VCD Pressemitteilung http://www.vcd.org/ Pressemmitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Fri, 22 Oct 2021 17:41:20 +0200 Fri, 22 Oct 2021 17:41:20 +0200 TYPO3 EXT:news news-4079 Wed, 13 Oct 2021 10:30:00 +0200 „Wir haben Flächengerechtigkeit auf die BUGA gebracht!“: Kinderzimmer-Installation des VCD auf der BUGA 2021 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wir-haben-flaechengerechtigkeit-auf-die-buga-gebracht-kinderzimmer-installation-des-vcd-auf-der-buga/ Mit einem begehbaren Kinderzimmer auf der Fläche eines Parkplatzes machte der ökologische Verkehrsclub VCD auf der BUGA 2021 auf das Thema Flächengerechtigkeit aufmerksam. Die Installation wurde ergänzt durch ein Quiz für Kinder und Jugendliche sowie durch verschiedene Veranstaltungen zu nachhaltiger Mobilität. Berlin/Erfurt, 13. Oktober 2021. Die meiste Zeit des Tages erfüllen Autos nicht ihre eigentliche Funktion. Rund 23 Stunden stehen sie im Durchschnitt täglich ungenutzt auf Parkplätzen. Was viele nicht wissen: Mit einer Fläche von 12 Quadratmetern ist ein Parkplatz größer als die meisten Kinderzimmer. Auf der Bundesgartenschau (BUGA) in Erfurt verwandelte der ökologische Verkehrsclub VCD mit seiner Installation „12qmENTDECKEN“ einen Parkplatz in ein begehbares Kinderzimmer. Das abstrakte Problem der Flächengerechtigkeit wurde dadurch für Jung und Alt räumlich erlebbar. Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein vielfältiges Informations- und Veranstaltungsangebot zu nachhaltiger Mobilität. Trotz pandemiebedingter Einschränkungen zählte die BUGA rund 1.5 Millionen Besucher*innen, denen die VCD-Installation über den gesamten Ausstellungszeitraum offenstand.

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Wir haben Flächengerechtigkeit auf die BUGA gebracht. Mit unserer Installation konnten wir nicht nur ein Bewusstsein für das Problem der Flächengerechtigkeit schaffen, sondern gleichzeitig zeigen: Wie es ist, muss es nicht bleiben. Statt toten Raum für Autos wollen wir lebendige Orte für Menschen erschaffen: Grünflächen, Spielplätze, Erholungsoasen – die Möglichkeiten sind vielfältig, wir müssen sie nur ergreifen.“

Ein buntes Programm für Groß und Klein
Fast die Hälfte der Besucher*innen gab an, sich noch nicht damit beschäftigt zu haben, wie viel Platz Autos auf den Straßen im Vergleich zu Fahrrädern und Fußgänger*innen einnehmen. Beim begleitenden Quiz zur VCD-Installation konnten rund 1.000 Menschen ihr Wissen zu lebenswerten Städten vertiefen. Das Programm des Verbandes beinhaltete Highlights wie den Aktionstag „12qmKULTUR“ des Projekts „Straßen für Menschen“ im August. Den Auftakt bildete hier eine Podiumsdiskussion mit verschiedensten Verkehrsexperten, darunter dem Erfurter Bau- und Verkehrsdezernenten Matthias Bärwolff. Für gute Unterhaltung sorgten eine Clownin und die Erfurter Band Behle, die mit Live-Musik den Ausklang der Veranstaltung abrundete. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch von Michael Cramer (MdEP a.D.), der gemeinsam mit dem VCD Erfurt die Vorzüge des sanften Tourismus am Beispiel des Berliner Mauerradwegs und des Euro-Radwegs 13 „Iron Curtain Trail“ vorstellte. Beide historischen Radwege wurden von Cramer mitinitiiert.

Hintergrund
12qmKULTUR ist eine Veranstaltungsreihe des Projekts „Straßen für Menschen“, das vom ökologischen Verkehrsclub VCD getragen wird. Das Projekt wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. Ziel der Initiative ist es, eine erfolgreiche Verkehrswende einzuleiten und lebenswerte Städte zu schaffen. In den kommenden zehn Jahren werden Projekte und Organisationen gefördert, die das Bewusstsein für Mobilität verändern und urbane sowie lebenswerte Räume schaffen, in denen Menschen gerne auf ihr eigenes Auto verzichten.

Mehr zum Projekt „Straßen für Menschen“: vcd.org/flaechengerechtigkeit
und zu 12qmKULTUR: strasse-zurueckerobern.de/12qmkultur/


Pressekontakt: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • Pressestelle • 030 290 351 12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-4078 Tue, 12 Oct 2021 10:31:00 +0200 Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ bringt 8.000 Kinder und Jugendliche aufs Rad http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/jugendkampagne-fahrrad-fuers-klima-auf-tour-bringt-8000-kinder-und-jugendliche-aufs-rad/ Tausende Kinder und Jugendliche sind beim Projekt „FahrRad!“ von VCD und AKTIONfahrRAD in die Pedale getreten und haben einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Insgesamt haben rund 8.000 junge Radler*innen mehr als eine Million Kilometer zurückgelegt und dabei über 144 Tonnen CO2 eingespart. Der erste Preis geht an das Joseph-Bernhart Gymnasium in Türkheim.
Berlin, 12.10.2021. Immer mehr Kinder und Jugendliche steigen für den Klimaschutz aufs Fahrrad um. Im Rahmen der Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ des ökologischen Verkehrsclub VCD und AKTIONfahrRAD (AfR) sind im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele Teilnehmende an den Start gegangen. Im Aktionszeitraum zwischen März bis September sind sie insgesamt mehr als eine Million Kilometer geradelt und konnten so den Ausstoß von mehr als 144 Tonnen CO2 vermeiden. Der diesjährige Hauptgewinn mit 500 Euro für die Klassenkasse geht an das Projekt-Seminar Vélo des Joseph-Bernhart Gymnasiums in Türkheim für die Vollendung der sogenannten Deutschlandtour (insgesamt 2.641 km) und ein erfolgreich absolviertes Quiz.

Stephanie Päßler, VCD-Projektleiterin „FahrRad!“: „Durch unsere Jugendkampagne erfahren Kinder und Jugendliche, dass Rad fahren Spaß macht und dass man außerdem unabhängiger wird, wenn man nicht auf das Elterntaxi angewiesen ist. Nebenbei können sie auch noch sehen, wie viel CO2 sie mit jeder Fahrt mit dem Rad einsparen und so ganz konkret zum Klimaschutz beitragen können.“

Damit alle Kinder und Jugendlichen entspannt und angstfrei radeln können, müssen sich allerdings vielerorts noch die Rahmenbedingungen ändern. Zu schmale oder unvermittelt endende Radwege sind ebenso ein Problem wie das allmorgendliche Chaos an den meisten Schulen durch das Elterntaxi. Deshalb fordern VCD und AfR die Einführung von Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerorts und das Einrichten von Schulstraßen.

Jakob Blasel, Klima-Aktivist, Mitbegründer der Fridays-For-Future-Bewegung und Botschafter von „FahrRad!“: „Wenn wir mehr Kinder und Jugendliche aufs Rad bringen wollen, brauchen wir sichere Wege. Verkehrssicherheit auf Schulwegen sollte die Regel sein, tatsächlich aber begünstigt die StVO das Gegenteil. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Autos im Normalfall überall mit 50 km/h durch die Stadt rasen dürfen, während man Tempo 30 umständlich begründen muss. Es müsste genau anders herum sein.“

Bei der Aktion „FahrRad!“ können Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien ihre erradelten Kilometer auf einem Online-Portal eintragen. So kommen die Teilnehmenden gleichzeitig auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. Bei Mitmachaktionen und einem Quiz zu Fahrrad- und Klimathemen gibt es außerdem attraktive Preise zu gewinnen wie 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und Equipment für Radtouren.

Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats von AfR: „Klimaschutz und Freiheit stehen bei der jungen Generation an oberster Stelle – das zeigte sich auch sehr deutlich im Wahlverhalten der Erstwählenden bei den Bundestagswahlen. Das Fahrrad ist damit das ideale Verkehrsmittel für sie, denn es verkörpert beides.“


Mehr zur Aktion „FahrRad!“:

Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren können sich mit ihren Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien ab sofort und fortlaufend bis Ende August unter klima-tour.de anmelden. Jeder erradelte Kilometer kann auf dem Online-Portal eingetragen werden. Das bringt die teilnehmenden Gruppen gleichzeitig auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. An 18 Stationen auf der Online-Tour werden Fahrrad- und Klimathemen jugendgerecht präsentiert. Außerdem gibt es Mitmachaktionen und Quizfragen. Für die Kombination aus richtigen Antworten und gesammelten Fahrradkilometern können als Hauptgewinn bis zu 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und weiteres Equipment für kommende Radausflüge gewonnen werden. Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter finden auf der Webseite Unterrichtsmaterialien und Aktionsideen aus den Bereichen Fahrrad, Klimaschutz und Mobilitätsbildung. Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation mit der »AKTIONfahrRAD«.

 

Pressekontakt

VCD: Stephanie Päßler • Projektleitung „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ • klima-tour@vcd.org, bzw. Anne Fröhlich • VCD-Pressereferentin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

AKTIONfahrRAD: Ulrich Fillies • Vorsitzender des Beirats • info@aktionfahrrad.de • aktionfahrrad.de

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

AKTIONfahrRAD ist angetreten, um Kinder und Jugendliche frühzeitig und nachhaltig aufs Rad zu bringen. Deshalb muss auch vor dem Hintergrund der aktuellen Umwelt- Gesundheits- und Verkehrsproblematik spätestens in den Schulen damit begonnen werden, die Schülerinnen und Schüler verstärkt aufs Rad zu setzen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Lehrerinnen und Lehrer als starke Partner gebraucht. Für AKTIONfahrRAD bedeutet das, schulkonforme nachhaltige Projekte für sie zu schaffen, damit es ihnen möglich wird, im Schulbetrieb den Weg zum Fahrrad zu finden. Durch diverse Programme hilft AKTIONfahrRAD den Lehrkräften in den Schulen, das Fahrradfahren wieder populär und nachhaltig betreiben zu können.

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news-4072 Thu, 07 Oct 2021 12:10:00 +0200 Neuer Bußgeldkatalog: Ein halbgarer Kompromiss http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/neuer-bussgeldkatalog-ein-halbgarer-kompromiss/ Am morgigen Freitag wird im Bundesrat über den neuen Bußgeldkatalog abgestimmt. Nach dem langen Streit um die StVO-Reform in Folge eines Formfehlers im vergangenen Jahr soll mit dem Kompromiss die Sicherheit von Radfahrenden und Zufußgehenden nun endlich erhöht werden. Von einer echten Reform kann jedoch noch keine Rede sein, kommentiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD: „Der neue Bußgeldkatalog kann nur ein erster, kleiner Schritt bei der Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO) sein. Begrüßenswert sind Verbesserungen zur Sicherheit von Radfahrenden durch höhere Geldbußen für Geschwindigkeitsüberschreitungen, Falschparken und Halten auf Fuß- und Radwegen. Was jedoch fehlt, sind Fahrverbote für Rasende. Dabei wären sie ein wichtiges Signal: Rasen ist kein Kavaliersdelikt, Rasen gefährdet Menschenleben. Zu hohe Geschwindigkeiten sind die Unfallursache bei jedem dritten Verkehrstoten. Der neue Bußgeldkatalog bleibt daher nicht mehr als ein halbgarer Kompromiss: Ein wenig mehr Sicherheit für Radfahrende und Zufußgehende bei vergleichsweise geringen Konsequenzen für das Fehlverhalten von Autofahrenden.

Von einer neuen Bundesregierung erwarten wir, die Sicherheit von Radfahrenden, Zufußgehenden und insbesondere Kindern endlich konsequent zu verbessern. Dazu gehört die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts sowie ein größerer Handlungsspielraum für Kommunen mit Blick auf Tempolimits, Popup-Radwege und Parkregelungen.“

Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4070 Thu, 30 Sep 2021 11:30:00 +0200 „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“: Zehntausende Kinder entdecken die Freude am Zufußgehen – Gewinnerprojekte aus Mülheim an der Ruhr, Hattenhofen und Bad Münder http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten-zehntausende-kinder-entdecken-die-freude-am-zufussgehen-gewi/ Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ waren ein voller Erfolg: Trotz pandemiebedingter Einschränkungen haben zehntausende Kinder aus Schulklassen und Kitagruppen in ganz Deutschland seit dem 20. September 2021 unter dem Motto „Es geht auch ohne Elterntaxi!“ entdeckt, wie viel Spaß Zufußgehen machen kann. Dabei zeigten die Kinder, dass sie selbstständig und sicher zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zur Schule und zum Kindergarten kommen. Die vom ökologischen Verkehrsclub VCD und dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) organisierten Aktionstage enden am 01. Oktober 2021.
Berlin, 30. September 2021. „Es freut mich sehr, dass wieder so viele Kinder an unseren Aktionstagen teilgenommen haben. Manche von ihnen konnten so zum ersten Mal erleben, wie gut es tut, den Schulweg eigenständig und an der frischen Luft mit ihren Freundinnen und Freunden zu bestreiten. Und die Eltern konnten die Erfahrung machen, dass es tatsächlich sehr gut ohne das Elterntaxi geht – und dass sie ihren Kindern etwas Gutes tun, wenn sie es häufiger stehen lassen“, sagt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD.

Die besten Projektideen haben der VCD, VBE und das Deutsche Kinderhilfswerk mit Bewegungssets und Spielen ausgezeichnet. Der erste Platz geht an die Hölterschule aus Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) mit ihrer Aktion „Sicher zu Fuß zur Hölterschule“. Die Schule beeindruckte mit einem umfangreichen und äußerst vielfältigen Programm, das auf alle Altersstufen abgestimmt wurde. Dabei wurden die Aktionstage gleich zu einem ganzen Aktionsmonat ausgeweitet, bei dem sich alle Klassen mit unterschiedlichen Projekten beteiligten. Während die Jüngsten beispielsweise mit dem Konzept des Laufbusses vertraut gemacht wurden, sammelten andere Punkte beim Schulweg-Dart oder machten Schulwege durch selbst erstellte Schilder in der Umgebung präsent und sichtbar. Den zweiten Platz belegte die Kinderkrippe „Die kleinen Strolche“ aus Hattenhofen (Baden-Württemberg) mit ihrer Aktion „Der Weg ist das Ziel“. Die Kinderkrippe zeigte, wie auch bereits die kleinsten Kinder spielerisch an den Weg zu Fuß herangeführt werden können. Der dritte Platz geht an die Grundschule Bad Münder (Niedersachsen) mit der Aktion „Die Schulweg-Wette“. Dabei wetteten die Kinder und das Kollegium gegen den Elternverein, dass sie es schaffen, über zwei Schulwochen so oft wie möglich den Schulweg zu Fuß zu absolvieren.

„Die vielen tollen Projekte, die während der Aktionstage stattgefunden haben, zeigen die Kreativität der Kinder und ihren Willen zur Veränderung. Sei es auf dem Schul- und Kitaweg oder bei den vielerorts chaotischen Zuständen vor dem Eingang. Unser Fokus richtet sich neben den Kindern insbesondere auch auf die Eltern. Sie sind die Hauptverantwortlichen für die allmorgendlichen Autokarawanen. Hier können die Eltern von den Kindern lernen, dass Zufußgehen Spaß macht und zudem das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Vor den Schulen können wir immer öfter gefährliche Situationen beobachten. Je mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, desto gefährlicher wird es für die anderen Kinder. Das führt zu einem Zugzwang und am Ende ist es vor dem Schultor so gefährlich, dass kaum noch ein Kind zu Fuß gehen oder mit dem Rad oder Roller kommen kann. Wir brauchen ein Umdenken! Die Aktionstage haben auch in diesem Jahr wieder gezeigt, dass es möglich ist, mit kleinen Schritten die Lust am Laufen zu wecken. Wichtig wird sein, dass die Politik dies mit großen Schritten unterstützt, damit die Situation vorm Schultor wieder sicherer wird“, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE.

Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ standen unter der Schirmherrschaft von Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Botschafterin der Aktionstage war Fernsehmoderatorin Enie van de Meiklokjes.

 

Weitere Informationen:

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: zu-fuss-zur-schule.de

Tipps für den sicheren Schulweg: vcd.org/stelbststaendige-mobilitaet-kinder

 

Pressekontakt:

VCD Anne Fröhlich, Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

DKHW Uwe Kamp, Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.de • www.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

VBE Anne Roewer, Leitung Kommunikation • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.de • www.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

 

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news-4069 Wed, 22 Sep 2021 10:32:34 +0200 Bundestagswahl 2021: Verkehrswende wählen! Die vier wichtigsten Maßnahmen für bessere Mobilität http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/bundestagswahl-2021-verkehrswende-waehlen-die-vier-wichtigsten-massnahmen-fuer-bessere-mobilitaet/ Der VCD hat die Wahlprogramme der Parteien unter die Lupe genommen. Wer plant, die Verkehrswende entschlossen anzugehen? Und wer setzt bei Mobilität auf Stillstand? Diese vier Forderungen sind für den VCD zentral: ein Bundesmobilitätsgesetz als moderner Rechtsrahmen, eine Offensive für mehr Bus, Bahn, Rad- und Fußverkehr, der Abbau umweltschädlicher Subventionen und die Einführung neuer Höchstgeschwindigkeiten. Berlin, 22.09.2021. Zur Bundestagswahl hat der ökologische Verkehrsclub VCD die Wahlprogramme aller demokratischen Parteien im Bundestag mit seinen Forderungen an die nächste Bundesregierung verglichen: Was planen die Parteien in Sachen Antriebswende, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr? Wer setzt sich für mehr Sicherheit im Verkehr ein? Diese Wahl entscheidet darüber, ob wir eine Regierung mit klarem Kurs und Strategie für mehr Umwelt- und Klimaschutz bekommen. Nur mit einer entschlossenen Verkehrswende schaffen wir eine zukunftsfähige Mobilität für uns und unsere Kinder. 

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, sagt: „Bei dieser Wahl geht es um viel: Um die saubere Mobilität der Zukunft, ein gutes Leben und ein gerechtes Miteinander. Der nächste Verkehrsminister - oder warum nicht mal eine Verkehrsministerin - muss endlich langfristig und strategisch denken. Statt ein Sofortprogramm ans andere zu reihen, brauchen wir eine integrierte Verkehrsplanung. Die gelingt nur mit einem Bundesmobilitätsgesetz.“

Neben dem Bundesmobilitätsgesetz hat der VCD zur Bundestagswahl 2021 weitere Forderungen für die Verkehrswende aufgestellt. Höchste Priorität aus Sicht des Umweltverbandes haben:

  • Eine Ausbau- und Investitionsoffensive für den Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr mit Bussen und Bahnen sowie Sharing-Angeboten. Dazu muss die kommende Bundesregierung die Finanzmittel für den Ausbau der Infrastruktur erhöhen und sich stärker an den Betriebskosten des kommunalen ÖPNV beteiligen. Gleichzeitig muss der Ausbau der notwendigen Personalkapazitäten für die Planung und Umsetzung vor Ort vorangetrieben werden, damit diese beschleunigt werden kann. Der Deutschlandtakt ist die Richtschnur für den schienengebunden Personen- und Güterverkehr.
     
  • Der Abbau umweltschädlicher Subventionen und eine ökologische Umgestaltung der Steuern und Abgaben im Verkehr. Das fördert den klimagerechten Umbau unserer Mobilität und setzt Anreize für ein klimaschonendes Mobilitätsverhalten. Auf europäischer Ebene muss sich die Bundesregierung für eine ambitionierte Umsetzung des „Fit for 55-Pakets“ der EU-Kommission einsetzen. Dazu gehört insbesondere die Verschärfung der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw bis 2035. 
     
  • Eine Reform des Straßenverkehrsrechts, damit Kommunen einen größeren Handlungsspielraum für die Umsetzung von Maßnahmen zur Gestaltung der Verkehrswende vor Ort erhalten. Neue Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen, Landstraßen und innerorts – Tempo 120/80/30 – tragen zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen des Straßenverkehrs und zur Steigerung der Verkehrssicherheit bei. Als Maxime für die Verkehrssicherheit wird die Vision Zero explizit rechtlich verankert.

„Zu einer ökologischen und sozial gerechten Verkehrswende gibt es keine Alternative. Der VCD ruft alle Wählerinnen und Wähler auf, für Mensch, Natur und Klimaschutz zu stimmen und die Verkehrswende zu wählen“, sagt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD.

Alle VCD-Forderungen zur Bundestagswahl: https://www.vcd.org/bundestagswahl-2021/

Die Parteiprogramme im Wahlcheck: https://www.vcd.org/artikel/vcd-wahlcheck-2021/


Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4067 Mon, 20 Sep 2021 08:53:47 +0200 Zum autofreien Tag am 22. September: StVO modernisieren, um Infrastruktur für S-Pedelecs fit zu machen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zum-autofreien-tag-am-22-september-stvo-modernisieren-um-infrastruktur-fuer-s-pedelecs-fit-zu-machen/ Schnelle Pedelecs, auch S-Pedelecs genannt, bergen großes Potenzial, den Autoverkehr auf klimafreundliche Alternativen zu verlagern. Zum autofreien Tag am 22.09.2021 veröffentlichen der ökologische Verkehrsclub VCD, Bundesverband Zukunft Fahrrad e.V. (BVZF) und der Verbund Service und Fahrrad (VSF) ein Hintergrundpapier, das zeigt, welche Stärken S-Pedelecs haben und wie sie den Mobilitätsmix sinnvoll ergänzen. Berlin, 20. September 2021. Die größte Stärke von S-Pedelecs liegt in ihrer Geschwindigkeit: Über 30km/h sind mit ihnen möglich, damit können sie auch auf längeren Strecken problemlos das Auto ersetzen. Besonders für Pendelnde sind die schnellen, von einem Elektromotor unterstützten, Speed-Pedelecs eine klima- und gesundheitsfreundliche Mobilitätsalternative, die Kraft spart und in Anschaffung und Betrieb weitaus kostengünstiger ist als ein Auto. Studien zeigen jedoch, dass bislang nur 11 Prozent der Wege im Berufsverkehr mit dem Rad zurückgelegt werden, obwohl 64 Prozent aller Pkw-Fahrtstrecken kürzer als 10 km sind. Aus Sicht der Mobilitätsverbände besteht hier ein großes, ungenutztes Verlagerungspotenzial gerade auch bei Strecken, die länger als 10 km sind.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung: „Um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen, kommen wir nicht umhin, das Autoaufkommen drastisch zu reduzieren. Das Potenzial von S-Pedelecs wurde bislang vernachlässigt und das können und dürfen wir uns nicht länger leisten. S-Pedelecs sind eine sinnvolle und wirksame Ergänzung für einen klima- und gesundheitsfreundlichen Mobilitätsmix – sofern die Politik die passenden Rahmenbedingungen schafft.“

Dass S-Pedelecs in Deutschland für viele noch keine attraktive Alternative sind, liegt vor allem an mangelnder Infrastruktur und komplizierten Regelungen. Laut StVO gelten sie als Kleinstkrafträder und dürfen deshalb nur auf Straßen gefahren werden. Rad-, Wald- oder Feldwege sind für S-Pedelecs untersagt. Dadurch ist der direkte Weg von A nach B oft nicht möglich und zeitaufwendige Umwege müssen eingeplant werden. Dieses Verbot ist für die Verbände nicht nachvollziehbar. Denn die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit liegt auch bei S-Pedelecs nur bei rund 23 km/h – das entspricht schnellem Radfahren ohne zusätzlichen Antrieb.
 
Alexander Rosenthal, BVZF-Referent für politische Kommunikation: „Das S-Pedelec kann für Pendler*innen auch für längere Strecken eine echte umweltfreundliche Konkurrenz zum PKW sein. Und es ist absolut verkehrstauglich: gedrosselt auf dem Radweg und voll ausgefahren auf der Straße kann man gut angepasst und ohne große Manöver im Verkehrsfluss mitschwimmen. Damit das S-Pedelec noch attraktiver wird, muss die zu starre Autostraßen-Benutzungspflicht reformiert werden.“

Die Infrastrukturproblematik spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen wider. Lediglich ein Prozent aller verkauften E-Bikes in Deutschland sind S-Pedelecs, während ihr Anteil in der Schweiz mit etwa 25 Prozent deutlich höher liegt. Dabei überzeugen die Gefährte nicht nur mit ihrer Geschwindigkeit, sondern auch durch ihre Flächeneffizienz. Da sie nur 10 Prozent der Stellplatz- und 20 Prozent der Verkehrsfläche eines Autos beanspruchen, entlasten sie das Verkehrsaufkommen maßgeblich.

Jasper Berg, Leiter des VSF-Hauptstadtbüros: „Wenn wir es schaffen, gemeinsam mit der Politik bessere Rahmenbedingungen für das S-Pedelec zu gestalten, können wir vielen Menschen – besonders Pendler*innen mit längeren Strecken – eine echte Alternative zum Auto anbieten. Im Ergebnis können wir Verkehrsströme entzerren, Flächen effizienter nutzen, unserer Gesundheit einen Gefallen tun und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr leisten.“

Um das Potenzial von S-Pedelecs für die Verkehrswende zu nutzen, braucht es aus Sicht des VCD, BVZF und VSF eine Erweiterung des Wegenetzes. Kommunen müssen die Entscheidungshoheit haben, geeignete Radwege sowie Fahrradstraßen und Radschnellwegeverbindungen für S-Pedelecs freizugeben. Außerdem müsse mehr Aufklärung über Unterschiede zu normalen (E-)Fahrrädern betrieben werden, um aggressivem Verhalten oder riskanten Überholmanövern von Autofahrenden vorzubeugen. Nur wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, können möglichst viele klimafreundlich und sicher auch auf den schnellen Zweirädern unterwegs sein.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in unserem Hintergrundpapier.


Pressekontakte

Ökologischer Verkehrsclub VCD
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter:@VCDeV 

Bundesverband Zukunft Fahrrad e.V.
Andrea Richter, Presse und Kommunikation • Telefon 0160 79 58 027 • presse@bvzf.orgwww.zukunft-fahrrad.org • Twitter: @ZukunftFahrrad

Verbund Service und Fahrrad, VSF e.V.
Melanie Harms-Ensink • Tel.: +49 6421 – 8854 729 • presse@vsf-mail.dewww.vsf.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Bundesverband Zukunft Fahrrad e.V.
Der Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF) ist ein Zusammenschluss dynamischer und innovativer Unternehmen aller Bereiche der Fahrradwirtschaft: Dienstleister, Hersteller, Start-ups der Digitalisierung, Händler und Zulieferer. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Dienstleistungen. Als neue und etablierte Unternehmen in einem stark wachsenden und sich stetig verändernden Markt haben alle ein gemeinsames Ziel: die nachhaltige Mobilitätswende.

Verbund Service und Fahrrad
Der VSF ist ein unabhängiger Fachverband der Fahrradbranche, der mehr als 300 Händler, Hersteller und Dienstleister vertritt. Er steht für einen hohen Qualitätsanspruch, Nachhaltigkeit, Fairness und Verlässlichkeit. Seine Kernkompetenzen liegen in der Vernetzung der Branche und in der Zusammenarbeit mit der Politik. Der VSF entwickelt innovative Konzepte für den unternehmerischen Erfolg seiner Mitglieder und engagiert sich leidenschaftlich für einen wachsenden Radverkehrsanteil. Seine Mitglieder und Partner schätzen die intensive Zusammenarbeit und das starke Gemeinschaftsgefühl.

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news-4066 Sun, 19 Sep 2021 17:48:32 +0200 Kidical Mass: Zehntausende Kinder erobern die Straßen zurück! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kidical-mass-xxx-kinder-erobern-die-strassen-zurueck/ Zehntausende Kinder und ihre Familien haben bei der Kidical Mass in über 130 Städten am Wochenende 18./19. September 2021 für ein neues Verständnis von Mobilität demonstriert. Eine Woche vor der Bundestagswahl forderten sie ein inklusives und kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht und mehr Platz auf den Straßen für die nächste Generation. Denn von kinder- und fahrradfreundlichen Orten profitieren alle. Berlin, 19. September 2021. „Das Wochenende hat gezeigt, dass sich viele Menschen, ob in der Stadt oder auf dem Land, Veränderungen wünschen und bereit sind, diese auf der Straße einzufordern“, so Simone Kraus von der Kidical Mass Köln. „Dafür muss die neue Bundesregierung ein klares Zeichen setzen: mit einem kinderfreundlichen Straßenverkehrsrecht mit Fokus auf selbständige und sichere Mobilität von Kindern. Dazu gehört an erster Stelle die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts.“

Auch der Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD, Stefan Bajohr, zieht eine positive Bilanz: „Das Aktionswochenende war ein voller Erfolg! Mit großer Freude habe ich gesehen, wie im ganzen Land Eltern mit ihren Kindern auf der Straße waren, um dringend nötige Veränderungen im Verkehr einzufordern. Damit unsere Kinder die Möglichkeit haben, sicher eigenständig unterwegs zu sein brauchen wir: geschützte Radwege, Tempo 30 innerorts und verkehrsberuhigte Zonen vor Schulen und Kitas. Geben wir unseren Kindern endlich Vorfahrt!“

Mehr Sicherheit und Freiheit für alle Menschen von 0 bis 99

Die Kidical Mass macht Kinder sichtbar und gibt ihnen eine Stimme im Verkehr. Eine kindgerechte Mobilitätsplanung stellt ihre Bedürfnisse nach Platz und Sicherheit in den Fokus. Das Aktionswochenende möchte Lust auf Veränderungen machen. Denn Straßen sollen Menschen nicht gefährden – sie sollen Menschen verbinden.

Einfache Lösungen, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden können, gibt es zahlreich. Die dazu passenden Studien wurden in den Nachbarländern bereits durchgeführt. Auch viele Kommunen sind bereit zur Tat – leider fehlen immer noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, klare Ziele, langfristige Finanzierungsmöglichkeiten und Personal.

„Es wird höchste Zeit, dass wir den Kindern das zurückgeben, worauf sie seit Jahrzehnten verzichten müssen, sich selbständig und sicher, frei und unbeschwert in ihrer Umgebung bewegen zu können“, erklärt Simone Kraus.

Die Kidical Mass fordert, dass kurzfristig die Infrastruktur rund um Schulen und Kitas kindgerecht gestaltet werden muss: Schulstraßen, d.h. Straßensperrungen zu Schulbeginn und -ende führen unmittelbar zu mehr radelnden und laufenden Kindern. Diese Situation soll mittelfristig weiter verbessert werden, indem Schulen durch sichere Schulradwege-Netze miteinander ver- und an ihr Einzugsgebiet angebunden werden.

Die Forderungen des Kidical Mass Aktionsbündnisses:

  • Sichere Schulradwege-Netze bis 2030
  • Schulstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche vor Schulen und Kitas     
  • Stetige jährliche Finanzierung mit konkreten Zielvorgaben an die Kommunen
  • Kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht, v.a. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, geschützte und baulich getrennte, breite Radwege an Hauptstraßen, Spielstraßen, Wohngebiete ohne Durchgangsverkehr, Vision Zero (null Verkehrstote)

Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir bei den Kindern beginnen. Das Fahrrad ist Zukunftsmobilität. Die #FahrradGeneration steht in den Startlöchern.

Hashtags: #FahrradGeneration #KidicalMass 


Hinweis an Redaktionen

Foto- und Filmmaterial finden Sie auf der Aktionswebsite.


Pressekontakt

VCD: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Kidical Mass: Sebastian Züger • Pressesprecher • 0170 480 94 25 • presse@kinderaufsrad.org • www.kinderaufsrad.org

 

Hintergrund Kidical Mass

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Das Format hat Kinder und nachhaltige Mobilität im Fokus und setzt sich für lebenswerte Städte ein. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Die Kidical Mass gibt den Kindern eine Stimme im Verkehr, zeichnet ein positives Zukunftsbild, vernetzt und mobilisiert Alt und Jung über die Grenzen der Radszene hinaus.    

