VCD Pressemitteilung https://www.vcd.org/ Pressemitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Mon, 05 Dec 2022 12:08:59 +0100 Mon, 05 Dec 2022 12:08:59 +0100 TYPO3 EXT:news news-4343 Sun, 04 Dec 2022 12:06:40 +0100 Ein Jahr Ampel-Koalition: Desaströse Bilanz im Verkehr – 9-Euro-Ticket allein reicht nicht aus /service/presse/pressemitteilungen/ein-jahr-ampel-koalition-desastroese-bilanz-im-verkehr-9-euro-ticket-allein-reicht-nicht-aus Am 8. Dezember ist die Ampel-Koalition ein Jahr im Amt. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Die verkehrspolitische Arbeit der Koalition kommentiert die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Kerstin Haarmann. Der Expertenrat für Klimaschutz hat es auf den Punkt gebracht: Der Verkehr müsste seine Anstrengungen ums Vierzehnfache verstärken, um das Klimaziel für 2030 noch zu erreichen. Besser kann man die Misere nicht beschreiben. Entgegen aller Versprechen im Koalitionsvertrag hinkt der Verkehr beim Klimaschutz hinterher – und Besserung ist nicht in Sicht.

Schuld ist nicht allein die aktuelle Regierung. Auch ihre Vorgänger haben den Klimaschutz im Verkehr vernachlässigt und notwendige Entscheidungen über Jahre vertagt. Doch auch unter Volker Wissing gibt es keine Verkehrswende. Hinzu kommt, dass er bewusst die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes missachtet. Und seine Vorschläge für das Klimaschutzsofortprogramm sind derart anspruchslos, dass sie der Klimarat erst gar nicht im Detail prüfen wollte. 

Vor allem die FDP steht auf der Bremse. Sie hängt an alten Zöpfen und versucht, jeden Wandel zu verzögern. Das beste Beispiel liefert FDP-Chef und Porsche-Freund Christian Lindner: Er beharrt auf synthetischen Kraftstoffen für Pkw, selbst nachdem die EU das Verbrenner-Aus ab 2035 beschlossen hat. Ebenso stur kämpft die FDP gegen das Tempolimit, obwohl die Argumente auf der Hand liegen und die Mehrheit dafür ist. Der Partei fehlen – wie der Union – Konzepte, um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen. Sie blockiert fast alle sinnvollen Maßnahmen im Namen einer vermeintlichen Freiheit – und riskiert damit, dass wir unsere Freiheit langfristig verlieren.  

Ergebnis ist eine Verkehrspolitik von Vorgestern: Die Bahn pfeift auf dem letzten Loch und schafft es kaum, wenigstens das bestehende Angebot aufrechtzuhalten. Das liegt auch an Zusatzbelastungen wegen des Ukraine-Krieges. Doch der bitter notwendige Ausbau des Angebots kommt ohnehin viel zu langsam voran. Dennoch pumpt die Regierung nach wie vor das meiste Geld in die Straße. Schiene und Radverkehr müssen um jeden Euro kämpfen, während Auto und Flugzeug großzügig subventioniert werden ­– mit niedrigen Dieselsteuern, dem Dienstwagenprivileg und der Pendlerpauschale; mit steuerfreiem Kerosin und Auslandsflügen.

Eine Abschaffung dieser Privilegien würde Geld freischaffen, das wir für die Verkehrswende dringend brauchen. Doch die Regierung bleibt untätig – trotz ihres Ziels, mehr Menschen und Güter auf die Schiene zu bringen. Es bleibt abzuwarten, ob die Ampel es wenigstens schafft, sinnlose und zum Teil veraltete Autobahn-Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen. Gegen viele dieser Vorhaben wehren sich Landesregierungen und Zivilgesellschaft, doch auch hier stellen sich der Bund und allen voran das Verkehrsministerium bislang stur. Und die kleine versprochene Reform des Straßenverkehrsrechts, um Kommunen mehr Entscheidungsspielraum zu geben, ist ebenfalls noch nicht in Sicht.

Somit bleibt nach einem Jahr Ampel als einzig positive Maßnahme die Einführung des 9-Euro-Tickets im Sommer – doch die entsprang keiner klugen Politik, sondern wurde aus der Not geboren: Sie sollte dem unsäglichem Tankrabatt eine ökologische Maßnahme zur Seite stellen. Eine Fortführung wurde mit dem Deutschlandticket zwar beschlossen. Wann es kommt und ob es Erfolg hat, steht allerdings in den Sternen; es kann nur gelingen, wenn das ÖPNV-Angebot ausgebaut wird und die Kosten fair verteilt werden.

Drei Jahre hat die Ampel noch, ihren Kurs zu ändern. Diese Zeit muss sie nutzen, um ihre Versäumnisse in der Verkehrspolitik wettzumachen. Klimaschutz muss Priorität werden, ebenso wie Energiesicherheit und soziale Gerechtigkeit.

Zum Hintergrund: Eine detaillierte Analyse der Verkehrspolitik der Ampel-Koalition finden Sie hier.

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news-4338 Tue, 29 Nov 2022 12:35:58 +0100 Abschaffung der Sektorziele im Klimaschutzgesetz wäre verantwortungslos /service/presse/pressemitteilungen/abschaffung-der-sektorziele-im-klimaschutzgesetz-waere-verantwortungslos 13 Umweltorganisationen appellieren in einem heute veröffentlichten offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz, die jahresscharfen Sektorziele im Klimaschutzgesetz sowie das Monitoring der Ziele nicht zu verwässern. Kanzler Scholz müsse sich der Blockadehaltung im Klimaschutz von FDP und Bundesverkehrsminister Volker Wissing entgegenstellen, die die bestehenden Sektorziele abschaffen wollen.

„Das Klimaschutzgesetz mit seinen jahresscharfen Sektorzielen ist die klimapolitische Errungenschaft der SPD-Bundestagsfraktion und ihrer damaligen Umweltministerin Svenja Schulze in ihrer Zeit in der Großen Koalition. Es weist klare Verantwortlichkeiten zu, zwingt zur Transparenz und mit seiner Verpflichtung zu Sofortprogrammen bei Zielverfehlung auch zur Konsequenz. Damit macht es Klimaschutz berechenbar, zuverlässig und zeigt für alle Sektoren planbare Transformationspfade auf“, so die Umweltorganisationen in dem offenen Brief. 

Sorgenkind Nummer eins beim Klimaschutz ist der Verkehrssektor. Die CO2-Emissionen aus dem Verkehr verbleiben seit Jahrzehnten auf hohem Niveau und Deutschland droht auch deshalb seine Klimaziele für das Jahr 2030 zu verfehlen. Doch das zuständige Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat nach wie vor kein Sofortprogramm vorgelegt, mit dem die Klimaziele noch erreicht werden können.

„Statt sich an geltende Gesetze zu halten, wollen Minister Wissing und die FDP das Klimaschutzgesetz durch die Abschaffung der Sektorziele lieber so weit entkernen, dass das klimapolitische Unterlassen im Verkehrssektor nicht mehr regelmäßig thematisiert wird. Geltendes Recht zu ändern, um einen Rechtsbruch zu vertuschen, können wir nicht dulden. Damit wird nicht nur ein gesetzlich festgelegter Mechanismus – ein wirksames Sofortprogramm für den Verkehrssektor – blockiert und der fortlaufende Gesetzesbruch sehenden Auges in Kauf genommen, sondern auch die Umsetzung der Maßnahmenpakete aus den anderen Sektoren verhindert. Das ist klimapolitisch unverantwortlich“, heißt es in dem Brief weiter. 

Olaf Scholz, der sich selbst im Wahlkampf als „Klimakanzler“ präsentiert habe, müsse nun Führung im Klimaschutz zeigen und zeitnah die Blockade der FDP und des Verkehrsministers lösen. „Die konsequente Weigerung der FDP und ihres Verkehrsministers, die Emissionen dieses Sektors wirksam zu reduzieren, sollte in einer „Fortschrittskoalition“ keinen Platz haben“, so die Umweltorganisationen. Vor allem, da die dringend benötigten und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen bereits längst bekannt sind.

Unterzeichnet wurde der offene Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz von: DNR, BUND, ClientEarth, DUH, FÖS, Germanwatch, Greenpeace, Klima-Allianz Deutschland, NABU, T&E, Umweltinstitut München, VCD und WWF

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news-4336 Sun, 27 Nov 2022 10:00:00 +0100 Deutschlandticket: Bündnis fordert ergänzendes Sozialticket für maximal 29 Euro und volle Finanzierung durch Bund und Länder /service/presse/pressemitteilungen/deutschlandticket-buendnis-fordert-ergaenzendes-sozialticket-fuer-maximal-29-euro-und-volle-finanzierung-durch-bund-und-laender Anlässlich der Sonder-Verkehrsminister*innenkonferenz (VMK) am 29.11. fordert das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende ein bundesweit gültiges Sozialticket für maximal 29 Euro. Dieses soll das Deutschlandticket ergänzen und sich speziell an einkommensschwache Haushalte richten. „Ohne eine zusätzliche soziale Lösung verspielen Bund und Länder die Chance, mit dem Deutschlandticket einen echten Beitrag für nachhaltige Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe zu leisten“, so die Bündnisvertreter*innen einstimmig. „Die Verkehrs- und Sozialressorts der Länder sind in der Pflicht, für mehr soziale Gerechtigkeit durch Mobilität zu sorgen.“ Das Deutschlandticket ist grundsätzlich ein wichtiger Schritt für die dringend notwendige Mobilitätswende. Der geplante Standardpreis für 49 Euro liegt aber weit über dem, was für viele bezahlbar ist. „Gerade Menschen mit geringem Einkommen brauchen jedoch angesichts der beispiellosen Inflation gezielte finanzielle Entlastung“, so das Bündnis. Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, dass ein einfaches und günstiges ÖPNV-Ticket einen wichtigen Beitrag leistet, Mobilitätsarmut zu beseitigen – denn nachhaltige Mobilität darf keine Frage des Einkommens sein und nicht an Stadt-, Kreis- oder Ländergrenzen enden. Regionale Angebote, wie das Berliner Sozialticket für 9 Euro, werden als zusätzliche Entlastung begrüßt.

Um dem Anspruch der Barrierefreiheit gerecht zu werden und somit Teilhabe insbesondere für Senior*innen, Menschen mit Behinderungen und Armutsbetroffene zu ermöglichen, müssen die Tickets sowohl digital als auch analog am Automaten oder Schalter zu kaufen sein – und zwar jederzeit, monatlich und nicht nur im Abonnement.

Das Bündnis kritisiert, dass Bund und Länder noch nicht genug Geld für das Deutschlandticket bereitgestellt haben, damit keine Linien gestrichen, keine Ticketpreise erhöht und keine Löhne gekürzt werden. Abschließend erklärt das Bündnis: „Eine sozialverträgliche Mobilitätswende erfordert massive und dauerhafte Investitionen in Personal und Infrastruktur. Nur so kann das Deutschlandticket gleichermaßen zu einem Erfolgsprojekt in städtischen und bislang schlecht angebundenen ländlichen Gegenden werden.“

Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende bündelt die Expertise aus Gewerkschaften, Sozial-, Wohlfahrts- und Umweltverbänden sowie der Evangelischen Kirche, um zusammen die Transformation der Mobilität in Deutschland zu unterstützen. Gemeinsam vertritt das Bündnis viele Millionen Mitglieder und bietet eine Plattform für die Fragestellungen rund um eine soziale und ökologische Mobilitätswende. Das Bündnis wird gefördert und unterstützt durch die Stiftung Mercator

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news-4334 Fri, 25 Nov 2022 10:04:21 +0100 Schont Umwelt und Geldbeutel: Jetzt zur Kfz-Versicherung des VCD wechseln! /service/presse/pressemitteilungen/schont-umwelt-und-geldbeutel-jetzt-zur-kfz-versicherung-des-vcd-wechseln Bis zum 30. November ist der Wechsel zu einer neuen Kfz-Versicherung möglich. Die VCD Service GmbH hilft Verbraucher*innen die passende Versicherung auf dem Markt zu finden. Dafür werden die Angebote einem Kostencheck unterzogen und es wird überprüft, welche Umweltkriterien sie erfüllen. Über den VCD kann aber nicht nur das eigene Auto versichert werden, sondern auch Fahrräder und E-Bikes. Berlin, 25. November 2022. Immer mehr Menschen wollen klimaschonend mobil sein, sind aber auf ein Auto angewiesen, um ihre Alltagswege zu bewältigen. Die Öko-Bilanz lässt sich trotzdem verbessern – auch durch die Wahl der richtigen Kfz-Versicherung. Denn hier gibt es große Unterschiede und es lohnt sich, die Konditionen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Versicherungswechsel ist jedes Jahr bis zum 30. November möglich. Sollte der bisherige Anbieter die Beiträge erhöhen, gilt sogar meist ein verlängertes Sonderkündigungsrecht bis Ende Dezember. Die Service GmbH des ökologischen Verkehrsclubs VCD hilft Verbraucher*innen dabei, im Angebotsdschungel eine kostengünstige und klimafreundliche Wahl zu treffen.

Eine Kfz-Versicherung wird vom VCD als nachhaltig eingestuft, wenn sie diese Kriterien erfüllt:

  • Die Versicherung legt ihre gesamten Beiträge, u.a. die eingezahlten Prämien, ökologisch und nachhaltig an.
  • Klimaschutz und faire Arbeitsbedingungen sind fest in der Unternehmenspolitik der Versicherung verankert.
  • Die Versicherung bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein faires Schadenmanagement für ihre Kund*innen.

Für Halter*innen eines E-Autos überprüft der VCD außerdem, ob alle notwendigen Leistungen enthalten sind:

  • Möglichst lange Neuwert-Entschädigung (bis zu 3 Jahre).
  • Hohe Leistung bei Tierbissfolgeschäden sowie Kurzschlussschäden.
  • Umfassende Versicherung des Akkus (Stichwort Allgefahrendeckung) sowie Kosten für Ausbau und Entsorgung.
  • Mitversicherung von Betriebs-, Brems- und Bruchschäden auch für den Akku.
  • Niedriger Wertminderungsausgleich bei Kaskoschäden.
  • Mitversicherung von Ladekabeln und Wallbox.

Der zweite Baustein für eine gute Absicherung neben der Kfz-Versicherung, ist eine zuverlässige Pannenhilfe. Bei der VCD Service GmbH gibt es diese sogar mit Umweltbonus, denn die Beiträge sind ökologisch gestaffelt. Je umweltfreundlicher das Auto, desto niedriger die Prämie. Daher kostet der Schutzbrief für Fahrzeuge mit Elektro-, Hybrid- und Erdgasantrieb jährlich nur 29 Euro.

Eine gute Versicherung und ein Schutzbrief sind aber nicht nur für Autofahrer*innen interessant, sondern auch für diejenigen, die bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad unterwegs sind. Deshalb bietet die VCD Service GmbH einen Pannen- und Unfallschutz für Fahrräder und E-Bikes bereits für günstige neun Euro pro Jahr an. Wer VCD-Mitglied ist, profitiert außerdem von weiteren Extras, wie einer individuellen Mobilitätsberatung.

