VCD Pressemitteilung http://www.vcd.org/ Pressemmitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Wed, 24 Apr 2019 11:09:19 +0200 Wed, 24 Apr 2019 11:09:19 +0200 TYPO3 EXT:news news-3422 Tue, 16 Apr 2019 11:03:24 +0200 Zum Start der Fahrradsaison: VCD gibt fünf Tipps zum sicheren E-Radfahren http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zum-start-der-fahrradsaison-vcd-gibt-fuenf-tipps-zum-sicheren-e-radfahren/ Pedelecs können eine echte Alternative zum eigenen Auto sein. Doch während die Absatzzahlen weiter steigen, nimmt auch die Zahl der Unfälle zu. Zu Beginn der Fahrradsaison gibt der VCD fünf Tipps für mehr Sicherheit beim Fahren mit dem Pedelec. Berlin. Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für Fahrräder mit unterstützendem Elektroantrieb, sogenannte Pedelecs. Gleichzeitig steigen jedoch die Unfallzahlen – insbesondere bei älteren Pedelec-Fahrern. Zum Start der Radsaison gibt der ökologische Verkehrsclub VCD fünf Tipps, wie jeder gut und sicher mit dem E-Rad unterwegs sein kann. Diese Tipps finden sich auch anschaulich dargestellt in einem Info-Film unter: e-radfahren.vcd.org/sicher-e-radfahren/pedelec-infofilm/, der sich vor allem an ältere Pedelec-Fahrende richtet.

Tipp 1: Gut beraten lassen
Für den Kauf eines Pedelecs sollte man sich an einen Fahrrad-Fachhändler wenden. Die Experten unterstützen bei der Wahl des Pedelec-Typs, der geeigneten Rahmengröße und stellen das Rad passend ein. Der Händler berät auch zu technischen Aspekten wie Antrieb oder Akkureichweite.  Ein so auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Pedelec ist Voraussetzung dafür, dass es beschwerdefrei und oft genutzt wird und dadurch die Verkehrssicherheit steigt.

Tipp 2: Beim Fahren einen Fahrradhelm tragen
Ein Fahrradhelm verhindert keinen Unfall. Aber er kann bei einem Sturz oder einem Zusammenstoß gute Dienste leisten und schwere Kopfverletzungen verhindern. Voraussetzung dafür ist, dass der Helm die erforderliche Prüfnorm erfüllt, der Kopfform angepasst ist und sich gut einstellen lässt. Hier ist der Fahrrad-Fachhändler ein guter Ansprechpartner. Wichtig: Helme haben nur eine begrenzte Lebensdauer und sollten nach rund fünf Jahren ausgetauscht werden.

Tipp 3: Das richtige Bremsen üben
Beim Pedelec wird die Bremswirkung häufig als überraschend stark empfunden. Deswegen sollte man sich zunächst im Stand mit den beiden Handbremsen für das Vorder- und das Hinterrad vertraut machen. Richtiges Bremsen will geübt sein: Experten empfehlen, stets mit beiden Bremsen gleichzeitig zu bremsen, wobei die stärkere Vorderradbremse immer sehr dosiert betätigt werden muss. Dies sollte zunächst bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten geübt werden.

Tipp 4: Stets vorausschauend fahren und Rücksicht nehmen
Die meisten Autofahrer können selbst auf den zweiten Blick nicht erkennen, ob man auf einem Pedelec oder einem herkömmlichen Fahrrad unterwegs ist. Im Vergleich zum Fahrrad erlaubt die Motorunterstützung des Pedelecs ein entspannteres Fahren und vermittelt so häufig den Eindruck, dass man langsamer fährt, als es tatsächlich der Fall ist. Man sollte deswegen vorausschauend fahren und die Geschwindigkeit der Situation anpassen. Beim Überholen von anderen Radlern sollte ausreichend Abstand gehalten und rücksichtsvoll gefahren werden.

Tipp 5: Einen Pedelec-Kurs besuchen
Wer das Pedelec für sich entdeckt, jedoch  jahrelang nicht oder nur selten mit dem Fahrrad unterwegs war, sollte am besten an einem Pedelec-Kurs teilnehmen. Solche Kurse werden von Organisationen wie dem ADFC, den Verkehrswachten oder dem Verband der Radfahrlehrer angeboten – vom kurzen Schnupperkurs bis zum mehrtägigen Sicherheitstraining. Eine bundesweite Über¬sicht zu Pedelec-Kursen gibt es unter www.e-radfahren.vcd.org/e-rad-kurse.

Informationsfilm und weitere Anleitungen zum sicheren Pedelec-Fahren
In einem online abrufbaren Film informiert der VCD gezielt Seniorinnen und Senioren über das Thema Pedelec und Verkehrssicherheit. Der Film „Gut und sicher unterwegs mit dem Pedelec“ ist in einer längeren Fassung unter e-radfahren.vcd.org/sicher-e-radfahren/pedelec-infofilm (fünf Minuten) und einer Kurzversion unter youtu.be/74O89neVBw0 (100 Sekunden) verfügbar. Er entstand in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Anleitungen vom Aufsteigen und Anfahren bis hin zu einfachen Bremsübungen gibt es auch in der VCD-Broschüre „Sicher fahren mit dem Pedelec. Ein Heft zum Selberüben in neun Schritten“. Als pdf zum Download unter kurzlink.de/pedelec-uebungsheft.

Pressekontakt:
Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org  • Twitter: @VCDeV  

 

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news-3421 Thu, 11 Apr 2019 13:45:00 +0200 Leben retten, Klima schützen: Breites Bündnis fordert generelles Tempolimit auf Autobahnen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/leben-retten-klima-schuetzen-breites-buendnis-fordert-generelles-tempolimit-auf-autobahnen/ Keine andere Verkehrsmaßnahme kann so schnell, günstig und sozial verträglich Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgasemissionen einsparen – Rund 70 Prozent der Autobahnen in Deutschland sind frei für gefährliche Raserei – 2018 starben 424 Menschen auf Autobahnen und 1866 auf Landstraßen – Koalitionsparteien scheitern gleich zwei Mal: Weder wird das Klimaschutzziel 2020 erreicht, noch das Ziel, bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent zu senken – Sichereres Verkehrssystem lässt sich nur mit Tempolimit erreichen – Klimakabinett muss Tempolimit als Bestandteil des Klimaschutzgesetzes beschließen. Berlin, 11.4.2019: Ein breites Bündnis, bestehend aus der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem ökologischen Verkehrsclub VCD, Greenpeace sowie der Deutschen Umwelthilfe (DUH), hat heute in Berlin die kurzfristige Einführung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen gefordert.  

Deutschland ist das einzige Industrieland weltweit ohne ein generelles Tempolimit. Obwohl die Maßnahme einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele für 2020 und 2030 leisten kann und erwiesenermaßen Menschenleben rettet, verweigert die Bundesregierung vehement die Einführung eines Tempolimits. „Es gibt keinen triftigen Grund, der gegen ein generelles Tempolimit spricht. Die Bundesregierung ist laut Grundgesetz zum Schutz des Lebens und des Klimas als natürliche Lebensgrundlage verpflichtet. Nicht zu handeln und das offensichtliche Potential eines generellen Tempolimits ungenutzt zu lassen, ist fahrlässig und widerspricht dem gesunden Menschenverstand“, so die Bündnispartner.

Nach Einschätzung der DUH können mit einem Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen sowie 80 km/h auf Landstraßen bis zu fünf Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Die Maßnahme kann kurzfristig, günstig und sozial verträglich die Klimaschutzlücke bis 2020 verringern. „Wir brauchen keine neuen Pläne, keine weiteren Untersuchungen und schon gar keine neuen Kommissionen. Was wir brauchen sind endlich klare Entscheidungen für den Klimaschutz. Die Mehrheit der Bürger steht hinter einem Tempolimit, hunderttausende Schüler verlangen von der Regierung wirksame Klimaschutzmaßnahmen – und zwar jetzt! Frau Merkel – handeln Sie! Nehmen Sie diese Forderungen ernst. Schützen Sie Klima und Leben. Straßen sind keine Rennstrecken,“ so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen aus 2017 zeigt: 70,4 Prozent der Autobahnen in Deutschland sind ohne jegliches Tempolimit und geben der gefährlichen Raserei einen Freifahrtschein. Ein Tempolimit rettet Leben, verbessert den Verkehrsfluss, sorgt für eine stressfreiere Fahrt und schützt die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten.

Dazu Michael Mertens, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen: „Deutschland verliert bei der Verkehrssicherheit den Anschluss an die europäische Spitzengruppe. Rund 300 Menschen sterben jedes Jahr bei Unfällen auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Mit einem Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen könnten wir viele Menschen retten und Schwerverletzte verhindern. Eine Höchstgeschwindigkeit ist einfach einzuführen und wirkt sofort.“

Von dem eigens gesteckten Ziel, bis 2020 die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten im Vergleich zu 2010 um 40 Prozent zu reduzieren, ist die Bundesregierung weit entfernt. Der Rückgang liegt für 2017 bei nur 13 Prozent, müsste nach sieben Jahren allerdings bereits bei 28 Prozent liegen, so der VOD. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist im Jahr 2018 sogar mit einem Anstieg der Zahl der Verkehrstoten von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu rechnen. Auch vor dem Hintergrund der im Koalitionsvertrag vereinbarten „Vision Zero“, die mittelfristig die Zahl der Verkehrstoten auf null senken soll, ist ein Tempolimit zwingend notwendig.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende ergänzt: „Aus ideologischen Gründen verhindern alle Bundesverkehrsminister und die Autolobby seit Jahrzehnten die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen. Die Mehrheit der Deutschen denkt längst vernünftiger und spricht sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus – also für ein entspannteres Fahren ohne Angst vor Raserei. Die Gesetze der Physik, internationale Studien sowie sinkende Verkehrsunfallzahlen hierzulande nach Einführung von lokalen Tempobeschränkungen zeigen eindeutig: Das Tempolimit sorgt für weniger schwere Unfälle, weniger Getötete und Verletzte.

Aus Sicht des Bündnisses ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein zwingender Bestandteil der dringend benötigten Verkehrswende. Für Elektromobilität und Digitalisierung ist ein Tempolimit unverzichtbar. Das Bündnis fordert die Mitglieder des Klimakabinetts auf, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen in den Maßnahmenkatalog aufzunehmen.

Arne Fellermann, BUND-Verkehrsexperte, erklärt hierzu: „Ohne strukturelle Veränderungen im Verkehrsbereich werden weder die Klimaziele erreicht noch wird die notwendige Verkehrswende eingeleitet. Anstatt kostengünstige und einfach umzusetzende Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, setzt der Verkehrsminister lieber auf teure Industrieversprechen, umweltschädliche Agrotreibstoffe und ineffiziente synthetische Kraftstoffe. Das ist eine in unseren Augen nicht mehr zeitgemäße Haltung. Ein Tempolimit gehört zu dem Umbruch unseres Mobilitätsverständnisses zwingend dazu. Einfacher geht Klimaschutz nicht.“

Benjamin Stephan, Greenpeace-Verkehrsexperte: „Eine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen würde Menschenleben retten, das Klima schützen und gerade den deutschen Autobauern zeigen, dass tonnenschwere PS-Protze nichts mit nachhaltiger Mobilität zu tun haben. Statt einer sexistischen Kampagne zu Fahrradhelmen muss Verkehrsminister Scheuer wirksame Maßnahmen umsetzen. Ein Tempolimit rettet Menschenleben, Plakate tun das nicht.“

Andreas Troge, ehemaliger Präsident des Umweltbundesamtes, unterstützt die Forderungen des Bündnisses. Andere Experten, Verbände und Vereine sind aufgerufen, dem Bündnis beizutreten.

Links:

Die Hintergrundpapiere zum Tempolimit der Verbände, das Pressematerial der Gewerkschaft der Polizei in NRW sowie eine Pressemitteilung der Verkehrsunfall-Opferhilfe vom 11.4.2019, finden Sie unter http://l.duh.de/p190411

Ein aktuelles VCD-Hintergrundpapier zum Tempolimit sowie weitere Informationen finden Sie auch hier: https://www.vcd.org/themen/verkehrssicherheit/tempolimit-auf-autobahnen/

Kontakt:

Gerd Lottsiepen, Verkehrspolitischer Sprecher des VCD
0171 8824449,gerd.lottsiepen@vcd.org

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170,  resch@duh.de

Michael Mertens, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen
0211 20910132, pressenrw@gdp-nrw.de

Arne Fellermann, BUND-Verkehrsexperte
030 27586484, arne.fellermann@bund.net

Benjamin Stephan, Greenpeace Verkehrsexperte
0151 57208151, benjamin.stephan@greenpeace.org

Wulf Hoffmann, Verkehrsunfall-Opferhilfe VOD
0176 61634519, wulf.hoffmann@lvw-lsa.de

 

VCD-Pressestelle:

Almut Gaude, Pressesprecherin
030 280351-12, presse@vcd.org, www.vcd.org

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news-3420 Tue, 09 Apr 2019 09:57:05 +0200 Bessere Fußwege in der Stadt stärken den ÖPNV. VCD veröffentlicht zehn Maßnahmen für ein attraktives Fußwegenetz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bessere-fusswege-in-der-stadt-staerken-den-oepnv-vcd-veroeffentlicht-zehn-massnahmen-fuer-ein-attraktives/ Unsere Städte sind oft unzureichend für Fußgänger ausgelegt. Dabei spielt der Fußverkehr gerade für Fahrgäste des ÖPNV eine zentrale Rolle. Der VCD hat zehn Maßnahmen entwickelt, wie Kommunen das Zufußgehen zur nächsten Haltestelle attraktiver machen können. Berlin, 09. April 2019. Jede Fahrt mit dem Bus oder der Bahn beginnt zu Fuß auf dem Weg zur Haltestelle. Wie dieser Weg gestaltet ist, entscheidet mit darüber, ob der öffentliche Nahverkehr genutzt wird. In unseren Städten sind Fußwege jedoch häufig schlecht ausgebaut. Sie sind oft zu schmal, mehr Stolperfalle als bequemer Gehweg und schlecht beleuchtet. Dazu kommen zu kurze Grünphasen für Fußgänger und zu wenige Möglichkeiten, Straßen bequem und sicher zu überqueren. Um die Situation für Fußgänger zu verbessern und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, hat der ökologische Verkehrsclub VCD den „Leitfaden für den guten Weg zur Haltestelle veröffentlicht. Dieser enthält zehn einfache Maßnahmen, wie Kommunen das Fußwegenetz schnell aufwerten können.

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für öffentlichen Nahverkehr: „Spätestens seit dem Dieselskandal wissen Bund, Länder und Kommunen, dass der öffentliche Nahverkehr in den Städten massiv gefördert werden muss. Wir halten eine Verdopplung der ÖPNV-Fahrgäste bis zum Jahr 2030 für möglich und nötig, um unsere Klimaziele zu erreichen. Die Qualität des Fußwegs zu den Haltestellen entscheidet bereits darüber, ob die Menschen Bus und Bahn nutzen – oder schon vor ihrer Haustür in ein Auto steigen. Für saubere Luft in den Städten braucht es den Ausbau des ÖPNV und barrierefreie, sichere und direkte Wege zu den Haltestellen.“

In seinem Leitfaden fordert der VCD die Kommunen unter anderem auf, für eine Mindestbreite der Gehwege von 2,5 Metern zu sorgen. Bordsteinkanten an Querungen müssten abgesenkt, mehr Fußgängerüberwege und Mittelinseln gebaut sowie Wegweiser für Fußgänger aufgestellt werden. Um das Zufußgehen attraktiver zu machen, sollen die Städte zudem mehr Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum schaffen und Gehwege sowie Haltestellen ausreichend beleuchten und begrünen. Einwohner sollten von ihrer Haustür aus maximal 300 Meter zur nächsten Bus- und Straßenbahnhaltestelle gehen müssen.

Kosok: „In der Verkehrsplanung der Städte spielt der Fußverkehr bisher kaum eine Rolle. Besonders ältere Menschen leiden unter zu kurzen Grünphasen für Fußgänger und hindernisreichen Bürgersteigen. Wer im Rollstuhl sitzt oder mit dem Kinderwagen unterwegs ist, vermisst häufig abgesenkte Bordsteine oder verzweifelt an viel zu engen Gehwegen. Verbessern die Kommunen ihre Fußwege, verbessern sie auch die Lebensqualität ihrer Bewohner.“

Den „VCD-Leitfaden für den guten Weg zur Haltestelle“ finden Sie hier: www.vcd.org/zu-fuss-zur-haltestelle
Pressebilder finden Sie im Laufe des Vormittags unter: www.vcd.org/service/presse/bildmaterial/aktionsfotos

Pressekontakt:
Philipp Kosok, VCD-Sprecher für ÖPNV und Projektleiter »Zu Fuß zur Haltestelle«• Telefon 030/280351-36 • philipp.kosok@vcd.org
Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV

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news-3418 Wed, 03 Apr 2019 11:18:18 +0200 VCD gibt Startschuss für bundesweite Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-gibt-startschuss-fuer-bundesweite-jugendkampagne-fahrrad-fuers-klima-auf-tour/ Mehr Jugendliche aufs Rad! Ökologischer Verkehrsclub VCD ruft mit Schirmherrin Regine Günther, Berliner Umweltsenatorin, Schülerinnen und Schüler zum Fahrrad fahren auf. Bundesweite Kampagne heute in Berlin gestartet. VCD fordert Reform der Straßenverkehrsordnung, damit Kommunen das Schulumfeld fahrradfreundlich und sicher gestalten können. Berlin, 03.04.2019. Zum Beginn der Fahrradsaison ruft der ökologische Verkehrsclub VCD mit seiner Kampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ bundesweit Jugendliche dazu auf, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren und somit das Klima zu schützen. Unterstützt von Regine Günther, Berliner Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und Schirmherrin des Projekts in Berlin, startete der VCD die Kampagne heute mit Schülerinnen und Schülern der Evangelischen Schule Berlin Zentrum. Jugendliche in ganz Deutschland können ab sofort an der Aktion teilnehmen, ihre  mit dem Rad zurückgelegten Kilometer auf der Seite www.klima-tour.de sammeln und zum Ende des Projekts im September Preise gewinnen.

