VCD Pressemitteilung https://www.vcd.org/ Pressemitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de VCD Fri, 16 Oct 2026 15:11:09 +0200 Fri, 16 Oct 2026 15:11:09 +0200 TYPO3 EXT:news news-5785 Fri, 16 Oct 2026 15:05:48 +0200 VCD kritisiert: Deutsch-französischer CO2-Deal bremst E-Mobilität und torpediert fossilen Ausstieg https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-kritisiert-deutsch-franzoesischer-co2-deal-bremst-e-mobilitaet-und-torpediert-fossilen-ausstieg Mit dem Deal zu den CO2-Grenzwerten für Autos schwächt die Bundesregierung ihre eigenen Klimaziele und bremst den Hochlauf der Elektromobilität. Statt Verlässlichkeit für den Wandel zu schaffen, hält sie an fossilen Antrieben fest. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert:  

„Mit diesem Deal untergräbt die Bundesregierung ihre eigenen Ziele: den Ausstieg aus fossilen Energien und den Weg zur Klimaneutralität. Ohne Not tritt sie auf die Bremse, ausgerechnet jetzt, wo die Elektromobilität Fahrt aufnimmt. Statt den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe konsequent voranzubringen, macht sie den Weg frei für ein Weiter-so mit spritfressenden Benzinern und Dieseln.

Das ist klimapolitisch kurzsichtig und sendet das falsche Signal an die Automobilindustrie. Wer die CO2-Grenzwerte aufweicht, statt klare Leitplanken zu setzen, gefährdet Investitionen, schwächt die Planungssicherheit und bremst den notwendigen Wandel.

Jetzt sind die SPD, Bundesumweltminister Carsten Schneider und die fortschrittlichen Kräfte in der EU gefordert: Sie müssen sich für konsequenten Klimaschutz, verlässliche Rahmenbedingungen und verbindliche CO2-Grenzwerte einsetzen. Die Vorgaben weiter abzuschwächen, wäre der falsche Weg. Die Verkehrswende braucht klare Regeln und Tempo – keine neuen Ausnahmen für den Verbrennungsmotor.“

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news-5783 Wed, 14 Oct 2026 09:40:23 +0200 „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“: 3.300 Kinder und Jugendliche radelten bundesweit 872.759 Kilometer https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/fahrrad-fuers-klima-auf-tour-3300-kinder-und-jugendliche-radelten-bundesweit-872759-kilometer Bei der Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD und der AKTIONfahrRAD haben in diesem Jahr rund 3.300 Kinder und Jugendliche gemeinsam hunderttausende Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Den Hauptpreis sicherte sich die Klasse 7c des Gymnasiums Johanneum in Ostbevern aus Nordrhein-Westfalen mit 21.329 geradelten Kilometern. Im Mittelpunkt der Kampagne steht neben dem Radfahren die Auseinandersetzung mit den Themen Klimaschutz und nachhaltige Mobilität.  

Bei „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ haben rund 3.300 Kinder und Jugendliche in diesem Jahr von März bis August gemeinsam ganze 872.759 Kilometer zurückgelegt und dabei rund 122.186 Kilogramm CO2 eingespart. Den Hauptpreis gewinnt die ehemalige Klasse 7c des Gymnasiums Johanneum in Ostbevern, Nordrhein-Westfalen, mit 21.329 geradelten Kilometern.

Radfahren, Klimaschutz und nachhaltige Mobilität gehören bei „FahrRad!“ zusammen. Die Jugendkampagne des ökologischen Verkehrsclubs VCD und der AKTIONfahrRAD will Kinder und Jugendliche nicht nur aufs Fahrrad bringen, sondern sie dazu anregen, sich mit ihrer eigenen Mobilität und deren Auswirkungen auf Klima und Umwelt auseinanderzusetzen. Unterrichtsmaterialien, Mitmachaktionen und eine virtuelle Tour durch Deutschland und Europa machen die Themen praktisch erfahrbar. Wie das aussehen kann, zeigt die Gewinnerklasse des Gymnasiums Johanneum. Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit ihren Beiträgen und Aktionen, wie z.B. Plakate zu Umweltthemen und Videos mit einem Fahrrad-Parcours mit Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität beschäftigt. 

Stephanie Päßler, VCD-Projektleiterin von „FahrRad!“:
„Bei ‚FahrRad!‘ geht es um mehr als möglichst viele Kilometer. Der Wettbewerb bringt Kinder und Jugendliche zusammen, schafft ein gemeinsames Erlebnis und zeigt ihnen, was ihre tägliche Mobilität mit Klimaschutz zu tun hat. Wenn sie gemeinsam recherchieren, ausprobieren und aufs Fahrrad steigen, wird nachhaltige Mobilität greifbar und macht im Team besonders viel Spaß.“

Damit Kinder und Jugendliche das Fahrrad im Alltag selbstverständlich nutzen können, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen: Durchgängige Fuß- und Radwege sowie ein kindgerechtes Schulumfeld schaffen die Voraussetzung, damit Schülerinnen und Schüler ihre Wege eigenständig und sicher zurückzulegen. VCD und AKTIONfahrRAD setzen sich deshalb für eine bessere Infrastruktur rund um Schulen und eine stärkere Verankerung von Mobilitätsbildung ein.

Truels Reichardt, Bundestagsabgeordneter und Kinderbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion unterstützt als Botschafter die Klimatour:
„Kinder und Jugendliche erfahren bei ‚FahrRad!‘ ganz praktisch, dass Mobilität mehr ist als der Weg von A nach B. Sie erleben, wie viel sie bewegen können, wenn sie gemeinsam in die Pedale treten. Damit daraus langfristig gesunde und nachhaltige Mobilitätsroutinen entstehen, brauchen sie gute Radwege und ein Schulumfeld, in dem sie sich jederzeit sicher bewegen können.“

 

Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats der AKTIONfahrRAD:
„Fahrradfahren verbindet Bewegung, Eigenständigkeit und Klimaschutz. ‚FahrRad!‘ zeigt, wie Schulen Kinder und Jugendliche dafür begeistern können, ihre Mobilität selbst in die Hand zu nehmen und einen wichtigen Beitrag für mehr Klimaschutz zu leisten.“

Denn klimafreundliche und aktive Mobilität beginnt nicht erst im Erwachsenenalter – der Grundstein dafür wird bereits in der Kindheit und Jugend gelegt.

Über „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“
Seit 2006 motiviert die Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren dazu, Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen und sich mit klimafreundlicher Mobilität auseinanderzusetzen. Teilnehmen können Schulklassen, Jugendgruppen und Familien. Die geradelten Kilometer werden auf der Online-Plattform eingetragen oder mit der App Biketour.Guide erfasst. Auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa lernen die Teilnehmenden an verschiedenen Stationen mehr über Fahrrad- und Klimathemen und können ihr Wissen in Mitmachaktionen und Quizfragen testen.

Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation des ökologischen Verkehrsclubs VCD und der AKTIONfahrRAD.

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news-5781 Fri, 09 Oct 2026 16:13:53 +0200 Vier Korridorsanierungen pro Jahr sind leistbar – alle genehmigten Mittel jetzt auch investieren! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vier-korridorsanierungen-pro-jahr-sind-leistbar-alle-genehmigten-mittel-jetzt-auch-investieren Heute haben das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn bekanntgegeben, dass zahlreiche Korridorsanierungen auf die lange Bank geschoben werden sollen. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert diesen Schritt und fordert die Bundesregierung auf, die genehmigten Mittel aus dem Sondervermögen wie geplant in die Bahninfrastruktur zu investieren. Das Streckennetz muss schnellstmöglich saniert werden, damit die Bahn wieder zuverlässiger werden kann.  

DB InfraGO hat sich auf vier Korridorsanierungen im Jahr eingestellt – jetzt rudert die Politik aus Kostengründen zurück und will die ganze Planung erneut komplett umstellen. Vier Korridorsanierungen im Jahr sind jedoch erforderlich, um die Generalsanierung bis 2036 abzuschließen. „Und die DB InfraGo kann das auch leisten, wie sich nach größeren Anlaufschwierigkeiten jetzt zum Beispiel bei der Sanierung der Rechten Rheinstrecke zeigt,“ sagt der VCD-Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck.

„Lasst Fahrgäste und Wirtschaft nicht noch länger auf eine pünktliche Bahn warten!“, fordert Kurzeck. „Der Bund opfert erneut 2,5 Milliarden Euro für den Tankrabatt. Die Bahnsanierung wird dagegen aufs Abstellgleis geschoben. Das ist fatal für die Mobilität in Deutschland.“ Die Bundesregierung habe klar den Anspruch formuliert, dass die Bahn pünktlicher werden muss. Das könne aber nur gelingen, wenn er selbst die Sanierung nicht immer weiter verzögere.

Die VCD-Bundesvorsitzende Christiane Rohleder ergänzt: „Das Sondervermögen läuft bereits 2035 aus. Damit ist die Finanzierung der Korridorsanierungen ab 2036 hinfällig. Und die Infrastruktur bröckelt weiter. Die maroden Strecken müssen aufwändig unterhalten werden, und die Sanierung wird am Ende noch aufwändiger. Deshalb läuft es langfristig auf doppelte Kosten hinaus, wenn der Bund jetzt kurzfristig spart.“

Zudem mache der neue Zeitplan umfassende Umplanungen nötig, was die Kosten weiter erhöhe. Die angeblichen Einsparungen verlagere diese Kosten noch stärker auf künftige Generationen. Das ständige Auf und Ab bei den Bauleistungen führe zu einer Überforderung der Planungsabteilungen der DB InfraGO und bei den Bauunternehmen, so Rohleder: „Die Bundesregierung muss die Korridorsanierungen wie geplant finanzieren. Wir brauchen eine zügige, fahrgastfreundliche Sanierung, statt einer Politik, die auf der Bremse steht.“

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news-5778 Fri, 02 Oct 2026 09:47:05 +0200 Aktionstage für sichere Schulwege bringen zehntausende Kinder in Bewegung – Gewinnerprojekte aus Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/aktionstage-fuer-sichere-schulwege-bringen-zehntausende-kinder-in-bewegung-gewinnerprojekte-aus-bayern-mecklenburg-vorpommern-und-nordrhein-westfalen Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ waren ein großer Erfolg: In den vergangenen zwei Wochen haben zehntausende Kinder mitgemacht und kamen zu Fuß, mit dem Roller oder dem Rad in die Kita oder zur Schule. Das zeigt eindrücklich, wie wichtig Impulse und Anreize sind, den Weg ohne Auto zurückzulegen. Die Aktionstage werden gemeinsam vom Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) und dem ökologischen Verkehrsclub VCD in Kooperation mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) organisiert und fanden vom 21. September bis 2. Oktober 2026 statt.  

Weit mehr als eine Million Kinder haben in den letzten 20 Jahren an den Aktionstagen teilgenommen. Auch in diesem Jahr sind sie gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern mit gutem Beispiel vorangegangen und haben gezeigt, wie viel Spaß der eigenständige Weg zur Schule oder in die Kita machen kann. Die besten Projektideen der Aktionstage 2026 wurden in drei Kategorien ausgezeichnet und machen deutlich, wie abwechslungsreich die Aktionstage gestaltet werden können.

  • Kreativ: Das Kinderhaus Westerham (Bayern) hat in der Turnhalle eine eigene Kinderstadt aufgebaut und gestaltet. Dort können die Kinder den Straßenverkehr spielerisch erproben und erfahren, wie sie ihre Wege sicher zurücklegen können.
  • Politisch: Die JONA Schule in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) setzt sich gemeinsam mit dem ADFC mit „lebendigen Zebrastreifen“ für sichere Schulwege ein. Damit machen die Schülerinnen und Schüler gefährliche Schulwegstellen sichtbar und setzen ein Zeichen für sicherere Querungsmöglichkeiten und einen besseren Schutz von Kindern im Straßenverkehr.
  • Newcomer*in: Die Grundschule am Wiehen in Minden (Nordrhein-Westfalen) bringt mit verschiedenen Aktionen Bewegung in das Thema sichere Schulwege: Mit einer Schulwette motiviert sie die Schüler*innen, eine Smiley-Anlage macht auf zu hohes Tempo im Straßenverkehr aufmerksam und selbstgestaltete Banner sensibilisieren für mehr Sicherheit auf Schulwegen. 

Als Gewinne erhalten die Einrichtungen beispielsweise Sommerski oder ein Wurfspiel, die von der Firma BACKWINKEL zur Verfügung gestellt werden.