Mit dem Aktionswochenende am 18. / 19. September 2021 findet die Kidical Mass zum zweiten Mal zeitgleich in ganz Deutschland und darüber hinaus statt. Die Kidical Mass Köln ist Koordinatorin. ADFC, Campact, Changing Cities, Deutsches Kinderhilfswerk, VCD und Unicef sind die diesjährigen überregionalen Unterstützer*innen. Herzstück sind über 200 lokale Organisationen. Ein einzigartiges Netzwerk: dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark.
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.


 

 

 

 

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news-4063 Thu, 16 Sep 2021 10:06:40 +0200 „Es geht auch ohne Elterntaxi!“ – Deutsches Kinderhilfswerk, VCD und VBE starten bundesweite Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/es-geht-auch-ohne-elterntaxi-deutsches-kinderhilfswerk-vcd-und-vbe-starten-bundesweite-aktionstage-z/ Am Montag beginnen in ganz Deutschland die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, zu denen der ökologische Verkehrsclub VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) aufrufen. Unter dem Motto „Es geht auch ohne Elterntaxi!“ legen zehntausende Kinder im Aktionszeitraum vom 20. September bis 01. Oktober ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurück. Berlin, 16. September 2021. Kein Sportunterricht, kein Vereinstraining, kein Freizeitsport mit Freund*innen – und das über Monate. Durch die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen haben sich Kinder und Jugendliche in den vergangenen Monaten noch weniger bewegt als vor der Pandemie. Daher ist es jetzt umso wichtiger, dass sie möglichst viele Wege aktiv an der frischen Luft zurücklegen: zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Roller. Mit den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ wollen der ökologische Verkehrsclub VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) Kinder, Eltern und Beschäftigte im Bildungsbereich dazu ermuntern, mit Projekten und Initiativen zu zeigen, dass es auch ohne „Elterntaxi“ geht.

Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Schirmherrin der Aktionstage: „Mit den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ wollen wir den Weg zu Bildungseinrichtungen sicherer machen. Ob zu Fuß, mit dem Rad oder dem Tretroller: Wichtig ist, dass Kinder Selbstvertrauen und Selbstständigkeit im Straßenverkehr erlangen. Sie lernen, ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. Die Akzeptanz der Eltern und das Vertrauen in ihre Kinder wachsen. Als Schirmherrin der Aktionstage freut es mich deshalb sehr, dass sich viele Schulen und Lerngruppen an den Aktionstagen beteiligen. Ich wünsche allen Kindern auf ihrem Weg zur Schule oder Kita eine bewegte Zeit.“

Die Website der Aktionstage bietet viele Ideen, wie Eltern, Schulen und Kitas den Aktionszeitraum bunt und kreativ gestalten können. Mit einem gemeinsam entwickelten Fragebogen können Kinder beispielsweise ihren eigenen Schulweg überprüfen. Der Fragebogen dient dazu, Sicherheitslücken auf dem Schulweg zu identifizieren. Bei gefährlichen Stellen können dann beispielsweise neue Sicherheitsvorkehrungen gemeinschaftlich angebracht werden.

Eine andere Idee ist das Texten eines eigenen Rap-Songs, mit dem die Schüler*innen und das Lehrpersonal noch vor der ersten Stunde auf falsch parkende Elterntaxis aufmerksam machen und diese auf charmante Art darauf hinweisen können, den ausgewiesenen Elternparkplatz zu nutzen. Auch Kinder, die einen sehr weiten Schulweg haben, können bei den Aktionstagen mitmachen und den eigenen Schulweg aktiver gestalten. Sie können sich beispielsweise vom Schulbus nicht direkt zur Schule, sondern zu Laufbusstationen im Umkreis bringen lassen und den Rest des Weges gemeinsam zu Fuß bewältigen.

Enie van de Meiklokjes, Botschafterin der Aktionstage: „Es gibt bei eigentlich jedem Wetter fast nichts Schöneres, als den Tag mit ein bisschen Bewegung draußen an der frischen Luft zu starten. Und genau deshalb sollten Kinder möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule oder in den Kindergarten kommen und eben nicht mit dem Elterntaxi. Laufen, radeln und rollern macht viel Spaß und gesund ist es auch noch. Denn es stärkt die Abwehrkräfte und beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor. Zudem können die Kinder auf dem Schul- oder Kitaweg gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden vieles erleben und besprechen, Quatsch machen und lachen. Sie nehmen ohne Elterntaxi ihre Umgebung bewusster wahr und lernen, sich selbstständig im Verkehr zu bewegen. Das lernen sie nicht auf der Rückbank im Auto.“

Weitere Informationen:

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: zu-fuss-zur-schule.de

Aktionsideen: zu-fuss-zur-schule.de/mitmachen/aktionsideen

Gemeinsames Forderungspapier: vcd.org/forderungen-sicherer-schulweg


Pressekontakt:

VCD Anne Fröhlich, Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

DKHW Uwe Kamp, Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.de • www.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

VBE Anne Roewer, Leitung Kommunikation • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.de • www.vbe.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-4060 Tue, 14 Sep 2021 11:56:08 +0200 Kidical Mass fordert von der neuen Bundesregierung: "Lasst Kinder selbständig und sicher Fahrrad fahren!" http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kidical-mass-fordert-von-der-neuen-bundesregierung-lasst-kinder-selbstaendig-und-sicher-fahrrad-fahr/ In über 130 Städten gehen Kinder und ihre Familien im Rahmen der Kidical Mass am 18. und 19. September für ein neues Verständnis von Mobilität auf die Straße. Eine Woche vor der Bundestagswahl fordern sie ein inklusives und kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht und mehr Platz auf den Straßen für die nächste Generation. Denn von kinder- und fahrradfreundlichen Orten profitieren alle. Berlin, 14. September 2021. Kinder dürfen nicht mehr auf der Straße spielen. Teilweise wird es ihnen verboten, zur Schule zu radeln. Des Öfteren werden Eltern als fahrlässig beschimpft, weil sie ihre Kinder selbständig zur Schule fahren oder laufen lassen. 

Die Verkehrsinfrastruktur ist für das Auto gemacht. Radwege sind oft viel zu schmal, holprig oder gar nicht vorhanden. Auch Kreuzungen und Einmündungen sind selten für den Radverkehr ausgelegt und darum passieren hier die meisten Unfälle. Eltern und Kinder trauen sich daher teilweise nicht einmal kurze Strecken auf dem Rad zu, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

Ein neues Verständnis von Mobilität: vom verkehrsgerechten Kind zum kindgerechten Verkehr

Es geht auch anders: mit einer kindgerechten Mobilitätsplanung. Die Kidical Mass möchte Lust auf Veränderungen machen. Denn Straßen sollen Menschen nicht gefährden – sie sollen Menschen verbinden.

“Wir wollen, dass sich alle Kinder und Jugendlichen sicher und selbständig mit dem Fahrrad bewegen können”, so Co-Organisatorin Simone Kraus aus Köln. “Die Bedürfnisse von Kindern im Verkehr sollen im Fokus stehen: Platz und Sicherheit.” Die Kidical Mass steht für ein neues Verständnis von Mobilität – mit mehr Sicherheit und Freiheit für alle Menschen von 0 bis 99.

„Jeder sollte ohne Angst aufs Fahrrad steigen können. Auch unsere Kinder“, betont Stefan Bajohr, Bundesvorsitzender des VCD. „Solange die Verkehrspolitik jedoch dem Auto Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmenden einräumt, ist das nicht möglich. Reduzierte Geschwindigkeiten und eine gerechte Platzverteilung machen klimafreundliche Mobilität für Jung und Alt attraktiv und erhöhen die Lebensqualität für alle", so Bajohr weiter.

Straßen sollen verbinden. Einfache Lösungen, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden können, gibt es zahlreich. Die dazu passenden Studien wurden in den Nachbarländern bereits durchgeführt. Auch viele Kommunen sind bereit zur Tat – leider fehlen immer noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, klare Ziele, langfristige Finanzierungsmöglichkeiten und Personal.

Deswegen muss die neue Bundesregierung jetzt ein klares Zeichen pro Verkehrswende setzen: mit einem kinderfreundlichen Straßenverkehrsrecht mit Fokus auf selbständige und sichere Mobilität von Kindern. Dazu gehört an erster Stelle die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts.

Kurzfristig muss die Infrastruktur rund um Schulen und Kitas kindgerecht gestaltet werden: Schulstraßen, d.h. Straßensperrungen zu Schulbeginn und -ende führen unmittelbar zu mehr radelnden und laufenden Kindern. Diese Situation soll mittelfristig weiter verbessert werden, indem Schulen durch sichere Schulradwege-Netze miteinander ver- und an ihr Einzugsgebiet angebunden werden.

Die Forderungen des Kidical Mass Aktionsbündnisses:

  • Sichere Schulradwege-Netze bis 2030
  • Schulstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche vor Schulen und Kitas     
  • Stetige jährliche Finanzierung mit konkreten Zielvorgaben an die Kommunen
  • Kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht, v.a. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, geschützte und baulich getrennte, breite Radwege an Hauptstraßen, Spielstraßen, Wohngebiete ohne Durchgangsverkehr, Vision Zero (null Verkehrstote)

Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir bei den Kindern beginnen. Das Fahrrad ist Zukunftsmobilität. Die #FahrradGeneration steht in den Startlöchern.

Hashtags: #FahrradGeneration  #KidicalMass 


Hinweis an Redaktionen

Foto- und Filmmaterial finden Sie auf der Aktionswebsite.


Pressekontakt

VCD: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Kidical Mass: Sebastian Züger • Pressesprecher • 0170 480 94 25 • presse@kinderaufsrad.org • www.kinderaufsrad.org

 

Hintergrund Kidical Mass

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Das Format hat Kinder und nachhaltige Mobilität im Fokus und setzt sich für lebenswerte Städte ein. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Die Kidical Mass gibt den Kindern eine Stimme im Verkehr, zeichnet ein positives Zukunftsbild, vernetzt und mobilisiert Alt und Jung über die Grenzen der Radszene hinaus.    

Mit dem Aktionswochenende am 18. / 19. September 2021 findet die Kidical Mass zum zweiten Mal zeitgleich in ganz Deutschland und darüber hinaus statt. Die Kidical Mass Köln ist Koordinatorin. ADFC, Campact, Changing Cities, Deutsches Kinderhilfswerk, VCD und Unicef sind die diesjährigen überregionalen Unterstützer*innen. Herzstück sind über 200 lokale Organisationen. Ein einzigartiges Netzwerk: dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark.
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.


 

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news-4057 Sat, 11 Sep 2021 15:39:14 +0200 #aussteigen-Demo: 25.000 protestieren zur IAA für eine echte Mobilitätswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/aussteigen-demo-25000-protestieren-zur-iaa-fuer-eine-echte-mobilitaetswende/ 25.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben heute in München anlässlich der IAA mit einer großen Fahrrad-Sternfahrt und Fußgängerdemo für eine echte Mobilitätswende demonstriert. Unter dem Motto #aussteigen forderte die bunte Demo eine klare Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr. Die Politik müsse sich endlich aus der erdrückenden Umarmung der Automobilindustrie befreien, um einen klimafreundlichen Verkehr für alle zu ermöglichen, so das Bündnis aus ADFC, Attac, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD, das zu den Protesten aufgerufen hatte. „Es ist ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende, dass zehntausende Menschen aus ganz Deutschland unserem Aufruf gefolgt sind – trotz der vielen Stolpersteine, die uns die Behörden bis zur letzten Minute in den Weg gelegt haben. Die Menschen wollen eine andere Verkehrspolitik, konsequenten Klimaschutz im Verkehr und gute Alternativen zum eigenen Auto. Und sie fallen nicht auf die grünen Blinkmanöver der Automobilindustrie auf der IAA herein. Vorfahrt allein fürs Auto ist vorbei, dicke Spritschlucker und Platzfresser sind nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen eine Politik, die Rad, Fuß, Bus und Bahn klar priorisiert und Klimaschutz im Verkehr ernst nimmt“, so das Bündnis.  

Große, bunte Demo für mehr Rad, Fuß, ÖPNV

Eine #aussteigen-Radstafette aus Frankfurt war bereits am 6. September Richtung München aufgebrochen. Heute am frühen Morgen starteten große Gruppen von Radfahrenden unter anderem aus Regensburg, Augsburg und Rosenheim zur großen Fahrraddemo. Insgesamt 16 Fahrradrouten mit zehntausenden Menschen aus dem ganzen Münchner Umland führten zur Fußgängerdemo in der Münchner Innenstadt. Auf der letzten Etappe der Sternfahrt schloss sich eine Kinderdemo an, bei der zahlreiche Familien sichere Wege besonders auch für Kinder forderten. Bei der großen Abschlusskundgebung auf der Theresienwiese forderte das Demo-Bündnis die faire Verteilung des öffentlichen Raumes mit Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, den massiven Ausbau von Bus und Bahn und klimaneutralen Verkehr bis 2035.

Behörden erschweren zivilgesellschaftlichen Protest

Die Organisation der #aussteigen-Demo wurde im Vorfeld erheblich durch die bayerischen Behörden erschwert. Mehrere Routen mussten wenige Tage vor der Demo erheblich umgeplant werden, die Führung über Autobahnabschnitte wurde gänzlich untersagt. Der Alltagsradverkehr in München war während der IAA erheblich behindert. Das Bündnis kritisierte die Ungleichbehandlung der Zivilgesellschaft gegenüber der Automobilindustrie bei der Nutzung des öffentlichen Raums scharf.          

Über das Bündnis

Zum Aktionsbündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC), das globalisierungskritische Netzwerk Attac, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Campact, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und der ökologische Verkehrsclub VCD. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. 

Hinweise an Redaktionen: Aktuelle Fotos der #aussteigen-Demo gibt es ab ca. 15.30 Uhr auf www.iaa-demo.de/presse.

 

Pressekontakt VCD
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV
Die Pressekontakte der anderen Bündnis-Mitglieder finden Sie auf www.iaa-demo.de/presse.


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-4055 Sat, 11 Sep 2021 05:00:00 +0200 IAA: Eine Automesse ist kein Ort, um über die Mobilität der Zukunft zu sprechen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/iaa-eine-automesse-ist-kein-ort-um-ueber-die-mobilitaet-der-zukunft-zu-sprechen/ Während auf der IAA 2021 übermotorisierte Boliden um die Wette funkeln, kommen heute Tausende Menschen zu einer zeitgleichen Sternfahrt und Fußdemo zusammen: Gemeinsam treten sie ein für eine Mobilitätswende mit weniger Autos und besseren Alternativen der Fortbewegung. Veranstaltet werden die Aktionen von ADFC, attac, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), BUNDjugend, campact, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands, Naturfreundejugend und dem ökologischen Verkehrsclub VCD.  

Als Veranstalter gibt sich die Autolobby bei der IAA 2021 kurz vor der Bundestagswahl große Mühe, ihre Autoshow dieses Mal als Mobilitätsmesse zu vermarkten. Doch auch mit neuem Standort und nachhaltigem Look bleibt die IAA das, was sie schon immer war: ein Marketing-Event der Autobranche. Einer Branche, die ihr Geld noch immer mit dem Verbrennungsmotor verdient und so die Klimakrise weiter befeuert. Einer Branche, die durch ihre Lobbymacht dafür sorgt, dass hierzulande Verkehrspolitik seit Jahrzehnten vor allem Autopolitik ist. Damit kann diese Messe nicht der Ort sein, um ernsthaft über die Mobilität der Zukunft zu sprechen.

