vom September 2019 hatten die Bahnverbände Allianz pro Schiene, BAG-SPNV, mofair, NEE, VCD, VDV, VPI und VDB sich an Verkehrsminister Andreas Scheuer gewandt. Sie hatten moniert, dass das BMVI von seinem Ansatz, Gebühren für „individuell zurechenbare Leistungen“ einiger Bundesbehörden zu erheben, nicht abgehen will und dadurch erheblich höhere Kosten des Bahnbetriebs drohen. Stattdessen forderten die Verbände, die gebührenpflichtigen Tatbestände als Teil der hoheitlichen Verwaltung aufzufassen, für die keine Gebühren erhoben werden – so wie es beim Straßenverkehr ist.

Konkret geht es um folgende Einzelbestandteile:

1.  Seit 2016 versucht die Bundesregierung, die Bundeseisenbahngebührenverordnung anzupassen. Sie legt Gebühren dafür fest, dass das Eisenbahn-Bundesamt das Sicherheitsmanagement bei Eisenbahnunternehmen überprüft. Unabhängig davon, ob es Beanstandungen gibt oder nicht, müssen die Unternehmen die Prüfungen künftig nach Aufwand vergüten. Der Bundesrat hatte dieses Ansinnen im Spätsommer 2018 einstimmig abgelehnt. Die Bundesregierung hält aber daran fest und will die Gebührenverordnung künftig auf einer anderen gesetzlichen Basis gründen, so dass keine Zustimmung des Bundesrats mehr erforderlich wäre.

2.  Für das seit 2016 geltende Eisenbahnregulierungsgesetz soll eine Gebührenordnung neu eingeführt werden – bisher gab es keine. Danach müssten Unternehmen wie die DB Netz, die bei der Bundesnetzagentur gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungsverfahren vornehmen lassen, dafür Gebühren zahlen. Auch Beschwerdeverfahren von Zugangsberechtigten gegen die Netzbetreiber könnten künftig Geld kosten. Das wäre eine erhebliche Verkürzung des Rechtsschutzes.

3.  Seit September 2019 kann die Bundespolizei bei bahnpolizeilichen Einsätzen von den Eisenbahnverkehrsunternehmen Erstattungen verlangen. Wenn also beispielsweise ein Eisenbahnunternehmen gegen randalierende Reisendengruppen die Bundespolizei ruft, muss es diesen Einsatz bezahlen.

Allen Fällen ist gemeinsam, dass die Eisenbahnunternehmen keine Wahl haben, ob sie die „individuell zurechenbare Leistung“ der Bundesbehörden in Anspruch nehmen oder nicht: Die Sicherheitsüberprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben, ohne sie erlischt die Betriebsgenehmigung des Eisenbahnverkehrsunternehmens. Die Schienennetz-Benutzungsbedingungen der Eisenbahninfrastrukturunternehmen müssen genehmigt werden. Und auch Polizeiaufgaben können die Bahnunternehmen nicht selbst übernehmen.

„Wir begrüßen das Engagement der Bundesregierung für mehr Verkehr auf der Schiene, das sich auch im Haushalt 2020 ausdrückt, uneingeschränkt“, betonen die Präsidenten und Geschäftsführer der Verbände. „Allerdings macht es umso weniger Sinn, wenn dieselbe Bundesregierung neue Wettbewerbsnachteile für die Schiene schafft, die sie doch fördern möchte.“

 

Pressekontakte:

Allianz pro Schiene: Markus Sievers, markus.sievers@allianz-pro-schiene.de, 030/2462599-20

BAG-SPNV: Renate Bader, bader@bag-spnv.de, 0152/51 07 08 68

mofair: Dr. Matthias Stoffregen, matthias.stoffregen@mofair.de, 0160/96 90 61 43

NEE: Peter Westenberger, westenberger@netzwerk-bahnen.de, 0170/485 486 4

VCD: Franziska Fischer, franziska.fischer@vcd.org, 030/280351-12

VDB: Pauline Maître, maitre@bahnindustrie.info, 030/206289 60

VDV: Lars Wagner, wagner@vdv.de, 030/39993214

VPI: Kerstin Domscheit, presse@vpihamburg.de, 040/41912670

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news-3517 Wed, 04 Dec 2019 13:46:10 +0100 Dialogprojekt „Wohnen leitet Mobilität“: Verkehrswende beginnt vor der Haustür http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/dialogprojekt-wohnen-leitet-mobilitaet-verkehrswende-beginnt-vor-der-haustuer/ Abschlussveranstaltung des Projektes blickt zurück auf drei Jahre Dialog zwischen Wohnungsunternehmen, Kommunen und Mobilitätsdienstleistern. Wie intelligente Mobilität im Wohnquartier aussieht, zeigt ein Handlungsleitfaden. Berlin, 04. Dezember 2019. Acht von zehn zurückgelegten Wegen in Deutschland starten und enden an der eigenen Haustür. Sind am Wohnort klimafreundliche Verkehrsmittel vorhanden oder gut erreichbar, fällt es den Bewohnern leichter, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Dieses Fazit zogen die Organisatoren des Projekts bei der Abschlussveranstaltung. Das Projekt „Wohnen leitet Mobilität“ will nachhaltige Mobilität im Wohnquartier zu einem zentralen Thema bei den Akteuren der Branche machen.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, sagte zur Eröffnung: „Wir müssen Menschen ermöglichen, auch ohne eigenes Auto mobil zu sein. Wenn das Fahrrad sicher und trocken direkt vor der Haustür abgestellt ist, fahre ich damit schnell zum Bäcker oder Supermarkt. Fährt der Bus um die Ecke, oder es gibt Sharing-Autos im Quartier, steige ich gerne um. Klimafreundliche Mobilität muss bei der Planung und Organisation von Wohnquartieren mitgedacht werden.“

Im Rahmen des Projekts „Wohnen leitet Mobilität“ hat der VCD gemeinsam mit seinen Projektpartnern, dem Öko-Institut und dem Deutschen Mieterbund, insgesamt 25 Dialogforen in fünf Projektregionen abgehalten. Erstmals wurden dabei Vertreter der Wohnungswirtschaft mit Vertretern der kommunalen Verwaltungen an einen Tisch gebracht. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte bei der Veranstaltung, für die konkrete Umsetzung der Mobilitätswende brauche es solche guten Beispiele und lobte das Projekt als konstruktiven und innovativen Beitrag zum Dialog. 

Projektleiter René Waßmer erklärte: „Für die Verkehrswende und die Einhaltung kommunaler Klimaschutzziele sind die Mobilitätsangebote im Wohnquartier ein Schlüsselfaktor. Nur wenn Wohnungsunternehmen, Kommunen und Mobilitätsdienstleister zusammenarbeiten, gibt es die nötige Fachkompetenz. Fuß- und Radwege im Wohnquartier sollten deutlich ausgebaut werden. Die Zahl der Pkw-Stellplätze sollte deutlich reduziert und dafür stärker auf Sharing-Systeme gesetzt werden.“

Die Erfahrungen aus den Dialogforen hat der VCD zusammen mit seinen Partnern im Handlungsleitfaden „Intelligent mobil im Wohnquartier“ veröffentlicht. Die Publikation richtet sich an Wohnungsunternehmen und kommunale Verwaltungen und enthält konkrete Empfehlungen für klimafreundliche Mobilität im Wohnquartier. Über eine Fortsetzung des Projekts „Wohnen leitet Mobilität“ im kommenden Jahr ist der VCD mit dem Bundesumweltministerium im Gespräch.

Der Handlungsleitfaden kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden: https://www.vcd.org/themen/wohnen-und-mobilitaet

Pressekontakt:
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-3512 Tue, 26 Nov 2019 10:30:00 +0100 VCD veröffentlicht Bahntest 2019/20 „Mehr Bahn fürs Klima: Preise runter – Angebot rauf!“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-veroeffentlicht-bahntest-201920-mehr-bahn-fuers-klima-preise-runter-angebot-rauf/ Fahrgäste bewerten den Fernverkehr der Deutschen Bahn mit der Schulnote „Befriedigend“. Für einkommensschwache Gruppen wünscht sich eine Mehrheit der Befragten reduzierte Tickets. Der VCD Bahncard-Rechner zeigt, für wen sich welche Bahncard lohnt. Berlin, 26.11.2019. Bahnfahren muss nach Meinung der Kunden für alle bezahlbar sein. Das geht aus dem heute veröffentlichten VCD Bahntest 2019/20 „Mehr Bahn fürs Klima: Preise runter – Angebot rauf!“ hervor. Für den Bahntest hat das Forschungsinstitut Quotas im Auftrag des ökologischen Verkehrsclub VCD eine repräsentative Umfrage durchgeführt. 85 Prozent der Befragten finden, es sollte Rabatte für bestimmte Gruppen geben. Von den befragten Bahnkundinnen und -kunden wünscht sich eine Mehrheit, dass Schülerinnen und Schüler auch über 14 Jahren, Auszubildende und Studierende, Rentner und Menschen mit Behinderung nicht länger den vollen Preis für eine Fahrt im Fernverkehr zahlen. Seit 2015 sind die Preise für Fernfahrten um 3,3 Prozent gestiegen, während Inlandsflüge um 4,1 Prozent billiger wurden.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Wirksamer Klimaschutz kommt nicht ohne Preissignale aus. Das wird dazu führen, dass der umweltbelastende Straßenverkehr für viele Menschen teurer wird. Damit dies nicht zu Lasten der Mobilität der Menschen geht und zum sozialen Sprengstoff wird, muss es für Bürgerinnen und Bürger brauchbare und bezahlbare Alternativen geben. Gerade auf langen Distanzen ist das die klimafreundliche Bahn.“

Der VCD Bahntest 2019/20 erhob die fünf wichtigsten Merkmale für ein gutes Bahnangebot. Diese wurden von den Fahrgästen jeweils mit Schulnoten wie folgt bewertet: Fahrtdauer (2,4), Direktverbindungen (2,8), Höhe der Ticketpreise (3,4), Pünktlichkeit der Züge (3,5) und Klimaverträglichkeit der Bahn (2,2). Im Schnitt geben die Bahnkunden dem Fernverkehrsangebot nur die Note „Befriedigend“ (2,8). Ganze 88 Prozent der Befragten finden, dass die Bundesregierung zu wenig für die Schiene tut. Schon jetzt reisen viele Fahrgäste mit Sparpreis-Tickets oder anderen Rabatten. Etwa jeder dritte Befragte davon hätte ein anderes Verkehrsmittel als die Bahn genutzt, wenn er den vollen Preis hätte bezahlen müssen. Gute Noten vergeben die Fahrgäste für die Ticketbuchung per App und ihr Sicherheitsgefühl auf der Reise.

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für Bahnverkehr: „Die Fahrgäste sind in wichtigen Punkten unzufrieden mit dem Angebot der Bahn. Die Deutsche Bahn und auch die Bundesregierung müssen sich anstrengen, um ihr selbst gestecktes Ziel zu erreichen, die Fahrgastzahlen bis 2030 zu verdoppeln. Nur so kann es gelingen, Millionen Menschen, die heute mit dem Auto oder dem Flugzeug unterwegs sind, vom klimafreundlichen Reisen auf der Schiene zu überzeugen.“

Heute reist ein großer Teil der Bahnfahrerinnen und -fahrer zum Sparpreis, wie der VCD Bahntest ergibt. Eine genaue Analyse der Sparpreise zeigt: Selbst 24 Stunden vor Abfahrt lassen sich mit Sparpreistickets durchschnittlich noch 33 Prozent gegenüber dem Flexpreis sparen. Vielfahrer reisen erst mit der passenden Bahncard richtig günstig. Welche Bahncard am besten zu wem passt, zeigt der neue VCD Bahncard-Rechner, der erstmals eine unabhängige und individuelle Bahncard-Empfehlung ausspricht.

