VCD Pressemitteilung http://www.vcd.org/ Pressemmitteilungen des VCD (Verkehrsclub Deuschland) de_DE VCD Fri, 23 Jul 2021 09:19:14 +0200 Fri, 23 Jul 2021 09:19:14 +0200 TYPO3 EXT:news news-3998 Wed, 21 Jul 2021 10:11:55 +0200 Mit nachhaltiger Infrastruktur gegen die Folgen des Klimawandels http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/mit-nachhaltiger-infrastruktur-gegen-die-folgen-des-klimawandels/ In den verwüsteten Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz müssen auch Schienen und Straßen wiederaufgebaut werden. Der VCD begrüßt die Ankündigung von Verkehrsminister Scheuer, eine Task Force einzusetzen. Verkehrsinfrastruktur muss jedoch angesichts des Klimawandels künftig resilient und nachhaltig gestaltet werden. Dafür fordert der VCD ein Bundesmobilitätsgesetz. Berlin, 21. Juli 2021. Nach den verheerenden Überschwemmungen muss auch die zerstörte Verkehrsinfrastruktur wiederhergestellt werden: Straßen, Schienen, Brücken und Bahnhöfe. Der ökologische Verkehrsclub VCD weist darauf hin, dass eine nachhaltige Planung zentral ist, um Städte, Kommunen und Infrastrukturen besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Allen von der Flut Betroffenen gilt unser Mitgefühl. Ein schneller Wiederaufbau ist jetzt das Wichtigste. Die Flutkatastrophe sollte uns aber auch vor Augen führen, dass wir umsteuern müssen, um unsere Infrastruktur resilienter zu machen.“

Aus Sicht des VCD bedeutet das: Verkehrs- und Siedlungsentwicklung müssen stärker zusammen gedacht und klimabedingte Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur so frühzeitig wie möglich bei Planung und Bau berücksichtigt werden. Dabei muss das Augenmerk darauf gelegt werden, möglichst große Flächen vor Versiegelung zu schützen, damit ausreichend Raum zur Versickerung großer Wassermassen zur Verfügung steht. Noch immer werden täglich mehr als 50 Hektar durch Straßenneu- und -ausbau, aber auch Siedlungsvorhaben neu versiegelt. Dabei sieht die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie vor, diese Zahl auf maximal 30 Hektar pro Tag zu reduzieren.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Wir müssen aufhören, ohne Rücksicht auf die Natur immer neue Straßen zu bauen. Für eine resiliente Verkehrsinfrastruktur sollten wir auf flächeneffiziente Verkehrsträger und Verkehrsmittel setzen, also auf solche, die bezogen auf die Verkehrsleistung relativ wenig Fläche in Anspruch nehmen. Hier ist die Schiene der Straße um ein Vielfaches überlegen. Bahn und Bus sind besonders effiziente, umweltschonende Verkehrsmittel. Und auch das Fahrrad wird immer wichtiger.“

Für eine nachhaltige Verkehrsplanung, die alle Verkehrsmittel gleichberechtigt in den Blick nimmt, fordert der VCD ein Bundesmobilitätsgesetz. Übergeordnete Ziele wie Klimaschutz, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Effizienz und Flächensparsamkeit würden damit endlich rechtlich verankert.

Mehr Informationen: vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz/

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter:@VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3993 Fri, 16 Jul 2021 08:24:00 +0200 Kinder allein unterwegs? Aber sicher! Die VCD Mobifibel zeigt wie http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/kinder-allein-unterwegs-aber-sicher-die-vcd-mobifibel-zeigt-wie/ Das vergangene Schuljahr hat Eltern und Schulkindern einiges abverlangt. Neben anderen Schulfächern kamen vor allem Mobilitätsbildung, Sport und Bewegung zu kurz. Die Sommerferien sind eine ideale Gelegenheit, um Verpasstes nachzuholen und sicheres Verkehrsverhalten einzuüben. Praktische Tipps, wie Eltern ihre Kinder auf dem Weg zu eigenständiger Mobilität unterstützen können, bietet die VCD Mobifibel. Berlin, 16. Juli 2021. Kinder brauchen ausreichend Bewegung für die körperliche Entwicklung, Gesundheit und für ihr seelisches Wohlbefinden. Während der Pandemie sind jedoch viele Wege zur Schule, zum Sport oder zu Freunden entfallen, andere wurden wegen Corona von Bus und Bahn auf das Elterntaxi verlagert. Motorische Fähigkeiten, räumliches Vorstellungsvermögen und Gefahreneinschätzung entwickeln Kinder jedoch vor allem, wenn sie selbst mobil sind. Nur so können sie sich Kompetenzen für eine sichere Verkehrsteilnahme aneignen, lernen selbstständig zu agieren und stärken damit gleichzeitig ihr Selbstvertrauen und ihren Orientierungssinn.

Die Sommerferien sind ein guter Zeitpunkt, um Kinder vor dem Start des neuen Schuljahrs fit für den Alltagsverkehr zu machen. Die Mobifibel des ökologischen Verkehrsclubs VCD zeigt, wie es geht und bietet zahlreiche Tipps, wie Kinder zu Fuß, auf dem Rad und im ÖPNV sicher und mit Spaß unterwegs sein können. Anders als viele denken, ist das Auto nicht die sicherste Mobilitätsoption für Kinder. Mit einem Anteil von 43 Prozent sind Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren als Insassen von Autos besonders häufig in Verkehrsunfälle verwickelt, während die Verunglücktenrate bei denen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, bei lediglich 32 beziehungsweise 25 Prozent liegt.

Anika Meenken, Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung: „Solange wir selbst aufs Gaspedal treten, bremsen wir unsere Kinder aus. Wir müssen das Elterntaxi stehen lassen und unseren Kindern die Chance geben, sich frei, selbstständig und sicher bewegen und entwickeln zu können. Es ist Zeit endlich umzudenken: Nicht die Kinder müssen sich dem Verkehr anpassen, sondern der Verkehr den Menschen. Gehen wir mit gutem Beispiel voran, denn eigenständig mobile Kinder sind glückliche Kinder.“

In der Ferienzeit können Eltern und Kinder die Tipps aus der VCD Mobifibel jenseits der Alltagshektik spielerisch ausprobieren: Zum Beispiel den Schulweg mitsamt kritischer Verkehrsstellen gemeinsam einüben oder einen Laufbus organisieren. Dafür werden Kinder aus der Nachbarschaft zusammengebracht, die im kommenden Schuljahr ihren Schulweg gemeinsam zurücklegen. Dieser wird dadurch sicherer und macht allen mehr Spaß. Außerdem ermutigt die VCD Mobifibel, selbst aktiv zu werden, um Städte für Jung und Alt umzugestalten. So gibt es Step-by-Step-Anleitungen zur Errichtung von Tempo 30-Zonen oder verkehrsberuhigten Schulstraßen.
 

Für die Mobifibel gibt es folgende Bestelloptionen:

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Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter:@VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3990 Wed, 14 Jul 2021 16:30:00 +0200 Fit for Verkehrswende? EU will CO2-Vorgaben für Neuwagen verschärfen und Emissionshandel für Straßenverkehr einführen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/fit-for-verkehrswende-eu-will-co2-vorgaben-fuer-neuwagen-verschaerfen-und-emissionshandel-fuer-stras/ Die EU-Kommission hat heute ihre ersten Gesetzesvorschläge im Rahmen des Maßnahmenpaketes „Fit for 55“ vorgelegt. Einen Schwerpunkt bildet der Verkehrssektor, der EU-weit knapp 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen verursacht. Der verkehrspolitische Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Michael Müller-Görnert, kommentiert: „Die CO2-Gestzgebung ist eines der zentralen Instrumente, um die Emissionen von Neuwagen nachhaltig zu senken und die Entwicklung von Elektroautos zu fördern. Es reicht allerdings nicht aus, lediglich die Reduktionsvorgaben für 2030 von 37,5 Prozent auf 55 Prozent zu erhöhen und das Ziel für 2025 bei 15 Prozent zu belassen. Die Pläne der Kommission lassen Autoherstellern noch bis 2030 einen großen Spielraum, weiterhin massenweise Autos mit Verbrennungsmotor zu verkaufen. Der VCD begrüßt jedoch, dass die EU-Kommission ab 2035 das E-Auto quasi zum Standard macht, indem dann nur noch emissionsfreie Neuwagen in der EU verkauft werden dürfen. Von einer strengeren CO2-Gesetzgebung profitieren alle: Stoßen Neuwagen weniger CO2 aus, verbessert sich die nationale Klimabilanz, Autohersteller erhalten Planungssicherheit und Verbraucher*innen profitieren von geringeren Ausgaben für Sprit sowie sinkenden Kosten für Elektroautos.

Kritisch zu sehen ist hingegen die Einführung eines separaten Emissionshandels für den Straßenverkehr, der ab 2026 die CO2-Bepreisung von Kraftstoffen vorsieht. Prinzipiell begrüßen wir das Verursacher-Prinzip, allerdings darf der Emissionshandel nicht dazu führen, dass andere wichtige Instrumente geschwächt werden. Zentral ist außerdem, dass Menschen mit geringem Einkommen z.B. über ein Mobilitätsgeld direkt entlastet werden. 

Grundsätzlich richtig findet der VCD die Initiative der Kommission, zumindest im EU-weiten Luftverkehr Kerosin schrittweise zu besteuern. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt jedoch davon ab, ob es gelingt, alle Mitgliedsstaaten von der Idee zu überzeugen. Denn eine gemeinsame EU-Steuer erfordert die einstimmige Zustimmung von allen. Deutschland muss hier Treiber sein.“
 

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Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD • 030/280351-19 • michael.mueller-goernert@vcd.org bzw. Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3988 Mon, 12 Jul 2021 16:51:00 +0200 Breites Bündnis fordert Bekenntnis aller demokratischen Parteien für ein Tempolimit in den ersten 100 Tagen ihrer möglichen Regierungsarbeit http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/breites-buendnis-fordert-bekenntnis-aller-demokratischen-parteien-fuer-ein-tempolimit-in-den-ersten/ Umweltverbände, Gewerkschaft der Polizei NRW und Verkehrssicherheitsverbände fordern generelles Tempolimit. Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen und Nachschärfung der Regelungen außer- und innerorts. Deutschland muss bei Klimaschutz und Verkehrssicherheit an europäische Nachbarländer anschlussfähig werden. Berlin, 13. Juli 2021. Ein breites gesellschaftliches Bündnis betont die Notwendigkeit eines generellen Tempolimits und einer Verschärfung der bestehenden Regelungen für mehr Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Verbesserung der Sicherheit im Verkehr. Seit dem Start des Bündnisses aus Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie der Gewerkschaft der Polizei NRW im April 2019 hat sich die amtierende Bundesregierung mit ihrer Blockadehaltung gegen ein Tempolimit zunehmend ins Abseits gestellt. Deshalb erneuern der ökologische Verkehrsclub VCD, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Gewerkschaft der Polizei NRW, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Changing Cities ihre Forderungen nach einem generellen Tempolimit auf Autobahnen, einer Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit außerorts auf 80 km/h und der Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerstädtisch. Alle demokratischen Parteien müssen sich schon jetzt für die Einführung eines generellen Tempolimits innerhalb der ersten 100 Tage ihrer möglichen Regierungsarbeit aussprechen, fordert das Bündnis.

„Niedrigere Geschwindigkeiten senken den CO2-Ausstoß massiv und könnten tausende Leben retten. Trotzdem kämpft die Raser-Lobby gegen sicherere Autobahnen und die Politik macht es durch Nichtstun den Kommunen unnötig schwer, Tempo 30 einzuführen. Dabei sehen wir in Paris, in Brüssel oder Oslo, wie einfach es gehen könnte. Unsere Verkehrspolitik ist vollkommen veraltet. Wir brauchen endlich eine integrierte Planung für unsere Mobilität, die Klimaschutz und Verkehrssicherheit zu Leitzielen macht, an denen sich auch Kommunen orientieren können. Kurz: Ein Bundesmobilitätsgesetz, das nicht das Auto, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD.

„Mit einem strikt kontrollierten Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen, Tempo 80 außerorts und Tempo 30 in der Stadt lassen sich bis 2034 insgesamt bis zu 100 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das wegweisende und von uns mit erstrittene Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts erhöht den Druck auf die neu gewählte Bundesregierung, diese ohne großen Aufwand umsetzbare Einzelmaßnahme mit dem höchstem CO2-Einsparpotential zu beschließen. Die Einhaltung des Tempolimits kann zudem durch die streckenbezogene Section Control sichergestellt werden“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. 

„Wer die Zahl der schwerverletzten und getöteten Verkehrsunfallopfer senken will, kommt an einem Tempolimit auf der Autobahn nicht vorbei. Gerade für Polizei- und Rettungskräfte, aber auch für andere, die auf der Autobahn arbeiten müssen, sind Geschwindigkeiten über 130 km/h lebensgefährlich. Ein Tempolimit auf der Autobahn würde darüber hinaus die Zahl der Verkehrstoten auf der Autobahn um voraussichtlich 20 Prozent senken. Konsequent überwachte Geschwindigkeitsreduktionen sind deshalb nicht nur die wirksamste Einzelmaßnahme, um die Zahl der Verkehrsunfallopfer zu reduzieren, die wir haben. Alle anderen denkbaren Maßnahmen sind auch teurer und weniger effizient", sagt Michael Mertens, Gewerkschaft der Polizei NRW.

„Klimaschutz und Verkehrssicherheit müssen das Credo aller Regelungen im Straßenverkehr werden. Die Absenkung der auf Bundes-, Landes,- und Kreisstraßen zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h bewirkt beides. Die Zahl der gefährlichen Überholmanöver von Autofahrenden und die damit verbundenen energie- und schadstoffintensiven Beschleunigungen werden deutlich verringert. Zudem trägt eine Verringerung der Geschwindigkeiten dazu bei, dass Fahrradfahrende auf Straßen ohne Radweg weniger gefährdet werden. So wird das Radfahren auf dem Land attraktiver“, so Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. 

„Tempo 130 auf Autobahnen bedeutet mehr Sicherheit für Autofahrende. Tempo 80 auf Landstraßen bedeutet noch mehr Sicherheit für Autofahrende, aber auch für Radfahrende. Tempo 30 in Städten rettet das Leben von Fußgängerinnen und Fußgängern und Radfahrenden. Es ist evident, dass eine Mehrheit der Bevölkerung diese Maßnahmen begrüßt. Einige wenige fühlen sich frei, wenn sie sich in einem Auto rasend schnell fortbewegen können, alle anderen wünschen sich mehr Sicherheit im öffentlichen Straßenraum – denn erst dann können sich alle frei bewegen“, erklärt Ragnhild Sørensen, Sprecherin von Changing Cities.

Hintergrund:
In den letzten Monaten haben zahlreiche Nachbarländer ihre Geschwindigkeitsregelungen zum Schutz von Klima, Umwelt und Menschenleben nachgeschärft. Die Niederlande haben 2020 ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen tagsüber eingeführt; in Frankreich wurde Tempo 30 in 200 Städten und in Spanien 2021 sogar flächendeckend Tempo 30 innerstädtisch zur Regel. Die Unfallzahlen sanken in den französischen Städten um 70 Prozent.  Eine erstmals seit den 90er Jahren aktualisierte Studie des Umweltbundesamts Anfang 2020 belegt die schnell umzusetzende Klimawirksamkeit des Tempolimits auf Autobahnen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert Tempo 30 innerstädtisch. Wichtige Akteure wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat sprechen sich mittlerweile für ein Tempolimit auf Autobahnen aus. Der ADAC hat seine jahrzehntelange Abwehr gegen ein Tempolimit aufgrund einer Mitgliederumfrage aufgegeben. Deutschland ist das einzige Industrieland ohne ein generelles Tempolimit auf Autobahnen.

