VCD Pressemitteilung https://www.vcd.org/ Pressemitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Tue, 18 Jun 2024 13:03:25 +0200 Tue, 18 Jun 2024 13:03:25 +0200 TYPO3 EXT:news news-4863 Mon, 17 Jun 2024 13:26:57 +0200 VCD empfiehlt: Wie kluge Verkehrspolitik und Sparen vereinbar sind /service/presse/pressemitteilungen/vcd-empfiehlt-wie-kluge-verkehrspolitik-und-sparen-vereinbar-sind Die Bundesregierung hält an der Schuldenbremse fest; der Verkehrswende droht eine Verschiebung auf den St. Nimmerleinstag. Am Wochenende sind erste Sparpläne für den Verkehrshaushalt publik geworden. Damit es trotz Sparens möglich ist, eine zukunftsgerechte und moderne Mobilität zu fördern, hat der ökologische Verkehrsclub VCD Maßnahmen erarbeitet. Der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Michael Müller-Görnert, hat für Minister Wissing einige Empfehlungen parat. Minister Wissing will die Mittel für den Fernstraßenbau gegenüber dem Vorjahr senken. Dass mag die Betonlobby stören – für den VCD geht es nun darum, wie sich das freiwerdende Geld in eine zuverlässige und zugleich nachhaltige Infrastruktur investieren lässt. Folgende Maßnahmen liegen auf der Hand:

Sanierung und Erhalt. Oberste Priorität hat der Erhalt und die Sanierung bestehender Schienen und Straßen – denn während Minister Wissing vom Ausbau träumt, verfällt das Bestandsnetz. Bahnstrecken und Signalanlagen sind marode, und bei zahllosen Autobahnbrücken bahnt sich ein Desaster an.

Schienen-Finanzierungsfonds. Das Fernstraßennetz in Deutschland weist schon heute kaum Lücken auf, das Schienennetz hingegen ist durch Stilllegungen immer löchriger geworden. Entsprechend hoch ist hier der Ausbau-Bedarf. Damit er langfristig bezahlt werden kann, braucht Deutschland einen Schienenfonds, wie ihn die Schweiz seit Jahren nutzt. Von kurzfristiger Haushaltspolitik unabhängig, schafft er Planungssicherheit und beschleunigt den Ausbau enorm.

Mehr Raum für Bus und Bahn. Bus und Bahn bleiben die Stiefkinder der Verkehrspolitik; auf dem Land ist das Angebot oft nahe Null. Das muss sich ändern: Das 49-Euro-Deutschlandticket muss langfristig preisstabil bleiben; Ausbau und Betrieb der Öffentlichen brauchen mehr Geld. Schon jetzt kürzen erste Kommunen ihr Angebot, weil ihnen die Mittel fehlen. Dies muss verhindert werden.

Radwege ausbauen. Deutschland soll Fahrradland werden, das unterstützen wir. Damit es gelingt, braucht es die sogenannte Fahrradmilliarde im Haushalt – sie würde den Aufbau eines sicheren und zusammenhängenden Radwegenetzes ermöglichen. So lässt sich der Radanteil in wenigen Jahren deutlich erhöhen.

Subventionen und Steuerprivilegien abbauen. Um die nötigen Investitionen zu finanzieren, ist der Abbau von Subventionen und Privilegien das einfachste Rezept. Denn alleine im Verkehr kosten sie den Staat laut Umweltbundesamt knapp 30 Milliarden Euro pro Jahr. Der Bund muss bestehende Subventionen wie Dienstwagen- und Dieselprivileg verringern und das Geld in Bahn, Bus und Rad investieren. Die zusätzlichen Belastungen für Gutverdienende fielen moderat aus, die Mobilität für alle würde sich verbessern.

Diese Maßnahmen brächten den Verkehr schneller auf Klimakurs und würden der Ampel den nötigen Spielraum für Zukunftsinvestitionen im Haushalt verschaffen. Die Regierung könnte zeigen, dass sie verantwortungsvoll handelt. Außerdem käme sie ihrem Ziel aus dem Koalitionsvertrag endlich näher: Eine „nachhaltige, effiziente, barrierefreie, intelligente, innovative und für alle bezahlbare Mobilität zu ermöglichen“.

]]>
news-4862 Fri, 14 Jun 2024 11:20:21 +0200 20 Jahre Vision Zero: Immer noch zu viele Verkehrstote – VCD fordert Tempolimits und Reformen für mehr Sicherheit /service/presse/pressemitteilungen/20-jahre-vision-zero-immer-noch-zu-viele-verkehrstote-vcd-fordert-tempolimits-und-reformen-fuer-mehr-sicherheit Morgen ist der Tag der Verkehrssicherheit. Seit 20 Jahren fordert der ökologische Verkehrsclub VCD bereits die Vision Zero: Kein Mensch soll im Verkehr sein Leben verlieren oder schwer verletzt werden. Doch dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht. Zwar hat sich seit 2004 die Zahl der Verkehrstoten pro Jahr nahezu halbiert, aber noch immer sterben jedes Jahr fast 3.000 Menschen auf deutschen Straßen. Der VCD fordert eine Reihe von Reformen, um dies zu ändern. Seit 2004 sind in Deutschland 75.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das entspricht dem Fassungsvermögen der Münchner Allianz Arena, in der heute das Eröffnungsspiel der Fußball-EM stattfindet. Das heißt: In den letzten 20 Jahren ist ein komplett gefülltes Fußballstadion auf deutschen Straßen tödlich verunglückt. Im gleichen Zeitraum wurden 7,8 Millionen Menschen im Verkehr verletzt, das sind fast zehn Prozent der Bevölkerung.

„In keinem anderen Bereich würde man Tote und Verletzte in dieser Größenordnung hinnehmen“, sagt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD. „Wer hinter den Zahlen die Schicksale von Unfallopfern und ihren Angehörigen sieht, kann nur eine akzeptable Zahl an Verkehrsopfern ableiten: Null!“ Deshalb vertritt der VCD seit 20 Jahren das Konzept »Vision Zero – Null Verkehrstote« und fordert von Bund und Ländern konkrete Reformen statt regelmäßiger Lippenbekenntnisse.

Die aktuelle Reform des Straßenverkehrsgesetzes sei dabei ein wichtiger Schritt, so Haarmann, aber er reiche bei Weitem nicht aus: „Die Vision Zero muss im ganzen Straßenverkehrsrecht verankert werden, auch in der StVO. Erst dann haben Kommunen wirklich den nötigen Spielraum, den Verkehr nach Sicherheitsaspekten zu regeln, und können den Rad- und Fußverkehr hinreichend schützen.“

Entscheidend für mehr Sicherheit sei auch eine Entschleunigung des Verkehrs. Der VCD fordert Tempo 120 auf Autobahnen und 80 auf der Landstraße. Innerorts soll Tempo 30 die Regel werden – mit begründeten Ausnahmen für Tempo 50. „Tempolimits retten nicht nur Leben“, sagt Kerstin Haarmann. „Sie schonen auch Klima und Umwelt.“

Haarmann betont jedoch, dass Vision Zero mehr ist als ein Bündel von Einzelmaßnahmen: „Vision Zero basiert auf einem grundsätzlichen Umdenken, sie ist ein umfassendes Handlungskonzept. Wie wirksam das sein kann, zeigt das Beispiel Schweden, das derzeit pro einer Million Einwohner auf etwa 20 Verkehrstote kommt. In Deutschland sind es 34. Und in der finnischen Hauptstadt Helsinki gab es 2019 noch drei Tote durch Unfälle – dort ist das Ziel zum Greifen nah.“

Zum Hintergrund: Das vollständige VCD-Forderungspapier zur Vision Zero können Sie hier als PDF herunterladen. Eine Dossier-Seite zum Thema finden Sie hier auf unserer Homepage.

]]>
news-4861 Thu, 13 Jun 2024 14:20:20 +0200 Endlich mehr Schutz für Fußgänger und Radfahrende: StVG-Einigung muss Auftakt zu weiteren Reformschritten sein /service/presse/pressemitteilungen/endlich-mehr-schutz-fuer-fussgaenger-und-radfahrende-stvg-einigung-muss-auftakt-zu-weiteren-reformschritten-sein Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Einigung zwischen Bund und Ländern zur Reform des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, kommentiert: „Nach langem Hin und Her hat sich der Vermittlungsausschuss auf ein neues Straßenverkehrsgesetz verständigt. Damit erhalten Kommunen künftig mehr Handlungsspielraum zugunsten von Verkehrssicherheit, Klima- und Gesundheitsschutz. Ein erster Schritt. Wichtig ist aber, dass sich der Bundesrat am Freitag anschließt und auch die Reform der Straßenverkehrsordnung schnell folgt.

]]>
news-4859 Thu, 13 Jun 2024 10:29:25 +0200 VCD begrüßt Novelle des Bundeschienenwegeausbaugesetzes ­– und fordert weitere Schritte /service/presse/pressemitteilungen/vcd-begruesst-novelle-des-bundeschienenwegeausbaugesetzes-und-fordert-weitere-schritte Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Einigung zwischen Bund und Ländern zur Novelle des Bundesschienenwegeausbaugesetzes (BSWAG). Damit kann sich der Bund künftig an der Sanierung der Bahn beteiligen. Die Kosten des Schienenersatzverkehrs im Rahmen der Generalsanierung teilen sich Bund und Länder auf. Doch damit ist der Reformbedarf der Schiene noch nicht abgedeckt. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD kommentiert: „Über Jahre wurde die Bahn kaputtgespart. Die Folgen erleben die Fahrgäste täglich: Verspätete oder ausgefallene Züge, überlastete Strecken und veraltete Anlagen. Die anstehende Generalsanierung ist ein wichtiger Schritt, um aus dieser Lage herauszukommen. Darüber hinaus soll die gesamte Schieneninfrastruktur saniert werden. Der Bund wird sich auch am Ausbau des europäischen Zugleitsystems ETCS in Fahrzeugen beteiligen.

Wir begrüßen, dass Bund und Länder sich geeinigt haben. Der Bund hat jetzt eine gesetzliche Grundlage, um sich finanziell an der Sanierung der Bahn-Infrastruktur zu beteiligen. Das ist wichtig, denn diese Sanierung braucht solide Finanzen. Das gilt auch für den Schienenersatzverkehr (SEV). Dieser muss gut organisiert werden, damit die Fahrgäste nicht auf das Auto umsteigen. Auch für die Bahnhöfe ist eine Lösung gefunden worden: Der Bund kann sich künftig an ihrer Instandhaltung beteiligen. Ob die gewählte Formulierung reicht, um die Finanzierung der Instandhaltung ausreichend zu sichern und den Planungsprozess zu beschleunigen, bleibt abzuwarten.

Eine zukunftsfähige Bahn ist mit der BSWAG-Novelle allein jedoch noch nicht gesichert. Das vom Verkehrsministerium angekündigte Moderne-Schienen-Gesetz muss folgen. Die verpflichtende Nutzen-Kosten-Untersuchung bei der Elektrifizierung von festgelegten Bahnstrecken gehört abgeschafft. Und schließlich muss die Finanzierung von Sanierung, Aus- und Neubau der Bahninfrastruktur auch insgesamt einfacher werden.

Deshalb fordert der VCD die Einrichtung eines mehrjährigen Fonds, der eine langfristige und stabile Finanzierung ermöglicht. Ähnliches hat auch der Bundestag in einem Beschluss verlangt. Das alles ist im Moderne-Schiene-Gesetz zu verankern – den Entwurf, der im Sommer 2024 kommen soll, erwarten wir mit Spannung.“

]]>
news-4857 Mon, 10 Jun 2024 15:19:48 +0200 VCD zur EU-Wahl: Green New Deal darf nicht zerstört werden /service/presse/pressemitteilungen/vcd-zur-eu-wahl-green-new-deal-darf-nicht-zerstoert-werden Jene Parteien, die die Klimakrise durch sofortiges Handeln abmildern wollen, haben die Europa-Wahl verloren. Die Legislatur wird eine Zitterpartie um den Erhalt unserer Lebensgrundlage und um menschengerechte Mobilität. Den Wahlausgang in Deutschland kommentiert die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub Deutschland, Kerstin Haarmann: „Die Verantwortung, Europa vor den schlimmsten Folgen der Klimakrise zu bewahren, liegt nun in den Händen der EVP und der designierten Kommissionspräsidentin von der Leyen. Ihr deutsches Pendant, die Union, ist zuletzt leider mit der populistischen Kampagne gegen das sogenannte Verbrenner-Aus in Erscheinung getreten. Dabei braucht die Autoindustrie Planungssicherheit für Investitionen. Nach der Wahl bleibt zu hoffen, dass sie sich eines Besseren besinnt und zukunftsfähige Mobilität ermöglicht.