„Unsere Analyse hat gezeigt: Im Schnitt kosten 100 Kilometer Fahrt im Fernverkehr rund 12,50 Euro. Die Bahn ist oft nicht so teuer, wie es immer heißt. Man muss sich jedoch auskennen, um ein günstiges Ticket zu bekommen. Deshalb haben wir in unserem Bahntest für die Fahrgäste praktische Tipps zum bequemen Buchen und Reisen zusammengestellt“, sagte Kosok.

Mehr Informationen:
Den vollständigen VCD Bahntest 2019/20 sowie die Rohdaten der Umfrage erhalten Sie zum Download unter: www.vcd.org/bahntest
Den VCD Bahncard Rechner finden Sie unter: www.vcd.org/bahncard-rechner
Grafiken vom VCD Bahntest 2019/20 finden Sie zum Download unter: www.vcd.org/service/presse/bildmaterial/aktionsfotos

Pressekontakt:
Philipp Kosok • VCD-Sprecher für Bahnpolitik • Fon 030/280351-36 • philipp.kosok@vcd.org bzw. Lisa Feitsch • VCD-Pressereferentin • Fon 030/280351-18 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3510 Thu, 14 Nov 2019 12:22:31 +0100 CO2-Preis bleibt größtes Problem beim Klimapaket http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/co2-preis-bleibt-groesstes-problem-beim-klimapaket/ Der Bundestag berät am morgigen Freitag abschließend über das Klimapaket der Bundesregierung. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die Maßnahmen als unzureichend für wirksamen Klimaschutz. Die geplante CO2-Bepreisung sei nicht ausreichend und juristisch fragwürdig, kommentiert der verkehrspolitische Sprecher des VCD. Michael Müller-Görnert: „Die Bundesregierung hat es lange Zeit verschlafen und sich nicht getraut, einen wirksamen CO2-Preis in Angriff zu nehmen. Jetzt wurde das Klimapaket mit heißer Nadel zusammengestrickt, um den Anschein zu erwecken, dass man die vereinbarten Klimaschutzziele auch einhalten will. Herausgekommen ist ein bürokratischer und verfassungsrechtlich bedenklicher Emissionshandel für Verkehr und Wärme. Einfacher und unbürokratischer wäre ein CO2-Preis, der wie die Energiesteuer direkt bei Kraft- und Brennstoffen ansetzt. Für eine bessere Lenkungswirkung braucht es zudem einen höheren Einstiegspreis von 50 Euro pro Tonne CO2.  
Insgesamt können einzelne sinnvolle Maßnahmen des Klimapakets, wie günstigere Bahn- und teurere Flugtickets,nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Koalition beim Klimaschutz der Mut zu wirksamem Handeln fehlt.“      

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org •
www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3509 Thu, 14 Nov 2019 09:54:50 +0100 Umweltorganisationen: Erhöhung der Luftverkehrsteuer sinnvoll – weitere Schritte dringend notwendig http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/umweltorganisationen-erhoehung-der-luftverkehrsteuer-sinnvoll-weitere-schritte-dringend-notwendig-1/ Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) und der ökologische Verkehrsclub VCD halten die Erhöhung der Luftverkehrsteuer für längst überfällig. Gleichzeitig müsse für den Klimaschutz im Luftverkehr allerdings deutlich mehr getan werden. Insbesondere müssten weitere Schritte zur Abschaffung klimaschädlicher Subventionen dringend erfolgen.
Berlin, 13.11.2019. Die Steuererhöhung im Luftverkehr sei zu begrüßen und notwendig, so die Organisationen. Denn sie gleiche die umweltschädlichen Subventionen im Luftverkehr zumindest zum Teil aus. Diese Subventionen summieren sich allein durch die Befreiung einer Energiesteuer auf Kerosin sowie das Fehlen einer Umsatzsteuer auf internationale Tickets auf jährlich mehr als zwölf Milliarden Euro.

Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr sind besonders dringlich. Arne Fellermann, Verkehrsexperte des BUND, dazu: „Der Sektor wächst rasant, ist die energieintensivste Art der Fortbewegung und verursacht durch seine Emissionen in hohen Luftschichten zusätzliche Klimaeffekte um das 2,7-fache der Klimawirkung von CO2. Das macht Klimaschutz im Flugverkehr besonders notwendig, allerdings sind technische Lösungen immer noch in weiter Ferne.“

Die Umweltverbände fordern aber weitere Verbesserungen der Luftverkehrsteuer. Florian Schöne, Politischer Geschäftsführer des DNR: „So sollte vor allem der im Luftverkehrsteuergesetz definierte Deckel von 1,75 Milliarden Euro, der die Einnahmen aus dem EU-Emissionshandel für den Luftverkehr und aus der Luftverkehrsteuer begrenzt, ersatzlos gestrichen werden.“ Durch eine solche Deckelung der Einnahmen würden die Funktion und die Wirkung des europäischen Emissionshandels auf Dauer massiv untergraben.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, fordert: „Das Umsteigerprivileg für Drehkreuzflughäfen muss ebenfalls beseitigt werden. Die Luftverkehrsteuer sollte für jeden Abflug von deutschen Flughäfen erhoben werden, also auch für Zubringerflüge und für Weiter- oder Anschlussflüge von Drehkreuzflughäfen. So würde jeder Flug mit entsprechenden Abgaben belegt werden, Drehkreuze würden so nicht bevorteilt. Dennoch ist es generelles Ziel, innerdeutsche Flüge weitestgehend auf die Bahn zu verlagern.“

Diese Nachbesserungen sind dringend notwendige und längst überfällige Impulse für mehr Klimaschutz im Luftverkehrssektor. Weitere Maßnahmen zur Abschaffung der Subventionen und zur Angleichung des Wettbewerbs von Bahn und Flugverkehr sind aber dennoch unverzichtbar. Hierzu gehören Initiativen zur europäischen und internationalen Besteuerung des Luftverkehrssektors, die im Einklang mit den Verpflichtungen für das Pariser Klimaschutzabkommen stehen. Die Bundesregierung muss sich möglichst schnell für europäische Lösungen einsetzen.

Pressekontakte:
Arne Fellermann, BUND-Verkehrsexperte, Tel.: 030-27586- 484, Mobil: 0176-81036672, E-Mail: arne.fellermann@bund.de
Florian Schöne, DNR-Geschäftsführer, Tel. 0172-5966097, E-Mail florian.schoene@dnr.de
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD, Tel. 030 - 280 351-11, E-Mail: michael.mueller-goernert@vcd.org

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3506 Tue, 05 Nov 2019 11:30:00 +0100 Heinrich-Böll-Stiftung und VCD veröffentlichen Mobilitätsatlas: Lebenswerte Städte, gut vernetzte Regionen – die Mobilität von morgen braucht eine Verkehrswende heute http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/heinrich-boell-stiftung-und-vcd-veroeffentlichen-mobilitaetsatlas-lebenswerte-staedte-gut-vernetzte/ Berlin, den 5. November 2019. Mobilität für alle Menschen zu ermöglichen, ohne die Umwelt zu zerstören, das ist in Zeiten der Klimakrise eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Damit die Verkehrswende gelingt, braucht es überzeugende Konzepte, politischen Willen und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Der Mobilitätsatlas befasst sich mit den zentralen Handlungsfeldern für die Verkehrswende wie alternative Antriebe, Stärkung des ÖPNV und Vernetzung von Verkehrsträgern. Der Mobilitätsatlas ist eine gemeinsame Publikation der Heinrich-Böll-Stiftung und des ökologischen Verkehrsclub VCD. Er wurde heute in Berlin präsentiert.

Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, erläuterte bei der Vorstellung: „Ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Deutschland kommt aus dem Verkehrssektor, davon 96 Prozent aus dem Straßenverkehr. Wir brauchen eine Verkehrswende! Für besseren Klimaschutz benötigen wir einen Mix aus klimafreundlichen Technologien und Infrastrukturen und geändertem Nutzungsverhalten. Hierfür muss die Politik Anreize setzen. Moderne Städte setzen schon heute auf ein intelligent vernetztes öffentliches Verkehrsangebot. Damit die Menschen das gerne und mehr nutzen, muss die Kapazität erhöht und die Qualität verbessert werden. Die klassischen Beförderer, Bus und Bahn, werden nutzungsfreundlicher, wenn sie einfach kombinierbar sind mit Sharing- und Pooling-Fahrzeugen - oder mit dem guten alten Fahrrad. Zur Wahrheit gehört aber auch: Wir müssen den Autoverkehr reduzieren - mit klugem Ordnungsrecht und klaren Preissignalen. Städte müssen lebenswert und nicht nur autogerecht sein.“

Autos nehmen unverhältnismäßig viel Fläche in den Städten ein. Das benachteiligt andere Verkehrsformen und beeinträchtigt die Lebensqualität im öffentlichen Raum. Wo heute Autos parken oder fahren, können Grünanlagen, Spielplätze und Treffpunkte entstehen. Lebenswerte Städte benötigen öffentliche Räume, wo sich Menschen begegnen und gerne aufhalten. 

Kerstin Haarmann, die Bundesvorsitzende des VCD, ergänzte: „Wir müssen unsere Straßen zurückerobern. Dass jeder ein eigenes, oft viel zu großes Auto besitzt, das mehr als 23 Stunden am Tag rumsteht und wertvollen Raum blockiert, macht ökologisch wie ökonomisch keinen Sinn. Wir brauchen mehr und sichere Rad- und Fußwege, den Umstieg auf kleine Elektroautos, am besten im Sharing-Betrieb, und einen starken ÖPNV. Multimodale Handy-Apps können einfach und übersichtlich verschiedene Mobilitätsangebote für eine bestimmte Wegstrecke anzeigen, die digital gebucht und abgerechnet werden. So sähe eine moderne, umweltschonende und bezahlbare Mobilität für alle aus.“ 

In ländlichen Räumen ist die Situation weitaus schwieriger: Hier geht ohne Auto oftmals nichts. Im kleinstädtischen oder dörflichen Raum ist die Zahl der Autobesitzer höher als im Bundesdurchschnitt. Für bis zu 70 Prozent aller Wege wird hier ein Kraftfahrzeug genutzt und damit deutlich häufiger als in Großstädten.

Dr. Ellen Ueberschär betonte: „Gerade in ländlichen Räumen müssen die Alternativen zum Auto gestärkt und zum Teil auch erst geschaffen werden. Wer kein Auto benutzen möchte oder kann, braucht zur Grundversorgung bessere Verbindungen mit Bus und Bahn sowie umweltfreundliche Mitfahrangebote. Ein moderner, gut vernetzter und flexibler ÖPNV muss gerade in infrastrukturschwachen Regionen gezielt politisch gefördert werden. Das ist eine Mammutaufgabe, die Bund, Länder und Kommunen dringend angehen müssen. Gleichzeitig müssen die Bedingungen für Elektromobilität verbessert werden. Neben zielgerichteten Investitionen für den Ausbau öffentlich zugänglicher Ladesäulen braucht es eine bessere politische Koordination.“

Kerstin Haarmann verwies darauf, dass die Folgekosten des Verkehrs für Mensch und Umwelt in keiner Rechnung auftauchten, sondern von der Allgemeinheit getragen werden: „Drei Viertel aller Bürger fühlen sich in ihrem Wohnumfeld von Lärm belästigt. Lärm und Abgase können krank machen und führen zu tausenden von vorzeitigen Todesfällen. Die Preise im Verkehr spiegeln nicht die ökologische Wahrheit wider. Das Verursacherprinzip wird missachtet. Der geplante CO2-Preis ist viel zu niedrig. Flug- und Straßenverkehr profitieren zudem von klimaschädlichen Steuerprivilegien und Subventionen in Milliardenhöhe. Aber auch wer bei Wind und Wetter nur Fahrrad fährt, muss für die Umweltschäden, die andere verursachen, mitbezahlen. Das ist ungerecht.“

Die Heinrich-Böll-Stiftung und der ökologische Verkehrsclub VCD fordern von der Politik deshalb, das Klimapaket nachzuschärfen und einen höheren CO2-Preis anzusetzen, damit die Wende für die Mobilität von morgen heute schon beginnt.