Stephanie Päßler, Leiterin VCD-Projekt „FahrRad!“: „Jugendliche, die mit dem Fahrrad zur Schule fahren, tun aktiv etwas für den Klimaschutz. Anstatt mit dem Elterntaxi Lärm zu verursachen, CO2 oder Stickoxide auszustoßen, lernen sie, klimafreundlich mobil zu sein. Wer schon in jungen Jahren mit dem Fahrrad unterwegs ist, nutzt es auch später häufiger auf seinen Alltagswegen. Damit ist langfristig viel gewonnen – für das Klima, die eigene Gesundheit und lebenswerte  Städte mit weniger Lärm, weniger Stress und besserer Luft.“

Damit Kinder und Jugendliche ihre Schulwege gut und sicher mit dem Rad zurücklegen können, müssen die Straßen und Radwege entsprechend gestaltet sein. Bislang sind die Städte jedoch nach wie vor zu sehr auf den Autoverkehr als auf die Mobilitätsbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet.  Aus diesem Grund fordert der VCD die Bundesregierung auf, die Straßenverkehrsverordnung zu reformieren. Die Verkehrsplanung muss so vereinfacht werden, dass Kommunen ein sicheres und fahrradfreundliches Umfeld an Schulen schaffen können.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Fahrradpolitik: „Die Hürden zur flächendeckenden Ausweisung von Tempo 30 und von Fahrradstraßen sind für Kommunen noch zu hoch. Hier muss die Bundesregierung dringend nachbessern, damit Jugendliche sicherer zur Schule radeln können. Auch braucht es für die Kommunen die Möglichkeit, auf einfachem Wege generelle Halte- und Parkverbote im direkten Schulumfeld einzurichten. So verringert sich das Verkehrschaos und die Unfallgefahr vor den Schulen.“

Mehr zur VCD-Aktion „FahrRad!“:
Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren können sich mit ihren Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien ab sofort und fortlaufend bis Ende August unter www.klima-tour.de anmelden. Jeder erradelte Kilometer kann auf dem Online-Portal eingetragen werden. Das bringt die teilnehmenden Gruppen gleichzeitig auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. An 18 Stationen auf der Online-Tour werden Fahrrad- und Klimathemen jugendgerecht präsentiert. Außerdem gibt es Mitmachaktionen und Quizfragen. Für die Kombination aus richtigen Antworten und gesammelten Fahrradkilometern können als Hauptgewinn bis zu 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und weiteres Equipment für kommende Radausflüge gewonnen werden. Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter finden auf der Webseite Unterrichtsmaterialien und Aktionsideen aus den Bereichen Fahrrad, Klimaschutz und Mobilitätsbildung. Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation mit der »AKTIONfahrRAD« (www.aktionfahrrad.de). 

Pressebilder finden Sie im Laufe des Nachmittags unter: www.vcd.org/service/presse/bildmaterial/aktionsfotos

Pressekontakt:
Stephanie Päßler, Projektleiterin »FahrRad! Fürs Klima auf Tour« • Tel 030/280351-403 • stephanie.paessler@vcd.org bzw.
Almut Gaude • VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3412 Thu, 28 Mar 2019 13:46:27 +0100 VCD zur Bahnbilanz: Minister Scheuer muss jährliche Investitionen ins Schienennetz verdoppeln http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-zur-bahnbilanz-minister-scheuer-muss-jaehrliche-investitionen-ins-schienennetz-verdoppeln/ Berlin. Die Deutsche Bahn hat heute ihre Jahresbilanz für 2018 veröffentlicht. Danach nutzten im vergangenen Jahr rund 148 Millionen Fahrgäste die Fernverkehrszüge der DB. Das sind 5,7 Millionen mehr als 2017. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr im Jahr 2018 lag bei nur 74,9 Prozent. Das operative Ergebnis des Staatskonzerns ging 2018 auf 2,11 Milliarden Euro zurück nach 2,15 Milliarden Euro im Jahr davor. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert dies wie folgt: Philipp Kosok, VCD-Sprecher für Bahnpolitik: „Hochverschuldet und anhaltend unpünktlich. Die Bilanz der Bahn kann weder Fahrgäste noch die Bundesregierung zufrieden stellen. Der Verkauf der Konzerntochter Arriva kann nur kurzfristig den Druck vom Kessel nehmen. Solange Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer weiterhin auf Straße vor Schiene setzt, wird die Deutsche Bahn nie in Fahrt kommen. Bahnchef Lutz hat heute indirekt eingestanden, dass es unter den geltenden Rahmenbedingungen keine Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 geben wird. Eine wachsende, pünktliche und wirtschaftlich gesunde DB braucht dauerhaft die Rückendeckung der Politik. Um eine deutlich höhere Pünktlichkeit und deutlich mehr Fahrgäste zu erreichen, muss der Bund seine jährlichen Investitionen in den Ausbau des Schienennetzes schnellstmöglich verdoppeln. Die Wettbewerbssituation der Schiene lässt sich auch verbessern, wenn die Regierung endlich auf die milliardenschweren, klimaschädlichen Subventionen für den Straßen- und Flugverkehr verzichtet.“

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Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

 

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news-3409 Thu, 21 Mar 2019 08:47:35 +0100 Klimakrise stoppen – Verkehrswende jetzt! Bündnis fordert Einhaltung der Klimaziele im Verkehr http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/klimakrise-stoppen-verkehrswende-jetzt-buendnis-fordert-einhaltung-der-klimaziele-im-verkehr/ Berlin, 21. 3. 2019 - Verkehrsminister überrollt in Geländewagen die Erde – so stellt ein großes Klima-Bündnis seine Unzufriedenheit mit der Verkehrspolitik von Minister Andreas Scheuer (CSU) dar. Heute soll die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission ein Maßnahmenpaket für Klimaschutz im Verkehr vorlegen. „Klimakrise stoppen – Verkehrswende jetzt!”, fordern die Demonstrierenden auf einem Banner. Gemeinsame Pressemitteilung von ökologischem Verkehrsclub VCD, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Changing Cities, Greenpeace, Klima-Allianz Deutschland und NaturFreunde Deutschland

„Minister Scheuer darf den Klimaschutz im Verkehr nicht länger blockieren”, sagt Marion Tiemann, Verkehrsexpertin von Greenpeace. „Seit 1990 ist der CO2-Ausstoß im Verkehr nicht gesunken, sondern sogar noch gestiegen. Wenn Scheuer das Klimaziel im Verkehr nicht erreicht, drohen Milliarden an Strafzahlungen. Statt dieses Geld zum Fenster rauszuwerfen, sollte es besser in die Verkehrswende investiert werden.”

Die von Scheuer eingesetzte Kommission soll Maßnahmen erarbeiten, mit denen der Verkehr seinen Rückstand im Klimaschutz aufholen kann. Ohne wirksame und verbindliche Schritte wird der Sektor sein Klimaziel für das Jahr 2030 deutlich verfehlen. Laut Projektionsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2017 beträgt die Klimalücke im Verkehr mehr als 50 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht in etwa den jährlichen CO2-Emissionen Schwedens.

Das Bündnis aus BUND, Campact, Changing Cities, Deutscher Umwelthilfe, Greenpeace, der Klima-Allianz Deutschland, Naturfreunde Deutschland sowie dem ökologischen Verkehrsclub VCD fordert insbesondere in Städten eine klare Fokussierung auf Bus und Bahn sowie den Rad- und Fußverkehr. „Moderne Verkehrspolitik sorgt dafür, dass vor allem in Städten immer weniger Menschen vom eigenen Auto abhängig sind”, so Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. “Die überfällige Verkehrswende weg vom Privat-Pkw hin zu attraktivem öffentlichem Verkehr und einem dichten Netz aus sicheren Radwegen darf nicht länger aufgeschoben werden. Minister Scheuer muss jetzt liefern.”

Klares Ziel des Bündnisses ist eine Verkehrswende hin zu klimaneutraler Mobilität. „Wir müssen uns so bald wie möglich vom Verbrennungsmotor verabschieden. Nur den Antrieb zu wechseln, reicht allein aber nicht aus. Gefragt sind weniger und vor allem effiziente und gemeinsam genutzte Fahrzeuge, es müssen mehr Güter auf der Schiene transportiert werden. Die Maßnahmen dafür müssen von der Verkehrskommission jetzt angestoßen werden”, kommentiert Dorothee Saar, Leiterin des Bereiches Verkehr und Luftreinhaltung bei der Deutschen Umwelthilfe.

„Die Klimabilanz durch den Einsatz umwelt- und sozialschädlicher Agrokraftstoffe schönzurechnen, ist der Versuch, Teufel mit Beelzebub auszutreiben“, fügt der stellvertretende BUND-Vorsitzende Ernst-Christoph Stolper hinzu. „Wir brauchen mehr öffentlichen Verkehr, mehr Platz für Fahrrad und Fußgänger sowie kleine Elektromobile, aber keine SUVs, die Treibstoffe aus Palmöl und Gensoja verbrennen.“

Die Bundesregierung hat zugesagt, in diesem Jahr ein Klimaschutzgesetz zu beschließen, das verbindliche Maßnahmen aus Bereichen wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft bündelt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte vor wenigen Wochen einen Entwurf hierfür vorgelegt. Das Gesetz soll sicherstellen, dass Deutschland seine Zusage einhält, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Das Ziel für das Jahr 2020 - ein Minus von 40 Prozent CO2 - wird die Bundesregierung nach aktuellem Stand sehr deutlich um ein knappes Viertel verfehlen. Das Klimaschutzgesetz muss entsprechend auch wirksame Reduktionsmaßnahmen für den Verkehr enthalten.

Fotos von der Aktion finden Sie ab ca. 12 Uhr hier: https://campact.org/Verkehrskommission_Aktion

Kontakte:

BUND: Sigrid Wolff, E-Mail: presse@bund.net, Tel. 030-2758 6425

Campact: Svenja Koch, presse@campact.de, Tel. 04231-957 590

Changing Cities: ragnhild.soerensen@changing-cities.org, Tel. 0171-535 7734

Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH): Dorothee Saar, saar@duh.de, Tel. 0151-1622 5862

Greenpeace: Gregor Kessler, gregor.kessler@greenpeace.de, Tel. 0151-7270 2918

Klima-Allianz Deutschland: Julia Dittmann, presse@klima-allianz.de, Tel. 0175-571 7835

NaturFreunde Deutschlands: Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, Tel. 0176-6201 5902

Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD): Lisa Feitsch, presse@vcd.org, Tel. 030-2803 5118

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news-3408 Wed, 20 Mar 2019 14:45:38 +0100 Bahnverbände sehen Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2020 skeptisch: „So erreicht man die Klimaziele im Verkehrssektor nicht“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bahnverbaende-sehen-eckwertebeschluss-zum-bundeshaushalt-2020-skeptisch-so-erreicht-man-die-klimazi/ Die Bahnverbände zeigen sich enttäuscht angesichts der Haushaltsansätze, die sich im heutigen Eckwertebeschluss zu allen Zukunftsthemen des Bahnverkehrs finden. Die Verpflichtung der Bundesrepublik, ihre Treibhausgasemissionen im Verkehr bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken, sei so nicht zu erfüllen. Die Politik müsse für die zahlreichen Infrastrukturprojekte im Eisenbahnsektor jetzt die entscheidenden Umschichtungen im Haushalt vornehmen – nicht irgendwann. Gemeinsame Pressemitteilung von Allianz pro Schiene – BAG-SPNV – mofair – NEE – VDB – VDV – VCD – VPI

Berlin, 20. März 2019

„Statt der bisherigen gut fünfeinhalb Mrd. Euro pro Jahr brauchen wir absehbar das Doppelte an jährlichen Mitteln für klimaneutrale Mobilität auf der Schiene. Der Investitionshochlauf für die Schiene muss jetzt beginnen. Was wir feststellen, ist aber das Gegenteil: Die Mittel sollen gegenüber dem, was bereits vereinbart war, wieder zurückgehen,“ kritisieren die Verbände. „Das neue Klimakabinett hat nun die Chance, eine erste wegweisende Entscheidung zu treffen, indem es das erforderliche Investitionsgesamtpaket in Angriff nimmt und die Planungen für 2019 und die Folgejahre entsprechend korrigiert.“

Der Eckwertebeschluss bleibe bei entscheidenden Fragen Antworten schuldig. Die Einführung des Deutschland-Takts, ein Bundesverkehrswegeplan, dessen Schienenvorhaben auch gebaut werden können, die Digitalisierung von Signal- und Stellwerkstechnik, Kapazitätsausbau, weitere Streckenelektrifizierung, 1000 Bahnhöfe-Programm oder eine Schienenverkehrsforschung und Innovationsförderung, die den Namen verdient – das alles soll und muss gemacht werden, um die Zahl der Fahrgäste und der die Güterverkehrsleistung bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln und den Schienengüterverkehr zu stärken. Alles Ziele aus dem Koalitionsvertrag, die die acht Bahnverbände sehr begrüßt haben. Noch im Herbst lobten sie eine „neue Ernsthaftigkeit“, weil Versprechungen – anders als früher – in dieser Legislaturperiode unter Einbindung der Branche konzeptionell unterlegt worden waren.

Natürlich muss auch die Erneuerung der bestehenden Infrastruktur mit kundenfreundlich konzipierten Baustellenplanungen auf hohem Niveau fortgeführt werden. Hier findet sich die einzige, mit einer „Vorsorge-Milliarde“ angedeutete Anpassungsbereitschaft der Regierung. Die Steigerung reiche aber weder zur Kompensation steigender Baupreise noch zum kundenfreundlicheren Bauen mit weniger Vollsperrungen.

Statt der nach Berechnung der Bahnverbände notwendigen zweistelligen Milliardenbetrags pro Jahr für Schieneninvestitionen und Investitionsförderung sehen die aktuellen Planungen nur einen Aufwuchs auf weniger als sieben Milliarden Euro vor, während die Mittel für den Straßenbau allein bei den Bundesfernstraßen auf mehr als 8 Milliarden Euro angehoben werden sollen. Wie da mehr Verkehr auf die Schiene kommen soll, bleibe das Geheimnis der Bundesregierung.

Die Bahnverbände fordern die Bundesregierung deshalb auf, bis zum Kabinettsbeschluss des Haushalts im Juni deutliche Umschichtungen zugunsten der Schiene vorzunehmen.

 

Was würde alles nicht kommen, wenn die Planungen so blieben?

Umsetzung der Schienenprojekte aus dem BVWP (nötig: mittelfristig 3 Mrd. Euro p.a., derzeit geplant: 1,6 Mrd. Euro p.a.). Schon die bisher im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Projekte waren – entgegen den Beteuerungen der Bundesregierung – nicht durchfinanziert. Die neu hinzukommenden Projekte, die aus dem bisherigen „potenziellen“ in den vordringlichen Bedarf hochgestuft worden sind, hängen allesamt in der Luft. Künftige Baukostensteigerungen sind nicht berücksichtigt.

Zusätzliche Projekte für den Deutschland-Takt/Elektrifizierung: Ebenso wenig sind Mittel für zusätzliche, oft kleinere Infrastrukturvorhaben vorgesehen, die sich aus den weiteren Unter-suchungen zum Deutschland-Takt noch ergeben werden. Nötig wäre in der Mittelfristplanung ein guter dreistelliger Millionenbetrag. Auch für weitere Streckenelektrifizierung findet sich kein gesonderter Ansatz. Die Mittel aus der GVFG-Steigerung dürften vor allem in dringende Projekte des kommunalen ÖPNV gehen.

ETCS/digitale Stellwerke: Der Ansatz im Eckwertebeschluss liegt zunächst sogar unter dem, was Deutschland aus europarechtlichen Verpflichtungen ohnehin tun muss (v.a. Ausrüstung der TEN-Korridore). Nötig wären perspektivisch 1,5 Mrd. Euro p.a. Mit dem jetzigen Ansatz misslingt nicht nur der Einstieg in die digitale Schiene; Deutschland steht weiter in der Gefahr, sich das nächste EU-Vertragsverletzungsverfahren einzuhandeln. Möglichkeiten für eine Kapazitätserweiterung von bis zu 20 % bleiben ungenutzt; auf den TEN-Strecken müssten auf Dauer dann zwei Leit- und Sicherungssysteme gleichzeitig unterhalten werden – wirtschaftliches Handeln sieht anders aus. Stuttgart 21 würde mit alter Sicherungstechnik ausgerüstet werden – eine absurde Vorstellung.

Darüber hinaus muss nicht nur die Infrastruktur, sondern müssen auch die Fahrzeuge für ETCS ertüchtigt werden. Ohne Fahrzeugumrüstung gäbe es zwar einige ETCS-fähige Strecken mehr – aber keine Züge, die darauf fahren können.

Alternative Antriebe: Ohne zusätzliches Geld ist eine weitere Dekarbonisierung auf der Schiene nur extrem schleppend möglich. Bisher gibt es ein Förderprogramm, aus dem in den kommenden Jahren etwa 44 Fahrzeuge pro Jahr gefördert werden könnten. Bei einem Bedarf von ca. 3.000 Fahrzeugen im Schienengüter- und -personenverkehr würden bis 2030 gerade einmal 17 % des heutigen Dieselfuhrparks auf alternative Antriebe auf- oder umgerüstet.

Zukunftsinvestitionen in Innovationen: Schieneninnovationen erhöhen Effizienz, Sicherheit, Klimaschutz und Kundenkomfort – jedoch nur, wenn sie es auch aufs Gleis schaffen. Die Bundesregierung muss Anreize setzen für nachhaltige Schienentechnologien wie alternative Antriebe.

Mittel für die Schienenverkehrsforschung und Förderprogramm für den Schienengüterverkehr: Zwar wurde zwischenzeitlich ein Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung geschaffen. Ohne eine adäquate Ausstattung kann es aber weder Forschungsprojekte anstoßen, noch ist eine sinnvolle Förderung von Innovationen im Schienenbereich möglich. Deshalb muss nun mit Ernsthaftigkeit ein Schienenforschungsprogramm auf den Weg gebracht werden – mit einer konkreten Agenda und vor allem einer ausreichenden Finanzierung. Für den Start des schon 2017 vom Verkehrsministerium als notwendig erachteten „Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr“ wären ab 2020 jährlich 100 Mio. Euro notwendig.