Rebecca Peters, ADFC-Vizebundesvorsitzende: „Heute, bei unserer großen Fahrraddemo, hat der Radverkehr mal richtig viel Platz. Im Alltag aber kämpfen sich Radfahrende durch Straßen, die nicht für sie gemacht sind. Das muss sich ändern! Der Autoverkehr muss abspecken. Die nächste Bundesregierung muss Fuß, Rad und ÖPNV priorisieren.“

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Die nächste Bundesregierung hat in der Hand, wie wir uns künftig fortbewegen. Statt immer neue Straßen für immer mehr und größere Autos zu bauen, muss das Geld in den Ausbau der öffentlichen Verkehre fließen. Gleichzeitig braucht es unmittelbar nach der Wahl eine Entscheidung für ein generelles Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen: Das ist die einfachste und effektivste Maßnahme, um schnell und merklich CO2-Emissionen zu senken.“

Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand Campact: „Wie massiv Union und SPD beim Klimaschutz gescheitert sind, zeigt sich beim Verkehr. Die CO2-Emissionen steigen. Tausende fordern nun von der neuen  Regierung die Verkehrswende – fürs Klima. Zugleich bedeuten Städte mit weniger Autos und Dörfer mit besserer Anbindung mehr Lebensqualität für alle.“

Barbara Metz, DUH: „Die Show, die die Hersteller hier abziehen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Geschäftsmodell die Klimakrise weiter anheizt. Doch wir brauchen verbindliche Entscheidungen jetzt - deshalb gehen wir gegen BMW und Mercedes nun auch juristisch vor. Wir können nicht hinnehmen, dass sie weiterhin die Klimaziele torpedieren.“

Kerstin Haarmann, VCD: „Die nächste Regierung muss beim Klimaschutz aufholen, was die Vorgänger verschlafen haben. Gerade im Verkehr müssen wir entschlossen umsteuern und den Autoverkehr reduzieren. Unsere Infrastruktur müssen wir so planen und bauen, dass endlich Mensch und Umwelt im Mittelpunkt stehen. Das gelingt aber nicht ohne einen Masterplan - ein Bundesmobilitätsgesetz. Nur so schaffen wir gute Mobilität für alle.“

Mehr Informationen: www.iaa-demo.de

 

Kontakte:

Stephanie Krone, Pressesprecherin ADFC, 030/209149865, presse@adfc.de

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin DUH
 0170 7686923, metz@duh.de

Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte, Mobil: 0151-56313302, E-Mail: jens.hilgenberg@bund.net

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD, 030/280351-19, E-Mail: michael.mueller-goernert@vcd.org

Iris Karolin Rath, Pressereferentin Campact und WeAct, Mobil: 01512 21 25 420, E-Mail: presse@campact.de
 

Pressekontakt VCD:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-4051 Thu, 09 Sep 2021 11:11:34 +0200 Umweltorganisationen kritisieren: Wahlkampfparolen zur Planungsbeschleunigung sind Ablenkungsmanöver für versäumte Klimapolitik http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/umweltorganisationen-kritisieren-wahlkampfparolen-zur-planungsbeschleunigung-sind-ablenkungsmanoever/ Die Umweltorganisationen BUND, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, NABU, WWF, VCD und der Umweltdachverband DNR haben die Spitzenkandidat*innen der Parteien zur Bundestagswahl aufgefordert, sich für eine faktenbasierte und wirksame Verbesserung von Planungs- und Genehmigungsverfahren einzusetzen. Zugleich warfen sie den Vertreter*innen der Regierungsparteien Scheinheiligkeit in Bezug auf den mangelnden Fortschritt bei der Energie- und Verkehrswende vor. In einem Offenen Brief kritisieren die Verbände die undifferenzierten und einseitigen Botschaften im Wahlkampf, wonach Verzögerungen beim nötigen ökologischen Umbau der Infrastruktur vor allem durch geltendes Umweltrecht, durch eine übermäßige Beteiligung und durch Klagen anerkannter Umweltverbände verursacht würden. „Es ist unredlich, mit dem Finger auf andere zu zeigen, um damit vom eigenen Versagen oder gar Blockadehaltungen abzulenken. Die bisher im Wahlkampf getätigten Aussagen vermitteln den Eindruck einer Symbolpolitik zu Lasten von Natur und Umwelt und werden den Herausforderungen keinesfalls gerecht“, so die Umweltorganisationen.

Betrachte man die Faktenlage genauer, so werde schnell klar, dass es weitaus relevantere Hindernisse für die schnellere Umsetzung von Planungsverfahren gibt. Hierzu gehören die Unübersichtlichkeit und ständige Änderung rechtlicher Regelungen, fehlende Ausführungsvorschriften für den Vollzug unbestimmter Rechtsbegriffe, fehlendes oder überlastetes Fachpersonal in Planungs- und Genehmigungsbehörden oder Planungsänderungen durch den Vorhabenträger während des Verfahrens. Auch das Argument, die Umweltverbände würden übermäßig gegen Infrastrukturplanungen klagen, trifft nicht zu. Von 2017 bis 2020 lag der Anteil der durch Verbandsklagen veranlassten Entscheidungen gegen Infrastrukturvorhaben lediglich bei 0,0004 Prozent im Verhältnis zu allen durch die Verwaltungsgerichte abgeschlossenen Verfahren.

Die Umweltorganisationen betonen in ihrem Offenen Brief, dass bestimmte Vorhaben eine hohe Priorität und Beschleunigung begründen können, wenn sie einen klaren Beitrag zur Energie- und Mobilitätswende sowie zum Ziel der Klimaneutralität leisten. Notwendig ist hierfür eine strikte Priorisierung nach dem Klima- und Verkehrsnutzen, anstatt hunderte von Einzelprojekten parallel zu planen. Darüber hinaus sind eine Verbesserung des Planungsmanagements mit Evaluierung aller Planungsverfahren, eine Stärkung der personellen Ausstattung von Planungsbehörden sowie eine konsequente frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung mit Umweltprüfung dringend erforderlich. „Wir appellieren an die Parteispitzen, zielführende Initiativen für eine Planungsbeschleunigung im Einklang mit dem Umweltrecht zu ergreifen, anstatt im Wahlkampf mit populistischen Botschaften von den Versäumnissen in der Klimapolitik abzulenken“, so die Forderung der Verbände.

Der Offene Brief der Verbände ist unter www.dnr.de erhältlich.

Für Rückfragen
BUND | Jens Hilgenberg, Tel. 030-27586-467, jens.hilgenberg@bund.net
DUH | Dr. Cornelia Nicklas, Tel. 0162 6344657, nicklas@duh.de
DNR | Florian Schöne, Tel. 030 678 1775 99, florian.schoene@dnr.de
Greenpeace | Stefan Krug, Tel. 0171 – 8780836, stefan.krug@greenpeace.org
NABU | Daniel Rieger, Tel. 030-284984-1927, daniel.rieger@nabu.de
VCD | Alexander Kaas Elias, Tel. 030-280351-281, alexander.kaaselias@vcd.org
WWF | Lea Vranicar, Tel. 0151-18854846, lea.vranicar@wwf.de


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Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-4052 Wed, 08 Sep 2021 11:46:00 +0200 Autobahn-Verbot bestätigt: #aussteigen-Bündnis kritisiert Entscheidung scharf http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/autobahn-verbot-bestaetigt-aussteigen-buendnis-kritisiert-entscheidung-scharf/ Auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die Klage des #aussteigen-Bündnisses auf Freigabe der Autobahnen für die IAA-Fahrraddemo am 11.9. abgewiesen. Die Organisationen sehen mit diesen Verboten das Recht auf Versammlungsfreiheit massiv verletzt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof folgt mit der neuerlichen Abweisung der Klage des Bündnisses der Einschätzung des Münchner Verwaltungsgerichts. Das hatte die Klage aufgrund der erwarteten hohen Teilnehmerzahlen, des hohen Verkehrsaufkommens, auch aufgrund der IAA, und wegen eines angeblich fehlenden Bezugs zu speziell diesen beiden Autobahnabschnitten der A94 und A96 abgelehnt. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs stößt auf scharfe Kritik beim IAA-Demo-Bündnis #aussteigen.

„Es zeigt sich wieder: Die Autobahn ist das Heiligtum der deutschen Verkehrspolitik“, betonen die am Demo-Bündnis beteiligten Verbände gemeinsam. „Sie darf aber nicht unantastbar sein, wenn es um den berechtigten Protest vieler Menschen gegen den weiteren Autobahnausbau geht, der die Klimakrise weiter verschärft. Das Versammlungsrecht muss auch auf der Autobahn gelten, um dort für eine grundlegende Mobilitätswende und mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Zumal wenn der IAA dort für die ‚Blue Lane’ unkompliziert eine Extra-Fahrspur eingerichtet wird.“

Für eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht bleibt aus Sicht der Umweltschutzverbände jedoch keine Zeit mehr. „Wir brauchen jetzt Planungssicherheit für einen geordneten und sicheren Ablauf und die Teilnehmer*innen der Radsternfahrt, die bereits Samstag über die Bühne geht.“

Geänderte Routen mit neuen Start- und Zeitpunkten
Nachdem die Stadt vergangenen Freitag angekündigt hatte, weitere Routen streichen, verlegen oder kürzen zu wollen, liefen intensive Verhandlungen mit den Behörden. Der Ausfall kompletter Demozüge konnte abgewendet werden, auch der Start vom Müllberg im Münchner Norden ist vom Tisch. Der Treffpunkt am Nymphenburger Schloss entfällt und wird in die Parkharfe im Olympiapark verlegt. Die Route ab Studentenstadt startet jetzt am dortigen Park + Ride Parkplatz.

Da einige Routen nach den Vorgaben der Stadt gekürzt und andere verlängert werden müssen, verschieben sich Startzeiten an manchen Treffpunkten nach vorne oder hinten. Die Änderungen betreffen auch Demozüge aus dem Umland. „Die kurzfristigen Anpassungen der Zeit- und Streckenpläne bedeuten einen enormen Aufwand, der alle Beteiligten unnötig stresst. Die Einwände hätte man deutlich früher bringen können“, kritisiert das Bündnis.

Die finale Streckenführung und Zeitplanung der Radsternfahrt werden jetzt berechnet und demnächst auf der Sternfahrt-Webseite veröffentlicht. Alle Teilnehmenden sollten daher kurz vor dem Start Treffpunkt, Startzeit und Verlauf ihrer Route prüfen. Alle Updates immer auf  www.adfc-muenchen.de/sternfahrt

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Am Samstag, den 11. September, will das Bündnis #aussteigen mit einer großen Demonstration und Fahrradsternfahrt für mehr Klimaschutz im Verkehr und eine echte Mobilitätswende protestieren. Tausende Radfahrende wollen dazu aus verschiedenen Himmelsrichtungen nach München kommen und sich der Demonstration anschließen. Der Protest richtet sich auch gegen die Automesse IAA, die sich in diesem Jahr klimafreundlich inszeniert, obwohl die Autobranche noch immer vor allem vom Verkauf überdimensionierter und umweltschädlicher Verbrenner profitiert. Neben dem schnellen Ausstieg aus dem Verbrenner fordert das Bündnis deshalb eine Halbierung des Autoverkehrs bis 2035, ein Tempolimit auf Autobahnen und Tempo 30 innerorts. Für eine zukunftsfähige Mobilität sind der Umstieg auf Rad- und Fußverkehr, Bus und Bahn und eine gerechtere Verteilung des Straßenraums notwendig.

Weitere Informationen: www.iaa-demo.de/
Pressekontakte:www.iaa-demo.de/presse

Terminhinweis: Das Bündnis plant für den 11. September eine weitere Pressekonferenz um 10:00 Uhr im Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstraße 80, 80336 München. Um Anmeldung unter presse@iaa-demo.de wird gebeten.

Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Weitere Informationen finden Sie unterwww.iaa-demo.de.

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news-4048 Mon, 06 Sep 2021 12:03:18 +0200 IAA-Protest: für weniger Autos und mehr Klimaschutz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/iaa-protest-fuer-weniger-autos-und-mehr-klimaschutz/ #aussteigen: Demo und Radsternfahrt für die ganze Familie am Samstag - Bündnis wehrt sich gegen Verbot mehrerer Routen Weniger Autos und bessere Mobilität – weniger Verkehr und mehr Klimaschutz: Das sind die zentralen Forderungen des Aktionsbündnisses #aussteigen, das den Protest gegen grüne Täuschungsmanöver der Autokonzerne während der Internationalen Automobilausstellung (IAA) auf die Straßen in und um München tragen wird. Mit einer großen Demonstration und einer Radsternfahrt am Samstag, 11. September, will #aussteigen Druck für eine schnelle Mobilitätswende machen: weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren hin zu sauberen Konzepten und weniger Individualverkehr. Erwartet werden tausende Teilnehmer:innen.

Am heutigen Montag haben Vertreter:innen des Bündnisses den Ablauf von Demonstration und Radsternfahrt öffentlich in München vorgestellt und begründet, warum #aussteigen dazu aufruft, sich der Autolobby entgegenzustellen.

Jonathan Kolb vom Landesvorstand der BUND-Jugend sagte: “Monster-SUV parken die Stadt voll, während Studierende ihr letztes Hemd geben, um auf engstem Raum in München leben zu können. Wir brauchen in unseren Städten mehr Platz für Menschen und weniger Platz für klimaschädliche Autos. Junge Menschen aus ganz Deutschland gehen dafür auf die Straße und fordern eine echt nachhaltige Verkehrspolitik. Jetzt!“,

Marion Tiemann, Verkehrsexpertin von Greenpeace, stellte fest: „Die Autoindustrie müht sich hier in München verzweifelt, ihr klimaschädliches Geschäftsmodell zu kaschieren. Aber kein Hersteller kann sich glaubhaft als verantwortungsvoll präsentieren und gleichzeitig noch viele Jahre weitere Millionen Verbrenner verkaufen. An einem schnellen Verbrennerausstieg kommt kein Autobauer mit Anspruch auf Zukunft vorbei.“

Roland Süß vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac ergänzte: “Der Ausstieg aus dem Verbrenner ist überfällig. Ihn nur durch Elektroantriebe zu ersetzen, wird weder die Klimakrise lösen noch die sozialen Ungerechtigkeiten bei der Mobilität beseitigen. Wir brauchen eine echte Mobilitätswende mit mehr öffentlichem Verkehr und weniger Autos. Dem steht die Autoindustrie mit all ihrer Macht entgegen.”

Stadt will mehrere Routen der Radsternfahrt komplett verbieten

Gegen das Verbot, bei der Radsternfahrt Autobahn-Abschnitte zu nutzen, läuft derzeit eine Klage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Am Freitag kündigte die Stadt zudem an, dass sie geplante Routen der Radsternfahrt komplett verbieten, verlegen oder kürzen will. Auch dagegen will das Bündnis notfalls juristisch vorgehen.

Andreas Schön vom ADFC München, Anmelder der Radsternfahrt: “Es ist absurd: Die Radsternfahrt, bei der die Menschen für klimaverträgliche Mobilität demonstrieren wollen, soll den Kfz-Verkehr möglichst wenig stören, sich räumlich stark einschränken und keinesfalls auf die Autobahn. Die IAA dagegen darf sich in der Stadt ausbreiten, Radwege blockieren und für die ‚Blue Lane’ die Autobahn nutzen. Dieses autozentrierte Denken zeigt, wie nötig unser Protest ist.“ 

Uwe Hiksch von den NaturFreunden Deutschlands, der die Demonstration angemeldet hat, kündigte an: „Am 11. September werden wir mit einer großen und bunten Demonstration in München unseren Protest gegen die Automesse IAA auf die Straße bringen, es werden auch viele Familien kommen. Mit Tausenden Menschen werden wir deutlich aufzeigen: Die Zukunft der Mobilität gehört dem ÖPNV und dem Fuß- und Radverkehr.“

Die Auftaktkundgebung beginnt am Samstag um 12 Uhr auf der Theresienwiese. Mit dem Demonstrationszug durch die Innenstadt umrunden die Teilnehmer:innen ab 13 Uhr in einer großen Schleife den Hauptbahnhof. Die Fahrraddemo soll sich aus allen Himmelsrichtungen, streckenweise über Autobahnen, Bundesstraßen und den Mittleren Ring, sternförmig auf München zubewegen. Für Eltern mit kleinen Kindern gibt es eine Familienroute. Die Demonstrationen enden mit einer gemeinsamen Abschlusskundgebung gegen ab 15 Uhr auf der Theresienwiese.