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Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3981 Thu, 01 Jul 2021 09:50:00 +0200 Save the Date 11. September: Radsternfahrt und Großdemonstration anlässlich der IAA http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/save-the-date-11-september-radsternfahrt-und-grossdemonstration-anlaesslich-der-iaa/ Unter dem Motto #aussteigen demonstriert am 11. September 2021 in München ein breites Aktionsbündnis aus ADFC, Attac, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD gegen grüne Täuschungsmanöver der Automobilindustrie und für eine echte Mobilitätswende. Geplant sind eine große Fußgängerdemo und eine Fahrradsternfahrt mit 17 Demozügen aus dem Münchner Umland zur zentralen Kundgebung in der Innenstadt. Erwartet werden zehntausende Teilnehmende aus ganz Deutschland.
Berlin/Frankfurt a.M./München, 1. Juli 2021. Das Aktionsbündnis kritisiert: „Kurz vor der Bundestagswahl will sich die Autolobby bei der IAA einen grünen Anstrich geben. Dabei verdienen BMW, Volkswagen, Daimler und Co. nach wie vor ihr Geld mit viel zu dicken Autos, die das Leben in den Städten ersticken. Und als ob es die Klimakrise nicht gäbe, steckt in den meisten immer noch ein Verbrenner drin. Das wollen wir nicht akzeptieren! Statt Alibi-Präsentationen müssen die Autokonzerne ihre komplette Produktion umstellen auf kleinere, klimafreundliche Fahrzeuge. Diesen Umstieg muss die nächste Bundesregierung mit einer Verkehrspolitik beschleunigen, die konsequent auf Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr setzt. Dazu gehört auch die Halbierung des Autoverkehrs.“

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, sagt: „Die neue IAA gibt sich nachhaltig, doch in Wahrheit spielt die Autoindustrie auf Zeit und verfolgt Scheinlösungen. Wir können aber nicht nur auf neue Technologien setzen, wenn wir unsere Klimaziele schaffen wollen. Wir fordern Spielplätze statt Parkplätze, Radwege statt neuer Autobahnen und ein Bundesmobilitätsgesetz, das den Menschen und nicht das Auto in den Mittelpunkt stellt. Wir wollen sichere Straßen ohne Verkehrstote, autofreie Innenstädte und mehr Busse und Bahnen auf dem Land und in der Stadt - bezahlbar und für alle. Die Zeit der dreckigen Spritschlucker mit Verbrennungsmotor ist vorbei. Dort wo es Autos noch braucht, müssen sie elektrisch sein und möglichst geteilt werden. Nur mit weniger Autoverkehr und guten Alternativen können wir die 1,5 Grad-Grenze noch einhalten.“

Unter dem Motto #aussteigen fordert das Bündnis konkret:

  • Faire Verteilung des öffentlichen Raums mit Vorrang für Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr 
  • Gut ausgebauter, bezahlbarer ÖPNV, für alle und immer
  • Halbierung des Autoverkehrs und Klimaneutralität im Verkehr bis 2035
  • Sofortiger Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, keine Plug-in-Hybride und großen E-SUVs
  • Sofortiger Stopp der Planung und des Baus von neuen Autobahnen und Bundesstraßen
  • Eine generelle Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf Autobahnen, 80 km/h außerorts und eine Regelgeschwindigkeit 30 km/h innerorts

Geplanter Ablauf der Demo
Die Fahrraddemo wird sich aus allen Himmelsrichtungen sternförmig auf München zubewegen. Für Eltern mit kleineren Kindern gibt es eine extra Familienroute. Fußgängerinnen und Fußgänger bilden in der Innenstadt einen eigenen Protestzug. Die Demonstrationen enden mit einer gemeinsamen Kundgebung im Zentrum. Die Veranstalter planen, einen Teil der Sternfahrt über Autobahnen und den Mittleren Ring zu führen. Die entsprechenden Abschnitte werden dann zeitweise für den Autoverkehr gesperrt.

Hinweise an Redaktionen
Das Aktionsbündnis plant im Vorfeld der Demonstrationen eine Pressekonferenz in München. Hierzu informieren wir separat. Weitere Informationen und Updates sowie den geplanten Routenverlauf finden Sie auf www.iaa-demo.de.

Über das Bündnis
Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. 
 

Pressekontakt
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV
Die Pressekontakte der anderen Bündnis-Mitglieder finden Sie auf www.iaa-demo.de/presse

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3976 Wed, 23 Jun 2021 11:57:06 +0200 Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung ist eine Luftnummer http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/klimaschutz-sofortprogramm-der-bundesregierung-ist-eine-luftnummer/ Die Bundesregierung hat ein enttäuschendes Sofortprogramm für mehr Klimaschutz beschlossen und statt konkreter und ambitionierter Maßnahmen im Verkehr lediglich wenige Absichtsbekundungen auf den Weg gebracht, kritisiert der VCD. Das ist keine Klimapolitik auch für die kommenden Generationen, wie das Bundesverfassungsgericht sie einfordert, kommentiert Michael Müller-Görnert, der verkehrspolitische Sprecher des VCD: „Von einem Sofortprogramm der Bundesregierung kann keine Rede sein. Die große Koalition hat es versäumt, dem Klima- und Umweltschutz gleich zu Beginn ihrer Amtszeit Vorrang zu geben. Dreieinhalb Jahre Nichtstun haben die Krise verschärft. Erst auf Druck des Bundesverfassungsgerichts liegt jetzt ein halbgares Programm auf dem Tisch.  Ambitionierte und effektive Maßnahmen sucht man vergebens, es bleibt bei wolkigen Ankündigungen. Einfache, aber hochwirksame Maßnahmen wie ein Tempolimit auf Autobahnen wurden aus dem ursprünglichen Entwurf gestrichen. Stattdessen werden nach dem Gießkannenprinzip weitere milliardenschwere Förderprogramme für emissionsarme Technologien ausgeschüttet. Die Förderung treibt mitunter seltsame Blüten: Dass emissionsfreie Vermessungs- und Wracksuchschiffe oder hybridelektrisches Fliegen zum Gamechanger der Verkehrswende werden, darf bezweifelt werden.  

Positiv an dem Programm ist der geplante zusätzliche Ausbau der Radinfrastruktur. Bereits jetzt aber scheitern viele Projekte nicht am Geld, sondern an fehlenden Stellen für Planer und Planerinnen in den Kommunen und an komplizierten Förderrichtlinien. Zudem brauchen wir ein Bundesmobilitätsgesetz als neuen Rechtsrahmen, der den Umweltverbund aus Bus und Bahn sowie Rad- und Fußverkehr endlich angemessen berücksichtigt. Wir müssen die Verkehrsplanung an gesellschaftlichen Zielen ausrichten und für eine klima- und sozialverträgliche Mobilität für alle sorgen.

Was wir jetzt nicht entschlossen angehen, fällt nach den Wahlen der nächsten Bundesregierung auf die Füße. Die darf nachholen, wofür die amtierende zu mutlos war.“


Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org 
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD Pressestelle • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3970 Thu, 17 Jun 2021 09:24:50 +0200 Tag der Verkehrssicherheit: Mit dem Bundesmobilitätsgesetz zur Vision Zero http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/tag-der-verkehrssicherheit-mit-dem-bundesmobilitaetsgesetz-zur-vision-zero/ Zum Tag der Verkehrssicherheit am 19. Juni fordert der ökologische Verkehrsclub VCD ein Bundesmobilitätsgesetz, damit das Ziel Verkehrssicherheit dauerhaft gesetzlich verankert wird. Sämtliche Verkehrsplanung muss so ausgelegt sein, dass niemand durch Verkehrsunfälle sein Leben verliert oder schwer verletzt wird. Berlin, 17. Juni 2021. Die Bundesregierung hat kürzlich Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit auf den Weg gebracht. Dabei hat sie das Ziel bekräftigt, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent zu verringern und die Zahl der Schwerverletzten signifikant zu senken. Aus Sicht des VCD ein wichtiger und sinnvoller Schritt. Ein Bundesmobilitätsgesetz aber würde die Vision Zero endlich rechtlich verankern und die Strategien für mehr Sicherheit auf unseren Straßen von Grund auf neu denken.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Verkehrssicherheit muss als Querschnittsaufgabe betrachtet werden, also für alle Verkehrsmittel und Verkehrsträger gleichermaßen. Kein Mensch soll mehr im Verkehr sein Leben verlieren – das muss zum Leitziel der Verkehrsplanung werden.“

Das Bundesmobilitätsgesetz verpflichtet die politischen Akteure und Akteurinnen auf allen staatlichen Ebenen dazu, langfristige Ziele und Strategien für den Umbau des Verkehrssektors zu entwickeln und umzusetzen. Mit dem neuen gesetzlichen Rahmen werden der Mensch und seine Mobilitätsbedürfnisse in den Vordergrund gestellt und die Mobilitätswende langfristig gesichert.

Als schnell umsetzbare Maßnahme für mehr Sicherheit im Verkehr setzt sich der VCD für Tempo 30/80/120 ein. Der diesjährige Tag der Verkehrssicherheit legt den Schwerpunkt auf Landstraßen. Dort passieren nur rund ein Viertel aller Unfälle, es sterben aber mit rund 60 Prozent die meisten Menschen im Straßenverkehr. 

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Alle 5,5 Stunden starb im vergangenen Jahr ein Mensch bei einem Verkehrsunfall auf einer Landstraße. Ein Tempolimit wäre eine Maßnahme, die man schnell umsetzen kann, die den Staat wenig Geld kostet und die viele Menschenleben retten kann. Wir brauchen beides: Wir müssen wirksame Sofortmaßnahmen umsetzen und gleichzeitig eine von Grund auf umgestaltete Verkehrspolitik und -planung in Angriff nehmen.“ 

Für die Einführung von Tempo 80 auf Landstraßen hat der VCD Wolfenbüttel eine Petition gestartet, die über den niedersächsischen Landtag als Bundesratsinitiative eingebracht werden soll.

Mehr Informationen über das Bundesmobilitätsgesetz:
https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz/

Zur Petition des VCD für Tempo 80 auf Landstraßen: https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/portal/nipetition/0/publiczurmitzeichnung  

 
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Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-3964 Mon, 07 Jun 2021 14:00:09 +0200 ÖPNV-Gipfel: Mobilitätswende erfordert entschiedene Investitionspolitik für den Umweltverbund http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/oepnv-gipfel-mobilitaetswende-erfordert-entschiedene-investitionspolitik-fuer-den-umweltverbund/
Berlin, 07. Juni 2021. Der öffentliche Personennahverkehr ist ein zentraler Baustein zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor. Um diese Ziele zu erreichen, ist es nach Ansicht des „Bündnis ÖPNV-Gipfel“ unabdingbar, das Angebot an Bus- und Bahnverbindungen zu verdoppeln und somit einen großen Teil des Autoverkehrs auf nachhaltige Verkehrsträger zu verlagern. Das wurde beim heutigen ÖPNV-Gipfel, zu dem das Bündnis eingeladen hatte, deutlich. Schirmherrin der Veranstaltung war Dr. Maike Schaefer, Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz (VMK) und Mobilitätssenatorin der Freien Hansestadt Bremen.

Zentraler Punkt der digitalen Konferenz, an der auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker sowie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) teilnehmen, ist die Frage der Finanzierung eines flächendeckend attraktiven, sauberen, barrierefreien und bezahlbaren ÖPNV mit guten und fairen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Wichtig seien dafür ein bundesweites Finanzierungsprogramm und eine Investitionsoffensive von Bund und Ländern; Kommunen und Landkreise müsse es ermöglicht werden, die Mobilitätswende durch den Ausbau klimafreundlicher Mobilität nachhaltig in Angriff zu nehmen.

Ein klimagerechter und krisenfester öffentlicher Verkehr sei aus Sicht des „Bündnis ÖPNV-Gipfel“ möglich, wenn die Herausforderungen von Kommunen und Verkehrsunternehmen, Bund und Ländern, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft gemeinsam angegangen werden.

Das „Bündnis ÖPNV-Gipfel“ hat dazu gemeinsame Forderungen formuliert (Link).

Anlässlich des ÖPNV-Gipfels betonen die Teilnehmenden in kurzen Statements:

„Gemeinsam mit dem Verkehrswendebündnis fordert der VCD, die Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 zu verdoppeln. Dafür müssen Bund und Länder gemeinsam mehr Mittel für den ÖPNV, dessen Personal und Betrieb bereitstellen. Damit Bus und Bahn attraktiver werden, braucht es ein verlässliches Angebot sowohl in den Städten als auch auf dem Land. Der VCD setzt sich daher für Mindestbedienstandards ein, damit jede und jeder deutschlandweit von früh morgens bis spät abends ans Ziel gelangt. Dann steigen die Menschen gern vom Auto auf den ÖPNV um.“
Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD)

„Wir brauchen einen starken ÖPNV, um die Mobilität der Bürger*innen sicherzustellen und um unsere gesteckten Klimaziele schnell zu erreichen. Während der Corona-Pandemie konnten wir trotz deutlicher Fahrgastrückgänge das Angebot aufrechterhalten. Jetzt geht es darum, das Vertrauen der Fahrgäste zurück zu gewinnen. Denn nur mit einem attraktiven, komfortablem ÖPNV und vernetzten, digitalisierten Mobilitätsangeboten schaffen wir die Verkehrswende. Zusätzlich müssen wir das bisherige Verkehrsangebot deutlich ausweiten. Das ist eine große Aufgabe, die wir gemeinschaftlich mit Bund, Ländern und Kommunen sowie Aufgabenträgern und Unternehmen angehen werden.“
Dr. Maike Schaefer, Mobilitätssenatorin der Freien Hansestadt Bremen

„Ohne einen erheblichen Ausbau des ÖPNV sind die Klimaziele im Verkehrssektor nicht erreichbar, eine Antriebswende reicht nicht. Die Mobilitätswende muss jetzt endlich in Angriff genommen werden. Bund und Länder müssen die Kommunen mit einem breiten Investitionsprogramm unterstützen und den ÖPNV zukünftig auf solide finanzielle Füße stellen. Für ein attraktives und breites Angebot und attraktive Arbeitsbedingungen in den grünen Jobs von Morgen.“
Christine Behle, stellvertretende ver.di – Vorsitzende

„Klimaschutzziele, eine nachhaltige Mobilität und die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie sind ohne einen leistungsstarken öffentlichen Personennahverkehr nicht zu stemmen. Das ist inzwischen Konsens. Bund und Länder haben deshalb erklärt, ihre Beiträge zum ÖPNV-Rettungsschirm auch für 2021 zu leisten und damit Folgen der Pandemie abzufedern. An diesen Zusagen darf nicht gerüttelt werden. Damit der ÖPNV für die Zukunft stark ist, brauchen wir ein solches gemeinsames Verständnis für die wichtige Rolle von Bussen und Bahnen.“
Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetags und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

„Der neue Koalitionsvertrag für Baden-Württemberg macht das Land zum Vorreiter beim Klimaschutz. Die Verkehrswende wird hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Wir setzen auf eine Mobilitätsgarantie mit dem ÖPNV im ganzen Land mit einem Angebot von 05:00 Uhr bis 24:00 Uhr. Im Ballungsraum wird der Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit auf einen Viertelstundentakt und im ländlichen Raum wird der Stundentakt zum Halbstundentakt verdichtet. Im ländlichen Raum unterstützen wir das durch vertaktete Bedarfsverkehre. All dies im Wissen, wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät!“
Winfried Hermann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg

„Deutschland muss wieder Bahnland werden. Dafür brauchen wir einen leistungsfähigen und attraktiven ÖPNV. Deshalb haben wir in Nordrhein-Westfalen eine ÖPNV-Offensive mit einem Volumen über 2 Milliarden Euro gestartet. Durch Rekord-Ausgaben in einen besseren öffentlichen Personennahverkehr leisten wir einen Beitrag für den Klimaschutz und machen Mobilität besser, sichererer und sauberer.“
Hendrik Wüst, Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

„Ein guter, moderner und bezahlbarer ÖPNV mit guten Arbeitsbedingungen ist ein Zukunftsfaktor und hilft, unsere Umwelt und das Klima zu schützen. Dafür investieren Bund und Länder massiv in Angebot, Preisstrukturen und Modernität. Auf Dauer muss der Bund die Länder auf deutlich stabilere finanzielle Füße stellen, denn dort werden die Verkehre bestellt und bezahlt. Jeder Euro für den ÖPNV ist gut investiert, denn er stärkt die Lebensqualität und schützt unser Klima.“
Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr im Saarland

„Es bedarf einer Allianz von Politik, allen staatlichen Ebenen und Verkehrsunternehmen. Notwendig sind der weitere Mittelaufwuchs für die Finanzierung des ÖPNV sowie die Heranziehung weiterer Finanzierungsquellen und -modalitäten. Die Weiterentwicklung des ÖPNV vor Ort darf nicht von finanziellen Handlungsspielräumen einzelner Städte, Landkreise und Gemeinden abhängen. Die Kommunen und Länder müssen dadurch in die Lage versetzt werden, das ÖPNV-Angebot durch substanzielle Fahrplan- und Taktverdichtungen erheblich zu erhöhen.“
Susanna Karawanskij, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft in Thüringen

„Mit Blick auf Klimaschutz und Lebensqualität brauchen wir eine Mobilitätswende, die eine an den Bedürfnissen aller Menschen und nicht nur der Autofahrenden ausgerichtet ist. Ein starker Umweltverbund mit einem deutlich attraktiveren ÖPNV muss dafür das Rückgrat bilden. Guter ÖPNV darf nicht von der Kassenlage der Kommunen und Landkreise abhängen. Es müssen deshalb Bundesmittel aus dem ohnehin überdimensionierten Fernstraßenbau in ein deutschlandweites ÖPNV-Finanzierungsprogramm umgewidmet werden.“
Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND

 „Für die Erreichung des 1,5 Grad Ziels brauchen wir eine sofortige sozial-gerechte Mobilitätswende, die den ÖPNV in den Fokus stellt. Diese muss durch ein massives Investitionspacket eingeleitet werden.  Nur so können wir gerechte Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und eine gerechte Zukunft für meine Generation schaffen. Dafür werden wir immer wieder gemeinsam auf die Straße gehen!“
Helen Marschall, Fridays for Future

„Die ÖPNV-Branche steht vor immensen Herausforderungen: Wir müssen mit aller Kraft die Folgen der Corona-Pandemie bewältigen und unseren Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis 2030 leisten. Das kann nur gemeinsam gelingen, indem Politik, Verkehrsunternehmen und Arbeitnehmer*innen weiterhin engagiert an einem leistungsstarken und zukunftsfähigen Nahverkehr arbeiten. In einem ersten Schritt wird es dafür erforderlich sein, nach der Pandemie so schnell wie möglich so viele Fahrgäste wie möglich zurückzugewinnen.“
Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)

 

Initiatorinnen und Initiatoren des „Bündnis ÖPNV-Gipfel“: Fridays for Future, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND, BUNDjugend,  Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), ökologischer Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), attac, Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und Naturfreunde Deutschland, Campact und Changing Cities e.V.