Pressekontakte:

Allianz pro Schiene:
Markus Sievers, markus.sievers@allianz-pro-schiene.de, 030 2462599-20

BAG-SPNV:
Renate Bader, bader@bag-spnv.de, (0)152 51 07 08 68

mofair:
Dr. Matthias Stoffregen, matthias.stoffregen@mofair.de, 0160 96 90 61 43

NEE:
Peter Westenberger, westenberger@netzwerk-bahnen.de, 0170 485 486 4

VCD:
Lisa Feitsch, lisa.feitsch@vcd.org, 030 280351-18

VDB:
Pauline Maître, maitre@bahnindustrie.info, 030 206289 60

VDV:
Lars Wagner, wagner@vdv.de, 030 39993214

VPI:
Kerstin Domscheit, presse@vpihamburg.de, 040 41912670

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news-3407 Wed, 20 Mar 2019 12:24:00 +0100 Zu heute eingesetztem Klimakabinett: „Scheuer fährt Klimaschutz im Verkehr an die Wand. Jetzt soll es Schulze in neuem Klimakabinett richten.“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zu-heute-eingesetztem-klimakabinett-scheuer-faehrt-klimaschutz-im-verkehr-an-die-wand-jetzt-soll-e/ Berlin, 20.03.2019. Die Bundesregierung setzt heute das Klimakabinett ein. Unter Leitung von Umweltministerin Svenja Schulze soll das Gremium erarbeiten, mit welchen konkreten Gesetzen und Maßnahmen Deutschland seine Ziele beim Klimaschutz einhalten kann. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert die Einsetzung des Klimakabinetts wie folgt: Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte: „Das bisherige Versagen von Verkehrsminister Scheuer ist Hauptursache für die Gründung des Klimakabinetts. Deshalb ist es richtig, Umwelministerin Svenja Schulze mit der Leitung zu betrauen. Die Bundesregierung muss jetzt beim Klimaschutz handeln anstatt nur die Verantwortlichkeiten zu verlagern. Auch der Verkehrsminister muss sich den Klimazielen unterordnen. Er darf seine selbst eingesetzte Kommission zum Klimaschutz im Verkehr, die Nationale Plattform Mobilität (NPM) nicht weiter blockieren, um notwendige Maßnahmen zu verwässern oder zu verhindern.

Damit der Verkehr seine Klimaziele erreicht, brauchen wir ein Klimaschutzgesetz mit konkreten Maßnahmen. Es führt kein Weg an der Bepreisung des Treibhausgases CO2, dem massiven Ausbau des Schienenverkehrs und Tempolimits vorbei. Bisher plant der Verkehrsminister die Klimaziele durch Digitalisierung, den Einsatz höchst umstrittenen Biosprits und nicht verfügbarer aber teurer strombasierter Kraftstoffe zu erreichen. Ohne eine wirkliche Verkehrswende bleibt das eine unzureichende Luftnummer.“

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. Lisa Feitsch, VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3405 Thu, 14 Mar 2019 13:25:00 +0100 Bundestag beschließt Gesetz gegen den Gesundheitsschutz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bundestag-beschliesst-gesetz-gegen-den-gesundheitsschutz/ Fahrverbotsverhinderungs-Gesetz statt Nachrüstung, aber Grenzwert bleibt Grenzwert. GroKo wertet offenbar Interessen der betrügerischen Autoindustrie höher als Gesundheit der Menschen. VCD fordert stattdessen endlich Einstieg in die Verkehrswende. Berlin, 11. März 2019. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die Gesetzentwürfe, die heute mit den Stimmen der Großen Koalition im Bundestag beschlossen werden, scharf. Hinter den neutralen Bezeichnungen der Gesetze verbergen sich skandalöse Versuche, die durch betrügerisches Verhalten der Autoindustrie verursachte Luftverschmutzung unter den Teppich zu kehren.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher:„Die Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein Fahrverbotsverhinderungs-Gesetz. Die Verordnung greift den Grenzwert für Stickstoffdioxid an, der seit 2010EU-weit gilt. Statt die Bürger vor hohen Immissionen zu schützen, werden einfach Fahrverbote für unverhältnismäßig erklärt, wenn der Grenzwert „nur“ um bis zu ein Viertel überschritten wird.“ Der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter, die Bundesregierung will die Schwelle für Fahrverbote nun auf 50 Mikrogramm erhöhen. Fahrverbote sind die letzte Notmaßnahme, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Sie sind nötig, weil die Bundesregierung und die Städte viele Jahre nichts getan haben und die Autoindustrie in betrügerischer Absicht Dreckschleudern auf die Straße brachte. „Mit der Gesetzesänderung unterstützt die Bundesregierung den Tiefschlaf einiger Städte und übt Druck auf Gerichte aus. Aber die EU hat schon klar gestellt: Grenzwert bleibt Grenzwert. Der Versuch, den Wert aufzuweichen, grenzt an Rechtsbeugung. Der VCD geht davon aus, dass unabhängige Gerichte weiterhin Recht sprechen und Fahrverbote als letztes Mittel verordnen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen, den EU-Grenzwert einzuhalten“, so Lottsiepen.

Parallel dazu wird das Straßenverkehrsgesetz geändert. Das hat vor allem das Ziel, die Blaue Plakette zu verhindern und die automatisierte Kennzeichenerfassung zu ermöglichen. Damit werden die Kontrollen von Fahrverboten, die von Gerichten verhängt wurden, derart kompliziert und teuer, dass sie ausbleiben. Lottsiepen: „Das ist ein Kontrollverhinderungsgesetz. Eine infame Doppelstrategie der Bundesregierung soll Fahrverbote verhindern. Stattdessen sollte die Bundesregierung endlich die Hardwarenachrüstung für alle geeigneten Dieselfahrzeuge durchsetzen. Selbstverständlich muss die Nachrüstung von der Autoindustrie finanziert werden. Um Fahrverbote überflüssig zu machen, sollten die Bundesregierung und die betroffenen Städte in die Verkehrswende einsteigen. Ein positives Beispiel hier ist Wiesbaden. Dort wurde in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen in einem Verfahren mit DUH und VCD ein ambitionierter Luftreinhalteplan vorgelegt, der Fahrverbote überflüssig macht.

Pressekontakt:
Anne Fröhlich, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-59 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3385 Mon, 11 Mar 2019 11:24:39 +0100 Ein Jahr Große Koalition: VCD fordert „Ende von Scheuers Bremspolitik“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/ein-jahr-grosse-koalition-vcd-fordert-ende-von-scheuers-bremspolitik/ CDU, CSU und SPD wieder ein Jahr im Amt: Verkehrs- und Klimapolitik stehen still. Verkehrsminister Scheuer bremst Verkehrswende. SPD lässt keinen klaren Klimakurs erkennen. Berlin, 11. März 2019. Der ökologischen Verkehrsclub VCD zieht eine ernüchternde Bilanz der Klima- und Verkehrspolitik der Großen Koalition. Vor einem Jahr startete die Wiederauflage der Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD. Sowohl bei der Luftreinhaltung als auch beim Klimaschutz steht die Bundesregierung seit einem Jahr auf der Bremse. Fortschritte für mehr Verkehrssicherheit sind ebenfalls nicht zu sehen.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Das Ergebnis der Verkehrs- und Klimapolitik nach einem Jahr Große Koalition ist ernüchternd. Den Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag folgten nur wenige Taten. Die versprochene Offensive für die Bahn lässt auf sich warten und dreckige Diesel belasten weiterhin die Luft in zahlreichen Städten. Klimapolitisch hinkt der Verkehr den Zielen meilenweit hinterher. Minister Scheuer bremst die Verkehrswende aus. Doch die ist überfällig, sonst ersticken unsere Städte in Abgasen, Lärm und Staus. Und Deutschland verfehlt krachend seine Klimaziele für 2030.“

Es scheint, als blockiere Scheuer bewusst den Koalitionsvertrag. Die im Herbst 2017 von der Bundesregierung ins Leben gerufene Nationale Plattform „Zukunft der Mobilität“ sollte der Bundesregierung bis Ende 2018 konkrete Handlungsempfehlungen liefern. Damit sollten die im Klimaschutzplan verankerten Ziele für den Verkehr in 2030 erreicht werden. Doch Verkehrsminister Scheuer fiel seiner selbst eingesetzten Expertenkommission in den Rücken. Aus seiner Geringschätzung für deren Arbeit machte er keinen Hehl. Er kritisierte erste Vorschläge zum Tempolimit auf Autobahnen und zur Erhöhung der Steuern auf Benzin und Diesel. Nun fordert er, dass der Abschlussbericht keine kritischen Maßnahmen enthalten soll. Der VCD befürchtet, dass solche weichgespülten Empfehlungen kaum Wirkung für die benötigte CO2-Minderung im Verkehr haben. Auf europäischer Ebene blockierte Deutschland weiterhin als eines der wenigen Länder ambitionierte CO2-Grenzwerte für Pkw und Lkw und damit den notwendigen Klimaschutz.

Die Argumente des Verkehrsministers sind auf Stammtischniveau angekommen. Obwohl ein Tempolimit auf Autobahnen sowohl zum Klimaschutz als auch zur Verkehrssicherheit beitragen würde – mehr als einhundert Tote und 5000 Verletzte könnten damit jährlich vermieden werden – bezeichnete Scheuer eine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen als „gegen jeden Menschenverstand“. Damit verhöhnt Scheuer den Koalitionsvertrag, denn dort ist die „Vision Zero“, das Ziel „Null Verkehrstote“ festgehalten.

Ohne Zögern machte sich der Minister auch die ihm willkommene Position der 107 Lungenärzte zu Eigen und stimmte damit in die Falschbehauptung mit ein, Luftschadstoffe seien nahezu unbedenklich für die menschliche Gesundheit. Obwohl der Stand der Forschung eindeutig ist, forderte Scheuer Brüssel sogar dazu auf, die Grenzwerte für Stickstoffdioxid zu überprüfen. Statt den Gesundheitsschutz der Bevölkerung an erste Stelle zu stellen, geht es dem Verkehrsminister einzig darum, Fahrverbote von schmutzigen Diesel-Pkw zu verhindern.

Im Koalitionsvertrag wurde angekündigt, die Straßenverkehrsordnung zu überprüfen, um den Radverkehr zu fördern. Aktuell arbeitet eine Expertenkommission an einem Entwurf, konkrete Empfehlungen stehen jedoch noch aus. Ebenfalls vereinbart wurde das Ziel, die Fahrgastzahlen bei der Bahn zu verdoppeln. Dennoch erhöhte die Bundesregierung ihre Investitionen in den Bau von Autobahnen und Bundestraßen beträchtlich gegenüber denen für die Schiene.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Nach einem Jahr GroKo bleibt die Frage: Wohin scheuert der Verkehr? Weder liefert Minister Scheuer mit seinem Ressort einen Beitrag zum Klimaschutz noch lässt die SPD einen klaren Klimakurs erkennen. Bisher kamen zwar einige vernünftige Vorschläge von Umweltministerin Schulze, die wurden von Scheuer und Wirtschaftsminister Altmaier jedoch abgebügelt und von Vizekanzler Scholz kaum unterstützt. In ihrer letzten Amtsperiode muss Kanzlerin Merkel den Gesundheits- und Klimaschutz zur Chefsache erklären. Die Bundesregierung muss sich spätestens jetzt auf den Koalitionsvertrag besinnen anstatt weiter ziellos zwischen den Ressorts herumzueiern. Für das Klima und die Gesundheit der Menschen braucht es ein Ende von Scheuers Bremspolitik.“

Die sechs Kernforderungen des VCD für die Verkehrswende finden Sie hier: www.vcd.org/themen/vcd-kernforderungen-fuer-die-verkehrswende 

Pressekontakt:
Lisa Feitsch, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3373 Mon, 25 Feb 2019 12:28:30 +0100 Bund muss Schieneninvestitionen jetzt erhöhen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bund-muss-schieneninvestitionen-jetzt-erhoehen/ Verkehrsverbände fordern gemeinsam mehr Geld und mehr Transparenz Gemeinsame Pressemitteilung der drei Verkehrsverbände Allianz pro Schiene, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und der ökologische Verkehrsclub VCD

Berlin, den 25. Februar 2019. Kurz vor wegweisenden Entscheidungen über die staatliche Finanzierung der Schieneninfrastruktur haben die drei Verkehrsverbände Allianz pro Schiene, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und der ökologische Verkehrsclub VCD gemeinsam die Bundesregierung sowohl zu mehr Investitionen in die Netze als auch zu einer offenen und ehrlichen Debatte über den tatsächlichen Bedarf aufgefordert. „Durch den enormen Investitionsrückstand ist das Schienennetz völlig veraltetet. Jetzt muss die Politik die Investitionsmittel deutlich aufstocken, damit die Infrastruktur endlich verjüngt werden kann“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner. „Dies ist der entscheidende Hebel, um die Störanfälligkeit im System Schiene zu reduzieren.“

Derzeit laufen die Gespräche über den staatlichen Beitrag zu Ersatzinvestitionen in das Schienennetz in den nächsten fünf Jahren, also über die so genannte „Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung“ (LuFV) zwischen Bund und Deutscher Bahn. Mit einer Einigung wird in Kürze gerechnet.

Allianz pro Schiene kritisiert „Verhandlungen in Hinterzimmern“

In diesem Zusammenhang forderte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, mehr Transparenz ein. „Die Verhandlungen sind viel zu wichtig, um in Hinterzimmern und ohne öffentliche Beteiligung und Kontrolle geführt zu werden“, so Flege. „Die Steuerzahler haben einen Anspruch auf ehrliche Informationen und eine offene Debatte darüber, was mit ihren Milliarden im Schienensektor geschieht.“ Insbesondere beklagte Flege, dass Gutachten zum Investitionsbedarf unter Verschluss gehalten würden. Grundsätzlich sei es richtig, die Investitionen in den Erhalt des Schienennetzes über die LuFV und damit über Qualitätskriterien und wirtschaftliche Kennzahlen zu steuern, sagte Flege. Das Instrument müsse aber weiter verbessert werden. Auch müsse über die unter anderem vom Bundesrechnungshof monierten Fehlanreize debattiert werden.

„Es ist dringend nötig, den Schienenverkehr auszubauen und attraktiver zu gestalten“, betonte Matthias Kurzeck, Mitglied im Bundesvorstand vom ökologischen Verkehrsclub VCD. „Mehr Schiene ist das beste Mittel, um im Verkehrssektor die Klimaziele zu erreichen. Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit dem Klimaschutz, muss sie jetzt die finanziellen Weichen für den Erhalt des Schienennetzes und für mehr Schienenverkehr stellen.“ 

Pressekontakt:
Markus Sievers • Pressesprecher Allianz pro Schiene • Telefon 030/246 25 99 - 20 bzw. 0162/2115364 • markus.sievers@allianz-pro-schiene.dewww.allianz-pro-schiene.de 

Almut Gaude • VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org

Die Allianz pro Schiene ist ein breites Bündnis von Unternehmen und Umweltverbänden, Gewerkschaften, Hochschulen und Verbraucherorganisationen mit dem gemeinsamen Interesse an einer Stärkung des Schienenverkehrs. In Deutschlands unkonventionellstem Verkehrsbündnis arbeiten 23 Non-Profit-Verbände und über 150 Unternehmen aus der gesamten Eisenbahnbranche mit insgesamt 30 Milliarden Umsatz im Schienenverkehr dauerhaft zusammen.

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news-3372 Thu, 21 Feb 2019 12:04:21 +0100 Fünf Eckpunkte für ein ökologisch sinnvolles Ridesharing-Angebot: VCD zur Reform des Personenbeförderungsgesetzes http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/fuenf-eckpunkte-fuer-ein-oekologisch-sinnvolles-ridesharing-angebot-vcd-zur-reform-des-personenbefoerderungsgesetzes/ On-Demand-Ridesharing ist nur als Teil des ÖPNV eine Chance. Liberalisierung mit Augenmaß ist gefragt. Berlin, 21.2.2019. Das Gesetz zur Personenbeförderung ist nicht mehr zeitgemäß. Neue Angebote wie On-Demand-Ridesharing – also ein Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) auf Bestellung – werden darin kaum behandelt. Die Modernisierung des Personenbeförderungsgesetzes, die die Bundesregierung nun angeht, ist aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD überfällig. Eine uneingeschränkte Marktöffnung für Sharing-Dienste ist aber weder notwendig noch hilfreich. Es braucht eine Liberalisierung mit Augenmaß, bei der die Kommunen die Planungshoheit über das Angebot der Ridesharing-Dienste besitzen.

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für öffentliche Verkehrsmittel: „On-Demand-Ridesharing-Dienste dürfen keine Konkurrenz zum ÖPNV werden, sondern müssen Teil davon sein. Es hat sich in Deutschland bewährt, dass die Kommunen den ÖPNV planen. Sie haben den politischen Auftrag, für eine ausreichende Mobilität der Menschen zu sorgen, auch da, wo ein eigenwirtschaftlicher Betrieb nicht möglich ist. Mit dem Nahverkehrsplan entscheiden sie heute bereits in welchem Stadtteil wie viel Busse abfahren und wie häufig eine Straßenbahnlinie auch am Sonntag noch fahren muss. Künftig müssen Kommunen auch entscheiden dürfen, wo und wann Ridesharing-Dienste angeboten werden.“

Der VCD fordert die Bundesregierung auf, folgende fünf Eckpunkte in die Neufassung des Personenbeförderungsgesetzes aufzunehmen:

  1. Die Aufgabenträger des ÖPNV müssen die Leistungen, die mit On-Demand-Ridesharing erbracht werden sollen, beschreiben und vergeben. Sie sind es, die Bedienungsstandards im Nahverkehrsplan definieren und für eine fahrgastfreundliche Abstimmung mit dem bestehenden Bus- und Bahnangebot sorgen.
  2. Das Bedienungsgebiet der Sharing-Anbieter sollte beschränkt sein auf die durch den ÖPNV unzureichend bedienten Gebiete.
  3. Ridesharing-Dienste dürfen ausschließlich Pooling-Fahrten  anbieten – also Fahrten, bei denen mehrere Personen von unterschiedlichen Orten mitgenommen werden. Nur so kann eine möglichst kostengünstige und ökologisch nachhaltige Nutzung der Fahrzeuge gewährleistet werden.
  4. Ridesharing muss in den Tarif und in die Fahrgastinformation des ÖPNV integriert werden.
  5. Sozialdumping muss ausgeschlossen werden. Die Anforderungen an das Fahrpersonal müssen analog zum Taxi gestaltet werden.