Die Aktionstage haben gezeigt: Wer auf Alternativen zum Auto setzt, stärkt nicht nur die Gesundheit und das Miteinander, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit vor Schulen und Kitas. Wie wichtig das ist, verdeutlichte bereits im letzten Jahr eine forsa-Umfrage im Auftrag des Bündnisses: Ein Fünftel der Eltern empfindet den Schulweg ihrer Kinder als unsicher, in Großstädten ist es sogar ein Viertel. 13 Prozent erleben mindestens einmal wöchentlich gefährliche Situationen durch Elterntaxis. 

Das Bündnis des Deutschen Kinderhilfswerkes, des ökologischen Verkehrsclubs VCD und des Verbandes Bildung und Erziehung sieht darin einen klaren Auftrag an Politik und Kommunen, sichere Querungen, Tempo 30 und autofreie Schulstraßen zu schaffen.

Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des VCD: „Die Aktionstage zeigen, wie gerne Kinder selbstständig unterwegs sind, ob zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Rad. Das bringt Bewegung in ihren Alltag und stärkt ihre Gesundheit. Unsere Aufgabe ist es, dafür sichere Bedingungen zu schaffen: mit Tempo 30, verkehrsberuhigten Schulstraßen und sicheren Fuß- und Radwegen. Davon profitieren nicht nur Kinder, sondern alle, die sich im öffentlichen Raum bewegen – eine echte Win-win-Situation für mehr Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität.“

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Die vielen tollen Projekte während der Aktionstage zeigen, dass Kinder eine sehr gute Einschätzung davon haben, was sie für einen sicheren Weg zur Schule oder in die Kita brauchen. Zum Beispiel weniger chaotische Zustände vor den Eingängen, indem weniger Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder zur Kita bringen. Eltern können sich an den Kindern ein Beispiel nehmen und lernen, dass Zufußgehen Spaß macht und das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.“

Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE: „Ich freue mich, dass so viele Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher mit Kindern Projekte umgesetzt haben, die schon den Kleinsten und Kleinen Lust auf eigenständige und selbstverantwortliche Mobilität bringen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Nach den Aktionstagen sollte dieser Einsatz weiter unterstützt werden, insbesondere auch durch zivilgesellschaftliches Engagement für eine moderne Mobilitätsbildung.“

Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz 2026 und Schirmherrin der Aktionstage unterstreicht in ihrem Grußwort: „Kinder sollen ihren Schul- oder Kindergartenweg sicher, selbstständig und mit Freude zurücklegen können. Denn wer zu Fuß unterwegs ist, erreicht weit mehr, als von A nach B zu kommen: Kinder bewegen sich, erleben ihre Umgebung bewusst und gewinnen Schritt für Schritt an Selbstständigkeit. Gleichzeitig wissen wir: Ein sicherer Schulweg ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Familien erleben den Straßenverkehr als Herausforderung. Umso wichtiger ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder ihren Weg zunehmend sicher zurücklegen können. Die Aktionstage machen Mut, neue Wege auszuprobieren und Kindern Selbstständigkeit zuzutrauen. Wenn Schulen, Kitas, Kommunen und Eltern an einem Strang ziehen, können wir hier viel bewegen.“

Hintergrund
Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hatten vom 21. September bis 2. Oktober 2026 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ aufgerufen. Auf der Webseite konnten Aktions- und Spielideen eingesehen, konkrete Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Die Aktionstage standen unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Bildungsministerkonferenz 2026, Anna Stolz.

 

Pressekontakt:

DKHW: Uwe Kamp • Pressesprecher • presse@dkhw.de • 030/30 86 93-11
VCD: Jan Langehein • Pressesprecher • presse@vcd.org • 030/28 03 51-12
VBE: Anne Roewer • Leiterin Kommunikation • presse@vbe.de • 0160/92 12 23 08

 

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, bei ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen und der Überwindung von Kinderarmut. Ziel ist insgesamt die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. 

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news-5777 Thu, 01 Oct 2026 08:22:14 +0200 VCD kritisiert: Tankrabatt entlastet einseitig Autofahrende, Deutschlandticket wird teurer https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-kritisiert-tankrabatt-entlastet-einseitig-autofahrende-deutschlandticket-wird-teurer Heute tritt erneut ein Tankrabatt in Kra  

Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des VCD: „Hohe Kosten, wenig Wirkung: der Tankrabatt ist eine teure Gießkannenlösung. Für rund 2,5 Milliarden Euro Steuergelder sinken die Kosten für Autofahrerinnen und Autofahrer bis Jahresende im Schnitt um weniger als 40 Euro – echte Entlastung sieht anders aus. Gleichzeitig wird klimafreundliche Mobilität mit Bus und Bahn teurer. Das setzt die falschen Prioritäten.“

Statt Milliarden für billigeren Sprit auszugeben und Vielfahrende mit großen Spritschluckern zu begünstigen, sollte die Bundesregierung vor allem Bürgerinnen und Bürger mit niedrigem Einkommen entlasten. „Ein bundesweites Sozialticket für maximal 29 Euro wäre eine konkrete Hilfe für Menschen mit wenig Einkommen. Und ein bezahlbares Deutschlandticket würde den Umstieg auf Bus und Bahn attraktiver machen“, so Rohleder.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD erläutert: „Wer die eigenen Mobilitätskosten senken möchte, kann zudem mit einfachen Maßnahmen Sprit sparen: Wer zügig anfährt, früh hochschaltet, gleichmäßig fährt und hohe Geschwindigkeiten vermeidet, kann den Verbrauch um bis zu 30 Prozent reduzieren. Auch beim Tanken lohnt der Preisvergleich: Super E10 ist rund sechs Cent pro Liter günstiger als Super E5 und wird von fast allen Benzinern ab Baujahr 2010 vertragen. Noch mehr lässt sich sparen, wenn kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden – das ist gut für den Geldbeutel und die Gesundheit.“

Die Spritspar-Tipps des VCD finden Sie in diesem aktuellen Blogartikel.

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news-5776 Wed, 30 Sep 2026 12:26:50 +0200 Korridorsanierung Hannover–Berlin: 14 Monate Einschränkungen für Fahrgäste sind nicht alternativlos https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/korridorsanierung-hannover-berlin-14-monate-einschraenkungen-fuer-fahrgaeste-sind-nicht-alternativlos Am 2. Oktober beginnen die umfangreichen Bauarbeiten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hannover und Berlin. Bis Dezember 2027 werden auf der wichtigen Bahnachse Gleise, Weichen, Oberleitungs- und Sicherungsanlagen sowie weitere Infrastruktur erneuert. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Sanierung, warnt aber gleichzeitig davor, den Fahrgästen unnötige Belastungen zuzumuten. Er fordert die DB InfraGO auf, Lösungen vorzulegen, mit denen sich die Einschränkungen für die Fahrgäste auf das notwendige Maß begrenzen lassen.  

„Die Sanierung der Strecke Hannover–Berlin ist notwendig, aber 14 Monate massive Einschränkungen dürfen nicht als alternativlos hingenommen werden. Fahrgäste werden über ein Jahr mit deutlich längeren – teils doppelt so langen – Fahrzeiten konfrontiert sein. Damit wird das Ziel, mehr Pendelnde vom Auto in die Bahn zu bringen, konterkariert. Die Sanierung muss fahrgastfreundlich umgesetzt werden“, sagt Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender beim ökologischen Verkehrsclub VCD.

Der VCD fordert, die parallel verlaufende „Lehrter Stammbahn“ auch ohne abgeschlossene Elektrifizierung als Ausweichroute zu nutzen. Über die Strecke muss ein Grundangebot im Regionalverkehr aufrechterhalten werden, um damit den Pendelnden akzeptablere Fahrzeiten zu ermöglichen. Der Einsatz von Akku- oder Dieselzügen ist dabei als Alternative vorzusehen. „Ein einfaches Grundangebot ohne Zugbegegnungen benötigt auch nicht das volle Signalsystem“, so Matthias Kurzeck.

Der VCD fordert die DB InfraGO und das Bundesverkehrsministerium auf, die Bauplanung an den Auswirkungen auf die Fahrgäste auszurichten. Insbesondere für den Regionalverkehr muss während der Bauzeit ein verlässliches Grundangebot auf der Schiene erhalten bleiben.

„Es reicht nicht, eine Strecke zu sperren und anschließend möglichst viele Busse einzusetzen. Eine gute Korridorsanierung muss zwei Ziele gleichzeitig erreichen: Die Infrastruktur muss umfassend erneuert werden und die Bahn muss für die Menschen insbesondere im Nahverkehr währenddessen nutzbar bleiben. Zu lange Busfahrten mit dem Schienenersatzverkehr sind nicht akzeptabel. Genau daran muss sich die Planung messen lassen“, sagt Kurzeck.

Mit dem VCD-Konzept zur fahrgastfreundlichen Sanierung des Schienennetzes zeigt der Verband, wie das möglich ist: Die Baumaßnahmen können gebündelt, aber statt einer monatelangen Vollsperrung weitgehend unter eingleisigem Betrieb durchgeführt werden. Vollsperrungen werden auf kurze, gezielt geplante Bauphasen begrenzt. Das bedeutet: maximal vier Wochen Vollsperrung am Stück statt mehrmonatiger Unterbrechungen. Bei Hannover–Berlin liegt zum Glück weitgehend die alte eingleisige Strecke parallel. Die neue „Feste Fahrbahn“ auf der Schnellstrecke muss aber so gebaut werden, dass bei der nächsten Sanierung jeweils auf dem anderen Gleis weiterhin Züge verkehren können. 

Das VCD-Konzept zur fahrgastfreundlichen Sanierung des Schienennetzes finden Sie hier.

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news-5774 Sun, 27 Sep 2026 07:45:00 +0200 Über 90 Prozent wollen besseres ÖPNV-Angebot: VCD veröffentlicht Umfrage-Ergebnisse zu Bus und Bahn in Deutschland https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/ueber-90-prozent-wollen-besseres-oepnv-angebot-vcd-veroeffentlicht-umfrage-ergebnisse-zu-bus-und-bahn-in-deutschland Der ökologische Verkehrsclub VCD hat rund 7.500 Menschen in ganz Deutschland befragt, wie sie das ÖPNV-Angebot einschätzen, womit sie zufrieden sind und was dringend besser werden muss. Jetzt hat der Verband die Ergebnisse dieses Online-Checks veröffentlicht. Über 90 Prozent der Befragten glauben demnach, dass mehr Menschen Bus und Bahn nutzen würden, wenn das Angebot besser wäre. Als wichtigste Kriterien nennen sie gute Erreichbarkeit, ein dichter Takt und verlässliche Abfahrtszeiten. Der VCD fordert Konsequenzen für die ÖPNV-Finanzierung. „Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, müssen mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen – das ist unstrittig“, sagt Alexander Kaas Elias, der ÖPNV-Experte des ökologischen Verkehrsclubs VCD. „Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen jetzt, wie das gelingen kann: Durch ein besseres Angebot, also durch gute Erreichbarkeit, einen dichten Takt und mehr Verlässlichkeit.“ 

Über 90 Prozent der 7.500 Teilnehmenden gaben an, Bus und Bahn häufiger nutzen zu wollen, wenn sich das Angebot verbessert. Für fast 84 Prozent sind die Erreichbarkeit und ein leistungsfähiges Streckennetz das Top-Thema, ein dichter Takt und verlässliche Abfahrtzeiten sind für jeweils knapp 60 Prozent der Befragten relevant. Erst auf Platz 4 landeten bezahlbare Ticketpreise – mit etwas mehr als 48 Prozent. „Ein guter Wert, der vermutlich auch dem Erfolg des Deutschlandtickets zu verdanken ist,“ meint Kaas Elias. Fast 70 Prozent der befragten ÖPNV-Fahrgäste sind inzwischen mit diesem Ticket unterwegs.

Das Potenzial des ÖPNV ist groß, doch wird es vielerorts nicht ausgeschöpft. Auch das zeigen die Ergebnisse: 62 Prozent der Befragten widersprachen der Aussage: „Bus und Bahn sind in den letzten fünf Jahren zuverlässiger geworden.“ Für viele hat es in letzter Zeit keine Besserungen gegeben. „Das kann nicht so bleiben,“ kritisiert Thomas J. Mager aus dem VCD-Bundesvorstand. „Die Fahrgäste müssen sich auf den ÖPNV verlassen können, wenn sie zur Arbeit und zu Terminen fahren. Nur dann werden sie Bus und Bahn als echte Alternative betrachten und das Auto öfter mal stehen lassen.“ 

Die Ergebnisse zeigen, dass viele grundsätzlich bereit sind, auf Bus und Bahn umzusteigen. Dass dies nicht passiert, hat für Mager politische Gründe. „Wir brauchen mehr ÖPNV. Doch aktuell drohen Kürzungen, werden Linien bereits ausgedünnt oder gar eingestellt. Das geht in die völlig falsche Richtung.“ Das Kernproblem sei die mangelhafte Finanzierung: „Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen, um das Angebot im ÖPNV zu verbessern. Das Geld dafür ließe sich freimachen, indem der Bund etwa Steuerprivilegien für Diesel oder Dienstwagen abbaut.“ 

Zum Hintergrund: Eine knappe Zusammenfassung der Ergebnisse unserer Online-Befragung finden Sie hier. Eine ausführlichere Darstellung, die auch auf regionale Unterschiede eingeht, können Sie hier herunterladen.