 

Pressekontakt:

Bastian Kettner • VCD-Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität • 030/280351-36 • bastian.kettner@vcd.org

Alexander Kaas Elias • VCD-Sprecher für klima- und sozialverträgliche Mobilität • 030/280351-281 • alexander.kaaselias@vcd.org

Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

 
Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3963 Fri, 04 Jun 2021 17:36:18 +0200 Höherer CO2-Preis auf Benzin muss kommen – aber mit sozialem Ausgleich http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/hoeherer-co2-preis-auf-benzin-muss-kommen-aber-mit-sozialem-ausgleich/ Die aktuelle Debatte über höhere Benzinpreise ist unredlich, kritisiert der VCD. Ein CO2-Preis ist effektiver Klimaschutz und sozial gerecht. Die Große Koalition hat ihn beschlossen, nun verfällt die Politik im Wahlkampfmodus in alte Reflexe und rudert zurück. Prof. Dr. Stefan Bajohr, Bundesvorsitzender des VCD, kommentiert:
 
„Alle wollen Klimaschutz, aber ändern soll sich bitte nichts. Besonders sensibel sind Maßnahmen, die vermeintlich zu einer Verteuerung führen. Die aktuelle Debatte um eine Erhöhung der Spritpreise zeigt das Erregungspotenzial. Dabei hat Grünenchefin Annalena Baerbock nur das ausgesprochen, was vor allem die Union mit ihren Forderungen nach einem höheren CO2-Preis bereits vorweggenommen hat. Sie dafür zu attackieren ist unredlich.

Im Gegenzug muss es einen sozialen Ausgleich geben, der Geringverdienende entlastet. Dazu hört man von der Großen Koalition zu wenig. Die Mobilitätsprämie reicht jedenfalls nicht aus, um die Folgen des CO2-Preises für Menschen mit wenig Einkommen abzufedern. Von der Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer profitieren sie nicht. Das Geld wäre besser in den Ausbau der Bahn-, Bus-, Fahrrad- und Fußverkehrsinfrastruktur investiert.

Es ist an der Zeit, die Debatte ehrlich und rational zu führen. Wollen wir mehr Klimaschutz und mehr Lebensqualität, dann kommen wir nicht um preisliche Maßnahmen herum, die umweltverträgliche Mobilität günstiger und umweltschädigende Mobilität teurer machen.“


Mehr Informationen: https://www.vcd.org/artikel/der-co2-preis-im-verkehr-keine-lenkungswirkung-und-sozial-unausgewogen

VDC-Factsheet „Die Verkehrswende ist sozial gerecht“: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/soziale_Verkehrswende/VCD_Fact_Sheet-_Die_Verkehrswende_ist_sozial_gerecht.pdf


Pressekontakt:
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner, VCD Pressestelle • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3949 Thu, 27 May 2021 16:52:27 +0200 Chance statt Ärgernis: So wird der E-Scooter Teil der Verkehrswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/chance-statt-aergernis-so-wird-der-e-scooter-teil-der-verkehrswende/ E-Scooter sind umstritten: Für die einen sind sie ein Ärgernis, für die anderen eine nützliche Ergänzung zum ÖPNV. Gerade mit Beginn der warmen Jahreszeit können sie den Umstieg vom Auto auf klimafreundliche Mobilitätsalternativen erleichtern. Der ökologische Verkehrsclub VCD erklärt, wie E-Scooter den nachhaltigen Mobilitätsmix vervollständigen können und welche politischen Maßnahmen dafür notwendig sind. Ein Viertel aller mit dem Auto zurückgelegten Strecken ist kürzer als zwei Kilometer. Genau für diese Wege bieten E-Scooter eine Option für diejenigen, die nicht zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein können oder möchten. Als ideale Begleiter für die „erste oder letzte Meile“, bringen sie Fahrgäste von Bus oder Bahn direkt ins Büro oder vor die eigene Haustür. Doch bislang machen E-Scooter weniger durch ihr Potential für die Verkehrswende von sich reden, sondern vor allem durch hohe Unfallzahlen und ungeordnetes Abstellen auf Fußwegen. Den E-Scooter selbst zum Kern des Problems zu erklären, greife jedoch zu kurz, betont der ökologische Verkehrsclub VCD. Vielmehr werde eine grundlegende Fehlentwicklung unseres Verkehrssystems deutlich: Während Autos den größten Raum beanspruchen, teilen sich klimafreundliche Fortbewegungsmittel wie Rad- und Fußverkehr – und seit zwei Jahren auch E-Scooter – den übrigen knappen Raum.

Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr: „E-Scooter sind eine Chance für die Verkehrswende, die nicht ungenutzt bleiben sollte. Insbesondere auf kurzen Wegen ermöglichen sie ein rasches und bequemes Vorankommen und erleichtern so den Umstieg vom Auto auf ein klimafreundliches Verkehrsmittel. Sie lediglich als Ärgernis oder Spielzeug herabzustufen, verkennt ihr Potential für die Verkehrswende. Um dieses voll auszuschöpfen ist die Politik jedoch gefordert, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur dann können sie sich langfristig als verlässliche und sichere Mobilitätsalternative etablieren.“

Um E-Scooter sinnvoll in den Mobilitätsmix zu integrieren, fordert der VCD in einem Hintergrundpapier zunächst einmal eine faire Umverteilung von Verkehrsflächen. Abstellplätze für E-Scooter gehören für den Verband auf die Straße und nicht auf den ohnehin schon schmalen Gehweg. Zusätzlich müssten Kontrollen eingeführt werden, die gewährleisten, dass Zufußgehende im Verkehrsraum nicht noch weiter verdrängt werden.

Das größte Potential von E-Scootern für die Verkehrswende liegt in ihrer Funktion als Verlängerung des ÖPNV, um von der Haltestelle zügig bis nach Hause zu gelangen. Hierfür ist jedoch eine sinnvolle Eingliederung in das Nahverkehrssystem wichtig. Dazu gehört die Errichtung fester Leihstationen an Haltestellen – und zwar nicht nur in der Innenstadt, sondern vor allem auch in ländlichen Gebieten und Randregionen, in denen bislang kaum ein Angebot besteht. Zudem müssen E-Scooter tariflich eingebunden werden, beispielsweise durch einfache Buchungsmöglichkeiten und verringerte Nutzungsgebühren für Fahrgäste des ÖPNV. So wird der ÖPNV in Kombination mit E-Scootern zu einer zeit- und kosteneffizienten Alternative zum Auto.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in unserem Hintergrundpapier.


Für Fragen und Interviewwünsche:
Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3946 Wed, 26 May 2021 09:47:54 +0200 VCD fordert ein Bundesmobilitätsgesetz - und präsentiert einen Vorschlag http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/vcd-fordert-ein-bundesmobilitaetsgesetz-und-praesentiert-einen-vorschlag/ Das geltende Verkehrsrecht ist veraltet, die Verkehrswende steht im Stau. Auf einer digitalen Konferenz legt der VCD einen Vorschlag für ein Bundesmobilitätsgesetz vor. Prominente Vertreter*innen der Parteien diskutieren über Chancen, Notwendigkeit und Umsetzung. Ein Rechtsgutachten im Auftrag des VCD stützt die Forderung. Berlin, 26. Mai 2021. Die Verkehrswende lässt auf sich warten, dabei wird sie immer dringlicher. Ein neuer institutioneller Rahmen soll dafür sorgen, den Verkehr von Morgen umwelt- und sozialverträglich zu gestalten. Das fordert der ökologische Verkehrsclub VCD, der heute auf seiner Online-Konferenz „Deutschland braucht ein Bundesmobilitätsgesetz – jetzt!“ einen konkreten Regelungsvorschlag für ein Bundesmobilitätsgesetz vorstellt. Wie dieses Gesetz, das erstmals alle Verkehrsträger gleichberechtigt in den Blick nimmt, gestaltet werden kann, darüber diskutiert eine hochkarätig besetzte Runde von Vertreter*innen der Bundestagsparteien.

„Bisher fehlt der Verkehrspolitik ein Kompass, auch deshalb warten wir vergeblich auf Fortschritte beim Klimaschutz“, erklärt Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD, zum Auftakt der Konferenz. „Verkehr wird bislang nicht als Ganzes gesehen und deshalb auch nicht als Ganzes geplant. Wegen der langen Planungs- und Bauzeiten, beispielsweise für Schienenwege, die teilweise mehr als 20 Jahre betragen, muss das Gesetz in der kommenden Legislaturperiode beschlossen werden. Ohne das Bundesmobilitätsgesetz wird es kaum möglich sein, die gerade beschlossene Verschärfung der Klimaschutzziele für den Verkehr umzusetzen.“

Ziele und Inhalte eines Bundesmobilitätsgesetzes stellen Dr. Axel Friedrich und Dr. Jan Werner vor. Beide begleiten das Projekt als Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats des VCD fachlich und juristisch. Der vorgelegte Regelungsvorschlag formuliert Leitziele für die Zukunft der Mobilität aus ökologischer, sozialer und kultureller Perspektive und macht Vorgaben für eine zielorientierte Verkehrsplanung, die die Entwicklung des Verkehrssystems in seiner Gesamtheit zum Gegenstand hat. Der Regelungsvorschlag verpflichtet den Bund, die Bundesländer und die Kommunen zur Zusammenarbeit über alle Verkehrsmittel hinweg: Bus, Bahn, Fahrrad, Auto und das Zufußgehen sind dabei gleichberechtigt. Auf diese Weise werden Verkehrsplanungen und Verkehrsinvestitionen an gesellschaftlichen Zielen ausgerichtet. Bisher orientieren sich Planungs- und Investitionsentscheidungen häufig an veralteten Verkehrsprognosen und oftmals verzerrten Nutzen-Kosten-Analysen.

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, begrüßt die VCD-Initiative: „Der Verkehrssektor ist das Sorgenkind der Umwelt- und Klimapolitik. Ein wichtiger Hebel für mehr Umwelt- und Klimaschutz in diesem Bereich ist die Verkehrsplanung und -infrastruktur. Hier müssen aufgrund der langen Vorlaufzeiten bereits heute die richtigen Weichen gestellt werden, damit Veränderungen auch rechtzeitig wirken. Ich freue mich daher, dass der VCD mit seinem Vorschlag für ein Bundesmobilitätsgesetz, das den gesetzlichen Rahmen für ein umweltfreundliches Mobilitätssystem bildet, ein neues Kapitel für die dringend benötigte Verkehrswende aufschlägt.“

Ein vom VCD in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Regelungsvorschlag mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Die Verfassungsrechtler Prof. Dr. Georg Hermes und Prof. Dr. Urs Kramer stellen in ihrem Gutachten fest, dass der Bund über die Gesetzgebungskompetenz verfügt, Verkehr und Mobilität unter Einschluss aller Verkehrsträger und Verkehrswege zu regeln und sie an Umweltzielen auszurichten.

An der anschließenden Diskussion nehmen teil: der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans, die Bundesvorsitzende der Linken Susanne Hennig-Wellsow, die Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Ursula Heinen-Esser (CDU), der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) sowie die stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag Daniela Kluckert (FDP).

Die Forderung, mit einem Bundesmobilitätsgesetz die rechtliche Grundlage für eine integrierte Verkehrspolitik zu schaffen, sei ein Gebot der Vernunft, sagt Dr. Axel Friedrich vom wissenschaftlichen Beirat des VCD. „Wie auch immer die Bundestagswahl ausgeht, das Vorhaben gehört in die Koalitionsvereinbarung der nächsten Regierung: Mit dem Ziel, die Mobilität von Morgen zu sichern.“

Das Projekt Bundesmobilitätsgesetz wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Mehr Informationen zum Bundesmobilitätsgesetz unter: https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz/

Pressekontakt
Franziska Fischer, Anne Fröhlich, Magdalena Reiner • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-3940 Wed, 19 May 2021 10:24:00 +0200 Gegen Bewegungsarmut - für einen Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/gegen-bewegungsarmut-fuer-einen-schulweg-zu-fuss-oder-mit-dem-rad/ Heute startet die Anmeldephase für die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, die im September bundesweit stattfinden. Der ökologische Verkehrsclub VCD, das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) bekräftigen ihre Forderung nach besseren Bedingungen für eine kindgerechte Mobilität. Die Verbände setzen sich dafür ein, dass der Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Rad oder Roller zurückgelegt wird. Gerade in der Corona-Pandemie ist es wichtig, Bewegungsarmut vorzubeugen. Studien zeigen aber, dass das nicht ausreichend gelingt.
Berlin, 19. Mai 2021. Kinder und Jugendliche in Deutschland bewegen sich zu wenig. Zu diesem Schluss kommen entsprechende Studien seit Jahren. Verstärkt wird dies durch die aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen. Da Sportunterricht und Freizeittraining pandemiebedingt nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden können, leiden viele Kinder noch stärker unter Bewegungsmangel. Für ihre körperliche und kognitive Entwicklung kann das verheerende Folgen haben, wie auch eine Langzeitstudie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt. Demnach haben sich Kinder und Jugendliche im zweiten Lockdown seit Dezember 2020 deutlich weniger bewegt als noch im ersten, nämlich durchschnittlich nur 61 Minuten am Tag. Nur noch 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen bewegen sich entsprechend der WHO-Empfehlung ausreichend, vor der Pandemie lag der Anteil bei einem Viertel. Fast die Hälfte der Befragten gab an, ihre Fitness sei stark gesunken. Bei knapp 30 Prozent sei das Gewicht gestiegen.

Jetzt ist es umso wichtiger, dass Kinder viele Wege aktiv bewältigen: mit den eigenen Füßen, auf dem Rad oder mit dem Roller. Mit den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ wollen die drei Organisationen Kinder, Eltern und Beschäftigte im Bildungsbereich dazu ermuntern, Projekte mit Mobilitätsbezug umzusetzen. Denn sie sehen mit Sorge, dass im Zuge des Wechselunterrichts sogar Anreize für Eltern gesetzt wurden, ihre Kinder mit dem Auto zu bringen. Dies sei der vollkommen falsche Ansatz, bemängeln die Kooperationspartner und verweisen dabei auch auf den Rahmenbeschluss der Kultusministerkonferenz für die Schulöffnungen. Dieser empfiehlt explizit „nach Möglichkeit verstärkt zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren“.

Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Schirmherrin der Aktionstage: „Die Aktionstage ‚Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten‘ lenken den Fokus darauf, den Schulweg sicherer zu gestalten und es damit attraktiv zu machen, den Weg zu Fuß, mit dem Rad oder Roller zu bestreiten. So gewinnen die Kinder das notwendige Selbstvertrauen im Straßenverkehr. Als Schirmherrin der Aktionstage würde ich mich deshalb sehr freuen, wenn möglichst viele Schulen, Lerngruppen und Kinder mitmachen und wünsche allen, die teilnehmen, eine bewegte Zeit.“

Auch in Anlehnung daran rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) Grundschulen und Kindergärten in ganz Deutschland dazu auf, sich zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ anzumelden. Los geht es dann im Herbst. Vom 20. September bis 1. Oktober können Kinder zwei Wochen lang ausprobieren, wie es ist, selbstständig mit Rad, Roller oder zu Fuß zur Schule oder in den Kindergarten zu kommen. Gemeinsam mit Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern können eigene Projekte rund um das Thema Mobilität entwickelt werden.