Der VCD sieht großes Potential in den On-Demand-Diensten. Die Chance besteht darin, den bestehenden ÖPNV zu erweitern und den privaten Pkw-Verkehr zu verringern. Für Menschen außerhalb der Städte stellt der bestehende Nahverkehr bis heute oft keine ernsthafte Alternative zum eigenen Auto dar. On-Demand-Ridesharing könnte das Angebot zukünftig ergänzen und attraktiver machen. Linienbusse könnten zum Beispiel wichtige und stark frequentierte Hauptlinien in einem Landkreis bedienen, während Kleinbusse als Ridesharing-Dienst Lücken im Angebot schließen. Ridesharing kann als Zubringer zu diesen Hauptlinien, als Zubringer zu Bahnstationen oder auch mit einer Tür-zu-Tür-Bedienung funktionieren. In den Innenstädten von Metropolen ist der Bedarf jedoch gering. Dafür ist hier die Gefahr hoch, dass die Menschen vom ÖPNV auf die Sharing-Dienste umsteigen und so der Autoverkehr wächst, warnt der VCD.

Mehr Informationen

Weitere VCD-Informationen zum On-Demand-Ridesharing finden Sie hier: www.vcd.org/themen/oeffentlicher-personennahverkehr/modern-digital/

Eine VCD-Position zum On-Demand-Ridesharing finden Sie hier: www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/OEffentlicher_Personennahverkehr/modern_und_digital/Position_On-Demand-Ridesharing.pdf

Pressekontakt:
Almut Gaude • VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3371 Thu, 14 Feb 2019 11:24:09 +0100 Politik und Branche einig: Die Schiene braucht mehr Innovationsförderung – jetzt! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/politik-und-branche-einig-die-schiene-braucht-mehr-innovationsfoerderung-jetzt/ Allianz pro Schiene e.V.·Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV e.V. (BAG-SPNV) mofair e.V.·Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V. (NEE) · Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. · Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV)·Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) Verband der Güterwagenhalter in Deutschland e.V. – VPI Berlin: Die klimafreundliche Mobilität der Zukunft braucht einen starken Schienenverkehr. Darüber waren sich am gestrigen Abend die Vertreter aus Politik, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Bahnbranche beim parlamentarischen Abend der acht Bahnverbände in Berlin einig. Innovationen sind der Schlüssel für eine attraktive, wettbewerbsfähige Schiene. Doch gerade hier mangele es bislang an finanziell unterlegten Initiativen des Bundes, so die Kritik der Bahnverbände.

Das im Koalitionsvertrag festgehaltene eigenständige Schienenforschungsprogramm, wurde im Bundeshaushaltsplan 2019 nur spärlich finanziell hinterlegt. Nicht einen Cent erhielt das 2018 als Sofortmaßnahme angekündigte Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr. Das müsse sich ändern, so die Bahnverbände. Dem stimmte auch Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatsekretär im BMVI und Bahn-Beauftragter der Bunderegierung, zu. Ferlemann kündigte nun für 2020 an: „Das BMVI beabsichtigt, wie im Masterplan Schienengüterverkehr vereinbart, 500 Millionen Euro für die Haushaltspläne 2020 und die Folgejahre für den Schienengüterverkehr einzustellen.“

Ein spürbarer Innovationsschub kann den Anteil der Schiene am Verkehr signifikant steigern und die Energieeffizienz weiter erhöhen. „Wir müssen endlich den Anteil der Straße am BMVI-Haushalt zugunsten der Schiene reduzieren“, sagte der Grünen-Abgeordnete und Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler. SPD-Abgeordneter Martin Burkert, Mitglied des Verkehrsausschusses betonte: “Wir müssen nachhaltige Innovationen im Schienensektor unterstützen, wenn die Schiene der Verkehrsträger der Zukunft werden soll.“

Konkret richteten die acht Bahnverbände an die Politik die Forderung nach

  • Finanzierung eines Bundesforschungsprogramms Schiene für den Personen- und Güterverkehr, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen
  • Finanzierung des Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr
  • Förderprogrammen zur Realisierung von Pilotprojekten, insbesondere zu den Themen Digitalisierung und Automatisierung
  • Unterstützung beim Rollout von Innovationen in die Praxis.

Dass Deutschlands Bahnbranche bereits eine der innovativsten weltweit ist präsentierten auf dem parlamentarischen Abend Vertreter des Sektors: Elektromobilität, Hybrid-, Wasserstoff- und Batterieantriebe sind auf der Schiene schon heute Realität. Güterverkehr wird digital und vernetzt, immer leiser, effizienter und wirtschaftlicher. Digitale, intermodale Konzepte optimieren intelligente Logistikkonzepte. Drei Business Cases der LNVG und Alstom, VTG und Knorr-Bremse sowie HPA und Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH machten deutlich, wie engagiert der Sektor hier bereits vorangeht.

Noch finden diese und viele weitere Innovationen in Deutschland nur schwer in den Markt. Dr. Ben Möbius, VDB-Hauptgeschäftsführer richtete deshalb den Appell an die Politik, für den nötigen Anschub zu sorgen: „Der Bund muss bei öffentlichen Ausschreibungen Qualität und Nachhaltigkeit deutlich stärker gewichten“. Nur so könne Deutschland Leitmarkt und Leitanbieter für Schiene 4.0 bleiben, so Möbius.

Malte Lawrenz, Vorsitzender des VPI betonte, dass Innovationen ganzheitlich gedacht werden müssten, von der Entwicklung über die Erprobung bis zur Realisierung. Politik und Branche seien jetzt gefordert, eine Rollout-Strategie zu entwickeln. „Wir müssen dafür sorgen, dass Innovationen auch tatsächlich auf die Schiene kommen. Hierzu gehören Engagement der Branche ebenso wie Förderprogramme für Innovationen mit hohem anfänglichem Investitionsbedarf“, sagte Lawrenz.

Martin Schmitz, Geschäftsführer Technik beim VDV, unterstrich, dass gerade der Güterverkehr deutlich wachsen müsse, wenn wir die Klimaschutzziele im Verkehrssektor erreichen wollen. „Die Nicht-Berücksichtigung des Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr im diesjährigen Haushalt ist ein Rückschlag in Sachen Zukunftsfähigkeit“, so Schmitz und mahnte: „Wir müssen jetzt und nicht später in moderne Technologien und deren Weiterentwicklung investieren.“

 Pressekontakt:

Pauline Maître
Pressesprecherin | Leiterin Kommunikation VDB
Tel.: +49 (0)30 206289 60
maitre@bahnindustrie.info

www.bahnindustrie.info

Kerstin Domscheit
Öffentlichkeitsarbeit VPI
Tel.: + 49 (0)40 419 12 670
Mobil: + 49 (0)160 1527 533
presse@vpihamburg.de
www.vpihamburg.de

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news-3367 Wed, 13 Feb 2019 14:59:53 +0100 VCD und DUH erzielen Erfolg für saubere Luft in Wiesbaden – Hessische Landeshauptstadt setzt die Verkehrswende um http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-und-duh-erzielen-erfolg-fuer-saubere-luft-in-wiesbaden-hessische-landeshauptstadt-setzt-die-verkehrswende-um/ Das seit vier Jahren laufende Gerichtsverfahren für „Saubere Luft“ in Wiesbaden konnte durch den vergangene Woche vorgelegten Luftreinhalteplan für erledigt erklärt werden – Der Luftreinhalteplan enthält das bundesweit bisher ehrgeizigste Maßnahmenpaket für die Verkehrswende vor Ort – Deutsche Umwelthilfe und ökologischer Verkehrsclub VCD klagten auf schnellstmögliche Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts – Prognosen lassen erwarten, dass dies mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket und ohne Diesel-Fahrverbote gelingt – Kläger werden Umsetzung der Maßnahmen und ihre Wirksamkeit kontrollieren – Zufahrtsbeschränkungen für Diesel-Pkw zur Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts bleiben die letzte wirksame Maßnahme - Gemeinsame Pressemitteilung von VCD und DUH -

Wiesbaden, 13.2.2019: Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat am heutigen Mittwoch über die Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des ökologischen Verkehrsclub VCD für „Saubere Luft“ in der hessischen Landeshauptstadt verhandelt (4K 1756/15.WI). Die internationale Umweltrechtsorganisation ClientEarth unterstützt Klagen für „Saubere Luft“ der DUH.

Das Land Hessen hatte wenige Tage vor der heutigen Verhandlung den geforderten und gegenüber dem im Dezember 2018 von Klägern wie Gericht als ungenügend bezeichneten Luftreinhalteplan nachgebessert. Mit dem nun rechtskräftig verabschiedeten umfangreichen Maßnahmenpaket, das deutlich über die Ankündigungen hinausgeht, die noch vor einigen Wochen diskutiert wurden, ist es nach allen derzeit vorhandenen Prognosen möglich, dass der Grenzwert für Stickstoffdioxid 2020 eingehalten wird. Im Jahr 2019 wird es bei Umsetzung der darin vorgesehenen Maßnahmen danach nur noch zu geringen Grenzwertüberschreitungen auf wenigen Straßenmetern kommen, im Jahr 2020 wird der Grenzwert in der gesamten Stadt eingehalten.

Die DUH und der VCD begrüßen das im jüngst aktualisierten Luftreinhalteplan verankerte Maßnahmenpaket, das zur Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts von 40 µg NO2/m³ im Jahresmittel führt. Die Einwohner in Wiesbaden können somit so schnell wie möglich saubere Luft atmen.

Zu den Maßnahmen zählen die Hardwarenachrüstung bzw. die Elektrifizierung der Busflotte in 2019, Hardware-Nachrüstungen in der kommunalen Fahrzeugflotte, die Einführung der Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt sowie die Ausweitung der Park&Ride-Flächen am Stadtrand. Der öffentliche Nahverkehr wird durch mehrere neue Busspuren sowie Ausweitungen von Buslinien und Busneuanschaffungen massiv gestärkt. Hinzu kommt ein ausgedehntes Radwegenetz für den gesamten Stadtbereich und schließlich ein 365-Euro Nahverkehrsticket für Wiesbaden.

Richter Rolf Hartmann appellierte am Ende der Verhandlung an die Dieselfahrer, ihrer Verantwortung nachzukommen und zur Verbesserung der Luft in Wiesbaden auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Die Prognosen im Luftreinhalteplan würden nur Realität, wenn die neu geschaffenen Angebote wie Verbesserungen beim ÖPNV und Radverkehr auch genutzt werden.

Das Land Hessen hat den Anspruch der klagenden Verbände nach einem Luftreinhalteplan, der alle Maßnahmen enthält, mit denen der Grenzwert schnellstmöglich eingehalten wird, erfüllt. Die Kläger konnten den Rechtsstreit somit für erledigt erklären. Da die Klage in der Sache erfolgreich war und sich DUH und VCD durchgesetzt haben, trägt das Land Hessen die Kosten des Rechtsstreits.  

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Der vom Land Hessen und der Landeshauptstadt Wiesbaden vorgelegte Luftreinhalteplan ist der beste, den wir bisher gesehen haben. Der Plan kann ein Vorbild für andere Städte in Deutschland sein, die wie die hessische Landeshauptstadt nur eine geringe Überschreitung der NO2-Grenzwerte zeigen. Wiesbaden hat deutlich gemacht, dass sie den Anspruch ihrer Bürger auf saubere Luft und damit den Gesundheitsschutz insbesondere für Kinder, chronische Kranke und Asthmatiker ernst nehmen und eine Verkehrswende wirklich wollen.“

Der Geschäftsführer des VCD Hessen, Heiko Nickel, ergänzt: „Mit dem jetzt vorgelegten Luftreinhalteplan für Wiesbaden kann die Verkehrswende vor Ort gelingen. Wichtig ist nun, dass alle Maßnahmen weiter zügig umgesetzt werden. Die Einführung des 365-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr in Wiesbaden ab dem 1. Januar 2020 sowie die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung sind wichtige Schritte für saubere Luft in der Stadt. Zusätzlich braucht es jedoch auch die sofortige Hardware-Nachrüstung schmutziger Diesel auf Kosten der Autoindustrie.“

Rechtsanwalt Remo Klinger, der die DUH in den Verfahren vertritt, sagt: „Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein rechtlicher Weg. Dies ist die Lehre aus Wiesbaden. Warum es dazu allerdings erst jahrelanger Prozesse bedurfte, verstehe ich nicht.“

Ugo Taddei von der internationalen Umweltrechtsorganisation ClientEarth sagt: „Um die Luftbelastung zu mindern und die Verkehrswende voranzubringen, genügt es nicht, nur gegen die schmutzigsten Fahrzeuge vorzugehen – der Ansatz muss ganzheitlich sein. Genau das sehen wir beim neuen Luftreinhalteplan von Wiesbaden. Über den Ausbau der Radwege bis zu sauberem öffentlichen Nahverkehr wird sich Wiesbaden zum Wohle der Einwohner verändern. Es ist wichtig, dass die Menschen Unterstützung erhalten, während sich die Städte zu sauberen, lebenswerten Orten wandeln. Deshalb müssen die Behörden Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Pkw auf Kosten der Hersteller durchsetzen. Die Menschen haben sich ihre Autos in gutem Glauben gekauft, ohne von dem drohenden Gesundheitsrisiko zu wissen. Sie dürfen jetzt unter keinen Umständen ein zweites Mal für die Fehler der Automobilindustrie zahlen müssen.“

Hintergrund:

DUH und VCD hatten die Klage 2015 gegen das Land Hessen eingereicht. An beiden offiziellen verkehrsnahen Messstationen in Wiesbaden wurde 2018 der geltende NO2-Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m³ überschritten. An der Schiersteiner Straße lag der Jahresmittelwert bei 47 µg/m³. Die Messstation an der Ringkirche ermittelte für 2018 einen NO2-Wert von 48 µg NO2/m³. An weiteren Orten im gesamten Stadtgebiet ermittelte die DUH mit ihrer Citizen Science-Messaktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“ 2018 ebenfalls NO2-Werte deutlich oberhalb der erlaubten 40 µg/m³.

NO2 ist gesundheitsschädigend. Die Europäische Umweltagentur EEA hat im Oktober 2018 die gesundheitlichen Folgen der NO2-Verschmutzung mit jährlich 13.100 vorzeitigen Todesfällen allein in Deutschland beziffert. Schmutzige Diesel-Pkw tragen außerdem wesentlich zu mehr als 800.000 jährlichen Neuerkrankungen an Diabetes und Asthma bei. Das Umweltbundesamt hatte mit einer neuen Studie über die Gesundheitsfolgen des Dieselabgasgiftes NO2 verdeutlicht, dass bereits bei Konzentrationen deutlich unterhalb des Grenzwertes mit 437.000 Neuerkrankungen an Diabetes Mellitus und 439.000 Asthmaerkrankungen zu rechnen ist.

Derzeit führt die DUH Verfahren für „Saubere Luft“ in 35 Städten.

Links:

Zu den aktuellen Ergebnissen der Messaktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“: https://www.duh.de/abgasalarm/

Hintergrundpapier „Klagen für Saubere Luft“: https://www.duh.de/projekte/right-to-clean-air/

Kontakt:                    
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de

Prof. Dr. Remo Klinger, Rechtsanwalt Kanzlei Geulen & Klinger, Berlin
0171 2435458, klinger@geulen.com

Heiko Nickel, Geschäftsführer VCD Hessen
0151 20153300, landespolitik@vcd-hessen.de

Ellen Baker, Kommunikationsmanager ClientEarth
+44 203 030 5951, ebaker@clientearth.org    

DUH-Pressestelle:
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

VCD-Pressestelle:
Almut Gaude, Pressesprecherin
030-280351-12, presse@vcd.org
www.vcd.org, www.twitter.com/VCDeV, www.facebook.com/vcdbundesverband

 

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news-3365 Fri, 01 Feb 2019 11:16:05 +0100 VCD startet Crowdfunding-Wettbewerb für junge Aktivisten mit Ideen zur Verkehrswende vor Ort http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-startet-crowdfunding-wettbewerb-fuer-junge-aktivisten-mit-ideen-zur-verkehrswende-vor-ort/ Ökologischer Verkehrsclub VCD ruft Schüler, Auszubildende und Studierende dazu auf, sich mit Ideen für nachhaltige Mobilitätsprojekte zu bewerben Berlin. Der ökologische Verkehrsclub VCD startet einen Crowdfunding-Wettbewerb um die besten Ideen für nachhaltige Mobilitätsprojekte. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende können sich ab sofort über die Crowdfunding-Plattform Startnext unter www.startnext.com/pages/diy-dein-mobilitaetsprojekt mit Projektideen bewerben, wie Menschen in Deutschland sicherer, gesünder und klimafreundlicher mobil sein können. Ob ein Film zur lebenswerten Stadt, der Bau eines leichten aber diebstahlsicheren Fahrradschlosses oder neue Einsatzmöglichkeiten für Lastenräder: Die besten Bewerber erhalten die Möglichkeit, über Crowdfunding Gelder einzuwerben und Preise zu gewinnen. Der Wettbewerb findet im  Rahmen des VCD-Projekts „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“ für junge Erwachsene statt.

„Wir stehen mit vielen jungen Erwachsenen in Kontakt, die sich für eine zukunftsfähige Mobilität einsetzen möchten. Oft fehlt es ihnen jedoch an Geld und Know-how, eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Mit unserem Crowdfunding-Wettbewerb unterstützen wir junge Aktivistinnen und Aktivisten dabei, ihre Visionen selbst zu verwirklichen“,  sagt Anika Meenken, VCD-Projektleiterin von „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“.