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news-5767 Fri, 18 Sep 2026 08:24:00 +0200 Der Bundesregierung fehlt das wirtschaftliche Verständnis https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/der-bundesregierung-fehlt-das-wirtschaftliche-verstaendnis Laut Medienberichten will die Bundesregierung einen Tankrabatt und einen Spritpreisdeckel beschließen – sofern die Bundesländer zustimmen. Ein Tankrabatt kostet den Staat Milliarden und entlastet Verbraucher*innen kaum – im Schnitt belaufen sich die Einsparungen auf 10-15 Euro pro Monat. Der Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD Matthias Kurzeck fordert eine gezielte Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen. VCD-Bundesvorsitzender Matthias Kurzeck: „Die Bundesregierung will Medienberichten zufolge erneut die hohen Spritpreise subventionieren und hat aus dem Tankrabatt im Mai und Juni nichts gelernt. Die Spritpreise folgen einer einfachen Regel: Sie steigen so lange weiter, bis der Verbrauch in Deutschland der zur Verfügung stehenden Menge entspricht. Ein Tankrabatt führt nicht zu mehr Sprit auf dem Markt. Wer ein Mindestmaß an wirtschaftlichem Grundverständnis hat, sollte diesen einfachen Zusammenhang eigentlich verstehen. Der VCD fordert eine Einmalzahlung an alle Bürgerinnen und Bürger, finanziert aus den Steuermehreinnahmen durch die hohen Spritpreise.“

„Die Bundesregierung versucht erneut, ein strukturelles Problem mit billigem Sprit zu lösen. Doch weder Tankrabatt noch Preisdeckel machen Deutschland unabhängiger vom Öl. Sie halten fossilen Verbrauch künstlich attraktiv und zementieren unsere Abhängigkeit. Und wenn der Verbrauch so hoch bleibt, kurbelt das weitere Preissteigerungen an, statt den Ausstieg aus Öl und Verbrenner zu beschleunigen“, kritisiert Matthias Kurzeck. 

„Die Bundesregierung muss diejenigen gezielt unterstützen, die besonders unter den steigenden Lebenshaltungskosten leiden. Der VCD fordert deshalb ein direkt ausgezahltes Mobilitätsgeld. Damit dieses vor allem Menschen mit weniger Geld zugutekommt, muss das Mobilitätsgeld versteuert werden. Die Menschen brauchen Entlastung, aber keine milliardenschwere Subventionierung des fossilen Verbrauchs. Auch wer bereits in ein E-Auto investiert hat, sollte nun nicht schlechter gestellt werden“, so Kurzeck.

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news-5766 Thu, 17 Sep 2026 10:07:26 +0200 Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ starten: Seit 20 Jahren aktiv für sichere Schulwege https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/aktionstage-zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten-starten-seit-20-jahren-aktiv-fuer-sichere-schulwege Am Montag starten die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Vom 21. September bis 2. Oktober 2026 führen Schulen und Kindertageseinrichtungen bundesweit Projekte rund um das Thema Mobilität durch und setzen so ein Zeichen für sichere, selbstständig und aktiv zurückgelegte Schulwege. Die Aktionstage finden bereits zum 20. Mal statt. Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) rufen in Kooperation mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) gemeinsam zur Teilnahme auf. Die Aktionstage sollen mehr Aufmerksamkeit für die Situation von Kindern im Straßenverkehr schaffen und die Sichtbarkeit für das Thema Schulwegsicherheit erhöhen. Denn ein sicherer Schulweg ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder ihre Umgebung selbstständig entdecken und sich eigenständig im Straßenverkehr bewegen können. Gleichzeitig zeigt der tägliche Blick vor die Schulen: Wo morgens viele Kinder mit dem Auto bis unmittelbar vor das Schultor gebracht werden, entstehen häufig Gefahren durch unübersichtliche Situationen.

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, erklärt: „Ein eigenständig zurückgelegter Schulweg ist deshalb weit mehr als der Weg von A nach B: Kinder entdecken dabei ihre Umgebung, gewinnen Orientierung, übernehmen Verantwortung und entwickeln Selbstvertrauen. Das Recht auf Mobilität und freie Bewegung gehört zu einer kindgerechten Stadt und Gesellschaft. Dafür brauchen Kinder sichere Wege und ausreichend Raum, um ihren Schulweg möglichst selbstständig zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurücklegen zu können. Wir sollten Kindern mehr zutrauen und ihnen die Möglichkeit geben, ihren Schulweg Schritt für Schritt selbst in die Hand zu nehmen.“

Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE, sagt: „Kinder brauchen einen sicheren Schulweg und sie brauchen die Chance, diesen Weg auch selbstständig bewältigen zu dürfen und zu können. Dazu müssen wir den Bringverkehr rund um Schulen deutlich reduzieren und beispielsweise durch Elternhaltestellen die gefährlichen Situationen vorm Schultor entschärfen. Wo immer möglich, sollten Kinder den Schulweg selbst laufen – gemeinsam mit Freundinnen und Freunden macht das ohnehin mehr Spaß. Die Bewegung an der frischen Luft tut gut, macht wach und hilft Kindern, konzentriert und gut gelaunt in den Schultag zu starten. Damit das möglich ist, müssen Politik und Kommunen geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Kinder zu fördern.“

Carolin Ritter, Bundesgeschäftsführerin des VCD, betont: „Um Kinder auf dem Schulweg nicht zu gefährden und besser zu schützen, müssen wir den Autoverkehr rund um Schulen konsequent begrenzen und den öffentlichen Raum neu verteilen. Tempo 30 auf Straßen, die als Schulwege genutzt werden, muss zum Standard werden. Wo nötig, braucht es Schulstraßen und weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen. Entscheidend ist außerdem, dass Regeln nicht nur auf dem Papier stehen: Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrsregeln müssen wirksam überwacht werden. Unser Ziel muss eine Verkehrspolitik sein, die darauf ausgerichtet ist, dass kein Kind auf dem Weg zur Schule einen Unfall hat.“

Die drei Organisationen rufen Eltern, Schulen, Kitas und Kommunen dazu auf, die Aktionstage zu nutzen, um gemeinsam konkrete Verbesserungen vor Ort anzustoßen. Kinder sollen dabei nicht nur über sichere Mobilität sprechen, sondern ihren Schulweg selbst erkunden, Gefahrenstellen benennen und Ideen für bessere Wege entwickeln. Auf der Website der Aktionstage stehen dafür zahlreiche Aktionsideen und Materialien zur Verfügung. 

Schirmherrin der Aktionstage ist Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und bayerische Kultusministerin. Sie sagt: „Ein sicherer Schulweg ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Familien erleben den Straßenverkehr als Herausforderung. Umso wichtiger ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder ihren Weg zunehmend sicher zurücklegen können. Die Aktionstage machen Mut, neue Wege auszuprobieren und Kindern Selbstständigkeit zuzutrauen. Wenn Schulen, Kitas, Kommunen und Eltern an einem Strang ziehen, können wir hier viel bewegen.“ [Das ganze Statement finden Sie auf der Webseite.]

Weitere Informationen finden Sie unter zu-fuss-zur-schule.de.

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news-5765 Thu, 17 Sep 2026 09:28:07 +0200 VCD fordert langfristig bezahlbare Mobilität statt weiterer Milliarden für billigeren Sprit https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-fordert-langfristig-bezahlbare-mobilitaet-statt-weiterer-milliarden-fuer-billigeren-sprit Angesichts der erneuten Debatte über staatliche Entlastungsmaßnahmen bei hohen Spritpreisen fordert der ökologische Verkehrsclub VCD einen Kurswechsel. Statt Milliarden in kurzfristige Preisspritzen zu stecken, braucht es Maßnahmen, die Mobilität für alle bezahlbar machen und die Abhängigkeit von Benzin und Diesel verringern. Die Spritpreise erreichen erneut Rekordwerte und die Bundesregierung überbietet sich mit Vorschlägen, wie Autofahrende entlastet werden sollen. Dabei hat bereits der Tankrabatt eindeutig gezeigt, dass der Effekt gering und die Kosten hoch sind: 1,6 Milliarden Euro Steuergelder wurden 2026 in den Tankrabatt gepumpt. Während Autofahrende im Schnitt mit rund 25 Euro kaum entlastet wurden, haben Mineralölkonzerne profitiert. Daher fordert der ökologische Verkehrsclub VCD, Übergewinne der Konzerne zu begrenzen und gezielt Menschen mit niedrigem Einkommen zu entlasten.

Statt kurzfristiger und wenig wirksamer Ad-hoc-Maßnahmen plädiert der Verband für ein Maßnahmenpaket, das Mobilität bezahlbar macht und den Spritverbrauch langfristig senkt: „Attraktive Bus- und Bahnangebote oder Tempolimits dürfen nicht länger sträflich vernachlässigt werden. 1,6 Milliarden Euro müssen als Lehrgeld reichen: Statt weiterer teurer Maßnahmen ohne nachhaltigen Effekt braucht es jetzt Lösungen, die die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen verringern. Gleichzeitig muss den hohen Profiten der Mineralölkonzerne zu Lasten der Verbraucher ein Riegel vorgeschoben werden“, so VCD-Bundesvorsitzende Christiane Rohleder.

„Als Sofortmaßnahme braucht es ein vergünstigtes Deutschlandticket, um junge Menschen und Geringverdienende zu entlasten, sowie Tempolimits. Bei einem Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen können Autofahrende je nach Geschwindigkeit einen halben bis über drei Liter Sprit pro 100 Kilometer sparen. Gleichzeitig muss der Wechsel zur Elektromobilität vorangetrieben werden. Dazu gehört auch, den Kauf gebrauchter E-Autos zu fördern. In puncto Nachhaltigkeit ist das äußerst unterstützenswert und kommt Menschen zugute, die sich trotz Förderung keinen Neuwagen leisten können“, erklärt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Alternativ zu einer Kaufprämie sei die Förderung in Form von Ladeguthaben sinnvoll. Das vermeide Mitnahmeeffekte und verringere die laufenden Kosten. Ausreichend Geld für ein Ladeguthaben stünde ebenfalls zur Verfügung – wenn Plug-in-Hybride aus der Kaufförderung gestrichen werden. 

Damit die Abhängigkeit vom eigenen Auto und von hohen Spritpreisen sinkt, müssen attraktive Bus- und Bahnangebote geschaffen werden – insbesondere auf dem Land. In Städten ist das Fahrrad für viele Strecken eine gute, gesunde und oft auch schnellere Alternative zum Auto. „Dem Radverkehr muss endlich mehr Platz eingeräumt werden. Sichere und durchgängige Radwege müssen politisch priorisiert werden, damit mehr Menschen ihre Wege gut und gerne ohne Auto zurücklegen können. Das Geld dafür wäre vorhanden, wenn ein Teil der Milliarden für den Aus- und Neubau von Straßen in den Ausbau nachhaltiger Mobilität fließen würde. Davon profitieren letztlich alle“, sagt Müller-Görnert.