Der Mobilitätsatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und des VCD bietet fundiertes Wissen über die Hintergründe und Auswirkungen des aktuellen Verkehrssystems. Er richtet sich an ein breites Publikum, ist verständlich geschrieben und enthält viele Infografiken, die auch einzeln heruntergeladen werden können.

Mehr Informationen auf
www.boell.de/mobilitaetsatlas und www.vcd.org/mobilitaetsatlas

 

Pressekontakt VCD: Franziska Fischer, Franziska.Fischer@vcd.org, (030) 280 351 12

Pressekontakt Heinrich-Böll-Stiftung: Vera Lorenz, Lorenz@boell.de, (030) 285 342 17

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news-3505 Mon, 04 Nov 2019 12:28:59 +0100 Vor dem Autogipfel: Das E-Auto allein macht noch keine Verkehrswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vor-dem-autogipfel-das-e-auto-allein-macht-noch-keine-verkehrswende/
Berlin, 04.11.2019. Heute Abend kommen erneut Politiker und Vertreter der Autoindustrie zu einem Autogipfel zusammen, um über die Zukunft der Mobilität zu sprechen. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert, dass es dabei nur um die Themen Elektromobilität und autonomes Fahren gehen wird. Es reiche nicht, das Auto mit neuen Antrieben und Technologien auszustatten – das gesamte Verkehrssystem müsse modernisiert werden.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher: „Der eigene Pkw als Standard hat in einer zukunftsgewandten Verkehrspolitik keinen Platz. Zwar kann das Elektroauto ein Teil der Lösung sein, denn wir benötigen emissionsfreie Antriebe. Für eine umfassende ökologische Verkehrswende braucht es aber mehr: ein attraktives Bus- und Bahnangebot – auch auf dem Land – sowie mehr gut ausgebaute, sichere Radwege. Das Elektroauto macht vor allem in geteilten und digital vernetzten Mobilitätsangeboten Sinn.“

Besonders fehlgeleitet ist aus Sicht des VCD die Ankündigung der Kanzlerin, bis 2030 eine Million Ladepunkte zum Aufladen von Elektrofahrzeugen bereitzustellen. Der Bundesverband der Energieversorger (BDEW) rechnet mit einem Bedarf von 350.000 Ladepunkten, also einem Drittel des avisierten Ziels. Für den vollkommen überdimensionierten Ausbau der Ladeinfrastruktur sollen Milliardensummen investiert werden, zum großen Teil auf Kosten der Steuerzahler.

Michael Müller-Görnert: „Nachdem die Bundesregierung bereits dabei versagte, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen, folgt das nächste zum Scheitern verurteilte Ziel. Ohnehin sind eine Million Ladesäulen viel zu hoch gegriffen. Die Zahl mag zunächst gut klingen, entpuppt sich bei näherem Hinsehen jedoch als reine Symbolpolitik, die dem Steuerzahler noch dazu tief in die Tasche greift. Dringend nötig wäre stattdessen eine kluge und überlegte Planung, die die eigenen Klimaziele ernst nimmt.“

Pressekontakt: Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. Anne Fröhlich, VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3503 Tue, 29 Oct 2019 11:00:00 +0100 Mobilität ohne eigenes Auto vor der Tür: So gelingt die Verkehrswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mobilitaet-ohne-eigenes-auto-vor-der-tuer-so-gelingt-die-verkehrswende/ Welche Mobilitätsangebote am Wohnort vorhanden sind, entscheidet darüber, wie Menschen sich fortbewegen. VCD und GdW fordern mehr Zusammenarbeit für klimafreundliche Wohnquartiere. VCD-Publikation »Intelligent mobil im Wohnquartier« enthält elf Handlungsempfehlungen für Kommunen und Wohnungsunternehmen. Berlin, 29. Oktober 2019. Mehr als 80 Prozent aller Wege in Deutschland starten und enden an der eigenen Haustür. Sind klimafreundliche Verkehrsmittel am Wohnort vorhanden, birgt dies ein großes CO2-Einsparpotential. Ist beispielsweise die ÖPNV-Haltestelle gut zu erreichen, nutzen Anwohnerinnen und Anwohner auch häufiger den Bus. Sind Fahrrad-Parkplätze vorhanden, wird eher auf das Rad gestiegen. Das eigene Auto als einzige Möglichkeit, um von A nach B zu kommen, ist in Zeiten der Klimakrise nicht mehr zukunftsfähig. In seiner Publikation „Intelligent mobil im Wohnquartier“ zeigt der ökologische Verkehrsclub VCD, wie Kommunen und Wohnungsunternehmen konkret für klimafreundliche Mobilität im Wohnumfeld sorgen können.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Die Klimabelastungen aus dem Verkehr, Lärm, Staus und schlechte Luft zeigen: Wir brauchen die Verkehrswende und die Zeit drängt. Das Angebot im eigenen Wohnumfeld entscheidet, ob die Menschen weiterhin auf das eigene Auto angewiesen sind, oder ob sie auf den ÖPNV, das Fahrrad oder auf Carsharing-Angebote umsteigen. Nur wenn Wohnungsunternehmen und Kommunen gut zusammenarbeiten und beispielsweise Fahrrad-Abstellplätze statt Pkw-Parkplätze fördern und bauen, haben Menschen eine wirkliche Wahl, wie sie sich fortbewegen.“ 

In Zukunft müssen sich Wohnungsunternehmen nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus ökologischen und sozialen Gründen noch intensiver mit innovativen Mobilitätskonzepten auseinandersetzen. Im Rahmen des Projektes „Wohnen leitet Mobilität“ hat der VCD gemeinsam mit seinen Projektpartnern, dem Öko-Institut und dem Deutschen Mieterbund, bei insgesamt 25 Dialogforen deutschlandweit erstmals Vertreter der Wohnungswirtschaft mit Vertretern der kommunalen Verwaltungen an einen Tisch gebracht. Fazit der Zusammenarbeit: Der Schlüssel für klimafreundliche Mobilität liegt in einer guten Kooperation zwischen den Akteuren.

Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin GdW: „Mobilität ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes sondern auch ganz konkret der Lebensqualität in den Quartieren und gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Die Wohnungswirtschaft arbeitet aus diesem Grunde intensiv an der Entwicklung und Etablierung alternativer Formen. Wir können die Voraussetzungen vor Ort schaffen und die Bewohner einbeziehen. Die Bereitstellung und der Betrieb dürfen aber nicht auf Kosten des bezahlbaren Wohnens gehen.“

In seinem Leitfaden gibt der VCD elf Handlungsempfehlungen, um klimafreundliche Mobilität im Wohnquartier erfolgreich umzusetzen. So empfiehlt der VCD etwa, dass Wohnungsunternehmen für eine integrierte Stadt- und Verkehrsplanung mit kommunalen Akteuren und Mobilitätsdienstleistern zusammenarbeiten müssen; nur so entstehe die notwendige Fachkompetenz. Darüber hinaus hätten Kommunen oft einen viel größeren Handlungsspielraum als ihnen bewusst sei. Durch die Instrumente Bauleitplanung, Widmung und Stellplatzsatzung hätten kommunale Verwaltungen einige Möglichkeiten, Stadt und Verkehr umweltverträglicher umzugestalten. Wohnungsunternehmen legt der VCD unter anderem nahe, sich mit der alternativen Nutzung von Flächen abseits von Pkw-Abstellmöglichkeiten zu beschäftigen – gerade die junge Generation nutzt eher Sharing-Angebote als sich ein eigenes Auto anzuschaffen. So bleiben einige Flächen ungenutzt, obwohl die Unternehmen für Pkw-Stellplätze zunächst viel Geld bezahlen.

Für die Verkehrswende und die Einhaltung kommunaler Klimaschutzziele sind die Mobilitätsangebote im Wohnquartier ein Schlüsselfaktor. Deshalb fordert der VCD, Fuß- und Radwege im Wohnquartier deutlich auszubauen, die Zahl der Autos und deren Flächenverbrauch deutlich zu verringern und das Wissen über nachhaltige Wohnortmobilität zu verbreiten.

Entstanden ist der Handlungsleitfaden aus dem VCD-Projekt „Wohnen leitet Mobilität“ mit Unterstützung seiner Projektpartner, dem Öko-Institut und dem Deutschen Mieterbund. Das Projekt wird seit Januar 2017 vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Die Publikation kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden: https://www.vcd.org/themen/wohnen-und-mobilitaet

Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen.

Pressekontakt:
Anne Fröhlich, VCD-Pressevolontärin • Telefon 030/280351-59 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Katharina Burkardt, Pressesprecherin GdW • Telefon 030/82 403 - 151 • presse@gdw.dewww.gdw.de • Twitter: @gdwwohnen 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

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news-3501 Tue, 22 Oct 2019 09:12:34 +0200 StVO-Novelle: „Gut gemeint ist noch nicht gut“ – Entwurf für echte Verkehrswende zu zaghaft http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/stvo-novelle-gut-gemeint-ist-noch-nicht-gut-entwurf-fuer-echte-verkehrswende-zu-zaghaft/ Geplante StVO-Novelle ist ein Anfang, für eine echte Verkehrswende fehlt jedoch der Mut. VCD fordert Vorrang für Fuß- und Fahrradverkehr und Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. Berlin, 22. Oktober 2019. Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) will das Bundesverkehrsministerium (BMVI), den Fuß- und Fahrradverkehr sicherer und attraktiver machen. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Bemühungen des BMVI, diesem Ziel mit der StVO-Novelle gerecht zu werden. Um dieses zu erreichen, fehlen jedoch die wichtigsten Maßnahmen wie Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, die konsequente Erhöhung der Bußgelder für Falschparker oder die Möglichkeit für Kommunen, die Durchfahrt von Lkw ohne Abbiege-Assistenten zu verbieten. Damit gelänge ein echter Vorrang für Fuß- und Fahrradverkehr.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Für die Verkehrswende ist eine echte Änderung der Straßenverkehrsordnung hin zu mehr Fuß- und Fahrradfreundlichkeit längts überfällig. Der vorliegende Entwurf von Bundesverkehrsminister Scheuer ist jedoch eher gut gemeint, als gut in der Sache. Es fehlt der Mut: das Wichtigste, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit einzuführen, enthält der Entwurf leider nicht.“

Eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h macht nicht nur den Rad-, sondern den gesamten Verkehr in den Städten sicherer, leiser und attraktiver. Beispielsweise reduziert sich das Tötungsrisiko für Fußgänger um mehr als das Doppelte, wenn mit 30 statt mit 50 km/h gefahren wird. Zusätzlich verringert Tempo 30 den Verkehrslärm, den Schadstoffausstoß und ermöglicht einen flüssigeren und entspannteren Verkehrsablauf für alle. Es braucht Tempo 30 innerorts als Regelgeschwindigkeit mit Ausnahmemöglichkeiten für Tempo 50 auf bestimmten Hauptverkehrsstraßen. Als Umkehrung der bisherigen Praxis, wären die Ausnahmen für Tempo 50 im Einzelfall nachzuweisen.

Eine weitere Maßnahme, wie eine konsequente Bußgelderhöhung für Falschparker auf 100 Euro, fehlt ebenfalls. „Dabei behindert oder gefährdet falsches Parken andere Menschen und ist damit kein Kavaliersdelikt“, meint Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr. „Bei unserer Petition #KnollestattKnöllchen haben mehr als 37.000 Menschen höhere Bußgelder für Falschparker gefordert. Dass Minister Scheuer dem nachkommt, ist gut. Doch für eine tatsächlich abschreckende Wirkung müssen diese immer und ohne Ausnahmen gelten.“

Der VCD begrüßt die geplante Anhebung der Bußgelder, jedoch müssen diese konsequent und nicht nur punktuell erhöht werden und es braucht einen Punkt im Flensburger Verkehrsregister. Dabei darf es keine Ausnahmen geben – egal, ob unerlaubt auf Schutzstreifen, auf Rad- oder Gehwegen, auf Busspuren, Carsharing-Parkplätzen oder innerhalb der 5-Meter Parkverbotszone an Straßenecken oder vor Ampeln und Zebrastreifen falsch geparkt wird.