Fordern Sie hier Ihr Wechselangebot für eine grüne Kfz-Versicherung an: vcd-service.de oder rufen Sie das VCD Service-Team an unter 0228-98585-85.

Pressekontakt: 
Stephan Oldenburg, Geschäftsführer VCD Service GmbH • Telefon 0228-98585-82 • stephan.oldenburg@vcd-service.de • www.vcd.service.de

Jan Langehein, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV Facebook: @vcdbundesverband Instagram: @vcd_ev 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4335 Thu, 24 Nov 2022 18:28:00 +0100 Deutscher Verkehrsplanungspreis 2022 verliehen – Sieger ist die Hansestadt Lübeck /service/presse/pressemitteilungen/deutscher-verkehrsplanungspreis-2022-verliehen-sieger-ist-die-hansestadt-luebeck Heute Nachmittag wurde im Deutschen Architektur-Zentrum in Berlin-Mitte der Deutsche Verkehrsplanungspreis 2022 verliehen. Den Preis vergibt die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) in Kooperation mit dem ökologischen Verkehrsclub VCD. In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Qualität der Nähe – attraktiver Aufenthalt und sicheres Erreichen von Stadtteil- und Ortszentren“. Der Deutsche Verkehrsplanungspreis 2022 geht an die Hansestadt Lübeck. Ausgezeichnet wurde heute Nachmittag im Deutschen Architektur-Zentrum der Beitrag Verkehrsversuch Beckergrube. Anerkennungen erhielten die Stadt Köln sowie die Gemeinden Baiersbronn im Nordschwarzwald und Markt Bibart in Mittelfranken.

Mit den vergleichsweise einfachen Mitteln eines Verkehrsversuches habe Lübeck gezeigt, wie geplante Veränderungen erlebbar und für die Nutzenden begreifbar werden können, begründete die Jury ihre Entscheidung. Das Projekt ist eingebunden in den Rahmenplan mit Mobilitätskonzept für die Innenstadt und damit Baustein eines veränderten Mobilitätsverständnisses. Durch breite Beteiligung und einen temporären Umbau konnte die Planung zeigen, wie die Maßnahme wirkt. Der neugewonnene Stadtraum wird bereits intensiv genutzt und zeigt die hohe Nachfrage an attraktiven Aufenthaltsflächen.

Die Jury-Vorsitzende, die Verkehrsplanerin Katalin Saary von der SRL, lobte besonders das Bemühen der Lübecker Verkehrsplanung, die Bürger*innen der Stadt in den Prozess einzubinden: „Das Herausragende an dem Projekt ist, dass die Stadt ihre Vision nicht einfach durchgedrückt hat, sondern sie zunächst durch einen Verkehrsversuch lebendig werden ließ. Durch intensive Vorbereitung und gute Durchführung ist es ihr gelungen, auch Bedenkenträger mitzunehmen. Ein Vorgehen, an der sich kommunale Verkehrsplanung in ganz Deutschland ein Beispiel nehmen kann.

Auch die VCD-Vorsitzende Kerstin Haarmann freute sich über das Ergebnis und gratuliert dem Gewinnerbeitrag: „Wir haben nach innovativen Projekten gesucht, die zu mehr Aufenthaltsqualität in den Stadtzentren beitragen. Außerdem sollten sie gewährleisten, dass dort alle sicher und über attraktive Wege zu Fuß, mit dem Rad und mit dem ÖPNV unterwegs sein können. Das sind die Bedingungen für klimafreundliche Städte der Zukunft, und das Lübecker Projekt zeigt, wie man ihnen gerecht wird. Auf diese Weise wird Verkehrsplanung zukunftsfest.“

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news-4329 Tue, 22 Nov 2022 14:26:06 +0100 Bundeshaushalt 2023: Bei der Verkehrswende schaltet die Ampel auf Rot /service/presse/pressemitteilungen/bundeshaushalt-2023-bei-der-verkehrswende-schaltet-die-ampel-auf-rot Heute debattiert der Bundestag über den Verkehrshaushalt 2023. Trotz Deutschlandticket und Nachbesserungen bei der Bahn soll das meiste Geld erneut in die Straße fließen – beim Umweltverbund - (dem Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr) kommt deutlich weniger an. Michael Müller-Görnert, der verkehrspolitische Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert. "Die Verkehrswende ist eines der wichtigsten Projekte beim Klimaschutz; ohne sie wird es nicht möglich sein, das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Die Bundesregierung weiß das, aber sie ignoriert es. Schon in den vergangenen Jahren hat sie die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes gerissen, und 2023 wird das nicht anders sein. Die Verkehrs-Klimaziele für 2030 drohen krachend zu scheitern.

Auf dem Papier bekennt sich die Ampel zur nachhaltigen Mobilität, doch die Praxis sieht anders aus: Heute wird der Bundestag abermals mehr Mittel für das Auto freigeben als für Bahn und Rad zusammen. Die Investitionen in die Straße werden auf 11,5 Mrd. Euro erhöht, während sie für die Schiene bei rund 9,5 Mrd. verharren. Und für den Radverkehr stehen lediglich 561 Mio. Euro zur Verfügung, obwohl die Verkehrsministerkonferenz erst im Mai 1 Mrd. Euro pro Jahr als Ziel ausgegeben hatte.

Eigentlich hatte sich die Regierung vorgenommen, die Fahrgastzahlen der Bahn bis 2030 zu verdoppeln und den Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene von 18 auf 25 Prozent zu erhöhen. Dafür bräuchte es mindestens 1 Mrd. Euro zusätzlich im Jahr: Um das Schienennetz auszubauen, Engpässe zu beseitigen und neue Verbindungen zu schaffen. Doch der Bundeshaushalt finanziert das nicht – anders als den Straßenbau, der nach wie vor Priorität besitzt.

Mehr Geld wäre locker vorhanden, würden endlich die Steuerprivilegien für Autos und Flugreisen abgebaut, die von der Ampel nicht angetastet werden: Die ermäßigte Energiesteuer auf Diesel (8,2 Mrd. Euro), das Dienstwagenprivileg (4,4 Mrd.) oder eine Pendlerpauschale, die vor allem das Autofahren für Besserverdienende günstiger macht (6 Mrd.). Zudem erhebt der Staat weder eine Energiesteuer auf Kerosin (8,4 Mrd.) noch eine Mehrwertsteuer auf Auslandsflüge (4 Mrd.).

Das sind Subventionen für die umweltschädlichsten Verkehrsträger. Sie konterkarieren alles, was Mobilität klimaschonender macht. Dabei müsste der Verkehrshaushalt 2023 endlich erste Schritte gehen, damit wir bis 2030 die Mobilität erreichen können, die wir brauchen: resilient, ökologisch und sozial. Die Ampel – allen voran die Minister Lindner und Wissing ­– zementiert dagegen den Status-Quo. Sie klammert sich an den (Auto-)Verkehr der Gegenwart, auf Kosten einer lebenswerten Zukunft."

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news-4325 Fri, 18 Nov 2022 10:59:00 +0100 Intelligente Mobilität im Wohnquartier: VCD veröffentlicht Charta gemeinsam mit rund 50 Erstzeichnenden /service/presse/pressemitteilungen/intelligente-mobilitaet-im-wohnquartier-vcd-veroeffentlicht-charta-gemeinsam-mit-rund-50-erstzeichnenden Die Charta »Intelligente Mobilität im Wohnquartier« wurde gemeinsam mit Wohnungsunternehmen, Kommunen, Mobilitätsdienstleistern und Planenden auf den Weg gebracht, um klimafreundliche Mobilität im Wohnquartier zu verankern. Sie formuliert Leitlinien, wie Wohnen und Mobilität künftig zusammen geplant werden können. Das Ziel: Niemand soll mehr auf ein eigenes Auto angewiesen sein, um gut von A nach B zu kommen. Berlin, 18. November 2022. Die Verkehrswende beginnt genau dort, wo drei Viertel unserer Wege starten: vor der eigenen Haustür. Hier treffen wir jeden Tag eine wichtige Entscheidung: Mit welchem Verkehrsmittel komme ich am besten ans Ziel. Steige ich ins Auto oder nutze ich Bus, Bahn, das Fahrrad, Sharing-Angebote oder gehe ich zu Fuß. Eine gute Entscheidung können wir aber nur dann treffen, wenn Alternativen zum klimaschädlichen Auto einfach und bequem verfügbar sind. Deshalb hat der ökologische Verkehrsclub VCD im Rahmen des Projekts »Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität«, gemeinsam mit Wohnungsunternehmen, Kommunen, Mobilitätsdienstleistern, Architekt*innen und Stadtplanenden, die Charta »Intelligente Mobilität im Wohnquartier« auf den Weg gebracht. Rund 50 Erstzeichnende gehen gemeinsam voran und bekennen sich dazu, klimafreundliche Mobilitätsangebote in Quartieren künftig fest einzuplanen und bereitzustellen.

Thomas Mager, VCD-Bundesvorstand: »Wir alle wissen: Die Verkehrswende ist ein Mammutprojekt, das wir nur gemeinsam stemmen können – und müssen, wenn wir eine lebenswerte Zukunft haben wollen. Der Schlüssel dafür liegt im unmittelbaren Lebensraum der Menschen: im Wohnquartier. Denn nur wenn es direkt vor der Haustür gute Alternativen zum eigenen Auto gibt, können die Menschen frei wählen, wie sie mobil sein wollen - und eine klimafreundliche Wahl treffen.«

Das Erscheinen der Charta muss auch vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen betrachtet werden. Denn steigende Energie- und Baukosten, Materialknappheit und Fachkräftemangel setzen Wohnungsunternehmen und Kommunen unter hohen Druck. Umso bemerkenswerter, dass sich trotzdem so viele von ihnen mit ihrer Unterschrift für mehr Umweltschutz einsetzen. Mit der Charta sind die Unterzeichnenden nicht nur Wegbereiter für klimafreundliche Mobilität, sie senden auch ein klares Signal an die Bundesregierung, das Thema auf der politischen Agenda zu priorisieren. Denn Wohnen und Mobilität gehören zu den Sektoren, die die Umwelt am stärksten belasten. Um die CO2-Emissionen wirksam zu verringern, müssen sie daher zusammen geplant werden. Dafür braucht es, besonders in Krisenzeiten, die Unterstützung durch den Bund.

Die Veröffentlichung der Charta wurde initiiert vom VCD-Projekt »Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität«, das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird. Es bringt Wohnungsunternehmen, Kommunen, Planende und Mobilitätsdienstleister zusammen, um gemeinsam an intelligenten, umwelt- und sozialverträglichen Mobilitätskonzepten für Wohnquartiere zu arbeiten.

Mehr Informationen zur Charta »Intelligente Mobilität im Wohnquartier« und die Möglichkeit zur Unterzeichnung finden Sie hier:  intelligentmobil.de/charta
Pressefotos der Veranstaltung finden Sie hier: vcd.org/service/presse

Pressekontakt:
Nicola Krettek • Projektleiterin »Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität« • 030/28 03 51-30 • nicola.krettek@vcd.org

Jan Langehein, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV • Facebook: @vcdbundesverband • Instagram: @vcd_ev • LinkedIn: @VCD Bundesverband

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4320 Tue, 08 Nov 2022 10:41:57 +0100 Sparsam mobil: Drei Tipps, wie Sie Energie und Geld sparen können /service/presse/pressemitteilungen/sparsam-mobil-drei-tipps-wie-sie-energie-und-geld-sparen-koennen Besonders im Verkehr ist unser Energieverbrauch hoch. Wer aber bereit ist, seine Gewohnheiten etwas zu ändern, kann viel Energie sparen – und damit bares Geld. Der VCD gibt Verbrauchern drei Tipps an die Hand, die sich einfach und schnell umsetzen lassen. Berlin, 08. November 2022. In Zeiten von Energiekrise und steigenden Preisen ist klar: Wir müssen sparen. Gerade bei unserer Mobilität gibt es ein hohes Einsparpotential und einfache Änderungen können eine große Wirkung entfalten. Denn weniger Verbrauch ist gut für das Klima, die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Der ökologische Verkehrsclub VCD hat drei Tipps zusammengestellt, wie Menschen möglichst energiesparend mobil sein können, und ausgerechnet, wie viel weniger sie dadurch verbrauchen und bezahlen müssen.

1. Mit dem Auto: langsamer fahren
Je schneller man fährt, desto mehr Kraftstoff verbraucht ein Auto und desto mehr CO2 und Schadstoffe setzt es entsprechend frei. Wer langsamer fährt, spart nicht nur Sprit und damit bares Geld, sondern auch jede Menge CO2. Jeder eingesparte Liter Benzin entlastet das Klima um rund 2,5 kg CO2. Bei einem Tempolimit von 120 km/h auf der Autobahn, wie es der VCD fordert, würden die Emissionen laut aktuellen Zahlen des Umweltbundesamts insgesamt um jährlich 2 Millionen Tonnen CO2 reduziert. Das sind umgerechnet ca. 800 Millionen Liter Kraftstoff.

Sparpotential:
Wer auf der Autobahn 100 statt 120 km/h fährt, senkt den Verbrauch im Durchschnitt um bis zu 15 Prozent – beim aktuellen Spritpreis entspricht das auf 100 km etwa einer Ersparnis von 2,30 Euro. Wer 100 statt 160 km/h fährt, verbraucht im Durchschnitt bis zu 66 Prozent weniger und spart damit zwei Drittel des Kraftstoffs ein. Autofahrende können so auf 100 km knapp 10 Euro sparen.

2. Das Fahrrad nutzen
Fast zwei Drittel aller Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer. Auf diesen Strecken verbraucht der Wagen verhältnismäßig besonders viel Sprit, da der Motor noch nicht auf Betriebstemperatur ist. Gerade diese kurzen Strecken eignen sich für die Fahrt mit dem Fahrrad oder Pedelec. Und für längere Strecken bietet sich das S-Pedelec an. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h haben sie keinen Zeitverlust gegenüber Autos, die in den meisten Städten im Schnitt nur mit ca. 20 km/h vorankommen. Ein weiterer Pluspunkt: Die zeitintensive Parkplatzsuche entfällt.

Sparpotential:
Jeder Kilometer, den man mit dem Fahrrad statt mit dem Verbrenner-Pkw zurücklegt, spart im Schnitt etwa 185 g CO2 ein. Wer an jedem Arbeitstag 20 km mit dem Rad statt dem Auto zurücklegt (220 Tage), kann den durchschnittlichen CO2-Ausstoß pro Jahr um mehr als 800 kg verringern. Verbraucher könnten hier mehr als 300 Liter Kraftstoff einsparen, was bei den aktuellen Spritpreisen eine Ersparnis von mindestens 600 Euro im Jahr bedeuten würde. Obendrauf kommen zudem geringere Kosten durch weniger Verschleiß am Auto.