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news-5763 Wed, 16 Sep 2026 11:19:09 +0200 Nur ein Kombibahnhof kann Stuttgart 21 jetzt noch retten https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/nur-ein-kombibahnhof-kann-stuttgart-21-jetzt-noch-retten Ein ehemaliger Gutachter des Bahnprojekts Stuttgart 21 glaubt Presseberichten zufolge nicht mehr daran, dass die Kapazitäten des achtgleisigen Tiefbahnhofs ausreichen werden. Er bestätigt damit eine Kritik, die der ökologische Verkehrsclub VCD seit langem äußert. Der VCD fordert deshalb einen sogenannten Kombibahnhof – auch oberirdische Gleise sollen in Betrieb bleiben, um die Leistungsfähigkeit des Bahnknotens sicherzustellen. Die VCD-Bundesvorsitzenden Christiane Rohleder und Matthias Kurzeck nehmen Stellung. Werner Stohler, langjähriger Geschäftsführer der Firma SMA und DB-Gutachter, hat den Verdacht des VCD bestätigt, wonach die unterirdischen Gleise von Stuttgart 21 die versprochenen Kapazitäten nicht liefern können. Die VCD-Bundesvorsitzende Christiane Rohleder kritisiert: “16 Gleise durch 8 zu ersetzen und gleichzeitig mehr Kapazität zu versprechen, das ist absolut unglaubwürdig. Wir wurden von der DB mit falschen Zahlen abgespeist. Der VCD fordert seit über 20 Jahren ‚oben bleiben‘ – das heißt, ein oberirdischer Bahnhofsteil muss erhalten werden.“ 

Der VCD-Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck erläutert: „Der Gutachter SMA hatte die korrekte Anwendung der Pufferzeiten, also die Zeitreserve zwischen zwei Zugtrassen, attestiert. Die Planung der Zugtrassen selbst, also die Zeit von der Freigabe der Einfahrt in den Bahnhof bis zur Ausfahrt aus ihm heraus, kam dagegen ungeprüft von der DB. Schon heute entstehen regelmäßig Verspätungen, weil 6 Minuten Aufenthalt in Stuttgart zum Ein- und Aussteigen nicht ausreichen – und künftig sind selbst für ICE nur noch 2 Minuten vorgesehen. Das ist offensichtlich unrealistisch.“ Kurzeck resümiert: „Jetzt ist es offiziell. S21 ist ein Fehlschlag, bringt den Deutschlandtakt in Gefahr – und keine zusätzlichen Kapazitäten.“

Der VCD fordert: Um Schäden für den Bahnverkehr in Deutschland – und besonders für den Deutschlandtakt – zu vermeiden, muss der alte Kopfbahnhof erhalten bleiben. Er muss ‚überzählige‘ Züge aufnehmen, wenn die Kapazität im Tunnelbahnhof nicht reicht. Christiane Rohleder: „Ein Kombibahnhof mit Zugverkehr oben und unten auf ausreichend vielen Gleisen im Kopfbahnhof – das ist angesichts der Fehlplanung die einzige Lösung." Diese leicht umzusetzende Variante ermögliche es auch, die Gäubahn und somit den wichtigen InterCity nach Zürich zu erhalten. Der drei Milliarden Euro teure Pfaffensteigtunnel könne dann eingespart werden. „Dieses Geld stünde stattdessen für den Bahn-Ausbau im ganzen Land zur Verfügung“, so Rohleder. „Eine sinnvolle und gleichzeitig sparsame Lösung.“

Rohleder und Kurzeck rufen DB-Chefin Palla und Verkehrsminister Bilger auf, zügig zu einem Spitzengespräch einzuladen, um gemeinsam nach Lösungen für einen Kombibahnhof zu suchen. „Als Grundlage kann der Kompromiss dienen, den seinerzeit der S21-Schlichter Heiner Geißler angedacht hat“, sagt Matthias Kurzeck. „Wenn der Bund die Sache einfach weiterlaufen lässt, frage ich mich allmählich – was ist eigentlich das verkehrspolitische Ziel dieser Regierung?“

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news-5761 Thu, 10 Sep 2026 12:22:49 +0200 Korridorsanierungen der Bahn: VCD warnt vor weiteren Verzögerungen https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/korridorsanierungen-der-bahn-vcd-warnt-vor-weiteren-verzoegerungen Bahnchefin Evelyn Palla hat Presseberichten zufolge angekündigt, die Zahl der Generalsanierungen zu reduzieren. Statt bisher vier solle es nur noch zwei bis drei Korridorsanierungen im Jahr geben. Bislang war vorgesehen, die wichtigsten Schienenkorridore bis 2036 zu sanieren – diese Zielmarke wäre dann nicht mehr zu halten. Dazu erklärt die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Dr. Christiane Rohleder. Eine Verzögerung der Korridorsanierungen wäre das völlig falsche Signal. An allen Ecken und Enden zeigt sich, wie marode das Schienennetz ist. Das Bahnnetz muss wie vorgesehen bis Mitte 2036 vollständig saniert werden. Schon dieser Zeitplan verlangt den Fahrgästen viel Geduld ab. Die Menschen wollen endlich wieder pünktlich mit der Bahn unterwegs sein. 

Das extreme Niedrigwasser im Sommer hat gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiges Schienennetz für den Güterverkehr ist. Werden die Sanierungen weiter verschoben, bleiben Störungen an Signalen, Weichen und anderen Anlagen noch länger Alltag – mit immer neuen Verspätungen für die Bahnreisenden und Problemen für den Gütertransport. So lässt sich der Sanierungsstau nicht auflösen.

Deutschland hat bei der Bahnsanierung großen Nachholbedarf. Länder wie die Schweiz und Österreich haben ihre Netze längst auf Vordermann gebracht. Nun sind die Korridorsanierungen gestartet und die Bahnindustrie beginnt, ihre Kapazitäten dafür aufzustocken. Wenn der Bund jetzt wieder eine Rolle rückwärts macht, führt das zu Umplanungen, bindet personelle Ressourcen, verursacht Mehrkosten und erhöht das Risiko von Planungsfehlern. Der Bund muss deshalb dringend die erforderlichen Mittel bereitstellen, damit weiterhin vier Korridore pro Jahr saniert werden können. 

Diverse Probleme bei den Generalsanierungen resultieren bisher aus mangelnder oder zu später Finanzierungsfreigabe durch den Bund – das wird sich auch bei weniger Sanierungen pro Jahr nicht ändern. Der Hauptgrund für die Verlangsamung ist, dass der Bund auf dem Rücken von Fahrgästen und Verladern bei den Sanierungen sparen will.

Nach einer Sanierung muss auch die Qualität stimmen. In diesem Punkt sind sich der ökologische Verkehrsclub VCD und Bundesverkehrsminister Bilger einig. Das darf aber nicht dazu führen, dass das Tempo bei den Sanierungen gedrosselt wird. Ursprünglich sollten die Sanierungen bis 2032 abgeschlossen werden. Schon die Verschiebung auf 2036 war eine deutliche Verlängerung – weitere Verzögerungen sind nicht vertretbar.

Zum Hintergrund: Wie künftige Generalsanierungen in der gleichen Zeit fahrgastfreundlicher umgesetzt werden können, hat der VCD kürzlich in einem Konzeptpapier dargelegt.

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news-5755 Fri, 04 Sep 2026 13:24:40 +0200 VCD stellt Konzept für fahrgastfreundliche Bahnsanierungen vor – monatelange Vollsperrungen sind überflüssig https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-stellt-konzept-fuer-fahrgastfreundliche-bahnsanierungen-vor-monatelange-vollsperrungen-sind-ueberfluessig Die DB InfraGO ist dabei, ihre Hochleistungskorridore zu sanieren. Bislang gehen die Bauarbeiten mit mehrmonatigen Vollsperrungen einher. Doch die Erfahrung zeigt, dass dieses Konzept so nicht funktioniert. Die langen Sperrungen stellen für Fahrgäste eine unzumutbare Belastung dar, und trotzdem sind danach oft nicht alle Arbeiten erledigt. Der ökologische Verkehrsclub VCD hat ein Konzept entwickelt, das Korridorsanierungen fahrgastfreundlicher mit wesentlich kürzeren Sperrzeiten ermöglicht. Der VCD-Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck stellt es vor. Das Konzept der Vollsperrungen muss auf den Prüfstand, fordert der ökologische Verkehrsclub VCD. „Fahrgäste leiden unter monatelangen Sperrungen, und danach funktioniert trotzdem noch nicht alles“, kritisiert der Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck: „Vollsperrungen dürfen nur das letzte Mittel sein und nicht länger als vier Wochen dauern. Mehr ist den Fahrgästen nicht zuzumuten.“

Der VCD schlägt deshalb ein Konzept vor, das eine gebündelte Sanierung bei weitgehend nur eingleisigen Sperrungen vorsieht. Matthias Kurzeck erläutert: „Nur bestimmte Arbeiten erfordern eine Vollsperrung für begrenzte Zeit. Diese lassen sich am Anfang und am Ende der Sanierung bündeln – dann reicht es, die Strecke zweimal für maximal vier Wochen zu sperren.“ Schier endlose Sperrzeiten wie bei der Sanierung Berlin – Hamburg seien überflüssig.

Für die Zeit dazwischen müssten stellenweise Provisorien gebaut werden, was den Planungsaufwand leicht erhöhe – dennoch müsse die Gesamtsanierung so kaum länger dauern als bei durchgehenden Vollsperrungen. Kurzeck: „Einen gewissen Mehraufwand müssen Fahrgäste und Güterverkehr dem Bund als Geldgeber wert sein.“

Erste Erfahrungen gibt es bereits: Beim Streckenausbau Hamburg – Hannover war die Hälfte der Strecke nur die halbe Zeit über voll gesperrt. In der übrigen Zeit musste der Schienenersatzverkehr statt 100 Kilometern nur 55 Kilometer überbrücken. Für die Fahrgäste bedeutete das kürzere Reisezeiten und weniger Unannehmlichkeiten. „Für die Neuaufstellung der Korridorsanierungen müssen die notwendigen Sperrungen sorgfältig geplant und die Sperrzeiten auf ein Mindestmaß beschränkt werden“, fordert Kurzeck. „Das reduziert die Folgen für Fahrgäste und Güterverkehr und verhindert, dass Kundinnen und Kunden dauerhaft von der Bahn aufs Auto umsteigen.“

Vom Bundesverkehrsministerium fordert der VCD, eine Gesetzesänderung auf den Weg zu bringen, um die Vorgabe der langen Vollsperrungen bei der Korridorsanierung aus dem Bundesschienenwege-Ausbaugesetz zu streichen. Bis dahin sollten Abweichungen von der gesetzlichen Vorgabe immer genehmigt werden – was das Gesetz bereits jetzt zulässt.

Zum Hintergrund: Das VCD-Konzept zur fahrgastfreundlichen Korridorsanierung und Erläuterungen zur Gesetzeslage können Sie hier herunterladen.

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news-5754 Thu, 03 Sep 2026 09:15:16 +0200 Sichere Straßen! Kidical Mass Aktionsbündnis fordert Tempo 30 jetzt. https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/sichere-strassen-kidical-mass-aktionsbuendnis-fordert-tempo-30-jetzt Seit 2020 finden bundesweit Familienfahrraddemos für kindgerechte Straßen mit zehntausenden Teilnehmenden statt. Zum Schulbeginn rückt die Sicherheit von Schulwegen jedes Jahr politisch in den Fokus – an der Situation vor Ort ändert sich bisher aber nur wenig. Ein breites Bündnis fordert mit den Demonstrationen eine zügige Umsetzung wirksamer Maßnahmen. Bei den Kidical Mass-Aktionstagen vom 12. bis 27. September können die Kinder mit ihrem Fahrrad sicher auf der Straße fahren. Nicht die Kinder müssen vorsichtiger werden, sondern die Straßen sicherer: Zu viel Autoverkehr und mangelhafte Infrastruktur erschweren die eigenständige Mobilität von Kindern und verringern so ihren Bewegungsradius. Eine forsa-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt: Jedes fünfte Elternteil schätzt den Schulweg des eigenen Kindes als unsicher ein. In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie bei Eltern unter 40 Jahren sind es sogar 25 Prozent. Ein Drittel der Befragten hat bereits gefährliche Situationen durch Elterntaxis erlebt. Gleichzeitig befürworten mehr als 90 Prozent der Eltern konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit, darunter sichere Querungsmöglichkeiten, Tempo 30 und verkehrsberuhigte Zonen vor Schulen.

Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung wurde die Einführung von Tempo 30 zwar auf dem Papier vereinfacht, auf der Straße ist davon allerdings bisher wenig angekommen. Auch die anderen erforderlichen Veränderungen sind schon seit langem bekannt: sichere und dichte Fuß- und Radwegenetze, verkehrsberuhigte Schulstraßen sowie gut einsehbare Querungen.

Für Kinder sollte es selbstverständlich sein, selbst zu erfahren, dass Radfahren Spaß macht und eigenständige Mobilität ermöglicht. Doch die Sorgen um ihre Sicherheit im Straßenverkehr sind bei Eltern groß, und damit Kinder sich sicher im Straßenverkehr bewegen können, muss dringend gehandelt werden. 
Das Kidical-Mass-Bündnis will die Menschen für eine kindgerechte Mobilität begeistern. Fahrradfahren muss sicher und bequem werden, damit alle Generationen aufsatteln.