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Weitere Informationen: www.iaa-demo.de/ablauf

Pressekontakte: www.iaa-demo.de/presse

Terminhinweis: Das Bündnis plant für den Morgen des 11. September zum Auftakt der Demo und Radsternfahrt eine weitere Pressekonferenz in München. Eine separate Einladung folgt.

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Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Weitere Informationen finden Sie unter www.iaa-demo.de.
 

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news-4047 Wed, 01 Sep 2021 17:15:28 +0200 Autobahn-Verbot: #aussteigen-Bündnis geht in die nächste Instanz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/autobahn-verbot-aussteigen-buendnis-geht-in-die-naechste-instanz/ Das Münchner Verwaltungsgericht hat heute Mittag die Klage des #aussteigen-Bündnisses auf Freigabe der Autobahnen für die IAA-Fahrraddemo abgewiesen. Die Umweltverbände ziehen nun vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. München/Berlin, 1. September 2021. Damit die Fahrradsternfahrt zur IAA-Demo am 11. September in München wie geplant stattfinden kann, geht das Bündnis #aussteigen nach der Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts in die nächste Instanz. Das Verwaltungsgericht hatte die Klage aufgrund der erwarteten hohen Teilnehmerzahlen und wegen eines angeblich fehlenden Bezugs zu speziell diesen beiden Autobahnabschnitten der A94 und A96 abgelehnt und die Proteste für eine Verkehrswende dort untersagt. Das Demo-Bündnis will nun vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof unverzüglich Beschwerde einlegen.   

Dazu erklärt das Bündnis: „Das Versammlungsrecht auf der Autobahn muss doch gerade dann gelten, wenn besonders viele Menschen dort für eine grundlegende Mobilitätswende und mehr Klimaschutz demonstrieren wollen. Dazu gehört auch der geforderte Planungs- und Ausbaustopp von Autobahnen. Es kann nicht sein, dass man nur dann auf Autobahnen demonstrieren darf, wenn diese gerade geplant oder ausgebaut werden, während gleichzeitig für IAA-Gäste eine Extraspur auf der A94 eingerichtet wird. Dieses Urteil nehmen wir nicht hin!“

Die veraltete Verkehrspolitik, die das Auto zum Maß aller Dinge erklärt, und das Straßennetz für immer dickere Pkw immer weiter ausbaut, hat ausgedient. Wir brauchen kleinere und weniger Autos und mehr Rad- und Fußverkehr, so die Organisatoren. 

Am Samstag, dem 11. September, will das Bündnis #aussteigen mit einer großen Demonstration sowie einer Fahrradsternfahrt für mehr Klimaschutz im Verkehr und eine echte Mobilitätswende protestieren. Tausende Radfahrende wollen dazu aus verschiedenen Himmelsrichtungen nach München kommen und sich der Demonstration anschließen. Der Protest richtet sich auch gegen die Automesse IAA, die sich in diesem Jahr klimafreundlich inszeniert, obwohl die Autobranche noch immer vor allem vom Verkauf überdimensionierter und umweltschädlicher Verbrenner profitiert. Neben dem schnellen Ausstieg aus dem Verbrenner fordert das Bündnis deshalb eine Halbierung des Autoverkehrs bis 2035, ein Tempolimit auf Autobahnen und Tempo 30 innerorts. Für eine zukunftsfähige Mobilität sind der Umstieg auf Rad- und Fußverkehr, Bus und Bahn und eine gerechtere Verteilung des Straßenraums notwendig.

Weitere Informationen und Routenverlauf: www.iaa-demo.de

Pressekontakte: www.iaa-demo.de/presse

Terminhinweis: Das Bündnis plant für den 6. September um 10:00 Uhr im Münchner Eine-Welt-Haus und für den 11. September jeweils eine Pressekonferenz. Hierzu informieren wir separat. 

Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Weitere Informationen finden Sie unter www.iaa-demo.de.

 

 

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news-4046 Wed, 01 Sep 2021 10:45:48 +0200 Zivilgesellschaft unterstützt die Forderung des VCD nach einem Bundesmobilitätsgesetz http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zivilgesellschaft-unterstuetzt-die-forderung-des-vcd-nach-einem-bundesmobilitaetsgesetz/ VCD legt aktualisierte Regelungsvorschläge vor und setzt das Bundesmobilitätsgesetz auf die politische Agenda. Ein moderner rechtlicher Rahmen soll endlich Gemeinwohlziele für den Verkehr festlegen und eine integrierte Verkehrsplanung und -finanzierung vorschreiben, damit der Verkehr seine Klimaziele einhält. Berlin, 1. September 2021. Die Forderung des ökologischen Verkehrsclub VCD nach einem Bundesmobilitätsgesetz wird von einem breiten Unterstützerkreis aus Zivilgesellschaft und Expert*innen getragen. Alle sind sich einig, dass ein neuer moderner Rechtsrahmen erforderlich ist, um die Entwicklung von Mobilität und Verkehr künftig zielgerichtet an den gesellschaftlichen Herausforderungen auszurichten. In einem gemeinsamen Forderungspapier betonen heute auch die Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) die Notwendigkeit eines Neustarts der Verkehrsplanung im Rahmen eines Bundesmobilitätsgesetzes.

„Mit einem weiter so wie bisher wird der Verkehrssektor auch in den kommenden Jahren seine Klimaziele krachend verfehlen. Obendrein werden immer noch zu viele Menschen im Straßenverkehr verunglücken, und vielen wird die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschwert, weil es keine praktikablen Alternativen zum eigenen Auto gibt“, sagt Kerstin Haarmann, die Bundesvorsitzende des VCD. „Letztlich geht es auch um Effizienz und Resilienz bei der Verkehrswegeplanung. Dies haben nicht zuletzt die Hochwasserkatastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gezeigt“.

Auf einer digitalen Konferenz hat der VCD bereits Ende Mai den Entwurf der Regelungsinhalte für ein Bundesmobilitätsgesetz vorgestellt und mit einem hochkarätig besetzen Politiker-Panel diskutiert. Teilnehmende des Panels waren die Parteivorsitzenden von SPD und Die Linke, Norbert Walter-Borjans und Susanne Hennig-Wellsow, die Umweltministerin von NRW Ursula Heinen-Esser (CDU) sowie der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages Cem Özdemir (B90/Die Grünen) und die stellvertretende Ausschussvorsitzende Daniela Kluckert  (FDP). Inzwischen wurden mehr als 150 Änderungsvorschläge und Ergänzungen in den aktuellen Regelungsvorschlag eingearbeitet, die der VCD über seine Beteiligungsplattform und in mehreren Workshops mit Vertreter*innen von Umwelt-, Verbraucher-, Verkehrs- und Sozialverbänden, aber auch Expert*innen aus Wissenschaft, der integrierten Stadt- und Verkehrsplanung und Industrie eingesammelt hatte.

Ziel der Initiative des VCD ist es, in der Politik einen breitestmöglichen Konsens für ein Bundesmobilitätsgesetz herzustellen. Um diesen herbeizuführen werden aktuell Gespräche mit führenden Parteipolitikern geführt. Die Regelungsvorschläge dienen als Basis für einen konkreten Gesetzesentwurf, der derzeit im Auftrag des VCD von Rechtsexperten erstellt und im Oktober veröffentlicht wird.

„Unser Ziel ist es, das Bundesmobilitätsgesetz im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung zu verankern, damit es in der kommenden Legislaturperiode verabschiedet wird“, erklärt Kerstin Haarmann.

Den Entwurf für die Regelungsinhalte eines Bundesmobilitätsgesetzes und eine Übersicht des Unterstützerkreises können Sie hier nachlesen.

Weitere Informationen: https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz/

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Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4045 Wed, 01 Sep 2021 10:14:03 +0200 Umweltverbände fordern einen Neustart der Verkehrsplanung im Rahmen eines Bundesmobilitätsgesetzes http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/ein-stopp-des-strassenneubaus-und-eine-neuausrichtung-der-infrastruktur-und-mobilitaetsplanung-sind/ Ein Stopp des Straßenneubaus und eine Neuausrichtung der Infrastruktur- und Mobilitätsplanung sind überfällig Berlin, 01. September 2021. Ein sofortiges Moratorium für den Neu- und Ausbau von Fernstraßen und die Verabschiedung eines Bundesmobilitätsgesetzes zu Beginn der nächsten Legislaturperiode – das verlangen die Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring in ihrem heute veröffentlichten Forderungspapier für einen Neustart der Verkehrsplanung des Bundes.

„Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig ist der Verkehrsbereich jedoch das größte Problem für den Klimaschutz in Deutschland: Er ist der einzige Sektor, dessen nationale CO2-Emissionen von 1990 bis zum Ausbruch der Covid-19-Pandemie nicht gesunken sind“, kritisieren die Verbände. Dabei müssten die Emissionen in allen Sektoren deutlich abnehmen, um das 1,5-Grad-Limit des Pariser Abkommens einzuhalten. Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Beschluss zum Klimaschutzgesetz vom März 2021 ein höheres Ambitionsniveau beim Klimaschutz bekräftigt. Zudem hat die jüngste Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz schmerzhaft vor Augen geführt, wie wichtig eine klimaresiliente Infrastruktur ist.

Der 2016 beschlossene Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 und der Fernstraßen-Bedarfsplan leisten keinen Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz. „Sie erhöhen die Anteile des Straßenverkehrs und damit die CO?-Emissionen und sind mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts unvereinbar“, so die Verbände. Zudem sind sie ein Frontalangriff auf die Natur: Fast 90 Natura-2000-Gebiete werden erheblich beeinträchtigt, schützenswerte große Lebensräume werden auf einer Länge von 1000 Kilometern durchschnitten.

„Diese umwelt- und klimapolitische Geisterfahrt muss mit einem umgehenden Moratorium für den Aus- und Neubau von Fernstraßen beendet werden“, fordern die unterzeichnenden Verbände. Das Moratorium muss bis zur Beendigung des Bedarfsplan-Überprüfungsverfahrens, das 2022 beginnt, gelten. Alle Fernstraßenprojekte, für die keine klima- und naturschonende Alternative gefunden wurde, widersprechen dem Klimaschutzgesetz sowie dem EU-Naturschutzrecht und müssen sofort gestoppt werden.

Zudem fordern die Verbände eine Anpassung des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen anhand klar definierter Kriterien. Dazu gehören die Ausrichtung der neuen Verkehrsprognose auf die Einhaltung klarer Klima-, Naturschutz- und Mobilitätsziele, die Korrektur der Fehler der Nutzen-Kosten-Analyse von 2016, eine vollständige Strategische Umweltprüfung und eine Klimaprüfung sowie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Ein solches Umdenken bei der Bedarfsplanung würde auch der zunehmenden Flächenversiegelung entgegenwirken, die das Ablaufen von Oberflächenwasser erschwert und damit Hochwasser begünstigt.

Die Umweltverbände richten sich mit ihrem Forderungspapier auch an die nächste Bundesregierung: Mit Beginn der nächsten Legislaturperiode ist ein Bundesmobilitätsgesetz nötig. Politische Akteure auf allen staatlichen Ebenen müssen sich darin dazu verpflichten, langfristige Ziele und Strategien für einen Umbau des Verkehrssektors zu entwickeln, zu beschließen und vorrangig auszugestalten. „Auf diese Weise entsteht eine integrierte Verkehrsplanung, die öffentliche Interessen in Bezug auf Mobilität, Klimaschutz, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Stadt- und Raumverträglichkeit gleichermaßen im Blick hat“, so die Verbände.

Das Verbändepapier „Ein Stopp des Straßenneubaus und eine Neuausrichtung der Infrastruktur- und Mobilitätsplanung sind überfällig“ ist hier erhältlich.

 

Für Rückfragen:

VCD: Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher, Tel. 030-280351-19, michael.mueller-goernert@vcd.org

BUND: Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik, Tel. 030-27586467, Jens.Hilgenberg@bund.net

DUH: Dorothee Saar, Bereichsleiterin Verkehr & Luftreinhaltung, Tel. 030-2400867-72, saar@duh.de

DNR: Lisa Grau, Referentin für Klima- und Transformationspolitik, Tel. 030 - 678177587, lisa.grau@dnr.de

Germanwatch: Oldag Caspar, Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik, Tel. 030-2888356-85, caspar@germanwatch.org

Greenpeace: Dr. Benjamin Stephan, Campaigner Transport & Climate Change, Tel. 0151-57208151, benjamin.stephan@greenpeace.org

NABU: Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik, Tel. 0174-1841313, Daniel.Rieger@NABU.DE


Pressekontakt
VCD: Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

DNR: Markus Ströhlein, Presse und Kommunikation • presse@dnr.de • 030 / 6781775 - 78 • www.dnr.de

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news-4043 Sun, 29 Aug 2021 15:57:08 +0200 Kultur statt Parkplatz: 12qmKULTUR auf der BUGA 2021 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kultur-statt-parkplatz-12qmkultur-auf-der-buga-2021/ Mit einem Festival im Mini-Format auf einem besetzten Parkplatz macht der ökologische Verkehrsclub VCD auf der BUGA 2021 in Erfurt auf das Thema Flächengerechtigkeit aufmerksam. Die Aktion soll verdeutlichen, wie viel Platz wir in unseren Städten dem Auto überlassen und wie man ihn auch anders nutzen könnte. Der durchschnittliche Parkplatz ist zwölf Quadratmeter groß. Doch wo heute Autos stehen, könnten morgen Grünflächen oder Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Es bleibt sogar genug Platz, um ein kleines Kulturfestival zu veranstalten, wie der ökologische Verkehrsclub VCD mit seiner Aktion 12qmKULTUR auf der BUGA 2021 beweist. Einen Nachmittag lang besetzte das VCD-Projekt „Straßen für Menschen“ am Sonntag einen Parkplatz auf dem Ausstellungsgelände mit einem bunten Kulturprogramm mit Clownin und musikalischer Begleitung durch die Band Behle Music. In einem Workshop stellten Kinder und Erwachsene Seedbombs ganz einfach selbst her: Hierfür werden Blumensamen zu kleinen Kugeln geformt, die dann auf beliebige Wiesen geworfen werden können. Mit etwas Geduld und Regen sorgen sie so für eine üppige Blumenpracht in der Stadt. Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Expertengespräch mit Matthias Bärwolff, Beigeordneter für Bau, Verkehr und Sport der Landeshauptstadt Erfurt, Christian Maron vom Radentscheid Erfurt, Tanja Ernst-Adams (Vorsitzende des ADFC KV Erfurt) und Maren Miehe (VCD e.V.)  sowie Vertretern des Projektförderers Phineo und der Initiative Mobilitätskultur Merle Wurps und Burkhard Horn (Verkehrsplaner & Berater).

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“ beim VCD: „Autos prägen unser Stadtbild und verdrängen Kultur und Kommunikation von unseren Straßen. Unsere Vision ist es, das gesellschaftliche Leben langfristig wieder in den öffentlichen Raum zu holen. Die Rückeroberung des öffentlichen Raums vom Autoverkehr ist eine zentrale Voraussetzung für lebendige Stadtquartiere, ein gesundes Lebensumfeld und sichere Mobilität für alle.“

Neben der Aktion am Sonntag ist der Verband auch mit der dauerhaften Installation „12qmENTDECKEN“ auf der BUGA vertreten: Bett, Schreibtisch und Schrank passen problemlos auf den zu einem begehbaren Kinderzimmer umgestalteten Parkplatz. Denn mit zwölf Quadratmetern ist eine durchschnittliche Parkfläche sogar größer als die meisten Kinderzimmer. Auf einem Bodenbanner werden Flächen für Spielplätze, Straßenbäume und Verkehrsteilnehmende kindgerecht grafisch dargestellt und das neu erlernte Wissen mit einem Quiz spielerisch abgefragt. Unter den Teilnehmenden werden monatlich drei Gewinner gezogen, die eine extra editierte BUGA- Verkehrswende-Toolbox erhalten. Die Installation ist noch bis zum 10. Oktober 2021 auf der BUGA (Gelände Petersberg) zu sehen.
 