Bei dem Crowdfunding-Contest können sich junge Menschen bewerben, die zwischen 16 und 26 Jahre alt sind oder die auf einer Berufs- oder Hochschule eingeschrieben sind. Die Bewerbungsphase läuft vom 1. Februar bis zum 7. April. Die besten Ideen werden von einer Jury bestehend aus VCD-Expertinnen und -Partnern ausgewählt. Diese erhalten dann eine prominente Platzierung auf der Crowdfunding-Webseite von „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“. Dort können die jungen Aktivistinnen und Aktivisten über Crowdfunding Geld für ihre Projekte einwerben. Zum Ende der Finanzierungsphase gewinnen jene drei Projekte, die ihr Finanzierungsziel erreicht und die meisten Unterstützer überzeugt haben. Sie erhalten Preisgelder im Gesamtwert von 5.500 Euro und Sachpreise im Wert von 12.200 Euro. Daneben berät der VCD die Gewinner in allen Phasen des Projektes und unterstützt bei der Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit.

Mehr zum VCD-Crowdfunding-Contest von „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“: www.startnext.com/pages/diy-dein-mobilitaetsprojekt   

Pressekontakt:
Anika Meenken, VCD-Projektleiterin „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“ • Telefon 030/280351-403 • anika.meenken@vcd.org bzw. VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3361 Thu, 24 Jan 2019 12:31:59 +0100 VCD zur Stickoxid- und Feinstaub-Diskussion: "Minister Scheuer nimmt die Erkrankung zigtausender Menschen in Kauf" http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-zur-stickoxid-und-feinstaub-diskussion-minister-scheuer-nimmt-die-erkrankung-zigtausender-menschen-in-kauf/ Berlin, 24.01.2019. Mehrere Lungenärzte zweifeln die seit Jahren geltenden Grenzwerte der europäischen Luftreinhalte-Richtline an. Sie stellen sich damit gegen ihren eigenen Verband, der sogar strengere Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit fordert. Verkehrsminister Andreas Scheuer fordert nun, dass auf europäischer Ebene darüber diskutiert wird, die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide auszusetzen. Dies kommentiert der ökologische Verkehrsclub VCD wie folgt: Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte: „Minister Scheuer krönt sich zum Schutzpatron der Autoindustrie und nimmt dafür die Erkrankung zigtausender Menschen in Kauf. Ein Aussetzen der Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide wäre ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die unter den Folgen schlechter Luft zu leiden haben. Das sind vor allem Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Statt die seit Jahren wissenschaftlich belegten negativen Auswirkungen von NO2 und Feinstaub wissenschaftlich haltlos in Frage zu stellen, muss Minister Scheuer endlich dafür sorgen, dass Dieselfahrzeuge deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen. Hätten die Autohersteller nicht die Abgasreinigung manipuliert, wäre die Luft vielerorts deutlich sauberer und es gäbe keine Diskussion um Fahrverbote.“

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Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3359 Wed, 23 Jan 2019 13:45:06 +0100 VCD zur reduzierten Mehrwertsteuer im Bahnfernverkehr: Normalfall in Europa http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-zur-reduzierten-mehrwertsteuer-im-bahnfernverkehr-normalfall-in-europa/ Berlin, 23.01.2019. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, die Fahrgastzahlen im Bahnverkehr bis 2030 zu verdoppeln. Um dieses Ziel zu erreichen, fordern die Grünen die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr von 19 Prozent auf sieben Prozent. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert diese Forderung wie folgt: Philipp Kosok, VCD-Verkehrsexperte: „Gut, dass die Bundesregierung Nachhilfe von der Opposition beim Erfüllen des Koalitionsvertrags bekommt. Damit mehr Menschen Bahn fahren, muss die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr absenken. Im europäischen Ausland ist eine verringerte Mehrwertsteuer der Normalfall. Die Hälfte der EU-Mitgliedsstaaten erhebt eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Bahntickets. In Dänemark, Irland und dem Vereinigten Königreich ist der nationale Bahnfernverkehr sogar vollständig von der Mehrwertsteuer befreit.“

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Philipp Kosok, VCD-Verkehrsexperte • Fon 030/280351-36 • philipp.kosok@vcd.org bzw. Lisa Feitsch, VCD-Pressevolontärin • Fon 030/280351-18 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV?

Zum VCD-Bahntest 2018/19 „Pünktlich mit der Bahn? Fahrgastrechte verbessern!“: https://www.vcd.org/themen/bahn/vcd-bahntest-201819

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3358 Thu, 17 Jan 2019 10:52:57 +0100 VCD zum Stau-Rekord 2018: Weniger Stau durch mehr Schiene. http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-zum-stau-rekord-2018-weniger-stau-durch-mehr-schiene/ Berlin. Nach Angaben des ADAC hat es im vergangenen Jahr 745.000 Staus auf deutschen Autobahnen gegeben, drei Prozent mehr als 2017 und damit so viele, wie nie zuvor. Der VCD kommentiert dies wie folgt: Michael Müller-Görnert, VCD-Referent für Verkehrspolitik: „Der Verkehrskollaps auf den Straßen ist Ergebnis der klimaschädlichen Betonpolitik des Bundes. Das Schienennetz wurde in den letzten Jahrzehnten um 20 Prozent zurückgebaut, das Autobahnnetz hingegen stetig ausgeweitet. In der Vergangenheit hat der Bau neuer Straßen nur dazu geführt, dass der Autoverkehr weiter gewachsen ist. Die Bundesregierung darf den Staus nicht weiter hinterher bauen, sondern sollte den Menschen Alternativen zum Auto bieten. Der Straßenneubau muss gestoppt und dafür die umweltfreundliche Bahn viel stärker als geplant ausgebaut werden. Die Mittel sind vorhanden, sie müssen nur umgeschichtet werden. Das sichert die Mobilität der Menschen und schützt das Klima.“

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Michael Müller-Görnert, VCD-Referent für Verkehrspolitik • Fon 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3357 Tue, 15 Jan 2019 05:05:02 +0100 Krisentreffen zur Deutschen Bahn: Fördern statt nur Fordern. Minister Scheuer muss selbst Politik pro Bahn machen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/krisentreffen-zur-deutschen-bahn-foerdern-statt-nur-fordern-minister-scheuer-muss-selbst-politik-pro-bahn-machen/ VCD wirft Bundesregierung Beliebigkeit bei Investitions- und Steuerpolitik im Verkehr vor Berlin. Die Hauptverantwortung für die Probleme der Deutschen Bahn trägt die Bundesregierung. Das kritisiert der ökologische Verkehrsclub VCD anlässlich des heutigen Krisentreffens zwischen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Richard Lutz. Der schlechte Zustand der Bahn sei auf eine jahrzehntelange Vernachlässigung des Schienennetzes durch den Bund zurückzuführen. Zudem werde durch die derzeitige Steuerpolitik die umweltfreundliche Bahn gegenüber dem umweltschädlichen Straßen- und Flugverkehr schlechter gestellt. Minister Scheuer müsse der Beliebigkeit in der Investitions- und Steuerpolitik im Verkehr ein Ende setzen und der Bahn finanziell kräftig Rückenwind geben, fordert der VCD.

Philipp Kosok, VCD-Referent für Bahnpolitik: „Statt den schwarzen Peter der Deutschen Bahn zuzuschieben, muss Minister Scheuer selbst liefern. Die Bundesregierung muss endlich bei der Verkehrsinfrastruktur-Förderung den Fokus auf die Schiene legen. Doch das Verkehrsministerium will auch künftig mehr Geld in die Straße als in die Schiene investieren. 2019 stehen 2,2 Milliarden Euro für den Straßenneu- und Ausbau bereit. Das ist über eine halbe Milliarde mehr als für das Schienennetz ausgegeben werden soll. So kann die Bahn keinen Boden gegenüber dem Straßenverkehr gut machen.“

Der VCD fordert Verkehrsminister Scheuer auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um den Wettbewerb auf dem Verkehrsmarkt zu Gunsten der Bahn zu drehen. Die Ausgaben für den Straßenneubau müssten gestoppt, das Diesel-Privileg abgeschafft und der grenzüberschreitende Flugverkehr mit der Mehrwertsteuer belegt werden. Dadurch würden dauerhaft Gelder frei, um das Schienennetz auszubauen und die Bahn von Abgaben zu entlasten. Um die Bahn attraktiver zu machen, müsse die Mehrwertsteuer im Fernverkehr von 19 Prozent auf sieben Prozent reduziert werden.

Wenn Andreas Scheuer in nur wenigen Monaten eine Lösung für mehr Pünktlichkeit bei der Bahn einfordere, sei dies reine Augenwischerei und unrealistisch. Die in diesem Jahr anstehenden Baumaßnahmen im Schienennetz seien dringend notwendig, um mehr Kapazitäten auf die Schiene zu bringen und langfristig die Pünktlichkeit der Bahn zu verbessern. Solange jedoch gebaut werde, seien unpünktliche Züge unausweichlich. Um dem Unmut der Fahrgäste auch kurzfristig entgegenzukommen, fordert der VCD die Deutsche Bahn auf, die Fahrgastrechte ihrer Kunden zu verbessern.

Kosok: „Der VCD Bahntest 2018/2019 zeigte deutlich, dass die andauernde Unpünktlichkeit im Fernverkehr für viel Unzufriedenheit bei den Fahrgästen sorgt. So einfach wie man heute Tickets per App buchen kann, sollte auch eine Fahrgelderstattung bei Verspätung funktionieren. Eine Erstattung sollte es bereits ab 30 Minuten Verspätung geben, nicht erst ab einer Stunde wie bislang. Das wäre auch von der Deutschen Bahn bis zum Sommer zu bewerkstelligen, wenn Sie denn will.“

Mehr Informationen:
Den vollständigen VCD Bahntest 2018/19 – veröffentlicht im Dezember 2018 – sowie die Rohdaten der Umfrage bei Bahnkunden zu Kundenzufriedenheit, Pünktlichkeit und Fahrgastrechten erhalten Sie zum Download unter: www.vcd.org/Bahntest

Pressekontakt:
Almut Gaude • VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 bzw. 0171-6052409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3356 Tue, 18 Dec 2018 16:12:51 +0100 „Verpasste Chance für echten Klimaschutz“ - Brüssel einigt sich auf neue CO2-Grenzwerte für Neuwagen bis 2030 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/verpasste-chance-fuer-echten-klimaschutz-bruessel-einigt-sich-auf-neue-co2-grenzwerte-fuer-neuwagen-bis-2030/ Brüssel/Berlin, 18.12.2018. Nach langen Verhandlungen haben sich Unterhändler der EU-Regierungen, des Europaparlaments und der EU-Kommission gestern Abend auf neue CO2-Grenzwerte für Pkw geeinigt. Bis 2025 soll der CO2-Ausstoß von Neuwagen um 15 Prozent gegenüber 2021 sinken, bis 2030 um 37,5 Prozent. Damit haben Autohersteller eine klare Vorgabe für die CO2-Reduktion bis 2030. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert die Einigung in Brüssel wie folgt: Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher: „Die Einigung ist eine verpasste Chance für echten Klimaschutz. Die künftigen CO2-Grenzwerte sind zwar schärfer als das, was Autohersteller und die Bundesminister für Verkehr und Wirtschaft wollten, dennoch reichen sie nicht aus. Höhere Vorgaben wären nötig und möglich gewesen, um dem Pariser Klimaabkommen gerecht zu werden. Da der CO2-Ausstoß unmittelbar vom Verbrauch abhängt, hätten auch Autofahrer an der Tankstelle von noch schärferen Grenzwerten und damit verbrauchsärmeren Pkw profitiert. Ambitioniertere CO2-Grenzwerte hätten auch der Bundesregierung geholfen, die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen. Um die Verkehrswende voranzubringen, muss die Politik jetzt umso mehr in Bus, Bahn und Fahrrad investieren.“

Mehr zu den konkreten Vorgaben zum CO2-Grenzwert finden Sie hier: www.vcd.org/themen/auto-umwelt/co2-grenzwert.  

Pressekontakt:
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD • Mobil 0171/8824449 bzw. Lisa Feitsch, VCD-Pressevolontärin • Fon 030/280351-18 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD
ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3352 Fri, 14 Dec 2018 12:34:04 +0100 „Saubere Luft“ für Darmstadt: Deutsche Umwelthilfe, ökologischer Verkehrsclub VCD und Land Hessen einigen sich auf Maßnahmenpaket http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/saubere-luft-fuer-darmstadt-deutsche-umwelthilfe-oekologischer-verkehrsclub-vcd-und-land-hessen-einigen-sich-auf-massnahmenpaket/ Deutsche Umwelthilfe und VCD begrüßen konstruktive und erfolgreich verlaufende Vergleichsverhandlung mit dem Land Hessen zur Vereinbarung eines rechtswirksamen Maßnahmenkatalogs für „Saubere Luft“ in Darmstadt – Diesel-Fahrverbote auf der Hügel- und Heinrichstrasse zur schnellstmöglichen Einhaltung des NO2-Grenzwerts kommen zum 1. Juni 2019 und werden durch Verringerung des innerstädtischen Autoverkehrs flankiert – Sollte die NO2-Belastung im 2. Halbjahr 2019 nicht wie prognostiziert unter dem EU-Grenzwert von 40 µg/m3 liegen, wird das Maßnahmenpaket verschärft Darmstadt/Berlin: Im Verwaltungsstreitverfahren (4 K 1755/15.WI) für saubere Luft in Darmstadt haben sich die klagenden Parteien Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der ökologische Verkehrsclub VCD mit dem beklagten Land Hessen auf eine Vergleichsvereinbarung verständigt. Danach werden zum 1. Juni 2019 Diesel-Fahrverbote und Fahrspurreduzierungen an der Hügelstraße und der Heinrichstraße in Kraft treten. Auch die Maßnahmen der Stadt Darmstadt zur Förderung des ÖPNV und des Radverkehrs sind verbindlicher Teil der Einigung.

Die DUH und der VCD begrüßen den konstruktiven Dialog mit dem Land Hessen, der zu einem wichtigen Maßnahmenpaket für saubere Luft in Darmstadt geführt hat. Die internationale Umweltrechtsorganisation ClientEarth unterstützt Klagen für „Saubere Luft“ der DUH.

„Wir freuen uns für die Bürger und Besucher von Darmstadt, dass sie ab Sommer nächsten Jahres endlich die ihnen zustehende „Saubere Luft“ einatmen können. Erstmals ist es uns gelungen, mit einem beklagten Land eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, die zudem für den Fall weiterer Grenzwertüberschreitungen eine weitere Nachjustierung beinhaltet. Nach unserer Auffassung werden dann Diesel-Fahrverbote über Euro 5 hinaus umzusetzen sein. Wir wünschen uns, dass dieses Beispiel in anderen Luftreinhalteklagen Schule macht. Auf diesem Weg kann schnell und unkompliziert Rechtssicherheit über Art und Umfang der Diesel-Fahrverbote, aber auch anderer verkehrslenkenden Maßnahmen, erreicht werden“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. „Wir brauchen nun eine schnelle Hilfe für die betroffenen Besitzer von Euro 5, aber auch Euro 6 Betrugs-Dieseln. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass alle von Fahrverboten bedrohten Diesel-Halter rechtzeitig ein Hardware-Update im Rahmen eines verbindlichen Rückrufs auf Kosten der Hersteller oder Importeure erhalten.“

Heiko Nickel, Geschäftsführer des VCD Hessen ergänzt: „Mit dieser Einigung muss die Stadt Darmstadt nun umgehend die von ihr bereits beschlossene Förderung von Bus-, Bahn- und Radverkehr umsetzen. Der Vergleich führt zu sauberer Luft und zu mehr ökologischer Mobilität in Darmstadt. Dies stärkt die Stadt und macht sie gesünder und lebenswerter.“

Der Luftgrenzwert für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2), der seit dem Jahr 2010 verbindlich gilt, wird in Darmstadt seit Jahren an der Hügelstraße (72 µg NO2/m³ im Jahresmittel 2017) und der Heinrichstraße (57 µg NO2/m³) überschritten. Der seit dem Jahr 2010 geltende Grenzwert ist nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Februar 2018 schnellstmöglich, spätestens jedoch 2019, einzuhalten.

In Darmstadt wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass durch Diesel-Fahrverbote keine Grenzwertüberschreitungen an anderen Stellen im Stadtgebiet auftreten werden. Anders als in anderen Städten gibt es nach allen vorliegenden Messungen und Modellierungen in Darmstadt nur an zwei Straßen Überschreitungen der Grenzwerte. Daher konnte sich das Konzept auch auf die Hügelstraße und die Heinrichstraße konzentrieren. Zugleich wurde vereinbart, dass das Diesel-Einfahrtverbot verschärft wird, sollte die NO2-Belastung im zweiten Halbjahr 2019 nicht wie prognostiziert unter dem EU-Grenzwert von 40 µg/m3 liegen. Die DUH und der VCD sehen in diesem Fall keine andere Wahl, als das Fahrverbot auf bestimmte Dieselfahrzeuge der Emissionsklasse Euro 6 auszudehnen.

Rechtsanwalt Remo Klinger, der die DUH und den VCD in dem Verfahren vertrat, sagt: „Mit dem jetzt vereinbarten Maßnahmenpaket wird es uns gelingen, den Grenzwert auch in Darmstadt einzuhalten. Ein solcher Vergleich ist ein Novum in unseren Verfahren für saubere Luft. Erstmals haben sich die klagenden Verbände gemeinsam mit der zuständigen Behörde an einen Tisch gesetzt und ausgelotet, was an Maßnahmen möglich und nötig ist. Für den Fall, dass die Luftqualität doch nicht so gut werden sollte, wie durch uns erwartet, haben wir eine weitere Verständigung vereinbart. Dies erspart allen Beteiligten endlose gerichtliche Auseinandersetzungen und fördert auch auf Seiten der Kläger ein Verständnis dafür, dass man es nicht mit renitenten und der Einhaltung des Rechts ablehnenden Behörden zu tun hat, sondern mit Fachbehörden, die im Dialog die Vor- aber auch die Nachteile bestimmter Konzepte erörtern können. Denn eins ist klar: Die Grenzwerte sind seit langem einzuhalten. Alle damit in Zusammenhang stehenden Rechtsfragen sind spätestens durch die Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Februar 2018 entschieden. Die Vehemenz, mit der sich andere Bundesländer – und leider auch das Land Hessen in dem Verfahren zu Frankfurt – gegen die nötigen Maßnahmen sperren, dient nur der Verfahrensverschleppung. Dies ist unnötig.“

 Der Leiter des deutschen Büros von ClientEarth, Hermann Ott, sagt: "Es ist gut, dass das Land Hessen sich für Darmstadt dazu entschieden hat die andauernd schlechte Luftbelastung nicht länger zu ignorieren. Wir hoffen, dass weitere Betroffene einsehen, dass schnell gehandelt werden muss. Unsere Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe dient dem Zweck, den Gesundheitsschutz der Menschen durchzusetzen. Die Schadstoffgrenzwerte für NO2 sind seit 2010 einzuhalten, doch seither ist nicht viel geschehen, um die Menschen zu schützen. Alle Verantwortlichen sollten mittlerweile eingesehen haben, dass ihre bisherigen Maßnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung nicht ausreichend sind und dies vor Gericht keinen Bestand haben wird.“

Die Kläger und der Beklagte haben am gestrigen Tag das Verwaltungsgericht gebeten, den Vergleich zu protokollieren, sodass er rechtskräftig wird.