3. Geld sparen mit Bus und Bahn
Autofahren ist teurer als die meisten denken. Neben den Kosten an der Tankstelle, schlagen auch die Ausgaben für Versicherungen, Steuern und Reparaturen und der Wertverlust zu Buche. Wo das ÖPNV-Angebot stimmt und Radfahren sicher und komfortabel ist, können viele auf ein eigenes Auto verzichten. Und wenn man doch mal eines braucht, sind Carsharing oder ein Mietwagen die günstigere Option. Alles zusammen genommen ist das immer noch viel preiswerter als die hohen Kosten für einen eigenen Wagen.

Sparpotential:
Durchschnittlich 425 Euro im Monat kostet ein eigenes Auto. Ein Monatsticket für Bus und Bahn kostete dagegen bisher im Schnitt nur 80,60 Euro – und mit dem 49-Euro-Ticket wird es bald noch günstiger, mit den Öffentlichen unterwegs zu sein. Wer das eigene Auto abschafft, spart damit im Schnitt mehr als 4000 Euro pro Jahr.
 

Weiterführende Informationen

Mit dem VCD Kostenecheck können Sie vergleichen, wie viel unterschiedliche Verkehrsmittel im Schnitt kosten.

Die VCD Spritspartipps geben Verbrauchern einfach und schnell umzusetzende Empfehlungen an die Hand, wie sie effektiv Kraftstoff einsparen können.

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news-4318 Thu, 03 Nov 2022 09:50:17 +0100 „Ein Ticket allein reicht nicht“ – VCD fordert Ausbau-Offensive für Bus und Bahn /service/presse/pressemitteilungen/ein-ticket-allein-reicht-nicht-vcd-fordert-ausbau-offensive-fuer-bus-und-bahn Die Sonderministerpräsidentenkonferenz hat den Streit um die Finanzierung des 49-Euro-Tickets beigelegt; der Bund wird den Ländern zusätzliches Geld zur Verfügung stellen. Ein Sozialticket und ein Ausbaupaket für den ÖPNV wurden allerdings nicht beschlossen. Dazu erklärt die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Kerstin Haarmann:

„Wir freuen uns, dass die Sonder-MPK mit Kanzler Scholz und Minister Wissing den Weg für das 49-Euro-Ticket jetzt freigemacht hat. Das Ticket ist ein großer Schritt heraus aus dem Tarifzonen-Wirrwarr, das das Bus- und Bahnfahren in Deutschland bislang so kompliziert und oft teuer gemacht hat. Doch klar ist auch: Es ist nur ein erster Schritt. Ein neues Ticketmodell allein reicht nicht, um die Verkehrswende zu bewerkstelligen.

Was fehlt, ist zum einen ein Sozialtarif – günstig genug, damit Bus und Bahn für alle erschwinglich sind. Hier muss der Gesetzgeber schnell nachlegen: Wir brauchen ein Ticket für höchstens 30 Euro im Monat, das all jenen unbürokratisch zugutekommt, die sich 49 Euro nicht leisten können.

Außerdem fehlt vielerorts das ÖPNV-Angebot, um die Verkehrswende zu schaffen: In den Städten sind Busse und Bahnen oft überfüllt, auf dem Land fahren sie viel zu selten. Manche Linien verkehren derzeit eingeschränkt, weil es an Personal mangelt oder die Energiekosten zu hoch sind. Wenn wir diese Zustände überwinden wollen, brauchen wir eine Ausbau-Offensive. Und das heißt: Großangelegte Investitionen durch den Staat in Infrastruktur und Angebot.

15 Milliarden Euro im Jahr sind nötig, um die neuen Tickets zu finanzieren, Energie- und Personalkosten auszugleichen und den Ausbau des Angebots auf den Weg zu bringen. Uns ist bewusst, das ist viel Geld – aber wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, dann müssen wir jetzt beginnen, in die Mobilität der Zukunft zu investieren. Finanzieren können wir es durch den Abbau umweltschädlicher Subventionen, ohne den Staatshaushalt zusätzlich zu belasten.“

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news-4316 Fri, 28 Oct 2022 09:16:23 +0200 EU besiegelt Ende des Verbrenners ab 2035 und erteilt E-Fuels für Neufahrzeuge eine Absage /service/presse/pressemitteilungen/eu-besiegelt-ende-des-verbrenners-ab-2035-und-erteilt-e-fuels-fuer-neufahrzeuge-eine-absage
Berlin, 28. Oktober 2022.  Rat und Parlament der Europäischen Union haben sich heute auf neue CO2-Grenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge geeinigt. Den Beschluss kommentiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD:

„Das Ende des Verbrennungsmotors ist besiegelt. Neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge dürfen ab 2035 kein CO2 mehr emittieren. Damit ist ein wichtiger Schritt für mehr Klimaschutz im Verkehr vollzogen. Aus Klimasicht wäre ein Ausstiegsdatum bereits 2030 nötig gewesen. Aber auch so sendet die Entscheidung aus Brüssel ein klares Signal in Richtung Elektroantrieb. Angesichts der Ankündigungen zahlreicher Autohersteller, bereits vor 2030 größtenteils auf Elektro umzustellen, ist der EU-Beschluss reine Formsache – könnte man meinen.

Doch einige setzen nach wie vor auf E-Fuels, um den Verbrenner zumindest teilweise noch irgendwie am Leben zu erhalten. Besonders die FDP hat sich als hartnäckiger Verteidiger des Verbrenners aufgeschwungen, und wollte auch E-Fuels in der Regelung verankern. Dem sind die Parlamentarier und die Mehrheit der Mitgliedsstaaten nicht gefolgt. Gut so. Es ist lediglich ein unverbindlicher Prüfauftrag enthalten, wie ausschließlich mit E-Fuels betankte Fahrzeuge außerhalb der Regelung zugelassen werden können. E-Fuels sind ineffizient und teuer und absehbar nur in geringen Mengen verfügbar. Damit sind sie keine Lösung für den Straßenverkehr.“
 

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news-4310 Thu, 20 Oct 2022 11:03:34 +0200 Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“: 1,3 Millionen Kilometer für den Klimaschutz /service/presse/pressemitteilungen/jugendkampagne-fahrrad-fuers-klima-auf-tour-13-millionen-kilometer-fuer-den-klimaschutz In den vergangenen sechs Monaten sind bei dem Projekt „FahrRad!“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD und der AKTIONfahrRAD erneut tausende Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz aufs Rad umgestiegen. Insgesamt haben sie mehr als 1,3 Millionen Kilometer zurückgelegt, was einer Entfernung von 34 Erdumrundungen entspricht. Berlin, 20.10.2022. Vierunddreißig Mal sind sie um die Erde geradelt: Im Rahmen der Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD und der AKTIONfahrRAD (AfR) sind die rund 8.000 Teilnehmenden kräftig für den Klimaschutz in die Pedale getreten. Zwischen März und September haben sie mehr als 1,3 Millionen Kilometer zurückgelegt und so mehr als 190 Tonnen CO2 eingespart. Der diesjährige Hauptgewinn des Wettbewerbs von 500 Euro für die Klassenkasse geht an die Klasse 7c des Herbartgymnasiums Oldenburg.

Stephanie Päßler, VCD-Projektleiterin von „FahrRad!“: „Mit der Jugendkampagne erreichen wir jedes Jahr tausende Kinder und Jugendliche, die sich zusammen für den Klimaschutz engagieren und ihre Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Das ist gut für die Umwelt, aber auch für die jungen Menschen: sie werden unabhängiger und profitieren außerdem von mehr Bewegung im Alltag. Doch damit noch viel mehr von ihnen das Fahrrad für ihre täglichen Wege nutzen können, fehlen vielerorts die richtigen Bedingungen. Der VCD fordert daher in der Stadt und auf dem Land ein dichtes und sicheres Radwegenetz.“

Um unsere Straßen für Radfahrende sicherer zu machen, braucht es im ersten Schritt eine grundlegende Reform des Straßenverkehrsgesetzes. Diese muss die Schutzbedürftigkeit von Kindern in den Mittelpunkt stellen und die Vision Zero – null Verkehrstote – zum Ziel haben. Im zweiten Schritt muss darauf aufbauend die StVO reformiert werden, um mehr Gestaltungsfreiheit für Länder und Kommunen zu schaffen. Dann können endlich flächendeckend kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen umgesetzt werden, nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen.

Jakob Blasel, Klima-Aktivist, Mitbegründer der deutschen Fridays-For-Future-Bewegung und Botschafter von „FahrRad!“, war im Juni in Berlin und hat mit Jugendlichen der Carl-von-Ossietzky-Gemeinschaftsschule aus Berlin-Kreuzberg diskutiert, was passieren muss, damit Kindern und Jugendlichen der Aufstieg aufs Fahrrad erleichtert wird: „Damit mehr Kinder und Jugendliche aufs Rad steigen, muss Radfahren Spaß machen und sicher sein. Wir brauchen gute, klar abgetrennte und ausreichend breite Radwege. Außerdem sollte jedes Kind Zugang zu einem Fahrrad haben - denn manche Familien können sich die Anschaffung nicht leisten. Hier braucht es tatkräftige Unterstützung von den Schulen und vom Land.“

Eine für alle Altersklassen zugängliche Radfahrausbildung wird in Deutschland bisher nur an wenigen Schulen angeboten. Auch schlechte Radwege und das morgendliche Elterntaxi-Chaos vor den Schulen schrecken ab. Zuletzt hat eine repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass fast ein Drittel der Grundschul-Lehrer*innen mindestens wöchentlich eine gefährliche Situation vor ihrer Schule erlebt – verursacht durch Eltern, die ihr Kind mit dem Auto bringen.

Ulrich Fillies, Vorsitzender des Beirats von AfR: „Glücklicherweise haben viele Verwaltungen, Behörden und Ministerien die Relevanz des Fahrrads verstanden und legen Programme zu dessen Förderung auf. Für die Schulen bedeutet das, dass die Zeit nie günstiger war als jetzt, Radprojekte anzugehen.“

Mehr zur Aktion „FahrRad!“:

Bei der jährlich stattfindenden Aktion können sich Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren mit ihren Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien zwischen März und Ende August unter klima-tour.de anmelden. Jeder geradelte Kilometer kann auf dem Online-Portal eingetragen werden. Das bringt die teilnehmenden Gruppen gleichzeitig auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. An 18 Stationen auf der Online-Tour werden Fahrrad- und Klimathemen jugendgerecht präsentiert. Außerdem gibt es Mitmachaktionen und Quizfragen. Für die Kombination aus richtigen Antworten und gesammelten Fahrradkilometern können als Hauptgewinn bis zu 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und weiteres Equipment für kommende Radausflüge gewonnen werden. Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter*innen finden auf der Webseite Unterrichtsmaterialien und Aktionsideen aus den Bereichen Fahrrad, Klimaschutz und Mobilitätsbildung. Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation mit der »AKTIONfahrRAD«.

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news-4307 Tue, 18 Oct 2022 15:10:19 +0200 Ministerpräsidentenkonferenz muss Weg freimachen für attraktiven und bezahlbaren ÖPNV /service/presse/pressemitteilungen/ministerpraesidentenkonferenz-muss-weg-freimachen-fuer-attraktiven-und-bezahlbaren-oepnv Vergangene Woche haben die Verkehrsminister*innen von Bund und Ländern ein bundesweit gültiges 49-Euro-Ticket beschlossen. Auf eine Finanzierung haben sie sich allerdings noch nicht geeinigt – darüber soll morgen die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) entscheiden. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert von dem Gremium nicht nur, diese Frage zu klären, sondern auch weitere Schritte in Richtung einer sozialen Verkehrswende zu gehen. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die MPK auf, den Streit um die Finanzierung des 49-Euro-Tickets beizulegen und weitere Entscheidungen für eine soziale Verkehrswende zu treffen. Der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Michael Müller-Görnert, sagte: „Angesichts der Klimakrise brauchen wir so bald wie möglich nachhaltige und bezahlbare Mobilitätsangebote für alle – dafür stehen Bund und Länder gemeinsam in der Verantwortung. Deshalb muss Schluss sein mit dem Ringen darum, wer wieviel Geld beiträgt.” 

Das 49-Euro-Ticket begrüßt der VCD als wichtige Weichenstellung. Allein reiche es aber nicht aus, um den öffentlichen Verkehr für alle erschwinglich zu machen, so Müller-Görnert: „Auch wer wenig Geld hat, muss sich ein Ticket leisten können. Um das zu ermöglichen, fordern wir die MPK auf, zusätzlich Sozialtickets für maximal 29 Euro im Monat einzuführen. Das ist ein Gebot der Gerechtigkeit.” 

Über das 49-Euro-Ticket hinaus fordert der VCD auch mehr Geld für den Ausbau des Bus- und Bahnangebots. „Das Ticket allein nützt mir nichts, wenn ich auf dem Land lebe und der Bus nicht kommt”, so Müller-Görnert. Für Ausbau, Ticket und den Ausgleich höherer Energie- und Personalkosten veranschlagt der VCD zusätzlich etwa 15 Mrd. Euro pro Jahr. „Das sind Investitionen in die Zukunft, auf die wir nicht verzichten können, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen.” 

Damit dieses Geld optimal verwendet wird, fordert der VCD klare Regeln und effektive Kontrolle. Ein gutes Instrument hierfür sei ein Bundesmobilitätsgesetz, wie der Verband es vorschlägt. Ein solches Gesetz würde die Länder auf bundesweite Erschließungs- und Qualitätsstandards für den ÖPNV verpflichten, ihnen im Gegenzug aber auch die nötigen Mittel garantieren.

Zum Hintergrund: Mehr Informationen zum Bundesmobilitätsgesetz finden Sie hier auf der Website des VCD.

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news-4301 Thu, 13 Oct 2022 16:38:30 +0200 49-Euro-Ticket: Fortschritt für die Verkehrswende, aber für viele zu teuer /service/presse/pressemitteilungen/49-euro-ticket-grosser-fortschritt-fuer-die-verkehrswende-aber-fuer-viele-zu-teuer Die Verkehrsministerkonferenz endete heute mit einer Einigung zu einem Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket. Die Vorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Kerstin Haarmann, begrüßt den Kompromiss zwischen Bund und Ländern, fordert aber auch ein ergänzendes Sozialticket und Junge-Leute-Ticket für maximal 29 Euro pro Monat. Berlin, 13. Oktober 2022. „Die Einigung auf ein deutschlandweit gültiges Ticket für 49 Euro im Monat ist ein großer Fortschritt - sowohl für die Fahrgäste, als auch für die Verkehrswende insgesamt. Endlich wird der undurchsichtige Tarifdschungel durch ein deutschlandweit gültiges Ticket ersetzt“, so Haarmann.