Dazu gehören auch länderübergreifende Bahnverbindungen und ambitionierte CO2-Grenzwerte für Autos und Lkw. Der Green New Deal, den die EVP mitgetragen hat, darf nicht zerstört werden. Genau das droht jedoch, wenn sich Ursula von der Leyen auf Stimmen von Rechtspopulisten und Rechtsextremen verlassen sollte. Klimaschutz und Verkehrswende sind zu wichtig, um sie zu verschleppen.“

]]>
news-4805 Thu, 06 Jun 2024 18:47:10 +0200 Gehwegparken: BVerwG räumt Betroffenen Anspruch auf Handeln der Kommune ein – VCD fordert: Parkende Autos runter vom Bürgersteig! /service/presse/pressemitteilungen/gehwegparken-bverwg-raeumt-betroffenen-anspruch-auf-handeln-der-kommune-ein-vcd-fordert-parkende-autos-runter-vom-buergersteig Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat heute einen sechsjährigen Rechtsstreit beendet und klargestellt: Kommunen müssen das illegale Gehwegparken ahnden, wenn zu wenig Platz für Fußgänger bleibt! Geklagt hatte eine Bürgerinitiative gegen die Stadt Bremen. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt das klare Urteil und erwartet eine Signalwirkung. Alle deutschen Städte, die beim Gehwegparken die Augen zugedrückt haben, müssen jetzt umdenken. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, kommentiert. “Auch wenn es vielen wie ihr Gewohnheitsrecht erscheint: Parkende Autos haben auf Gehwegen nichts verloren, Kommunen müssen dagegen vorgehen. Dies hat das BVerwG nun letztinstanzlich bestätigt. Jahrelang wurde das Gehwegparken von den Behörden geduldet und kaum geahndet. Dabei müssen alle sicher von A nach B kommen können, auch wenn sie zu Fuß unterwegs sind. Parkende Autos, die den Gehweg verengen, sind für Menschen mit Kinderwagen mit Rollator oder im Rollstuhl eine schwere Einschränkung.

Relevant für die Sicherheit ist das illegale Parken auch über Unterflurhydranten oder über Absperrhähnen für Wasser und Gas. Diese befinden sich in der Regel auf den Gehwegen. Wenn es brennt, kann der freie Zugang zu diesen Einrichtungen Leben retten. Ist er versperrt, kann die Feuerwehr nicht löschen oder es drohen Gasexplosionen. Immer wieder beklagen Feuerwehrleute, dass Falschparker Hydranten versperren. Damit ist jetzt Schluss.

Der VCD fordert die Kommunen auf, die Straßenverkehrsordnung ab sofort durchzusetzen. Es kann nicht sein, dass jahrzehntelanges Wegschauen die Autofahrer*innen begünstigt, während viele andere Nachteile in Kauf nehmen müssen. Kommunen sollten das Urteil auch nutzen, um im Rahmen eines städtischen Mobilitätskonzepts ein aktives Parkraummanagement einzuführen. So kann das Parken effektiver gesteuert und der Parkdruck verringert werden, gleichzeitig verringert es Konflikte und erhöht die Verkehrssicherheit für alle.“

Zum Hintergrund: Die Entscheidung des BVerwG finden Sie hier. Die Straßenverkehrsordnung verbietet das Gehwegparken eindeutig: „Das Parken auf Gehwegen darf nur zugelassen werden, wenn genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgängern ggf. mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern auch im Begegnungsverkehr bleibt“ (§ 42 StVO, Zeichen 315 Parken auf Gehwegen). Dies ist nach allgemein anerkannten Regeln der Technik eine Mindest-Gehwegbreite von 1,80 m.

]]>
news-4797 Mon, 03 Jun 2024 13:44:15 +0200 Expertenrat für Klimafragen deckt Versagen der Ampel auf – VCD: Schluss mit den Ausreden! /service/presse/pressemitteilungen/expertenrat-fuer-klimafragen-deckt-versagen-der-ampel-auf-vcd-schluss-mit-den-ausreden Der Expertenrat für Klimafragen (ERK) geht davon aus, dass Deutschland seine Klimaziele für das Jahr 2030 reißen wird und widerspricht damit der Bundesregierung. Der verkehrspolitische Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Michael Müller-Görnert, kommentiert. Es ist wie befürchtet: Deutschland ist nicht auf Klimakurs. Verantwortlich dafür ist vor allem der Verkehrssektor, der seine Ziele Jahr um Jahr verfehlt. Dabei wäre es so einfach – die Regierung muss Tempolimits auf Autobahnen und Landstraßen einführen, klimaschädliche Subventionen abbauen, in Bahn, Bus und Rad investieren.

Wenn sie auf diese Maßnahmen verzichtet und sich weiter durchschummelt, führt sie das Land sehenden Auges in die Klimakrise. Wer wissen will, wie das aussehen wird, muss nur in die süddeutschen Hochwassergebiete schauen.

]]>
news-4795 Fri, 31 May 2024 10:48:42 +0200 Nicht nur am Kindertag: Sicher unterwegs mit der VCD-Mobifibel /service/presse/pressemitteilungen/nicht-nur-am-kindertag-sicher-unterwegs-mit-der-vcd-mobifibel Anlässlich des internationalen Kindertags am 1. Juni: Jetzt den Nachwuchs fit machen für eigenständige Mobilität im Alltag! Denn die Sommermonate sind der ideale Zeitpunkt, um sicheres Verkehrsverhalten einzuüben. Die VCD-Mobifibel bietet praktische Tipps, wie Eltern ihre Kinder auf dem Weg zu eigenständiger Mobilität unterstützen können. Berlin, 31. Mai 2024. Motorische Fähigkeiten, räumliches Vorstellungsvermögen und Gefahreneinschätzung entwickeln Kinder vor allem, wenn sie selbstständig mobil sind. Nur so können sie sich Kompetenzen für eine sichere Verkehrsteilnahme aneignen. Sie lernen, eigenständig zu agieren und stärken damit gleichzeitig ihr Selbstvertrauen und ihren Orientierungssinn. Die Mobifibel des ökologischen Verkehrsclubs VCD zeigt, wie es geht und bietet zahlreiche Tipps, wie Kinder zu Fuß, auf dem Rad, im Bus oder in der Bahn sicher und mit Spaß unterwegs sein können.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung: „Gerade jetzt in den warmen Monaten ist das Wetter meistens gut und Bewegung an der frischen Luft macht noch mehr Spaß. Außerdem sind viele Menschen im Urlaub – dadurch gibt es weniger Verkehr auf den Straßen. Und natürlich haben auch die Eltern und Kinder in der Ferienzeit abseits vom Alltagsstress Zeit und Ruhe, um Neues spielerisch auszuprobieren.“

Die Mobifibel steht Familien dabei mit wertvollen Tipps zur Seite: Von Laufrad über Roller und Fahrrad bis hin zu Bus und Bahn ist alles dabei. Zum Beispiel wie man den Schulweg mitsamt kritischer Stellen gemeinsam einübt oder einen Laufbus organisiert. Dafür werden Kinder aus der Nachbarschaft zusammengebracht, die im kommenden Schuljahr ihren Schulweg gemeinsam zurücklegen. Dieser wird dadurch sicherer und macht allen mehr Spaß. Außerdem ermutigt die VCD-Mobifibel, selbst aktiv zu werden, um Städte für Jung und Alt umzugestalten. So gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Errichtung von Tempo 30-Zonen oder verkehrsberuhigten Schulstraßen.

Für die Mobifibel gibt es folgende Bestelloptionen:

 

]]>
news-4793 Thu, 30 May 2024 15:35:27 +0200 Klima-Streik zur Europa-Wahl am 31. Mai – VCD ruft zur Teilnahme an Streik und Wahl auf /service/presse/pressemitteilungen/klima-streik-zur-europa-wahl-am-31-mai-vcd-ruft-zur-teilnahme-an-streik-und-wahl-auf Der ökologische Verkehrsclub VCD unterstützt den Klimastreik von Fridays for Future am 31. Mai. Thema ist die Wahl des Europäischen Parlamentes am 9. Juni. Die Wahl wird entscheidend sein dafür, ob die Europäische Union den Green Deal weiterverfolgt. Bis 2030 soll der Ausstoß klimaschädlicher Gase um 55 Prozent gesenkt werden; 2050 will die EU klimaneutral sein. Gerade beim Verkehr muss mehr getan werden, damit diese Ziele erreicht werden können. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, kommentiert. Der Klimaschutz ist unter Beschuss geraten, auch auf europäischer Ebene. Die aktuelle CDU/CSU-Kampagne für den Erhalt des Verbrenners zeigt zweierlei: Zum einen fällt die Union der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in den Rücken, die bekanntlich selbst aus der CDU kommt und den Green New Deal maßgeblich vorangetrieben hat. Zum anderen ist sie bereit, auf Desinformation zu setzen, wenn es ihren Zwecken dient. Denn ein „Verbrenner-Verbot“, wie es die Kampagne darstellt, gibt es nicht. Ab 2035 dürfen Neuwagen beim Fahren keine klimaschädlichen Gase mehr ausstoßen. Auch mit Ökostrom erzeugte E-Fuels sind erlaubt, ganz wie die Union es fordert.

Zugleich schadet die Union der Wirtschaft in Europa und Deutschland, denn die Auto-Industrie in China ist längst weiter. Dort werden etwa, anders als hierzulande, auch kleine und günstige E-Autos hergestellt. Die deutsche Auto-Industrie ist sich derweil nicht einig, wie schnell sie auf Elektromobilität umstellen will, und wird von Union und FDP in ihrem Wankelmut bestärkt – den ökologisch wie ökonomisch notwendigen Umbau droht sie so zu verschlafen. Am Ende wird das für alle teuer und steht in keinem Verhältnis zum kurzfristigen Gewinn, der durch Herauszögern zu erreichen ist.

Die Agora Verkehrswende hat in einer aktuellen Studie aufgezeigt, dass jedes Zögern beim Klimaschutz am Ende dazu führt, dass alle draufzahlen. Die Klimaziele der Bundesregierung sind umso schwieriger zu erreichen, je später wir damit anfangen, den CO2-Ausstoß zu senken. Behalten wir den status quo bis 2030 bei, werden Deutschland und Europa diese Ziele verfehlen. Umso mehr ist das Verkehrsministerium gefordert, jetzt gegenzusteuern – mit Maßnahmen wie einem Tempolimit und mit Vorfahrt für Bahn, Bus, Rad und Fußverkehr.

Die Wahlen des Europäischen Parlamentes entscheiden über die Zukunft der EU. Wird der zukunftsgewandte Kurs mit dem Green New Deal beibehalten oder wird er abgeschwächt? Letzteres bedeutet: Wir bleiben länger abhängig von Kohle, Öl und Gas – und das in einer Welt, in der solche Rohstoffe nur selten von ‚lupenreinen Demokraten‘ geliefert werden. Wir müssen dranbleiben, die Erneuerbaren auszubauen und Elektromobilität auf Schiene und Straße weiter durchsetzen. Daher kommt es bei der Europa-Wahl am 9. Juni auf jede Stimme an.

]]>
news-4790 Fri, 24 May 2024 13:27:48 +0200 Welt-Verkehrsministertreffen in Leipzig: Sektor bleibt Sorgenkind beim Klimaschutz – Deutschland muss vorangehen /service/presse/pressemitteilungen/welt-verkehrsministertreffen-in-leipzig-sektor-bleibt-sorgenkind-beim-klimaschutz-deutschland-muss-vorangehen Heute endete in Leipzig das „International Transport Forum“, ein jährliches Treffen von Verkehrsminister*innen aus aller Welt, unter ihnen Volker Wissing. Gemeinsam mit Expert*innen diskutieren sie Fragen der nachhaltigen Mobilität. Im Mittelpunkt: Wie kann Mobilität klimaneutral, sicher, barrierefrei und sozial gerecht gestaltet werden. Für den VCD ist klar: Gerade Deutschland muss endlich Maßnahmen ergreifen, um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen und Mobilität für alle zu gewährleisten. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD kommentiert. Weltweit stammen knapp ein Viertel aller Treibhausgase aus dem Verkehr, Tendenz steigend. Damit konterkariert der Sektor die Ziele des Pariser Klimaabkommens. Die Frage ist: Wie kann die Abhängigkeit von den Fossilen beendet werden und der Verkehr klimaneutral? Eine Strategie dafür ist mehr als dringlich; verbindliche Vorgaben und gemeinsames Handeln sind überfällig.