Neben Tempo 30 auf allen als Schulweg genutzten Straßen fordern VCD, DKHW und VBE insbesondere, die Infrastruktur sicherer zu gestalten und dafür auch Kinder und Jugendliche bei Planungsprozessen einzubeziehen. Der Straßenverkehr rund um Schulen und Kindergärten müsse wirksam begrenzt werden. Eltern, die nicht auf das Elterntaxi verzichten können oder wollen, sollten Alternativparkplätze angeboten werden, damit durch Bring-Situationen vor den Bildungseinrichtungen niemand gefährdet wird. So gelingt es, den Weg für alle Kinder so sicher zu gestalten, dass Eltern sie sorgenfrei in ihrer eigenständigen Mobilität unterstützen können.


Weitere Informationen:

Alle Materialien, kostenlose Aktionsposter, Infoflyer und Projektideen gibt es unter: zu-fuss-zur-schule.de.
Das gemeinsame Forderungspapier finden Sie unter: vcd.org/forderungen-sicherer-schulweg.

 

Pressekontakt:

Anne Fröhlich, VCD-Pressereferentin • Telefon 030/280351-59 • anne.froehlich@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Uwe Kamp, DKHW-Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • kamp@dkhw.dewww.dkhw.de • Twitter: @DKHW_de

Anne Roewer, VBE Leitung Kommunikation • Telefon 030/7261966-17 • a.roewer@vbe.dewww.vbe.de

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus Kinderbereich, Primarstufe, Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrerbildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Lehrergewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb Beamtenbund und Tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder. Er setzt sich für die Stärkung des Lehrerberufs, eine an der Profession orientierte Lehrerbildung, die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter und eine gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen ein. Er fordert für die Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung an Fachhochschulen auf europäischem Niveau.

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news-3938 Mon, 17 May 2021 16:55:18 +0200 Europa-Takt: Bei großen Plänen darf es nicht bleiben. Ausschließlich deren konsequente Umsetzung trägt zum Klimaschutz bei http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/europa-takt-bei-grossen-plaenen-darf-es-nicht-bleiben-ausschliesslich-deren-konsequente-umsetzung-tr/ Auf dem heutigen Schienengipfel wurde die Dringlichkeit eines europaweiten Bahnnetzes betont und der Europa-Takt ausgerufen. Allerdings müssen diese Pläne nun auch zügig angegangen werden, betont der ökologische Verkehrsclub VCD. Auch beim Deutschland-Takt gebe es viele schöne Pläne und noch zu wenig verbindliche Etappenziele für deren Umsetzung. Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende, kommentiert:

„Dass heute auf dem Schienengipfel ein gemeinsamer Europa-Takt ausgerufen wurde, ist zu begrüßen. Attraktive Zugverbindungen über die Staatsgrenzen hinweg, wie beispielsweise auf der Strecke Berlin – Prag – Wien, müssen unbedingt ausgebaut werden. Doch schöne Pläne sind das eine, wichtig ist jetzt, dass sie auch tatsächlich schnell umgesetzt werden. Nur dann werden sie dem „European Green Deal“ gerecht und tragen zum Klimaschutz bei. Um die Regionen in Deutschland landesweit sowie europäisch anzubinden, brauchen wir einen intelligent geplanten und gut funktionierenden Deutschlandtakt. Dieser ist nur mit verbindlichen Ausbau- und Etappenzielen zu erreichen. Zudem müssen Fahrgäste ihre Bahntickets europaweit leicht buchen können: Auch für grenzüberschreitende Reisen brauchen wir ein Portal, über das unkompliziert ein Ticket für die gesamte Strecke erworben werden kann. Dann steigen Passagiere gern vom Flugzeug auf die klimafreundliche Bahn um.“

Pressekontakt:
Anne Fröhlich, Pressereferentin VCD • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.org
www.vcd.org • Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3934 Mon, 10 May 2021 16:05:31 +0200 Runter vom Gas für mehr Sicherheit und Umweltschutz! Spanien führt Tempo 30 ein http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/runter-vom-gas-fuer-mehr-sicherheit-und-umweltschutz-spanien-fuehrt-tempo-30-ein/ Als erstes Land in der EU geht Spanien konsequent gegen Unfälle im Straßenverkehr vor und ändert die Regelgeschwindigkeit. Tempo 30 wird ab morgen in Städten zur Norm, Tempo 50 zur Ausnahme. Was in Spanien geht, sollte auch in Deutschland möglich sein, kommentiert Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr: „Oft hilft ein Blick über die Grenze, um zu erkennen, dass vieles möglich ist, was hierzulande noch nicht vorstellbar erscheint. Es braucht nur den politischen Willen. Auch die Niederlande wollen Tempo 30 zur Regel machen. In Brüssel gilt schon jetzt weitgehend 30 km/h. In Helsinki und Oslo sind nach der Einführung von Tempo 30 im Jahr 2019 weder Kinder noch Fußgänger*innen oder Radfahrende ums Leben gekommen. Mehr Sicherheit auf den Straßen, besonders für Ältere und Kinder, mehr Lebensqualität und weniger Lärm, das wollen wir auch bei uns. 30 muss das neue 50 werden.

Noch immer sind wir von der Vision Zero (Null Tote im Verkehr) viel zu weit entfernt. 2019 starben im Straßenverkehr 3.046 Menschen, 384.000 wurden verletzt. Dass die Zahlen 2020 zurückgegangen sind, liegt vor allem am Corona-Effekt. Für nachhaltig mehr Sicherheit macht langsameres Fahren einen enormen Unterschied: Bei 50 km/h ist der Anhalteweg mehr als doppelt so lang wie bei einem Auto, das nur 30 km/h fährt. Auch das Tötungsrisiko für Fußgänger*innen ist durch die größere Aufprallwucht bei Unfällen mehr als doppelt so hoch.

Der VCD setzt sich seit seiner Gründung für Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften ein. Dort, wo eine höhere Geschwindigkeit nachweislich sinnvoll ist, kann es auch Ausnahmen für Tempo 50 geben. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit lässt den Verkehr sicherer und besser fließen, entlastet die Umwelt, verringert den Verwaltungsaufwand bei der Straßenbeschilderung und schafft mehr Klarheit bei den Verkehrsregeln. Dafür müssen wir die Straßenverkehrsordnung ändern: Damit unsere Städte lebenswert werden.“


Pressekontakt:
Anika Meenken • VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung • anika.meenken@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3930 Wed, 05 May 2021 11:46:07 +0200 Nach Klima-Urteil: Chance für mehr Klimaschutz im Verkehr nutzen! http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/nach-klima-urteil-chance-fuer-mehr-klimaschutz-im-verkehr-nutzen/ Die Bundesregierung muss nach dem Klima-Urteil entschlossen nachsteuern und wirksamen Klimaschutz auch im Verkehr verankern, fordert der VCD. Treibhausgase müssen insgesamt bis 2030 um mindestens 65 Prozent reduziert werden. Für den Verkehr braucht es ein Sofortprogramm. Tempolimits helfen schnell, den CO2-Ausstoß zu senken. Berlin, 05.05.2021. Der ökologische Verkehrsclub VCD sieht das historische Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts als klaren Auftrag an die Bundesregierung, beim Klimaschutz nachzujustieren. Eine Neuausrichtung der Verkehrspolitik ist hierfür entscheidend. So können Mobilität, Klimaschutz und Generationengerechtigkeit besser miteinander vereinbart werden.

Prof. Dr. Stefan Bajohr, Bundesvorsitzender VCD: „Ein klareres Votum als das Urteil aus Karlsruhe kann es nicht geben. Das ist das Stoppschild für die deutsche Klimapolitik, die 2020 nur wegen des Corona-Effekts ihre Ziele für den Verkehr geschafft hat. Ich fordere die Bundesregierung auf, die Chance für wirksamen Klimaschutz jetzt zu nutzen und ein Sofortprogramm auf den Weg zu bringen. Für die Bundestagswahl müssen alle Parteien ihr Programm neu überprüfen und zusätzliche Maßnahmen für eine umweltfreundlichere Mobilität vorlegen.“

Damit schärfere Klimaziele im Verkehr eingehalten werden können, sind schnell umsetzbare Maßnahmen notwendig. Ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen etwa würde kurzfristig wirken und im Jahr rund 2,6 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Mittelfristig müssen klima- und umweltschädliche Subventionen wie Dienstwagenprivileg, Dieselsubvention oder Entfernungspauschale sozialverträglich abgeschafft werden. Laut Umweltbundesamt belaufen diese sich auf 28 Milliarden Euro pro Jahr.

Auch ein ambitionierter CO2-Preis und ein Umbau der Kfz-Steuer mit Bonus-Malus-System sind aus Sicht des VCD dringend notwendig. Um den Verkehr nicht nur zu verlagern, sondern zu vermeiden, braucht es zudem einen gesetzlichen Rahmen für die Transformation hin zu einer modernen, nachhaltigen Mobilität. Deshalb setzt sich der VCD für ein Bundesmobilitätsgesetz ein. 

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „Union und SPD haben es in ihrer gesamten Regierungszeit nicht geschafft, nachhaltig mehr Klimaschutz im Verkehr auf den Weg zu bringen. Auf das neue Klimaschutzgesetz darf man gespannt sein. Deutschland muss seine Emissionsziele zum einen an die neuen EU-Vorgaben anpassen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zwingt die Politik jetzt aber auch, Ziele für die Zeit nach 2030 zu setzen.“

Ein Bundesmobilitätsgesetz würde die notwendigen Weichen stellen, um eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik sicherzustellen: planungssicher, klimaschonend, sozial und künftigen Generationen gegenüber gerecht. Genau dies hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil beabsichtigt.


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Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org Franziska Fischer • Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

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news-3929 Tue, 04 May 2021 15:35:08 +0200 Sozialverträgliche Mobilitätswende nicht länger aufschieben http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/sozialvertraegliche-mobilitaetswende-nicht-laenger-aufschieben/ Bündnis diskutiert mit Kanzleramt über Forderungen zum Verkehr der Zukunft Ein Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Sozial- und Umweltverbänden und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschäftigt sich mit Unterstützung der Stiftung Mercator mit der Frage, wie unsere Mobilität in Zukunft aussehen soll. Klimakonform und sozial gerecht - auf 53 Seiten beschreiben die Beteiligten ihre gemeinsamen Vorschläge (download PDF). Diese Handlungsempfehlungen von DGB, IG Metall, ver.di, SoVD, VdK, AWO, VCD, BUND, EKD und NABU haben Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses jetzt im Rahmen eines Arbeitsgesprächs an das Bundeskanzleramt übergeben.

Daseinsvorsorge, Lebensqualität und Gesundheit, Mobilitätswirtschaft und ein allgemeiner Kulturwandel sind die vier Handlungsfelder. Alle Beteiligten haben unterschiedliche Ansätze in Bezug auf den Verkehrssektor. Das vorhandene Potenzial für den Klimaschutz ist immens. Seit drei Jahrzehnten fehlt jedoch der politische Wille, Treibhausgasemissionen einzusparen. Antworten werden auch in anderen Bereichen dringend gesucht. Gesundheit und Lebensqualität leiden unter Schadstoff- und Lärmemissionen sowie unter der Flächenkonkurrenz. Nicht alle Menschen in Deutschland haben gleichberechtigt Zugang zur Mobilität, Sparmaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr führen zu schlechten Arbeitsbedingungen und auch die Automobilwirtschaft steht vor erheblichen Umbrüchen.

Vom Dialog mit dem Kanzleramt erwarten sich die Initiatoren ein entschlosseneres Handeln der jetzigen, aber auch der kommenden Bundesregierung. Dabei versteht sich das Bündnis als Anlaufstelle für die Gestaltung der Mobilitätswende. Das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum deutschen Klimaschutzgesetz - wonach die Bundesregierung zu viele Lasten in die Zukunft verschiebt - unterstreicht die Dringlichkeit des Ansinnens. Denn sonst sind die Möglichkeiten, mobil zu sein wie die Freiheitsrechte bedroht.


Hintergrundmaterial

Pressemitteilung mit Zitaten der Verbände

Papier „Wie wir das Klima schützen und eine sozial gerechte Mobilitätswende umsetzen können"


Pressekontakt
Alexander Kaas • Elias Sprecher für klima- und sozialverträgliche Mobilität • alexander.kaaselias @vcd.org, Franziska Fischer • Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV



Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

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news-3927 Thu, 29 Apr 2021 09:56:18 +0200 Das Verkehrswende-Kinderzimmer des VCD auf der BUGA 2021 http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/das-verkehrswende-kinderzimmer-des-vcd-auf-der-buga-2021/ Mit einem begehbaren Kinderzimmer auf der Fläche eines Parkplatzes macht der ökologische Verkehrsclub VCD auf der BUGA 2021 auf das Thema Flächengerechtigkeit aufmerksam. Die Installation wird ergänzt durch ein Quiz für Kinder und Jugendliche sowie durch verschiedene Veranstaltungen zu nachhaltiger Mobilität. Berlin/Erfurt, 29. April 2021. Ein Bett mit Nachttisch, ein Schreibtisch mit Stuhl und ein Kleiderschrank – all das passt problemlos auf einen Parkplatz. Denn mit durchschnittlich zwölf Quadratmetern ist er größer als viele deutsche Kinderzimmer. Auf den enormen Platzverbrauch durch parkende Pkw in unseren Städten macht der ökologische Verkehrsclub VCD auf der Bundesgartenschau (BUGA) in Erfurt mit seiner Installation „12qmENTDECKEN“ aufmerksam. Ein Parkplatz wird von April bis Oktober 2021 in ein begehbares Kinderzimmer mit zahlreichen Informationen zu nachhaltiger Mobilität verwandelt.

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Das begehbare Kinderzimmer verdeutlicht, wie viel Platz ein stehendes Auto im öffentlichen Raum einnimmt. Gerade in unseren Städten ist dieser Platz knapp und wertvoll, doch wir haben uns so sehr an die überall parkenden Pkw gewöhnt, dass sie uns gar nicht mehr auffallen. Wir möchten die Menschen daran erinnern, dass die Straße nicht automatisch den Autos gehört – sondern uns allen.“

In dem Kinderzimmer finden sich Informationen rund um die Themen Flächenverbrauch, lebenswerte Städte und nachhaltige Mobilität. Auf einem zweiten Parkplatz nebenan wird mit einem Bodenbanner der zunehmende Platzbedarf von Autos durch immer größere Modelle dargestellt. Bei einem Quiz können Kinder und Jugendliche ihr erworbenes Wissen testen und im Rahmen einer Verlosung tolle Preise gewinnen. Die Installation des VCD ist während des gesamten Zeitraums von April bis Oktober für alle BUGA-Besucher geöffnet. Parallel plant das VCD-Projekt „Straßen für Menschen“ gemeinsam mit der Ortsgruppe Erfurt zahlreiche Veranstaltungen rund um lebenswerte Städte.

Falko Stolp, Vorsitzender VCD-Ortsgruppe Erfurt: „Wir kreieren mit unserer Installation auf der BUGA einen Erlebnisraum – insbesondere für Kinder und Jugendliche. Die einstige Parkfläche wird so zu einem Ort des Entdeckens und Lernens. Gerade für Familien ist unser begehbares Kinderzimmer ein toller Ort für einen Ausflug der Spaß macht und gleichzeitig lehrreich ist.“

Passend zur Themenwoche „Bewusst(er) leben – Die Nachhaltigkeitswoche“ veranstaltet der VCD, vorausgesetzt die Corona-Pandemie lässt das zu, am 29.08.2021 das Aktionsformat 12qmKULTUR und zeigt mit einem bunten Programm auf einem umgewidmeten Parkplatz, wie wir das gesellschaftliche und kulturelle Leben wieder zurück in den öffentlichen Raum holen können. Ein weiteres Highlight sind die Aktionen im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche (16.09. bis 22.09 2021). Hier veranstaltet die VCD-Ortsgruppe ihren PARK(ing) Day auf der BUGA und lädt darüber hinaus in Erfurt zu einer Kidical Mass Fahrrad-Demonstration ein. Jeden zweiten Mittwoch im Monat lädt der VCD Erfurt außerdem zu Diskussionsrunden und Informationsabenden ein. Dort befassen sie sich mit Themen rund um den Fuß- und Radverkehr in Thüringen.

 

Die Installation des VCD befindet sich auf dem BUGA-Gelände am Petersberg in der Nähe des Grünen Klassenzimmers.