In der aktuellen StVO-Novelle muss die Bundesregierung jetzt auch die entsprechende Gesetzesgrundlage für sicheres Abbiegen von Lkw beschließen. Denn die geplante Schrittgeschwindigkeit von Lkw beim Rechtsabbiegen schützt nicht vor Abbiegeunfällen mit Radfahrenden. Auch wenn Lkw langsam fahren, können deren Fahrer beim Abbiegen Radfahrer und Fußgänger übersehen und erfassen. Abbiege-Assistenten hingegen könnten 60 Prozent der Lkw-Fahrradunfälle beim Rechtsabbiegen von Lkw verhindern, laut Unfallforschung der Versicherer. Da die entsprechenden EU-Vorgaben für verpflichtende Abbiegeassistenten erst 2024 in Kraft treten und dann auch nur für neue Lkw gelten, müssen Kommunen die Möglichkeit erhalten, Lkw ohne entsprechende Sicherheitstechnik die Durchfahrt zu verbieten.

Mehr Informationen:

VCD-Stellungnahme zum Entwurf der Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Verkehrspolitik/191017_VCD-Stellungnahme.pdf

VCD-Hintergrundpapier zur VCD-Stellungnahme zum Entwurf der StVO-Novellierung: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Verkehrspolitik/191017_STVO-Novelle_Kommentierung.pdf

Pressekontakt:
Anika Meenken • VCD-Sprecherin für Radverkehr • Fon 030/280351-403 • anika.meenken@vcd.org bzw. Lisa Feitsch • VCD-Pressereferentin • Fon 030/280351-18 • lisa.feitsch@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3499 Tue, 15 Oct 2019 10:19:20 +0200 Falsches Signal: StVO-Novelle beschränkt Fahrradparken http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/falsches-signal-stvo-novelle-beschraenkt-fahrradparken/ Aktueller Entwurf StVO-Novelle verbietet Fahrradparken am Rand der Fahrbahn. Klimaneutrale Mobilität muss gefördert, nicht beschränkt werden. VCD fordert Vorrang für Fußgänger und Radfahrer. Berlin, 15. Oktober 2019. Das Parken von Fahrrädern am rechten Fahrbahnrand soll im Zuge der Novellierung der Straßenverkehrsordnung (StVO) künftig nicht mehr erlaubt sein. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, die geplante Änderung ersatzlos zu streichen. Gerade in Zeiten der Klimakrise ist es wichtig, den Fuß und Fahrradverkehr attraktiver zu machen. Dazu gehört auch, mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder jenseits der Gehwege zu schaffen, statt die vorhandenen einzuschränken. Rund 40 Prozent aller mit dem Auto zurückgelegten Wege in Deutschland sind weniger als fünf Kilometer lang, zu diesem Ergebnis kommt die bundesweite Studie „Mobilität in Deutschland“ von 2017. Solche kurzen Strecken können oft leicht durch das Fahrrad ersetzt werden – wenn die Voraussetzungen auf der Straße stimmen.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr: „Wer selbst regelmäßig mit dem eigenen Fahrrad, einem Lasten- oder Bike-Sharing-Rad unterwegs ist, weiß, wie schwierig es oft ist, einen Parkplatz für sein Fahrrad zu finden, ohne Fußgänger zu behindern. Bisher konnte man sich damit behelfen, das Rad am Straßenrand abzustellen. Der vorliegende StVO-Entwurf würde das verbieten. So beschneidet er einerseits die Rechte der Fahrradfahrer und engt andererseits Fußgänger auf dem ohnehin meist schmalen Bürgersteig ein. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gehen, ist das ein falsches Signal. Gerade jetzt muss die StVO-Novelle dazu genutzt werden, den emissionsfreien Fuß- und Fahrradverkehr zu fördern.“

Bislang galt: Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug, und kann deshalb auch am rechten Fahrbahnrand abgestellt werden. Als einziges Fahrzeug dürfen Fahrräder auch auf dem Gehweg parken, wenn sie keine Fußgänger behindern. Gemäß der neuen Verordnung dürften Fahrräder künftig nur noch auf dem Gehweg abgestellt werden – nicht mehr am Fahrbahnrand oder auf Parkstreifen und in -buchten. Gerade Lastenräder und Fahrräder mit Anhänger sind dort aber richtig aufgehoben, um Fußgänger nicht zu benachteiligen. So wird die angeblich angestrebte Verlagerung des innerstädtischen Last- und Lieferverkehrs auf Fahrräder mit Anhänger und auf Lastenräder erschwert statt erleichtert.

Pressekontakt:
Anika Meenken • VCD-Sprecherin für Radverkehr • Fon 030/280351-403 • anika.meenken@vcd.org bzw. Lisa Feitsch • VCD-Pressereferentin • Fon 030/280351-18 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3498 Tue, 15 Oct 2019 09:12:04 +0200 Tempolimit jetzt! Verbände-Bündnis fordert Bundestagsabgeordnete zur Abstimmung nach Faktenlage und nicht nach Fraktionszwang auf http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/tempolimit-jetzt-verbaende-buendnis-fordert-bundestagsabgeordnete-zur-abstimmung-nach-faktenlage-und/ Mitglieder des breiten Verbände-Bündnisses zur Einführung eines Tempolimits fordern für die Abstimmung am kommenden Freitag im Deutschen Bundestag eine mutige und freie Entscheidung auf Basis von Fakten – Tempolimit ist eine kostenneutrale und sofort wirksame Maßnahme für den Klimaschutz und erhöht die Sicherheit auf den Straßen GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 15.10.2019. Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben an diesem Freitag, den 18. Oktober, die einmalige Gelegenheit, ein klares Zeichen für den Klimaschutz zu setzen und noch in diesem Jahr ein generelles Tempolimit auf Autobahnen zu beschließen. Damit würde der Bundestag nach über 30 Jahren irrationaler Widerstände deutsche Straßen sicherer machen und den CO2-Ausstoß des Autobahnverkehrs deutlich verringern.

Das Bündnis aus Deutscher Umwelthilfe, ökologischem Verkehrsclub VCD, Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF), HannovAIR Connection, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND, Initiative für sichere Straßen, Verkehrsunfallopferhilfe (VOD), Changing Cities und der Gewerkschaft der Polizei NRW fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, die Chance auf mehr Klimaschutz und größere Verkehrssicherheit zu nutzen und in freier Abstimmung ohne Fraktionszwang für den Klimaschutz zu stimmen. Die Abgeordneten sollten bei dieser, für den Klimaschutz fundamental wichtigen Entscheidung, nur ihrem Gewissen und den Wählern verpflichtet sein und nicht den Autokonzernen.

Die Bundesregierung hat ein Klimaschutzgesetz vorgelegt, das seinen Namen nicht verdient. Mit dem mutigen Beschluss zur Einführung eines generellen Tempolimits könnte der Bundestag ein Zeichen setzen und eine konkrete, kostenneutrale und sofort wirksame Maßnahme zur CO2-Einsparung im Straßenverkehr beschließen. An der Entscheidung für oder gegen ein Tempolimit lässt sich die Glaubwürdigkeit jedes einzelnen Abgeordneten für oder gegen den Klimaschutz ablesen“, so das Bündnis. Zudem gehöre das Tempolimit zu einer zentralen Maßnahme, um das beschlossene Ziel der „Vision Zero“ zur Reduzierung der Verkehrstoten auf deutschen Straßen wirksam zu erreichen.

Deutschland ist das einzige Industrieland weltweit ohne generelles Tempolimit auf Schnellstraßen – obwohl so viele Menschen wie nie zuvor ein Tempolimit fordern. 57 Prozent sprechen sich für ein Tempolimit aus, lediglich 42 Prozent sind dagegen, so eine Forsa-Umfrage aus dem Sommer 2019. Dies zeigt, dass in der Bevölkerung die faktenbasierten Argumente längst angekommen sind und die guten Erfahrungen aus dem europäischen Ausland überzeugt haben.

Ohne ein Tempolimit wird Deutschland seine Klimaschutzverpflichtungen nicht einhalten können. Darüber hinaus schadet die Bundesregierung dem Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn sie sich weiterhin gegen ein Tempolimit sperrt. Denn dieses ist Grundvoraussetzung für die nötige Verkehrswende, die unter anderem auf elektrische und teilautonome Mobilität setzt.

Im aktuellen Koalitionsvertrag hat sich die Regierung mit der „Vision Zero“ zum Ziel gesetzt, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Im Jahr 2019 ist erst ein Drittel des Weges erreicht. Auf den deutschen Autobahnen ist die Zahl an Verkehrstoten zudem wieder angestiegen, zwischen 2016 und 2018 um fast zehn Prozent (424 zu 393). Ein Tempolimit trägt dazu bei, die bestehende Lücke zu schließen und zahlreiche Menschenleben zu retten.

„Auch in Deutschland muss das Schaufahren gegen Klimaschutz und Verkehrssicherheit endlich ein Ende finden. Wir brauchen keine rührseligen Plakate des Bundesverkehrsministeriums, bitte nicht zu rasen. Was wir brauchen, ist die Umsetzung des Willens der Bürgerinnen und Bürger, die sich mit klarer Mehrheit für ein verbindliches Tempolimit auf Autobahnen aussprechen“, so die Verbändeallianz.

Hintergrund:

Das im Dezember 2018 von der Deutschen Umwelthilfe gestartete breite Verbände-Bündnis umfasst mittlerweile zehn Organisationen: Die Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der ökologische Verkehrsclub VCD, Greenpeace, Changing Cities, HannovAIR, die Initiative für sichere Straßen, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Verbund Service und Fahrrad (VSF). Mit dabei ist auch Andreas Troge, ehemaliger Präsident des Umweltbundesamtes.

Das Bündnis fordert ein Tempolimit auf Autobahnen sowie eine Begrenzung der Geschwindigkeit von 80 km/h außerorts. Innerorts soll künftig eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h gelten.

Mehr Informationen:

Kontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de 

Anika Meenken, Stellv. Verkehrspolitische Sprecherin VCD
030-280351-403, Anika.Meenken@vcd.org

Ragnhild Sørensen, Pressesprecherin Changing Cities
0171 5357734, ragnhild.soerensen@changing-cities.org

Michael Mertens, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen
0211 20910132, pressenrw@gdp-nrw.de

Albert Herresthal, Geschäftsführer Verbund Service und Fahrrad e.V.
0177 612 18 70, herresthal@vsf-mail.de

Arne Käthner, Sprecher der HannovAIR Connection
0176 96449668, hannovair@posteo.de

Wulf Hoffmann, Verkehrsunfall-Opferhilfe VOD
0176 61634519, wulf.hoffmann@lvw-lsa.de

Jörn Wolter, Pressesprecher Initiative für sichere Straßen
0228 52279990, j.wolter@sichere-strassen.org

Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik, BUND e.V.  
030 27586-467, jens.hilgenberg@bund.net

Stephanie Krone, Pressesprecherin Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club ADFC
030 209149865, presse@adfc.de

VCD-Pressestelle:
Lisa Feitsch
030 28035118, presse@vcd.org, www.vcd.org

DUH-Pressestelle:
Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de, www.duh.de

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news-3497 Wed, 09 Oct 2019 11:23:47 +0200 Klimaschutzpaket: Zu wenig, zu spät http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/klimaschutzpaket-zu-wenig-zu-spaet/ Berlin, 9.10.2019. Das heute vom Bundeskabinett verabschiedete Klimaschutzpaket ist mutlos und wird nicht zur Erreichung der Klimaziele führen, kommentiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Ein Klimaschutzpaket, das seinen Namen verdient, muss klare Ziele vorgeben, deren Einhaltung konsequent überwachen und bei Bedarf nachsteuern. Die Chance, große Pflöcke einzuschlagen, hat die Bundesregierung aber vertan. Vor allem im Problemsektor Verkehr, der die größte CO2-Einsparung zu stemmen hat, muss dringend nachgebessert werden. Das darf nicht auf die nächste Bundesregierung abgewälzt werden. Besonders problematisch ist, dass ein Sektor, der seine Einsparziele nicht schafft, diese auf andere verschieben kann.