Dabei reicht es nicht, auf den Antriebswechsel hin zu E-Autos zu setzen. Zwar müssen Elektromotoren die Verbrenner rasch ersetzen, doch die Alternativen zu Autos und Lastern brauchen Vorrang: Bus, Bahn und Rad statt Pkw und Lkw. Dafür braucht es die entsprechende Infrastruktur und mehr Geld. Staatliche Mittel müssen in den Umweltverbund fließen statt in immer neue und breitere Autobahnen; klimaschädliche Subventionen gehören beendet. Konzepte für einen solchen Umbau haben Umweltverbände wie der VCD längst erarbeitet – wir stehen der Regierung gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Denn noch tun sich die Staaten schwer damit, wie schon der Blick nach Deutschland zeigt. Hier genießt nach wie vor der Straßenverkehr Vorrang: Dienstwagen- und Dieselprivileg oder die Entfernungspauschale fördern den Absatz von Verbrennern; milliardenschwere Straßen-Ausbaupläne zementieren die Zukunft des Autos. Schiene und Radverkehr müssen hingegen um jeden Euro kämpfen. Hierzulande kommen fehlenden Tempolimits hinzu. Während diese weltweit fast überall seit Jahren Standard sind, soll es hier weiterhin freie Fahrt für Raser geben.

Bei Treffen wie dem in Leipzig zeigt sich: Auch in anderen Ländern ist nicht alles rosig, doch gibt es dort viele gute Beispiele, wie Verkehr klimaschonender, inklusiver und gerechter werden kann. Dem muss sich Deutschland als reiches Industrieland anschließen, sonst wird es den Anschluss an eine zeitgemäße und zukunftsfähige Mobilität verlieren. Verkehrsminister Volker Wissing und seine Delegation sollten die vielen guten Ideen aus Leipzig mitnehmen und endlich eine zukunftsgerichtete Verkehrspolitik machen.

]]>
news-4785 Fri, 17 May 2024 12:20:51 +0200 Regierung wegen Gesetzesverstoß zu mehr Klimaschutz verpflichtet –VCD fordert Sofortmaßnahmen im Verkehrssektor /service/presse/pressemitteilungen/regierung-wegen-gesetzesverstoss-zu-mehr-klimaschutz-verpflichtet-vcd-fordert-sofortmassnahmen-im-verkehrssektor Erneut hat die Bundesregierung in puncto Klimaschutz eine Schlappe vor Gericht einstecken müssen. Das Oberverwaltungsbericht Berlin-Brandenburg hat ihr gestern attestiert, dass die bestehenden Klimaschutzprogramme rechtswidrig sind. Mit dem Urteil wurde sie dazu verpflichtet, die Programme mit wirksamen und nachprüfbaren Maßnahmen nachzubessern. Die Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Kerstin Haarmann, begrüßt das Urteil und sieht nun vor allem Verkehrsminister Wissing in der Pflicht. „Was nicht passt wird passend gemacht” – nach diesem Motto wollte sich die Bundesregierung beim Klimaschutz durchmogeln. Allen voran die FDP, die das Klimaschutzgesetz entkernen ließ, um den Rückstand beim Verkehr unter den Tisch zu kehren. Aber die Gerichte spielen nicht mit und holen die Regierung auf den Boden des Rechts zurück. Konkrete, wirksame und überprüfbare Maßnahmen statt vager Versprechen und Schönrechnereien: Dazu hat das OVG Berlin-Brandenburg die Verantwortlichen verdonnert.

Jetzt ist vor allem Verkehrsminister Wissing gefordert. Sofort wirksam wären Tempolimits von 120 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen. Damit ließen sich laut Umweltbundesamt bis zu sieben Millionen Tonnen CO2 jährlich einsparen, ohne große Mehrkosten. Zudem retten Tempolimits Leben, der Verkehr fließt besser, Autofahrer*innen sind entspannter unterwegs und sparen Sprit bzw. Strom. Eine klare Win-Win-Situation.

Dasselbe gilt auch für den Abbau der klimaschädlichen Subventionen wie dem Dienstwagen- und dem Dieselsteuerprivileg. Das würde klimaschonende Verkehrsmittel im Vergleich günstiger machen – und gleichzeitig Spielräume schaffen, um den Ausbau von Bus, Bahn und Rad zu bezahlen. Auch das 49-Euro-Deutschlandticket ließe sich damit langfristig absichern.

Es gibt keine Ausreden mehr, die Zeit drängt. Wenn die Bundesregierung jetzt keinen wirksamen Klimaschutz auf den Weg bringt, handelt sie nicht nur rechtswidrig, sondern nimmt sehenden Auges hohe Folgekosten für uns alle in Kauf. Noch haben SPD, Grüne und FDP ein Jahr Zeit, um zu zeigen, dass sie eine Fortschrittskoalition sind. Sie muss den Fuß von der Bremse des Klimaschutzes nehmen.

]]>
news-4783 Thu, 16 May 2024 10:20:45 +0200 Letzte Chance zur Bewerbung: Deutscher Verkehrsplanungspreis zeichnet Projekte aus, die Tempo 30 umsetzen /service/presse/pressemitteilungen/letzte-chance-zur-bewerbung-deutscher-verkehrsplanungspreis-zeichnet-projekte-aus-die-tempo-30-umsetzen Der deutsche Verkehrsplanungspreis von der Vereinigung für Stadt, Regional- und Landesplanung (SRL) und dem ökologischen Verkehrsclub VCD steht unter dem Motto „Lebenswerte Straßenräume durch angepasste Geschwindigkeiten“. Die Einreichungsfrist läuft nur noch bis zum 31. Mai 2024. Zum achten Mal vergeben der VCD und die SRL den Deutschen Verkehrsplanungspreis. Mit dem diesjährigen Thema „Lebenswerte Städte durch angepasste Geschwindigkeiten“ senden die Veranstalter auch ein politisches Signal. Denn die Vorteile von reduzierten Geschwindigkeiten, wie beispielsweise Tempo 30 innerorts liegen auf der Hand: Die Verkehrssicherheit steigt, während die Lärm- und Schadstoffbelastung deutlich sinkt. Der Preis zeichnet mutiges Engagement aus, das unsere Städte gesünder, leiser und sicherer macht.

Gesucht werden Projekte aus Deutschland aus den Jahren 2018 bis 2023, denen es gelungen ist, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf maximal 30 km/h zu senken. Ob die Umgestaltung der innerörtlichen Hauptverkehrsstraße, der Ortsdurchfahrt oder der vierspurigen Straße mit angrenzenden Wohngebäuden: Die kreativen Lösungen sollen anderen Kommunen auch als Impuls dienen. Von verbesserter Lebens- und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum profitieren wir alle.

Die Preisverleihung findet im Oktober 2024 in Frankfurt am Main statt. Mehr Informationen zur Bewerbung und den Bewertungskriterien finden Sie hier.

Die Vereinigung für Stadt, Regional- und Landesplanung (SRL) ist der Berufsverband aller in der räumlichen Planung Tätigen und ein interdisziplinäres Netzwerk, das integriertes räumliches Planen fördert. Die Fachgruppe Forum Mensch und Verkehr der SRL versteht sich als Zusammenschluss aller, die die Integration von Verkehrs- und Stadtplanung vorantreiben und einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilitätsentwicklung leisten.

]]>
news-4782 Tue, 14 May 2024 14:57:26 +0200 Bahnfahren ohne Digitalzwang: Verbändebündnis fordert von Deutscher Bahn analogen Zugang zu BahnCard und Sparpreisen /service/presse/pressemitteilungen/bahnfahren-ohne-digitalzwang-verbaendebuendnis-fordert-von-deutscher-bahn-analogen-zugang-zu-bahncard-und-sparpreisen
Berlin, 15. Mai 2024. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert als Teil eines Bündnisses von 28 Organisationen der Zivilgesellschaft die Deutsche Bahn auf, Menschen nicht von Mobilitätsangeboten auszuschließen, nur weil sie kein Internet nutzen. In einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Dr. Richard Lutz, heißt es: „Gewährleisten Sie einen analogen Zugang zu BahnCard und Sparpreisen, der ohne Mehrkosten und barrierefrei von allen, auch von sogenannten Offlinern, genutzt werden kann.“

Die Verbände reagieren darauf, dass die Deutsche Bahn angekündigt hat, die BahnCard ab dem 9. Juni 2024 ausschließlich in digitaler Form auszugeben. Die Deutsche Bahn bietet als Alternative einen Papierausdruck, der jedoch ebenfalls ein digitales Kundenkonto und eine E-Mail-Adresse erfordert. Bereits seit Oktober 2023 werden Sparpreis-Tickets nicht mehr als klassische Papierfahrkarten ohne E-Mail-Adresse oder Mobilnummer verkauft.

Dazu erklärt Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Offensichtlich unterschätzt die Deutsche Bahn, wie vielen Fahrgästen sie mit der Abschaffung der BahnCard als Plastikkarte vor den Kopf stößt. Es gibt Menschen, die das Internet nicht nutzen. Die kann die DB nicht einfach links liegen lassen. Durch die anstehende Generalsanierung des Bahnnetzes wird den Fahrgästen ohnehin viel zugemutet. Da kann es sich der Konzern schlicht nicht leisten, treue Kundinnen und Kunden zu verprellen."

Um Mobilität für alle zu gewährleisten, müssen die Dienstleistungen und Angebote der Deutschen Bahn auch an barrierefreien Service-Schaltern angeboten werden und dies nicht nur in den Bahnhöfen der Großstädte. Über Änderungen bei den Dienstleistungen und Angeboten muss es, anders als bei der angekündigten Digitalisierung der BahnCard, zudem frühzeitige, vollständige und verständliche Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher geben. Im Vorfeld der Entscheidungen sollten Betroffenen- und Verkehrsverbände einbezogen und befragt werden.

Die unterzeichnenden Organisationen wenden sich ausdrücklich nicht gegen digitale Angebote der Deutschen Bahn. Vielmehr sind unterschiedliche Zugänge zu den Angeboten notwendig, um den Bedürfnissen der vielfältigen Kundschaft Rechnung zu tragen und auch Millionen von Menschen, die das Internet nicht nutzen, zu erreichen.

Der offene Brief wurde unterzeichnet von:

  • AWO Bundesverband e. V.
  • BAG SELBSTHILFE – Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V.
  • BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.
  • Berufsverband Arbeit- und Berufsförderung BeFAB e.V
  • Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (bvkm)
  • Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation e.V.
  • Bundesverband Konduktive Förderung nach Petö e.V.
  • Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.
  • Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
  • Bundesvereinigung Selbsthilfe im anthroposophischen Sozialwesen e.V.
  • dbb beamtenbund und tarifunion – bundesseniorenvertretung
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. – Selbsthilfe Demenz
  • Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e.V.
  • Deutsche Epilepsievereinigung e.V.
  • Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
  • Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
  • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
  • Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V.  (DVBS)
  • Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG
  • Gewerkschaft der Polizei | Bundesvorstand
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – Bundessenior*innenausschuss
  • Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
  • Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL)
  • VCD Verkehrsclub Deutschland e.V.
  • Ver.di Seniorinnen und Senioren
  • Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V.

Den offenen Brief finden Sie im Wortlaut hier.

]]>
news-4781 Wed, 08 May 2024 15:40:58 +0200 VCD fordert nach Gerichtsurteil: Jetzt alle unzeitgemäßen Straßenbauprojekte prüfen /service/presse/pressemitteilungen/vcd-fordert-nach-gerichtsurteil-jetzt-alle-unzeitgemaessen-strassenbauprojekte-pruefen Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat einer Klage des VCD Südbaden gegen den Bau der Gauchachtalbrücke stattgegeben. Das Urteil hat Signalwirkung für die Bundespolitik. Der VCD-Bundesverband fordert, sämtliche Straßenbauvorhaben hinsichtlich ihrer Klimabilanz zu prüfen und die Kosten-Nutzen-Rechnung angesichts gestiegener Baukosten und eines deutlich höheren CO2-Preises neu zu kalkulieren. Im Fall des gestoppten Bauprojekts einer zweiten Brücke durch das Gauchachtal hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg der Klage des VCD Südbaden stattgegeben. Für das in den Neunzigerjahren geplante Straßenbauprojekt muss jetzt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach modernen Standards durchgeführt werden. Das Gerichtsurteil zeigt für den ökologischen Verkehrsclub VCD ganz klar: Ohne aktuelle UVP geht es nicht. Dabei müssen auch die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes berücksichtigt werden. Das Urteil sollte die Bundespolitik wachrütteln: Ein stures Festhalten an im letzten Jahrtausend beschlossenen Planungen ist nicht mehr zeitgerecht und widerspricht dem Klimaschutzgesetz.