Hintergrund
12qmKULTUR ist eine Veranstaltungsreihe des Projekts „Straßen für Menschen“, das vom ökologischen Verkehrsclub VCD getragen wird. Das Projekt wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. Ziel der Initiative ist es, eine erfolgreiche Verkehrswende einzuleiten und lebenswerte Städte zu schaffen. In den kommenden zehn Jahren werden Projekte und Organisationen gefördert, die das Bewusstsein für Mobilität verändern und urbane sowie lebenswerte Räume schaffen, in denen Menschen gerne auf ihr eigenes Auto verzichten.


Mehr zum Projekt „Straßen für Menschen“: https://www.vcd.org/flaechengerechtigkeit

und zu 12qmKULTUR: https://www.strasse-zurueckerobern.de/12qmkultur/


Pressekontakt:
Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“ • 030 / 28 03 51 - 0 • tanja.terruli@vcd.org
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-4041 Fri, 27 Aug 2021 11:08:56 +0200 Luftverkehr muss endlich in Einklang mit Klimaschutzzielen gebracht werden http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/luftverkehr-muss-endlich-in-einklang-mit-klimaschutzzielen-gebracht-werden-umweltorganisationen-lege/ Umweltorganisationen legen Maßnahmenpaket für den Flugverkehr vor Mit Blick auf die Bundestagswahl haben acht Umweltorganisationen einen Forderungskatalog für einen zukunftsfähigen Klimaschutz im Luftverkehr vorgelegt. „Nach dem wegweisenden Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom März 2021 und der Erhöhung der Minderungsziele des Klimaschutzgesetzes für 2030 kann sich der Flugverkehr nicht mehr aus der Verantwortung stehlen, sondern muss endlich einen angemessenen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so die Umweltorganisationen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Robin Wood, ökologischer Verkehrsclub VCD, das Netzwerk Stay Grounded sowie der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) in ihrer gemeinsamen Einschätzung.

Als konkrete Maßnahmen fordern die Organisationen von der künftigen Bundesregierung eine Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene durch Entzug von Verkehrsrechten für Flüge und Angebotsverbesserungen bei der Bahn sowie ein Verbot von Flughafen-Ausbaumaßnahmen und eine schrittweise Verknappung der Flugrechte. Darüber hinaus setzen sich die Organisationen für die Einführung wirksamer ökonomischer Anreize bei innereuropäischen Flügen durch Einführung einer Kerosinsteuer und eine grundlegende Reform des Emissionshandels im Luftverkehr ein. Für Langstreckenflüge müsse die Bundesregierung zudem bilaterale Abkommen über klimaoptimierte Luftverkehrsteuern abschließen und die Mehrwertsteuer auf die von deutschen Flughäfen startenden internationalen Flüge erheben. Die Beimischung von nachhaltigen synthetischen Kraftstoffen sei außerdem nur für nicht vermeidbare bzw. verlagerbare Langstreckenflüge vorzusehen.

„Sämtliche Klimaversprechen des Luftverkehrs wurden bislang gebrochen: die globalen Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, Kurzstreckenflüge auf die Schiene zu verlagern, Subventionen für Regionalflughäfen abzubauen oder durch nachhaltige alternative Kraftstoffe die Klimabilanz zu verbessern. Stattdessen wurden staatliche Milliardenhilfen in der Coronakrise ohne klimapolitische Auflagen gewährt. Wir erwarten in der kommenden Legislaturperiode eine politische Handlungsstrategie mit konsequenten und rasch wirksamen Reduktionsmaßnahmen – ansonsten müssen Gerichte entscheiden“, so die Schlussfolgerung der Organisationen.

Das Verbändepapier „Für einen zukunftsfähigen Klimaschutz im Luftverkehr“ ist unter www.dnr.de erhältlich.

 

Für Rückfragen:
BUND: Dr. Werner Reh, Sprecher BUND-AK Verkehr, Tel. 0176-45719292, rehwerner2@gmail.com
BVF: Helmar Pless, Stellv. Vorsitzender, Tel. 0177 8371641, geschaeftsstelle@fluglaerm.de
DNR: Florian Schöne, Geschäftsführer, Tel. 030-6781775-99, florian.schoene@dnr.de
DUH: Dorothee Saar, Bereichsleiterin Verkehr & Luftreinhaltung, Tel. 030-2400867-72, saar@duh.de
Germanwatch: Oldag Caspar, Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik, Tel. 030-2888356-85, caspar@germanwatch.org
Robin Wood: Jonas Asal, Flugverkehrs-Campaigner, Tel. 040-380892-31, Jonas.asal@robinwood.de
Stay Grounded: Magdalena Heuwieser, Press & Coordination, magdalena@stay-grounded.de
VCD: Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher, Tel. 030-280351-19, michael.mueller-goernert@vcd.org


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Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-4037 Thu, 26 Aug 2021 11:48:14 +0200 Bündnis klagt gegen Verbot von IAA-Demo auf Autobahnen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/buendnis-klagt-gegen-verbot-von-iaa-demo-auf-autobahnen/ Umwelt- und Verkehrsverbände fordern freie Fahrt für Mobilitätswende / Innenminister Herrmann muss Autobahnprotest ermöglichen Gegen das Verbot, bei der Radsternfahrt auf Autobahnen in München für eine Mobilitätswende zu demonstrieren, hat das Demo-Bündnis #aussteigen heute Klage beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Zudem fordern vor dem Ministerium des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) etwa 30 Vertreter:innen des Bündnisses heute auf einem Banner „Autobahn frei für IAA-Demo!“ Das zuständige Kreisverwaltungsreferat München hat den Demonstrant:innen untersagt, ihren Protest wenige Kilometer der Autobahnen A94 und A96 zu führen. Die Innenminister Herrmann unterstellte Polizei hat deutlich gemacht, dass sie prinzipiell keinen Protest auf der Autobahn will. 

“IAA-Gäste erhalten eine Extra-Spur auf der A94, aber der zivilgesellschaftliche Protest soll dort unterbunden werden. Das lassen wir nicht zu und klagen für ein Recht auf Protest – auch auf der Autobahn“, sagt Radsternfahrt-Anmelder und Mit-Organisator Andreas Schön vom ADFC München. „Die IAA-Demo richtet sich sehr bewusst auch gegen den weiteren Ausbau des Autobahnnetzes und eine damit verknüpfte klimaschädliche Verkehrspolitik. Stattdessen müssen endlich Radwege in Autobahn-Qualität gebaut werden: breit, sicher und komfortabel. Einen zeitlich begrenzten Protest auf zwei Autobahnabschnitten halten wir deshalb für legitim und auch notwendig.”

Für Samstag, 11. September, lädt das Bündnis #aussteigen zu einer Großdemonstration und Fahrradsternfahrt für mehr Klimaschutz im Verkehr und eine grundlegende Mobilitätswende. Tausende Radfahrer:innen werden aus verschiedenen Himmelsrichtungen nach München kommen, um sich den dortigen Demonstrationszügen anzuschließen. 

Der Protest richtet sich auch gegen die parallel stattfindende Automesse IAA. Dort inszenieren sich Hersteller wie Volkswagen, BMW oder Daimler mit Elektroautos und Mobilitätsdienstleistungen als modern und klimafreundlich, tatsächlich aber verkaufen sie noch zu über 95 Prozent Autos mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren. 

„Schaufensterveranstaltungen wie diese IAA bringen weder die Mobilitätswende noch den Klimaschutz voran“, teilt das Demo-Bündnis mit. „Zusammen mit vielen Tausend Menschen wollen wir in München für eine moderne Verkehrspolitik demonstrieren. Wir brauchen weniger Autos und bessere Alternativen. Das geht nur mit klaren Vorgaben wie etwa einem Ausstieg aus dem Verbrenner und einer gerechteren Verteilung des Straßenraums.“

Hinweise an Redaktionen: Foto der Aktion vor dem Innenministerium: https://www.iaa-demo.de/fileadmin/user_upload/2021/fotos/2021/AutobahnFrei.jpg

Das Aktionsbündnis plant im Vorfeld der Demonstrationen eine Pressekonferenz am 6. September in München. Hierzu informieren wir separat. Weitere Informationen und Updates sowie den geplanten Routenverlauf finden Sie auf www.iaa-demo.de.

Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr.


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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4035 Wed, 25 Aug 2021 10:58:00 +0200 12qmKULTUR 2021: VCD erobert zehn Mal die Straße zurück http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/12qmkultur-2021-vcd-erobert-zehn-mal-die-strasse-zurueck/ In zehn deutschen Städten veranstaltet der VCD in diesem Jahr seine Aktion 12qmKULTUR. Ein besetzter Parkplatz wird dabei für einen Tag zur Bühne für Kunst und Kultur. Damit soll ein Dialog über die faire Verteilung des öffentlichen Raums und lebenswerte Städte angestoßen werden. Berlin, 25. August 2021. Ein Parkplatz, durchschnittlich zwölf Quadratmeter groß: Das ist in unseren Städten, wo der öffentliche Raum knapp ist, eine wertvolle Fläche. Doch wie kann diese Fläche bestmöglich genutzt werden? Um auf den enormen Platzverbrauch durch parkende Autos aufmerksam zu machen, veranstaltet der ökologische Verkehrsclub VCD das Aktionsformat 12qmKULTUR, ein Mini-Festival auf der Fläche eines durchschnittlichen Parkplatzes. Immer mehr Städte machen mit: In diesem Jahr gibt es bereits an zehn Standorten in Deutschland Aktionen, darunter in Berlin, Dresden und Frankfurt. Überall bindet der VCD die Menschen vor Ort mit ein und hinterfragt Gewohnheiten unserer Mobilität und die Folgen der ungleichen Platzverteilung in unseren Städten. 

Tanja Terruli, VCD-Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Es ist ein großartiger Erfolg, dass immer mehr Städte 12qmKULTUR zu sich holen und vor Ort die Straße zurückerobern. Mit unserem Aktionsformat zeigen wir, wie Innenstädte und Wohnquartiere wieder lebenswerter werden können. Viele Menschen nehmen es einfach als gegeben hin, dass sie Angst haben, ihre Kinder mit dem Rad durch die Stadt fahren zu lassen. Wir möchten sie daran erinnern, dass der öffentliche Raum ihnen gehört, nicht dem Auto.“

Die Sorge vieler Eltern ist dabei nicht unbegründet: Die Anzahl der Pkw in unseren Städten nimmt weiter zu, und die Modelle werden immer größer und schwerer. Unter den Neuzulassungen sind SUV mit einem Anteil von über 20 Prozent besonders beliebt. Die Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen e.V. (FGSV) hat diese Entwicklung zum Anlass genommen, den Kommunen die Vergrößerung von Parkplätzen zu empfehlen. Um der neuen Durchschnittsgröße von Autos gerecht zu werden, sollen die Parkplätze entlang von Straßen zukünftig 15 cm breiter und 10 cm länger werden. „Das ist wirklich absurd“ kommentiert Terruli diesen Vorschlag. „Unsere Städte werden von Automassen regelrecht überschwemmt, Fußgänger und Radfahrer an den Rand gedrängt – doch anstatt gegenzusteuern und den Menschen ihre Stadt zurückzugeben, nehmen wir ihnen noch mehr Platz weg.“

Den Auftakt der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe 12qmKULTUR machte Celle, wo sich Aktivisten bereits seit dem letzten Jahr aktiv für eine autofreie Innenstadt einsetzen. Im Erlebnisraum Martinistraße in Bremen werden im Reallabor bereits Verkehrsversuche durchgeführt, um mehr Platz für Menschen zu schaffen. Am 3. September ist 12qmKULTUR auch dort zu Gast. Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche vom 16.-22. September finden 12qmKULTUR Veranstaltungen in Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt oder Hamburg statt.

Hintergrund
12qmKULTUR ist eine Veranstaltungsreihe des Projekts „Straßen für Menschen“, das vom ökologischen Verkehrsclub VCD getragen wird. Das Projekt wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. Ziel der Initiative ist es, eine erfolgreiche Verkehrswende einzuleiten und lebenswerte Städte zu schaffen. In den kommenden zehn Jahren werden Projekte und Organisationen gefördert, die das Bewusstsein für Mobilität verändern und urbane sowie lebenswerte Räume schaffen, in denen Menschen gerne auf ihr eigenes Auto verzichten.

Mehr zum Projekt „Straßen für Menschen“: https://www.vcd.org/flaechengerechtigkeit

Pressekontakt
Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“ • 030 / 28 03 51 - 0 • tanja.terruli@vcd.org
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV • Instagram: @vcd_ev • Facebook: @vcdbundesverband

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4015 Tue, 10 Aug 2021 08:32:00 +0200 Sicher mobil in jedem Alter: VCD-Senior*innen fordern altersgerechte Mobilitätsinfrastruktur http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/sicher-mobil-in-jedem-alter-vcd-seniorinnen-fordern-altersgerechte-mobilitaetsinfrastruktur/ Senior*innenmobilität ist ein Thema, das uns alle betrifft. Unsere Gesellschaft wird immer älter, der Bedarf an altersgerechter Verkehrsinfrastruktur steigt. Und: auch das Klima profitiert, wenn Alternativen zum eigenen Auto gestärkt werden und durch Tempolimits nicht nur die Verkehrssicherheit erhöht, sondern auch der Schadstoffausstoß verringert wird. Der VCD erklärt, weshalb altersgerechte Verkehrsplanung auf die Agenda der nächsten Bundesregierung gehört. Berlin, 10. August 2021. Der Autoverkehr ist laut, schnell und gefährlich – besonders für Senior*innen. Die Zahl der im Straßenverkehr verunfallten Menschen über 65 steigt jährlich. Rund ein Drittel aller Verkehrstoten stammt aus dieser Altersgruppe, der Großteil sind Zufußgehende. Ältere Menschen gehören zu den verletzlichsten Gruppen im Straßenverkehr und sind besonders auf eine barrierefreie, sichere und bezahlbare Mobilitätsinfrastruktur angewiesen. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert im Vorfeld der Bundestagswahlen, das Thema Senior*innenmobilität auf die politische Agenda zu heben.

Stefan Bajohr, VCD-Bundesvorsitzender: „Für viele ältere Menschen kommt der Straßenverkehr einem Hindernisparcours gleich. Dass sich die Politik nicht stärker für eine altersgerechte Verkehrsgestaltung einsetzt, ist angesichts des demografischen Wandels mehr als kurzsichtig. Dabei sind sichere und komfortable Rad- und Fußwege sowie bezahlbare Mobilitätsoptionen ein Gewinn für alle.“

Kaputte Aufzüge in Bahnstationen, weit entfernte Haltestellen ohne Sitzmöglichkeiten oder Witterungsschutz, Busse und Bahnen mit hohem Einstieg und steigende Ticketpreise: Für ältere Menschen sind diese Dinge nicht nur ein lästiges Ärgernis, sondern können ein ernstzunehmendes Problem darstellen. Ihre Mobilität wird dadurch erschwert und die soziale und kulturelle Teilhabe eingeschränkt. Nicht selten sehen sich ältere Menschen mangels Alternativen gezwungen, sich weiterhin hinters Steuer zu setzen, obwohl sie sich beim Autofahren unsicher fühlen. Darüber hinaus kann sich längst nicht jede*r von einer mageren Rente den Luxus eines eigenen Autos leisten.