49 Euro pro Monat ist für Pendler*innen ein guter Preis. Für viele ist das neue Ticket jedoch schlicht zu teuer. Gerade für Menschen mit wenig Geld bedeutete das 9-Euro-Ticket eine nie dagewesene Form von Freiheit und Mobilität. Mit dem aktuellen Modell blieben sie weiter abgehängt. Daher fordert der VCD: Es muss auch ein monatlich erhältliches Sozialticket sowie ein vergünstigtes Ticket für Schüler*innen und Azubis für maximal 29 Euro pro Monat geben. Außerdem sollten Kinder mindestens bis zum 10. Lebensjahr im Nah- und Regionalverkehr generell kostenlos fahren können. 

“Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass das Ticket tatsächlich zum Jahreswechsel kommt und für alle bezahlbar ist”, stellt Haarmann klar. 

Pressekontakt:
Jan Langehein, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV • Facebook: @vcdbundesverband • Instagram: @vcd_ev • LinkedIn: @VCDBundesverband


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-4300 Thu, 13 Oct 2022 09:44:26 +0200 Kidical Mass-Bündnis übergibt Petition mit 87.463 Unterschriften für ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht an Minister Wissing /service/presse/pressemitteilungen/kidical-mass-buendnis-uebergibt-petition-mit-87463-unterschriften-fuer-ein-kinderfreundliches-strassenverkehrsrecht-an-minister-wissing Zu Beginn des zweiten Tages der Verkehrsministerkonferenz in Bremerhaven haben heute Kinder und Familien des Kidical Mass-Bündnisses die Petition „Uns gehört die Straße! Wir fordern ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht“ an Bundesverkehrsminister Volker Wissing und die Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister der Bundesländer übergeben. Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Sichere und gut ausgebaute Radwegenetze sind hierzulande noch immer größtenteils Utopie. Und wenn Kommunen das ändern wollen, legt ihnen unsere aktuelle StVO Steine in den Weg. Denn sie ist in großen Teilen veraltet und in erster Linie darauf ausgelegt, den Autoverkehr so reibungslos wie möglich zu machen. Deshalb brauchen wir dringend eine Reform hin zu einem Straßenverkehrsrecht, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht das Auto. Dass so viele Menschen unsere Petition unterzeichnet haben, macht deutlich, wie weit verbreitet der Wunsch nach Veränderung ist. Der VCD fordert ohnehin schon länger ein Bundesmobilitätsgesetz, mit dem der Verkehr ganz grundsätzlich an übergeordneten Zielen wie Klima- und Gesundheitsschutz, sowie Verkehrssicherheit ausgerichtet werden kann.“

Simone Kraus, Kidical Mass-Organisatorin: „Seit Jahren wird von Verkehrswende geredet, doch es passiert viel zu wenig. Wir passen unsere Kinder an eine Umwelt mit immer mehr Autos an und stecken sie in Warnwesten, anstatt die Infrastruktur zu verbessern. Damit die Verkehrswende gelingt, ist es wichtig, dass sich alle Menschen auf dem Rad und zu Fuß sicher fühlen können. Wir brauchen ein Straßenverkehrsrecht, bei dem die ungeschützten Verkehrsteilnehmer*innen Vorfahrt haben – vor allem die Kinder. Davon profitieren wir alle. Wir müssen endlich die Rahmenbedingungen ändern, damit die Kommunen maximale Freiheiten zum Handeln bekommen. Jetzt ist es an der Politik und vor allem an Bundesverkehrsminister Volker Wissing, diese Forderungen in die Tat umzusetzen, so wie es im Koalitionsvertrag steht. Wir brauchen endlich ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht.“

Bundesweite Kinder-Fahrraddemos

An zwei Wochenenden im Mai und September diesen Jahren gingen 90.000 Kinder und Familien auf die Straße und forderten bei über 400 bunten Fahrraddemos in kleinen und großen Städten eine kinderfreundliche Verkehrspolitik. Insgesamt konnte das Kidical Mass-Bündnis dabei 87.463 Unterschriften für die gemeinsame Petition sammeln. Bereits bei der Kidical Mass im September nahmen Verkehrsminister*innen und Senator*innen in Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Saarbrücken die Petition entgegen. Damit gelangte die Forderung auch auf die Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz, die gestern und heute in Bremerhaven stattfindet.

Sichere Wege für Kinder sind das Ziel

Anliegen der Petition ist die Abkehr vom autozentrierten Straßenverkehrsgesetz hin zu einem Verkehrsrecht, das die Sicherheit von Kindern und den Klimaschutz in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehört, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts einzuführen, den unkomplizierten Bau geschützter oder baulich getrennter Radwege an Hauptverkehrsstraßen zu ermöglichen sowie die Möglichkeit, Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr einzurichten, um Kinder besonders auf dem Schulweg zu schützen. Denn leider passieren genau zu Schulbeginn und Schulende die meisten Verkehrsunfälle, bei denen Kinder verletzt und getötet werden.

 

Über das Kidical Mass Aktionsbündnis

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Die Kidical Mass setzt sich für kinder- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden ein. Herzstück des Aktionsbündnisses sind mehr als 300 lokale Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk – dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark. Unterstützt wird es von den überregionalen Partner*innen: ADFC, Campact, Changing Cities, Clean Cities Campaign, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, Pro Velo Schweiz und VCD.

 

Hinweise an Redaktionen:

Unsere Pressemitteilung mit Themenfotos gibt es in unserem Pressebereich. Weitere Informationen finden sich auf der Aktionswebsite www.kinderaufsrad.org.

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news-4298 Wed, 12 Oct 2022 08:00:00 +0200 Verkehrsministerkonferenz tagt – Bündnis „ÖPNV braucht Zukunft“ fordert Milliarden-Investitionen /service/presse/pressemitteilungen/verkehrsministerkonferenz-tagt-buendnis-oepnv-braucht-zukunft-fordert-milliarden-investitionen
Berlin, 12. Oktober 2022. Das Bündnis „ÖPNV braucht Zukunft“ fordert von der heute stattfindenden Verkehrsministerkonferenz klare Entscheidungen, um die überfällige Mobilitätswende einzuleiten. „Wenn wir dem Klimawandel entgegenwirken wollen, müssen wir auf nachhaltige Mobilität umstellen – und das geht nur, wenn der Bus- und Bahnverkehr endlich modernisiert, ausgebaut und attraktiver gemacht wird“, so das Bündnis, dem Gewerkschaften, Umweltverbände und zivilgesellschaftliche Gruppen angehören. Dazu gehöre auch, dass sich Bund und Länder auf eine Nachfolge für das 9-Euro-Ticket einigen.

Das Bündnis fordert ein ÖPNV-Angebot, das soziale und ökologische Mobilität für alle ermöglicht. Bezahlbare und einfache Tickets sieht es als wichtigen Baustein, der allein jedoch nicht ausreicht. Nur mit hohen und dauerhaften Investitionen in Erhalt und Ausbau der Infrastruktur, Barrierefreiheit, Personal und Fahrzeuge könne das Angebot so ausgeweitet werden, dass es die Mobilitätswende voranbringen kann. Dafür müssten Bund und Länder jetzt das Geld bereitstellen. Das Bündnis geht von einem zusätzlichen Bedarf von 15 Milliarden Euro pro Jahr aus, um die Zahl der Fahrgäste bis 2030 zu verdoppeln.

Wegen der hohen Energie- und Rohstoffpreise ist die Lage des ÖPNVs aktuell angespannt. Zudem führt eine marode Infrastruktur zu Verspätungen und Ausfällen. Zentral ist aber der Mangel an Personal: Den Verkehrsunternehmen fällt es immer schwerer, freie Stellen neu zu besetzen, gleichzeitig steigen die Krankenstände. Schon heute fehlen bundesweit tausende Fahrerinnen und Fahrer. Zu wenige wollen die weiter steigenden Arbeitsbelastungen für einen vergleichsweise geringen Lohn übernehmen. Die Folge dieser Missstände: Vielerorts wurden bereits Fahrpläne ausgedünnt und ganze Linien eingestellt. Deshalb fordert das Bündnis von Bund und Ländern, noch in diesem Jahr zusätzliche Mittel für die Finanzierung des ÖPNV und für bessere Arbeitsbedingungen bereitzustellen.

Für die Mobilitätswende muss der ÖPNV attraktiver werden, so das Bündnis – das zeige auch die positive Bewertung der Fahrgäste, die den öffentlichen Personennahverkehr mit dem 9-Euro-Ticket verstärkt genutzt hätten: Je günstiger, einfacher und einheitlicher ein Nahverkehrsticket, desto mehr Schwung komme in die Mobilitätswende. Ohne einen Ausbau von Bus und Bahn und ohne Investitionen ins Personal sei das jedoch nicht machbar.

Zum Bündnis „ÖPNV braucht Zukunft“ gehören: attac, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V., Changing Cities e.V., Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), NaturFreunde Deutschlands, VCD Verkehrsclub Deutschland e. V. und ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

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news-4291 Thu, 06 Oct 2022 10:52:09 +0200 Endlich Grenzwerteinhaltung: Deutsche Umwelthilfe, ökologischer Verkehrsclub VCD und Landeshauptstadt München schließen Vergleich für Saubere Luft /service/presse/pressemitteilungen/endlich-grenzwerteinhaltung-deutsche-umwelthilfe-oekologischer-verkehrsclub-vcd-und-landeshauptstadt-muenchen-schliessen-vergleich-fuer-saubere-luft Nach elf Jahren Grenzwertüberschreitung beim Dieselabgasgift Stickstoffdioxid und Weigerung des Freistaats, Gerichtsurteile zu beachten, konnte nun ein Maßnahmenpaket für die Saubere Luft in München vereinbart werden. Dieselfahrverbote kommen nun ab dem 1. Februar 2023 in der gesamten Innenstadt sowie auf dem Mittleren Ring. Der Einsatz für Saubere Luft geht weiter: Ein Fahrplan für die von der WHO geforderte Verschärfung der europäischen Luftreinhalterichtlinie mit deutlich geringerem Partikel- und NO2-Grenzwert wird noch im Oktober veröffentlicht. In den gerichtlichen Verfahren für Saubere Luft des ökologischen Verkehrsclubs VCD sowie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen die Landeshauptstadt München haben sich die Beteiligten auf einen Vergleich geeinigt. Damit ist die Grenzwerteinhaltung für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) in der deutschlandweit am stärksten belasteten Stadt endlich in Sicht.

Neben vielfältigen Bemühungen der Stadt zur Verbesserung des Bus- und Bahn-Angebots sowie der Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr werden nun großräumig Dieselfahrverbote eingeführt, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Zum 1. Februar 2023 wird die bestehende Umweltzone auf den Mittleren Ring ausgeweitet und durch ein Fahrverbot für Fahrzeuge bis einschließlich Diesel Euro 4/IV verschärft. Ab dem 1. Oktober 2023 gilt das Fahrverbot auch für Euro 5/V Diesel. Dabei werden anfangs Ausnahmen für den Lieferverkehr, Handwerksbetriebe sowie Anwohnerinnen und Anwohner zugelassen. Ab dem 1. April 2024 müssen diese Ausnahmen einzeln beantragt werden. Eine neue Busspur auf der Landshuter Allee ergänzt das Konzept.

Ein Gutachten zu insgesamt 15 Maßnahmen und Maßnahmenpaketen zeigte, dass die Grenzwerteinhaltung ausschließlich durch umfassende Dieselfahrverbote gelingen kann. Jede andere in Betracht kommende Maßnahme hätte die rechtswidrigen Zustände über Jahre hinaus verlängert.

Dazu Christoph von Gagern, 1. Vorsitzender des VCD-Kreisverbands München: „Die Vergleichsgespräche mit der Landeshauptstadt München waren erfolgreich. Wir haben erreicht, dass nun endlich Maßnahmen ergriffen werden, um die bereits seit 2010 geltenden NO2-Grenzwerte einzuhalten. Vor allem die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner, auch an der Landshuter Allee, werden dies zu schätzen wissen.“

Und Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Seit nunmehr zwölf Jahren betreibt der Freistaat eine Klientelpolitik für seine Automobilhersteller und gegen seine Bürgerinnen und Bürger. Im ganzen Bundesgebiet außerhalb Bayerns haben wir in insgesamt über 40 Klageverfahren die Saubere Luft und damit die Einhaltung der Grenzwerte für das Dieselabgasgift durchgesetzt. Allein die bayerische Staatsregierung zeigte trotz mehrfacher Verurteilungen keinerlei Willen, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger ausreichend zu schützen. Nachdem sogar der Europäische Gerichtshof über eine Zwangshaft gegen den Ministerpräsidenten entscheiden musste, änderte der Freistaat die Zuständigkeiten für die Luftreinhaltung, sodass nunmehr die Städte zuständig sind. Mit der Landeshauptstadt München kehrte eine sachliche und lösungsorientierte Diskussionskultur ein. Ich freue mich, dass wir in unseren Vergleichsgesprächen mit der Landeshauptstadt München endlich Maßnahmen beschließen konnten, mit denen der Grenzwert bald eingehalten wird. Da zu erwarten ist, dass es im Jahr 2023 noch zu Grenzwertüberschreitungen kommen wird, ist uns die Zustimmung zu dem Vergleich nicht leichtgefallen. Die konstruktive Diskussion mit der Landeshauptstadt und die schnelle Umsetzung von Diesel-Fahrverboten als wirksamste Maßnahme haben uns jedoch davon überzeugt, dass der hier gewählte Weg der richtige ist.“

Remo Klinger, der den VCD und die DUH in diesen Verfahren vertritt: „Mehr als zehn Jahre rechtswidriger Zustände in München haben ein Ende. Dass dafür erst die Zuständigkeit für die Luftreinhaltung von der Landesregierung auf die Stadt übertragen werden musste, ist beschämend für das Rechtsstaatsverständnis der bayerischen Staatsregierung.“

Die Vereinbarung tritt erst nach dem Beschluss des Münchner Stadtrates in Kraft. Sobald die 8. Fortschreibung des Luftreinhalteplans der Landeshauptstadt München mit allen im Vergleich enthaltenen Maßnahmen in Kraft tritt, werden der VCD sowie die DUH ihre jeweiligen Verfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof sowie dem Bayerischen Verwaltungsgericht München für erledigt erklären. Unsere Arbeit geht nun in die nächste Runde: Noch in diesem Jahr erwarten wir den Fahrplan der Europäischen Union für die seit Jahren überfällige Verschärfung der europäischen Luftreinhalterichtlinie mit einem Grenzwert für Stickstoffdioxid, der deutlich unter dem jetzigen Jahresgrenzwert liegt.

Zum Hintergrund: Der VCD hatte ein verwaltungsgerichtliches Verfahren gegen den Freistaat Bayern angestrengt, bei dem die Landeshauptstadt München als Beigeladene beteiligt war. Nach der Änderung der Zuständigkeit für die Luftreinhalteplanung ist der Freistaat Bayern kein Beteiligter dieses Rechtsstreits mehr, die Klage richtete sich nun gegen die Landeshauptstadt München. Das Verfahren ist bei dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof unter dem Aktenzeichen 22 B 18.1952 anhängig.