Für den VCD ist der Fall beispielhaft für viele ähnliche Projekte des Bundes. Der VCD fordert daher: Alle Straßenbauvorhaben im aktuellen Bundesverkehrswegeplan gehören auf den Prüfstand – vor allem die Autobahnen. Ohnehin sollte das Verkehrsministerium die richtigen Prioritäten setzen: Mehr als 4.000 Autobahnbrücken gelten hierzulande als sanierungsbedürftig. Statt den Neu- und Ausbau voranzutreiben, muss der Bund die bestehenden Infrastruktur sichern.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Wie wirkt sich ein Bauvorhaben auf das Klima aus? Wie viel zusätzlicher Autoverkehr wird absehbar durch die neue Straße oder Brücke erzeugt? Wie sieht die Kosten-Nutzen-Bilanz aus, wenn man die gestiegenen Baukosten und den erhöhten CO2-Preis berücksichtigt? Der Bundestag muss jetzt klar priorisieren, welche Straßen wir uns aus Klima- und Kostensicht noch leisten können.“

Zum Hintergrund: Die Planungen der Gauchachtalbrücke wurden bereits 1991 per Planfeststellung beschlossen. Eine erste Brücke wurde 2002 fertiggestellt, die zweite ursprünglich geplante Brücke aus Kostengründen nicht gebaut. Nun sollte sie doch noch gebaut werden, obwohl es auf der fraglichen Strecke weder einen Engpass noch einen zusätzlichen Bedarf gibt. Mit seiner erfolgreichen Klage konnte der VCD Südbaden das bis auf Weiteres verhindern.

]]>
news-4779 Wed, 01 May 2024 12:32:05 +0200 Verkehrsetat 2025: Kein Sparzwang auf Kosten des Klimas – Bus, Bahn und Radwege ausbauen! /service/presse/pressemitteilungen/verkehrsetat-2025-kein-sparzwang-auf-kosten-des-klimas-bus-bahn-und-radwege-ausbauen Bis zum 2. Mai müssen die einzelnen Ressorts dem Finanzminister ihre Sparvorschläge für den Bundeshaushalt 2025 vorlegen. Der ökologische Verkehrsclub VCD warnt davor, dabei an der falschen Stelle zu sparen: Investitionen in die Schiene, den Nahverkehr und das Rad dürften nicht erneut unter die Räder kommen. Warum das klima- und verkehrspolitisch fatal wäre, erläutert die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann. Der Verkehrsetat stellt wichtige Weichen für unsere Mobilität. Angesichts des bisherigen Blindfluges beim Klimaschutz muss die Regierung jetzt umsteuern. Minister Wissing darf sich nicht damit herausreden, dass er nach der Änderung des Klimaschutzgesetzes die jährlichen Sektorziele nicht mehr einhalten muss.

Zum einen wird der Spielraum der anderen Sektoren immer kleiner – sie können die CO2-Emissionen des Verkehrs auf Dauer nicht ausgleichen. Zum anderen drohen dem Bund ab 2027 Emissionszukäufe in Milliardenhöhe, wenn er die Vorgaben der EU weiterhin ignoriert. Dies kann er nur vermeiden, wenn er jetzt konsequent in klimaschonende Mobilität investiert und folgende Maßnahmen auf den Weg bringt:

  • Er muss die Sanierung und den Ausbau der Schiene für die kommenden Jahre mit mehr Geld absichern – die jährliche Zitterpartie ist nicht länger tragbar. Dafür braucht es mehrjährige Infrastrukturfonds für beide Aufgaben.
  • Er muss die Regionalisierungsmittel deutlich erhöhen, um das 49-Euro-Deutschlandticket zu diesem Preis zu erhalten und das Bus- und Bahnangebot auszubauen.
  • Er muss die Mittel für den Radverkehr auf eine Milliarde Euro pro Jahr aufstocken, wie es die Verkehrsminister der Länder bereits seit 2022 fordern.

Die Schuldenbremse als heilige Kuh der FDP-Finanzpolitik kann hier nicht als Ausrede dienen – Minister Wissing benötigt kein zusätzliches Geld, um diese Maßnahmen umzusetzen. Er kann die Mittel, die für den Aus- und Neubau von Straßen vorgesehen sind, auf den Erhalt und die Sanierung von Brücken beschränken und so Milliarden für den Ausbau der Schiene freischaufeln. Davon profitieren alle.

Zusätzliche Gelder werden frei, wenn die Bundesregierung endlich den bereits im Koalitionsvertrag angekündigten Abbau klimaschädlicher Subventionen angeht. Alleine im Verkehr schlummern mehrere Milliarden Euro, die dem Staat jährlich entgehen. Dazu muss Finanzminister Linder lediglich die Pauschalbesteuerung von Dienstwagen erhöhen und die Dieselsteuer an Benzin angleichen. Dies entlastet nicht nur den Haushalt, sondern setzt auch Anreize zugunsten nachhaltiger Mobilität. Eine Win-Win-Situation.

]]>
news-4778 Tue, 30 Apr 2024 12:07:48 +0200 49-Euro-Ticket langfristig sichern; Angebot sozial und familienfreundlich ausbauen /service/presse/pressemitteilungen/49-euro-ticket-langfristig-sichern-angebot-sozial-und-familienfreundlich-ausbauen Die Arbeiterwohlfahrt AWO und der ökologische Verkehrsclub VCD starten am 1. Mai eine gemeinsame Petition, um den Preis des 49-Euro-Deutschlandtickets stabil zu halten. Das Ticket existiert dann genau ein Jahr. Neben dem stabilen Grundpreis fordern beide Verbände, das Angebot zu ergänzen: Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre sollen kostenlos den Nah- und Regionalverkehr nutzen können. Außerdem soll ein bundesweit gültiges Jugend- und Sozialticket für maximal 29 Euro eingeführt werden. Die Verkehrsministerkonferenz hat sich dazu bekannt, dass der Preis des 49-Euro-Tickets wenigstens in diesem Jahr nicht steigen soll. Doch ob das gelingt, ist offen, denn die Finanzierung ist bis heute nicht endgültig geklärt. Und von langfristig stabilen Preisen kann schon gar keine Rede sein – über bis zu 69 Euro wird bereits spekuliert.

Eine solche Preiserhöhung wäre fatal. Umfragen zeigen, dass viele Kunden das Ticket dann kündigen würden; andere würden eine Anschaffung nicht mehr in Betracht ziehen. Deshalb muss der Bund die übriggebliebenen Gelder von 2023 endlich auf 2024 umlegen. AWO und VCD fordern außerdem, dass Bund und Länder dauerhaft mehr Geld für den Nah- und Regionalverkehr bereitstellen. Das Budget muss reichen, um den Grundpreis für das 49-Euro-Ticket auf längere Zeit zu sichern und gleichzeitig das Bus- und Bahn-Angebot auszubauen.

Schließlich muss es vergünstigte Tickets für jene geben, die 49 Euro im Monat nicht zahlen können. Für Studierende gibt es mit dem bundesweiten Semesterticket zu 29,40 Euro bereits eine Lösung – Familien, Jugendliche, Azubis und Geringverdienende warten noch. VCD und AWO fordern deshalb Sozial- und Jugendtickets für maximal 29 Euro im Monat. Und Kinder bis 14 Jahre sollen kostenlos Bus und Bahn fahren können.

Die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann erläutert: „Das 49-Euro-Ticket hat dazu beigetragen, dass mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen. Es könnte erfolgreicher sein, wenn sein Preis langfristig festgelegt wird. Die aktuelle Diskussion um seinen Preis hält Menschen davon ab, es zu abonnieren. Zugleich ist mehr in Busse und Bahnen zu investieren. Dann kann das 49-Euro-Ticket auch da erfolgreich, wo bisher kein Bus und keine Bahn fährt.“

AWO-Präsident Michael Groß sagt dazu: „Der Zugang zum ÖPNV als klimafreundliche Mobilität darf keine Frage des Einkommens sein. Das 49-Euro-Ticket ist hier eine wichtige soziale und klimapolitische Errungenschaft der aktuellen Bundesregierung. Wir dürfen diesen Erfolg nun nicht gefährden, sondern müssen das 49-Euro-Ticket weiter ausbauen und stärken. Ein entscheidender Schritt ist dabei, dass wir bedarfsgerechte Lösungen für all diejenigen finden, welche sich 49 Euro nicht leisten können.“

Zum Hintergrund: Die Petition und einen weiterführenden Blogartikel finden Sie hier auf der Homepage des VCD.

]]>
news-4776 Mon, 29 Apr 2024 11:49:37 +0200 Verkehrsunternehmen sollten E-Scooter-Verbote überdenken /service/presse/pressemitteilungen/verkehrsunternehmen-sollten-e-scooter-verbote-ueberdenken Immer mehr Verkehrsunternehmen des ÖPNV untersagen die Mitnahme von E-Scootern in ihren Fahrzeugen – zuletzt etwa in München oder Leipzig oder ab dem 1. Mai in Berlin. Als Grund nennen sie Batterien, die explodieren und Rauchgas freisetzen könnten. Der TÜV-Verband hat nun in einer Einschätzung seiner Expertengruppe dargelegt, dass zugelassene E-Scooter in Deutschland ein hohes Brandschutzniveau haben. Alexander Kaas Elias, Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität beim ökologischen Verkehrsclub VCD kommentiert:

„Für die Verkehrswende ist es essenziell, einfach und schnell zwischen Verkehrsmitteln wechseln zu können. Einen E-Scooter im Bus mitzunehmen, macht es leichter, auf das Auto zu verzichten – ein Verbot wäre deshalb nur dann sinnvoll, wenn die Batterien wirklich eine Gefahr darstellten. Und das ist fraglich, denn jedes in Deutschland zugelassene Modell hat eine unabhängige Drittprüfung bestanden und stellt bei ordnungsgemäßem Umgang keine erhöhte Brandgefahr dar. Dabei gilt: Je hochwertiger die E-Scooter in der Verarbeitung, desto besser für Sicherheit und Umwelt.

Die Unternehmen sollten zugelassene E-Scooter daher nicht pauschal aussperren. E-Scooter-Fahrende nutzen sie häufig auf dem Weg zur nächsten ÖPNV-Haltestelle. Sie sind ein Element in ihrer Wegekette, dass etwa die Strecken von und zu Bahnhöfen oder Haltestellen erleichtert.

Der VCD fordert die Verkehrsunternehmen auf, mehr Rücksicht auf die Belange dieser Passagiere zu nehmen. Es braucht eine Übereinkunft zwischen Verkehrsverbünden und E-Scooter-Unternehmen, die zwei Dinge sicherstellt: Einerseits einheitliche Standards für Lithium-Ionen-Batterien, die die Sicherheit aller Fahrgäste garantieren, andererseits aber auch das Versprechen, dass sichere E-Scooter in Bahnen und Bussen mitgenommen werden können. Wir begrüßen, dass der TÜV-Verband im Sinne der Sicherheit in den Dialog mit den Verkehrsunternehmen treten will. Das Bundesverkehrsministerium als Initiator der E-Scooter-Zulassung sollte vermitteln.

Unabhängig von einer Einigung dahingehend fehlen weiterhin sichere, witterungsgeschützte und über gute Wege erreichbare Parkmöglichkeiten für E-Scooter wie (E-)Fahrräder an Bahnhöfen. Sie bieten die Möglichkeit, die Mitnahme von Kleinstfahrzeugen in Bussen und Bahnen zu reduzieren.“

Zum Hintergrund:

Unser Hintergrundpapier „E-Scooter: Ein Puzzleteil der Verkehrswende“

Die Pressemitteilung des TÜV-Verbands

]]>
news-4774 Mon, 29 Apr 2024 08:26:37 +0200 Neue Studie zeigt: Schon mit 10 Prozent mehr ÖPNV 19 Milliarden Euro sparen /service/presse/pressemitteilungen/neue-studie-zeigt-schon-mit-10-prozent-mehr-oepnv-19-milliarden-euro-sparen Wenn zehn Prozent des Verkehrs in Deutschland vom Auto auf den ÖPNV verlagert werden, können 19 Milliarden Euro und 5,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die ein Verbändebündnis zum 1. Jahrestag des Deutschlandtickets am 1. Mai veröffentlicht. Die Studie des Forums für Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft zeigt, dass sich bereits mit relativ geringen Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hohe gesellschaftliche Kosten einsparen lassen. Das Bündnis aus Klima-Allianz Deutschland, AWO Bundesverband und dem ökologischen Verkehrsclub VCD fordert, dass die Bundesregierung ihre Versprechen einhält: Die Fahrgastzahlen zu verdoppeln, einen Ausbau- und Modernisierungspakt für den ÖPNV auf den Weg zu bringen und das 49-Euro-Ticket langfristig zu sichern.