Ragnhild Sørensen, Changing Cities, sagt: „Als ich Kind war, bin ich seit der ersten Klasse mit meinem gelben Rad zur Schule gefahren. Das war das erste Gefühl von Freiheit und Selbständigkeit. Diese Freude soll jedes Kind erleben dürfen, denn es ist wegweisend für ein erfülltes Leben. Das geht aber nur, wenn wir Erwachsenen den Rahmen dafür setzen: mit sicheren Rad- und Fußwegen und maximal Tempo 30 für den Autoverkehr. Verkehrsplanung für das gute Leben, sozusagen!“

Matthias Kurzeck, VCD-Bundesvorsitzender, sagt: „Kinder brauchen keine leeren Versprechungen, sondern sichere Straßen – und zwar jetzt. Tempo 30 innerorts, dichte Fuß- und Radwegenetze, autofreie Schulstraßen und sichere Querungen machen den Verkehr nachweislich sicherer und ermöglichen Kindern, eigenständig unterwegs zu sein. Es darf nicht sein, dass Eltern ihre Kinder aus Angst mit dem Auto zur Schule fahren müssen und damit das Problem noch verschärfen. Die Lösungen sind längst da, jetzt muss die Politik handeln.”

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, sagt: „Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad bewegen können. Kinder, die sich selbstständig im Straßenverkehr bewegen und beispielsweise mit dem Rad zur Schule kommen, tun etwas für ihre Gesundheit und entwickeln vor allem ein Gefühl für ihren Sozialraum und ihre Mitmenschen. Das stärkt ihre Eigenständigkeit und fördert ihr Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen in der Wahrnehmung unterschiedlicher Lebensverhältnisse. Daher fordern wir eine an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Verkehrspolitik und eine echte Mobilitätswende.“

Weitere Informationen zu den Kidical Mass-Aktionstagen finden Sie hier.

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news-5740 Mon, 24 Aug 2026 09:25:18 +0200 VCD-Umfrage zeigt: Unsichere Wege bremsen aktive Mobilität von Kindern https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-umfrage-zeigt-unsichere-wege-bremsen-aktive-mobilitaet-von-kindern Eine bundesweite Umfrage des ökologischen Verkehrsclubs VCD zeigt: Viele Eltern und Kitamitarbeitende bewerten die Wege der Kinder zur Kita als unsicher. 80 Prozent der Befragten wünschen sich deshalb geringere Geschwindigkeiten im Kita-Umfeld. Die Online-Umfrage wurde im Rahmen des VCD-Projekts „Aktive Mobilität in Kitas und Kommunen“ durchgeführt. Dabei wurden Kitamitarbeitende und Eltern zur Mobilität von Kindern bis zum Alter von sechs Jahren befragt. Wer von klein auf regelmäßig zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, sammelt schon früh wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr und stärkt Gesundheit und Selbstständigkeit. Gleichzeitig wird so die Grundlage für klimafreundliche und gesunde Mobilitätsgewohnheiten geschaffen, die auch im Erwachsenenalter fortwirken. Doch damit Kinder ihre Wege sicher zurücklegen können, muss das Umfeld von Kitas stärker an ihren Bedürfnissen ausgerichtet werden. Welche das sind, hat der ökologische Verkehrsclub VCD bei einer bundesweiten Online-Umfrage im Rahmen des Projekts „Aktive Mobilität in Kitas und Kommunen“ abgefragt. Insgesamt nahmen 210 Personen teil, davon 142 Erziehungsberechtigte und 68 Kitamitarbeitende.

Die Ergebnisse zeigen: 43 Prozent der befragten Eltern bringen ihr Kind mit dem Fahrrad zur Kita, 18 Prozent gehen zu Fuß und 14 Prozent nutzen das Auto. Als Gründe für die Wahl des Verkehrsmittels nennen Eltern vor allem Zeitersparnis (24 Prozent) oder den Wunsch, mehr Bewegung in den Alltag ihres Kindes zu bringen (19 Prozent). „Gerade auf kurzen Strecken lohnt es sich, das Auto stehen zu lassen“, sagt Stephanie Päßler, Leiterin des VCD-Projekts. „Zu Fuß oder mit dem Fahrrad wird der Weg zur Kita selbst zum Erlebnis und bringt mehr Bewegung in den Alltag der Kinder.“ 

Gleichzeitig zeigen die Antworten deutlichen Handlungsbedarf: 19 Prozent der befragten Eltern beurteilen den Weg zur Kita als eher unsicher, 40 Prozent als teilweise sicher. Als größten Risikofaktor nennen die Befragten das hohe Verkehrsaufkommen (66 Prozent), gefolgt von zu hohen Geschwindigkeiten (63 Prozent). Auch unübersichtliche Kreuzungen, fehlende Querungsmöglichkeiten sowie zu schmale oder fehlende Geh- und Radwege erschweren den Weg zur Kita (rund 60 Prozent). Deshalb sind 80 Prozent der Befragten für Tempolimits im Umfeld von Kitas. 

„Damit Kinder sicher unterwegs sein können, braucht es Tempo 30 vor Kitas und Schulen, gute Fuß- und Radwegenetze, übersichtliche Straßenübergänge und längere Ampelphasen für Zufußgehende“, erklärt Päßler. Nicht nur Eltern, sondern auch Kitamitarbeitende wünschen sich mehr Unterstützung bei der Förderung aktiver Mobilität. „Gemeinsam mit Erzieher*innen, Eltern und Kommunen wollen wir mehr Bewegung in den Alltag von Kindern bringen – und bestehende Hürden abbauen.“ 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Hintergrund: 
Das VCD-Projekt „Aktive Mobilität in Kitas und Kommunen – gemeinsam umweltschonend in Bewegung“ wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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news-5736 Thu, 13 Aug 2026 13:04:21 +0200 VCD warnt vor weiteren Verzögerungen bei den Korridorsanierungen der Bahn https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-warnt-vor-weiteren-verzoegerungen-bei-den-korridorsanierungen-der-bahn Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat Presseberichten zufolge geäußert, dass die Zahl der Generalsanierungen reduziert werden könne. Derzeit ist vorgesehen, die wichtigsten Schienenkorridore bis 2036 zu sanieren. Dazu erklärt die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Dr. Christiane Rohleder:  

„Eine Verzögerung der Korridorsanierungen wäre das völlig falsche Signal. An allen Ecken und Enden zeigt sich, wie marode das Schienennetz ist. Das Bahnnetz muss wie vorgesehen bis Mitte 2036 vollständig saniert werden. Schon dieser Zeitplan verlangt den Fahrgästen viel Geduld ab. Die Menschen wollen endlich wieder pünktlich mit der Bahn unterwegs sein. 

Auch das aktuelle Niedrigwasser zeigt, wie wichtig ein leistungsfähiges Schienennetz für den Güterverkehr ist. Werden die Sanierungen weiter verschoben, bleiben Störungen an Signalen, Weichen und anderen Anlagen noch länger Alltag – mit immer neuen Verspätungen für die Bahnreisenden und Problemen für den Gütertransport. So lässt sich der Sanierungsstau nicht auflösen.“

„Deutschland hat bei der Bahnsanierung großen Nachholbedarf. Länder wie die Schweiz und Österreich haben ihre Netze längst auf Vordermann gebracht. Nun sind die Korridorsanierungen gestartet und die Bahnindustrie beginnt, ihre Kapazitäten dafür aufzustocken. Wenn der Bund jetzt wieder eine Rolle rückwärts macht, führt das zu Umplanungen, bindet personelle Ressourcen, verursacht Mehrkosten und erhöht das Risiko von Planungsfehlern. Der Bund muss deshalb dringend die erforderlichen Mittel bereitstellen, damit weiterhin vier Korridore pro Jahr saniert werden können.“

Nach einer Sanierung muss auch die Qualität stimmen. In diesem Punkt sind sich der ökologische Verkehrsclub VCD und Bundesverkehrsminister Bilger einig. „Das darf aber nicht dazu führen, dass das Tempo bei den Sanierungen gedrosselt wird“, so Rohleder. „Ursprünglich sollten die Sanierungen bis 2032 abgeschlossen werden. Schon die Verschiebung auf 2036 war eine deutliche Verlängerung – weitere Verzögerungen sind nicht vertretbar.“

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news-5734 Fri, 07 Aug 2026 10:30:38 +0200 E-Auto wird zum neuen Normal: Jetzt müssen Politik und Autoindustrie liefern https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/e-auto-wird-zum-neuen-normal-jetzt-muessen-politik-und-autoindustrie-liefern Im ersten Halbjahr 2026 wurden fast 50 Prozent mehr reine Stromer verkauft als im Vorjahreszeitraum, während die Nachfrage nach Benzinern und Dieseln deutlich zurückging. Dieser Trend setzte sich auch im Juli fort. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert deshalb von Politik und Autoindustrie, den Wandel nicht länger auszubremsen, sondern Elektromobilität konsequent zu priorisieren.  

Vier von zehn Neuwagenkäufer*innen entscheiden sich inzwischen für ein reines Elektroauto. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits 50 Prozent mehr Stromer verkauft als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig ging die Zahl der Neuzulassungen von Benzinern und Dieseln um fast 20 beziehungsweise 10 Prozent zurück. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, ordnet die Zahlen ein.

„Jetzt kommt das E-Auto mit Verzögerung auch bei den bislang eher konservativen deutschen Autokäufer*innen an und ist auf dem besten Weg, zum neuen Normal zu werden. Damit folgt Deutschland den Vorreitern in Skandinavien und den Benelux-Ländern. Unangefochtener Spitzenreiter ist nach wie vor Norwegen mit annähernd 100 Prozent rein elektrischen Neuzulassungen.

Trotz dieser eindeutigen Entwicklung setzen Teile der deutschen Politik und Automobilindustrie weiterhin auf Verbrenner und wollen die europäischen CO2-Vorgaben für Neuwagen deutlich abschwächen. In den aktuell laufenden Verhandlungen auf europäischer Ebene geht es damit auch um die Frage, wie verbindlich der eingeschlagene Weg zur Elektromobilität künftig sein soll. Die Vorgaben werden sogar als Ursache für die schwächelnde Autoindustrie und drohende Arbeitsplatzverluste dargestellt. Das ist unredlich: Es lenkt von eigenen Versäumnissen ab und führt letztlich nur noch tiefer in die Krise.

Die entscheidende Frage ist vielmehr: Müssten Politik und Industrie nicht alle Hebel in Bewegung setzen, um den Elektroantrieb zur Priorität zu machen? Denn die Absatzschwäche bei deutschen Herstellern hängt auch mit dem veränderten Kaufverhalten zusammen: Die Nachfrage bei fossilen Antrieben sinkt, während das Interesse an Elektroautos wächst. So ist es kein Wunder, dass reine E-Autohersteller wie Tesla ihre Beschäftigtenzahl in vierstelligem Umfang erhöhen wollen, um die Produktion zu steigern und chinesische Autohersteller zunehmend mit günstigen E-Autos den europäischen Markt erobern. 

Das E-Auto ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Wenn deutsche und europäische Autohersteller auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen sie sich auf erschwingliche Elektromodelle konzentrieren. Die Politik wiederum muss klare und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, statt bestehende Vorgaben abzuschwächen. Nicht zuletzt ist der Umstieg auf Elektromobilität ein entscheidender Baustein, um die Abhängigkeit von Öl zu verringern. Wie riskant diese Abhängigkeit ist, zeigt sich aktuell besonders deutlich an den hohen Spritpreisen infolge des Kriegs im Nahen Osten. Statt am Verbrenner festzuhalten, müssen Politik und Industrie den Wandel zur Elektromobilität jetzt geschlossen gestalten.“

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news-5733 Thu, 06 Aug 2026 09:50:37 +0200 Niedrigwasser ist Klimafolge: VCD warnt vor Scheinlösungen und fordert konsequenten Klimaschutz https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/niedrigwasser-ist-klimafolge-vcd-warnt-vor-scheinloesungen-und-fordert-konsequenten-klimaschutz Anlässlich der von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger einberufenen Fachkonferenz zu Niedrigwasser fordert der ökologische Verkehrsclub VCD langfristige Lösungen im Umgang mit den Folgen der Klimakrise. Statt allein auf den Ausbau der Wasserstraßen zu setzen, muss die Verkehrspolitik klimaresiliente Flüsse erhalten, den Schienengüterverkehr stärken und den Ausstoß von Treibhausgasen wirksam senken.  

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger lädt heute kurzfristig zu einer Fachkonferenz zum Thema Niedrigwasser ein, allerdings ohne die Beteiligung von Umwelt- und Verkehrsverbänden – dabei ist ihre fachliche Expertise bei wirksamen Strategien im Umgang mit den Folgen der Klimakrise unverzichtbar. Im Mittelpunkt stehen die Folgen niedriger Pegelstände am Rhein und anderen Wasserstraßen für die Binnenschifffahrt. 