Die DUH hat verschiedene Vollstreckungsverfahren gegen den Freistaat Bayern wegen eines gegen den Freistaat erstrittenen rechtskräftigen Urteils des Bayerischen Verwaltungsgerichts München vom 9. Oktober 2012 – M 1 K 12.1046 – geführt (BayVGH 22 C 18.583 u.a.). Zuletzt wurde darüber gestritten, ob die Verpflichtungen aus dem rechtskräftigen Urteil auf die Landeshauptstadt München übergegangen sind. Aufgrund einer Änderung des Bayerischen Immissionsschutzgesetzes ging zum 1. Juni 2021 die Zuständigkeit für die Erstellung von Luftreinhalteplänen auf Gemeinden in Bayern mit mehr als 100.000 Einwohnern und damit auch auf die Landeshauptstadt München über.

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news-4289 Sun, 02 Oct 2022 13:32:00 +0200 VCD wählt neue Doppelspitze – Delegierte stellen Forderungen an Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung /service/presse/pressemitteilungen/vcd-waehlt-neue-doppelspitze-delegierte-stellen-forderungen-an-klimaschutz-sofortprogramm-der-bundesregierung Der ökologische Verkehrsclub VCD hat auf seiner Bundesdelegiertenversammlung (BDV) in Frankfurt scharfe Kritik an der Bundesregierung geübt: Der Klimaschutz verfehle seine Ziele, wenn die Verkehrswende nicht endlich angepackt werde, heißt es in einer fast einstimmig verabschiedeten Resolution. Außerdem hat die Versammlung eine neue Doppelspitze gewählt: Die bisherige Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann wurde im Amt bestätigt, neuer Co-Vorsitzender ist der Bahnexperte Matthias Kurzeck. Frankfurt, 2. Oktober 2022. Wenn die Verkehrswende nicht endlich in Angriff genommen wird, wird Deutschland beim Klimaschutz versagen – diese Sorge prägte am Wochenende die Bundesdelegiertenversammlung (BDV) des ökologischen Verkehrsclubs VCD in Frankfurt am Main: „Ohne Verkehrswende werden die verbindlichen Vorgaben aus dem Klimaschutzgesetz verfehlt. Die bisher vorgesehenen Maßnahmen aus dem Bundesverkehrsministerium reichen dafür bei Weitem nicht aus“, heißt es in einer Resolution, die die Versammlung mit großer Mehrheit beschloss.

Um diese Blockade zu überwinden, stellt der Verband fünf zentrale Forderungen an das Klimaschutz-Sofortprogramm des Bundes. An erster Stelle stehen der flächendeckende Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und eine günstige Nachfolge für das 9-Euro-Ticket. 15 Milliarden Euro Investitionen pro Jahr hält der VCD für notwendig, um diese Ziele zu erreichen. Der Fern- und Güterverkehr der Bahn soll gestärkt werden.

Außerdem fordert der Verband ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen. Innerorts und auf Landstraßen soll die Höchstgeschwindigkeit künftig auf 30 bzw. 80 km/h begrenzt werden. Der Straßen-Neubau soll generell auf den Prüfstand. Die Luftverkehrsteuer will der VCD merklich erhöhen.

Die wiedergewählte Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann sagte: „Die Maßnahmen der Bundesregierung sind dem Ernst der Lage nicht angemessen. Die Klimakrise spitzt sich immer mehr zu und verträgt keinen weiteren Aufschub oder halbherzige Kompromisse. Das gilt besonders im Verkehr! Wenn wir es jetzt nicht schaffen, konsequent in die Verkehrswende zu starten, werden wir unsere Ziele im Klimaschutz nicht erreichen.“

Ergebnisse der Vorstandswahl: Der VCD hat auf seiner Delegiertenversammlung einen neuen Bundesvorstand gewählt. Die bisherige Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann wurde mit über 90 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Ihr zur Seite steht künftig der Bahnexperte Matthias Kurzeck als neuer Co-Vorsitzender. Kurzeck erhielt 84 Prozent der Stimmen. Schatzmeister bleibt Thomas J. Mager. Weitere Mitglieder des siebenköpfigen Vorstands sind Monika Zimmermann, Sylvia Lier, Martin Tönnes und Andreas Weinrich.

Die Resolution der BDV finden Sie hier.

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news-4288 Fri, 30 Sep 2022 10:09:00 +0200 Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“: Zehntausende Familien sagen „Adieu Elterntaxi!“ – Gewinnerprojekte aus Eislingen/Fils, Tawern und Amberg /service/presse/pressemitteilungen/aktionstage-zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten-zehntausende-familien-sagen-adieu-elterntaxi-gewinnerprojekte-aus-eislingen-fils-tawern-und-amberg Großer Erfolg für die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“! Unter dem Motto „Für Kinder und Umwelt: Adieu Elterntaxi!“ haben zehntausende Kinder aus Schulklassen und Kitagruppen in ganz Deutschland mitgemacht. Vom 19. bis zum 30. September blieb das Auto stehen und die Kinder kamen selbstständig zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zur Schule und zum Kindergarten. Die vom ökologischen Verkehrsclub VCD und dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) organisierten Aktionstage enden heute. Berlin, 30. September 2022. Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) freuen sich über eine große Beteiligung an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule“. Zwei Wochen lang haben Kinder an Grundschulen und Kindergärten bundesweit ausprobieren können, wie schön es sein kann, den Schulweg selbstständig zu bestreiten: zu Fuß, mit dem Rad oder Roller. Eine vor kurzem von den Verbänden veröffentlichte forsa-Studie hat gezeigt, dass ein Drittel der Grundschullehrkräfte in Deutschland mindestens wöchentlich gefährliche Situationen erlebt, die durch das Elterntaxi verursacht werden. Umso wichtiger sind also Initiativen, die Eltern und Kindern Alternativen zum Bringen mit dem Auto näherbringen.

Die an den Aktionstagen teilnehmenden Schulen und Kindergärten haben sich viele kreative Aktionen einfallen lassen. Die besten Projektideen zeichnen die Verbände mit Bewegungssets und Spielen aus. Der erste Platz geht an die Silcherschule in Eislingen/Fils (Baden-Württemberg). Dort werden in diesem Herbst im Rahmen von Aktionstagen ein überdachter Fahrradparkplatz gebaut und gemeinsam mit der Stadt ein „Küss-und-Tschüss-Parkplatz“ eingerichtet. Den zweiten Platz belegt die Kindertagesstätte St. Peter und Paul in Tawern (Rheinland-Pfalz). Dort wurden ein großer Laufrad- und Roller-Parcours aufgebaut und Fußabdrücke von allen Familienmitgliedern hergestellt und rund um die Kita aufgehängt. Der dritte Platz geht an das Kinderhaus DigiMINTKids in Amberg (Bayern). Dort wurden die Familien eingeladen, über die Amberg-Kinder-App Eindrücke von ihrem Weg ins Kinderhaus zu visualisieren und zu beschreiben, um diese so zu reflektieren und daraus resultierende Verbesserungsideen an die zuständigen Stellen in Politik und Verwaltung weiterzuleiten.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Die Aktionstage bieten Familien eine wunderbare Gelegenheit, aus ihrem Alltag auszubrechen und neue Formen des Schulwegs auszuprobieren. Und die Kinder profitieren von der Bewegung am frühen Morgen, können ihre Umgebung besser erkunden und den Weg zur Schule gemeinsam mit Freundinnen und Freunden erleben. Denn jedes Elterntaxi weniger macht die Straßen für alle sicherer.“

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Die vielen tollen Projekte während der Aktionstage zeigen, dass Kinder eine sehr gute Einschätzung davon haben, was sie für einen sicheren Weg zur Schule oder in die Kita brauchen. Zum Beispiel weniger chaotische Zustände vor den Eingängen, indem weniger Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder zur Kita bringen. Eltern können sich an den Kindern ein Beispiel nehmen und lernen, dass Zufußgehen Spaß macht und das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.“

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE: „Die Aktionstage haben auch in diesem Jahr wieder auf kreative und motivierende Art und Weise gezeigt, dass es möglich ist, mit kleinen Schritten die Lust von Kindern am Laufen und die Sicherheit auf dem Weg zur Schule und zum Kindergarten zu steigern. Die jüngst von VCD, DKHW und VBE beauftragte forsa-Umfrage macht deutlich: Abseits solch wichtiger Initiativen braucht es große Schritte der Politik. Sie muss dringend benötigte bedarfsgerechte verkehrspolitische Maßnahmen vor Ort umsetzen, damit die Sicherheit von Kindern nachhaltig erhöht wird.“

Die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ standen unter der Schirmherrschaft von Karin Prien, Präsidentin der Kultusministerkonferenz.

 

Weitere Informationen:

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“: zu-fuss-zur-schule.de
forsa-Umfrage „Sicherer Schulweg“: vcd.org/artikel/umfrage-kinder-sicher-zur-schule
Tipps für den sicheren Schulweg: vcd.org/stelbststaendige-mobilitaet-kinder

 

Pressekontakt:

VCD Anne Fröhlich, Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

DKHW Uwe Kamp, Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • presse@dkhw.de • www.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

VBE Lars von Hugo, Referent Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation • Telefon 030/7261966-14 • presse@vbe.de • www.vbe.de

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news-4285 Sun, 25 Sep 2022 18:46:15 +0200 "Straßen sind für alle da“ /service/presse/pressemitteilungen/strassen-sind-fuer-alle-da Zehntausende Menschen fordern auf den Kidical Mass Fahrraddemos in über 200 Städten mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr Berlin, 25. September 2022. Zehntausende Kinder, Jugendliche, Familien und Freund*innen machten sich am Wochenende bei der weltweiten Kidical Mass für mehr Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr stark. In über 200 kleinen und großen Städten forderten die Menschen eine kinderfreundliche Verkehrspolitik. Im Rahmen der Kidical Mass Demonstration wurden über 84.000 Unterschriften der Petition „Uns gehört die Straße! Wir fordern ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht“ an verkehrspolitische Entscheidungsträger*innen übergeben. „Straßen sind für alle da“, betonte Anouk, 9 Jahre, aus Köln bei der Übergabe der Petition an NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer. „Wir wollen, dass Städte für Kinder, und nicht nur für Autos da sind.“ ergänzte Krischer. Allein in Köln waren mehr als 2000 Menschen auf den Rädern. 

Kidical Mass-Organisatorin Simone Kraus: „Die große Zahl der Teilnehmenden macht überdeutlich, wie dringend sich viele Menschen mehr Sicherheit für Radfahrende und zu Fuß Gehende wünschen. Jetzt ist es an den Politiker*innen, diese Forderungen in die Tat umzusetzen, so wie es im Koalitionsvertrag steht. Wir brauchen endlich ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht.“

Das künftige Verkehrsrecht muss die Sicherheit von Kindern in den Mittelpunkt stellen, so die Forderung des Kidical Mass Bündnisses. Dazu gehört, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts einzuführen sowie den unkomplizierten Bau geschützter oder baulich getrennter Radwege an Hauptverkehrsstraßen zu ermöglichen. Die Sicherheit von Kindern und der Klimaschutz müssen in dem reformierten Straßenverkehrsrecht Vorrang vor dem Autoverkehr bekommen.

Das Kidical Mass Bündnis hatte für das Wochenende des 24. und 25. September zu bundesweiten Fahrraddemos aufgerufen. In vielen Orten standen Minister*innen, Bürgermeister*innen, Beigeordnete, Mitglieder des Verkehrsausschusses des Bundestages und des Deutsches Städtetages für eine Petitionsübergabe bereit. Dazu zählten unter anderem die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz Maike Schaefer in Bremen, die Verkehrssenatorin Bettina Jarasch in Berlin, NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer für NRW in Köln, Verkehrssenator Anjes Tjarks in Hamburg sowie Thomas Dienberg, Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau in Leipzig, Elke Zimmer, Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und Petra Berg, Umwelt- und Verkehrsministerin in Saarbrücken.

Da der Hauptadressat Bundesverkehrsminister Volker Wissing an diesem Wochenende nicht bei der Kidical Mass dabei war, werden wir Ihn zu einer Petitionsübergabe im Rahmen der Verkehrsministerkonferenz Mitte Oktober einladen.

Das Aktionsbündnis wird dafür weiter aktiv Unterschriften sammeln. Das Kidical Mass Aktionsbündnis forderte die kommunalen Vertreter*innen auf, nicht auf das neue Verkehrsrecht zu warten, sondern ihren aktuellen Handlungsspielraum voll auszuschöpfen, so könnten sie beispielsweise schon jetzt die Schulwege sicherer gestalten und Schulstraßen einführen - viel mehr, als tatsächlich umgesetzt wird. Die Organisatoren betonen, kinder- und fahrradfreundliche Mobilität beginne vor Ort.

Aus Sicht der Organisatoren muss Verkehrsminister Wissing umgehend die Reform des Straßenverkehrsrechts auf den Weg bringen, so wie es der Koalitionsvertrag vorsieht .


Zitate der Organisationen des Kidical Mass Bündnisses:

Simone Kraus, Kidical Mass-Organisatorin: „Die große Zahl der Teilnehmenden macht überdeutlich, wie dringend sich viele Menschen mehr Sicherheit für Radfahrende und zu Fuß Gehende wünschen. Jetzt ist es an den Politiker*innen, diese Forderungen in die Tat umzusetzen, so wie es im Koalitionsvertrag steht. Wir brauchen endlich ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht.“

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Kindgerechte Straßen sind eine Einladung für Jung und Alt: zum Laufen und Radfahren, zum Spielen und sich begegnen. Die autogerechte Stadt ist nicht mehr zeitgemäß, sondern gefährlich, laut und platzraubend. Statt Straßen für Autos brauchen wir Straßen für Menschen.“

Rebecca Peters, ADFC-Bundesvorsitzende: „Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad und zu Fuß bewegen können – auf dem Weg zur Schule, zu Freundinnen und Freunden, zum Sportverein oder Spielplatz. Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Wir brauchen dringend kindertaugliche Radwegenetze, viel mehr Tempo 30 und Schulstraßen ohne Autoverkehr. Damit das vor Ort gelingt, muss Minister Wissing endlich das moderne Straßenverkehrsgesetz liefern, das der Koalitionsvertrag vorsieht.“

Annika Liebert, Campaignerin bei WeAct, der Petitionsplattform von Campact: „Kinder statt Blechlawinen: Das Kidical Mass Wochenende hat bewiesen, wie lebendig und sicher die Straßen aussehen könnten – wenn Bundesverkehrsminister Volker Wissing endlich die Mobilitätswende anschiebt."