Größter Konstruktionsfehler aber bleibt: Ein CO2-Preis von 10 Euro ist zu wenig und startet mit 2021 zu spät. Das entfaltet keinerlei Lenkungswirkung und wird durch die Erhöhung der Pendlerpauschale konterkariert: Wer viel pendelt und viel verdient, bekommt am Ende sogar Geld heraus. Auch eine Verdoppelung des Bahnverkehrs kann mit diesem Klimaschutzpaket nicht gelingen. Priorität muss der Ausbau der Infrastruktur bei Bus und Bahn haben. Für den besonders umweltschädlichen Flugverkehr brauchen wir eine Kerosinsteuer. Hingegen müsste der komplett emissionsfreie Fuß- und Radverkehr stärker gefördert werden.  

Mit diesem mutlosen Paket sind die Klimaziele nicht zu erreichen. Dabei war der Rückhalt in der Bevölkerung für mehr Klimaschutz noch nie so groß. Dieses Fenster sollte die Politik nutzen und im weiteren Prozess die zustimmungspflichtigen Teile des Pakets nachbessern. Gefordert sind nun Bundestag und Bundesrat. Sonst werden die Proteste auf den Straßen nicht aufhören.“  

Die Stellungnahme des VCD zum Klimaschutzgesetz: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Klimafreundliche_Mobilitaet/2019_10_08_Stellungnahme_Klimaschutzgesetz_VCD.pdf

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3496 Tue, 01 Oct 2019 09:05:37 +0200 Neuer Rekord bei VCD-Jugendprojekt: 11.000 Jugendliche steigen aufs Fahrrad um http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/neuer-rekord-bei-vcd-jugendprojekt-11000-jugendliche-steigen-aufs-fahrrad-um/ Immer mehr Jugendliche steigen für mehr Klimaschutz aufs Fahrrad und sparen dabei aktiv hunderte Tonnen CO2 ein. Neuer Rekord bei VCD-Jugendprojekt „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ zeigt, wie wichtig jungen Menschen der Klimaschutz ist. Berlin, 01.10.2019. In ganz Deutschland setzen sich Jugendliche für mehr Klimaschutz ein. Mit mehr als 11.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erzielte der Jugend-Fahrradwettbewerb „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ des ökologischen Verkehrsclub VCD in diesem Jahr einen neuen Rekord. Die Jugendlichen waren von März bis August bundesweit zusammengerechnet mehr als 2,3 Millionen Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. Das entspricht 56 Erdumrundungen. Damit sparten die zehn bis 18-Jährigen rund 314 Tonnen CO2 ein. Ziel des Projekts ist es, selbstständig aufs Fahrrad zu steigen, statt im Auto der Eltern mitzufahren. So fallen Bring- und Abholwege weg und die Jugendlichen sparen durch jeden gesammelten Fahrradkilometer aktiv CO2 ein.

„Viele Jugendliche engagieren sich für mehr Klimaschutz, das zeigen die regelmäßigen „Fridays for Future“-Demonstrationen. Unser Jugend-Fahrradwettbewerb zeigt auch, wie die jungen Menschen ihr Verhalten an die Bedrohungen der Klimakrise anpassen. Statt mit dem Auto der Eltern zu Schule oder Freizeitprogramm gefahren zu werden, steigen immer mehr Jugendliche selbst aufs Rad. So schützen sie das Klima und erleben gleichzeitig, wie viel Spaß und Unabhängigkeit das Fahrradfahren bringt“, sagt Stephanie Päßler, VCD-Leiterin des Projekts „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“.

Ihre gefahrenen Kilometer konnten die Jugendlichen online eintragen und damit an einem Wettbewerb teilnehmen. Sie begaben sich dabei auf eine virtuelle Tour durch Deutschland und Europa und beantworteten Quizfragen und lernten jede Menge Wissenswertes zum sicheren Fahrradfahren und Klimaschutz. Die Gewinner-Schule des Hauptpreises von 500 Euro für die Klassenkasse ist in diesem Jahr die (ehemalige) Klasse 5b des Gymnasiums Achern in Baden-Württemberg. Sie erradelten insgesamt über 18.000 Kilometer.

„Es ist weit mehr als Klimaschutz, wenn sich Schülerinnen und Schüler wieder vermehrt mit dem Fahrrad beschäftigen. Gesundheit, umweltfreundliche Mobilität und die körperliche Fitness machen der jungen Generation einfach wieder Spaß. Dies wird dokumentiert durch den rasanten Anstieg der Mitmachzahlen bei der Klima-Tour. Weiter so!“, sagt Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats der Initiative AKTIONfahrRAD.

Die „FahrRad!“-Kampagne des VCD wird von der AKTIONfahrRAD unterstützt, die das Projekt finanziell und ideell mitträgt, und von vielen Unternehmen aus der Fahrradbranche. Seit Start des Projekts im Jahr 2006 haben insgesamt 72.500 Jugendliche mitgemacht.

Alle Gewinnergruppen und Hintergründe zur Aktion hier: www.klima-tour.de

 

Pressekontakt:

Lisa Feitsch, VCD-Pressereferentin • Tel.: 030-280351-18 • Mail: presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

AKTIONfahrRAD ist angetreten, um Kinder und Jugendliche frühzeitig und nachhaltig aufs Rad zu bringen. Deshalb muss auch vor dem Hintergrund der aktuellen Umwelt- Gesundheits- und Verkehrsproblematik spätestens in den Schulen damit begonnen werden, die Schülerinnen und Schüler verstärkt aufs Rad zu setzen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Lehrerinnen und Lehrer als starke Partner gebraucht. Für AKTIONfahrRAD bedeutet das, schulkonforme nachhaltige Projekte für sie zu schaffen, damit es ihnen möglich wird, im Schulbetrieb den Weg zum Fahrrad zu finden. Um das umzusetzen, sind die Aktionen, wie “Deutschlands fahrradfreundlichste Schule“, „Deutsche Schulmeisterschaft“, „Reparaturservice“, „Lehrerfortbildung“, und „Schülerreporter“ ins Leben gerufen worden. Durch diese hilft AKTIONfahrRAD den Lehrkräften in den Schulen, das Fahrradfahren wieder populär und nachhaltig betreiben zu können.

 

 

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news-3495 Mon, 30 Sep 2019 10:31:18 +0200 Verkehr auf Bahn, Bus und Rad verlagern hat enormes CO2-Einsparpotential - KCW-Analyse stützt VCD-Forderung http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/verkehr-auf-bahn-bus-und-rad-verlagern-hat-enormes-co2-einsparpotential-kcw-analyse-stuetzt-vcd-fo/ Berlin, 30.09.2019. Das Beratungsunternehmen KCW hat die Eckpunkte des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung analysiert. Demnach könnte der CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 um 32 Millionen Tonnen verringert werden, wenn ein Großteil des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Rad- und Fußverkehr verlagert würde. Basis der Analyse ist das im Koalitionsvertrag enthaltene Ziel, den Bahnverkehr bis 2030 zu verdoppeln. Durch die Verlagerung könne ein maßgeblicher Teil der für 2030 erwarteten Klimaschutzlücke im Verkehr in Höhe von 52 bis 55 Millionen Tonnen geschlossen werden, so die Experten. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD folgt daraus: Die Bundesregierung muss ihr Klimaschutzpaket nachschärfen. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Analyse macht deutlich, dass bei den Maßnahmen, die aus dem Verkehrsministerium stammen, die Bedeutung der Verlagerung des Verkehrs sträflich vernachlässigt wird. Stattdessen setzt Verkehrsminister Scheuer darauf, den CO2-Ausstoß durch Milliardeninvestitionen in technologische Verbesserungen an Pkw und Lkw zu reduzieren. Dahinter steckt das Prinzip „business as usual“, die Verkehrswende wird damit kaum gelingen. Wir müssen weg von der Subventionierung des Straßenverkehrs. Grundlegende Veränderungen dürfen nicht weiter aufgeschoben werden. Im Jahr 2030 könnte Mobilität ganz anders aussehen: klimaverträglich und sozial gerecht.

Das Maßnahmenprogramm zum Klimaschutz muss konsequent auf die Verlagerung des Verkehrs auf klima- und umweltfreundlichere Verkehrsträger ausgerichtet werden. Nur so kann die geplante Verdoppelung beim Umweltverbund aus Bahn, Bus, Rad- und Fußverkehr gelingen. Angesichts der langen Zeiträume, die eine Realisierung von Maßnahmen im Schienenverkehr benötigt, brauchen wir umgehend eine sinnvolle Konzeption und Umsetzung – und dazu ausreichende Finanzmittel. Besonders wichtig: Alle Maßnahmen müssen auf das angestrebte Ziel der Bundesregierung - Klimaneutralität bis 2050 – ausgerichtet sein, damit die Entwicklung nicht in die falsche Richtung geht.“

Die KCW-Analyse finden Sie hier: www.kcw-online.de/content/6-veroeffentlichungen/162-klimaschutz-und-mobilitaet/erste-bewertung-der-eckpunkte-zum-klimaschutzprogramm-2030.pdf


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org www.vcd.org • Twitter: @VCDeV
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3492 Thu, 26 Sep 2019 12:14:21 +0200 „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“: Schon die Kleinsten engagieren sich für den Klimaschutz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten-schon-die-kleinsten-engagieren-sich-fuer-den-klimaschutz/ Zehntausende Kinder laufen bei bundesweiten Aktionstagen von VCD und Deutschem Kinderhilfswerk ihren Weg zur Schule und zum Kindergarten selbst und lassen das Elterntaxi stehen. Dabei lernen die Kinder, das Klima zu schützen und sich sicher im Verkehr zu verhalten. Berlin, 26. September 2019. Vom 16. bis zum 27. September standen deutschlandweit vielerorts die Elterntaxis still. Mehr als 70.000 Kinder aus mehr als 2.800 Klassen waren dem Aufruf des Deutschen Kinderhilfswerkes und des ökologischen Verkehrsclub VCD gefolgt und sind während der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zur Schule oder zum Kindergarten gekommen. Zusammen mit ihren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern lernten die Kinder dabei, wie sie sich selbstständig sicher im Straßenverkehr bewegen können und warum ein Zuviel an Autoverkehr schlecht für das Klima und die Sicherheit der Kinder ist.

„Die Kinder lernen während der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ nicht nur, wie sie sich selbstständig und sicher im Straßenverkehr verhalten, sondern bekommen auch früh ein Bewusstsein dafür, was gut und was schlecht für das Klima ist. Denn auch für Kindergarten- und Grundschulkinder ist Klimaschutz bereits ein Thema. Durch die Aktionstage können sie selbst mit ihren Eltern aktiv werden”, sagt Stephanie Päßler, Projektleiterin beim VCD für „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“.

Die besten Projektideen haben der VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk mit bewegungsfördernden Gruppenspielen wie einem umfangreichen Ball-Set, einem Schwungtuch und einem Teller-Dart ausgezeichnet. Der erste Platz geht an die Aktion „Zu Fuß erlebst du einiges auf dem Schulweg“ der Luitpoldgrundschule aus Selb, die mit ihrer Buchmalaktion Geschichten und Bilder der Kinder auf ihrem Schulweg sammelte und in einem Buch vorstellt. Auf Platz zwei ist die Aktionsidee der Kita Zauberwald aus Oberursel, wo die Kinder zur Sensibilisierung der Gefahren durch Elterntaxis ein großes selbstgebasteltes Auto vor die Kita gestellt haben. Mit einem Rollerprojekt, in dem Kinder unter anderem einen Rollerführerschein machen können, hat die Kita Freundschaft e.V. aus Cottbus es auf Platz drei geschafft.