Der ökologische Verkehrsclub VCD warnt davor, Niedrigwasser mit einer weiteren Vertiefung der Fahrrinnen zu begegnen. Eine solche Maßnahme würde erhebliche finanzielle Mittel binden und die eigentlichen Ursachen nicht lösen – im Gegenteil. Tiefere Fahrrinnen beschleunigen den Wasserabfluss und erhöhen die Anfälligkeit der Flusssysteme. Aus Sicht des VCD ist eine weitere Fahrrinnenvertiefung deshalb eine Scheinlösung angesichts der zunehmenden Extremwetterlagen.

Dazu erklärt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die niedrigen Pegelstände kommen nicht überraschend. Sie treten seit Jahren auf, werden infolge der Klimakrise immer häufiger und erreichen gravierende Tiefstwerte. Das Niedrigwasser ist ein deutliches Warnsignal dafür, dass wir jetzt entschlossen handeln müssen und unsere Infrastruktur an die Folgen der Klimakrise anpassen.

Statt Schifffahrtsrinnen immer weiter zu vertiefen, brauchen wir klimaresiliente Flüsse und einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr, sodass Transporte bei extremen Niedrigwasserereignissen zuverlässig auf die Schiene verlagert werden können. Vor allem brauchen wir endlich eine wirksame Klimaschutzpolitik, die den Ausstoß von Treibhausgasen konsequent senkt. Gerade im Verkehrssektor besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Neben der Elektrifizierung des Straßenverkehrs gehören dazu vor allem eine verlässliche und leistungsfähige Schieneninfrastruktur.

Wer heute nur die Symptome bekämpft, wird morgen vor noch schwerwiegenderen Problemen stehen. Deshalb braucht es eine Verkehrspolitik, die Klimaschutz und Klimaanpassung konsequent zusammenführt.“

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news-5732 Wed, 05 Aug 2026 09:47:51 +0200 Zum Schulstart in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland: Kommunen müssen Handlungsspielraum für sichere Schulwege ausnutzen https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zum-schulstart-in-hessen-rheinland-pfalz-und-im-saarland-kommunen-muessen-handlungsspielraum-fuer-sichere-schulwege-ausnutzen Das neue Schuljahr steht kurz bevor und damit auch die Frage, wie Kinder sicher zur Schule kommen. Zum Schulstart in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ruft das Bündnis „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ Eltern dazu auf, den Schulweg mit ihren Kindern zu Fuß oder mit dem Fahrrad einzuüben und das Auto möglichst stehen zu lassen. Zugleich appellieren die Verbände an die Kommunen, sichere Schulwege konsequent voranzubringen und mehr Schulstraßen einzurichten. Für eine flächendeckende Umsetzung braucht es ein zielführendes Zusammenspiel von Ländern, Schulträgern, Straßenverkehrsbehörden und Straßenbaulastträgern. Rund 38 Prozent der Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Das zeigt der Monitor Fußverkehr 2024, den das Sinus-Institut im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt hat. Die Folge: Vor vielen Schulen kommt es zu Unterrichtsbeginn und -ende zu dichtem Autoverkehr und unübersichtlichen Situationen. Gerade für Kinder, die erst lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, kann es dabei schnell gefährlich werden.

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der ökologische Verkehrsclub VCD empfehlen Eltern deshalb, möglichst auf das Auto zu verzichten und den Schulweg gemeinsam mit ihren Kindern zu üben. Je mehr Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Bus und Bahn kommen, desto sicherer wird die Verkehrssituation vor den Schulen. Gleichzeitig stärkt ein aktiver Schulweg die Eigenständigkeit der Kinder, fördert Bewegung im Alltag und ermöglicht soziale Begegnungen, wenn Kinder den Schulweg gemeinsam mit Freund*innen zurücklegen. Ein aktiver Schulweg legt zudem den Grundstein für ein bewegtes Leben: Gewohnheiten, die Kinder früh entwickeln, begleiten sie oft bis ins Erwachsenenalter und fördern langfristig die Gesundheit.

Für sichere Schulwege sehen die Verbände jedoch nicht nur Eltern und Schulen, sondern vor allem die Kommunen in der Verantwortung. Die mit der Reform der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2024 geschaffenen niedrigschwelligen Rahmenbedingungen müssen bestmöglich genutzt werden. Das Bündnis „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ fordert Maßnahmen auf mehreren Ebenen:

  • Kurzfristig: Temporäre Schulstraßen und Elternhaltestellen halten den Hol- und Bringverkehr vom direkten Schulumfeld fern. So werden gefährliche Situationen mit Kindern vermieden, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Tretroller unterwegs sind. 
  • Mittelfristig: Dauerhafte Schulstraßen sind eine wichtige Maßnahme, um den Verkehr vor Schulen sicherer zu machen und aktive Mobilität zu fördern. Beispiele aus Köln, Berlin und Leipzig zeigen, dass sich dadurch die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. 
  • Langfristig: Notwendig ist ein Verkehrssystem, das Fehler verzeiht und Kindern eine selbstständige Mobilität ermöglicht. Dazu gehören unter anderem übersichtliche Kreuzungen, ausreichend lange Grünphasen an Ampeln sowie Tempo 30 auf Straßen, die Kinder regelmäßig nutzen. 

DKHW, VBE und VCD rufen deshalb auch in diesem Jahr wieder zu den bundesweiten Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Vom 21. September bis 02. Oktober 2026 können Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher Projekte umsetzen und sich vernetzen. Weitere Informationen, Materialien sowie Inspiration finden Sie unter zu-fuss-zur-schule.de.

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news-5731 Mon, 03 Aug 2026 13:10:14 +0200 Sonder-Verkehrsministerkonferenz: VCD fordert bezahlbares Deutschlandticket und bundesweites Sozialticket https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/sonder-verkehrsministerkonferenz-vcd-fordert-bezahlbares-deutschlandticket-und-bundesweites-sozialticket Anlässlich der Sonder-Verkehrsministerkonferenz am kommenden Donnerstag fordert der ökologische Verkehrsclub VCD, das Deutschlandticket dauerhaft bezahlbar zu halten und ein bundesweites Sozialticket einzuführen. Angesichts weiterer Preiserhöhungen braucht es eine verlässliche Finanzierung des Deutschlandtickets sowie Maßnahmen, um den öffentlichen Nahverkehr für alle Menschen bezahlbar zu machen. „Mobilität ist ein Grundbedürfnis. Schon heute sind 63 Euro im Monat für viele Menschen zu viel Geld. Gerade wenn der Preis des Deutschlandtickets ab 2027 weiter steigt, braucht es dringend ein bundesweites Sozialticket, das auch für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar ist“, sagt VCD-Bundesvorsitzende Christiane Rohleder. Die Sonder-Verkehrsministerkonferenz muss deshalb auch die Einführung eines bundesweiten Sozialtickets für maximal 29 Euro auf die Tagesordnung setzen. Vorbilder dafür gibt es bereits in mehreren Bundesländern.

Um weitere Preissprünge zu vermeiden, sollten Bund und Länder das Deutschlandticket 2027 zusätzlich mit jeweils 400 Millionen Euro unterstützen – analog zur Spritpreisbremse. „Die Spritpreisbremse hat den Bund in nur zwei Monaten mehr als 1,6 Milliarden Euro gekostet, das entspricht dem jährlichen Bundeszuschuss für das Deutschlandticket. Wer Autofahrende entlasten konnte, sollte jetzt auch Bus- und Bahnfahrende im Blick haben“, so Matthias Kurzeck, VCD-Bundesvorsitzender. „Denn mit jeder Preiserhöhung verliert das Deutschlandticket an Attraktivität. Steigen Fahrgäste aus, werden am Ende auch die Einnahmen nicht steigen.“

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news-5727 Mon, 27 Jul 2026 08:59:19 +0200 VCD appelliert an neuen Verkehrsminister Steffen Bilger: Die bröckelnde Infrastruktur muss endlich in Stand gesetzt werden https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-appelliert-an-neuen-verkehrsminister-steffen-bilger-die-broeckelnde-infrastruktur-muss-endlich-in-stand-gesetzt-werden Der designierte Verkehrsminister Steffen Bilger steht vor riesigen Aufgaben. Dr. Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert: „Vor allem die Bahn muss wieder zuverlässig werden. Millionen von Menschen leiden täglich unter Verspätungen und Ausfällen. Die Sanierungen müssen mit Hochdruck fortgesetzt werden und Elektrifizierung und Ausbau des Netzes endlich weitergehen. Hierfür muss der Bund das nötige Geld bereitstellen – und zwar planbar und verlässlich. 

Auch Autofahrende müssen von Sperrungen entlastet werden, indem der Bund marode Brücken und Straßen zügig saniert. Geld in neue Autobahnen zu versenken, ist dagegen ein Fehler. In einer Zeit, in der zu wenig Geld für die Sanierung bereitgestellt wird, braucht es einiges Rückgrat, sich gegen die Lobbygruppen für immer mehr Autobahnen und mehr Spuren einzusetzen. Das Autobahnnetz ist in den letzten Jahrzehnten immer mehr gewachsen, während das Bahnnetz geschrumpft wurde. Stärker gefördert werden muss auch der Radwegebau. Das rettet Leben und entlastet die Straßen.

Dem scheidenden Minister Schnieder wünschen wir alles Gute.“

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news-5724 Wed, 22 Jul 2026 08:50:57 +0200 Ökologischer Verkehrsclub feiert Jubiläum mit Kongress in Bonn https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/oekologischer-verkehrsclub-feiert-jubilaeum-mit-kongress-in-bonn Vor 40 Jahren, im Sommer 1986, gründete sich der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) als erste Organisation in der Bundesrepublik, die sich für umwelt- und sozialverträgliche Mobilität quer über alle Verkehrsmittel einsetzt. Den runden Geburtstag nimmt der Verband nun zum Anlass, auf einem Kongress Zwischenbilanz zu ziehen und einen Blick in die Zukunft zu werfen. Die Anmeldefrist hat begonnen, die Veranstaltung selbst wird am 6. November in Bonn stattfinden. Alle Interessierten sind ab sofort eingeladen, sich für den VCD-Mobilitätskongress „Raus aus dem Betondenken – wie gelingt die Mobilitätswende?“ anzumelden. „Der Kongress richtet sich an Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Praxis, aber auch an Aktive aus der Zivilgesellschaft. Gemeinsam wollen wir diskutieren und Spielräume für eine bessere Mobilität ausloten“, so Monika Zimmermann aus dem VCD-Bundesvorstand. 

Das Programm umfasst fachliche Impulse, Podiumsdiskussionen und Exkursionen in die Umgebung. Wohin muss sich Mobilitätspolitik entwickeln? Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Und wie lassen sich Straßen und Plätze in unseren Städten auf den Klimawandel vorbereiten? „Es gibt eine Vielzahl innovativer Ansätze, die Mut zur Transformation machen“, sagt Zimmermann. „Da können wir vieles voneinander lernen. Und natürlich schauen wir auf die Probleme im Verkehrssektor, die unsere Arbeit in den nächsten Jahren prägen werden.“

Entsprechend spiegele der Kongress das breite Themenspektrum wider, das den VCD in Deutschland einzigartig macht, ergänzt Thomas J. Mager, ebenfalls Mitglied im Bundesvorstand: „Ob Autofahrerin oder ICE-Kunde, ob das Kind auf dem Fahrrad oder die Seniorin in der Straßenbahn – seit 40 Jahren setzen wir uns für alle ein, die unterwegs sind. Mobilität für Menschen eben, stets mit Fokus auf Klima, Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Das bildet unser Jubiläumskongress ab.“

Die Podien sind hochkarätig besetzt. Vertreten sind unter anderem Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, und Burkhard Jung, Leipzigs Oberbürgermeister und Präsident des Deutschen Städtetags. Auch der renommierte Deutsche Verkehrsplanungspreis wird – in Kooperation mit der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) – in diesem Jahr auf dem Kongress verliehen.  

„Wir wollen jene versammeln, die uns während der letzten Jahre tatkräftig unterstützt oder auch kritisch begleitet haben“, so Mager. „Gemeinsam haben wir vieles erreicht, aber am Ziel sind wir noch lange nicht: Das ist, wie vor 40 Jahren, eine sichere, klimafreundliche und sozial gerechte Mobilität in Deutschland.“

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news-5721 Tue, 21 Jul 2026 08:00:00 +0200 Mobilitätsbildung mit Vorbildcharakter: VCD erhält Auszeichnung für seinen Bildungsservice https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mobilitaetsbildung-mit-vorbildcharakter-vcd-erhaelt-auszeichnung-fuer-seinen-bildungsservice Gestern verliehen das Bundesbildungsministerium und die Deutsche UNESCO-Kommission die Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung. Unter den Preisträgern: Der Bildungsservice des ökologischen Verkehrsclubs VCD, der Lehrkräften und Multiplikator*innen bereits seit 10 Jahren eine Fülle an Materialien zur Mobilitätsbildung kostenfrei zur Verfügung stellt. Der ökologische Verkehrsclub VCD freut sich über eine besondere Anerkennung: Für die kommenden zwei Jahre trägt der Verband die Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bundesbildungsministeriums und der Deutschen UNESCO-Kommission. In der Begründung heißt es, der VCD-Bildungsservice überzeuge durch seinen innovativen Ansatz, der Menschen dazu befähige, eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zukunft mitzugestalten.