Ragnhild Sørensen, Changing Cities: „Bekenntnisse zu kinderfreundlichen Straßen und sicherer Mobilität gibt es zuhauf. In der Realität kommt aber nichts an, im Gegenteil: In den 70ern liefen laut einer Forsa-Umfrage ca. 90 Prozent aller Kinder alleine zur Schule, heute fast 50 Jahre später sind es nur 37 Prozent (2017). Uns war das Auto einfach wichtiger als das Wohlergehen unserer Kinder. Das ist ein Fehler, den wir dringend korrigieren müssen!“

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Der riesige Erfolg der Kidical Mass auch in diesem Jahr unterstreicht eindrucksvoll, dass es endlich eine an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Verkehrspolitik und eine echte Mobilitätswende braucht. Es ist toll, dass so viele Kinder und Erwachsene für die Forderungen des Kidical Mass Aktionsbündnisses auf den Straßen unterwegs waren. Wir müssen Kinder und Jugendliche auch im Bereich der Stadt- und Verkehrsplanung kontinuierlich, umfassend und möglichst frühzeitig mitbestimmen lassen. Kinder und Jugendliche sind Expertinnen und Experten in eigener Sache, auch wenn es um ihre Sicherheit im Straßenverkehr geht.“


Über das Kidical Mass Aktionsbündnis

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Die Kidical Mass setzt sich für kinder- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden ein.

Herzstück des Aktionsbündnisses sind mehr als 300 lokale Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk – dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark. Unterstützt wird es von den überregionalen Partner*innen: ADFC, Campact, Changing Cities, Clean Cities Campaign, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, Pro Velo Schweiz und VCD.


Hashtags: #KidicalMass #UnsGehörtDieStraße #StreetsForKids

Alle Aktionsorte und Infos hier: https://kinderaufsrad.org/

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news-4282 Thu, 22 Sep 2022 10:00:00 +0200 Repräsentative Umfrage zur Sicherheit von Schulwegen – Eltern und Lehrkräfte fordern umfangreiche Maßnahmen /service/presse/pressemitteilungen/repraesentative-umfrage-zur-sicherheit-von-schulwegen-eltern-und-lehrkraefte-fordern-umfangreiche-massnahmen Fast ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen erlebt mindestens wöchentlich eine gefährliche Situation vor der eigenen Schule, die durch Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, entsteht. Das geht aus einer heute veröffentlichten repräsentativen forsa-Umfrage hervor, die vom Verband Bildung und Erziehung (VBE), dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem ökologischen Verkehrsclub VCD in Auftrag gegeben wurde. Befragt wurden 508 Grundschullehrkräfte sowie 500 Eltern 6- bis 10-jähriger Kinder. Ein deutliches Signal: Eltern als auch Lehrkräfte stimmen darin überein, dass es hilfreiche Maßnahmen gibt, um Schulwege sicherer zu gestalten und sie sind sich weitestgehend einig, welche dies sind. Fakt ist aber auch: In puncto Umsetzung erkennen beide Gruppen deutlichen Nachbesserungsbedarf. Sicherheitsrisiko Elterntaxi
11 Prozent der Grundschullehrkräfte in Deutschland haben im letzten Schuljahr so gut wie täglich, 19 Prozent wöchentlich vor ihrer Schule eine gefährliche Situation erlebt, die durch Eltern, die ihr Kind mit dem Auto brachten, entstanden ist. Diese Zahlen sind alarmierend. Um den Verkehr vor Schulen besser zu regeln und sicherer zu gestalten, halten sehr große Mehrheiten der befragten Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern (91 bzw. 93 Prozent) ausreichend breite, nicht zugeparkte Fußwege für hilfreich. Jeweils etwa neun von zehn Befragten bewerten sichere Überwege wie Zebrastreifen, Ampeln oder Mittelinseln, sowie für Hilfsangebote wie Schülerlotsen oder eine regelmäßige Unterstützung der Polizei als nützlich. Ebenfalls von mehr als acht von zehn Befragten beider Gruppen als hilfreich bewertet: Die Ermutigung von Kindern, den Schulweg eigenständig zu bestreiten.

Vorhandene Sicherheitsmaßnahmen: vielfach ungenügend
Danach gefragt, welche Vorkehrungen bzw. Aktivitäten bereits an ihrer Schule oder im schulischen Umfeld vorhanden sind, nennt eine große Mehrheit der Lehrkräfte die inhaltliche Arbeit in der Schule zum Thema Verkehr und Mobilität, also Mobilitätsbildung bzw. Verkehrserziehung (81 Prozent) sowie die Ermutigung von Kindern, den Schulweg eigenständig zu bestreiten (76 Prozent).

Ein Blick auf die Maßnahmen, die von den meisten Eltern als auch Lehrkräften als hilfreich erachtet werden, zeigt: In der Realität sind diese häufig nicht vorhanden. So sagen nur 27 Prozent der Eltern und 51 Prozent der Lehrkräfte, dass es ausreichend breite, nicht zugeparkte Fußwege vor Schule gibt. Nur 38 Prozent der Eltern und 58 Prozent der Lehrkräfte geben an, dass sichere Überwege vorhanden sind. Die verkehrspolitische Maßnahme, die laut Eltern (63 Prozent) und Lehrkräften (75 Prozent) am häufigsten vor Schulen umgesetzt ist, sind Geschwindigkeitsreduzierungen wie Tempo 30. Einen deutlichen Mangel erkennen Eltern und Lehrende auch bei sicheren Radwegen. Hier sagen nur 13 Prozent der Lehrkräfte und 12 Prozent der Eltern, dass diese im Schulumfeld vorhanden sind. 

Fazit: Der Schulweg für Kinder muss sicherer gestaltet werden. Als hilfreich erkannte Maßnahmen müssen umgesetzt werden. Es zeigt sich aber auch, dass Eltern über vorhandene Maßnahmen besser informiert werden müssen.

Reales vs. gefühltes Verkehrsaufkommen vor Schulen
Von den befragten Eltern geben 47 Prozent an, dass ihr Kind derzeit hauptsächlich zu Fuß zur Schule kommt, 14 Prozent der Kinder kommen danach mit dem Fahrrad oder Roller. 17 Prozent der Eltern geben an, dass das eigene Kind mit dem Auto in die Schule gebracht wird. Auffällig dabei: Danach gefragt, wie viele Kinder regelmäßig mit dem Auto zur Schule gebracht werden, geben über zwei Drittel der Lehrkräfte und sogar vier von fünf Eltern an, dass dies bei mindestens 25 Prozent der Kinder der Fall ist. Dies verdeutlicht, dass das subjektiv wahrgenommene Verkehrsaufkommen vor Schulen deutlich höher zu sein scheint als das tatsächliche, es also ersichtlich zu viele Autos sind und dies ein enormes Gefährdungspotenzial für die Kinder darstellt.

Individuelle Bedürfnisse vs. Allgemeinwohl
Gefragt nach den wichtigsten Gründen, weshalb Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, geben Lehrkräfte und Eltern, auch in der Reihenfolge, sehr ähnliche Antworten. Der vermutete Hauptgrund ist danach Bequemlichkeit (Lehrkräfte: 66 Prozent, Eltern: 57 Prozent) gefolgt von Ängsten, das Kind allein den Schulweg bestreiten zu lassen (Lehrkräfte: 56 Prozent, Eltern: 43 Prozent) und der Verbindung mehrerer Wege (Lehrkräfte: 43 Prozent, Eltern: 38 Prozent).

Fazit: Obgleich es nachvollziehbare Gründe gibt, weshalb Eltern ihre Kinder punktuell mit dem Auto zur Schule bringen, so muss gleichfalls klar sein: Dies regelmäßig aus reiner Bequemlichkeit zu tun, darf kein Grund sein. Das Elterntaxi muss der Vergangenheit angehören.

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE): “Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass bedarfsgerechte verkehrspolitische Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden. Eltern müssen erfahren: Der Schulweg meiner Kinder ist sicherer und einfacher geworden! Zudem braucht es mehr Zeit, Zeit und nochmals Zeit für eine gelingende Erziehungspartnerschaft. Das heißt: Endlich ausreichend Personal an Schule. Damit die Gestaltungsfreiräume entstehen, in denen Lehrkräfte angemessen auf die Ängste und Bedürfnisse von Eltern und Kindern eingehen, hilfreiche Angebote erläutern und Chancen auf dem Weg zu einer eigenständigen Mobilität von Kindern erläutern können. Wenn beides gelingt, werden sich mehr Eltern dazu entscheiden, ihr Kind nicht mit dem Auto zu bringen. Nur so können Gefahrensituationen für Kinder vor Schule reduziert werden.”

Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Kinder haben eine sehr gute Einschätzung davon, was sie für einen sicheren Weg zur Schule oder in die Kita brauchen. Es darf deshalb nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden. Ihre Ideen und Anregungen müssen in die entsprechenden Planungsprozesse einbezogen werden. Dafür sollten die einschlägigen Landesgesetze geändert werden. Gleichzeitig braucht es bei den Eltern ein besseres Verständnis dafür, dass sie ihren Kindern keinen Gefallen tun, wenn sie diese mit dem Auto zur Schule oder in die Kita bringen. Für die Orientierung im Raum, die körperliche Fitness und die persönliche Entwicklung ist die Bewegung zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Rad essenziell.“

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD: „Damit Kinder ihren Weg zur Schule eigenständig zurücklegen können, brauchen wir überall sichere Rad- und Fußwege. Weniger als ein Drittel der Eltern bewertet die Fußwege im Schulumfeld als sicher. Geht es um sichere Radwege, ist es sogar nur ein Zehntel der Eltern. Hier besteht deutlicher Handlungsbedarf! Laut Umfrage kommen zudem 17 Prozent der Kinder mit dem Auto in die Schule. Bei einer Schule mit 1.000 Schülern bedeutet das: etwa 170 Autos vor dem Schultor. Alle zur gleichen Zeit. Dass das nicht funktionieren kann, müsste jedem einleuchten. Grundlegende Verbesserungen erreichen wir nur, wenn wir den Autoverkehr wirksam begrenzen: durch Halteverbote, Schulstraßen und Tempo 30.“

Die gesamten Umfrageergebnisse stehen unter vcd.org/artikel/umfrage-kinder-sicher-zur-schule zum Download bereit.

Im Rahmen der repräsentativen forsa-Untersuchung wurden bundesweit insgesamt 508 Lehrkräfte an Grundschulen sowie 500 Eltern von 6- bis 10-jährigen Kindern befragt. Die statistische Fehlertoleranz beträgt fu?r beide Zielgruppen jeweils durchschnittlich +/- 4 Prozentpunkte. Beide Erhebungen wurden vom 20. Juli bis zum 16. August 2022 im Rahmen des repräsentativen Panels forsa.omninet als Online-Befragung durchgefu?hrt.


Pressekontakt:
VCD Anne Fröhlich, Pressereferentin, presse@vcd.org, 030 280 351 12
DKHW Uwe Kamp, Pressesprecher, kamp@dkhw.de, 030 308 693 11
VBE Lars von Hugo, Referent für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, presse@vbe.de, 030 726 1966 14

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news-4279 Mon, 19 Sep 2022 11:08:03 +0200 „Für Kinder und Umwelt: Adieu Elterntaxi!“ – Bundesweite Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ starten /service/presse/pressemitteilungen/fuer-kinder-und-umwelt-adieu-elterntaxi-bundesweite-aktionstage-zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten-starten Heute starten in Schulen und Kindertagesstätten die bundesweiten Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Unter dem Motto „Für Kinder und Umwelt: Adieu Elterntaxi!“ legen dabei zehntausende Kinder ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurück. Aufgerufen zu den Aktionstagen vom 19. bis 30. September 2022 haben das Deutsche Kinderhilfswerk, der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE).
Berlin, 19. September 2022. Ziel der Aktionstage ist es, dass möglichst viele Kinder ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurücklegen. Zum Start fordern VCD, VBE und das Deutsche Kinderhilfswerk eine Reihe von Maßnahmen, um den Weg für alle Kinder so zu gestalten, dass Eltern sie sorgenfrei in ihrer eigenständigen Mobilität unterstützen können: Dazu gehört neben Tempo 30 auf allen als Schulweg genutzten Straßen insbesondere die sichere Gestaltung der Infrastruktur unter Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen bei den entsprechenden Planungsprozessen. Zudem muss der Straßenverkehr rund um Schulen und Kindergärten aus Sicht der Verbände wirksam begrenzt werden. Eltern, die nicht auf das Elterntaxi verzichten können oder wollen, sollten Alternativparkplätze angeboten werden, damit durch Bring-Situationen vor den Bildungseinrichtungen niemand gefährdet wird.

Gute Beispiele für Aktionen gibt es aus den vergangenen Jahren zur Genüge: So motivieren das Sammeln von „Laufpunkten“ für jeden zu Fuß zurückgelegten Weg, auf den Boden gemalte Spiele oder selbstgemachte Aufkleber zur Kennzeichnung des Schul- und Kitawegs die Kinder, zu Fuß zu gehen. Oder Schulen und Kitas organisieren während der Aktionstage sogenannte Laufbusse. Hierbei werden an unterschiedlichen Stellen vor Ort Haltestellen vereinbart, an denen sich die Kinder aus der Nachbarschaft verabreden und gemeinsam zur Schule gehen können. Unter www.zu-fuss-zur-schule.de/mitmachen/aktionsideen finden Schulen und Eltern weitere Ideen wie etwa „Symbolische ‚Knöllchen‘ für Elterntaxis“ oder eine „Schulweg-Wette“.

Karin Prien, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Schirmherrin der Aktionstage, sagt: „In der kindlichen Entwicklung spielt Bewegung eine entscheidende Rolle. Dem natürlichen Bewegungsdrang nachzugehen, ist für ein gesundes Aufwachsen von Kindern elementar. Daher sollte jede Gelegenheit genutzt werden, um mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Der Weg zur Schule oder zum Kindergarten ist dafür perfekt geeignet. Die Strecken sind meist relativ kurz. Und mit anfänglicher Begleitung durch Erwachsene oder ältere Kinder können sie in der Regel problemlos zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zurückgelegt werden. So starten Kinder aktiv in den Tag und können den Weg gemeinsam mit Freunden oder der Familie erleben. Als Schirmherrin freut es mich deshalb sehr, wenn sich möglichst viele Schulen und Kindergruppen an den diesjährigen Aktionstagen beteiligen. Ich wünsche allen Kindern auf ihrem Weg zur Schule oder in den Kindergarten eine bewegte Zeit mit vielen schönen Begegnungen.“

Im Rahmen der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ vom 19. bis 30. September 2022 können Kinder mit ihren Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern oder ihren Eltern eigene Projekte rund um das Thema „Zu Fuß zur Schule und zur Kita“ entwickeln. Die Aktionstage richten sich gezielt an Grundschulen und Kindertageseinrichtungen. Viele Materialien wie kostenlose Aktionsposter, Infoflyer und Projektideen gibt es unter: www.zu-fuss-zur-schule.de .