Hintergrund:

Im November 2015 hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD Klage wegen Überschreitung der NO2-Luftqualitätsgrenzwerte erhoben. Im Mai 2016 wurde die Klage des VCD um die DUH als weiteren Kläger erweitert. Ziel ist die Änderung des Luftreinhalteplans, zur Einhaltung des NO2-Jahresmittelgrenzwerts. Die Rechtmäßigkeit von Diesel-Fahrverboten als kurzfristige Maßnahme zur Einhaltung des NO2-Grenzwerts bestätigte das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 27. Februar 2018. Zonale Diesel-Fahrverbote einschließlich Euro 5 sind demnach ab 1. September 2019 möglich, ohne Euro 5 bereits seit 1. September 2018.

An der Hügelstraße 26 in Darmstadt wurde für 2017 ein neuer Jahresmittelhöchstwert von 72 µg NO2/m³ gemessen – nach München und Stuttgart einer der höchsten Werte. In der Heinrichstraße ermittelte die DUH mit ihrer Citizen Science Messaktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“ 2018 ebenfalls NO2-Werte oberhalb der erlaubten 40 µg/m³.

NO2 ist gesundheitsschädigend. Die Europäische Umweltagentur EEA hat im Oktober 2018 die gesundheitlichen Folgen der NO2-Verschmutzung mit jährlich 13.100 vorzeitigen Todesfällen allein in Deutschland beziffert. Diesel-Fahrverbote sind zur kurzfristigen Einhaltung des NO2-Grenzwertes die einzige Option und laut Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 27. Februar 2018 rechtmäßig und notwendig.

Schmutzige Diesel-Pkw tragen wesentlich zu mehr als 800.000 jährlichen Neuerkrankungen an Diabetes und Asthma bei, verursacht durch die anhaltende Belastung der Atemluft mit dem Dieselgift NO2. Das Umweltbundesamt hatte mit einer neuen Studie über die Gesundheitsfolgen des Dieselabgasgiftes NO2 verdeutlicht, dass bereits bei Konzentrationen deutlich unterhalb des Grenzwertes mit 437.000 Neuerkrankungen an Diabetes Mellitus und 439.000 Asthmaerkrankungen zu rechnen ist.

Derzeit führt die DUH Klageverfahren für „Saubere Luft“ in 30 Städten. Klagen in Bielefeld, Hagen, Oberhausen und Wuppertal wird die DUH im Dezember noch einreichen. Damit klagt die DUH dann in insgesamt 34 Städten. Am 19. Dezember 2018 ist noch eine Verhandlung für „Saubere Luft“ in Wiesbaden terminiert. In diesem Verfahren sind die DUH und der VCD Kläger.

Mehr Informationen - Links:

Kontakt:                    

Heiko Nickel, Geschäftsführer VCD Hessen, 0151 20153300, landespolitik@vcd-hessen.de

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH, 0171 3649170, resch@duh.de

Prof. Dr. Remo Klinger, Rechtsanwalt Kanzlei Geulen & Klinger, Berlin, 0171 2435458, klinger@geulen.com

Ellen Baker, Kommunikationsmanager ClientEarth, +44 203 030 5951, ebaker@clientearth.org    

VCD-Pressestelle:

Almut Gaude, Pressesprecherin, 030-280351-12, presse@vcd.org, www.twitter.com/VCDeV, www.facebook.com/vcdbundesverband

DUH-Pressestelle:

Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf, 030 2400867-20, presse@duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

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news-3349 Tue, 04 Dec 2018 09:05:16 +0100 VCD veröffentlicht Bahntest 2018/19 „Pünktlich mit der Bahn? Fahrgastrechte verbessern!“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-veroeffentlicht-bahntest-201819-puenktlich-mit-der-bahn-fahrgastrechte-verbessern/ Repräsentative Umfrage zum DB Fernverkehr: Fahrgäste wollen bei verspäteten Zügen besser informiert sowie früher und einfacher entschädigt werden. VCD fordert Deutsche Bahn auf, Kunden bereits ab 30 Minuten Verspätung Geld zurückzuerstatten. Bund muss in die Infrastruktur investieren. Berlin, 04. Dezember 2018. Mehr als die Hälfte der Bahnkunden in Deutschland will bei Zugverspätungen im Fernverkehr früher und einfacher entschädigt werden als bislang. Das zeigt der heute veröffentlichte VCD Bahntest 2018/19 „Pünktlich mit der Bahn? Fahrgastrechte verbessern!“. Eine Erstattung von 25 Prozent des Fahrtpreises halten 55 Prozent der Bahnkunden ab einer Verspätung von 30 Minuten oder früher für angemessen. Eine knappe Mehrheit ist zudem dafür, die Hälfte der Fahrtkosten ab einer Stunde Verspätung oder früher zurückerstattet zu bekommen. Laut der vom ökologischen Verkehrsclub VCD beim Marktforschungsinstitut Quotas in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage wollen rund 60 Prozent der Fahrgäste bei Verspätungen von der Deutschen Bahn (DB) besser über Anschlusszüge informiert werden. Im Schnitt geben die Bahnkunden dem Fernverkehrsangebot sowie der Pünktlichkeit der Züge im Fernverkehr die Schulnote „befriedigend“.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Ein attraktives Bahnangebot ist zwingend erforderlich, wenn die Verkehrswende gelingen soll. Im Moment schneidet die Bahn bei Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit im Fernverkehr leider nicht gut ab. Wir brauchen jetzt sofortiges Handeln, damit Fahrgäste trotz unpünktlicher Züge gerne mit der Bahn fahren. Wir fordern die Deutsche Bahn auf, umgehend die Fahrgastrechte zu stärken und ihre Informationspolitik bei Verspätungen zu verbessern.“

Derzeit steht Bahnkunden eine Rückerstattung von 25 Prozent des Fahrtpreises nach 60 Minuten Verspätung zu sowie die Hälfte der Ticketkosten ab 120 Minuten. Fast 40 Prozent der Befragten geben an, im Fall einer Verspätung nicht versucht zu haben, ihr Geld zurückerstattet zu bekommen. Als häufigsten Grund nennen sie, ihre Fahrgastrechte nicht zu kennen. Auch das zeitintensive Ausfüllen und aufwendige Beschaffen des Fahrgastrechte-Formulars sind Gründe, warum Kunden die ihnen zustehende Entschädigung nicht einfordern. Knapp 40 Prozent der Fahrgäste wünschen sich, Ticketkosten per App zurückerstattet zu bekommen.

Nur rund drei Viertel aller Fernverkehrszüge der DB kamen dieses Jahr pünktlich ans Ziel. Eine Besserung ist kurzfristig aufgrund anstehender, notwendiger Ausbaumaßnahmen im Schienennetz nicht in Sicht. Der VCD wollte deshalb in seinem Bahntest 2018/19 von den Fahrgästen wissen, was sie sich im Falle einer Verspätung wünschen und ob sie ihre Rechte als Bahnkunden kennen und wahrnehmen.

Philipp Kosok, VCD-Referent für Bahnpolitik: „Die Fahrgäste brauchen eine unkomplizierte und frühere Erstattung ihrer Tickets bei verspäteten Zügen. Kundenfreundliche Fahrgastrechte sind wichtig, um dem Frust der Bahnkunden entgegenzuwirken. Statt eines zeitaufwendigen Fahrgastrechte-Formulars, müssen Ticketkosten mit einem Klick per App am Handy rückerstattbar sein. Und das bereits ab einer Verspätung von 30 Minuten.“

Der VCD fordert, dass sich die Pünktlichkeitswerte der Bahn deutlich verbessern müssen, indem in den kommenden Jahren Engpässe im Schienennetz beseitigt werden. Der Aufsichtsrat der DB hatte erst Ende November zusätzliche Investitionen "auf Rekordniveau" angekündigt, um Pünktlichkeit und Kapazitäten zu erhöhen. Unklar ist jedoch, wieweit sich der Bund an diesen zusätzlichen Investitionen beteiligen wird.

Kosok: „Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Fahrgastzahlen bei der Bahn zu verdoppeln. Nimmt sie dieses Ziel ernst, muss sie deutlich mehr in den Neu- und Ausbau des Schienennetzes investieren als bislang geplant. Die Bahn braucht jetzt kräftigen Rückenwind. Verkehrsminister Andreas Scheuer ist gefragt, für mehr Verkehr auf der Schiene zu sorgen.“

Mehr Informationen:

Den vollständigen VCD Bahntest 2018/19 sowie die Rohdaten der Umfrage erhalten Sie zum Download unter: www.vcd.org/Bahntest

Grafiken vom VCD Bahntest 2018/19 finden Sie zum Download unter: www.vcd.org/service/presse/bildmaterial/aktionsfotos

Pressekontakt: Lisa Feitsch • VCD-Pressevolontärin • Fon 030/280351-18 bzw. 0171-6052409 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität. Als Partner des VCD bietet die VCD Service GmbH Interessierten und VCD-Mitgliedern die Möglichkeit, ihr Auto nach ökologischen Maßstäben zu versichern.

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news-3348 Thu, 22 Nov 2018 15:52:13 +0100 „Saubere Luft“ auch für Darmstadt: DUH und VCD begrüßen Bereitschaft der hessischen Landesregierung zu Diesel-Fahrverboten in Darmstadt http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/saubere-luft-auch-fuer-darmstadt-duh-und-vcd-begruessen-bereitschaft-der-hessischen-landesregierung-zu-diesel-fahrverboten-in-darmstadt/ Erstmals erklärt ein Bundesland in einem Verwaltungsgerichtsverfahren seine Bereitschaft, Diesel-Fahrverbote zur Einhaltung der Grenzwerte für das Diesel-Abgasgift NO2 einzuführen – Deutsche Umwelthilfe und der ökologische Verkehrsclub VCD werden mit der Landesregierung Hessen über die Ausgestaltung der Diesel-Fahrverbote für Darmstadt verhandeln ­– Erstmals ist eine Landesregierung zu diesem Schritt bereit, da sie die Notwendigkeit von Diesel-Fahrverboten als schnellstmöglich wirkende Maßnahme anerkennt – Diesel-Fahrverbote stehen fest, zu klären ist nur noch die Frage der Ausgestaltung – Ohne Einigung wird das Gericht über Art und Umfang der Diesel-Fahrverbote am 19.12.2018 entscheiden Darmstadt/Berlin, 22.11.2018: Im Klageverfahren der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des ökologischen Verkehrsclub VCD gegen die Landesregierung Hessen für „Saubere Luft“ in Darmstadt haben sich die beiden Parteien bei der gestrigen Verhandlung am Verwaltungsgericht Wiesbaden darüber verständigt, dass sie in den nächsten drei Wochen Gespräche über die Ausgestaltung von Diesel-Fahrverboten in Darmstadt zur schnellstmöglichen Einhaltung des Grenzwertes für Stickstoffdioxid (NO2) führen werden (4 K 1755/15.WI). Ohne Einigung kündigte das Gericht hierzu für den 19.12.2018 einen Beschluss an. Die internationale Umweltrechtsorganisation ClientEarth unterstützt Klagen für „Saubere Luft“ der DUH.

DUH und VCD werten diese Entwicklung als positiv, da erstmals eine Landesregierung zu diesem Schritt bereit ist und außergerichtlich zu einer Einigung gelangen möchte. Bereit fest steht, dass streckenbezogene Diesel-Fahrverbote in Darmstadt kommen werden, zu klären ist einzig die Frage des Umfangs und der Ausgestaltung.

Hintergrund ist, dass selbst die Landesregierung ein Diesel-Fahrverbot auf der Hügelstraße als alternativlos ansieht. Für die Heinrichstraße schlägt die Landesregierung bisher eine Einbahnstraßenregelung vor, die jedoch zeitlich erst im Jahr 2020 umgesetzt werden könnte und auch von den klagenden Verbänden und der Stadt als problematisch angesehen wird. DUH und VCD fordern auch für die Heinrichstraße weitreichende Diesel-Fahrverbote, die auch Ausweichverkehre berücksichtigt. Der Vorschlag des Gerichts war es daher, auch in der Heinrichstraße über ein Diesel-Fahrverbot nachzudenken und die Details zwischen den Beteiligten des Rechtsstreits zu klären. Darüber werden sich DUH und VCD nunmehr in den kommenden Wochen mit der Landesregierung versuchen zu verständigen.  

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Wir sind ausgesprochen zufrieden mit dem Ausgang der gestrigen Verhandlung. In dem nunmehr dreizehnten Gerichtsverfahren zur Durchsetzung der „Sauberen Luft“ erklärte sich erstmals ein Land dazu bereit, alle notwendigen Maßnahmen einschließlich Diesel-Fahrverbote zu ergreifen, um bis Ende 2019 an allen Stellen im Stadtgebiet die Grenzwerte für das Dieselabgasgift NO2 einzuhalten. Rückenwind erhalten wir aus der sehr klaren Botschaft der Richter am Ende der siebenstündigen Verhandlung: Das Gericht ist unserer Argumentation auf ganzer Linie gefolgt und hat der beklagten Landesregierung von Hessen klargemacht, dass auch in Darmstadt kein Weg an Diesel-Fahrverboten vorbeiführt.“

Heiko Nickel, Geschäftsführer des VCD Hessen ergänzt: „Es müssen im außergerichtlichen Verfahren neben den Fahrverboten auch die von Darmstadt im GreenCity-Plan entwickelten Maßnahmen für den ÖPNV und den Radverkehr beschlossen werden. Zugleich ist die Bundesregierung gefordert, endlich die Hardware-Nachrüstung von Dieseln auf den Weg zu bringen, damit für betroffene Darmstädter Fahrverbote vermieden werden können.“

Der Luftgrenzwert für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2), der seit dem Jahr 2010 verbindlich gilt, wird in Darmstadt seit Jahren an der Hügelstraße (72 µg NO2/m³ im Jahresmittel 2017) und der Heinrichstraße (57 µg NO2/m³) überschritten. Der Grenzwert ist schnellstmöglich, spätestens 2019 einzuhalten. Diesel-Fahrverbote sind die einzig wirksame und schnellstmögliche Maßnahme um dies zu erreichen, dies hat auch das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 27. Februar 2018 beschlossen.

Rechtsanwalt Remo Klinger, der die DUH in den Verfahren vertritt, sagt: „Ein Vergleich hätte den Vorteil, dass die Maßnahmen rechtskräftig bereits im Frühjahr/Sommer 2019 umgesetzt werden und es keine weiteren Verzögerungen, beispielsweise durch ein mögliches Berufungsverfahren geben wird. Erstmalig kommt es in den Luftreinhalteklagen, bei denen ich die DUH und im Fall Darmstadt auch den VCD vertrete, zu Gesprächen über die Ausgestaltung von Diesel-Fahrverboten. Dies zeigt, dass die Landesregierung Hessens die Dringlichkeit der Sache erkannt hat.“

Hermann Ott, Leiter des Deutschlandbüros von ClientEarth, sagt: „Noch eine Verhandlung, noch mehr Dieselfahrverbote in Sicht. Langsam erkennen die Behörden, dass Fahrverbote für besonders schmutzige Dieselfahrzeuge unvermeidbar sind. Wir werden den Austausch der Deutschen Umwelthilfe mit der hessischen Regierung begleiten. Nächstes Jahr, mit mehreren Fahrverboten in Kraft, werden deutsche Städte sauberer und sicherer für die Menschen die dort leben. Unsere Klagen im öffentlichen Interesse werden weitergehen - für das Recht der Menschen, saubere Luft zu atmen."

Ein erstes Treffen zwischen DUH, VCD und der Landesregierung Hessen ist auf den 7. Dezember 2018 terminiert. Geplant ist, bis zum 19. Dezember 2018 zu einer Einigung zu gelangen. Geschieht dies nicht, wird das VG Wiesbaden am 19. Dezember 2018 um 9:45 Uhr ein Urteil fällen.

Hintergrund:

Im November 2015 hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD Klage wegen Überschreitung der NO2-Luftqualitätsgrenzwerte erhoben. Im Mai 2016 wurde die Klage des VCD um die DUH als weiteren Kläger erweitert. Ziel ist die Änderung des Luftreinhalteplans, zur Einhaltung des NO2-Jahresmittelgrenzwerts. Die Rechtmäßigkeit von Diesel-Fahrverboten als kurzfristige Maßnahme zur Einhaltung des NO2-Grenzwerts bestätigte das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 27. Februar 2018. Zonale Diesel-Fahrverbote einschließlich Euro 5 sind demnach ab 1. September 2019 möglich, ohne Euro 5 bereits seit 1. September 2018.

An der Hügelstraße 26 in Darmstadt wurde für 2017 ein neuer Jahresmittelhöchstwert von 72 µg NO2/m³ gemessen – nach München und Stuttgart einer der höchsten Werte. In der Heinrichstraße ermittelte die DUH mit ihrer Citizen Science Messaktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“ 2018 ebenfalls NO2-Werte oberhalb der erlaubten 40 µg/m³.

NO2 ist gesundheitsschädigend. Die Europäische Umweltagentur EEA hat im Oktober 2018 die gesundheitlichen Folgen der NO2-Verschmutzung mit jährlich 13.100 vorzeitigen Todesfällen allein in Deutschland beziffert. Diesel-Fahrverbote sind zur kurzfristigen Einhaltung des NO2-Grenzwertes die einzige Option und laut Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 27. Februar 2018 rechtmäßig und notwendig.