Der motorisierte Individualverkehr ist für rund 96 Prozent der externen Kosten des Verkehrs verantwortlich, während der öffentliche Verkehr nur vier Prozent der Kosten verursacht. Das ist das 21-fache und machte im Jahr 2019 rund 104 Milliarden Euro aus. Diese ungleiche Verteilung der Kosten belastet die Allgemeinheit enorm und steht im Widerspruch zum Verursacherprinzip. Für die externen Schäden, die der Autoverkehr verursacht, haftet die Gesellschaft als Ganzes. Besonders besorgniserregend ist nach Ansicht der Verbände, dass ärmere Haushalte und ungeschützte Verkehrsteilnehmende einen unverhältnismäßig hohen Anteil dieser Kosten tragen.

Hohe gesellschaftliche Kosten entstehen insbesondere durch Autounfälle, Abgase und Lärm sowie durch Natur- und Klimaschäden. Diese Kosten fallen bei den direkt Betroffenen an oder werden von der Allgemeinheit bezahlt – z.B. durch Versicherungsbeiträge oder steuerfinanzierte Ausgleichsmaßnahmen. Die Studie bezieht sich auf die neuesten verfügbaren Daten der EU-Kommission aus dem Jahr 2020 und berechnet auf deren Basis, was passieren würde, wenn zehn Prozent des Verkehrs auf den öffentlichen Verkehr verlagert werden: 19 Milliarden Euro und 5,8 Millionen Tonnen CO2 könnten so eingespart werden.

Das Bündnis fordert deshalb eine langfristige Finanzierung des öffentlichen Verkehrs mit Unterstützung der Bundesregierung, die die nötigen Investitionen und bezahlbare Ticketpreise sicherstellt. Ziel müsse sein, die zur Einhaltung der Klimaziele erforderliche Verkehrsverlagerung vom Auto auf Bus und Bahn zu ermöglichen. Der Ausbau der ÖV-Infrastruktur ist eine grundlegende Voraussetzung für die Verkehrswende und erfordert umfangreiche Investitionen.

Alexander Kaas Elias, Sprecher für Bahn und ÖPNV des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert: „Mit der Verlagerung vom Auto auf die Öffentlichen entlasten wir die Umwelt, das Klima und die Gesellschaft von hohen Folgekosten – besonders profitieren diejenigen, die am meisten vom Verkehr belastet sind, ein geringes Einkommen haben, am wenigsten Schäden verursachen und dennoch die Kosten mittragen müssen. Durch eine Mobilitätsgarantie in der Stadt und auf dem Land wird es möglich, das eigene Auto öfter stehen zu lassen oder ganz darauf zu verzichten. Deswegen starten VCD und AWO zum 1. Mai 2024 eine gemeinsame Kampagne, um das 49-Euro-Ticket dauerhaft zu sichern und zu verbessern.”

Stefanie Langkamp, politische Geschäftsleitung der Klima-Allianz Deutschland, erklärt: „Auch wenn die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz jetzt abgeschwächt hat, bleibt der Handlungsdruck hoch: Die Studie zeigt, wie sehr wir alle unter den Folgen des Autoverkehrs leiden. Der motorisierte Individualverkehr verursacht jährlich Kosten in Milliardenhöhe und schadet massiv der Gesundheit. Jeder mit den Öffentlichen zurückgelegte Kilometer nützt der gesamten Gesellschaft und spart bares Geld. Schiene ausbauen, Straße reparieren, muss jetzt die Devise sein. Ohne eine gesicherte und zusätzliche Finanzierung des ÖPNV und bessere Arbeitsbedingungen droht zudem bis 2030 ein dramatischer Personalmangel."

Michael Groß, Präsident der AWO, sagt: „Wir brauchen eine Mobilitätsgarantie für alle Menschen und dies auch bezahlbar. Die Studie verdeutlicht, dass Autos sowohl für die Nutzenden als auch für die Gesellschaft die teuerste Mobilitätsform im Alltag darstellen. Autos werden immer schneller und größer – und beanspruchen damit immer mehr Ressourcen. Das ist nicht sozial. Der öffentliche Verkehr darf nicht länger als teure Belastung für Haushalte und die Allgemeinheit dargestellt werden. Der Verbund aus öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad- und Fußverkehr ist insgesamt deutlich günstiger, gesünder und nachhaltiger für alle. Auch Güter müssen endlich auf die Schiene, um das Leben an befahrenen Straßen besser zu machen. Bund, Länder und Kommunen sind gefragt, Menschen in Städten und auf dem Land echte Alternativen zum Auto und zur Straße anzubieten."

Download: Die Studie „MIV und ÖPNV im Kostenvergleich. Einsparung gesellschaftlicher Kosten durch den öffentlichen Personennahverkehr” des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland, des AWO Bundesverbands und des ökologischen Verkehrsclubs VCD können Sie hier lesen und herunterladen.  

Infografik: Die folgende Infografik zeigt die durch verschiedene Verkehrsmittel verursachten Schäden und gesellschaftlichen Kosten sowie einen Vergleich der gestiegenen Gesamtkosten zwischen den Jahren 2005 und 2017. Zwei weitere Grafiken zeigen die Vorteile einer Verlagerung von 10 Prozent des Verkehrs vom motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Alle drei Infografiken können Sie hier sehen und herunterladen.

]]>
news-4773 Sun, 28 Apr 2024 12:09:44 +0200 Trotz höherer Luftverkehrsteuer – Subventionen fürs Fliegen bleiben zu hoch /service/presse/pressemitteilungen/trotz-hoeherer-luftverkehrsteuer-subventionen-fuers-fliegen-bleiben-zu-hoch Ab dem 1. Mai wird die Luftverkehrsteuer erhöht und die Deckelung der Einnahmen aus dem Emissionshandel beendet. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt diesen Schritt, betrachtet die Erhöhung jedoch als zu gering. Zudem mahnt er an, weiterhin bestehende Subventionen fürs Fliegen abzubauen. Weder werde Kerosin besteuert noch die Mehrwertsteuer auf Auslandstickets erhoben, kritisiert Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher beim VCD. Die jetzige Erhöhung der Luftverkehrsteuer ist ein Witz. Um eine Lenkungswirkung zu erzielen, hätte sie wesentlich höher ausfallen müssen. Für innereuropäische Flüge, die 80 Prozent aller Fluggäste nutzen, steigt der Preis gerade einmal um 2,80 Euro – dafür bekomme ich am Flughafen nicht einmal einen Kaffee. Hier von einer übermäßigen Belastung zu sprechen, entbehrt jeglicher Grundlage.

Zwar steigen die erwarteten Einnahmen aus der Steuer auf etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr, dem stehen aber klimaschädliche Flug-Subventionen von über 14 Milliarden gegenüber, die unangetastet bleiben. Kerosin bleibt weiter steuerfrei; für internationale Flüge wird keine Mehrwertsteuer erhoben. Im Ergebnis können Strecken innerhalb Europas für unter 30 Euro angeboten werden – klimaschonende Alternativen halten da nicht mit.

Der Abbau dieser Subventionen ist überfällig. Nicht nur wegen des Klimas, sondern auch, um im Haushalt mehr Spielraum für den Ausbau länderübergreifender Zugverbindungen zu schaffen. Zwar will die EU die Energiesteuerrichtlinie reformieren und Kerosin künftig schrittweise besteuern – doch die Verhandlungen stocken. Bis die neue Vorgabe zum Tragen kommt, sollte der Bund die Luftverkehrsteuer weiter erhöhen.

Außerdem sollten sehr weite Langstreckenflüge, etwa nach Australien und Neuseeland, höher besteuert werden, denn gerade sie sind besonders klimaschädlich. Derzeit fallen für die 16.500 Kilometer von Frankfurt nach Sydney dieselben Steuern an wie für die 7.700 Kilometer nach New York – und das ergibt weder klima- noch fiskalpolitisch einen Sinn. Der VCD fordert daher, eine zusätzliche ‚Distanzklasse 4‘ für extrem weite Strecken einzuführen. 

Allgemein gilt: Wer seine Reiseziele so wählt, dass sie mit Bus und Bahn erreichbar sind, verringert die ökologischen Schäden enorm. Eine Fahrt mit der Bahn verursacht nur ein Sechstel so viel CO2 wie ein Flug auf derselben Strecke. Inzwischen gibt es immer mehr Nachtzugverbindungen, die bequeme Bahnreisen quer durch Europa ermöglichen. Leider ist das Angebot noch zu begrenzt. Unser Ziel ist, es so auszubauen, dass es eine echte Alternative zum Flugzeug wird.

Zum Hintergrund: Eine Analyse des VCD zu den ökologischen Problemen des Luftverkehrs nebst Lösungsansätzen finden Sie hier. Die Forderungen des VCD zum Ausbau des Nachtzugnetzes finden Sie hier.

]]>
news-4771 Wed, 24 Apr 2024 16:30:47 +0200 Zur Abstimmung des Münchner Stadtrats gegen Diesel-Fahrverbote: „Verzögerungstaktik zulasten der Bürgerinnen und Bürger“ /service/presse/pressemitteilungen/zur-abstimmung-des-muenchner-stadtrats-gegen-diesel-fahrverbote-verzoegerungstaktik-zulasten-der-buergerinnen-und-buerger Der Münchner Stadtrat hat heute gegen die Umsetzung der gerichtlich angeordneten Diesel-Fahrverbote gestimmt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD kritisieren die Entscheidung als Verzögerungstaktik zulasten der Münchner Bürgerinnen und Bürger. Dazu sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „Der Stadtrat hat heute gegen die Gesundheit der Münchnerinnen und Münchner gestimmt. Tempo 30 reicht nicht aus, um die massiven Überschreitungen des Dieselabgasgifts Stickstoffdioxid in München zu beheben. Durch diese Entscheidung müssen die Menschen in München noch länger schmutzige Luft atmen. Die Stadt ist vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zu Fahrverboten für Euro-5-Dieselfahrzeuge verurteilt worden. Diese sind unerlässlich, um die Grenzwerte in München noch in diesem Jahr einzuhalten. Wir werden mit allen rechtlichen Mitteln sicherstellen, dass dieses Urteil schnellstmöglich umgesetzt wird.“

Die Entscheidung des Stadtrats kommentiert Christoph von Gagern, Sprecher im VCD-Kreisverband München: „Nach 14 Jahren der Grenzwertüberschreitung, einem ausgehandelten Vergleich und einer erneuten richterlichen Entscheidung, die eindeutig festlegt, dass Fahrverbote einzuführen sind, um den gesetzlichen Vorgaben endlich zu entsprechen, macht es mich einfach nur noch fassungslos, dass immer noch die Auffassung im Münchner Stadtrat vorherrscht, man habe die Zeit und das Recht, eine Tempo 30 Maßnahme zu prüfen. Die betroffenen Menschen haben diese Zeit nicht, deren Gesundheit steht jetzt auf dem Spiel und braucht effektive Maßnahmen.“

Zur angekündigten Beschwerde gegen die Nicht-Zulassung der Revision sagt Remo Klinger, Rechtsanwalt im Verfahren von DUH und VCD für die Saubere Luft in München: „München kündigt eine offenkundig erfolglose Beschwerde gegen das Urteil an – die damit verbundenen Kosten, die München zu tragen haben wird, sind eine Verschleuderung von Haushaltsmitteln. Es grenzt an den strafrechtlich relevanten Tatbestand der Haushaltsuntreue, öffentliche Gelder für ein Verfahren auszugeben, das man allein zum Zweck der Verfahrensverschleppung und zur weiteren Nichteinhaltung von Gesundheitsgrenzwerten betreibt. Wir werden unmittelbar nach Einlegung der Beschwerde deren Zurückweisung beantragen und im Übrigen den Landesrechnungshof wegen dieser rechtlich unverantwortlichen Mittelverschwendung hinzuziehen.“

 

]]>
news-4768 Tue, 23 Apr 2024 15:38:40 +0200 Staat fördert klimaschädliches Verhalten: VCD fordert Abschaffung von Dienstwagenprivileg und Co /service/presse/pressemitteilungen/staat-foerdert-klimaschaedliches-verhalten-vcd-fordert-abschaffung-von-dienstwagenprivileg-und-co Eine neue Studie im Auftrag des Bundesforschungsministeriums untermauert die langjährige Kritik an klimaschädlichen Subventionen im Verkehr. Forschende des Kopernikus-Projekts Ariadne haben die Auswirkungen der Pendlerpauschale, der Besteuerung von Dienstwagen und Diesel sowie der Steuerbefreiung von Kerosin untersucht und ins Verhältnis zum aktuellen CO2-Preis auf Kraftstoffe im Verkehr gesetzt. Ihr Fazit: die Steuerprivilegien übersteigen bei weitem den gegenüberstehenden CO2-Preis und konterkarieren damit den Klimaschutz. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert: „Jetzt haben wir es nochmal schwarz auf weiß: Diesel, Dienstwagen und innerdeutsche Flüge schaden dem Klima und werden dennoch vom Staat unterstützt. Klimaschutzinstrumente wie der CO2-Preis laufen so ins Leere. Je nach Subvention beträgt die Begünstigung bezogen auf einen Liter Sprit zwischen 18 Cent bis 1,70 Euro. Demgegenüber steht die Wirkung des aktuellen CO2-Preises von gerade mal 11 Cent pro Liter. Besonders fatal: Von den Steuervergünstigungen profitieren im Wesentlichen Haushalte mit höherem Einkommen. Für das Klima und die soziale Gerechtigkeit ist es dringend geboten, diese Privilegien endlich abzubauen.