Bildmaterial finden Sie unter vcd.org/service/presse/bildmaterial/aktionsfotos/

Das Projekt wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert. Mehr zum Projekt „Straßen für Menschen“: https://www.vcd.org/flaechengerechtigkeit  

 

Pressekontakt:
Anne Fröhlich, Pressereferentin • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Ansprechpartner vor Ort:
Falko Stolp, Vorsitzender VCD-Ortsgruppe Erfurt • 0151/15 67 64 41 • erfurt@vcd.org
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3926 Wed, 28 Apr 2021 16:35:44 +0200 „Macht unsere Schulen fahrradfit!“ http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/macht-unsere-schulen-fahrradfit/ Viele Schulen sind nicht fahrradfreundlich gestaltet. Häufig fehlt es etwa an guten Abstellanlagen und sicheren Radwegen. Mit Klima-Aktivist Jakob Blasel, der Gründerin der Berliner Initiative „Sicher zur Schule“ und Schulleiter*innen diskutierten VCD und AKTIONfahrRAD die Frage „Fahrradfreundliche Schule! Wie geht das?“. Cem Özdemir, der seine Teilnahme kurzfristig absagen musste, äußerte sich in einer Videobotschaft. Berlin, 28. April 2021. Um die Frage, wie Schulen fahrradfreundlicher werden können, drehte sich am Mittwoch alles bei der Online-Diskussion „Fahrradfreundliche Schule! Wie geht das?“ des ökologischen Verkehrsclub VCD und AKTIONfahrRAD (AfR). Grünen-Politiker und AfR-Botschafter Cem Özdemir betonte in einer Videobotschaft den integrativen Charakter des Fahrrads: Die eigenständige Mobilität mache Kinder unabhängiger, selbstbewusster und fitter - und zwar unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Klima-Aktivist Jakob Blasel, Mitbegründer der Fridays-For-Future-Bewegung und Botschafter der „FahrRad!“-Jugendkampagne des VCD, hob die Wichtigkeit von sicheren Radwegen hervor. Um das Problem von immer mehr Elterntaxis in den Griff zu bekommen, müsse nicht nur das unmittelbare Schulumfeld für radelnde Kinder und Jugendliche sicherer werden, sondern alle Wege.

Anika Meenken, Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätserziehung beim VCD, moderierte die Diskussion und zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Ich nehme sehr viel mit aus der anregenden Debatte. Klar ist: es muss sich dringend etwas tun auf unseren Fahrradwegen, damit noch mehr Kinder und Jugendliche gern in die Pedale treten und ihre Eltern sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen müssen.“

Konkrete Vorstellungen und Ideen, wie man Schulen fahrradfreundlicher gestalten könnte, gab es in der Diskussion reichlich: etwa mehr Fahrrad- und Rollerstellplätze an Schulen sowie das verpflichtende Erstellen von Radschulwegplänen. Besonders wichtig war aus Sicht der Diskussionsteilnehmenden die Einführung von Tempo 30 nicht nur im direkten Umfeld von Schulen, sondern als allgemeine Basisgeschwindigkeit innerorts. Das betonte auch Cem Özdemir in seiner Videobotschaft. Vor allem Straßen, die laut Schulwegeplänen viel von Kindern benutzt werden, sollten fahrrad- und fußverkehrsfreundlich gestaltet werden. Das fordern auch der VCD und AfR in ihrem neuen Forderungspapier, das sich an Bundes- und Landespolitik, Kommunen und Schulen richtet.

Ulrich Fillies, AfR-Vorsitzender: „Fahrrad fahren tut gut, uns und dem Klima. Gerade Kinder und Jugendliche profitieren von mehr Bewegung und besserer Konzentrationsfähigkeit im Unterricht. Doch viel zu oft verhindern das Fehlen sicherer Radwege und eine schlechte Infrastruktur, dass mehr Kinder die zahlreichen Vorteile des Radfahrens erleben können. Deshalb fordern wir: Macht unsere Schulen fahrradfit!“

Um Kinder und Jugendliche für das Radfahren zu begeistern, hat der ökologische Verkehrsclub VCD die Kampagne »FahrRad! Fürs Klima auf Tour« ins Leben gerufen und konnte so schon über 80.000 Jugendliche aufs Rad bringen.

Die gemeinsamen Forderungen von VCD und AKTIONfahrRAD finden Sie hier.


Mehr zur VCD-Aktion „FahrRad!“:

Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren können sich mit ihren Schulklassen, Jugendgruppen oder Familien ab sofort und fortlaufend bis Ende August unter www.klima-tour.de anmelden. Jeder erradelte Kilometer kann auf dem Online-Portal eingetragen werden. Das bringt die teilnehmenden Gruppen gleichzeitig auf einer virtuellen Tour durch Deutschland und Europa voran. An 18 Stationen auf der Online-Tour werden Fahrrad- und Klimathemen jugendgerecht präsentiert. Außerdem gibt es Mitmachaktionen und Quizfragen. Für die Kombination aus richtigen Antworten und gesammelten Fahrradkilometern können als Hauptgewinn bis zu 500 Euro für die Gruppenkasse, eine Fahrradabstellanlage und weiteres Equipment für kommende Radausflüge gewonnen werden. Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter finden auf der Webseite Unterrichtsmaterialien und Aktionsideen aus den Bereichen Fahrrad, Klimaschutz und Mobilitätsbildung. Das Jugendprojekt „FahrRad!“ ist eine Kooperation mit der »AKTIONfahrRAD« (www.aktionfahrrad.de). 


Pressekontakt
Anne Fröhlich • VCD-Pressestelle • 030/280351-18 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV  

Ulrich Fillies • Vorsitzender AKTIONfahrRAD • info@aktionfahrrad.de • www.aktionfahrrad.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

AKTIONfahrRAD ist angetreten, um Kinder und Jugendliche frühzeitig und nachhaltig aufs Rad zu bringen. Deshalb muss auch vor dem Hintergrund der aktuellen Umwelt-, Gesundheits- und Verkehrsproblematik spätestens in den Schulen damit begonnen werden, die Schülerinnen und Schüler verstärkt aufs Rad zu setzen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Lehrerinnen und Lehrer als starke Partner gebraucht. Für AKTIONfahrRAD bedeutet das, schulkonforme nachhaltige Projekte für sie zu schaffen, damit es ihnen möglich wird, im Schulbetrieb den Weg zum Fahrrad zu finden. Um das umzusetzen, sind die Aktionen, wie „Deutschlands fahrradfreundlichste Schule“, „Deutsche Schulmeisterschaft“, „Reparaturservice“, „Lehrerfortbildung“ und „Schülerreporter“ ins Leben gerufen worden. Durch diese hilft AKTION fahrRAD den Lehrkräften in den Schulen, das Fahrradfahren wieder populär und nachhaltig betreiben zu können.

 

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news-3923 Tue, 27 Apr 2021 09:00:00 +0200 Ambitionierter Plan für mehr Sicherheit im Radverkehr http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/ambitionierter-plan-fuer-mehr-sicherheit-im-radverkehr/ Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt den heute auf dem Radverkehrskongress vorgestellten NRVP 3.0 als ambitioniertes Bekenntnis zur Radverkehrsförderung. Gerade im Bereich Verkehrssicherheit enthält der Plan viele wichtige Verbesserungen. Allerdings kritisiert der VCD, dass Tempo 30 als zentrale Maßnahme im Sinne der Vision Zero nicht vorkommt. Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung, kommentiert:

„Der Nationale Radverkehrsplan (NRVP) 3.0 ist ein ambitioniertes Bekenntnis zur Radverkehrsförderung für die nächsten zehn Jahre mit konkreten Zielen und Maßnahmen. So ist etwa vorgesehen, die Zahl der im Verkehr getöteten Radfahrenden gegenüber 2019 um 40 Prozent zu reduzieren, und zwar bei gleichzeitig angestrebter Verdoppelung der mit dem Rad gefahrenen Kilometer. Dass darüber hinaus die Vision Zero zu einem Leitbild der Radverkehrsförderung erklärt wird, ist wichtig und richtig. Ziel unserer Verkehrspolitik muss sein, dass wir eine Infrastruktur schaffen, die Fehler verzeiht. Nur dann können alle Menschen, ganz besonders Kinder, sicher und eigenständig mobil sein.

Darüber hinaus freuen wir uns, dass eine langjährige VCD-Forderung endlich Gehör gefunden hat: Vom Kindergarten an soll Mobilitätsbildung künftig in allen Ländern auf dem Bildungsplan stehen. Außerdem sollen Schulen fahrradfreundlicher gestaltet werden, unter anderem durch bessere Anbindung an das Radverkehrsnetz und den Bau von Fahrradabstellanlagen.

Das sind sehr gute Ansätze, allerdings fehlt ein klares Bekenntnis zu Tempo 30 innerorts. So ist im NRVP nur von „reduzierten Geschwindigkeitsunterschieden“ die Rede, doch Tempo 30 kommt auf den 80 Seiten des Radverkehrsplans nicht ein einziges Mal vor. Dabei ist Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerorts eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt, um die Vision Zero greifbar zu machen. Außerdem trägt sie wie kaum eine andere so sehr zu mehr Lebensqualität in unseren Städten bei – durch bessere Luft, mehr Platz für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind und die Vermeidung von Lärm.“

 

Pressekontakt:
Anika Meenken • VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung • 030 / 280 351-403 • anika.meenken@vcd.org
Anne Fröhlich, Pressereferentin VCD • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3918 Wed, 14 Apr 2021 14:22:31 +0200 Breites Bündnis fordert sozial- und klimaverträgliche Mobilitätswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/breites-buendnis-fordert-sozial-und-klimavertraegliche-mobilitaetswende/ Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden und der Evangelischen Kirche in Deutschland stellt Handlungsempfehlungen vor Ein zivilgesellschaftliches Bündnis hat heute seine Handlungsempfehlungen für eine sozial gerechte und ökologische Mobilitätswende vorgestellt.

DGB, IG Metall, ver.di, SoVD, VdK, AWO, BUND, VCD, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und NABU vertreten zusammen viele Millionen Menschen und signalisieren damit, dass weite Teile der Bevölkerung dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Mobilitätspolitik sehen. Entsprechend fordert das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende die Bundesregierung zu entschlossenerem Handeln auf: Es ist möglich, gleichzeitig das Klima zu schützen und die Lebensqualität von Millionen Bürgerinnen und Bürgern spürbar zu verbessern.

Der Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz ist längst überfällig. Gleichzeitig bietet der  Umbau des Mobilitätssystems die Chance, den unterschiedlichen Bedürfnissen aller Menschen im Land gerecht zu werden: ob Menschen in der Stadt oder auf dem Land, Beschäftigte mit hohem oder niedrigen Einkommensniveau, jung oder alt, gesund oder mit körperlichen Einschränkungen. Außerdem geht es um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Mobilitätswirtschaft.

Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende hat sich gegründet, um den gesamtgesellschaftlichen Dialog über die Ausrichtung der Verkehrspolitik konstruktiv zu begleiten und einer weiteren Spaltung der Gesellschaft darüber entgegenzuwirken. Durch seine Arbeit strebt das Bündnis an, die fortwährenden Auseinandersetzungen über die Zukunft der Mobilität zu entschärfen. Die Vorschläge des Bündnisses sollen dazu dienen, eine gemeinsame Vorstellung der künftigen Mobilitätswelt zu entwickeln und daraus Handlungsschritte abzuleiten. Das vorgelegte Papier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient als Debattenanstoß. Ziel ist, die Ideen in den kommenden Monaten im öffentlichen Austausch mit den Menschen und Bündnispartnern vor Ort weiter auszugestalten.

Die Arbeit des Bündnisses wird gefördert und unterstützt durch die Stiftung Mercator und die European Climate Foundation.

Die Handlungsempfehlungen zum Download: https://www.vcd.org/artikel/buendnis_sozialvertraegliche_mobilitaetswende
 

Nachfolgend finden Sie die Zitate der beteiligten Organisationen für Ihre Berichterstattung:

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD: „Die Verkehrswende ist seit seiner Gründung oberstes Ziel des VCD. Unsere Klimaziele für den Verkehrsbereich schaffen wir nur, wenn wir Mobilität ökologisch und sozial gerecht gestalten. Dieser Herausforderung stellen wir uns mit dem Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende. Wenn Menschen aller Alters- und Einkommensgruppen besser und barrierefrei an Bahn, Bus, Fuß- und Fahrradinfrastruktur angebunden sind, profitieren davon am Ende alle. Nachhaltige Mobilität ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, schont Klima und Umwelt und schafft neue, zukunftsfähige Jobs in der Mobilitätswirtschaft. Deshalb ist die Verkehrswende sozial.“

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Die Mobilitätswende hat das Zeug, als Gewinnergeschichte in die gesellschaftlichen Umbrüche des 21. Jahrhunderts einzugehen. Heute ist der Verkehrssektor ein entscheidender Treiber des Klimawandels und vieler anderer Umweltbelastungen. In den letzten 30 Jahren ist es uns nicht gelungen, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Das liegt auch an fehlenden guten Ideen für eine sozial gerechte Veränderung im Verkehrssektor. Kommen aber alle wesentlichen Akteure an einen Tisch, zeigt sich schnell, dass die Differenzen weit geringer sind, als von vielen vermutet. Künftig kann ein verändertes Mobilitätssystem auch zum Erreichen der Klimaziele beigetragen, die Lebensqualität aller erhöhen, den Wohlstand sichern und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Der Fahrplan des Bündnisses Sozialverträgliche Mobilitätswende hat heute den Grundstein dafür gelegt.“

Verena Bentele, Präsidentin Sozialverband VdK: „Die Verkehrswende wird unsere Städte und Dörfer verändern. Als Sozialverband VdK wollen wir diesen Wandel aktiv mitgestalten und uns für mehr Teilhabe und Gerechtigkeit stark machen. Barrierefreie Bahnhöfe, mehr Platz für Rollatoren und Kinderwägen auf den Gehwegen oder vielfältige Sharing-Angebote auch auf dem Land: Eine soziale Mobilitätswende muss gesellschaftliche Teilhabe für alle ermöglichen.“

Dr. Ruth Gütter, Evangelische Kirche in Deutschland: „Seit vielen Jahren engagieren sich die evangelischen Landeskirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) für Klimagerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung. Der christliche Glaube an Gott, der nach biblischem Zeugnis alles Leben geschaffen hat, ist für uns als kirchlicher Bündnispartner die entscheidende Motivation, für die Achtung und Erhaltung der Mitschöpfung sowie für die Würde und Lebensrechte aller Menschen der gegenwärtigen und der zukünftigen Generation einzutreten. Die EKD hat in vielen Synodenbeschlüssen und in Grundsatztexten die globalen Klimaziele und die Ziele für nachhaltige Entwicklung positiv gewürdigt und festgehalten, dass die EKD selbst aktiv mit ihren Möglichkeiten dazu beitragen will, dass diese Ziele erreicht werden. Die Verkehrswende in Deutschland ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Umsetzung dieser Ziele.“

SoVD-Präsident Adolf Bauer: „Der Schutz unserer Umwelt geht uns alle etwas an. Nur gemeinsam können wir es schaffen, den Klimawandel zu stoppen. Ein erster Schritt wäre ein klimaschonenderes Mobilitätsverhalten. Das muss aber auch für Jedermann bezahlbar sein. Klimaschutz darf kein Elitenprojekt und ein umweltbewusstes Leben kein Luxus sein. Bei allen Maßnahmen müssen die Stärkung der sozialen Gerechtigkeit und v.a. eine gerechte Verteilung der Lasten sowie ein gleicher Zugang zu Mobilität mitgedacht werden. Nur so können wir langfristig eine Mobilitätswende erreichen, von der am Ende alle profitieren.“

Stefan Körzell, DGB-Bundesvorstandsmitglied:„Die Transformation unseres Mobilitätssystems muss untrennbar mit sozialer Sicherheit und guter Arbeit verknüpft werden: Mitbestimmt, tariflich bezahlt und sozial abgesichert. Die Bundesregierung muss endlich damit beginnen, den Strukturwandel in der Mobilitätswirtschaft aktiv zu gestalten. Dazu gehören eine regionale Strukturpolitik, eine aktive Industriepolitik, Weiterbildungsinitiativen und eine Qualifizierungspolitik, die den Strukturwandel entschlossen gestaltet. Dort, wo Arbeitsplätze verloren gehen, muss es neue Perspektiven für die Beschäftigten geben: im Fahrzeugbau, bei der Bahn, im Öffentlichen Nahverkehr, in den Planungsverwaltungen oder in der Softwareentwicklung. Dabei geht es auch um gleichwertige Lebensverhältnisse: Viele ländliche Räume sind inzwischen vom öffentlichen Verkehr abgekoppelt. Der ÖPNV ist das Rückgrat einer Mobilitätswende für alle.“

Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende ver.di-Vorsitzende: „Die Mobilitätswende geht alle an und sie kann nur gelingen, wenn die Politik handelt. Bei einem Blick in die Betriebe wird deutlich, wie groß der politische Handlungsdruck im ÖPNV ist. Bis 2030 werden 100.000 neue Beschäftigte benötigt, zugleich schrecken die Arbeitsbedingungen viele Bewerber*innen ab. Mit dem Ausbau des ÖPNV und Investitionen ins Personal kann die Wende ins Rollen gebracht werden, so dass die Umwelt, die Beschäftigten und die Nutzer*innen am Ende profitieren. Gute Arbeitsbedingungen sind dafür eine wichtige Voraussetzung.“

Dr. Lars Grotewold, Leiter Klimaschutz der Stiftung Mercator: „Mit der Förderung des Bündnisses möchte die Stiftung Mercator zu einem konstruktiven und lösungsorientierten zivilgesellschaftlichen Diskurs über die Umsetzung einer Mobilitätswende beitragen, die signifikante Minderungen von Emissionen mit wirtschaftlicher Prosperität und sozialer Gerechtigkeit verbindet“.

Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation des BUND: „Das Klima zu schützen und den sozialen Zusammenhalt unserer Demokratie zu erhalten, sind die großen Aufgaben unserer Zeit. Um unsere Klimaziele zu erreichen, werden einschneidende Veränderungen notwendig. Sie bergen die Chance für einen nachhaltigen Umbau unserer Gesellschaft. Dafür müssen wir die Umwelt, die Verkehrsteilnehmer*innen und auch die Beschäftigten im Mobilitätssektor gleichzeitig im Blick behalten. Die Arbeit in diesem Bündnis hat gezeigt, dass wir diese Erkenntnis teilen und gemeinsame Ziele haben. Gemeinsam können wir die Mobilitätswende, ein bedeutendes und zugleich herausforderndes Projekt, stemmen. Wir haben vorgelegt, die neue Bundesregierung muss ab Herbst folgen.“

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall: „Es ist unbestritten, dass wir eine Mobilitätswende brauchen, ihr Wie bleibt auszuhandeln. Wer die Mobilitätswende sozial gestalten will, muss auch die Interessen vieler hunderttausend Menschen in der Automobil- und Zulieferindustrie im Wandel berücksichtigen. Nur mit guter Vermittlung zwischen ökologischer und sozialer Perspektive auf Mobilität kann dieses gesellschaftliche Mega-Projekt gelingen. Dafür hat die IG Metall gemeinsam mit vielen Partnern das „Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende“ ins Leben gerufen. Die IG Metall freut sich sehr, in diesem Rahmen Unterstützung für ihre Forderung einer umfassenden industrie-, regional-, arbeitsmarkt- und weiterbildungspolitischen Begleitung der Transformation zu finden. Auch das gewerkschaftliche Leitbild „gute Arbeit“ für die gesamte Mobilitätswirtschaft und die Anerkennung der enormen Investitionsbedarfe sind Teil dieses integrierten Blicks auf die Mobilitätswende.“

Brigitte Döcker, Mitglied des AWO Bundesvorstandes: „Unser Ziel ist eine inklusive Mobilität, die flächendeckend für alle zugänglich ist und gleichzeitig Verkehr reduziert und verlangsamt - das ist die Vision, auf die die Politik konsequent hinarbeiten muss. Für mehr Lebensqualität, für mehr Gesundheit und Gerechtigkeit gegenüber künftigen Generationen. Die aktuelle Verkehrspolitik in Deutschland verfehlt nicht nur Klimaziele, sondern ist auch in sozialer Hinsicht sprichwörtlich vom Kurs abgekommen. Es mangelt ihr an einem Selbstverständnis, das gesellschaftliche Teilhabe und Gemeinwohl in den Mittelpunkt und vor die Interessen Einzelner bzw. großer Konzerne stellt.“

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Alexander Kaas Elias • Sprecher für klima- und sozialverträgliche Mobilität • 030/280351 -281 • alexander.kaaselias@vcd.org
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Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3905 Mon, 29 Mar 2021 08:10:59 +0200 Für mehr Mobilität mit weniger Verkehr - Zehn Forderungen an die nächste Bundesregierung http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/fuer-mehr-mobilitaet-mit-weniger-verkehr-zehn-forderungen-an-die-naechste-bundesregierung/ Sechs Monate vor der Bundestagswahl legt der ökologische Verkehrsclub VCD seine Forderungen an die Politik vor: Zehn Maßnahmen für eine zukunftsfähige Mobilität. Ein Bundesmobilitätsgesetz soll den Rahmen für die sozial-ökologische Verkehrswende bilden. Berlin, 29.03.2021. Die nächste Bundesregierung muss die Verkehrswende endlich entschlossen auf den Weg bringen. Fuß- und Radverkehr, Bahn und öffentlicher Nahverkehr müssen massiv ausgebaut und attraktiv gestaltet werden. Dann werden sie zu einer echten Alternative zum eigenen Pkw und ermöglichen Teilhabe auch für Menschen im ländlichen Raum oder mit geringem Einkommen.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Wir fordern von der künftigen Bundesregierung, dass sie Mut zum Kurswechsel beweist. Die Ideen und Konzepte dafür sind längst da. Die Bundesregierung muss konsequent wirksame Maßnahmen für mehr Klimaschutz umsetzen. Ohne eine echte Verkehrswende ist das nicht zu schaffen. Dem darf sich auch das Bundesverkehrsministerium nicht länger verweigern. Dann gelingt es uns, unsere Klimaschutzziele auch dauerhaft einzuhalten.“

Welche Maßnahmen notwendig sind, damit wir mehr Mobilität mit weniger (Auto-)Verkehr erreichen, hat der VCD für zehn Bereiche zusammengefasst: ÖPNV, Bahn, sozial-ökologische Steuerreform, Antriebswende, Luftverkehr, sichere Mobilität, Radverkehr, Fußverkehr, Digitalisierung und Mobilitätsbildung. 

Für den Öffentlichen Nahverkehr fordert der VCD unter anderem eine Anschlussgarantie für Bus und Bahn. Eine mindestens stündliche Anbindung für alle Orte ab 200 Einwohnerinnen und Einwohnern soll den ÖPNV als Rückgrat der Verkehrswende stärken. Deutschlandweit soll der öffentliche Verkehr als kommunale Pflichtaufgabe festgelegt werden. Tarife sollen unter dem Dach eines Deutschlandtarifs vereinheitlicht werden – ein Ticket reicht dann für die gesamte Reisekette.

Um die Klimabilanz des Luftverkehrs zu verbessern müssen vor allem Steuerprivilegien abgebaut und spürbare Preissignale gesetzt werden. Flüge unter 700 km gehören auf die Schiene verlagert. 

Sämtliche Planungen für den Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen müssen auf ihre Klimaverträglichkeit überprüft werden. Bis dahin muss ein Moratorium gelten. Stattdessen müssen ab sofort mindestens drei Milliarden Euro jährlich und insgesamt zwei Drittel der Investitionen in Verkehrsinfrastruktur in den Aus- und Neubau der Schiene fließen.  

Um einen echten Paradigmenwechsel im Verkehr einzuleiten fordert der VCD zudem ein Bundesmobilitätsgesetz als Rahmen für klimafreundliche Mobilität. Dieses stellt sicher, dass Verkehr integriert über alle Verkehrsmittel und staatlichen Ebenen hinweg zielgerichtet geplant, finanziert und organisiert wird.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Das Bundesmobilitätsgesetz als Rahmen für klimafreundliche Mobilität kann die Verkehrswende unterstützen und beschleunigen. Unsere Forderungen werden wir bis zur Bundestagswahl in den politischen Prozess einbringen und dazu einen breiten Dialog über Notwendigkeit und Umsetzung eines Bundesmobilitätsgesetzes führen.“

Die Forderungen des VCD zur Bundestagswahl: https://www.vcd.org/artikel/zehn-forderungen-des-vcd-zur-bundestagswahl/

Mehr über das Bundesmobilitätsgesetz: https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz/



Pressekontakt
Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer • Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org
• Twitter: @VCDeV



Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

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news-3904 Fri, 26 Mar 2021 14:35:01 +0100 Reform des Personenbeförderungsgesetzes: Kompromiss mit Luft nach oben http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/reform-des-personenbefoerderungsgesetzes-kompromiss-mit-luft-nach-oben/ Bundesrat verabschiedet PBefG-Novelle. Klare Spielregeln für neue Mobilitätsformen waren überfällig. Kompromiss reicht für den VCD aber nicht aus, On-Demand-Angebote effektiv, nachhaltig und im besten Interesse der Fahrgäste zu regulieren. Bastian Kettner, VCD-Sprecher für ÖPNV und Multimodalität, zieht Bilanz:

„Wir begrüßen es, dass die Behörden großer Städte Instrumente an die Hand bekommen, neben gewerblichen Poolingverkehren wie MOIA oder Clevershuttle auch die Dienste von App-vermittelten Mietwagenverkehren wie Uber oder Free Now zu regulieren – zumindest, wenn diese eine große Marktmacht haben. Dass kleinere Kommunen diese Möglichkeit nicht erhalten, sehen wir kritisch, weil gerade dort die wirtschaftliche Tragfähigkeit von ÖPNV oder klassischem Taxigewerbe stärker gefährdet werden könnte. Eine Vorbestellfrist für App-Mietwagenverkehre, wie von uns gefordert, hätte eine bessere Linie zu den klassischen Taxen gezogen.

Eine klarere Rechtsgrundlage gibt es nun dadurch, dass Vermittlungsplattformen als Personenbeförderer gelten, wenn sie die Mobilitätsservices kontrollieren. Dadurch tragen auch sie jetzt Verantwortung für die Einhaltung der Regelungen bei von ihnen vermittelten Fahrten - bislang eine rechtliche Grauzone.

Positiv bewerten wir auch, dass lokale Behörden die Möglichkeit bekommen, konkrete Vorgaben zur Barrierefreiheit und zu Emissionsstandards beim gewerblichen Pooling und für das Taxigewerbe zu erlassen, sowie ein dazugehöriges Sanktionsinstrument. So kann die Genehmigung für diese Services versagt werden, wenn Standards zur Emissionseinsparung oder zur Barrierefreiheit nicht erfüllt werden. Nicht nachvollziehbar ist hingegen, weshalb dies nicht genauso für das Mietwagengewerbe gelten soll. Dieses kann zwar auch seine Genehmigung verlieren, wenn Emissionsgrenzen nicht eingehalten werden. Pflichten zur Herstellung von Barrierefreiheit werden Mietwagenfirmen allerdings nicht auferlegt.

Ein Knackpunkt bleibt die fehlende Festlegung von Sozialstandards für On-Demand-Verkehre. Kommunen dürfen privaten Betreibern nur bei gewerblichen Poolingdiensten Vorgaben dazu machen. Für App-Mietwagenverkehre gilt das nicht – zum Nachteil der Beschäftigten. Auch hier wären einheitliche Mindestsozialstandards auf Bundesebene für alle On-Demand-Verkehre wichtig gewesen. Zum einen, um einen Flickenteppich an Regelungen zu verhindern, zum anderen um die Verantwortung für die Einführung solcher Standards nicht auf die die kommunale Ebene abzuwälzen. Sonst besteht die Gefahr, dass Kommunen organisatorisch überfordert sind und im schlimmsten Fall gar keine Sozialstandards setzen.

Der VCD fordert daher auch nach dem heutigen Abschluss der Novellierung des Gesetzes im Bundesrat Nachbesserungen, damit Kommunen, Fahrgäste und Beschäftigte nicht das Nachsehen haben. Zielführend wären bundesweite Mindestauflagen zu Emissionswerten und sozialen Standards sowie zum Ziel der Barrierefreiheit für alle flexiblen Mobilitätsangebote.“

 

Pressekontakt:
Bastian Kettner • VCD-Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität• 030 / 280 351-36 • bastian.kettner@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.org
www.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3902 Tue, 16 Mar 2021 11:53:23 +0100 Gesunkene CO2-Emissionen im Verkehr: Ein Jahr im Krisenmodus macht noch keine Verkehrswende http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/gesunkene-co2-emissionen-im-verkehr-ein-jahr-im-krisenmodus-macht-noch-keine-verkehrswende/ Die Klima-Bilanz 2020 der Bundesregierung zeigt: Die CO2-Emissionen im Verkehr sind im letzten Jahr um 11,4 Prozent gesunken. Der ökologische Verkehrsclub VCD warnt davor, Anstrengungen beim Klimaschutz zu reduzieren. Nach dem Ende der Corona-Lockdowns droht ein starker Wiederanstieg der Emissionen durch mehr Mobilität. Berlin, 16.03.2021. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind die CO2-Emissionen im Verkehr laut der aktuellen Klima-Bilanz der Bundesregierung deutlich zurückgegangen. Sofortmaßnahmen, wie im Klimaschutzgesetz vorgesehen, bleiben dem Verkehrsministerium damit vorerst erspart. Aus Sicht des VCD liegt der Rückgang aber vor allem an der stark gesunkenen Mobilität während der Corona-Krise, nicht an einer nachhaltigeren Verkehrspolitik.

Prof. Dr. Stefan Bajohr, VCD-Bundesvorsitzender: „Wegen der Lockdowns sind viele Autofahrten zum Büro entfallen, der Flugverkehr blieb fast komplett am Boden, viele Menschen sind auf das Fahrrad umgestiegen. Doch vor allem auf der Straße nimmt der Verkehr längst wieder zu. Viele Menschen werden wieder in den Urlaub fahren oder fliegen, sobald es möglich ist. Da gibt es großen Nachholbedarf. Schon in diesem oder im nächsten Jahr könnten die Emissionen wieder deutlich steigen. Der Verkehrsminister selbst hat herzlich wenig zu der guten Bilanz des vergangenen Jahres beigetragen. Umso wichtiger ist es jetzt, endlich wirksamen Klimaschutz auf den Weg zu bringen.“

Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es aus Sicht des VCD auch in den kommenden Jahren einen Rückgang dieser Größenordnung. Werden die nationalen Ziele an das neue, verschärfte EU-Ziel angepasst, steht für den Verkehr eine noch deutlich höhere Reduktion von 50 bis 55 Prozent bis 2030 an.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „Die Bundesregierung muss ihr Klimaschutzprogramm zügig überarbeiten. Für den Verkehr bedeutet das: Die Antriebswende muss beschleunigt und die Alternativen zum eigenen Auto gestärkt werden. Was sich im letzten Jahr bewährt hat, sollten wir weiter ausbauen: Statt neuer Autobahnen lieber Pop-up-Radwege schaffen und verstetigen, statt Dienstwagenprivileg und Entfernungspauschale besser Lastenräder und ÖPNV-Abos fördern.“

Dass auch sehr viele Dienstreisen und damit Fahrtkilometer und CO2 durch Videokonferenzen gespart werden können, haben der VCD und das Borderstep Institut vor kurzem in einer Studie vorgestellt: https://www.vcd.org/artikel/klimaschutzpotenziale-von-videokonferenzen-und-homeoffice/


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Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer • Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

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news-3783 Tue, 23 Feb 2021 13:41:25 +0100 Reform des Personenbeförderungsgesetzes führt Verkehrswende ad absurdum http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/reform-des-personenbefoerderungsgesetzes-fuehrt-verkehrswende-ad-absurdum/ Die Pläne zur Reform des PBefG verfehlen das Ziel, Verkehr zu verlagern, und führen zu ruinösem Wettbewerb zwischen Anbietern. So kann das Gesetz nicht beschlossen werden, kommentiert Bastian Kettner, Sprecher für ÖPNV und Multimodalität beim ökologischen Verkehrsclub VCD: „Eins wurde in der Anhörung zur PBefG-Reform im Bundestag gestern mehr als deutlich: Wird der Gesetzentwurf nicht noch mal gründlich überarbeitet, führt das Gesetz zu noch mehr überlasteten Städten, einer stärkeren Klimabelastung, prekären Jobs und einem ruinösen Wettbewerb zwischen alten und neuen Mobilitätsanbietern.