Pressekontakt:
VCD Anne Fröhlich, Pressereferentin, presse@vcd.org, 030 280 351 12
DKHW Uwe Kamp, Pressesprecher, kamp@dkhw.de, 030 308 693 11
VBE Lars von Hugo, Referent für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, presse@vbe.de, 030 726 1966 14

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrer:innenberufs, eine an der Profession orientierte Lehkräftebildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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news-4276 Wed, 14 Sep 2022 12:05:14 +0200 Verkehrswende bis 2030: Deutschlandtakt voranbringen – kleinere Baumaßnahmen sofort angehen! /service/presse/pressemitteilungen/verkehrswende-bis-2030-deutschlandtakt-voranbringen-kleinere-baumassnahmen-sofort-angehen Der Deutschlandtakt ist das größte Infrastrukturprojekt der Bahn in diesem Jahrzehnt – Ziel ist ein integraler Taktfahrplan, der deutschlandweit mehr Fahrten ermöglichen, Reisezeiten verkürzen und Umsteigezeiten beschleunigen soll. Doch die Umsetzung stockt; die großen Neubauprojekte kommen nur schleppend voran. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert jetzt, auch die vielen kleineren Maßnahmen anzugehen, die schnell umzusetzen sind und Kapazität wie Pünktlichkeit deutlich erhöhen würden. Der ökologische Verkehrsclub VCD hat Mithilfe seiner Gliederungen beispielhaft Schwachstellen im Schienennetz zusammengetragen: Scheinbar kleine Engpässe, die jedoch den Zugverkehr insgesamt bremsen und dem Deutschlandtakt den Weg versperren. „Aus dieser Liste haben wir 21 besonders eindrückliche Beispiele ausgewählt, um zu zeigen, woran es vielerorts fehlt“, erläutert VCD-Vorstandsmitglied Matthias Kurzeck: „Es geht um zusätzliche Gleise und Signale, um Ausweichmöglichkeiten, Lückenschlüsse oder Oberleitungen – um nur einige zu nennen.“

Die notwendigen Maßnahmen hat der VCD in vier Kategorien eingeteilt, die allesamt dabei helfen, das Schienennetz fit für den Deutschlandtakt zu machen: Beschleunigung des Verkehrs, Erhöhung der Kapazität, Schaffung von Alternativrouten und Stärkung des Güterverkehrs (siehe angehängte Übersicht).

Ausführlich erläutert der Verband die Beispiele in einer interaktiven Karte auf seiner Website. Hier finden Sie 21 Stecknadeln mit den einzelnen Beispiel-Maßnahmen aus verschiedenen Bundesländern und den entsprechenden Kategorien.

Nun ist die Politik am Zug: Diese und andere sogenannte „Kleine Kapazitätsmaßnahmen“ stehen seit Jahren auf diversen Listen – sie müssen endlich umgesetzt werden! Der Bund muss die Projekte zügig freigeben und finanzieren, fordert die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann: „Seit langem ist bekannt, dass ab sofort mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr für den Schienenausbau benötigt werden. Nur so erreichen wir das Ziel des Deutschlandtaktes: Den Schienenverkehr verlässlicher, schneller und attraktiver zu machen.“

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news-4275 Wed, 14 Sep 2022 09:44:22 +0200 Kidical Mass fordert bessere und sichere Mobilität für Kinder /service/presse/pressemitteilungen/kidical-mass-fordert-bessere-und-sichere-mobilitaet-fuer-kinder
Berlin, 14. September 2022. Mehr Sicherheit im Straßenverkehr! Damit die Politik diese Forderung endlich umsetzt, ruft das Kidical Mass Bündnis am Wochenende des 24. und 25. Septembers zu bundesweiten Fahrraddemos auf. In Deutschland werden zehntausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf Fahrrädern, Laufrädern und Rollern in mehr als 160 großen Städten und kleinen Orten demonstrieren. Auch im Ausland werden viele Menschen auf die Straße gehen. 

Dieses Mal ist es eine besondere Demonstration: Politisch Verantwortliche erhalten in allen Orten die Unterschriften einer Petition von Kindern und Vertreter*innen des Kidical Mass Aktionsbündnisses. Bereits 81.000 Menschen haben die Petition für ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht unterschrieben. Viele Bürgermeister*innen, Beigeordnete und Mitglieder des Verkehrsausschusses des Bundestages sind für eine Übergabe dabei. Folgende Verkehrsminister*innen haben bereits zugesagt: die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz Maike Schaefer in Bremen, Bettina Jarasch in Berlin, Oliver Krischer für NRW in Köln, Anjes Tjarks in Hamburg sowie ein Vertreter für Bayern in München. Bundesverkehrsminister Volker Wissing ist angefragt.

Die Menschen wollen eine bessere und sichere Mobilität. In den Städten. Auf dem Land. Überall. Die Kidical Mass-Organisatorin Simone Kraus sagt: „Wir passen unsere Kinder an eine Umwelt mit immer mehr Autos an und stecken sie in Warnwesten, anstatt die Infrastruktur zu verbessern.“ Sie ergänzt: „Dabei hat ein kindgerechtes Verkehrssystem zahlreiche positive Effekte: Es schützt nicht nur unsere Kinder, sondern auch die immer größer werdende Gruppe der Älteren, es hilft Mobilitätseingeschränkten, dem Klima und unser aller Gesundheit.“ Deshalb fordert das Aktionsbündnis, dass das Straßenverkehrsrecht komplett umgekrempelt wird. Alle sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad, dem Roller und zu Fuß auf den Straßen bewegen können.

Verkehrsminister Wissing muss umgehend die Reform des Straßenverkehrsrechts auf den Weg bringen, so wie es der Koalitionsvertrag vorsieht. Das neue Verkehrsrecht muss Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts ebenso ermöglichen, wie den unkomplizierten Bau von breiten, baulich getrennten Radwegen. Die Sicherheit von Kindern und der Klimaschutz müssen in dem reformierten Straßenverkehrsrecht Vorrang vor dem Autoverkehr bekommen. 

Städte und Gemeinden dürfen nicht warten, bis das neue Verkehrsrecht steht, sie müssen ihren aktuellen Handlungsspielraum voll ausschöpfen, fordert das Bündnis. Bereits die derzeitige Rechtslage bietet viel mehr, als tatsächlich umgesetzt wird. Denn kinder- und fahrradfreundliche Mobilität beginnt vor Ort.

Zitate der Organisationen des Kidical Mass Bündnisses:

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Kinder sollen sich jederzeit frei und sicher bewegen können. Dafür muss die Politik im Straßenverkehr die nötigen Voraussetzungen schaffen. Davon profitieren auch alle anderen, die klimafreundlich mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Denn die Verkehrswende von morgen, beginnt bei den Kindern von heute.“

Rebecca Peters, ADFC-Bundesvorsitzende: „Verkehrsminister Wissing hat es selbst gesagt: Elterntaxis sind keine Option. Nun muss er auch den nächsten Schritt gehen und das Straßenverkehrsgesetz entsprechend reformieren: Die Vision Zero und die Schutzbedürftigkeit von Kindern müssen das zentrale Anliegen des Verkehrsministers werden. Dafür gehen Groß und Klein bei der Kidical Mass auf die Straße, denn von einem kindgerechten Straßenverkehrsrecht profitieren auch alle anderen Verkehrsteilnehmer.“

Christoph Bautz, Geschäftsführer Campact e.V.: „Die Klimakrise galoppiert, doch Deutschlands Verkehrspolitik gibt immer noch Autos den Vorrang. Wir müssen dringend auf klimafreundliche Verkehrsträger umsatteln. Dafür muss Bundesverkehrsminister Wissing den Weg freimachen. Mit tausenden radelnden Kindern und Erwachsenen zeigen wir bei der Kidical Mass, wie Verkehrswende geht.“

Ragnhild Sørensen, Changing Cities: „Bekenntnisse zu kinderfreundlichen Straßen und sicherer Mobilität gibt es zuhauf. In der Realität kommt aber nichts an, im Gegenteil: In den 70ern liefen laut einer Forsa-Umfrage ca. 90 Prozent aller Kinder alleine zur Schule, heute fast 50 Jahre später sind es nur 37 Prozent (2017). Uns war das Auto einfach wichtiger als das Wohlergehen unserer Kinder. Das ist ein Fehler, den wir dringend korrigieren müssen!“

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Wir brauchen eine an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Verkehrspolitik und eine echte Mobilitätswende. Kinder, die sich selbstständig im Straßenverkehr bewegen und beispielsweise mit dem Rad zur Schule kommen, nehmen ihre Umgebung aktiv wahr. Sie lernen, sich gut zu orientieren und auf sich selbst aufzupassen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein – auch für andere Lebenssituationen.“

Jürg Buri, Geschäftsführer Pro Velo Schweiz: „Wer die Mobilität verbessern will, muss bei den Kindern ansetzen. Das neue Veloweggesetz, welches in der Schweiz am 1. Januar 2023 in Kraft tritt, schafft die Grundlage für ein besseres Mobilitätsverhalten bei Kindern und Jugendlichen. Die Velowege für den Alltag sollen insbesondere öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Freizeit- und Sportanlagen erschließen und verbinden. Pro Velo sorgt dafür, dass dieses Gesetz rasch und in allen Landesteilen umgesetzt wird.“


Über das Kidical Mass Aktionsbündnis

Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Die Kidical Mass setzt sich für kinder- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden ein.

Herzstück des Aktionsbündnisses sind mehr als 300 lokale Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk – dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark. Unterstützt wird es von den überregionalen Partner*innen: ADFC, Campact, Changing Cities, Clean Cities Campaign, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, Pro Velo Schweiz und VCD.


Hashtags: #KidicalMass #UnsGehörtDieStraße #StreetsForKids

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Für weitere Informationen, Interviewanfragen und Bildmaterial:

Kidical Mass Aktionsbündnis
Dr. Marie-Luise Braun • Pressesprecherin • presse@kinderaufsrad.org

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news-4270 Tue, 06 Sep 2022 13:54:24 +0200 Start der Haushaltsberatungen: VCD fordert 15 Milliarden Euro für eine Bus- und Bahn-Offensive /service/presse/pressemitteilungen/start-der-haushaltsberatungen-vcd-fordert-15-milliarden-euro-fuer-eine-bus-und-bahn-offensive  

Heute haben im Bundestag die Beratungen zum Haushalt 2023 begonnen. Am Nachmittag steht der Verkehrs-Etat auf der Tagesordnung. Dazu erklärt die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Kerstin Haarmann:

„Der öffentliche Nahverkehr braucht Geld, damit er eine attraktive, bezahlbare und für alle zugängliche Alternative zum Auto werden kann. 15 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr sind nötig, um das Kernziel zu erreichen: Busse und Bahnen müssen in den Städten häufiger fahren, auf dem Land muss es überall gute Verbindungen geben. Um das zu schaffen, muss der Staat 10 bis 12 Milliarden jährlich allein für den Ausbau der Strecken, für mehr Personal und für zusätzliche Fahrzeuge bereitstellen.

Mit den übrigen Milliarden sollte er ein erschwingliches Nachfolgeangebot für das 9-Euro-Ticket finanzieren und die steigenden Energiekosten der Verkehrsunternehmen ausgleichen.

Der bisherige Etatentwurf greift viel zu kurz. Nach wie vor gibt er der Straße den Vorrang, während die Schiene – das Rückgrat der Öffentlichen – das Nachsehen hat: Ein Blick in den Einzelplan 12 (Digitales und Verkehr) zeigt, dass die Ausgaben für die Straße steigen, während vor allem bei der Schiene gekürzt werden soll. Das verstößt nicht nur gegen den Koalitionsvertrag – es widerspricht auch allen Bemühungen um mehr Klimaschutz.

Denn für Klimaschutz braucht es die Verkehrswende, und die Verkehrswende gibt es nur mit einem attraktiven Bus- und Bahnangebot für alle. Ein gut ausgebautes, leistungsfähiges Schienennetz ist dessen Voraussetzung – und ohne eine Investitionsoffensive nicht zu haben.

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news-4266 Tue, 30 Aug 2022 09:24:31 +0200 Breites Bündnis fordert massive Investitionen für eine Anschlusslösung zum 9-Euro-Ticket /service/presse/pressemitteilungen/breites-buendnis-fordert-massive-investitionen-fuer-eine-anschlussloesung-zum-9-euro-ticket Das zivilgesellschaftliche Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende, ein Zusammenschluss von DGB, IG Metall, ver.di, SoVD, VdK, AWO, NABU, BUND, VCD und der EKD fordert von Bund und Ländern eine umfassende Anschlusslösung für den Ausbau und die Finanzierung des ÖPNV sowie eine  Weiterentwicklung des 9-Euro-Tickets. In einem gemeinsamen Positionspapier setzt sich das Bündnis für eine bundesweit einheitliche Anschlussregelung an das 9-Euro-Ticket, einen umfangreichen Ausbau von Infrastruktur und Personal sowie eine gesicherte solide Finanzierung ein.

Ein günstiges Ticket muss dabei prioritär für die Menschen, die darauf angewiesen sind, sofort angeboten werden. Gerade armen Menschen wurde damit über den Sommer der Zugang zu Mobilität ermöglicht. Das zeigt deutlich, welches Potential ein attraktiver Tarif für den ÖPNV und damit für eine dringend nötige Mobilitätswende hat. Ein günstiges Ticket stellt bei steigender Inflation und Energiekrise eine wichtige Entlastung dar und vereinfacht den Umstieg auf den ÖPNV.

„Gleichzeitig wurden durch das Angebot die Schwachstellen des Systems deutlich sichtbar. Durch ein einfaches „Weiter so“ des 9-Euro-Tickets würden massiv Subventionen im Gießkannenprinzip verteilt werden. Zugleich ist das bestehende ÖPNV-System der steigenden Nachfrage nicht gewachsen und es kommt zu erheblichen zusätzlichen Belastungen für die Beschäftigten“ heißt es in der Erklärung des Bündnisses. „Der Bund ist jetzt in der Pflicht, seine im Koalitionsvertrag zugesagten Versprechen für eine nachhaltige, barrierefreie und bezahlbare Mobilität jetzt umzusetzen.“ Dafür sei eine dauerhafte Investition in Infrastruktur, Barrierefreiheit, Personal wie Fahrzeuge zwingend erforderlich. Gerade Menschen auf dem Land sowie Mobilitätseingeschränkte profierten zurzeit nicht im gleichen Maße von einem verbesserten Ticket- und Tarifsystem.

Bund und die Länder müssten eine dauerhafte und umfassende Finanzierungsstruktur sicherstellen, heißt es im Papier weiter. „Kurzfristige Fördermittel sind nicht ausreichend, um die Kommunen zu unterstützen und die entstehenden Kosten zu decken. Die Fortführung eines günstigen Tickets kann nur ein erster Schritt sein. Der Bund und die Länder müssen sofort und langfristig in die Verbesserung des Angebotes investieren und die notwendigen Mittel für den ÖPNV und ein sozial gerechtes Ticket garantieren.“

Mehr dazu in der ausführlichen Positionierung bei vcd.org oder bei unserer gemeinsamen Online-Veranstaltung:

Das 9-Euro-Ticket als Impuls für die Mobilitätswende –
Worauf es bei der Weiterentwicklung des Angebots ankommt

Am 05.10.22. von 16 bis 18 Uhr

Gemeinsam mit Vertreter*innen von Bund und Ländern, Kommunen und Verkehrsbetrieben wollen wir diskutieren, was ein Anschlussticket leisten kann und wie dieses umgesetzt werden müsste.