Angesichts der Sparzwänge in der aktuellen Haushaltsdebatte präsentiert die Ariadne-Studie somit die Lösung auf dem Silbertablett. Weiter an diesen klimaschädlichen und sozial ungerechten Subventionen festzuhalten, ist nicht mehr hinnehmbar. Ihr Abschaffung kann wichtige Finanzierungsspielräume schaffen, mit denen die nachhaltige Transformation gefördert und der nötige Ausbau von Bus, Bahn und Fahrrad finanziert werden kann.“

 

Link zur Kurzfassung der Studie: https://ariadneprojekt.de/publikation/kurzdossier-klimaschaedliche-subventionen-entsprechen-negativen-co2-preisen/#4-reformoptionen

]]>
news-4767 Tue, 23 Apr 2024 12:29:45 +0200 Zum „Tag gegen Lärm“: Krach macht krank – Betroffene können Online-Melder gegen Straßenlärm nutzen /service/presse/pressemitteilungen/zum-tag-gegen-laerm-krach-macht-krank-betroffene-koennen-online-melder-gegen-strassenlaerm-nutzen Krach macht krank. Daran erinnert jedes Jahr der „Tag gegen Lärm“ am 24. April. Drei Viertel der Menschen in Deutschland fühlen sich durch Straßenlärm gestört oder belästigt. Die Kommunen müssen bis Juli 2024 neue Lärmaktionspläne erstellen, um die Belastung zu verringern. Der ökologische Verkehrsclub VCD ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die Chance zu nutzen und Lärmschwerpunkte bei ihrer Kommune zu melden. Ein Online-Lärmmelder von VCD und Deutscher Umwelthilfe (DUH) macht ihnen das leicht. In Deutschland sind 16 Millionen Menschen von krankmachendem Straßenlärm betroffen. Folgen können laut Experten Stress, eine erhöhte Herzfrequenz, Bluthochdruck und ein veränderter Hormonhaushalt sein. Besonders belastend ist die Situation an Haupt- und Durchgangsstraßen.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, fordert die Politik zum Handeln auf: „Lärm als Dauerzustand ist Alltag in unseren Städten. Man könnte von Akustik-Smog sprechen; mit entsprechenden Schäden für Betroffene und das Gesundheitssystem. Den Kommunen bietet sich mit den Lärmaktionsplänen die Gelegenheit, etwas dagegen zu tun. Das wichtigste Instrument ist die möglichst weitreichende Einführung von Tempo 30 – das senkt die Lärmbelastung subjektiv um die Hälfte. Ruhige Gebiete sollten darüber hinaus besonders geschützt werden, damit sie ruhig bleiben.“

Bürgerinnen und Bürger leiden oft unter dem Krach; doch fällt es ihnen schwer, selbst etwas dagegen zu unternehmen. Deshalb hat der VCD gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe das Projekt „Ruhe bitte!“ ins Leben gerufen – wichtiger Bestandteil ist ein Online-Tool, mit dem man Lärmschwerpunkte ganz einfach der Kommune melden kann.

Das kostet nur wenige Klicks, verspricht Müller-Görnert: „Es dauert nur ein paar Minuten, sich an der Aktion zu beteiligen und bei seiner Verwaltung mehr Lärmschutz einzufordern. Wir bieten allen die Möglichkeit, sich rechtzeitig vor dem 18. Juli an die Verantwortlichen zu wenden – bis dahin müssen größere Kommunen ihren Lärmaktionsplan fertig haben und konkrete Maßnahmen vorstellen, um die Belastung zu verringern.“

Um das Problem flächendeckend zu lösen, seien aber auch Bund und Länder gefragt, so Müller-Görnert: „Nötig ist eine Reform des Straßenverkehrsrechts. Sie muss den Kommunen die Freiheit geben, ihre Verkehrsbelange selbst zu regeln und großflächig Tempo 30 einzuführen. Bislang ist das wegen der veralteten Gesetzeslage nicht möglich. Höchste Zeit, dass sich das ändert – für die Gesundheit der Betroffenen, die Sicherheit auf der Straße und nicht zuletzt auch fürs Klima.“

Zum Hintergrund: Den Verkehrslärm-Melder finden Sie online hier. Das Projekt „Ruhe bitte!“ von VCD und DUH wird von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gefördert.

]]>
news-4765 Fri, 19 Apr 2024 09:30:00 +0200 Kinder schützen! Kidical Mass Aktionsbündnis fordert Schulstraßen in ganz Deutschland /service/presse/pressemitteilungen/kinder-schuetzen-kidical-mass-aktionsbuendnis-fordert-schulstrassen-in-ganz-deutschland Das Kidical Mass Aktionsbündnis ruft vom 20. April bis zum 5. Mai unter dem Motto „Straßen sind für alle da!“ zu bundesweiten Aktionswochen auf. In mehreren hundert Städten und Gemeinden werden Fahrraddemos, Schulstraßen oder Fahrradbusse organisiert. Im Rahmen der Kidical Mass Aktionswochen im letzten Jahr konnten über 230.000 Teilnehmende bei rund 900 Aktionen mobilisiert werden. Das von Köln aus agierende Bündnis besteht aus über 700 Organisationen, Vereinen und Initiativen.
Berlin, 19.04.2024. Wenn Kinder den Schulweg eigenständig zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, hat das viele Vorteile: Bewegung an der frischen Luft, mehr Selbstständigkeit und für die Umwelt ist es ohnehin besser als das Elterntaxi. Das Problem: Vielerorts ist es gefährlich. Gerade direkt vor der Schule kommt es regelmäßig zu brenzligen Situationen. Dabei gibt es eine simple Maßnahme, die den Schulweg für alle Kinder schnell sicherer machen würde: die Einrichtung von Schulstraßen.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Rasende Autos und schlechte Fahrradinfrastruktur sind der Grund, weshalb Eltern ihre Kinder lieber im Auto durch die Gegend chauffieren, statt mit ihnen aufs Rad zu steigen - und das heißt, es läuft etwas gehörig schief in der Verkehrspolitik. Mit den Kidical Mass Aktionswochen bringen wir Kinder in Bewegung und rufen die Politik dazu auf, sichere Rahmenbedingungen zu schaffen, wozu ganz weit vorne Schulstraßen gehören.“

Begleitend zu den Aktionswochen hat das Bündnis eine Petition ins Leben gerufen, mit der die Menschen von ihrer Kommune Schulstraßen einfordern können. Nordrhein-Westfalen hat als Vorreiter bereits gezeigt, wie es geht: Ein im Januar 2024 veröffentlichter Erlass liefert die Blaupause für die Einrichtung von temporären Schulstraßen, die zur Bring- und Abholzeit für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt sind. Wo immer möglich, fordert das Aktionsbündnis permanente Schulstraßen, die komplett autofrei sind. Ergänzend zum NRW-Erlass zeigt ein Rechtsgutachten vielfältige Möglichkeiten zur Einrichtung von temporären und permanenten Schulstraßen auf. Das Aktionsbündnis wird außerdem in Kürze einen entsprechenden Leitfaden für Kommunen veröffentlichen.

Luise (10), die sich an ihrer Grundschule in Köln bereits erfolgreich für ein Pilotprojekt eingesetzt hat, sagt: „Ich wünsche mir in ganz Deutschland Schulstraßen, so wie an meiner Schule.“ Und wird in ihrem Wunsch von Simone Kraus, Co-Initiatorin Kidical Mass Aktionsbündnis bekräftigt: „Kinder haben das Recht darauf, sich selbstständig und sicher zu bewegen. Schulstraßen tragen nachweislich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern bei. Mit den Aktionswochen wollen wir das Thema stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken. Mit Gutachten und Leitfaden sollen die Kommunen zum Handeln gebracht werden.“

Die Einrichtung von temporären und permanenten Schulstraßen ist zwar bereits jetzt möglich, wie NRW-Erlass und Rechtsgutachten eindeutig zeigen. Eine Aufnahme ins Straßenverkehrsrecht (StVO) würde es den Kommunen aber leichter machen, Schulstraßen einzurichten und damit letzte Unsicherheiten beseitigen.

Schulstraßen sind zwar ein sehr guter Anfang, lösen allerdings natürlich nicht alle Probleme unseres Verkehrssystems. Im nächsten Schritt fordert das Aktionsbündnis die Anbindung von Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen an die Radverkehrsnetze als Schulradwegenetz und die Förderung von Fahrradabstellanlagen. Beides sieht der Nationale Radverkehrsplan 3.0 vor für eine fahrradfreundliche Gestaltung aller Bildungseinrichtungen. Gefahrenstellen auf Schulwegen sind im Rahmen von Schulwege-Checks zu identifizieren und zu beseitigen. Ein umfassendes schulisches Mobilitätsmanagement sollte in allen Kommunen verpflichtend eingeführt und umgesetzt werden.

Alle Aktionsorte auf einen Blick: kinderaufsrad.org
Fotos (redaktionell frei) können Sie hier herunterladen.
Informationen oder Interview mit z.B. dem Aktionsbündnis, Ortsgruppen oder einer Partnerorganisation? Melden Sie sich!

Über das Kidical Mass Aktionsbündnis: Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Seit 2017 gibt es sie in Deutschland. Das Kidical Mass Aktionsbündnis setzt sich mit unterschiedlichen Aktionen für kinder- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden ein. Herzstück sind mehr als 700 lokale Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk – dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark. Unterstützt wird es von den überregionalen Partner:innen: ADFC, Campact, Changing Cities, Clean Cities Campaign, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, Parents For Future, Pro Velo Schweiz, VCD und Zukunft Fahrrad.

]]>
news-4764 Thu, 18 Apr 2024 13:51:04 +0200 VCD zur Verkehrsministerkonferenz: Zukunftssichere Mobilität braucht verlässliche Finanzierung /service/presse/pressemitteilungen/vcd-zur-verkehrsministerkonferenz-zukunftssichere-mobilitaet-braucht-verlaessliche-finanzierung Die Verkehrsministerkonferenz in Münster ist beendet. Themen waren unter anderem die Schaffung eines Infrastrukturfonds, der Ausbau- und Modernisierungspakt für den ÖPNV und die Zukunft des 49-Euro-Tickets. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert die Ergebnisse. Diese Tagung der Verkehrsministerkonferenz hat vor allem eines gezeigt: Ohne eine grundlegende Reform der Finanzierung ist die Verkehrswende nicht zu haben. Marode Straßen und Schienen sind Ergebnis unzureichender und fehlender Finanzmittel, die je nach Kassenlage jährlich vom Gesetzgeber mal hoch und wieder runtergefahren werden. Das zeigt sich beim 49-Euro-Ticket, dessen Bestand ebenso eine Zitterpartie bleibt wie sein Preis. Es zeigt sich aber auch beim Modernisierungs- und Ausbaupakt für den ÖPNV, der immer wieder auf die lange Bank geschoben wird, weil es am Geld fehlt.