Was wir brauchen, sind klare, bundesweit einheitliche und für alle Mobilitätsarten gültige Mindestauflagen, die Klima und Beschäftigte schützen sowie Mobilität auch für Menschen mit Handicap sichern. Kommunen müssen die Möglichkeit haben, Mietwagenfirmen wie Uber oder Free Now zeitlich und räumlich zu beschränken sowie eine Vorbestellfrist für per App vermittelte Mietwagen einzuführen. Zudem sollte bei allen Mobilitätsformen immer ein barrierefreies Fahrzeug buchbar sein. Falls ein Anbieter gegen die Auflagen verstößt, müssen Kommunen auch Sanktionsmöglichkeiten haben. Dabei müssen die vermittelnden Plattformen in die Haftung genommen werden, denn sie setzen die Bedingungen für Anbieter fest. Mietwagenplattformen müssen wie Poolingdienste reguliert werden, sonst werden Anbieter dieser Dienste wie beispielsweise MOIA oder ioki in den Mietwagenbereich drängen – mit gravierenden Folgen für die Kommunen.

Eine Reform des PBefG sollte das Ziel haben, klimaschädlichen Autoverkehr auf neue, öffentliche Angebote zu verlagern. Mit dem aktuellen Gesetzentwurf wird dieses Ziel jedoch klar verfehlt.“
 

Pressekontakt:
Bastian Kettner • VCD-Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität• 030 / 280 351-36 • bastian.kettner@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.org
www.vcd.org Twitter: @VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3777 Thu, 18 Feb 2021 07:45:00 +0100 Klima schützen, Verkehr vermeiden – Potenziale für eine nachhaltige berufliche Mobilität http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/klima-schuetzen-verkehr-vermeiden-potenziale-fuer-eine-nachhaltige-berufliche-mobilitaet/ VCD und Borderstep Institut stellen repräsentative Befragung zu Klimaschutzpotenzialen von Videokonferenzen und Homeoffice vor. Millionen Tonnen Treibhausgase könnten eingespart werden, wenn die Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten und nachhaltige Mobilität stimmen. Ein großer Teil unserer Mobilität entsteht durch berufsbedingte Wege. Jeder vierte Weg ist auf das Pendeln zum Arbeitsplatz und auf Wege und Reisen zur Ausübung des Berufs zurückzuführen. 2019 wurde alleine mit 195 Mio. Geschäftsreisen ein neuer Höchststand erreicht – das entspricht fast einer Million Reisen pro Arbeitstag. Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt jedoch grundlegend verändert. Homeoffice und mobiles Arbeiten sind für viele zur neuen Normalität geworden.

Das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat Geschäftsreisende zu ihrem Reiseverhalten sowie zur Nutzung von Videokonferenzen und Homeoffice vor und während der Pandemie befragt und sie um eine Einschätzung gebeten, wie sich diese Trends künftig entwickeln könnten. Demnach könnte die Zahl der Geschäftsreisen in Deutschland in Zukunft dauerhaft etwa ein Drittel niedriger liegen als vor der Pandemie.

Dr. Jens Clausen vom Borderstep Institut: „Videokonferenzen statt Dienstreise haben ein hohes Potenzial für den Klimaschutz. Damit könnten ca. drei Mio. t Treibhausgasemissionen im Jahr eingespart werden. Allein der Anteil der nicht gefahrenen Autokilometer bei dieser prognostizierten Reduktion der Geschäftsreisen macht rechnerisch 700.000 Pkw überflüssig und stellt die Frage nach dem Dienstwagenprivileg neu.“

Viele Menschen arbeiten zurzeit tageweise im Homeoffice und pendeln seltener zum Arbeitsplatz. Dafür nutzen sie dann aber häufiger als zuvor das Auto, um eine Infektion mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Obwohl der Autoverkehr in diesem Szenario zunimmt, könnten beide Effekte zusammengenommen, also mehr Homeoffice bei gleichzeitig mehr Autoverkehr, in Deutschland zur Einsparung von ca. 1,5 Mio. t Treibhausgasemissionen im Jahr führen.

Andere Faktoren könnten diese Einsparung aber noch weiter verringern, etwa die Wahl eines vom Arbeitsplatz weiter entfernten Wohnortes oder das Anmieten größerer Wohnungen, um Platz für das Homeoffice zu haben.

„Berufsbedingte Mobilität bringt neben dem Ausstoß von CO2 immer auch Stau, Lärm, Unfälle und Abgasbelastung mit sich“, sagt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD. „Mit Zoom zum Meeting ist besser für Umwelt und Klima als der Flug zum Meeting. Und wer öfter von zuhause arbeitet, spart sich das Pendeln. Videokonferenzen und Homeoffice können einen wichtigen Beitrag leisten, um Verkehr zu vermeiden. Dafür müssen Unternehmen und Politik die notwendigen Anreize und Rahmenbedingungen schaffen.“

Aus Sicht des VCD und des Borderstep Instituts sollten Unternehmen die technischen Voraussetzungen dafür bereitstellen, mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Auch Reise- und Datenschutzrichtlinien sollten angepasst und Mobilitätspauschalen oder Diensträder eingeführt werden. Das Dienstwagenprivileg und die Entfernungspauschale sollten von der Bundesregierung abgeschafft und die rechtlichen Rahmenbedingungen für digitales Arbeiten weiter verbessert werden. Mobilitätsanbieter wie Bahnen und ÖPNV müssten mit gezielten Kommunikationskampagnen Vertrauen wiedergewinnen, ihr Angebot ausweiten und flexible Ticketangebote schaffen. Wenn diese Rahmenbedingungen stimmen, profitieren alle: Das Klima wird geschützt, der Verkehr entlastet, Arbeitnehmer gewinnen Zeit und Flexibilität und Unternehmen sparen reisebedingte Kosten.

Die Befragung des Borderstep Instituts „Klimaschutzpotenziale der Nutzung von Videokonferenzen und Homeoffice. Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Geschäftsreisenden.“ (CliDiTrans Werkstattbericht) wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
 

Hier finden Sie die Befragung: www.vcd.org/videokonferenzen


Pressekontakte

VCD: Franziska Fischer • Pressesprecherin • 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit: Maya Kristin Schönfelder • Pressesprecherin • 030 30 645 100-8 • schoenfelder@borderstep.de • www.borderstep.de


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH
Borderstep erforscht als unabhängige und gemeinnützige Wissenschaftseinrichtung die Zukunft und untersucht, was kommt (Innovation) und was bleibt (Nachhaltigkeit). Im Mittelpunkt steht dabei die Erarbeitung von Problemlösungen und Handlungsstrategien für ein nachhaltiges Wirtschaften.

 

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news-3768 Thu, 04 Feb 2021 14:12:52 +0100 Deutscher Verkehrsplanungspreis 2020 geht an Hamburg-Altona http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/deutscher-verkehrsplanungspreis-2020-geht-an-hamburg-altona/ Das Projekt „Ottensen macht Platz“ in Hamburg hat den Deutschen Verkehrsplanungspreis 2020 gewonnen. Eine Anerkennung erhielten das Projekt „Fahrradstraßen 2.0 in Münster“ sowie das Projekt „Österreichischer Platz“ in Stuttgart. Der Deutsche Verkehrsplanungspreis 2020 wird wieder von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) e.V. in Kooperation mit dem ökologischen Verkehrsclub VCD verliehen. Prämiert werden besonders innovative integrierte stadt- und verkehrsplanerische Konzepte und Projekte. Der Preis wird im Rahmen einer Fachtagung in Karlsruhe vergeben, pandemiebedingt voraussichtlich im Sommer 2021. „Vom Parkraum zum Freiraum“ – so lautete das Motto der Ausschreibung des Deutschen Verkehrsplanungspreises 2020. Gesucht wurden innovative und ressortübergreifende Konzepte und Projekte, die aufzeigen, wie Parkplatzflächen zu attraktiven Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum umgewandelt werden können. Dabei sollten die wachsenden Flächenansprüche des Fuß- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs berücksichtigt, Lösungen für das Parken im Quartier und in der Stadt aufgezeigt und so den Anforderungen an lebenswerte Stadträume und Klimaschutzmaßnahmen Rechnung getragen werden. Beworben haben sich insgesamt 13 Städte und Initiativen.

Ausgewählt wurde das Projekt „Ottensen macht Platz“, eingereicht vom Bezirksamt Altona, Hamburg. „Das komplexe Projekt zeigt, wie es gelingen kann, im vorhandenen planungsrechtlichen Rahmen vom Verkehrsversuch zu einer dauerhaften Lösung zu gelangen. Dafür braucht es Mut, auch im Umgang mit den Konflikten! Der Quartiersbezug bietet eine flächenhaft wirksame Lösung. Für den Umgang mit dem ruhenden Verkehr ist es gelungen, einen tragfähigen Lösungsansatz zu finden, der bundesweit in Bestandsquartieren in dieser Konsequenz so noch nicht umgesetzt wurde“, so Katalin Saary, Vorsitzende der Jury. „Die ausgewählten Projekte sind gute Beispiele dafür, wie Verwaltungen und Bürger*innen vor Ort die Verkehrswende voranbringen, um aus Verkehrsraum wieder mehr Lebensraum zu schaffen“, so Jurymitglied Thomas J. Mager, VCD Bundesvorstand.

Das Projekt „Fahrradstraßen 2.0 in Münster", eingereicht von der Stadt Münster, erhält eine Anerkennung seitens der Jury, „weil es aufzeigt, wie durch eine neue Prioritätensetzung der Flächenbedarf des ruhenden Verkehrs eingehegt werden kann.“ Das Projekt setze neue Standards und Qualitäten für den Radverkehr. Auch das Projekt „Österreichischer Platz" in Stuttgart erhält eine Anerkennung. Die Initiative Stadtlücken e.V. mache deutlich, dass die Verkehrswende nicht nur ein Projekt der Kommunalpolitik und Verwaltung ist, sondern alle angeht.

Mitglieder der Jury waren: Dipl.-Ing. Katalin Saary (Jury-Vorsitz), SRL-Vorstand, Büro MOBILITÄTSLÖSUNG, Dipl.-Geogr. Uta Bauer, Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu), Dipl.-Ing. Michael Glotz-Richter, Stadtverwaltung Bremen, Dipl.-Ing. Thomas Kiel d‘Aragon, Deutscher Städtetag, Dipl.-Geogr. Thomas J. Mager, Verkehrsministerium Baden-Württemberg, VCD-Bundesvorstand, Dipl.-Ing. Ulf Millauer, SRL-Vorstand, Dipl.-Ing. Mechtild Stiewe, Stadt Bochum.

Kontakt:   
Dr. Gabriele Schmidt, SRL-Geschäftsführerin • 030 / 2787 4680 • info@srl.de
Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin • 030 / 280351-12 • presse@vcd.org


Die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) e. V. ist der deutsche Berufsverband aller in der räumlichen Planung Tätigen und ein interdisziplinäres Netzwerk, das integriertes räumliches Planen fördert (weitere Informationen unter: www.srl.de).

Der ökologische Verkehrsclub VCD tritt als gemeinnütziger Umweltverband für eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität ein, mit dem Ziel, die Verkehrswende in Deutschland umzusetzen (weitere Informationen unter: www.vcd.org). 

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news-3767 Thu, 21 Jan 2021 10:25:39 +0100 Priorität für die Schiene! Nächste Bundesregierung muss Tempo machen http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/prioritaet-fuer-die-schiene-naechste-bundesregierung-muss-tempo-machen/ Die drei Kernforderungen der Bahnverbände im Wahljahr 2021: Infrastruktur ausbauen, Schiene konsequent digitalisieren, Verkehrswende forcieren. Die acht Bahnverbände haben zu Beginn des Wahljahrs 2021 ihre drei wichtigsten Forderungen an die Politik präsentiert. Die nächste Bundesregierung muss die Infrastruktur für den Deutschlandtakt ausbauen, die Digitalisierung der Schiene vorantreiben und die Verkehrswende forcieren, heißt es in einem gemeinsamen Papier der Verbände zur Bundestagswahl. Darin erkennt die Schienenbranche an, dass die amtierende schwarz-rote Koalition die finanziellen Mittel für den Eisenbahnsektor aufgestockt hat. Doch die künftige Bundesregierung muss das Tempo erhöhen und der Schiene Priorität einräumen. In den vergangenen vier Jahren habe sich viel getan, betonen Allianz pro Schiene, BAG SPNV, Mofair, NEE, VCD, Verband der Bahnindustrie, VDV und VPI in ihrem Papier. Mittlerweile gibt es einen „Masterplan Schienengüterverkehr“, einen „Masterplan Schienenverkehr“ und einen „Zielfahrplan Deutschlandtakt 2030“. Von überragender Bedeutung ist das Klimaschutzprogramm 2030, das nur mit mehr Schienenverkehr gelingen kann. Die acht Bahnverbände pochen nun auf Umsetzung der Zusagen. Bundesregierung und Bundestag haben bereits in dieser Legislatur das Ziel formuliert, in diesem Jahrzehnt die Zahl der Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr zu verdoppeln und den Marktanteil des Schienengüterverkehrs auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen. Dafür muss die nächste Bundesregierung an drei Punkten ansetzen.

  1. Infrastruktur ausbauen

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Schienenpolitik liegt in einem Ausbau der Schieneninfrastruktur. Für einen Deutschlandtakt und eine leistungsfähigere Schieneninfrastruktur sind vier Dinge wichtig.

  • Der Bund muss die Mittel für den Neu- und Ausbau des Schienennetzes spätestens ab Mitte der Legislaturperiode auf mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr erhöhen.
  • Ausbau und Modernisierung der Schieneninfrastruktur müssen finanziell langfristig abgesichert sein, so wie es der Erhalt des Netzes bereits ist. Dafür eignet sich ein staatlicher Bahninfrastrukturfonds nach Schweizer Vorbild.
  • Bund und Branche müssen auf dem Weg zum Deutschlandtakt Zwischenschritte mit konkreten Angebotsverbesserungen definieren. Für jede einzelne Etappe muss der Bund den nötigen Infrastrukturausbau finanziell absichern. 
  • Auch die Eisenbahninfrastruktur, die sich nicht im Bundesbesitz befindet, benötigt eine stärkere Förderung.  Nur so ist es möglich, die Verbindung zu den Kunden in der Fläche (die „letzte Meile“) attraktiv zu gestalten. 
  1. Bahnsystem digitalisieren

Sowohl der Bahnbetrieb als auch die Infrastruktur werden durch Digitalisierung leistungsfähiger und zuverlässiger. Dabei geht es insbesondere um vier Weichenstellungen.

  • Deutschland muss in einem finanziellen und organisatorischen Kraftakt das gesamte Bundesschienennetz bis 2035 digitalisieren.
  • Die Schlüsseltechnologie für mehr Effizienz im Schienengüterverkehr heißt Digitale Automatische Kupplung (DAK). Die Umrüstung der europaweit 450.000 Güterwagen in dieser Dekade kostet mehr als acht Milliarden Euro. Für diese Herkulesaufgabe brauchen die Unternehmen eine finanzielle Unterstützung vom Bund und der EU.
  • Für einen verbraucherfreundlichen öffentlichen Verkehr müssen durchgehende Tickets von Tür zu Tür die Regel werden. Dazu gehören branchenweite Informationen über Fahrpläne aller Anbieter in Echtzeit und über moderne Features wie Auslastungsdaten.
  • Der Bund muss mehr Anreize für Innovationen setzen, etwa durch eine Aufstockung des „Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr“ und einen Innnovationsbonus für Investitionen in digitale, emissionsfreie Technologien.
  1. Verkehrswende forcieren

Mit einem substanziell höheren Marktanteil der Schiene kommt Deutschland beim Klimaschutz voran. Mehr Verkehr auf der Schiene bedeutet mehr Lebensqualität für alle: weniger Staus, weniger Abgasen, weniger Flächenverbrauch und weniger Verkehrsopfer. Drei Dinge sind für eine Verkehrswende dringend erforderlich. 

  • Der Bund muss sich wieder Gestaltungsspielraum beim Einsatz der Lkw-Mauteinnahmen verschaffen. Also weg vom Prinzip „Straße finanziert nur Straße“, hin zum Grundsatz „Verkehr finanziert Verkehr“. Mit dem Aufkommen aus der Lkw-Maut, mit dem Abbau umweltschädlicher Subventionen und mit CO2-Abgaben lässt sich das höhere Tempo bei der Verkehrswende finanzieren.
  • Die Schiene muss beim Neu- und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur Priorität im Bundeshaushalt bekommen und mindestens zwei Drittel dieses Etats erhalten.
  • Für eine Verkehrswende bedarf es zusätzlich einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen. Dafür gilt es, die Bahnen von der Stromsteuer zu befreien, die EEG-Umlage für elektrisch betriebene Züge zu senken, einen Rahmen für zukunftsfähige Einzelwagenverkehre zu setzen und die Entgelte für die Infrastrukturnutzung im Personen- und Güterverkehr dauerhaft zu reduzieren. Gebühren, die als Sonderlast nur den Eisenbahnsektor treffen, müssen abgeschafft werden. 