Die Anmeldung sowie weitere Informationen finden sie hier.

Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende hat sich gegründet, um solch einen gesamtgesellschaftlichen Dialog über die Ausrichtung der Verkehrspolitik konstruktiv zu begleiten und einer Spaltung der Gesellschaft darüber entgegenzuwirken.

Durch seine Arbeit strebt das Bündnis an, die fortwährenden Auseinandersetzungen über die Zukunft der Mobilität zu entschärfen und versteht sich als Dialogplattform, auf der Zielkonflikte ausgehandelt werden können. Die Vorschläge des Bündnisses sollen dazu dienen, eine gemeinsame Vorstellung der künftigen Mobilitätswelt zu entwickeln und daraus Handlungsschritte abzuleiten.

Die Arbeit des Bündnisses wird gefördert und unterstützt durch die Stiftung Mercator.

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news-4265 Mon, 29 Aug 2022 12:59:16 +0200 Nach dem 9-Euro-Ticket: VCD fordert 15 Milliarden Euro mehr im Jahr für Bus und Bahn /service/presse/pressemitteilungen/nach-dem-9-euro-ticket-vcd-fordert-15-milliarden-euro-mehr-im-jahr-fuer-bus-und-bahn In dieser Woche endet das 9-Euro-Ticket. Trotz zahlreicher Vorschläge konnte sich die Bundespolitik bislang nicht auf ein Nachfolgemodell einigen. Ebenso unklar ist, wie das Bus- und Bahnangebot für die Verkehrswende fitgemacht werden soll. Grund ist nicht zuletzt die viel zu knappe Finanzierung des öffentlichen Verkehrs in Deutschland. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert deutlich mehr Geld. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert Bund und Länder auf, für Ausbau und Betrieb von Bus und Bahn in Deutschland jährlich mindestens 15 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen. „So viel ist nötig, um den Menschen auch künftig ein bezahlbares Nahverkehrsticket anzubieten und den öffentlichen Nahverkehr für die Verkehrswende bereitzumachen“, sagte die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann.

Mit dem Geld soll zum einen eine Nachfolge für das 9-Euro-Ticket finanziert werden. Wenn die Menschen vom Auto in Busse und Bahnen umsteigen sollen, muss es ein dauerhaftes Angebot geben, das einfach und erschwinglich ist. Haarmann: „Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, dass es geht. Dieser Impuls darf nicht verpuffen.“ Auch gestiegene Energie- und Personalkosten müssten ausgeglichen werden, damit die Fahrpreise bezahlbar bleiben.

Der Großteil der zusätzlichen Mittel soll in den Ausbau des Angebots fließen. Um die Verkehrswende zu schaffen, muss das Bus- und Bahnangebot deutlich ausgebaut werden ­– in den Städten wie auf dem Land, das bislang vielerorts abgehängt ist. „Es reicht nicht, den Menschen zu sagen, sie sollten ihr Auto stehenlassen ­– sie müssen auch gute Alternativen haben“, erläutert Haarmann. Und die entstünden nur, wenn der Staat in das Angebot investiere.

Der VCD fordert Bund und Länder auf, die 15 Milliarden zügig bereitzustellen und bereits für die Haushalte des kommenden Jahres einzuplanen.

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news-4264 Thu, 25 Aug 2022 14:31:15 +0200 Kritik am Klimaschutzsofortprogramm: VCD fordert Mobilität für alle statt Steuerprivilegien fürs Auto /service/presse/pressemitteilungen/kritik-am-klimaschutzsofortprogramm-vcd-fordert-mobilitaet-fuer-alle-statt-steuerprivilegien-fuers-auto  

Der Expertenbeirat für Klimafragen hat heute seinen Prüfbericht zum Klimaschutzsofortprogramm veröffentlicht. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert:

„Der Expertenbeirat belegt: Die Maßnahmen von Verkehrsminister Wissing reichen bei weitem nicht aus, um die Klimalücke des Verkehrs bis 2030 zu schließen. Der Entwurf des Ministeriums entspricht nicht den Anforderungen des Klimaschutzgesetzes. Eine schallende Ohrfeige für den Minister.

Bundeskanzler Scholz muss eingreifen. Wir brauchen ein umfassendes Klimaschutzsofortprogramm, das auch beim Verkehr die Weichen in Richtung umwelt- und klimaschonende Mobilität stellt. Die Eckpunkte müssen lauten: Ausbau des Schienennetzes, mehr Bus- und Bahnangebote bis ins kleinste Dorf, ein sicheres Radwegenetz in Stadt und Land.

Das Geld dafür ist vorhanden: Dienstwagenprivileg, Pendlerpauschale und ermäßigte Diesel-Steuer – alles klimaschädliche Subventionen. Schaffen wir sie ab! Dann ist genug da, um in Mobilität für Menschen zu investieren. Und mit einem Tempolimit von 120 km/h würden wir ohne weitere Kosten große Mengen Sprit und CO2 einsparen.

Es gibt jetzt keine Ausreden mehr ­– der Klimawandel ist Realität. Der Verkehr muss endlich liefern, um ihn einzudämmen.

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news-4263 Fri, 19 Aug 2022 15:38:36 +0200 Verkehrsgerichtstag: VCD fordert Maßnahmen für mehr Sicherheit im Radverkehr /service/presse/pressemitteilungen/verkehrsgerichtstag-vcd-fordert-massnahmen-fuer-mehr-sicherheit-im-radverkehr Heute ging in Goslar der Verkehrsgerichtstag 2022 zu Ende – unter anderem mit Empfehlungen für mehr Sicherheit im Radverkehr. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Vorschläge und fordert von der Politik in Bund, Ländern und Kommunen entschiedene Maßnahmen im Sinne einer ökologischen Verkehrswende. Der Verkehrsgerichtstag in Goslar empfiehlt sieben Maßnahmen, um den Radverkehr sicherer zu machen. Dazu gehört an erster Stelle die Neuaufteilung des Verkehrsraumes mit Verlagerungen zugunsten des Fahrrads. Anika Meenken, Fahrrad-Expertin des ökologischen Verkehrsclubs VCD, schließt sich dieser Forderung an: „Um den Radverkehr sicherer zu machen, braucht es ein lückenloses Radverkehrsnetz inner- und außerorts, auf dem von jung bis alt alle sicher und komfortabel unterwegs sein können.“ Das bedeutet z.B. Befahrbarkeit von Einbahnstraßen in beide Richtungen, klare Beschilderung und neue Fahrradstraßen bzw. -zonen.

Der VCD fordert außerdem eine fahrradfreundliche Reform der Gesetzeslage. Meenken: „Dazu gehören die Einführung von Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerorts oder höhere Strafen bei Regelverstößen wie Falschparken oder Rasen.“ Letztere dürften keinesfalls – wie jetzt empfohlen – aufgeweicht werden.

Die Forderung des Verkehrsgerichtstages nach einer besseren Mobilitätsbildung unterstützt der VCD. Anika Meenken konkretisiert die Vorschläge: „Wir müssen zum einen die Fahrschulausbildung reformieren, damit die Belange des Fuß- und Radverkehrs und des Umweltschutzes dort besser berücksichtigt werden. Zum anderen müssen wir es Kindern ermöglichen, sicher mit dem Rad unterwegs zu sein – dazu gehören integrierte Schulmobilitätspläne und eine verpflichtende Mobilitätsbildung in den Lehrplänen.“

Harald Walsberg, Verkehrssicherheitsexperte und Vertreter des VCD beim Verkehrsgerichtstag, resümiert: „Die Trennung von Verkehrsarten und die kommunale Entscheidungsfreiheit bei Tempo 30 sind wichtige Elemente für einen sicheren Radverkehr.“ Damit sich dies im Verkehrsalltag aber auch tatsächlich niederschlage, sei es unbedingt nötig, das Personal bei Polizei und Ordnungsämtern aufzustocken. „Auch das ist eine grundlegende Forderung des Verkehrsgerichtstages. Denn nur durch kontinuierliche Kontrollen lässt sich die Sicherheit im Radverkehr nachhaltig um Größenordnungen verbessern.“

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news-4260 Thu, 18 Aug 2022 11:00:40 +0200 Deutscher Verkehrsplanungspreis – Einreichungsfrist bis 30. September verlängert /service/presse/pressemitteilungen/deutscher-verkehrsplanungspreis-einreichungsfrist-bis-30-september-verlaengert Die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) verleiht in Kooperation mit dem ökologischen Verkehrsclub VCD den Deutschen Verkehrsplanungspreis 2022. In diesem Jahr steht der Wettbewerb unter dem Motto „Qualität der Nähe – Attraktiver Aufenthalt und sicheres Erreichen von Stadtteil- und Ortszentren“. Der Bewerbungsschluss wurde bis zum 30. September verlängert. Im Zuge der Corona-Pandemie hat die Stadt der kurzen Wege eine Renaissance erlebt. Der diesjährige Deutsche Verkehrsplanungspreis der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) und des ökologischen Verkehrsclubs VCD knüpft an diesen Trend an. Der Wettbewerb steht unter dem Motto „Qualität der Nähe – Attraktiver Aufenthalt und sicheres Erreichen von Stadtteil- und Ortszentren“. Gesucht werden innovative Projekte oder Konzepte aus den Jahren 2016 bis 2021, die zu einer höheren Aufenthaltsqualität in den Zentren beitragen und gewährleisten, dass sich diese sicher und über attraktive Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad und dem ÖPNV erreichen lassen. Die Beiträge sollen zudem zeigen, wie Verkehrsplanung zum kommunalen Klimaschutz beitragen kann.

Für Projekte und Konzepte, die sich für den Verkehrsplanungspreis bewerben, gilt neben der „Qualität der Nähe“, technisch auch als Nahmobilität bekannt, eine Reihe weiterer Kriterien. Neben einer verbesserten Aufenthaltsqualität zählt dazu die Anpassung von Stadtteil- und Ortszentren an die Erderhitzung, die so genannte Klimaresilienz. Weit oben im Kriterienkatalog rangiert auch die Stärkung von Sharing- und stadtverträglichen Logistiklösungen. Die Integration der Projekte und Konzepte in übergeordnete Stadtentwicklungs- und Mobilitätsstrategien wird ebenso berücksichtigt. Die abschließende Bewertung richtet sich auch danach, ob die Projekte Modellcharakter aufweisen und ortsunabhängig übertragbar sind.

Die verlängerte Bewerbungsfrist läuft bis zum 30. September 2022. Die einzureichenden Unterlagen müssen bis 12:00 Uhr in der SRL-Geschäftsstelle, Schrammstr. 8, 10715 Berlin, eingegangen sein. Die Preisverleihung wird am 25. November dieses Jahres stattfinden.

Genaue Informationen zu den Bewerbungsvoraussetzungen finden sich online unter folgendem Link: srl.de/deutscher-verkehrsplanungspreis-2022

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news-4257 Thu, 04 Aug 2022 09:18:42 +0200 Zum Schulanfang in NRW fordern Verbände, das Elterntaxi stehen zu lassen /service/presse/pressemitteilungen/zum-schulanfang-in-nrw-fordern-verbaende-das-elterntaxi-stehen-zu-lassen Die Schule fängt wieder an und damit auch das allmorgendliche Verkehrschaos, verursacht durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto vorm Schultor absetzen. Der ökologische Verkehrsclub VCD, das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen dazu auf, die Schüler*innen möglichst selbstständig zur Schule und in den Kindergarten kommen zu lassen: zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller.

Düsseldorf, 04. August 2022. Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der ökologische Verkehrsclub VCD ermuntern zusammen mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) zum Schulbeginn in NRW alle Kinder, ihren Schulweg zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ein aktiver Start in den Tag fördert ihre körperliche und geistige Entwicklung und sorgt dafür, dass sie im Unterricht entspannter sind und sich besser konzentrieren können. Die Kinder lernen dabei, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen. Andere Verkehrsteilnehmende fordern die Verbände zum Schulstart auf, besonders aufmerksam zu sein.

Empfehlung an die Kinder:
Am schönsten ist der Weg zur Schule oder in den Kindergarten, wenn man ihn gemeinsam mit Freund*innen zurücklegt. Größere Gruppen können sich zu einem sogenannten Laufbus zusammenschließen und Treffpunkte vereinbaren, um von dort gemeinsam und sicher zur Schule oder in den Kindergarten zu kommen.

Empfehlung an die Eltern und Lehrkräfte:
Gerade die Jüngsten sollten bei der Gestaltung ihres Schulwegs begleitet und aktiv unterstützt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, Kindern eigenständige Mobilität und die Verkehrsregeln spielerisch näher zu bringen. Idealerweise passiert das in enger Kooperation zwischen Lehrer*innen, Erzieher*innen und Eltern.

Empfehlung an Auto- und LKW-Fahrer*innen:

Viele Kinder sind noch unerfahren im Straßenverkehr und oftmals müssen die Regeln nach den langen Ferien erstmals oder wieder eingeübt werden. Daher ist es umso wichtiger, dass die anderen Verkehrsteilnehmenden ganz besonders aufmerksam und vorsichtig fahren. Gerade im Umfeld von Schulen oder Kindergärten müssen sich alle an Tempo 30 halten und den Kindern zuliebe so vorausschauend wie möglich fahren.

Die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann, erklärt: „Eltern wollen das Beste für ihre Kinder und meinen es in der Regel nur gut, wenn sie sie mit dem Auto direkt bis ans Schultor fahren. Allerdings sorgen diese Elterntaxis für ein unübersichtliches Verkehrschaos, das für alle Beteiligten schnell gefährlich werden kann. Weniger Autos auf den Straßen bedeuten mehr Sicherheit und bessere Luft vor den Schulen.“

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, betont: „Wir appellieren dringend an alle Eltern, gleich zu Beginn des neuen Schuljahres das Auto stehen zu lassen und die Kinder entweder zu Fuß oder mit dem Rad zu begleiten oder sie in Lauf- oder Radelgemeinschaften selbstständig losziehen zu lassen. Kinder, die zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule kommen, nehmen ihre Umgebung aktiv wahr. Sie lernen so, sich gut zu orientieren und auf sich selbst aufzupassen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein – auch für andere Lebenssituationen.“

Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, verdeutlicht: „Viele Eltern haben den Wunsch, ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen, sie sind aber stark verunsichert ob der Gefahren, die dadurch entstehen, dass viele Erziehungsberichtige ihre Kinder mit dem Auto bis vor das Schultor bringen. Wir appellieren daher an alle Eltern, zumindest kurze Fußwege in Kauf zu nehmen und das Auto an Elternhaltestellen zu parken. Denn der beste Schulweg ist der selbst zurückgelegte!“

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen vom 19. bis zum 30. September 2022 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Anmeldungen sind unter www.zu-fuss-zur-schule.de möglich. Auf der Webseite können auch Aktions- und Spielideen eingesehen, konkrete Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Die Aktionstage stehen unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Bildungsministerin Karin Prien.

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