  • Wenigstens beim Infrastrukturfonds deutet sich eine Lösung an: Er würde das Geld für die Verkehrsinfrastruktur bündeln und es ermöglichen, Investitionen über einen längeren Zeitraum verlässlich abzusichern – unabhängig vom Jährlichkeitsprinzip des Bundeshaushalts. Allerdings braucht ein solcher Fonds klare Kriterien. Vorrangig muss er den Sanierungsstau bei der Bahn auflösen und den Ausbau des Schienennetzes finanzieren. Bei der Straße sollte er primär der Sanierung von Brücken und dem Erhalt des Bestands dienen. Aus- und Neubauprojekte von Autobahnen und Bundesstraßen hingegen gehören auf den Prüfstand und brauchen eine Einzelfall-Finanzierung.
  • Der Ausbau- und Modernisierungspakt für den ÖPNV ist ein zentraler Baustein für die Verkehrswende – und unabdingbar, wenn die Ampel ihr Ziel erreichen will, die Fahrgastzahlen bei Bus und Bahn zu verdoppeln. Der Bund muss endlich seine Blockadehaltung aufgeben und gemeinsam mit Ländern und Kommunen eine dauerhafte Finanzierung auf die Beine stellen.
  • Auch das 49-Euro-Deutschlandticket ist wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Mobilität der Zukunft. Seine Finanzierung muss endlich dauerhaft gesichert werden, damit sich die Kunden auf das Angebot verlassen können und die Verkehrsverbünde Planungssicherheit bekommen. Die Verkehrsminister fordern zurecht, dass der Bund endlich wie vereinbart, die Restmittel aus 2023 überträgt. Das hatte die Ministerpräsidentenkonferenz 2023 vereinbart. Für den VCD ist essenziell, dass dabei der Preis von 49 Euro für die nächsten Jahre garantiert wird. Außerdem muss das Standardangebot um Sozial- und Jugendtickets für höchstens 29 Euro ergänzt werden.

Uns ist klar, dass all das hohe Anforderungen an die öffentlichen Kassen stellt. Es ist jedoch keine Lösung, die Probleme vor sich herzuschieben – dazu fehlt uns die Zeit, denn weder die Klimakrise noch der Verfall der Infrastruktur nehmen Rücksicht auf die Schuldenbremse oder auf Parteienstreit. Die Zeit zu handeln ist jetzt; das Geld dafür kann sich der Bund nicht zuletzt aus dem Abbau klimaschädlicher Subventionen besorgen!

]]>
news-4763 Wed, 17 Apr 2024 10:04:04 +0200 „Kinder können das – Elterntaxi muss nicht sein!“ Start der Anmeldephase zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ /service/presse/pressemitteilungen/kinder-koennen-das-elterntaxi-muss-nicht-sein-start-der-anmeldephase-zu-den-aktionstagen-zu-fuss-zur-schule-und-zum-kindergarten
Ab sofort ist die Anmeldung zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ unter www.zu-fuss-zur-schule.de möglich. Auch in diesem Jahr richten das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) die Aktionstage wieder gemeinsam aus und rufen Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme auf. Sie stehen dieses Jahr unter dem Motto „Kinder können das – Elterntaxi muss nicht sein!“ Vom 16. bis 27. September 2024 sollen möglichst viele Kinder eigenständig zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zur Schule oder in die Kindertagesstätte kommen.

In den letzten Jahren hatten zehntausende Kinder in ganz Deutschland mitgemacht und die Aktionstage zu einem großen Erfolg werden lassen. Wer in diesem Jahr teilnehmen will, sollte sich auf der Webseite www.zu-fuss-zur-schule.de eintragen, um Informationen, Projektideen und Materialien zum Bewerben der Aktionstage im September zu erhalten. Zusätzlicher Anreiz: Unter allen bis 31. August eingereichten und bis 27. September umgesetzten Projektvorschlägen vergeben DKHW, VCD und VBE im Rahmen eines Ideenwettbewerbs tolle, bewegungsfördernde Sachpreise für die kreativsten Ideen. Außerdem werden weitere Preise für besonders gelungene Mitmachaktionen ausgelobt.

Gute Beispiele für Aktionen gibt es aus den vergangenen Jahren zur Genüge. Bei vielen steht das spielerische Lernen im Mittelpunkt: Das Sammeln von „Laufpunkten“ für jede zu Fuß zurückgelegte Strecke, auf den Boden gemalte Spiele oder selbstgemachte Aufkleber zur Kennzeichnung des Schul- und Kitawegs motivieren die Kinder, zu Fuß zu gehen. Oder die Schulen und Kitas organisieren sogenannte Lauf- oder Fahrradbusse – hierbei werden verschiedene „Haltestellen“ vereinbart, an denen sich die Kinder aus der Nachbarschaft treffen und gemeinsam zur Schule oder in die Kita gehen bzw. radeln können. Unter www.zu-fuss-zur-schule.de/mitmachen/aktionsideen finden Schulen und Eltern weitere Ideen wie etwa „Symbolische ‚Knöllchen‘ für Elterntaxis“ oder eine „Schulweg-Wette“.

Die Mitmachaktionen haben konkrete Veränderungen im Blick: Ob durch eine Teilnahme an Fahrraddemos für eine kindgerechte Straßenverkehrsreform, eine Demo für die Einrichtung einer Schulstraße, eine Aufmerksamkeit erregende Plakataktion im Umfeld der Schule oder eine Podiumsrunde mit den Verantwortlichen aus der Kommune – an vielen Stellen kann aufgezeigt werden, was für einen sicheren und eigenständigen Schulweg benötigt wird.

Damit möglichst viele Kinder ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurücklegen, fordern die Kooperationspartner eine Reihe von Maßnahmen in einem gemeinsamen Forderungspapier: Der Weg muss für alle Kinder so sicher werden, dass Eltern sie sorgenfrei in ihrer eigenständigen Mobilität unterstützen können. Dazu gehört vor allem die Begrenzung des Straßenverkehrs rund um Schulen und Kindergärten. Auf allen Straßen, die laut Schulwegplänen von Kindern genutzt werden, muss Tempo 30 gelten – nicht nur im unmittelbaren Schulumfeld. Die Einhaltung ist regelmäßig und unangekündigt zu überprüfen. Zudem sollte die Straßenverkehrsordnung (StVO) so geändert werden, dass die Einrichtung von Schulstraßen erleichtert wird, um damit auch die Kommunen von diesem Konzept zu überzeugen, die trotz des kürzlich veröffentlichten Rechtsgutachtens zum Thema Schulstraßen Bedenken haben.

Zudem sollte das Halten und Parken vor Schulen generell verboten und konsequenter geahndet werden. Dafür sind sogenannte Elternhaltestellen als alternative Parkmöglichkeiten einzurichten – nahe genug, dass die Wege für Kinder und Begleitpersonen zumutbar bleiben, aber weit genug weg, um die Verkehrssituation im unmittelbaren Schulumfeld sicher zu gestalten. Wichtig ist außerdem, dass auf allen als Schulweg genutzten Straßen die Infrastruktur sicher gestaltet wird – beispielsweise durch angemessene Querungsmöglichkeiten oder breite, vom Autoverkehr getrennte Radwege. Wichtig ist dabei auch, dass die Kinder und Jugendlichen in die Planungsprozesse einbezogen werden. Eine forsa-Umfrage im Auftrag der drei Kooperationspartner hatte gezeigt, dass die Mehrheit der Befragten glauben, dass die Schulumgebung so sicherer gestaltet werden könnte.

Im Rahmen der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ vom 16. bis 27. September 2024 können Kinder mit ihren Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern oder ihren Eltern eigene Projekte rund um das Thema zu Fuß zur Schule und zur Kita entwickeln. Die Aktionstage richten sich gezielt an Grundschulen und Kindertageseinrichtungen, aber auch Kommunen oder (Sport-)Vereine können die Initiative ergreifen. Viele Materialien wie kostenlose Aktionsposter, Infoflyer und Projektideen gibt es unter: www.zu-fuss-zur-schule.de.

 

Pressekontakt

VCD: Jan Langehein • Pressesprecher • presse@vcd.org • 030/280351-12
Deutsches Kinderhilfswerk: Uwe Kamp • Pressesprecher • presse@dkhw.de • 030/30 86 93-11
Verband Bildung und Erziehung (VBE): Anne Roewer • Leiterin Kommunikation • presse@vbe.de • 0160/92 12 23 08


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder.

]]>
news-4762 Wed, 17 Apr 2024 07:56:47 +0200 Vor Verkehrsministerkonferenz: VCD fordert Bekenntnis zur Stärkung des Fußverkehrs /service/presse/pressemitteilungen/vor-verkehrsministerkonferenz-vcd-fordert-bekenntnis-zur-staerkung-des-fussverkehrs Ab heute tagt in Münster die Verkehrsministerkonferenz (VMK). Dort wird wieder viel über die so nötige Verkehrswende gesprochen. Der Fußverkehr wird in dieser Frage seit Jahren stiefmütterlich behandelt – zu Unrecht, denn das Gehen ist eine unterschätzte Mobilitätsform mit großem Potential. Der ökologische Verkehrsclub VCD hat nun ein Positionspapier zum Fußverkehr veröffentlicht und fordert konkrete Ergebnisse von der Verkehrsministerkonferenz. Das Zufußgehen wird zu wenig gefördert. Dabei werden 22 Prozent aller Wege in Deutschland komplett zu Fuß zurückgelegt. Dazu kommen viel mehr Wege, bei denen das Zufußgehen essentiell ist, etwa beim Weg zur Bushaltestelle oder vom Parkplatz zum Ziel. Gerade die alltäglichste aller Mobilitätsformen aber wird nicht ausreichend gefördert, kritisiert Anika Meenken, Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung des VCD: „Zufußgehen ist nachhaltig, hält gesund und ist die sozialste Form von Mobilität: Gerade für Kinder oder ältere Menschen ist die Möglichkeit, alltägliche Wege zu Fuß zu erledigen, eine wichtige Voraussetzung zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.“

Dennoch behandele die Politik das Thema stiefmütterlich: Fußwege seien oft in schlechtem Zustand, zu schmal oder zugeparkt. Sicheres Queren von Straßen sei durch zu schnell fahrende Autos, zu kurze Ampelphasen und zu weit auseinanderliegende Übergänge oft kaum möglich. Zudem fehlten Straßengrün und Bänke zum Ausruhen. Meenken: „Es kann nicht sein, dass dieses Thema bislang immer wieder aufgeschoben wurde!“

Der VCD fordert konkrete Ergebnisse von der VMK und von Bundesverkehrsminister Wissing. „Es gibt für die Länder viele Möglichkeiten, den Fußverkehr attraktiver zu gestalten, etwa durch klare Vorgaben und durch Förderprogramme, die Planung, Errichtung, Instandhaltung und Instandsetzung fußgerechter Infrastruktur in den Kommunen unterstützen“, so Meenken. „Gleichzeitig muss der Bund endlich die versprochene nationale Fußverkehrsstrategie, ähnlich zum nationalen Radverkehrsplan vorlegen. Minister Wissing stemmt sich nicht nur gegen Tempolimits und andere Maßnahmen für den Klimaschutz; sogar das alltägliche Zufußgehen wird erschwert!“

Zum Hintergrund: In seinem Positionspapier „Zu Fuß gehen – Mobilität für Alle“ zeigt der VCD auf, welche Potentiale der Fußverkehr hat und was es dafür jetzt auf Bundes- Landes- und kommunaler Ebene braucht. ?

]]>
news-4758 Mon, 15 Apr 2024 10:51:02 +0200 Tempolimit statt Fahrverbote – VCD fordert Klima-Offensive im Verkehr /service/presse/pressemitteilungen/tempolimit-statt-fahrverbote-vcd-fordert-klima-offensive-im-verkehr Der Expertenrat für Klimafragen hat heute seinen jährlichen Prüfbericht zu den Emissionsdaten 2023 veröffentlicht. Ergebnis: Der Verkehrssektor hat genau wie in den Vorjahren die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes gerissen. Nun ist Verkehrsminister Volker Wissing gefordert, innerhalb von drei Monaten ein Sofortprogramm vorzulegen. Der verkehrspolitische Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Michael Müller-Görnert, kommentiert. Es ist wie befürchtet: Was Minister Wissing bisher unternommen hat, um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen, erweist sich als weitgehend wirkungslos. Dass er nun mit Fahrverboten droht, um die Vorgaben einzuhalten, hat nichts mit einem Kurswechsel zu tun – es ist eine Finte, um politischen Druck für die Abschaffung der Sektorziele aufzubauen und weiterzumachen wie gehabt.