„Die vielen tollen Projekte, die während der Aktionstage stattgefunden haben, zeigen die Kreativität der Kinder und ihren Willen zur Veränderung. Sei es auf dem Schulweg oder bei den vielerorts chaotischen Zuständen vor dem Eingangstor. Unser Fokus richtet sich neben den Kindern insbesondere auch auf die Eltern. Sie sind die Hauptverantwortlichen für die allmorgendlichen Autokarawanen. Hier können die Eltern von den Kindern lernen, dass Zufußgehen Spaß macht, und zudem das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt“, sagt Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Weitere Informationen:
Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: www.zu-fuss-zur-schule.de
Weitere Tipps für den sicheren Schulweg: www.vcd.org/sicher-zur-schule.html

Pressekontakt:
Lisa Feitsch, VCD-Pressereferentin • Tel.: 030-280351-18 • Mail: presse@vcd.org • Internet: www.vcd.org • Twitter: @VCDeV 

Uwe Kamp, Pressesprecher des Deutschen Kinderhilfswerkes • Tel.: 030-308693-11 • Mobil: 0160-6373155 • Mail: presse@dkhw.de • www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

 

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news-3491 Wed, 25 Sep 2019 18:01:59 +0200 Klimapaket muss nachgebessert werden - Verkehrswende braucht mutige Maßnahmen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/klimapaket-muss-nachgebessert-werden-verkehrswende-braucht-mutige-massnahmen/ Eckpunkte für mehr Klimaschutz würden CO2-Emissionen im Verkehr nicht ausreichend senken. Verkehr muss echten Beitrag zum Klimaschutz leisten, fordert der ökologische Verkehrsclub VCD. Straßenverkehr muss auf Bahn, Bus und Rad verlagert werden. Die vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030 führen aus Sicht des VCD nicht dazu, die notwendige Verkehrswende anzustoßen. Damit der Verkehrsbereich bis 2050 klimaneutral ist, braucht es entschlossenere Maßnahmen als bislang vorgesehen. Oberstes Ziel muss sein, Straßenverkehr zu verringern und zu verlagern.

„Klimaneutrale Mobilität bekommen wir nur, wenn die geplanten Maßnahmen dazu führen, den Pkw- und Lkw-, aber auch den Flugverkehr zu verringern“, sagt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD.  „Es müssen wirksame Anreize gesetzt werden, um Autoverkehr zu vermeiden und weitgehend auf Bahn und Bus sowie Rad- und Fußverkehr zu verlagern.“

Der VCD kritisiert, dass der vergünstigte Energiesteuersatz auf Diesel und das Dienstwagenprivileg beibehalten werden. Dies verzerrt den Wettbewerb der Verkehrsmittel zugunsten des Autos. „Eine der größten Schwachstellen des Klimapakets ist, dass es kaum Anreize zur Vermeidung von CO2-Emissionen im Verkehr enthält. Ein CO2-Preis in dieser Höhe ist völlig ineffektiv und wird durch die steigende Pendlerpauschale konterkariert“, so Müller-Görnert.

Darüber hinaus braucht es auch im Flugverkehr ein Ende der Steuerprivilegien. Die Luftverkehrsteuer muss deutlich erhöht und die Mehrwertsteuer auf Tickets bei Auslandsflügen erhoben werden. Zusammen mit anderen EU-Staaten muss in die Kerosinbesteuerung eingestiegen werden. Um die Verkehrswende zu erreichen, muss auch das Potential der öffentlichen Verkehrsmittel ausgeschöpft werden.

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für Bus- und Bahnverkehr: „Ein ambitioniertes Klimaschutzpaket hätte so aussehen können: Ab jetzt gilt Schiene vor Straße. Einnahmen aus der Lkw-Maut fließen ab dem kommenden Jahr in die öffentlichen Verkehrsmittel. Damit werden mehr Fahrten von Regionalzügen geplant, die Mittel für Aus- und Neubau des Schienennetzes verdoppelt und die Städte beim Ausbau ihrer ÖPNV-Infrastruktur mit jährlich zwei Milliarden Euro unterstützt. Stattdessen verliert sich die Bundesregierung im Klein-Klein von Schienenförderprogrammen, die allesamt unterfinanziert bleiben. Die Unterstützung von Kommunen kommt über Absichtserklärungen nicht hinaus. Die angestrebte Verdoppelung der Fahrgastzahlen ist so kaum zu erreichen.“

Um den komplett emissionsfreien und zudem gesunden Rad- und Fußverkehr zu fördern, muss das Klimaschutzprogramm hier stärkere Anreize setzen. Mit vergleichsweise geringen Investitionen würde so ein hoher gesellschaftlicher Nutzen erzielt. Eine erweiterte Kaufprämie auch für E-Lastenräder etwa kann die Verlagerung des wachsenden städtischen Güterverkehrs hin zum Fahrrad lenken. Die Bundesregierung muss im Sinne einer nachhaltigen Mobilität nacharbeiten.
 

Pressekontakt:

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • Telefon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org
Philipp Kosok, VCD-Bahnexperte • Telefon 030/280351-11 • philipp.kosok@vcd.org
VCD-Pressesprecherin Franziska Fischer • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 
 

 

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news-3490 Fri, 20 Sep 2019 17:23:57 +0200 Bundesregierung streikt beim Klimaschutz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bundesregierung-streikt-beim-klimaschutz/ Maßnahmenpaket des Klimakabinetts ist keine Antwort auf die Klimakrise. Der CO2-Ausstoß im Verkehr wird so nicht reduziert. Gefördert wird der Autoverkehr, nicht die Verkehrswende. Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Hunderttausende Menschen haben heute für den Klimaschutz gestreikt. Angesichts der Klimakrise ist entschlossenes Handeln gefragt. Doch was die Bundesregierung jetzt vorlegt, grenzt an Arbeitsverweigerung. Herausgekommen ist eine milliardenschwere Mogelpackung, die die CO2-Emissionen im Verkehr nicht nennenswert reduzieren wird.“ 

Dass die Bundesregierung für das Jahr 2021 einen CO2-Preis von gerade einmal 10 Euro pro Tonne vorsieht, ist aus Sicht des VCD völlig verfehlt. Damit würde ein Liter Benzin um nicht einmal drei Cent verteuert. Ein derart niedriger CO2-Preis verfehlt jede Lenkungswirkung.

„Selbst bei einem SUV, der 10 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, sind das gerade mal 0,3 Cent mehr pro Kilometer. Gleichzeitig will die Regierung Vielfahrer mit einer um 5 Cent pro Kilometer steigenden Pendlerpauschale entlasten. Was als Klimaschutz gemeint war, wird so zu einem Maßnahmenkatalog für mehr Autoverkehr“, so Kerstin Haarmann.

„Von zukunftsfähiger Mobilität kann keine Rede sein, wenn alle Verkehrsarten wachsen sollen. Wir müssen den Autoverkehr auf Bus und Bahn verlagern,“ erklärt Haarmann. „Dass sich die  Bundesregierung nicht zu einem wirksamen CO2-Preis auf Kraftstoffe durchringen konnte, ist mehr als enttäuschend. Jeder CO2-Preis unter 40 Euro pro Tonne wird keine Wirkung entfalten. Das Klimakabinett muss nachsitzen.“  
 

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news-3489 Tue, 17 Sep 2019 10:15:09 +0200 VCD: „Klimaschutz-Vorschläge von Verkehrsminister Scheuer enthalten zu viel heiße Luft“ - Verkehr muss endlich zum Klimaschutz beitragen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-klimaschutz-vorschlaege-von-verkehrsminister-scheuer-enthalten-zu-viel-heisse-luft-verkehr-mu/ Berlin, 17.09.2019. Am kommenden Freitag verabschiedet das Klimakabinett sein Konzept, wie Deutschland sein Klimaziel für 2030 einhalten soll. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert der ökologische Verkehrsclub VCD heute gemeinsam mit anderen Umwelt- und Verkehrsverbänden wirksame Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrsbereich. Das bisher vorgelegte Maßnahmenprogramm zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kommentiert der VCD wie folgt: Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die bisherigen Vorschläge von Bundesverkehrsminister Scheuer für mehr Klimaschutz im Verkehr enthalten zu viel heiße Luft. Aberwitzige Annahmen zum CO2-Einsparpotenzial durch strombasierte Kraftstoffe und Biokraftstoffe sowie durch die Digitalisierung sind unrealistisch. Hinzu kommen planlose Förderungen und Subventionen aller Verkehrsmittel in Milliardenhöhe, die nicht zur notwendigen Verkehrswende führen. Der Verkehr muss endlich zum Klimaschutz beitragen. Dazu braucht es den drastischen Ausbau der Schieneninfrastruktur, eine Angebotsoffensive bei Bus und Bahn und sichere Rad- und Fußwege in Städten und Dörfern. Eine effektive CO2-Bepreisung auf Kraftstoffe setzt die notwendigen Anreize, umzusteigen. Gleichzeitig müssen bestehende Steuerprivilegien und umweltschädliche Subventionen im Verkehr abgebaut werden. So werden Mittel für die Verkehrswende frei.“

Den offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel finden Sie hier: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Klimafreundliche_Mobilitaet/offener_Brief_BK_in_Merkel_Klimakabinett_Verkehr.pdf

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. Lisa Feitsch, VCD-Pressereferentin • Fon 030/280351-18 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3488 Mon, 16 Sep 2019 10:55:56 +0200 Deutsches Kinderhilfswerk und VCD: „Mitmachen und Elterntaxi stehen lassen!“ - Bundesweite Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ starten http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/deutsches-kinderhilfswerk-und-vcd-mitmachen-und-elterntaxi-stehen-lassen-bundesweite-aktionsta/ Berlin, 15. September 2019. Am Montag starten in Schulen und Kindergärten die bundesweiten Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Unter dem Motto „Mitmachen und Elterntaxi stehen lassen!“ legen dabei zehntausende Kinder ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurück. Aufgerufen zu den Aktionstagen vom 16. bis 27. September haben das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD. „Das Problem kennen alle Eltern und Kinder: Elterntaxis vor Schulen und Kindergärten sorgen für Verkehrschaos. Für Kinder schaffen diese Autos unübersichtliche und gefährliche Situationen. Weniger Elterntaxis heißt, mehr Platz und größere Sicherheit für alle Kinder. Auch die Luft, die die Kinder einatmen, wird besser. So werden Kinder, die zu Fuß gehen, mit dem Roller oder Rad zur Schule oder zum Kindergarten fahren, schon früh zu Klimaschützern“, sagt Stephanie Päßler, VCD-Projektleitung „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten.“

Damit das Zufußgehen des Schul- und Kindergartenweges Spaß macht, sammeln die Kinder Fußmeilen oder führen ein Lauftagebuch. Schulen veranstalten „Mein Schulweg“-Malwettbewerbe oder stellen für die Kinder spannende Rätsel in ihrem Schulviertel. An anderen Orten laufen die Kinder im „Laufbus“ gemeinsam zur Schule und zum Kindergarten. Hier treffen sich mehrere Kinder an zuvor verabredeten „Lauf-Haltestellen“, um den Schul- oder Kindergartenweg von diesem Sammelpunkt aus als Laufgemeinschaft gemeinsam zurückzulegen. Unter www.zu-fuss-zur-schule.de/mitmachen/aktionsideen finden Schulen und Eltern weitere Ideen wie etwa „Straßenbeschilderungen selbst basteln“ oder „Rap und Freundlichkeit gegen falsches Parken“.