Beim VCD-Bildungsservice handelt es sich um eine digitale Datenbank, die vielfältige Lehr- und Lernmaterialien für alle Alters- und Zielgruppen zur Mobilitätsbildung bereitstellt – von Unterrichtsmaterial über Aktionsleitfäden bis hin zu Wanderausstellungen und Mitmach-Formaten. Das Angebot richtet sich an Pädagog*innen und Multiplikator*innen, die es kostenfrei herunterladen oder bestellen können, um es im Unterricht, im Kita-Alltag oder für Projekte einzusetzen. „Wir alle sind täglich unterwegs – ob zu Fuß, mit dem Rad, den Öffis oder dem Auto“, erklärt Anika Meenken, VCD-Fachbereichsleiterin Mobilität. „Das Thema Mobilität bietet somit für alle Bildungsniveaus einen praxisnahen Einstieg in die Nachhaltigkeit. Unsere Bildungsangebote sollen Menschen aller Altersgruppen dazu befähigen, sich mit nachhaltiger Mobilität auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch, dass sie ihr eigenes Verhalten besser reflektieren und Ideen für ihr Umfeld entwerfen können.“ 

Entwickelt wurden die Bildungseinheiten vom VCD und seinen Partner-Organisationen. Sie wurden bereits vom Kindergarten bis zur Hochschule an vielen Einrichtungen praktisch erprobt. Meenken: „Über die Jahre haben wir so viele Mobilitätsangebote und -aktionen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen umgesetzt – das ist wirklich toll. Diese Ideen und Erfahrungswerte gehören nicht in die Schublade, sondern an Schulen, Kitas und Multiplikator*innen, die sie weitertragen.“

Hintergrund: Die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ würdigt Organisationen, Netzwerke und Kommunen, die sich im Rahmen des UNESCO-Programms BNE 2030 für eine lebenswerte, nachhaltige Gestaltung unserer Gesellschaft engagieren. Nachhaltige Entwicklung heißt, Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt sicherzustellen.

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news-5719 Fri, 17 Jul 2026 11:47:55 +0200 Fahrgastrechte stärken, Fernzüge müssen flexibel nutzbar bleiben! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/fahrgastrechte-staerken-fernzuege-muessen-flexibel-nutzbar-bleiben Die Bundesnetzagentur hat heute neue Regeln für den Markteintritt von neuen Fernzugbetreibern in Deutschland festgelegt. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert deshalb, dass Fahrgastrechte für eine zusammenhängende Reise künftig auch bei getrennten Tickets gelten müssen. Die Bundesnetzagentur regelt den Markteintritt von neuen Fernzugbetreibern. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die Bundesregierung deshalb auf, die Fahrgastrechte nachzuschärfen. Denn diese seien mangelhaft in Bezug auf Fahrten mit mehreren Fernzugbetreibern, sagt der VCD-Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck: „Heute haben Fahrgäste keinen Anspruch auf eine kostenlose Weiterfahrt, wenn sie z.B. mit einem verspäteten ICE der Deutschen Bahn ihren Anschluss an einen Flixtrain verpassen.“ 

Tickets für eine zusammenhängende Bahnreise müssten künftig als ‚durchgehende Tickets‘ gelten, auch wenn man beim Umsteigen den Anbieter wechselt, so Kurzeck. „Das ist eine naheliegende Regelung, bis die DB, Flixtrain und bald auch andere wie Italo ‚durchgehende Tickets‘ anbieten.“ 

Der VCD erneuert damit seine Forderung, die er bereits in der Debatte um die Europäische Fahrgastrechteverordnung erhoben hat: Tickets für eine zusammenhängende Bahnreise müssen auch dann als ‚durchgehende Tickets‘ gelten, wenn mehrere Anbieter im Spiel sind. „Die Bundesregierung darf bei den Fahrgastrechten aber auch über die derzeitigen Europäischen Vorgaben hinausgehen“, präzisiert Kurzeck. „Sie muss jetzt handeln, damit Bahnreisen auch mit mehreren Fernzuganbietern attraktiv bleiben.“

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news-5716 Wed, 15 Jul 2026 08:51:58 +0200 Wettbewerb auf der Schiene muss den Fahrgästen zugutekommen – Deutschlandtakt voranbringen! https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/wettbewerb-auf-der-schiene-muss-den-fahrgaesten-zugutekommen-deutschlandtakt-voranbringen Die Bundesnetzagentur hat Stellungnahmen zu ihrem Vorschlag eingeholt, wie der Wettbewerb im Schienenfernverkehr künftig zu regeln ist. Hintergrund ist der Plan des italienischen Bahnunternehmens Italo, künftig Expresszüge in Deutschland anzubieten. Der ökologische Verkehrsclub VCD unterstützt den Wettbewerb auf der Schiene, dieser darf jedoch nicht zu Lasten der Fahrgäste gehen: Ziel muss es sein, dass die Bahn mehr Güter und Fahrgäste transportieren kann und der Deutschlandtakt vorankommt. „Der deutsche Bahnmarkt wird für Wettbewerber wie Flixtrain und Italo zunehmend interessant,“ sagt der VCD-Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck. „Das ist gut so. Der aktuelle Rechtsrahmen muss so genutzt werden, dass der Wettbewerb den Kunden zugutekommt und das Gesamtangebot wirklich besser wird.“ 

Um das sicherzustellen, fordert der VCD:

  1. Ein Taktverkehr (jede zweite Stunde, immer zur gleichen Abfahrtsminute) muss die Fahrgastbedürfnisse abdecken und deshalb länger laufen als nur an den lukrativsten Zeiten tagsüber. Die Bundesnetzagentur hat vorgeschlagen, dass es mindestens vier Abfahrten im Zweistundentakt (z.B. um 9, 11, 13 und 15 Uhr) geben muss. Doch das verhindert keine Rosinenpickerei. Für einen fahrgastfreundlichen Taktverkehr muss es mindestens 10 Abfahrten im Zweistundentakt geben.
  2. Der Taktverkehr muss genau eingehalten werden, um Anschlüsse zum Regional- und Fernverkehr herzustellen. Dabei sollen die Zielzeiten des Deutschlandtakts bzw. die des bestehenden ICE-Netzes als Orientierung gelten. Alle Städte, in denen die Fernzüge derzeit halten, müssen angebunden bleiben.

„Die Bundesregierung muss handeln, denn die Bundesnetzagentur kann sich nur an die bestehenden Gesetze halten,“ fordert Kurzeck. So könne man etwa lukrative mit weniger lukrativen Strecken gemeinsam ausschreiben, um eine faire Vergabe sicherzustellen. „Die Regierung muss Rosinenpickerei verhindern. Unternehmen sollen sich nicht nur die lukrativsten Strecken raussuchen oder nur Kernzeiten bedienen dürfen. Das würde das Angebot im Bahnnetz für die Kunden verschlechtern statt verbessern. In den stark genutzten Knoten müssen die Zeiten von 6 bis 22 Uhr vollständig abgedeckt werden, der erste Zug also vor 6:00 Uhr abfahren und der letzte nach 22 Uhr. Nur so kann das Gesamtangebot durch den Wettbewerb wirklich besser werden.“

„Eine Lösung wäre der Deutschlandtakt“, ergänzt Alexander Kaas Elias, bahnpolitischer Sprecher beim VCD. „Er nutzt die Infrastruktur optimal, der gesamte Bahnverkehr bekommt abgestimmte Fahrpläne.“ Doch ist es ruhig geworden um den Deutschlandtakt; für die nötige Engpassbeseitigung stellt die Bundesregierung das Geld nicht ausreichend planbar zur Verfügung. 

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news-5713 Fri, 10 Jul 2026 07:41:23 +0200 „Mit:Rad im Austausch“: Digitale Vernetzungs- und Seminarreihe des VCD stärkt inklusive Radmobilität https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mitrad-im-austausch-digitale-vernetzungs-und-seminarreihe-des-vcd-staerkt-inklusive-radmobilitaet Mehr als 200 Engagierte aus Fahrradinitiativen, Kommunen, Wirtschaft und Forschung haben sich in den vergangenen Monaten bei der VCD-Reihe „Mit:Rad im Austausch“ vernetzt, Erfahrungen geteilt und gemeinsam Ideen für mehr inklusive Radmobilität entwickelt. Mit einer Abschlussveranstaltung am 16. Juli endet die Vernetzungsreihe mit dem Thema „Mobilitätsbildung fürs ganze Leben: Was braucht gute Mobilitätsbildung? Und wie kann das Rad dabei eine größere Rolle spielen?“. Die Anmeldung ist noch möglich.  

Für viele Menschen bedeutet Radfahren Freiheit, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe – doch längst nicht alle haben die gleichen Möglichkeiten, diese Mobilitätsoption zu nutzen. Hier setzte die digitale Vernetzungs- und Seminarreihe „Mit:Rad im Austausch“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD an. In den vergangenen Monaten brachte sie Akteur*innen für inklusive Radmobilität aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Die Bilanz fällt durchweg positiv aus: Mehr als 200 Teilnehmende nutzten die Veranstaltungsreihe um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen für mehr Teilhabe durch Radmobilität zu entwickeln. In Webinaren und Vernetzungstreffen wurden wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt, Herausforderungen diskutiert und neue Kontakte geknüpft.

Einmal im Monat lud das vom Bundesverkehrsministerium geförderte VCD-Projekt „Mit:Rad – Auf zwei Rädern zu mehr Selbstständigkeit und Teilhabe“ Initiativen, Vereine und Engagierte aus ganz Deutschland zum Austausch ein. Webinare und Vernetzungstreffen wechselten sich dabei ab, um den fachlichen Input mit praktischen Erfahrungen zu ergänzen. Ziel der Reihe war es, Akteur*innen dabei zu unterstützen, Hürden für Menschen abzubauen, die bislang nicht Fahrrad fahren können oder wollen.

„Die positive Resonanz auf unsere Vernetzungsreihe zeigt deutlich, wie wichtig der Austausch für die Engagierten ist“, erklärt Alina Gollia, Projektleitung des VCD-Projekts „Mit:Rad“. „Bundesweit gibt es erfolgreiche Lösungen, um mehr Menschen das Radfahren zu ermöglichen. Doch oft arbeiten die Initiativen isoliert. Wenn diese Erfahrungen geteilt werden, profitieren auch andere davon und können das vorhandene Wissen vor Ort einbringen. Genau dafür haben wir mit unserer Vernetzungsreihe einen Raum geschaffen.“

Erkenntnisse aus der Praxis: Im Mittelpunkt der Gespräche standen immer wieder Kernthemen, die das Projekt bereits im September 2025 in seinem Hintergrundpapier benannt hatte und die sich in den Erfahrungen der Teilnehmenden bestätigten:

  • Wer Rad fährt und wer nicht: Ob Menschen Fahrrad fahren, hängt stark davon ab, ob sie das Radfahren als selbstverständlichen Teil ihres Alltags erlebt haben und erleben. Umbrüche im Leben, wie ein Umzug, der Renteneintritt oder Schul- oder Jobwechsel, sind gute Gelegenheiten, um neue Wege auszuprobieren und (wieder) aufs Rad zu steigen. 
  • Lernen braucht geschützte Räume: Fahrradkurse für Kinder und Erwachsene funktionieren am besten in einem geschützten Rahmen. Mehrsprachige Angebote und einfühlsame Begleitung helfen dabei, Ängste und Scham abzubauen.
  • Radfahren ist auch eine soziale Frage: Günstige Leih- und Verkaufsangebote, soziale Fahrradwerkstätten und Fahrradkurse sorgen dafür, dass mehr Menschen Radfahren – und zwar unabhängig vom Geldbeutel.

Am 16. Juli 2026 findet das letzte Vernetzungstreffen statt. Im Mittelpunkt steht ein Thema, das die Teilnehmenden bei den vorangegangenen Treffen immer wieder eingebracht haben: „Mobilitätsbildung fürs ganze Leben". Dabei geht es um die Frage, wie Menschen in jeder Lebensphase lernen können, sicher und selbstbestimmt Rad zu fahren und welche Strukturen und Angebote es dafür braucht. Die Anmeldung für die Abschlussveranstaltung ist weiterhin geöffnet.