Schmutzige Diesel-Pkw tragen wesentlich zu mehr als 800.000 jährlichen Neuerkrankungen an Diabetes und Asthma bei, verursacht durch die anhaltende Belastung der Atemluft mit dem Dieselgift NO2. Das Umweltbundesamt hatte mit einer neuen Studie über die Gesundheitsfolgen des Dieselabgasgiftes NO2 verdeutlicht, dass bereits bei Konzentrationen deutlich unterhalb des Grenzwertes mit 437.000 Neuerkrankungen an Diabetes Mellitus und 439.000 Asthmaerkrankungen zu rechnen ist.

Derzeit führt die DUH Klageverfahren für „Saubere Luft“ in 30 Städten. Klagen in Bielefeld, Hagen, Oberhausen und Wuppertal wird die DUH noch im November einreichen. Damit klagt die DUH dann in insgesamt 34 Städten. Bis Ende 2018 ist noch eine Verhandlung für „Saubere Luft“ in Wiesbaden am 19. Dezember terminiert.

Links:

Zu den aktuellen Ergebnissen der Messaktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“: https://www.duh.de/abgasalarm/

Hintergrundpapier „Klagen für Saubere Luft“: https://www.duh.de/projekte/right-to-clean-air/

Kontakt:                    

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de

Heiko Nickel, Geschäftsführer VCD Hessen

0151 20153300, landespolitik@vcd-hessen.de

Prof. Dr. Remo Klinger, Rechtsanwalt Kanzlei Geulen & Klinger, Berlin
0171 2435458, klinger@geulen.com

Ellen Baker, Kommunikationsmanager ClientEarth
+44 203 030 5951, ebaker@clientearth.org    

DUH-Pressestelle:

Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf

030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

VCD-Pressestelle:

Almut Gaude, Pressesprecherin

030-280351-12, presse@vcd.org 

www.vcd.org, www.twitter.com/VCDeV, www.facebook.com/vcdbundesverband

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news-3347 Thu, 22 Nov 2018 12:21:13 +0100 Jetzt zur VCD-Kfz-Versicherung wechseln: Je umweltverträglicher das Auto, desto günstiger die Beiträge. http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/jetzt-zur-vcd-kfz-versicherung-wechseln-je-umweltvertraeglicher-das-auto-desto-guenstiger-die-beitraege/ Berlin, 22. November 2018. Durch einen Kfz-Versicherungswechsel zum Jahresende lässt sich Geld sparen. Die VCD Service GmbH bietet für viele Modelle und insbesondere für umweltfreundliche Autos Versicherungsangebote mit Öko-Bonus. So können beispielsweise Autos mit alternativen Antrieben wie Elektro- oder Hybridmotoren besonders günstig versichert werden. Neben der Nachhaltigkeit wird dabei auch Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie guten Service gelegt. Die Beitragshöhe bei der Kfz-Versicherung »VCD Eco-Line« richtet sich nach ausgewählten ökologischen Indikatoren wie CO2-Ausstoß und Schadstoffklasse sowie nach den Ergebnissen der Auto-Umweltliste des ökologischen Verkehrsclub VCD. Angebote erhalten Autobesitzerinnen und Autobesitzer bei der VCD Service GmbH telefonisch unter 0228-98585-85 oder online über die Website www.vcd-service.de.

Ein Kfz-Versicherungswechsel ist wie in jedem Jahr üblicherweise durch Kündigung bis zum 30. November möglich. Sollte der alte Versicherer die Beiträge erhöhen, gilt sogar ein verlängertes Sonderkündigungsrecht, meist bis Ende Dezember.

Ob Versicherung mit Öko-Bonus oder nicht: Verbraucherinnen und Verbraucher sollten im ersten Schritt die wichtigsten Leistungen prüfen und vergleichen. Die Tipps des VCD zum Versicherungscheck:

  • Versicherungsschutz: Grundsätzlich sollte die Versicherung eine ausreichend hohe Summe bei Haftpflichtschäden absichern. Üblich sind hier inzwischen 100 Millionen Euro.
  • Regressverzicht: Bei eingetretenem Schaden durch grobe Fahrlässigkeit sollten Autofahrerinnen und Autofahrer regressfrei bleiben. Auf diese Sicherheit sollten Sie auf keinen Fall verzichten.
  • Neuwertabsicherung: Sehr empfehlenswert ist eine möglichst lange Wertabsicherung für Neufahrzeuge von mindestens zwölf Monaten. Kundinnen und Kunden werden bei Totalschaden oder Diebstahl des Pkw mit dem Kaufpreis entschädigt. Dies ist inbesondere bei Leasing und Finanzierung wichtig.
  • Freie Werkstattwahl: Bei Bedarf sollte die Versicherung die freie Werkstattwahl bei Kaskoschäden ohne Abzug anbieten.
  • Wild und Marder: Beim Abschluss einer neuen Kfz-Versicherung sind eine erweiterte Wildschaden- und Tierbissfolgenklausel in betroffenen Gebieten überlegenswert. Dies ist besonders empfehlenswert für Elektro- und Hybridantrieb
  • Schadenfreiheitsklasse: Fahranfängerinnen und Fahranfänger profitieren von der Zweitwagenregelung. Und wer länger kein eigenes Auto hatte, fragt im Familienhaushalt nach "ungenutzten" Kfz-Verträgen und kann Schadenfreiheits-Rabatte im Rahmen der eigenen Führerscheindauer übernehmen.
  • Carsharing-Umstieg: Wer bislang Carsharing genutzt hat und nun ein eigenes Kfz benötigt, kann sich unfallfreie Jahre aus dem Carsharing anrechnen lassen.

Steht aktuell der Kauf eines neuen Autos an, gilt ebenso: Es lohnt sich, die Umweltperformance der Modelle in die Kaufentscheidung einzubeziehen und sich so zusätzlich bei der Kfz-Versicherung die günstigsten Beiträge zu sichern. Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher beim Autokauf achten müssen, dazu bietet die aktuelle VCD Auto-Umweltliste weitere nützliche Tipps und eine verlässliche Beratung: www.vcd.org/themen/auto-umwelt/vcd-auto-umweltliste/auto-umweltliste-20172018.

Wer statt dem Auto lieber das Fahrrad, E-Bike oder Pedelec nutzt, findet auch in der Herbst- und Winterzeit passenden Versicherungsschutz bei der VCD Service GmbH, sei es bei Diebstahl, Panne oder Elektrikschaden.

Pressekontakt:

Stephan Oldenburg, Geschäftsführer VCD Service GmbH, Tel.: 0228-98585-82, stephan.oldenburg@vcd-service.dewww.vcd-service.de bzw. VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität. Als Partner des VCD bietet die VCD Service GmbH Interessierten und VCD-Mitgliedern die Möglichkeit, ihr Auto nach ökologischen Maßstäben zu versichern.

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news-3346 Wed, 21 Nov 2018 16:52:39 +0100 Bahnverbände fordern flächendeckenden 5G-Standard für die Schiene bis 2024 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bahnverbaende-fordern-flaechendeckenden-5g-standard-fuer-die-schiene-bis-2024/ Schienenverkehr nicht vom schnellen Internet abkoppeln - Pressemitteilung von Allianz pro Schiene, Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV (BAG-SPNV), mofair, Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Verband der Güterwagenhalter in Deutschland Berlin: Der 26. November ist ein Stichtag für die Verkehrs- und die Klimapolitik in Deutschland: An diesem Tag will die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Vergabe für die 5G-Lizenzen beschließen. Die Bahnverbände unterstützen die Bestrebungen der BNetzA, das deutsche Mobilfunknetz leistungsfähig auszubauen. Denn nur mit 5G Standard sind die richtigen Ziele des Bundes erreichbar: Digitalisierung, Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030, Verlagerung von Güterverkehren auf die Schiene, Deutschlandtakt. Von Automatisierung, Leit- und Sicherungstechnik über Entertainment bis hin zu Echtzeitinformationen, Ticketing und datenbasierter Wartung: Die digitale Schiene 4.0 braucht ein schnelles Mobilfunknetz. Und mehr Klimaschutz in der Mobilität braucht Schiene 4.0. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt starke Impulse geben, um digitale Innovationen aufs Gleis zu bringen. Für mehr Leistungsfähigkeit. Für mehr Klimaschutz. Für mehr Kundenkomfort. Die Eisenbahnverbände fordern deshalb:

1. Kurs halten: 100 Mbit/s bis 2022 realisieren.
Der Entwurf der BNetzA legt einen ambitionierten Ausbau der wichtigsten Schienenwege auf 5G Standard bis 2022 fest. Das ist richtig. Denn es ist die Grundvoraussetzung für Schiene 4.0 und Klimaschutz. Wer hier Abstriche fordert, torpediert die Mobilität von Morgen. Die Bahnverbände unterstützen eine Versorgung fahrgaststarker Bahnstrecken mit mindestens 100 Mbit/s bis Ende 2022 mit großem Nachdruck.

2. Nachlegen: flächendeckenden Ausbau mit schnellem Internet bis 2024 sichern. Längerfristig braucht das Mobilfunknetz nicht nur an hochfrequentierten Strecken mehr Leistungsstärke. Doch für Nebenstrecken ist bis 2024 lediglich ein Ausbau auf 50 Mbits/s vorgesehen. Das ist im digitalen Zeitalter deutlich zu wenig. Das reicht nicht aus für eine adäquate Vertaktung mit der fortschreitenden Digitalisierung des Schienenverkehrs. Bis 2024 muss deshalb das gesamte vom Schienenverkehr genutzte Mobilfunknetz auf 5G-Standard ausgebaut werden. Nur so kann der klimaschonende Schienenverkehr sowohl im intermodalen als auch internationalen Wettbewerb erfolgreich sein. Eine ganzheitliche Ausleuchtung des Schienennetzes ermöglicht es, digitale Technologien für den Personen- wie den Güterverkehr zu nutzen. Auch eine bessere Erschließung und so das Ziel der Bundesregierung der besseren Versorgung des ländlichen Raums können nur mit flächendeckendem Netzausbau gelingen.

3. Entlastung der Eisenbahnunternehmen und ihrer Kunden.
Der Netzausbau des Mobilfunknetzes entlang der Schienenstrecken darf nicht von der finanziellen Beteiligung der Eisenbahnunternehmen abhängig gemacht werden, zur Last ihrer Kunden. Der Bund muss seiner Netzausbauverpflichtung gerecht werden.

4. Verantwortung.
Die Bahnverbände fordern alle für den 5G-Ausbau relevanten Akteure auf, sich ihrer Verantwortung für die digitale Zukunft Deutschlands zu stellen. Nicht konfrontatives, sondern kooperatives Vorgehen sichert den digitalen Erfolg.

5. Sanktionsmöglichkeiten.
Lizenznehmer haben eine klare Auflage, Schienenstrecken mit einer Mindestausleuchtung zu versorgen. Bei der Vergabe der Frequenzen braucht es daher eine Kontrolle der Auflagen und Sanktionsmöglichkeiten bei Nichterfüllung.

Die Digitalisierung des Schienenverkehrs entlastet Ballungsräume und schafft den nachhaltigsten, sichersten, effizientesten und komfortabelsten Schienenverkehr, den es je gab. Wenn jetzt die richtigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden.

Zur ausführlichen Stellungnahme der Verbände geht es hier.

VCD-Pressekontakt:
Almut Gaude, almut.gaude@vcd.org, 030 280351-12

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news-3345 Mon, 19 Nov 2018 13:46:34 +0100 Saubere Luft für Darmstadt: Verwaltungsgericht Wiesbaden verhandelt am 21.11. Klage des VCD und der DUH http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/saubere-luft-fuer-darmstadt-verwaltungsgericht-wiesbaden-verhandelt-am-2111-klage-des-vcd-und-der-duh/ Deutsche Umwelthilfe und VCD klagen gemeinsam auf Änderung des Luftreinhalteplans zur Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts – Darmstadt ist mit 72 µg NO2/m³ die dritt-schmutzigste Stadt Deutschlands – Diesel-Fahrverbot ist kurzfristig die einzige wirksame Maßnahme für „Saubere Luft“
Berlin/Darmstadt/Wiebaden: Das Verwaltungsgericht Wiesbaden verhandelt am 21. November öffentlich über die Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des ökologischen Verkehrsclub VCD für „Saubere Luft“ in Darmstadt. Ziel ist die Einhaltung des EU-weit verbindlichen Grenzwerts für Stickstoffdioxid (NO2), der seit 2010 gilt, jedoch seitdem in der Großstadt nicht eingehalten wird. Ein Diesel-Fahrverbot ist die dafür am schnellsten wirksame Maßnahme, die entsprechend in den Luftreinhalteplan aufgenommen werden muss.

Darmstadt belegt den unrühmlichen dritten Platz der dreckigsten Städte Deutschlands nach München und Stuttgart: An der Hügelstraße 26 wurde für 2017 ein neuer Jahresmittelhöchstwert von 72 µg NO2/m³ gemessen. In der Heinrichstraße ermittelte die DUH mit ihrer Citizen Science Messaktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“ 2018 ebenfalls NO2-Werte oberhalb der erlaubten 40 µg/m³.

Damit die Bürgerinnen und Bürger von Darmstadt so schnell wie möglich zu ihrem Recht auf „Saubere Luft“ kommen, klagen die DUH und der VCD seit 2015 auf Änderung des Luftreinhalteplans. Die Rechtmäßigkeit von Diesel-Fahrverboten als kurzfristige Maßnahme zur Einhaltung des NO2-Grenzwerts bestätigte das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 27. Februar 2018. Zonale Diesel-Fahrverbote einschließlich Euro 5 sind demnach ab 1. September 2019 möglich, ohne Euro 5 bereits seit 1. September 2018.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch, der Geschäftsführer des VCD Hessen, Heiko Nickel, sowie der internationale Verkehrsexperte Axel Friedrich stehen vor der mündlichen Verhandlung ab 9 Uhr vor Ort für Interviews zu Verfügung, ebenso nach Ende der Verhandlung gemeinsam mit Rechtsanwalt Remo Klinger.

Datum:                        
Mittwoch, 21. November 2018, 10 Uhr (Beginn der Verhandlung)
Ort:                              
Verwaltungsgericht Wiesbaden, Mainzer Straße 124, 65189 Wiesbaden
Raum 1.026

Teilnehmende:           
•    Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
•    Heiko Nickel, Geschäftsführer und Pressesprecher VCD Hessen
•    Prof. Dr. Remo Klinger, Rechtsanwalt Geulen & Klinger
•    Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte

Für weitere Infromationen und Kontaktdaten der Teilnehmer bitte an die VCD-Pressestelle wenden:
Almut Gaude, Pressesprecherin
030-280351-12, presse@vcd.org  
www.vcd.org, www.twitter.com/VCDeV, www.facebook.com/vcdbundesverband

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news-3344 Thu, 15 Nov 2018 15:26:05 +0100 VCD zum Diesel-Beschluss des Bundeskabinetts: „Unwürdiges Verfahren für einen Rechtsstaat“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-zum-diesel-beschluss-des-bundeskabinetts-unwuerdiges-verfahren-fuer-einen-rechtsstaat/ Berlin, 15.11. 2018. Das Bundeskabinett hat heute gesetzliche Neuregelungen beschlossen, um weitere Diesel-Fahrverbote in Städten mit zu hoher Stickstoffdioxidbelastung zu verhindern. Der Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes sieht vor, dass Fahrverbote aus Gründen der Verhältnismäßigkeit erst ab einer Überschreitung des geltenden Stickstoffdioxid-Grenzwertes um mehr als 25 Prozent verhängt werden sollen. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert dies wie folgt: Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Was nicht passt, wird passend gemacht. Unter dem Eindruck von gerichtlich verordneten Fahrverboten hebelt die Bunderegierung jetzt faktisch den Grenzwert für Stickoxide aus. Dieses Verfahren löst das Problem der verschmutzten Luft in vielen Städten nicht und ist eines Rechtsstaates unwürdig.

Seit 2010 werden Luftqualitätsgrenzwerte nicht eingehalten. Seit Jahren dulden die Bundesregierung und die ihr unterstellten Behörden die Betrügereien der Autohersteller. Mit ihrem Vorhaben stellt die Bundesregierung weiterhin die Gewinninteressen der Autoindustrie über die Gesundheit der Menschen. Stattdessen muss die Große Koalition endlich die Hardware-Nachrüstung von Diesel-Pkw auf Kosten der Autoindustrie durchsetzen.“

Der VCD geht davon aus, dass die Neuregelung des Bundesimmissionsschutzgesetzes von deutschen Verwaltungsgerichten nicht akzeptiert werden wird und nicht mit EU-Recht konform ist.

Pressekontakt:
Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3343 Thu, 15 Nov 2018 12:20:15 +0100 Wann, wenn nicht jetzt! Klimaziele 2030: Zivilgesellschaft legt Maßnahmenprogramm vor http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wann-wenn-nicht-jetzt-klimaziele-2030-zivilgesellschaft-legt-massnahmenprogramm-vor/ Mehr als sechzig Organisationen aus der Breite der Zivilgesellschaft haben ein umfassendes Forderungspapier erarbeitet, in dem die notwendigen Maßnahmen in allen klimapolitischen Handlungsfeldern beschrieben werden, damit Deutschland sein Klimaziel 2030 erreicht. Vier Vertreter der beteiligten Verbände stellten das Papier heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vor. Zentrale Forderungen sind ein baldiger Kohleausstieg, die schnelle Umsetzung der Verkehrs- und Agrarwende sowie ein ambitionierter CO2-Preis. „Deutschland wird das Klimaziel 2020 drastisch verfehlen. Für das 2030-Ziel ist das keine Option. Der Klimawandel wartet nicht auf politische Entscheidungen. Bis Mitte des Jahrhunderts müssen wir weitgehende Treibhausgasneutralität erreichen. Die Bundesregierung ist dringend gefragt, ihrerseits geeignete Maßnahmen vorzulegen und sofort mit der Umsetzung zu beginnen“, erklärte Antje von Broock vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Ein Klimaschutzgesetz muss für rechtliche Verbindlichkeit in allen Sektoren sorgen. Eine konsequente, sozial gerechte und naturverträgliche Energiewende ist ein essentieller Bestandteil, um die Klimaziele zu erreichen. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist dabei zentral. Die älteste und klimaschädlichste Hälfte der Kraftwerke muss bereits kurzfristig vom Netz“, so von Broock weiter.