„Wir müssen unseren Kindern endlich wieder mehr zutrauen, auch auf dem Kindergarten- oder Schulweg. Damit kann man gar nicht früh genug beginnen. Zu Fuß zur Schule oder in den Kindergarten gehen ist insgesamt gut für die Entwicklung von Kindern. Die Kinder lernen, sich sicher im Verkehr zu bewegen. Und Eltern stärken das Selbstbewusstsein ihrer Kinder, wenn sie diese eigenständig und mit anderen Kindern zur Schule laufen oder mit dem Roller oder Rad fahren lassen. Die dabei gewonnene Eigenverantwortung hilft den Kindern auch in anderen Situationen“, sagt Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Weitere Informationen:
Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: www.zu-fuss-zur-schule.de
Tipps für den sicheren Schulweg: www.vcd.org/sicher-zur-schule.html

Pressekontakt:

Uwe Kamp, Pressesprecher des Deutschen Kinderhilfswerkes
Tel.: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de

Lisa Feitsch, VCD-Pressereferentin
Tel.: 030-280351-18
Mail: presse@vcd.org
Internet: www.vcd.org
Twitter: @VCDeV

Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen!

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3487 Sat, 14 Sep 2019 14:53:00 +0200 25.000 protestieren für wirksamen Klimaschutz und Verkehrswende! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/25000-protestieren-fuer-wirksamen-klimaschutz-und-verkehrswende/ Gemeinsame Pressemitteilung des Bündnisses #aussteigen
Frankfurt am Main, 14. September 2019. Unter dem Motto “Raus aus dem Verbrennungsmotor – Verkehrswende jetzt!” haben heute mehr als 25.000 Menschen mit einer Fahrrad-Sternfahrt und Demonstration in Frankfurt protestiert. Vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung (IAA) forderten die Demonstrierenden eine Verkehrswende, die die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens sicherstellt. Zu den Protesten hatte das Bündnis #aussteigen aufgerufen, in dem sich ADFC, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD engagieren. 

„Die Zeit für protzige Spritschlucker und immer größere SUVs ist vorbei. Heute haben sich Tausende Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad die Stadt von der Autoindustrie zurückerobert“, hieß es aus dem #aussteigen-Bündnis. „Dieser eindrucksvolle Protest zeigt, dass viele Menschen die klimafreundliche Verkehrswende fordern – und zwar jetzt!“

Radfahrende aus Mannheim und Gießen starteten bereits in den frühen Morgenstunden. Insgesamt nahmen 18.000 Menschen an der Fahrrad-Sternfahrt teil. Die Routen führten teilweise über die Autobahnen A648 und die A661, die für die Sternfahrt gesperrt wurden. Auf der letzten Etappe schloss sich der Kidical Ride an, bei dem zahlreiche Familien mit Kindern einen eigenen Fahrrad-Block bildeten. Bei der Abschlusskundgebung vor der IAA-Messe forderte das Demo-Bündnis Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, den massiven Ausbau von Bus und Bahn und den klimaneutralen Verkehr bis 2035.  

Der Protest richtet sich sowohl an die Autoindustrie als auch an die Politik. Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung sein Maßnahmenpaket für den Klimaschutz vorlegen. Dem Verkehr kommt dabei eine besondere Rolle zu. Denn einzig im Verkehrssektor sind die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in den vergangenen 30 Jahren nicht gesunken. „Jetzt muss die Regierung liefern und den Rahmen setzen für eine Wende weg von der autofixierten Verkehrspolitik und hin zu klimafreundlichen, sauberen und lebenswerten Städten“, so die Organisatoren der #aussteigen-Proteste. 


Hinweis für Redaktionen:

Drohnenaufnahmen der Sternfahrt frei zur redaktionellen Nutzung ab 16:30 hier: https://www.campact.org/video-sternfahrt

Pressekontakte:
ADFC: Torsten Willner, mobil 0179 9449346, torsten.willner@adfc-hessen.de
BUND: Judith Freund, Tel. 030 27 586 497, mobil 0176 - 47684164, presse@bund.net
Campact: Olga Perov, mobil 0151 - 52582390, Tel. 04231 957 590, perov@campact.de
DUH: Ann-Kathrin Marggraf, Tel. 030 2400 867 21, presse@duh.de
Greenpeace: Gregor Kessler, mobil 0151 - 72702918, gregor.kessler@greenpeace.de
NaturFreunde: Samuel Lehmberg, Tel. 030 29 77 32 65, presse@naturfreunde.de
VCD: Franziska Fischer, Tel. 030 280 351 12, mobil 0171 - 605 24 09, Franziska.Fischer@vcd.org
VCD Hessen: Heiko Nickel, mobil 0151 - 20153300, landespolitik@vcd-hessen.de

Das Bündnis dankt seinen unterstützenden Organisationen:
ADFC Hessen, Attac, BUND Hessen, BUNDjugend, Bergwald Projekt, Changing Cities, Fuss e.V., Greenpeace Frankfurt, Klima- und Umweltbündnis Stuttgart, Klimaliste Erlangen, NABU, NaturFreunde Hessen, Umweltinstitut München, Powershift, Pro Bahn, Radentscheid Frankfurt, Radkomm, VCD Hessen, Volksinitiative Aufbruch Fahrrad, Powershift

und seinen unterstützenden Parteien:
Bündnis90/Die Grünen, Grüne Jugend, DIE LINKE im Römer, Bündnis90/Die Grünen in Frankfurt, Piratenpartei, Ökologische Plattform, V-Partei³

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3486 Thu, 12 Sep 2019 10:15:39 +0200 Bundestag muss Schiene Vorfahrt einräumen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bundestag-muss-schiene-vorfahrt-einraeumen/ Gemeinsame Pressemitteilung. Die Bahnverbände rufen zu Nachbesserungen beim Haushalt auf.
Berlin, 12. September 2019. Die Bahnverbände rufen den Deutschen Bundestag auf, die Haushaltsberatungen im Interesse des Klimaschutzes für dringend notwendige Verbesserungen im Verkehrsetat zu nutzen. Zwar nehmen die acht Organisationen das deutliche Bemühen der Bundesregierung wahr, den umweltfreundlichen Schienensektor zu stärken. Die vom Bundeskabinett beschlossenen Mittelsteigerungen reichen jedoch bei Weitem noch nicht, um bis 2030 die Zahl der Fahrgäste zu verdoppeln und den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken.

Investitionsmittel für Neu- und Ausbau sinken im Regierungsentwurf
Der Regierungsentwurf lässt insgesamt nach Einschätzung der acht Verbände den politischen Willen vermissen, der umweltfreundlichen Schiene Vorfahrt im deutschen Verkehrssektor einzuräumen. So summieren sich die Ausgaben für Bundesfernstraßen in der Haushaltsplanung für 2020 auf 10,8 Milliarden Euro. Für die Bundesschienenwege sind nach aktuellem Stand 6,8 Milliarden Euro vorgesehen. Nötig ist jedoch mittelfristig ein zweistelliger Milliardenbetrag.

Als ein Beispiel für den dringenden Nachbesserungsbedarf in der Haushaltsplanung nennen die Bahnverbände den Kabinettsbeschluss, mit dem die ohnehin zu niedrigen Investitionsmittel für den Neu- und Ausbau der Schienenwege von 1,64 Milliarden Euro (Plan 2019) auf 1,52 Milliarden Euro (Plan 2020) sinken. Völlig unzureichend sind zudem die Ansätze für die Förderung der digitalen Schiene. So sind im Haushaltsplan für 2020 gerade 207 Millionen Euro für die Förderung des Europäischen Zugsicherungssystems ETCS vorgesehen, das die Betriebsabläufe europaweit mit digitaler Signaltechnik vereinfachen soll. Die tatsächlichen Kosten für die Umrüstung auf das moderne ETCS-System belaufen sich nach Branchenberechnungen allein bei den Lokomotiven und Triebwagen auf vier Milliarden Euro bis 2030. Auch die Mittel für die Elektrifizierung der Schiene sind viel zu gering, um das von der Bundesregierung selbst gesteckte Ziel bis zum Jahr 2025 zu erreichen.

Bund muss Grundlagenforschung und Innovationen stärker fördern
Noch immer auf sich warten lässt eine angemessene finanzielle Ausstattung des bereits 2017 angekündigten „Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr“ zur Erprobung und Markteinführung von Innovationen, das ursprünglich mit 100 Millionen Euro jährlich dotiert sein sollte und für das im kommenden Jahr nur 20 Millionen Euro vorgesehen sind. Auch bei der Grundlagenforschung für den gesamten Bahnsektor muss das Tempo deutlich erhöht werden: Zwar wurde 2019 das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung geschaffen. Ohne eine adäquate Finanzierung und Ausstattung kann es aber weder Forschungsprojekte anstoßen noch Innovationen im Schienenbereich fördern.

Viele Förderprogramme leiden an zu viel Bürokratie
Handeln muss der Gesetzgeber zudem beim Planungsrecht. Hier erwarten die Verbände vom Bundestag eine Entbürokratisierung und Vereinfachung, um den Mittelabfluss zu beschleunigen. Das Gleiche gilt für zahleiche Förderprogramme, die mit einem so hohen bürokratischen Aufwand und so hohen Risiken für Unternehmen verbunden sind, dass sie nicht in Anspruch genommen werden können. Bei der Förderung von Gleisanschlüssen etwa scheitern viele Unternehmen an den komplexen, zwischen Bund und Ländern nicht harmonisierten Regularien für Bau und Betrieb. Zu umfangreiche und unterschiedliche staatliche Vorgaben verteuern häufig den Betrieb und führen im Einzelfall sogar zum Verzicht beziehungsweise zur Stilllegung eines Gleisanschlusses.

Mehr Infos unter:

 

Pressekontakte:

Allianz pro Schiene: Markus Sievers, markus.sievers@allianz-pro-schiene.de, 030 2462599-20

BAG-SPNV: Renate Bader, bader@bag-spnv.de, (0)152 51 07 08 68

mofair: Dr. Matthias Stoffregen, matthias.stoffregen@mofair.de, 0160 96 90 61 43

NEE: Peter Westenberger, westenberger@netzwerk-bahnen.de, 0170 485 486 4

VCD: Lisa Feitsch, lisa.feitsch@vcd.org, 030 280351-18

VDB: Pauline Maître, maitre@bahnindustrie.info, 030 206289 60

VDV: Lars Wagner, wagner@vdv.de, 030 39993214

VPI: Kerstin Domscheit, presse@vpihamburg.de, 040 41912670

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news-3485 Wed, 11 Sep 2019 11:32:00 +0200 Echter Klimaschutz im Luftverkehr ist überfällig http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/echter-klimaschutz-im-luftverkehr-ist-ueberfaellig/ Umweltverbände legen Forderungspapier zum Flugverkehr vor - Gemeinsame Pressemitteilung -

Berlin, 11.09.2019. Mit Blick auf die Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung am 20. September haben sechs Umweltverbände einen klimapolitischen Forderungskatalog zum Flugverkehr vorgelegt. „Der Luftverkehr darf sich nicht mehr aus der Verantwortung stehlen, sondern muss endlich seinen angemessenen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so die Umweltorganisationen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), Germanwatch, ökologischer Verkehrsclub VCD, WWF Deutschland sowie der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) in ihrem gemeinsamen Papier.

Als Sofortmaßnahmen fordern die Verbände von der Bundesregierung unter anderem eine Erhöhung der Luftverkehrsteuer insbesondere für Ultrakurzstreckenflüge bis 600 Kilometer bei gleichzeitiger Abschaffung der Einnahmenobergrenze von 1 Milliarde Euro sowie eine Verbesserung des Emissionshandels durch vollständige Auktionierung der Zertifikate für die Luftfahrt. Darüber hinaus setzen sie sich für ein Markteinführungsprogramm für synthetische Kraftstoffe mit Nachhaltigkeitskriterien und nachgewiesener CO2-Reduktion sowie eine deutliche Verlagerung des Flugverkehrs auf die Schiene ein.