Lennart Lüders, Sprecher des VCD-Arbeitskreises “Mobil bleiben“: „Wenn die körperlichen Einschränkungen zunehmen, ist es umso wichtiger, dass die äußeren Rahmenbedingungen einen Ausgleich schaffen. Dringend notwendige Investitionen in den öffentlichen Verkehr bleiben bislang jedoch unzureichend. Die Leidtragenden sind die Älteren, deren Lebensqualität unnötig eingeschränkt wird.“

Rund ein Viertel aller Deutschen ist 60 oder älter, Tendenz steigend. Für mehr altersgerechte Mobilitätsalternativen zum eigenen Auto fordern bundesweit engagierte Senior*innen des VCD-Arbeitskreises “Mobil bleiben“ den Ausbau eines barrierefreien und kostengünstigen ÖPNV. Dazu gehöre auch die Neugestaltung der Wege zu den Haltestellen in bequemer Breite und frei von Stolperfallen. Eine wichtige Maßnahme für mehr Sicherheit sei die Einführung von Tempo 30 innerorts, um Zufußgehende und Radfahrende besser zu schützen. Damit auch Menschen auf dem Land selbst im hohen Alter ohne eigenes Auto mobil bleiben können, braucht es dem VCD zufolge mindestens einen einstündigen Takt für Bus und Bahn in allen Orten ab 200 Einwohnern. Generell müsse bei Buchungsoptionen und Informationen zu ÖPNV und Sharing-Systemen das unterschiedliche digitale Know-how mehr berücksichtigt werden. Eine sinnvolle Ergänzung seien beispielsweise Mobilitätszentralen in der Nachbarschaft, die eine persönliche Buchung ermöglichen.

Das alles ist aus Sicht des VCD Teil einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik, die Mensch und Klima in den Mittelpunkt stellt. Der Verband fordert daher ein Bundesmobilitätsgesetz, um sichere Mobilität für Jung und Alt zu gewährleisten, besonders zu Fuß, auf dem Rad oder mit Bus und Bahn.

Weitere Informationen
VCD-Serviceportal mobil60+: 60plus.vcd.org
Bundesmobilitätsgesetz: vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz

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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4009 Wed, 28 Jul 2021 11:20:46 +0200 VCD fordert beim Wiederaufbau von Infrastruktur: Schiene vor Straße! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-fordert-beim-wiederaufbau-von-infrastruktur-schiene-vor-strasse/ Anlässlich der morgigen Halbjahresbilanz der Deutschen Bahn fordert der VCD von der Regierung entschlossene Investitionen in den klimafreundlichen Schienenverkehr. Nach Rekordverlusten durch die Corona-Pandemie hat auch die Flutkatastrophe den Konzern hart getroffen. Doch bereits davor zeigten sich die Auswirkungen des jahrzehntelangen Sparprogramms in Form von maroden Brücken, von Verschleiß gezeichneten Gleisen und mangelhaften Zügen. Berlin, 28. Juli 2021. Die Hochwasserkatastrophe der vergangenen Wochen hat die Folgen des Klimawandels sehr deutlich sichtbar werden lassen. Neben der vorrangigen Unterstützung der Flutopfer sei es an der Zeit, endlich entschlossen gegen den Klimawandel vorzugehen, auch und besonders im Verkehrssektor, fordert der ökologische Verkehrsclub VCD. „Wir begrüßen die Forderung des Verkehrsministers, die Bahn müsse den Klimaschutz künftig als oberste Priorität setzen, anstatt nach Gewinnmaximierung zu streben. Hoffentlich bleibt das keine leere Wahlkampfrhetorik, sondern markiert die ersten Schritte in die richtige Richtung, die in der nächsten Wahlperiode gesichert und verstetigt werden“, so Matthias Kurzeck, Bundesvorstandsmitglied des VCD.

Aus Sicht des VCD braucht es dringend eine neue Aufteilung der Investitionen in Straße und Schiene: Der Verband fordert, dass mindestens zwei Drittel der Gelder im Verkehrsetat für die Bahn eingesetzt werden. Kurzfristig sollten drei statt der bisherigen zwei Milliarden Euro pro Jahr in den Aus- und Neubau von Bahnstrecken investiert und ein dauerhafter Infrastrukturfonds für nachhaltige Mobilität eingerichtet werden. Beim erforderlichen Neubau entlang verschiedener Flüsse sollte die Neugestaltung des Talquerschnitts in Bezug auf Bahn und Straße zusammen geplant und umgesetzt werden.

Bastian Kettner, Sprecher für Bahn und ÖPNV beim VCD betont: „Gerade jetzt nach den verheerenden Überschwemmungen ist es wichtig, dass wir beim Wiederaufbau die Schienenstrecken und die Infrastruktur für den Öffentlichen Verkehr vorrangig behandeln. Vollmundige Ankündigungen gab es in der Vergangenheit viele, konkret passiert ist bei der Bahn hingegen vergleichsweise wenig. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert.”

Damit unsere Mobilität insgesamt zukunftsfähig und nachhaltig gestaltet werden kann, fordert der VCD einen neuen rechtlichen Rahmen. Ein Bundesmobilitätsgesetz würde alle Verkehrsmittel gleichberechtigt in den Blick nehmen und dafür sorgen, dass unsere Verkehrspolitik künftig entlang gesellschaftlicher Ziele wie Klimaschutz, Effizienz und Resilienz sowie Verkehrssicherheit gestaltet wird. Auch der Bau von Infrastruktur würde sich dann am Bundesmobilitätsgesetz orientieren, sodass allen Menschen soziale, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe ermöglicht wird. 

Pressekontakt
Bastian Kettner, VCD-Sprecher für Bahnverkehr • bastian.kettner@vcd.org
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

 

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news-4008 Wed, 28 Jul 2021 09:13:00 +0200 Aktiv werden! Zum Schulanfang in Mecklenburg-Vorpommern appellieren Verbände, zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zur Schule zu kommen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/aktiv-werden-zum-schulanfang-in-mecklenburg-vorpommern-appellieren-verbaende-zu-fuss-mit-dem-roller/ Zur neuen Normalität gehört, dass das Schuljahr wieder in vollem Präsenzunterricht startet. Was nicht mehr dazugehören sollte, ist das Bringen von Kindern mit dem Elterntaxi, finden der ökologische Verkehrsclub VCD, das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Schwerin, 28. Juli 2021. Zum Schulbeginn in Mecklenburg-Vorpommern wollen sie Kinder deshalb dazu ermuntern, ihren Schulweg, wo immer es möglich ist, zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Zugleich appellieren die Verbände an deren Eltern und Lehrkräfte, die Kinder dabei tatkräftig zu unterstützen. Andere Verkehrsteilnehmende fordern sie zu besonderer Rücksichtnahme nach den Ferien auf.

  1. An die Kinder: Schulweg aktiv gestalten! Wer sich schon vor Unterrichtsbeginn bewegt hat, startet gut in den Schultag und kann sich besser konzentrieren. Den Schulweg aktiv zu gestalten und mit allen Sinnen wahrnehmen zu können, ist ein optimaler Start in den Tag. Zudem verbessert sich die Orientierung im lokalen Umfeld. Damit steigt auch das Selbstbewusstsein der Kinder und das Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

  2. An Eltern, Lehrkräfte und Erzieher/-innen: Kinder unterstützen und begleiten!
    Ganz allein schaffen es gerade die Jüngsten noch nicht in die Bildungseinrichtungen. Deshalb benötigen sie Begleitung bei der Gestaltung ihres Weges zur Schule oder zur Kita. Spielerisch die Regeln im Straßenverkehr zu vermitteln, hilft ihnen, sich immer selbstsicherer auf Bürgersteig und Straße bewegen zu können. Pädagogisches Personal und Eltern arbeiten dabei möglichst Hand in Hand – gemeinsam mit weiteren Partnern der Mobilitätsbildung.

  3. An andere Verkehrsteilnehmende: Nach den Ferien besondere Rücksicht nehmen! Nach den Sommerferien müssen die Regeln zum Verhalten im Straßenverkehr oftmals erst wieder eingeübt werden. Kinder sind darauf angewiesen, dass kleine Unachtsamkeiten durch die besondere Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmenden ausgeglichen werden. Gerade im Bereich von Kindertagesstätten und Schulen muss Tempo 30 unbedingt eingehalten und in ständiger Reaktionsbereitschaft gefahren werden. Den Kindern zuliebe.

Die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann, sagt: „Das Mobilitätsverhalten von Kindern wird entscheidend von ihren Eltern geprägt – und zwar bis ins Erwachsenenalter. Werden sie mit dem Elterntaxi zur Schule gebracht, steigen sie auch später eher ins Auto. So werden umweltschädliche Bewegungsmuster über Generationen weitergegeben. Deswegen zahlt es sich fürs ganze Leben aus, wenn Eltern mit gutem Beispiel vorangehen.“

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, betont: „Eltern sollten gleich zu Beginn des neuen Schuljahres das Auto stehen lassen und die Kinder entweder zu Fuß und mit dem Rad begleiten oder sie in Lauf- oder Radelgemeinschaften selbstständig losziehen lassen. Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, nehmen ihre Umgebung aktiv wahr. Sie lernen, sich gut zu orientieren und auf sich selbst aufzupassen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein – auch für andere Lebenssituationen.“

Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, verdeutlicht: „Viele Eltern haben mittlerweile Angst, ihre Kinder laufen oder Rad fahren zu lassen, da vor dem Schultor gefährliche Situationen durch das Bringen der Kinder mit dem Auto entstehen. Dadurch wird ein Teufelskreis in Bewegung gesetzt, da immer mehr ihre Kinder mit dem Auto bringen. Die Alternative sollte sein, zumindest einen kleinen Fußweg in Kauf zu nehmen und das Auto an Elternhaltestellen zu parken. Der beste Schulweg ist der selbst zurückgelegte!“

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen vom 20. September bis zum 01. Oktober 2021 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Anmeldungen sind unter www.zu-fuss-zur-schule.de möglich. Auf der Webseite können auch Aktions- und Spielideen eingesehen, konkrete Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Die Aktionstage stehen auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Bildungsministerin Britta Ernst. Botschafterin der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ ist die Fernsehmoderatirin Enie van de Meiklokjes.

Pressekontakt:
Deutsches Kinderhilfswerk
Uwe Kamp • Pressesprecher • kamp@dkhw.de • 030 308 693 11
Verkehrsclub Deutschland
Anne Fröhlich • Pressereferentin • anne.froehlich@vcd.org • 030 280 351 12
Verband Bildung und Erziehung
Anne Roewer Leitung Kommunikation •  a.roewer@vbe.de  030 726 1966 17

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-3998 Wed, 21 Jul 2021 10:11:55 +0200 Mit nachhaltiger Infrastruktur gegen die Folgen des Klimawandels http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mit-nachhaltiger-infrastruktur-gegen-die-folgen-des-klimawandels/ In den verwüsteten Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz müssen auch Schienen und Straßen wiederaufgebaut werden. Der VCD begrüßt die Ankündigung von Verkehrsminister Scheuer, eine Task Force einzusetzen. Verkehrsinfrastruktur muss jedoch angesichts des Klimawandels künftig resilient und nachhaltig gestaltet werden. Dafür fordert der VCD ein Bundesmobilitätsgesetz. Berlin, 21. Juli 2021. Nach den verheerenden Überschwemmungen muss auch die zerstörte Verkehrsinfrastruktur wiederhergestellt werden: Straßen, Schienen, Brücken und Bahnhöfe. Der ökologische Verkehrsclub VCD weist darauf hin, dass eine nachhaltige Planung zentral ist, um Städte, Kommunen und Infrastrukturen besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Allen von der Flut Betroffenen gilt unser Mitgefühl. Ein schneller Wiederaufbau ist jetzt das Wichtigste. Die Flutkatastrophe sollte uns aber auch vor Augen führen, dass wir umsteuern müssen, um unsere Infrastruktur resilienter zu machen.“

Aus Sicht des VCD bedeutet das: Verkehrs- und Siedlungsentwicklung müssen stärker zusammen gedacht und klimabedingte Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur so frühzeitig wie möglich bei Planung und Bau berücksichtigt werden. Dabei muss das Augenmerk darauf gelegt werden, möglichst große Flächen vor Versiegelung zu schützen, damit ausreichend Raum zur Versickerung großer Wassermassen zur Verfügung steht. Noch immer werden täglich mehr als 50 Hektar durch Straßenneu- und -ausbau, aber auch Siedlungsvorhaben neu versiegelt. Dabei sieht die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie vor, diese Zahl auf maximal 30 Hektar pro Tag zu reduzieren.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Wir müssen aufhören, ohne Rücksicht auf die Natur immer neue Straßen zu bauen. Für eine resiliente Verkehrsinfrastruktur sollten wir auf flächeneffiziente Verkehrsträger und Verkehrsmittel setzen, also auf solche, die bezogen auf die Verkehrsleistung relativ wenig Fläche in Anspruch nehmen. Hier ist die Schiene der Straße um ein Vielfaches überlegen. Bahn und Bus sind besonders effiziente, umweltschonende Verkehrsmittel. Und auch das Fahrrad wird immer wichtiger.“

Für eine nachhaltige Verkehrsplanung, die alle Verkehrsmittel gleichberechtigt in den Blick nimmt, fordert der VCD ein Bundesmobilitätsgesetz. Übergeordnete Ziele wie Klimaschutz, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Effizienz und Flächensparsamkeit würden damit endlich rechtlich verankert.

Mehr Informationen: vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz/

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3993 Fri, 16 Jul 2021 08:24:00 +0200 Kinder allein unterwegs? Aber sicher! Die VCD Mobifibel zeigt wie http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kinder-allein-unterwegs-aber-sicher-die-vcd-mobifibel-zeigt-wie/ Das vergangene Schuljahr hat Eltern und Schulkindern einiges abverlangt. Neben anderen Schulfächern kamen vor allem Mobilitätsbildung, Sport und Bewegung zu kurz. Die Sommerferien sind eine ideale Gelegenheit, um Verpasstes nachzuholen und sicheres Verkehrsverhalten einzuüben. Praktische Tipps, wie Eltern ihre Kinder auf dem Weg zu eigenständiger Mobilität unterstützen können, bietet die VCD Mobifibel. Berlin, 16. Juli 2021. Kinder brauchen ausreichend Bewegung für die körperliche Entwicklung, Gesundheit und für ihr seelisches Wohlbefinden. Während der Pandemie sind jedoch viele Wege zur Schule, zum Sport oder zu Freunden entfallen, andere wurden wegen Corona von Bus und Bahn auf das Elterntaxi verlagert. Motorische Fähigkeiten, räumliches Vorstellungsvermögen und Gefahreneinschätzung entwickeln Kinder jedoch vor allem, wenn sie selbst mobil sind. Nur so können sie sich Kompetenzen für eine sichere Verkehrsteilnahme aneignen, lernen selbstständig zu agieren und stärken damit gleichzeitig ihr Selbstvertrauen und ihren Orientierungssinn.

Die Sommerferien sind ein guter Zeitpunkt, um Kinder vor dem Start des neuen Schuljahrs fit für den Alltagsverkehr zu machen. Die Mobifibel des ökologischen Verkehrsclubs VCD zeigt, wie es geht und bietet zahlreiche Tipps, wie Kinder zu Fuß, auf dem Rad und im ÖPNV sicher und mit Spaß unterwegs sein können. Anders als viele denken, ist das Auto nicht die sicherste Mobilitätsoption für Kinder. Mit einem Anteil von 43 Prozent sind Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren als Insassen von Autos besonders häufig in Verkehrsunfälle verwickelt, während die Verunglücktenrate bei denen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, bei lediglich 32 beziehungsweise 25 Prozent liegt.

Anika Meenken, Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung: „Solange wir selbst aufs Gaspedal treten, bremsen wir unsere Kinder aus. Wir müssen das Elterntaxi stehen lassen und unseren Kindern die Chance geben, sich frei, selbstständig und sicher bewegen und entwickeln zu können. Es ist Zeit endlich umzudenken: Nicht die Kinder müssen sich dem Verkehr anpassen, sondern der Verkehr den Menschen. Gehen wir mit gutem Beispiel voran, denn eigenständig mobile Kinder sind glückliche Kinder.“

In der Ferienzeit können Eltern und Kinder die Tipps aus der VCD Mobifibel jenseits der Alltagshektik spielerisch ausprobieren: Zum Beispiel den Schulweg mitsamt kritischer Verkehrsstellen gemeinsam einüben oder einen Laufbus organisieren. Dafür werden Kinder aus der Nachbarschaft zusammengebracht, die im kommenden Schuljahr ihren Schulweg gemeinsam zurücklegen. Dieser wird dadurch sicherer und macht allen mehr Spaß. Außerdem ermutigt die VCD Mobifibel, selbst aktiv zu werden, um Städte für Jung und Alt umzugestalten. So gibt es Step-by-Step-Anleitungen zur Errichtung von Tempo 30-Zonen oder verkehrsberuhigten Schulstraßen.
 