 

Mehr Informationen unter:

 

Pressekontakte:

Allianz pro Schiene: Markus Sievers, markus.sievers@allianz-pro-schiene.de, 030/2462599-20

BAG-SPNV: Renate Bader, bader@bag-spnv.de, 0152/51 07 08 68

mofair: Dr. Matthias Stoffregen, matthias.stoffregen@mofair.de, 0160/96 90 61 43

NEE: Christiane Clever, clever@netzwerk-bahnen.de, 0151/55508183

VCD: Franziska Fischer, franziska.fischer@vcd.org, 030/280351-12

VDB: Pauline Maître, maitre@bahnindustrie.info, 030/206289 60

VDV: Lars Wagner, wagner@vdv.de, 030/39993214

VPI: Kerstin Domscheit, presse@vpihamburg.de, 040/41912670

 

Zitate

Dirk Flege, Geschäftsführer Allianz pro Schiene:

Keine Verkehrswende ohne Politikwende. Bislang hat der Bund alle Verkehrsarten gefördert, egal ob umweltfreundlich oder nicht. Die nächste Bundesregierung muss der klimaschonenden Schiene Vorfahrt vor anderen Verkehrsträgern geben. Dazu gehören Mut und Entschlossenheit. Aber nur mit dieser Prioritätensetzung kann Deutschland seine Klimaverpflichtungen im Verkehr erfüllen.

Frank Zerban, Hauptgeschäftsführer BAG-SPNV:

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir das Verkehrsangebot der Eisenbahn deutlich ausweiten. Dies können wir jedoch erst umsetzen, wenn die Engpässe bei Schienenstrecken und in Bahnhöfen beseitigt und der Deutschlandtakt eingeführt wurden. Daher fordern wir, dass der Bund für Neu- und Ausbau jährlich mindestens drei Milliarden Euro bereitstellt.

Dr. Matthias Stoffregen, Geschäftsführer Mofair:

Für eine echte Verkehrswende müssen wir die bisher getrennten Finanzierungskreisläufe für Straße und Schiene miteinander verbinden: Verkehr finanziert Verkehr. Ein Infrastrukturfonds wird dann mit Einnahmen aus der Autobahnmaut und anderen Abgaben auf klimaschädliche Verkehre gespeist und kann diese Mittel für Schienenprojekte einsetzen.

Peter Westenberger, Geschäftsführer NEE:

Das Parlament muss mit einem Infrastrukturfonds-Gesetz die Bundesgelder für Neu- und Ausbauten im Schienennetz langfristig verlässlich bereitstellen. Die Schweiz nutzt dieses durch mehrere Volkabstimmungen bestätigte Prinzip für ihre erfolgreiche Eisenbahnpolitik seit 1987. Nur so kommen wir weg von der bisherigen Stop-and-Go-Finanzierung wichtiger Zukunftsprojekte.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende ökologischer Verkehrsclub VCD:

Die Schiene ist das Rückgrat der Verkehrswende. Ausbau und Digitalisierung des Bahnsystems müssen oberste Priorität haben. Wir fordern: Mindestens zwei Drittel der Investitionen in Verkehrsinfrastruktur müssen in das Schienennetz fließen. So verlagern wir Verkehr weg von der Straße: für mehr Umweltweltschutz und weniger Staus und Verkehrsopfer.

Dr. Ben Möbius, Hauptgeschäftsführer VDB:

Schiene 4.0 spielt eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz, die Menschen und den Re-Start unserer Wirtschaft. 2021 muss es mit Schub weitergehen: Digitalisierung, Forschungsförderung, fairer Wettbewerb, Innovationsbonus in Vergaben. Der Schulterschluss der Verbände demonstriert: Der Sektor ist bereit für eine neue Ära emissionsfreier Mobilität.

Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV):

Deutschland braucht angesichts zunehmender klimapolitischer Herausforderungen eine starke Eisenbahn. Der Grundstein dafür wurde in dieser Legislaturperiode durch wichtige Entscheidungen des Bundes gelegt. Dies ist auch ein Verdienst der gemeinsamen Positionierung der acht Eisenbahnverbände, die auf Initiative des VDV erstmals drei Kernforderungen für den gesamten Sektor präsentiert haben: Einführung des Deutschland-Takts, Halbierung der Trassenpreise und ein nationales Forschungsprogramm. Auch bei anderen Branchenforderungen wie der Vereinfachung des Planungsrechtes und der Überarbeitung der Standardisierten Bewertung sind wir deutlich vorangekommen. Diesen Weg müssen wir gemeinsam mit der Politik weitergehen.

Malte Lawrenz, Vorsitzender des VPI

Die Bundesregierung hat in puncto Digitaler Automatischer Kupplung Engagement gezeigt. Das muss auch in der kommenden Legislatur so bleiben, denn die DAK stellt die Weichen für einen wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehr. 2023 soll der Migrationsprozess beginnen, spätestens dann müssen Berlin und Brüssel die finanziellen Mittel für die nötigen Förderprogramme bereitstellen

 

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news-3765 Mon, 18 Jan 2021 10:59:30 +0100 So teuer ist ein eigenes Auto wirklich: VCD-Kostencheck vergleicht Verkehrsmittel und deckt wahre Kosten auf http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/so-teuer-ist-ein-eigenes-auto-wirklich-vcd-kostencheck-vergleicht-verkehrsmittel-und-deckt-wahre-kos/ Ein Auto zu besitzen ist deutlich teurer als viele denken. Der Kostenrechner des ökologischen Verkehrsclub VCD macht deutlich: Der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen zum Pkw lohnt sich auch finanziell. Berlin, 18. Januar 2021. Wie teuer ist ein Elektroauto im Vergleich zum Verbrenner im monatlichen Gebrauch? Lohnt es sich, ein Lastenrad anzuschaffen? Kaufe ich mir ein E-Rad oder ist ein Jahresabo für den ÖPNV sinnvoller? Es ist gar nicht so einfach, sich für ein Verkehrsmittel zu entscheiden, das sowohl zu den eigenen Bedürfnissen als auch zum Kontostand passt. Der neue Kostencheck des ökologischen Verkehrsclub VCD hilft, diese Fragen zu beantworten und sich einen Überblick über die Kosten verschiedener Verkehrsmittel zu verschaffen. 

Das kostenfreie Tool vergleicht jeweils zwei verschiedene Mobilitätsangebote - vom Kleinwagen über das E-Auto bis hin zu Lastenrad und ÖPNV-Ticket und wägt die Anschaffungskosten, die monatlichen Kosten und die Kosten pro Kilometer gegeneinander ab. Auch Reparaturkosten, Versicherungsbeiträge oder den Wertverlust eines Autos kann man sich anzeigen lassen. Dabei wird deutlich, dass das eigene Auto im monatlichen Gebrauch viel teurer ist, als die meisten Menschen annehmen. 

Alexander Kaas Elias, Projektleiter „Verkehrswende: klimaverträglich und sozial gerecht“: „Viele Menschen unterschätzen die Kosten für ein eigenes Auto massiv. Selbst die günstigste Fahrzeugklasse, ein Kleinstwagen, kostet monatlich mehr als die vermeintlich teure Bahncard 100 und dreimal so viel wie eine Monatskarte für den ÖPNV. Das liegt unter anderem am Wertverlust, der selten mitgedacht wird. Mit dem Umstieg auf den ÖPNV oder das Fahrrad tut man also nicht nur der Umwelt etwas Gutes – es schont auch den eigenen Geldbeutel.“

Interessant ist der Kostenrechner deshalb insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen.  Da der Satz für Mobilität im Arbeitslosengeld (ALG) II bei rund 35 Euro monatlich liegt, bleibt vielen nur das Fahrrad als bezahlbare Mobilitätsform, selbst Sozialtickets für den ÖPNV sind häufig teurer. Daher fordert der VCD, dass das Sozialticket nicht teurer sein darf als der für Mobilität berechnete Satz im ALG II. Auch jüngere Menschen, die noch eine Ausbildung absolvieren oder studieren, müssen in der Regel mit einem knappen Budget auskommen. Von den etwas mehr als 900 Euro pro Monat, die ihnen durchschnittlich zur Verfügung stehen, müssen sie rund 100 Euro allein für Mobilität aufwenden.

Anika Meenken, Projektleiterin „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“: „Gerade junge Menschen in Berufs- oder Hochschulausbildung brauchen eine realistische und transparente Übersicht darüber, wie viel sie wirklich für welches Verkehrsmittel aufwenden müssen. Nach Wohnen und Essen steht die Mobilität an dritter Stelle bei den durchschnittlichen Ausgaben im Monat. Und das Geld ist in der Regel bekanntermaßen knapp. Mit unserem Kostenrechner tragen wir dazu bei, dass sie eine informierte und gute Wahl treffen können.“ 

Der VCD Kostencheck wurde im Rahmen der beiden Projekte „DIY. Dein Mobilitätsprojekt” und „Verkehrswende: klimaverträglich und sozial gerecht“ durch das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt finanziert.

Den VCD Kostencheck finden Sie hier: vcd.org/service/kostencheck/ sowie unter diy.vcd.org/angebote/kostencheck/
  
Mit welchem Verkehrsmittel kann man die größte Menge CO2, die meiste Zeit und das meiste Geld einsparen? Den VCD Verkehrsmittelvergleich finden Sie hier: vcd.org/themen/klimafreundliche-mobilitaet/verkehrsmittel-im-vergleich

 

Pressekontakt:
Anne Fröhlich, Pressereferentin • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-3741 Wed, 09 Dec 2020 11:20:00 +0100 Good Practice Broschüre: Wie an Hochschulen die Mobilität von morgen entsteht http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/good-practice-broschuere-wie-an-hochschulen-die-mobilitaet-von-morgen-entsteht/ An vielen Universitäten und Hochschulen ist die Verkehrswende schon heute gelebte Realität. Die besten Beispiele zeigt die Broschüre „Nachhaltige Mobilität an Hochschulen“ von VCD und netzwerk n – mit innovativen Lösungen und kreativen Ideen zum Nachahmen.
Berlin, 09. Dezember 2020. Ein verkehrsberuhigter Campus, ein klimaneutrales Semesterticket oder ein Podcast zum öffentlichen Raum – nur drei von vielen Ideen, mit denen Studierende und ihre Hochschulen neue Wege gehen. Als wichtige Bildungs- und Forschungsinstitutionen nehmen Hochschulen auch bei der Mobilitätsbildung eine zentrale Rolle ein. Hier setzt die Broschüre „Nachhaltige Mobilität an Hochschulen“ an, die das Projekt „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“ des ökologischen Verkehrsclub VCD gemeinsam mit netzwerk n heute in Berlin vorgestellt hat. Beispiele aus Deutschland und dem angrenzenden Umland zeigen, wie und wo klimaschonende Mobilität bereits heute erdacht, erprobt und gelebt wird.

Anika Meenken, VCD-Projektleiterin „DIY. Dein Mobilitätsprojekt“: „An unseren Unis ist die Verkehrswende bereits in vollem Gange. Es ist großartig, wie viele Ideen es bereits gibt, um den Verkehr und unsere Städte sicherer und lebenswerter zu machen. Das wollten wir mit unserer Publikation sichtbar machen und sind sehr stolz auf das Ergebnis. Die unterschiedlichen Ansätze und Projekte machen Mut und regen zum Nachahmen an.“ 

Die Good Practice Broschüre enthält 19 Projektvorstellungen in fünf Themenkapiteln, die die Leser auf einem imaginären Weg über den Campus führen und dabei engagierte Lösungsansätze und Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzeigen. Dabei unter anderem: der verkehrsberuhigte Campus der Leuphana Universität Lüneburg, das klimaneutrale Semesterticket der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und der „Raumcast“, ein Podcast zum öffentlichen Raum von Studierenden der Technischen Universität Berlin.

Paul Weisser, Projektmanager netzwerk n: „Hochschulen haben eine gesamtgesellschaftliche Vorbildfunktion, die sie auch in der Frage nach einer zukunftsfähigen Mobilität wahrnehmen müssen. Dennoch geschieht die Umsetzung bislang nur punktuell und getragen von einigen Pionieren. Unsere Broschüre zeigt auf, wie nachhaltige Mobilität in allen Handlungsfeldern einer Hochschule (Lehre, Forschung, Betrieb, Governance und Transfer) konkret umgesetzt werden kann. Mit der Veröffentlichung möchten wir gezielt Hochschulakteure motivieren, an ihrer Institution klimafreundliche Mobilität ganzheitlich umzusetzen.“

Ergänzt werden die Projektvorstellungen von Gastbeiträgen renommierter Stimmen aus der Wissenschaft und Lehre, wie Prof. Dr. Andreas Knie, Prof. Dr. Ulrike Reutter und Dr. Philine Gaffron, sowie von engagierten Studierenden. Die Broschüre wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und vom Bundeministerium für Bildung und Forschung gemeinsam gefördert.

 

Die Publikation ist sowohl über die Seite von netzwerk n, als auch über die Seite des DIY-Projektes aufrufbar.
Darüber hinaus steht Ihnen eine digitale Pressemappe zum Download bereit, die neben der Broschüre auch ein Factsheet und Bildmaterial enthält.

 

 

Pressekontakt VCD:

Anne Fröhlich, Pressereferentin • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Pressekontakt netzwerk n:

Paul Weisser • Projektmanager • paul.weisser@netzwerk-n.org • netzwerk-n.org • Twitter: @netzwerkn


 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

Im netzwerk n setzen sich Studierende, Initiativen, Promovierende und junge Berufstätige mit den unterschiedlichsten fachlichen Hintergründen für einen strukturellen Wandel von Hochschulen im Sinne der Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung, Betrieb, Governance und Transfer ein. Dazu bringt es Studierenden und Promovierende mit Akteuren der Hochschullandschaft zusammen und stellt digitale und physische Plattformen bereit, um Vernetzung, Wissens- und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

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news-3740 Tue, 08 Dec 2020 15:34:49 +0100 Nachtzüge müssen eine echte Alternative zum Fliegen werden http://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/nachtzuege-muessen-eine-echte-alternative-zum-fliegen-werden/ Bahnunternehmen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz wollen neue Nachtzugverbindungen in Europa anbieten. Damit Nachtzüge umwelt- und klimaschädliche Kurzflüge ersetzen können, müssen aber Fahrzeiten, Fahrplan und Ticketpreis stimmen. Bastian Kettner, Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität beim ökologischen Verkehrsclub VCD, kommentiert:

„Der VCD begrüßt die Initiative für bessere, grenzüberschreitende Bahnverbindungen in Europa. Mit der Ankündigung neuer Nachtzugverbindungen der vier Bahngesellschaften ist der erste Schritt in Richtung eines europäischen TEE 2.0-Konzepts getan. Die Österreichische Bundesbahn beweist schon jetzt mit ihrem Nachtzugangebot, dass Menschen gerne auch ins Ausland klimaschonend mit der Bahn reisen. Allein bei einem Nachtzugnetz für Zentraleuropa darf es aber nicht bleiben. Es ist höchste Zeit, dass darüber hinaus alle wichtigen Städte Europas von Moskau bis Lissabon und von Neapel bis Stockholm rund um die Uhr mit schnellen Zugverbindungen verknüpft werden. Hier sehen wir alle Staaten Europas und ihre Bahngesellschaften in der Pflicht, ein attraktives Angebot zu schaffen.

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es neben einer abgestimmten Kooperation aber nicht nur komfortable Züge, in denen große Entfernungen stressfrei zurückgelegt werden können. Auch preislich müssen die neuen Schienenverbindungen mit dem Luftverkehr konkurrieren können. Die Senkung der Trassenpreise wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Außerdem müssen stündliche Verbindungen, der Ausbau der Strecken für höhere Geschwindigkeiten und gute Umsteigemöglichkeiten dafür sorgen, dass auch auf internationalen Strecken das Bahnfahren eine beliebte Alternative zum Fliegen wird.

Der VCD sieht in der europäischen Schienenverkehrspolitik allerdings noch generell Handlungsbedarf. So müssen die Kosten für neue internationale Angebote fair auf alle teilnehmenden Staaten verteilt werden. Deutschland darf sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. Auch hinsichtlich einheitlicher Fahrgastrechte und durchgehender Tarife über Ländergrenzen hinweg mahnt der VCD eine Einigung der EU-Mitgliedsstaaten im Sinne der Fahrgäste an.“

 
Pressekontakt:
Bastian Kettner • VCD-Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität• 030 / 280 351-36 • bastian.kettner@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 030 / 280 351-12 • presse@vcd.org
www.vcd.org Twitter: @VCDeV 


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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