„Der Hauptgrund für das Luftverkehrswachstum sind Subventionen und Steuerbefreiungen, die den Luftverkehr gegenüber der Bahn massiv privilegieren. Das ist klimapolitisch unverantwortlich, marktverzerrend und sozial ungerecht, weil Fliegen eher ein Mittel- und Oberschichtenphänomen ist“, so die Verbände. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass innerdeutsche Flüge spätestens 2030 der Vergangenheit angehören.

Nach Überzeugung der Verbände muss auch Kerosin endlich besteuert werden. „Es kann nicht sein, dass ausgerechnet der umweltschädlichste Verkehrsträger nicht besteuert wird, angefangen von der Steuerfreiheit auf Kerosin bis hin zur fehlenden Mehrwertsteuer auf Flugtickets ins Ausland“, so die Position der Verbände. Die Einführung einer Kerosin- oder CO2-Steuer zusammen mit Nachbarstaaten durch Einführung und schrittweise Anhebung des europäischen Energiesteuer-Mindestsatz von 33 Eurocent/Liter auf mindestens 65 Cent wäre zusammen mit Nachbarstaaten auch kurzfristig möglich

Das Verbändepapier „Klimapolitische Forderungen zum Flugverkehr“ ist unter www.dnr.de erhältlich.

 

Für Rückfragen:

BUND: Dr. Werner Reh, Stellvertretender Sprecher BUND-AK Verkehr, Tel. 0176-45719292, rehwerner2@gmail.com

BVF: Carl Ahlgrimm, Vorsitzender, Tel. 0157-58075840, geschaeftsstelle@fluglaerm.de

DNR: Florian Schöne, Politischer Geschäftsführer, Tel. 030-6781775-99, florian.schoene@dnr.de

Germanwatch: Oldag Caspar, Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik, Tel. 030-2888356-85, caspar@germanwatch.org

VCD: Michael Müller-Görnert, Verkehrspolitischer Sprecher, Tel. 030-280351-19, michael.mueller-goernert@vcd.org

WWF: Juliette de Grandpré, Senior Advisor Klimaschutz- und Energiepolitik, Tel. 030-311777-213, juliette.degrandpre@wwf.de

 

 

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news-3484 Mon, 09 Sep 2019 11:10:05 +0200 Gemeinsame Pressemitteilung des Bündnisses #aussteigen: Verkehrswende jetzt! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/gemeinsame-pressemitteilung-des-buendnisses-aussteigen-verkehrswende-jetzt/ Anlässlich der IAA ruft ein Bündnis aus Umweltverbänden, ökologischen Verkehrsverbänden und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Teilnahme an einer Großveranstaltung am Samstag, dem 14. September auf. Zur Kundgebung, Fußdemo und Fahrrad-Sternfahrt bringt das Bündnis Menschen zum Thema Verkehrswende und Klimaschutz aus ganz Deutschland nach Frankfurt. Das Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen erwartet dazu mehrere tausend Teilnehmende. Wer die Berichterstattung über die Klimakrise in diesem Sommer verfolgt hat, kann aufgrund dieser besorgniserregenden Entwicklung nicht länger die Augen verschließen. Waldbrände, Gletscherschmelze und Hitzerekorde, all dies sind Auswirkungen einer globalen Erderhitzung. Der deutsche Verkehrssektor ist maßgeblich daran beteiligt, die Klimakrise zu verschärfen, denn der CO2-Ausstoß im Verkehr ist seit 1990 nicht gesunken, sondern steigt sogar noch weiter an. Trotz Dieselskandal und stetig wachsenden Klimaprotesten stellt die IAA (Internationale Automobilausstellung) immer größere Geländewagen und Autos im Premiumsegment zur Schau.

Heute hat ein Trägerkreis bestehend aus ADFC, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf seiner Pressekonferenz seine Forderungen für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, saubere Luft, sowie für klimagerechte Mobilität vorgestellt und zugleich Einblick in die bevorstehende Großdemonstration gegeben.

Am Samstag werden in Frankfurt Tausende zu Fuß und auf dem Fahrrad für eine Verkehrswende jetzt! protestieren, weil Bundesregierung und Autolobby einfach keinen wirksamen Klimaschutz hinbekommen“, sagt Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands und Anmelder der Demonstration. „Wir fordern von der Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Klimaschutzgesetz, mit dem Deutschland das 1,5-Grad-Ziel einhalten kann.

Daher müssten die deutschen Autohersteller eine umgehende Transformation mit dem Fokus auf batterieelektrische Fahrzeuge vollziehen und laufende Entwicklungen angekündigter weiterer SUVs oder sonstiger Verbrenner-Modelle beenden. Mit ihrer aktuellen Politik hat die deutsche Autoindustrie keine Überlebenschance. Um die krankmachende Luft in deutschen Städten sauberer zu bekommen, muss die Industrie außerdem zur Hardware-Nachrüstung aller manipulierter Dieselfahrzeuge verpflichtet werden.

"Vier Jahre ist der Diesel-Skandals alt, 11 Millionen Diesel-Käufer wurden von BMW, Daimler, VW und Co. betrogen. Die Konzern-Spitzen müssen bei der IAA-Eröffnung zusagen, dass sie die Kosten für die Hardware-Nachrüstungen übernehmen;" sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Doch eine echte Verkehrswende erfordert weit mehr, als den Schadstoffausstoß von Verbrennungsmotoren zu minimieren oder sie durch Elektroantriebe zu ersetzen. Denn die hoch motorisierten und immer größer dimensionierten SUV ruinieren auch das Verkehrsklima und mindern die Lebensqualität in unseren Städten.

“Mit ihren spritschluckenden SUVs zeigen die Autobosse zukünftigen Generationen und lebenswerten Städten den Mittelfinger. Wollen die Hersteller nicht länger ein großer Teil des Problems bleiben, müssen sie schleunigst auf kleine, leichte, geteilte E-Autos setzen und Mobilität als Dienstleistung begreifen”, sagt Marion Tiemann, Verkehrsexpertin von Greenpeace.

Dagegen bedeutet der hohe und immer noch wachsende Fahrzeugbestand, dass sowohl fahrende als auch parkende Autos riesige Flächen in unseren Städten verschlingen. Wohnraum und Grünflächen sind heute und morgen aber viel wichtiger als Autoparkplätze. Radverkehr, Fußverkehr und ÖPNV brauchen viel mehr Platz und dürfen nicht länger vom alles dominierenden Autoverkehr an den Rand gedrängt werden – einem Verkehrsmittel mit miserabler Effizienz:

"In Deutschland sind 50 Prozent aller Autofahrten unter fünf Kilometer lang. Die Folgen sind zugeparkte Städte, kranke Menschen und die Zerstörung des Klimas. Ein Verkehrssystem mit dem Fahrrad im Mittelpunkt muss diese Autofahrten und Autos überflüssig machen", erläutert Ludger Koopmann, stellvertretender Bundesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Der Trägerkreis der #aussteigen-Demo fordert daher Vorrang für den Rad- und Fußverkehr sowie den massiven Ausbau von Bus und Bahn. Solange SUVs statt kleiner Elektromobile das Bild bestimmen, bleibt der Autoverkehr das Sorgenkind des Klimaschutzes.

Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND): "Deutsche Hersteller haben seit Jahrzehnten die CO2-Minderung im Verkehr hintertrieben und wundern sich jetzt, dass sie den Anschluss verloren haben. Das Auto muss sich zukünftig einfügen in eine Vorrangpolitik für Schiene und ÖPNV sowie Fuß- und Radverkehr."

Dazu ergänzt Gerald Neubauer, Campaigner von Campact: “Die Klimabewegung ist so stark wie nie, und jetzt knöpfen wir uns die Autoindustrie vor.”

Um klimaschädliche Emissionen zu verringern und das Verkehrsklima sowie die Sicherheit zu verbessern, sind außerdem Tempolimits für den Autoverkehr ein Gebot der Vernunft: Innerstädtisch sollen in der Regel 30 km/h die Höchstgeschwindigkeit sein, außerhalb geschlossener Ortschaften 80 km/h und auf Autobahnen 120 km/h.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD sagt dazu: „Wir müssen die Zahl der Autos reduzieren. Damit die Menschen wirklich umsteigen, braucht es ein attraktives Bus- und Bahnangebot sowie sichere Fuß- und Radwege. Und wir brauchen einen CO2- Preis, um klimaschonende Mobilität zu belohnen. 
 

Alle Informationen zur Demonstration, Fahrrad-Sternfahrt und Abschlusskundgebung unter:

www.iaa-demo.de

Pressekontakte:

ADFC: Torsten Willner, mobil: 0179 – 9449346, torsten.willner@adfc-hessen.de

BUND: Judith Freund, Tel. 030 27 586 - 497, mobil: 0176 - 47684164 presse@bund.net

Campact: Olga Perov, Tel. 04231 957 590 (auch mobil), perov@campact.de

DUH: Ann-Kathrin Marggraf, Tel 030 2400 867 - 21, presse@duh.de

Greenpeace: Gregor Kessler, Tel. 0151 - 72702918, gregor.kessler@greenpeace.de

NaturFreunde: Samuel Lehmberg, Tel. 030 29 77 32 65, presse@naturfreunde.de

VCD: Franziska Fischer, Tel. 030 280 351 - 12, mobil: 0171 - 605 24 09, Franziska.Fischer@vcd.org

VCD Hessen: Heiko Nickel, mobil: 0151 - 20153300, landespolitik@vcd-hessen.de

Das Bündnis dankt

seinen unterstützenden Organisationen:

ADFC Hessen, Attac, BUND Hessen, BUND Jugend, Bergwald Projekt, Changing Cities, Fuß e.V., Greenpeace Frankfurt, Klima- und Umweltbündnis Stuttgart, NABU Frankfurt, NaturFreunde Hessen, Powershift, Umweltinstitut München, VCD Hessen, Volksinitiative Aufbruch Fahrrad

seinen unterstützenden Parteien:

Bündnis90 /Die Grünen, Grüne Jugend, DIE LINKE im Römer, Bündnis90/Die Grünen in Frankfurt, Piratenpartei, Ökologische Plattform

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news-3483 Mon, 09 Sep 2019 10:45:47 +0200 VCD: Luxus-SUVs statt effiziente E-Autos auf der IAA http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-luxus-suvs-statt-effiziente-e-autos-auf-der-iaa/ Automobilindustrie bleibt hinter den Erwartungen im Bereich Elektromobilität zurück. VCD-Autoexperte Michael Müller-Görnert steht vor Ort für Interviews zur Verfügung. Berlin, 06. September 2019. Kommende Woche startet die diesjährige Internationale Automobilausstellung (IAA) unter dem Motto „Driving Tomorrow“. Für den VCD ist klar: die Zukunft fährt emissionsfrei. Die Industrie habe wichtige Weichenstellungen hin zur Elektromobilität viel zu lange verschlafen. Auch in diesem Jahr nehmen große Luxus-SUVs und schwere Spritschlucker einen großen Raum ein. Dabei müsste die IAA zeigen, was sie im Bereich kleiner, effizienter E-Autos zu bieten hat.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, steht am ersten Pressetag, dem 10.09. für Interviews direkt von der IAA zur Verfügung.

Die neue VCD Auto-Umweltliste 2019/2020
Der VCD hat pünktlich zur IAA die neue VCD Auto-Umweltliste 2019/2020 veröffentlicht. Um in Zeiten der Klimakrise ein Zeichen zu setzen, stellt er darin erstmals nur Elektrofahrzeuge vor. Die wichtigsten Ergebnisse sowie die komplette VCD Auto-Umweltliste 2019/2020 zum Download finden Sie unter: www.vcd.org/auli2019


Pressekontakt:
Anne Fröhlich, VCD-Pressevolontärin • Telefon 030/280351-59 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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