Für die Mobifibel gibt es folgende Bestelloptionen:

Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter:@VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3990 Wed, 14 Jul 2021 16:30:00 +0200 Fit for Verkehrswende? EU will CO2-Vorgaben für Neuwagen verschärfen und Emissionshandel für Straßenverkehr einführen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/fit-for-verkehrswende-eu-will-co2-vorgaben-fuer-neuwagen-verschaerfen-und-emissionshandel-fuer-stras/ Die EU-Kommission hat heute ihre ersten Gesetzesvorschläge im Rahmen des Maßnahmenpaketes „Fit for 55“ vorgelegt. Einen Schwerpunkt bildet der Verkehrssektor, der EU-weit knapp 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen verursacht. Der verkehrspolitische Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Michael Müller-Görnert, kommentiert: „Die CO2-Gestzgebung ist eines der zentralen Instrumente, um die Emissionen von Neuwagen nachhaltig zu senken und die Entwicklung von Elektroautos zu fördern. Es reicht allerdings nicht aus, lediglich die Reduktionsvorgaben für 2030 von 37,5 Prozent auf 55 Prozent zu erhöhen und das Ziel für 2025 bei 15 Prozent zu belassen. Die Pläne der Kommission lassen Autoherstellern noch bis 2030 einen großen Spielraum, weiterhin massenweise Autos mit Verbrennungsmotor zu verkaufen. Der VCD begrüßt jedoch, dass die EU-Kommission ab 2035 das E-Auto quasi zum Standard macht, indem dann nur noch emissionsfreie Neuwagen in der EU verkauft werden dürfen. Von einer strengeren CO2-Gesetzgebung profitieren alle: Stoßen Neuwagen weniger CO2 aus, verbessert sich die nationale Klimabilanz, Autohersteller erhalten Planungssicherheit und Verbraucher*innen profitieren von geringeren Ausgaben für Sprit sowie sinkenden Kosten für Elektroautos.

Kritisch zu sehen ist hingegen die Einführung eines separaten Emissionshandels für den Straßenverkehr, der ab 2026 die CO2-Bepreisung von Kraftstoffen vorsieht. Prinzipiell begrüßen wir das Verursacher-Prinzip, allerdings darf der Emissionshandel nicht dazu führen, dass andere wichtige Instrumente geschwächt werden. Zentral ist außerdem, dass Menschen mit geringem Einkommen z.B. über ein Mobilitätsgeld direkt entlastet werden. 

Grundsätzlich richtig findet der VCD die Initiative der Kommission, zumindest im EU-weiten Luftverkehr Kerosin schrittweise zu besteuern. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt jedoch davon ab, ob es gelingt, alle Mitgliedsstaaten von der Idee zu überzeugen. Denn eine gemeinsame EU-Steuer erfordert die einstimmige Zustimmung von allen. Deutschland muss hier Treiber sein.“
 

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Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3988 Mon, 12 Jul 2021 16:51:00 +0200 Breites Bündnis fordert Bekenntnis aller demokratischen Parteien für ein Tempolimit in den ersten 100 Tagen ihrer möglichen Regierungsarbeit http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/breites-buendnis-fordert-bekenntnis-aller-demokratischen-parteien-fuer-ein-tempolimit-in-den-ersten/ Umweltverbände, Gewerkschaft der Polizei NRW und Verkehrssicherheitsverbände fordern generelles Tempolimit. Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen und Nachschärfung der Regelungen außer- und innerorts. Deutschland muss bei Klimaschutz und Verkehrssicherheit an europäische Nachbarländer anschlussfähig werden. Berlin, 13. Juli 2021. Ein breites gesellschaftliches Bündnis betont die Notwendigkeit eines generellen Tempolimits und einer Verschärfung der bestehenden Regelungen für mehr Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Verbesserung der Sicherheit im Verkehr. Seit dem Start des Bündnisses aus Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie der Gewerkschaft der Polizei NRW im April 2019 hat sich die amtierende Bundesregierung mit ihrer Blockadehaltung gegen ein Tempolimit zunehmend ins Abseits gestellt. Deshalb erneuern der ökologische Verkehrsclub VCD, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Gewerkschaft der Polizei NRW, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Changing Cities ihre Forderungen nach einem generellen Tempolimit auf Autobahnen, einer Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit außerorts auf 80 km/h und der Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerstädtisch. Alle demokratischen Parteien müssen sich schon jetzt für die Einführung eines generellen Tempolimits innerhalb der ersten 100 Tage ihrer möglichen Regierungsarbeit aussprechen, fordert das Bündnis.

„Niedrigere Geschwindigkeiten senken den CO2-Ausstoß massiv und könnten tausende Leben retten. Trotzdem kämpft die Raser-Lobby gegen sicherere Autobahnen und die Politik macht es durch Nichtstun den Kommunen unnötig schwer, Tempo 30 einzuführen. Dabei sehen wir in Paris, in Brüssel oder Oslo, wie einfach es gehen könnte. Unsere Verkehrspolitik ist vollkommen veraltet. Wir brauchen endlich eine integrierte Planung für unsere Mobilität, die Klimaschutz und Verkehrssicherheit zu Leitzielen macht, an denen sich auch Kommunen orientieren können. Kurz: Ein Bundesmobilitätsgesetz, das nicht das Auto, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD.

„Mit einem strikt kontrollierten Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen, Tempo 80 außerorts und Tempo 30 in der Stadt lassen sich bis 2034 insgesamt bis zu 100 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das wegweisende und von uns mit erstrittene Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts erhöht den Druck auf die neu gewählte Bundesregierung, diese ohne großen Aufwand umsetzbare Einzelmaßnahme mit dem höchstem CO2-Einsparpotential zu beschließen. Die Einhaltung des Tempolimits kann zudem durch die streckenbezogene Section Control sichergestellt werden“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. 

„Wer die Zahl der schwerverletzten und getöteten Verkehrsunfallopfer senken will, kommt an einem Tempolimit auf der Autobahn nicht vorbei. Gerade für Polizei- und Rettungskräfte, aber auch für andere, die auf der Autobahn arbeiten müssen, sind Geschwindigkeiten über 130 km/h lebensgefährlich. Ein Tempolimit auf der Autobahn würde darüber hinaus die Zahl der Verkehrstoten auf der Autobahn um voraussichtlich 20 Prozent senken. Konsequent überwachte Geschwindigkeitsreduktionen sind deshalb nicht nur die wirksamste Einzelmaßnahme, um die Zahl der Verkehrsunfallopfer zu reduzieren, die wir haben. Alle anderen denkbaren Maßnahmen sind auch teurer und weniger effizient", sagt Michael Mertens, Gewerkschaft der Polizei NRW.

„Klimaschutz und Verkehrssicherheit müssen das Credo aller Regelungen im Straßenverkehr werden. Die Absenkung der auf Bundes-, Landes,- und Kreisstraßen zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h bewirkt beides. Die Zahl der gefährlichen Überholmanöver von Autofahrenden und die damit verbundenen energie- und schadstoffintensiven Beschleunigungen werden deutlich verringert. Zudem trägt eine Verringerung der Geschwindigkeiten dazu bei, dass Fahrradfahrende auf Straßen ohne Radweg weniger gefährdet werden. So wird das Radfahren auf dem Land attraktiver“, so Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. 

„Tempo 130 auf Autobahnen bedeutet mehr Sicherheit für Autofahrende. Tempo 80 auf Landstraßen bedeutet noch mehr Sicherheit für Autofahrende, aber auch für Radfahrende. Tempo 30 in Städten rettet das Leben von Fußgängerinnen und Fußgängern und Radfahrenden. Es ist evident, dass eine Mehrheit der Bevölkerung diese Maßnahmen begrüßt. Einige wenige fühlen sich frei, wenn sie sich in einem Auto rasend schnell fortbewegen können, alle anderen wünschen sich mehr Sicherheit im öffentlichen Straßenraum – denn erst dann können sich alle frei bewegen“, erklärt Ragnhild Sørensen, Sprecherin von Changing Cities.

Hintergrund:
In den letzten Monaten haben zahlreiche Nachbarländer ihre Geschwindigkeitsregelungen zum Schutz von Klima, Umwelt und Menschenleben nachgeschärft. Die Niederlande haben 2020 ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen tagsüber eingeführt; in Frankreich wurde Tempo 30 in 200 Städten und in Spanien 2021 sogar flächendeckend Tempo 30 innerstädtisch zur Regel. Die Unfallzahlen sanken in den französischen Städten um 70 Prozent.  Eine erstmals seit den 90er Jahren aktualisierte Studie des Umweltbundesamts Anfang 2020 belegt die schnell umzusetzende Klimawirksamkeit des Tempolimits auf Autobahnen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert Tempo 30 innerstädtisch. Wichtige Akteure wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat sprechen sich mittlerweile für ein Tempolimit auf Autobahnen aus. Der ADAC hat seine jahrzehntelange Abwehr gegen ein Tempolimit aufgrund einer Mitgliederumfrage aufgegeben. Deutschland ist das einzige Industrieland ohne ein generelles Tempolimit auf Autobahnen.

Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3981 Thu, 01 Jul 2021 09:50:00 +0200 Save the Date 11. September: Radsternfahrt und Großdemonstration anlässlich der IAA http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/save-the-date-11-september-radsternfahrt-und-grossdemonstration-anlaesslich-der-iaa/ Unter dem Motto #aussteigen demonstriert am 11. September 2021 in München ein breites Aktionsbündnis aus ADFC, Attac, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD gegen grüne Täuschungsmanöver der Automobilindustrie und für eine echte Mobilitätswende. Geplant sind eine große Fußgängerdemo und eine Fahrradsternfahrt mit 17 Demozügen aus dem Münchner Umland zur zentralen Kundgebung in der Innenstadt. Erwartet werden zehntausende Teilnehmende aus ganz Deutschland.
Berlin/Frankfurt a.M./München, 1. Juli 2021. Das Aktionsbündnis kritisiert: „Kurz vor der Bundestagswahl will sich die Autolobby bei der IAA einen grünen Anstrich geben. Dabei verdienen BMW, Volkswagen, Daimler und Co. nach wie vor ihr Geld mit viel zu dicken Autos, die das Leben in den Städten ersticken. Und als ob es die Klimakrise nicht gäbe, steckt in den meisten immer noch ein Verbrenner drin. Das wollen wir nicht akzeptieren! Statt Alibi-Präsentationen müssen die Autokonzerne ihre komplette Produktion umstellen auf kleinere, klimafreundliche Fahrzeuge. Diesen Umstieg muss die nächste Bundesregierung mit einer Verkehrspolitik beschleunigen, die konsequent auf Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr setzt. Dazu gehört auch die Halbierung des Autoverkehrs.“

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, sagt: „Die neue IAA gibt sich nachhaltig, doch in Wahrheit spielt die Autoindustrie auf Zeit und verfolgt Scheinlösungen. Wir können aber nicht nur auf neue Technologien setzen, wenn wir unsere Klimaziele schaffen wollen. Wir fordern Spielplätze statt Parkplätze, Radwege statt neuer Autobahnen und ein Bundesmobilitätsgesetz, das den Menschen und nicht das Auto in den Mittelpunkt stellt. Wir wollen sichere Straßen ohne Verkehrstote, autofreie Innenstädte und mehr Busse und Bahnen auf dem Land und in der Stadt - bezahlbar und für alle. Die Zeit der dreckigen Spritschlucker mit Verbrennungsmotor ist vorbei. Dort wo es Autos noch braucht, müssen sie elektrisch sein und möglichst geteilt werden. Nur mit weniger Autoverkehr und guten Alternativen können wir die 1,5 Grad-Grenze noch einhalten.“

Unter dem Motto #aussteigen fordert das Bündnis konkret:

  • Faire Verteilung des öffentlichen Raums mit Vorrang für Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr 
  • Gut ausgebauter, bezahlbarer ÖPNV, für alle und immer
  • Halbierung des Autoverkehrs und Klimaneutralität im Verkehr bis 2035
  • Sofortiger Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, keine Plug-in-Hybride und großen E-SUVs
  • Sofortiger Stopp der Planung und des Baus von neuen Autobahnen und Bundesstraßen
  • Eine generelle Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf Autobahnen, 80 km/h außerorts und eine Regelgeschwindigkeit 30 km/h innerorts

Geplanter Ablauf der Demo
Die Fahrraddemo wird sich aus allen Himmelsrichtungen sternförmig auf München zubewegen. Für Eltern mit kleineren Kindern gibt es eine extra Familienroute. Fußgängerinnen und Fußgänger bilden in der Innenstadt einen eigenen Protestzug. Die Demonstrationen enden mit einer gemeinsamen Kundgebung im Zentrum. Die Veranstalter planen, einen Teil der Sternfahrt über Autobahnen und den Mittleren Ring zu führen. Die entsprechenden Abschnitte werden dann zeitweise für den Autoverkehr gesperrt.

Hinweise an Redaktionen
Das Aktionsbündnis plant im Vorfeld der Demonstrationen eine Pressekonferenz in München. Hierzu informieren wir separat. Weitere Informationen und Updates sowie den geplanten Routenverlauf finden Sie auf www.iaa-demo.de.

Über das Bündnis
Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. 
 

Pressekontakt
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV
Die Pressekontakte der anderen Bündnis-Mitglieder finden Sie auf www.iaa-demo.de/presse

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3976 Wed, 23 Jun 2021 11:57:06 +0200 Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung ist eine Luftnummer http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/klimaschutz-sofortprogramm-der-bundesregierung-ist-eine-luftnummer/ Die Bundesregierung hat ein enttäuschendes Sofortprogramm für mehr Klimaschutz beschlossen und statt konkreter und ambitionierter Maßnahmen im Verkehr lediglich wenige Absichtsbekundungen auf den Weg gebracht, kritisiert der VCD. Das ist keine Klimapolitik auch für die kommenden Generationen, wie das Bundesverfassungsgericht sie einfordert, kommentiert Michael Müller-Görnert, der verkehrspolitische Sprecher des VCD: „Von einem Sofortprogramm der Bundesregierung kann keine Rede sein. Die große Koalition hat es versäumt, dem Klima- und Umweltschutz gleich zu Beginn ihrer Amtszeit Vorrang zu geben. Dreieinhalb Jahre Nichtstun haben die Krise verschärft. Erst auf Druck des Bundesverfassungsgerichts liegt jetzt ein halbgares Programm auf dem Tisch.  Ambitionierte und effektive Maßnahmen sucht man vergebens, es bleibt bei wolkigen Ankündigungen. Einfache, aber hochwirksame Maßnahmen wie ein Tempolimit auf Autobahnen wurden aus dem ursprünglichen Entwurf gestrichen. Stattdessen werden nach dem Gießkannenprinzip weitere milliardenschwere Förderprogramme für emissionsarme Technologien ausgeschüttet. Die Förderung treibt mitunter seltsame Blüten: Dass emissionsfreie Vermessungs- und Wracksuchschiffe oder hybridelektrisches Fliegen zum Gamechanger der Verkehrswende werden, darf bezweifelt werden.  

Positiv an dem Programm ist der geplante zusätzliche Ausbau der Radinfrastruktur. Bereits jetzt aber scheitern viele Projekte nicht am Geld, sondern an fehlenden Stellen für Planer und Planerinnen in den Kommunen und an komplizierten Förderrichtlinien. Zudem brauchen wir ein Bundesmobilitätsgesetz als neuen Rechtsrahmen, der den Umweltverbund aus Bus und Bahn sowie Rad- und Fußverkehr endlich angemessen berücksichtigt. Wir müssen die Verkehrsplanung an gesellschaftlichen Zielen ausrichten und für eine klima- und sozialverträgliche Mobilität für alle sorgen.

Was wir jetzt nicht entschlossen angehen, fällt nach den Wahlen der nächsten Bundesregierung auf die Füße. Die darf nachholen, wofür die amtierende zu mutlos war.“


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Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org 
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD Pressestelle • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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