Was wir statt solcher Aktionen aus dem Verkehrsministerium brauchen, ist ein klarer Kurs Richtung nachhaltige Mobilität. Und welche Schritte dafür nötig sind, liegt längst auf dem Tisch:

  • Einführung eines Tempolimit von 120 auf Autobahnen. Allein das würde laut Umweltbundesamt knapp sieben Millionen Tonnen CO2 im Jahr einsparen, und es gibt dafür eine Mehrheit in der Bevölkerung. Außerdem brauchen wir Tempo 80 auf Landstraßen, das bringt eine weitere Million; innerorts sollte Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit werden.
  • Vorrang für den Angebots- und Infrastrukturausbau bei Bus, Bahn und Rad. Geld für die Straße sollte dem Erhalt der Fahrbahnen und der Sanierung von Brücken dienen – keinen Neu- und Ausbaubauprojekten, die den Autoverkehr noch verstärken.
  • Klimaschädliche Steuerprivilegien gehören schrittweise abgebaut, denn sie zementieren eine fossile Autowelt, die ihre Zukunft hinter sich hat. Dienstwagen- und Dieselsteuerprivileg sind nicht mehr zeitgemäß. Mit dem Geld sollte der Bund besser nachhaltige Mobilität für alle fördern, statt Gutverdienenden ihre SUVs zu subventionieren.
  • Die Zukunft des Autos ist vollelektrisch. Statt ständig das Verbrenner-Aus infrage zu stellen und am Luftschloss E-Fuels zu bauen, muss das Verkehrsministerium die Nachfrage für Stromer in Gang bringen und der Industrie Planungssicherheit geben für ihre Investitionen in die E-Mobilität. Ein Bonus-Malus-System bei der Kfz-Steuer ist überfällig.

Ob mit oder ohne Sofortprogramm: Minister Wissing muss die Emissionen drücken. Nichtstun lässt Spielräume schrumpfen und macht Klimaschutz immer teurer. Zusätzlich zu den sozialen und ökologischen Kosten drohen Strafen in Milliardenhöhe, wenn Deutschland die EU-Vorgaben dauernd ignoriert.

Nicht zuletzt urteilen immer mehr Gerichte, dass unterlassener Klimaschutz Menschen- und Grundrechte verletzt. Kürzlich verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Schweiz, nicht genug für den Klimaschutz getan und damit Menschrechte verletzt zu haben.

Wie wäre es, wenn Volker Wissing Deutschland so ein Debakel erspart und nächstes Jahr eine Verkehrsbilanz vorlegt, die endlich auf Klimakurs ist?

]]>
news-4756 Sat, 13 Apr 2024 05:00:00 +0200 Jugendkampagne “FahrRad!” geht auf der VELOBerlin an den Start /service/presse/pressemitteilungen/jugendkampagne-fahrrad-geht-auf-der-veloberlin-an-den-start Die bundesweite Kampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ startet heute auf der Fahrradmesse VELOBerlin. Schülerinnen und Schüler im ganzen Land können mitmachen, beim Kilometer-Sammelwettbewerb Preise gewinnen und nebenbei das Klima schützen. Prominentes Gesicht der Kampagne von VCD und AKTIONfahrRad ist Julian Janssen, bekannt als Fernsehmoderator Checker Julian. Schirmherrin ist die Grünen-Abgeordnete Swantje Michaelsen. Berlin, 13. April 2024. Wenn Jugendliche im Alltag häufiger aufs Rad steigen, statt sich von den Eltern mit dem Auto fahren zu lassen, hat das nicht nur Vorteile für ihre Gesundheit und das Klima – sie werden vor allem unabhängiger und selbstständiger. Genau darum geht es dem ökologischen Verkehrsclub VCD und der AKTIONfahrRad mit ihrer Kampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“. Die geht heute auf der internationalen Fahrradmesse VELOBerlin an den Start. Julian Janssen, bekannt aus verschiedenen TV- und Onlineformaten für Kinder als Checker Julian, ist Botschafter der Kampagne. Offizieller Auftakt ist ein Interview mit ihm und den Projektleitenden auf dem Fahrradforum des Radiosenders FluxFM.

Ab jetzt heißt es für Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland: Es wird wieder um die Wette geradelt! Die Teams können ab sofort ihre mit dem Rad zurückgelegten Kilometer auf der Seite klima-tour.de sammeln und Preise gewinnen. Das geht in diesem Jahr zum ersten Mal auch per App: Mit dem Biketour.Guide auf dem eigenen Smartphone können die Teilnehmenden ihre zurückgelegten Kilometer datenschutzkonform messen und auf die Kampagnenseite übertragen.

Stephanie Päßler, Projektleiterin „FahrRad!“: „Schon seit 18 Jahren begeistern wir Kinder dafür, sich bei unserer Klima-Tour in den Sattel zu schwingen. Denn wir sind überzeugt: Wenn Kinder den Schulweg eigenständig zurücklegen, lernen sie Verantwortung für sich und unsere Umwelt zu übernehmen und legen den Grundstein für eine aktive Mobilität – jetzt und später.“

Schirmherrin der Aktion ist die Bundestagsabgeordnete Swantje Michaelsen (Grüne). Sie setzt sich für ein modernes Straßenverkehrsrecht ein, das die Bedürfnisse von Kindern besser im Blick hat: „Hier gibt es noch viel Luft nach oben. Zum Beispiel muss es Kommunen endlich ermöglicht werden, Tempo 30 vor Ort ohne unnötige Hürden einzuführen. Denn so werden die Straßen für alle sicherer, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Das gilt natürlich ganz besonders für Kinder.“

Julian Janssen: „Wer morgens frische Luft tankt und sich ausreichend bewegt, trainiert nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Gehirn-Power. Dadurch seid ihr im Unterricht konzentrierter und das Lernen macht mehr Spaß. Also: Ab aufs Rad und kommt mit uns auf Klima-Tour. Dann kann das Elterntaxi öfter mal stehen bleiben und wir sparen gemeinsam ordentlich CO2 ein.“

 

Mehr zur VCD-Aktion „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“:
Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren können sich mit ihren Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien ab sofort und fortlaufend bis Ende August unter www.klima-tour.de anmelden. Jeder geradelte Kilometer kann auf dem Online-Portal eingetragen werden. Neu in diesem Jahr ist die App Biketour.Guide, die das Kilometer zählen und eintragen übernimmt. Mit jedem geradelten Kilometer kommen die Teilnehmenden auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. An 18 Stationen auf der Online-Tour werden Fahrrad- und Klimathemen jugendgerecht präsentiert. Außerdem gibt es Mitmachaktionen und Quizfragen. Für die Kombination aus richtigen Antworten und gesammelten Fahrradkilometern können als Hauptgewinn bis zu 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und weiteres Equipment für kommende Radausflüge gewonnen werden. Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter finden auf der Webseite Unterrichtsmaterialien und Aktionsideen aus den Bereichen Fahrrad, Klimaschutz und Mobilitätsbildung. Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation mit der »AKTIONfahrRAD« (www.aktionfahrrad.de).

Pressebilder finden Sie im Laufe des Nachmittags unter: www.vcd.org/service/presse/bildmaterial/aktionsfotos
 

]]>
news-4753 Tue, 09 Apr 2024 10:52:36 +0200 Aufruf für mehr jugendgerechte Mobilität: Denkwerkstatt appelliert an Verkehrspolitik und fordert mehr Beteiligung junger Menschen /service/presse/pressemitteilungen/aufruf-fuer-mehr-jugendgerechte-mobilitaet-denkwerkstatt-appelliert-an-verkehrspolitik-und-fordert-mehr-beteiligung-junger-menschen Am 17. und 18. April tagt die Verkehrsministerkonferenz. Aus diesem Anlass appellieren die Mitwirkenden der Denkwerkstatt „Jugendgerechte Mobilitätspolitik“ an die politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen, die Interessen junger Menschen in der Verkehrspolitik künftig stärker zu berücksichtigen. Sie müssen auch an Planung und Umsetzung beteiligt werden. „Junge Menschen sind darauf angewiesen, dass ihr Mobilitätsbedarf politisch mitgedacht und berücksichtigt wird. Die Verkehrspolitik muss sie beteiligen, um nachhaltige, sichere und bezahlbare Mobilität zu ermöglichen!“, so Anika Meenken, Sprecherin des ökologischen Verkehrsclubs VCD für Radverkehr und Mobilitätsbildung.

Die Mitwirkenden der Denkwerkstatt haben Herausforderungen und Lösungsansätze für jugendrelevante Mobilitätsthemen festgehalten. Junge Menschen erwarten, dass die Mobilitätspolitik im Einklang mit den planetaren Grenzen gestaltet wird und die deutschen Klimaziele auch im Verkehrssektor eingehalten werden. Zudem wollen sie sicher, selbstständig und zuverlässig ihre Wohn- und Freizeitorte erreichen – unabhängig von ihren Eltern.

Dafür braucht es einen günstigen und zweckdienlichen ÖPNV ebenso wie eine gut ausgebaute Rad- und Fußwegeinfrastruktur und klug verschränkte Mobilitätssysteme. Die Interessen aller jungen Menschen müssen berücksichtigt werden, auch auf dem Land. Unerlässlich hierfür ist ihre Beteiligung an den Planungs- und Umsetzungsprozessen in Kommunen, Land und Bund, wenn die Weichen für die kommenden Jahrzehnte gestellt werden.

Der vollständige Appell „Jugendinteressen in der Verkehrspolitik berücksichtigen: Mobil sein und ankommen – jetzt und in Zukunft!“ ist online verfügbar unter www.jugendgerecht-mobil.de. Ebenfalls auf der Website können Sie sich beim digitalen Lunchtalk zu jugendgerechter Mobilitätspolitik am 10. April um 11:00 Uhr anmelden. Anlass ist der Start der Begleitkampagne jugendgerecht mobil.

Der VCD hat zum Start der Kampagne das Forderungspapier „Jung und Mobil“ veröffentlicht, um auf den besonderen Mobilitätsbedarf junger Menschen hinzuweisen und ihre Forderungen zu unterstreichen. Einen Blogartikel und das Papier finden Sie auf der Internetseite des VCD. Der Verband sammelt dort auch bis Ende Mai verkehrspolitische Forderungen junger Menschen, um ihnen eine Stimme zu geben.

]]>
news-4743 Mon, 25 Mar 2024 09:42:07 +0100 Herausforderung Gemeinwohlorientierung der DB InfraGO: Neuer Sektorbeirat mit VCD-Beteiligung /service/presse/pressemitteilungen/herausforderung-gemeinwohlorientierung-der-db-infrago-neuer-sektorbeirat-mit-vcd-beteiligung Heute wird der neue Sektorbeirat der InfraGO, der gemeinwohlorientieren Infrastruktursparte der Deutschen Bahn, konstituiert. Gemeinsam mit Pro Bahn hat sich der ökologische Verkehrsclub VCD erfolgreich dafür eingesetzt, dass auch Fahrgastverbandsvertreter*innen in den Sektorbeirat berufen werden. Die InfraGO steht vor der großen Aufgabe, das Netz und die Anlagen der Deutschen Bahn zu sanieren und aus- und neuzubauen. Damit dabei die Interessen der Fahrgäste ausreichend berücksichtigt werden, haben der ökologische Verkehrsclub VCD und Pro Bahn sich dafür eingesetzt, dass Vertreter*innen der Fahrgastverbände ebenfalls in den neu geschaffenen Beirat berufen werden. Mit Erfolg: Die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann wird dort künftig die Interessen der Fahrgäste vertreten. „Ich freue mich, Teil des Beirates zu sein und dazu beizutragen, dass bei Bahn-Infrastrukturentscheidungen auch die Belange der Kundinnen und Kunden rechtzeitig berücksichtigt werden. Es ist ein wichtiger Schritt, dass deren Anliegen und Perspektiven im Beirat repräsentiert werden und Gehör finden“, so Haarmann.

VCD und Pro Bahn setzen sich außerdem dafür ein, dass der Beirat der InfraGO ausreichend informiert und unterstützt wird, um seine Aufgaben erfolgreich wahrnehmen zu können. Dazu gehören auch die Beratungen rund um den neuen Infraplan. Denn es bleibt weiterhin unser Ziel, den Deutschlandtakt weit vor 2070 umzusetzen. Der VCD wird dabei den Infrastrukturausbau für eine erste Stufe des Deutschlandtaktes vor 2030 begleiten. Kerstin Haarmann ergänzt: „Zu überprüfen, dass diese Vorgaben eingehalten werden und nachgesteuert wird, wenn sie nicht in der vorgesehenen Zeit umgesetzt werden, wird eine wichtige Aufgabe sein. Dafür muss der neue Beirat mit seiner Expertise ernst genommen werden. Daher werden wir nach einem Jahr die Wirksamkeit des Beirates kritisch überprüfen.“

]]>