Abschlussveranstaltung „Mit:Rad im Austausch“
Thema: „Mobilitätsbildung fürs ganze Leben: Was braucht gute Mobilitätsbildung? Und wie kann das Rad dabei eine größere Rolle spielen?“

  • Datum: Donnerstag, 16. Juli 2026, 17:30 – 19:00 Uhr
  • Veranstaltungsort: Online (kostenfreie Teilnahme)
  • Anmeldung erforderlich unter: www.vcd.org/mitrad#c17472

Hintergrund: Projekt „Mit:Rad“ Das VCD-Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) gefördert. Nach der Veröffentlichung eines fundierten Hintergrundpapiers im September 2025, welches auf 23 bundesweiten Interviews basiert, überführt die digitale Vernetzungs- und Fortbildungsreihe „Mit:Rad im Austausch“ diese theoretischen Erkenntnisse nun erfolgreich in lebendige, praxisnahe Austauschformate für die (Fach-)Community.

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news-5711 Thu, 09 Jul 2026 09:28:58 +0200 Tempolimit jetzt beschließen: VCD fordert Bundesregierung zum Handeln auf https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/tempolimit-jetzt-beschliessen-vcd-fordert-bundesregierung-zum-handeln-auf Der Bundestag berät heute über den Gesetzentwurf von Bündnis 90/Die Grünen zur Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die Bundesregierung auf, den Weg für diese längst überfällige Maßnahme freizumachen.  

„Ein Tempolimit schützt Menschenleben, spart CO2 und Kraftstoff und verbessert den Verkehrsfluss – kaum eine verkehrspolitische Maßnahme bietet so viele Vorteile bei so geringen Kosten. Die Freiheit, unbegrenzt schnell zu fahren, darf nicht wichtiger sein als die Sicherheit und das Leben anderer. Die Argumente liegen seit Jahren auf dem Tisch. Jetzt hat die Bundesregierung die Chance, eine einfache und wirksame Maßnahme für mehr Sicherheit und Klimaschutz umzusetzen. Lässt sie diese Gelegenheit erneut ungenutzt, entscheidet sie sich gegen mehr Verkehrssicherheit und gegen wirksamen Klimaschutz“, erklärt Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende desökologischen Verkehrsclubs VCD.

Nach Berechnungen des Umweltbundesamts könnten mit einem Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen durch einen verringerten Kraftstoffverbrauch jährlich bis zu 5,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, ordnet ein: „Noch frappierender ist, dass die Zahl der Verkehrstoten laut Studie der Ruhr-Uni Bochum um mehr als ein Drittel sinken könnte, während der Verkehrsfluss verbessert würde. Die Bundesregierung sollte die Chance nutzen, eine jahrelange Debatte zu beenden und eine Maßnahme umzusetzen, deren positive Effekte wissenschaftlich belegt sind.“

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news-5709 Wed, 08 Jul 2026 10:56:49 +0200 Deutsche Bahn: VCD begrüßt angekündigte Verbesserungen bei der Fahrgastinformation https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/deutsche-bahn-vcd-begruesst-angekuendigte-verbesserungen-bei-der-fahrgastinformation Die Deutsche Bahn hat angekündigt, die Information für Reisende zu verbessern. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt diesen Schritt und sieht darin einen wichtigen Beitrag für mehr Kund*innenzufriedenheit. Entscheidend wird sein, dass die angekündigten Maßnahmen spürbare Verbesserungen für die Fahrgäste bringen. Christiane Rohleder, VCD-Bundesvorsitzende, kommentiert:  

„Wir begrüßen sehr, dass die Deutsche Bahn die Information ihrer Fahrgäste verbessern will. Der Handlungsbedarf ist groß: Noch immer erleben Reisende Situationen, in denen sie bei Störungen nicht ausreichend informiert werden, auf der Strecke stranden und nicht wissen, wie sie ihre Fahrt fortsetzen können.

Gerade bei Verspätungen ist es entscheidend, dass Fahrgäste schnell und zuverlässig erfahren, wie lange die Verspätung voraussichtlich dauern wird und welche Alternativen ihnen zur Verfügung stehen. Eine gute Fahrgastinformation ist ein wesentlicher Baustein für eine verlässliche und attraktive Bahn.

Jetzt kommt es darauf an, dass die angekündigten Maßnahmen zu spürbaren Verbesserungen für die Reisenden führen. Der VCD steht weiterhin gern für den Austausch zur Verfügung, um die Perspektive der Fahrgäste einzubringen.“

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news-5707 Mon, 06 Jul 2026 14:35:50 +0200 Zu wenig Geld für Schiene und Rad https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/zu-wenig-geld-fuer-schiene-und-rad Das Kabinett beschließt heute den Haushaltsentwurf für 2027 und überweist ihn dem Bundestag zur Beratung. Trotz manch richtiger Ansätze bleibt der große Wurf für nachhaltige Mobilität aus. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert. "400 Millionen Euro mehr für den Aus- und Neubau der Schiene – das ist ein Anfang, wird aber bei weitem nicht reichen, die offenen Schienenprojekte in den Bau zu bringen“, sagt Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Schwerer wiegen für Rohleder die eine Milliarde Euro, auf die die Schiene 2027 verzichten soll – einzusparen bei Sanierung und Digitalisierung: „Es ist ein schwerer Fehler, jetzt ausgerechnet dort zu sparen, wo die Bahn am meisten Nachholbedarf hat.“ 

Was der Schiene abverlangt wird, soll nicht für die Straße gelten. Im Vergleich zum letzten Haushalt wird dort nochmals eine Schippe draufgelegt. „Fatal ist es, der Straßen weiterhin Vorrang zu geben statt endlich mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern“, so Rohleder. „Die Rekordhitze der letzten Wochen hat doch gezeigt, dass wir dringend umsteuern müssen, um weniger CO2 in die Atmosphäre zu pumpen.“

Völlig unklar bleibt, welche Fördermaßnahmen die Bundesregierung für den Klimasozialfonds (KSF) auf den Weg bringen will. Der VCD hatte mit mehreren Verbänden vorgeschlagen, über den KSF unter anderem ein bundesweites Sozialticket zu fördern, sagt VCD-Bahnexperte Alexander Kaas Elias: „Es ist ärgerlich, dass ärmere Menschen hier nicht gefördert werden.“ 

Auch bei der Schienenmaut mache sich die Bundesregierung einen schlanken Fuß, so Kaas Elias. Sie kürze die Trassenpreisförderung für den Fern- und den Güterverkehr, lasse aber offen, wie sie mit den höheren Trassenpreisen im Regionalverkehr umgeht: „So lange keine Trassenpreisreform auf dem Tisch liegt, die den Schienenverkehr als Ganzes entlastet, ist das zu wenig."

Unklar bleibt außerdem, wie viel der Bund in die Fahrrad-Infrastruktur investieren wird. „Wenn aktive Mobilität wie der Radverkehr am Ende runterfällt, zeigt das: Der Regierung fehlt der Kompass, wie sie den Verkehr nachhaltig und sicher für alle aufstellen will“, so die VCD-Vorsitzende Rohleder. „Der Radverkehr nimmt zu, doch die Infrastruktur hält nicht Schritt. Auch darum werden so viele auf dem Rad verletzt oder getötet. Wenn die Finanzierung ausbleibt, ist das Ziel der Vision Zero – also von null Verkehrstoten – nicht zu erreichen.“

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news-5705 Wed, 01 Jul 2026 09:35:25 +0200 Nach dem Auslaufen des Tankrabatts: Bündnis fordert Mobilitätsgeld für eine gerechte Entlastung https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/nach-dem-auslaufen-des-tankrabatts-buendnis-fordert-mobilitaetsgeld-fuer-eine-gerechte-entlastung Vor der Ferienreisezeit steigen die Mobilitätskosten – Unterstützung muss sich am Bedarf orientieren und alle Menschen erreichen.  

Die Bundesregierung hat entschieden, den umstrittenen Tankrabatt nicht zu verlängern. Das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende begrüßt, dass diese kurzfristige und teure Entlastungsmaßnahme mit begrenzter sozial gerechter Wirkung nicht fortgeführt wird. Gleichzeitig braucht es jetzt eine wirksame und gerechte Alternative: ein Mobilitätsgeld, das Menschen unabhängig vom Verkehrsmittel und gezielt nach ihrem tatsächlichen Bedarf unterstützt.

„Entscheidend ist, dass Unterstützung schnell und unbürokratisch dort ankommt, wo sie gebraucht wird – bei Menschen mit geringem Einkommen und besonders hohen finanziellen Belastungen. Ein einmalig ausgezahltes Mobilitätsgeld kann gezielt diejenigen erreichen, die durch steigende Mobilitätskosten besonders stark betroffen sind – unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind“, erklärt das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende.

Mit Beginn der Sommerferien und dem erwarteten Anstieg des Reiseverkehrs werden die steigenden Mobilitätskosten erneut für viele Menschen in unserer Gesellschaft zur Belastung. Doch die finanziellen Herausforderungen reichen weit über die Ferienzeit hinaus: Hohe Energie- und Lebenshaltungskosten treffen insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens für Mobilität und alltägliche Ausgaben aufbringen müssen.

Die Erfahrungen mit dem Tankrabatt haben gezeigt, dass eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe keine verlässliche und zielgenaue Entlastung schafft. Die Entlastung wurde nicht vollständig an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben und fiel regional unterschiedlich aus. Gleichzeitig profitierten Menschen ohne eigenes Auto oder mit geringem Einkommen kaum oder gar nicht von der Maßnahme.

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob der Staat entlasten soll, sondern wie Entlastung wirksam, gerecht und zukunftsfest gestaltet werden kann. Unterstützung muss sich am Bedarf orientieren – nicht am Verbrauch. Ein Mobilitätsgeld wäre deshalb ein wichtiger Schritt hin zu einer sozial gerechteren Mobilitätspolitik“, so das Bündnis.

Das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende fordert daher eine Neuausrichtung der Entlastungspolitik im Verkehrsbereich:

  • Mobilitätsgeld einführen: Entlastungszahlungen müssen stärker an tatsächlichen Bedürfnissen ausgerichtet und unbürokratisch an Menschen mit geringem Einkommen ausgezahlt werden. Ein Mobilitätsgeld kann als Einmalzahlung kurzfristig für Entlastung sorgen. Als Weiterentwicklung der Entfernungspauschale stellt es auch langfristig eine gerechtere Alternative dar. 
  • Unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigen: Mobilität hängt von Wohnort, Einkommen und verfügbaren Alternativen ab. Ein Mobilitätsgeld kann diese Unterschiede besser berücksichtigen und alle Menschen unabhängig vom Verkehrsmittel erreichen.
  • Öffentliche Mittel wirksam einsetzen: Statt fossile Abhängigkeiten durch kurzfristige Preismaßnahmen zu verlängern, sollten Mittel in dauerhaft bezahlbare und klimafreundliche Mobilität fließen – etwa in einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr, in die soziale E-Auto-Förderung, ein langfristig bezahlbares Deutschlandticket und ein bundesweites Sozialticket.
  • Krisenfestigkeit schaffen: Dauerhafte Entlastung gelingt nur, wenn Menschen unabhängiger von fossilen Preisschwankungen werden.

Die aktuelle Energiekrise zeigt, wie verletzlich unsere Mobilität durch fossile Abhängigkeiten ist. Nach dem Auslaufen des Tankrabatts braucht es deshalb eine neue Perspektive: Ein Mobilitätsgeld kann kurzfristig entlasten und zugleich Teil einer langfristigen Strategie sein, die soziale Sicherheit, Klimaschutz und eine verlässliche Mobilität für alle verbindet. 

Das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende bringt seine Expertise ein und steht der Bundesregierung als Dialogpartner zur Verfügung, um gemeinsam zielgerichtete Lösungen zu entwickeln.

Über das Bündnis:
Das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende bündelt die Expertise aus Gewerkschaften (IG Metall, ver.di, DGB), Sozial- und Wohlfahrtsverbänden (VdK, SoVD, Der Paritätische Gesamtverband), Umweltverbänden (VCD, BUND, NABU) sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), um die Transformation der Mobilität in Deutschland zu unterstützen. Gemeinsam vertritt das Bündnis viele Millionen Mitglieder und bietet eine Plattform für die Gestaltung einer klima- und sozialverträglichen Mobilitätswende. Gefördert wird das Bündnis durch die Stiftung Mercator.

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