Neben der Energiewende muss nach Ansicht der Verbände endlich auch die Verkehrswende eingeleitet und umfassend umgesetzt werden. „Die Bilanz der deutschen Klimaschutzpolitik im Verkehr ist desaströs. Die CO2-Emissionen sind seit 1990 im Gegensatz zu anderen Sektoren sogar gestiegen. Ein Weiterwurschteln verbietet sich. Wir brauchen den Einstieg in die ökologische Verkehrswende. Sie dient nicht nur dem Klimaschutz, sondern führt zugleich zu besserer Luft, weniger Lärm und schafft letztlich die Voraussetzungen für mehr Lebensqualität“, sagte Gerd Lottsiepen vom ökologischen Verkehrsclub VCD. Um die Zielvorgaben auf der nationalen und europäischen Ebene zu erreichen, bedürfe es dringend eines ebenso konkreten wie verbindlichen Handlungsrahmens. „Die Bundesregierung muss sich international für ambitionierte CO2-Grenzwerte einsetzen und konsequent ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag – wie Verdoppelung der Fahrgastzahlen bei der Bahn bis 2030 – umsetzen. Zu-Fuß-Gehen, Fahrradfahren, Busse und Bahnen müssen gefördert werden. Klimaschädliche Subventionen gilt es endlich abzubauen“, so Lottsiepen.

Auch der Agrarsektor trägt erheblich zum Klimaproblem bei. Ein Großteil der Emissionen der Landwirtschaft stammt aus der Tierproduktion. Die zentrale Herausforderung liege daher in der deutlichen Reduzierung der Tierbestände, so Gerald Wehde von Bioland: „Dies wird nur gelingen, wenn der inländische Konsum, aber auch der Export tierischer Lebensmittel, erheblich reduziert werden. Dem Motto ‚Klasse statt Masse‘ folgend muss der ökologische Landbau als klimafreundliches Anbausystem konsequent ausgebaut werden. Wir brauchen weniger Stickstoffeinsatz, mehr Dauergrünland und eine an die Fläche angepasste Zahl von Tieren sowie vielfältige Fruchtfolgen auf dem Acker.“ Umso wichtiger sei es, alle Hebel bei der Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik auf EU-Ebene in Bewegung zu setzen, so Wehde.

Michael Schäfer vom WWF Deutschland verweist auf den seit 2008 konstant hohen Treibhausgas-Ausstoß Deutschlands. „Deutschland hat beim Klimaschutz ein Jahrzehnt verloren und droht ein weiteres zu verlieren, wenn die Bundesregierung nicht endlich einen umfassenden Katalog von Klimaschutzmaßnahmen beschließt. Dafür machen wir heute konkrete Vorschläge. Die Regierungsparteien prokrastinieren und blockieren, statt ihre Arbeit zu machen. Das können wir uns nicht länger leisten, der Sonderbericht des Weltklimarats IPCC und der Hitzesommer haben uns das noch einmal eindrücklich vor Augen geführt. Aus dem IPCC-Bericht entsteht ein klarer Handlungsauftrag: Kein weiteres Jahr darf für den Klimaschutz verloren gehen. Grundlage allen Handelns muss die Ausrichtung an einem 1,5-Grad kompatiblen Pfad sein. Ein effektiver CO2-Mindestpreis würde auf diesen Pfad hinlenken und das 2030-Ziel näher rücken.“

Das Maßnahmenprogramm beleuchtet zum einen die Bereiche Energie, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft aus dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung. Darüber hinaus ist die Umgestaltung von Steuern und Abgaben sowie des Finanzwesens notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Eine zukunftsfähige Klimapolitik bezieht auch das Bildungssystem mit ein und fördert ein geschlechtergerechtes Leben und Wirtschaften.
Das Forderungspapier „Wann, wenn nicht jetzt! Das Maßnahmenprogramm Klimaschutz 2030 der deutschen Zivilgesellschaft“ soll in den kommenden Monaten mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung diskutiert werden. Die Klima-Allianz Deutschland hat das Projekt mit einer Förderung durch das Bundesumweltministerium koordiniert. Zahlreiche Mitglieder der Klima-Allianz Deutschland und weitere Organisationen haben an dem Papier mitgewirkt.

Das Forderungspapier „Wann –wenn nicht jetzt! Das Maßnahmenprogramm Klimaschutz 2030 der deutschen Zivilgesellschaft“ können Sie hier herunterladen.

Hintergrund:
Am 20. November 2018 stellt die Bundesregierung den Stand ihres Maßnahmenprogramms 2030 vor. Im Rahmen der 7. Sitzung des Aktionsbündnisses Klimaschutz der Bundesregierung soll auch der Klimaschutzbericht 2018 veröffentlicht werden. Das Maßnahmenprogramm entspringt dem Klimaschutzplan 2050, der im Jahr 2016 von der Bundesregierung verabschiedet wurde. Der Klimaschutzplan sieht erstmals Treibhausgas-Reduktionsziele für die einzelnen Handlungsfelder Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Industrie und Gebäude bis zum Jahr 2030 vor. Die Ministerien sollen bis Ende dieses Jahres Maßnahmen vorlegen, die aufzeigen, wie diese Ziele konkret erreicht werden können. Eine Verabschiedung der Maßnahmen im Kabinett ist für Frühjahr 2019 geplant. Die Ergebnisse der „Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ und der Nationalen Plattform „Zukunft der Mobilität“ sind Grundlage für Entscheidungen der Bundesregierung in den Handlungsfeldern Energie und Verkehr. Das Maßnahmenprogramm 2030 der Bundesregierung soll anschließend rechtliche Verbindlichkeit erhalten. Der Koalitionsvertrag 2018 sieht ein Gesetz vor, das die Einhaltung der Klimaschutzziele 2030 und eine Umsetzung der Sektorziele gewährleistet. Die kommenden anderthalb Jahre sind somit das entscheidende politische Zeitfenster für die zukünftige Ausrichtung der deutschen Klima- und Energiepolitik.

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news-3342 Mon, 12 Nov 2018 10:31:24 +0100 Kerstin Haarmann zur neuen VCD-Bundesvorsitzenden gewählt http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kerstin-haarmann-zur-neuen-vcd-bundesvorsitzenden-gewaehlt/ Bundesdelegiertenversammlung des ökologischen Verkehrsclub VCD tagte am Wochenende in Hofgeismar. BMU-Staatssekretär Flasbarth forderte in Grußwort ökologische Steuerreform Berlin/Hofgeismar, 12. November 2018: Die Bundesdelegiertenversammlung des ökologischen Verkehrsclub VCD hat am vergangenen Wochenende in Hofgeismar bei Kassel Kerstin Haarmann zur neuen VCD-Bundesvorsitzenden gewählt. Haarmann war von 2009 bis 2011 Bundesgeschäftsführerin des VCD und in den letzten zwei Jahren Schatzmeisterin im Bundesvorstand. Sie übernimmt den auf zwei Jahre gewählten Vorsitz in Ehrenamtsfunktion von Wasilis von Rauch, der nicht mehr kandidierte. Neu gewählt in den VCD-Bundesvorstand wurden zudem Katja Diehl aus Hamburg, Stefan Bajohr aus Düsseldorf und Jürgen Walter aus Dortmund. Im Amt bestätigt wurden Ingrid Ahrens, Thomas Mager und Matthias Kurzeck.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Der VCD ist der Verband der Verkehrswende. Wir bewegen Menschen und laden alle herzlich ein, die umweltschonend, sicher und komfortabel unterwegs sein wollen, sich an unseren Aktionen zu beteiligen. Wir kämpfen dafür, dass jede und jeder ohne Auto gut mobil sein kann – egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Mobilität soll Spaß machen. Gerne auch digital.“

Die 84 Delegierten und der Vorstand des VCD bedankten sich bei Wasilis von Rauch, der in den letzten zwei Jahren die Neuausrichtung des VCD hin zu einem aktionsorientierten Umweltverband wesentlich vorangebracht hat. Von Rauch stellte inhaltliche Weichen neu – weg vom Fokus auf einzelne Verkehrsmittel hin zu einem multimodalen Ansatz, der eine flexible und umweltschonende Mobilität für Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mit ihm erschloss sich der ökologische Verkehrsclub neue Allianzen und Aktionsformen für die Verkehrswende von unten.

Auf der VCD-Bundesdelegiertenkonferenz in Hofgeismar hielt am Samstag Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, ein Grußwort. Er sprach sich darin für eine radikale Neuausrichtung der Verkehrspolitik aus. Zu dieser gehöre auch eine Reform der Steuern, Umlagen und Abgaben. „Es ist ein Fehler, dass Strom, der immer erneuerbarer wird und den wir immer mehr im Verkehr einsetzen wollen, in hohem Maße mit staatlichen Abgaben belegt ist, während fossile Kraftstoffe für eine Verkehrswende zu günstig sind“, sagte der BMU-Staatssekretär. Flasbarth gehörte zum Gründungsvorstand des VCD im Jahr 1986.

Zur Person von Kerstin Haarmann:

Kerstin Haarmann (Jahrgang 1966) war in der Vergangenheit als Rechtsabteilungsleiterin eines MDAX-Konzerns im Bereich IT tätig, als Geschäftsführerin von Umweltverbänden und als Kämmerin des Landesverbandes Lippe. Haarmann ist Geschäftsführende Gesellschafterin der Ende 2015 von ihr in Paderborn mitgegründeten gemeinnützigen cum ratione gGmbH, die nachhaltige Projekte in Wirtschaft und Gesellschaft fördert.

Ein Foto des neugewählten Bundesvorstands des VCD finden Sie im Laufe des Tages unter: www.vcd.org/service/presse/bildmaterial/portraetfotos

Pressemitteilung des BMU zum Statement von Staatssekretär Jochen Flasbarth auf der VCD-Bundesdelegiertenversammlung unter: www.bmu.de/PM8219

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Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • 030-280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org  • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3335 Thu, 18 Oct 2018 09:06:02 +0200 VCD Auto-Umweltliste 2018/2019: Wenn ein Auto, dann so eins. http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-auto-umweltliste-20182019-wenn-ein-auto-dann-so-eins/ Autokauf in Zeiten von Fahrverboten: VCD gibt Empfehlung für 61 Neuwagen mit wenig Schadstoffausstoß und geringem Verbrauch. Verbraucher erhalten erstmals Überblick über CO2-Werte und Kraftstoffverbrauch nach neuem WLTP-Messverfahren. E-Auto bleibt Stiefkind der deutschen Autoindustrie. Berlin, 18. Oktober 2018. Wer sich in Zeiten von Diesel-Fahrverboten und der Klimakrise einen Neuwagen kaufen möchte, dem empfiehlt der ökologische Verkehrsclub VCD 61 Pkw-Modelle. In der heute veröffentlichten VCD Auto-Umweltliste 2018/2019 finden Verbraucher nur solche Autos, die aufgrund ihrer geringen Schadstoffwerte auch künftig in deutsche Innenstädte fahren können und die wegen ihres niedrigen Verbrauchs aus Klimasicht vertretbar sind. Die Liste enthält 21 sparsame Benziner, acht Benzin-Hybride, sieben reine Elektroautos, zwei Plug-In-Hybride und ein Erdgasfahrzeug. Im Gegensatz zum letzten Jahr listet der VCD auch 22 Diesel-Modelle. Die Diesel halten die Euro 6d-TEMP-Abgasnorm ein und sind durch einen SCR-Katalysator nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße sauber.

Zu den empfehlenswerten Autos zählt der VCD Benzin-Hybride wie den als Familienauto und als Taxi bewährten Toyota Prius Hybrid, sparsame Benzin-Direkteinspritzer mit Partikelfilter wie den Ford Focus EcoBoost sowie das meist verkaufte Elektroauto in Deutschland, den Renault ZOE. Als Dieselfahrzeug schneidet unter anderem der Peugeot 308 SW Blue HDi 100 gut ab. Alle vom VCD gelisteten Autos stoßen nach dem neuen, realitätsnäheren Prüfverfahren WLTP maximal 135 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Dies entspricht einem Verbrauch von 5,1 Litern Diesel und 5,7 Litern Benzin. Zudem beträgt der Fahrlärm der Autos nicht mehr als 73 Dezibel.

Wasilis von Rauch, VCD-Bundesvorsitzender: „Die Diskussion um die Umwelteigenschaft von Autos ist beherrscht vom Abgasskandal, der immer neue Blüten treibt. Das weltweit größte Umweltproblem ist die Klimakrise, die durch den weiterhin viel zu hohen Ausstoß von Treibhausgasen voranschreitet. Deswegen müssen neue Autos nicht nur wenig Schadstoffe ausstoßen, sondern auch wenig Kraftstoff verbrauchen und wenig CO2 produzieren.“

Der VCD warnt vor dem Kauf neuer Diesel der Euro 6c-Norm. Diese stoßen oft ein Vielfaches der erlaubten Stickoxidwerte aus, weshalb ihnen künftig die Zufahrt in deutsche Innenstädte verwehrt werden könnte. Auch von Benzin-Direkteinspritzern ohne Partikelfilter rät der ökologische Verkehrsclub ab. Die Autohersteller verkaufen diese Fahrzeuge weiter, obwohl klar ist, dass diese Pkw aufgrund des Ausstoßes von Feinst-Rußpartikeln hohe Gesundheitsschäden anrichten und künftig ebenfalls von Fahrverboten betroffen sein können.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Autohersteller haben bis heute massiv betrogen, Politiker in Bund, Ländern und Kommunen bei der Luftreinhaltung jahrelang versagt. Dass nun Gerichte über Diesel-Fahrverbote für saubere Luft sorgen müssen, ist der bittere aber notwendige Schritt, um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Für die Menschen, die auf ein Auto angewiesen und durch Fahrverbote verunsichert sind, wollen wir Licht ins Dunkel bringen. Es darf nicht sein, dass Dreckschleudern ausgetauscht werden gegen Neufahrzeuge, die im Realverkehr die Stickoxid-Grenzwerte um das Mehrfache reißen. Die Autokäufer müssen hier genau hinsehen und dürfen sich nicht Autos aus der Mottenkiste andrehen lassen.“

Auf ein umfangreiches Ranking hat der ökologische Verkehrsclub verzichtet, da die Autohersteller nur zum Teil in der Lage waren, aktuelle Daten zu den Verbrauchs- und Emissionswerten ihrer Neuwagen zu liefern. Die vom VCD nun veröffentlichten CO2-Werte für die empfohlenen Pkw sind bislang weder in den Verkaufsprospekten der Autohersteller noch im Internet zu finden. Auch beim Kraftfahrtbundesamt gibt es keine Übersicht zu den neuen WLTP-Daten. Verbraucher erhalten mit der Auto-Umweltliste nun erstmals Einblick in die realitätsnäheren CO2-Werte ausgewählter Pkw.

Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD: „Die Autohersteller schaffen auch drei Jahre nach Beginn des Abgasskandals keine Transparenz, sondern werfen noch immer massenhaft schmutzige und klimaschädliche Pkw auf den Markt. Die Kürze der VCD Auto-Umweltliste zeigt das Versagen der Autoindustrie im Gesundheits- und Klimaschutz sowie in der Verbraucherinformation. Die Fahrzeuge in der VCD Auto-Umweltliste setzen jedoch den Maßstab, an den sich  Autokäuferinnen und Autokäufer orientieren sollten.“

Der VCD kritisiert die deutsche Autoindustrie für ihr mangelndes Engagement, klimaverträgliche Pkw auf den Markt zu bringen. Elektroautos werden aufgrund des steigenden Anteils regenerativen Stroms immer klimaschonender und durch höhere Reichweiten sowie eine bessere Ladeinfrastruktur immer attraktiver. Eine nach wie vor geringe Modellauswahl bei E-Autos sowie zum Teil zu lange Lieferzeiten von bis zu zwölf Monaten bremsen jedoch deren Absatz. Der VCD hat nur solche Elektroautos in seine Liste aufgenommen, die eine Lieferzeit von weniger als sieben Monaten haben. Dazu gehört auch der VW e-Golf oder der BMW i3.

Für die Umwelt schädlich sind aus Sicht des VCD die von den Autoherstellern viel beworbenen großen E-Limousinen oder elektrobetriebene SUVs. Sie benötigen große Batterien oder weisen in Kombination mit Verbrennungsmotor als Plug-In-Hybrid lediglich auf dem Papier niedrige Verbrauchs- und CO2-Werte auf. Ein Hoffnungsschimmer hingegen sind neue Elektroautos wir der e.GoLife. Das Auto wurde an der Technischen Hochschule in Aachen entwickelt. Es ist klein, leicht, kostengünstig und zukunftsfähig. Ab 2019 werden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert.

Wasilis von Rauch, VCD-Bundesvorsitzender: „Seit Jahren versäumt es die deutsche Autoindustrie, in den Wettbewerb um emissionsarme und effiziente Antriebe einzusteigen. Die Bundesregierung darf den Klimaschutz nicht weiter Seite an Seite mit der deutschen Autoindustrie ausbremsen. Bis zum Jahr 2050 muss der Verkehr komplett emissionsfrei werden, damit wir unsere Klimaziele einhalten können. Dafür brauchen wir den schnellen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und aus der Kohlestromerzeugung. Klar ist auch: für den Klima- und Gesundheitsschutz sowie die Lebensqualität in den Städten brauchen wir deutlich weniger Pkw auf unseren Straßen als heute.“

Mehr Informationen:
Die vollständige VCD Auto-Umweltliste 2018/2019 zum Download unter: www.vcd.org/themen/auto-umwelt/vcd-auto-umweltliste/vcd-auto-umweltliste-20182019.

Pressefotos von empfehlenswerten Fahrzeugen zum kostenfreien Abdruck stehen im Laufe des Tages zum Download unter www.vcd.org/service/presse/bildmaterial/aktionsfotos  zur Verfügung.

Pressekontakt:

Almut Gaude, VCD-Pressesprecherin • Telefon 030/280351-12 bzw. 0171-6052409 • presse@vcd.org • www.vcd.org  • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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