Flugverkehr: Folgen für Umwelt und Gesundheit

Flugzeug auf der Startbahn
Foto: © O.Fischer/ PIXELIO

Der boomende Flugverkehr schadet dem Klima erheblich. Dessen Kohlendioxid-Emissionen haben allein in der Europäischen Union in den letzten 15 Jahren um fast 70 Prozent zugenommen, ein weiterer Anstieg wird prognostiziert. Großen Anteil am Zuwachs der Branche haben die sogenannten Billigflieger. Setzt sich das weltweite Wachstum des Flugverkehrs fort, wird das mögliche Klimaschutzerfolge in anderen Bereichen zu Nichte machen. Deshalb engagiert sich der VCD für eine Verringerung der Klimabelastungen durch den Flugverkehr.

Der Flugverkehr ist seit Beginn des Jahres 2012 in den EU-weiten Emissionshandel einbezogen. Allerdings sollen internationale Flüge nun für ein Jahr aus dem System ausgenommen werden. Die Begründung: die UN-Organisation ICAO versucht zurzeit, ein international tragfähiges Abkommen zum Thema Flugverkehr auf den Weg zu bringen. Diesen Bemühungen wollte man den erforderlichen Freiraum geben. Der VCD fordert, dass das EU-System unverzüglich für alle Flüge wieder eingesetzt wird.

Insbesondere auf dem Gebiet der klimaschädlichen Subventionen gibt es weiter dringenden Handlungsbedarf. Denn der Flugverkehr wird im Wettbewerb mit der Bahn und anderen umweltfreundlicheren Verkehrsträger immer noch steuerlich massiv bevorzugt: Flugbenzin ist in der gewerblichen Luftfahrt gemäß § 27 II EnergieStG weiterhin vollständig von der Energiesteuer befreit. Zudem ist der grenzüberschreitende Flugverkehr von der Mehrwertsteuer ausgenommen. Das Umweltbundesamt (UBA) beziffert die umweltschädlichen Subventionen des gewerblichen Flugverkehrs auf 11,5 Mrd. Euro. Damit entfallen knapp die Hälfte der vom UBA ermittelten umweltschädlichen Subventionen auf die gewerbliche Luftfahrt.

Die am 1. Januar 2011 eingeführte Luftverkehrsteuer für gewerbliche Passagierflüge betrachtet der VCD als ersten Schritt in die richtige Richtung. Auf Starts in Deutschland werden je nach der Entfernung der Flugstrecke zum Zielflughafen 8 Euro, 25 Euro oder 45 Euro erhoben. Damit wird der Luftfahrtindustrie eine Milliarde Euro ihres Steuerprivilegs genommen. Bis zur Gleichheit der Wettbewerbsbedingungen im Verkehrsmarkt ist aber noch eine weite Strecke zurückzulegen.

Um faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Verkehrsträgern zu erreichen, fordert der VCD die Besteuerung von Kerosin. Die Kerosinsteuer wird einen starken ökonomischen Anreiz setzen, Kerosin einzusparen und vom Flugzeug auf klimafreundlichere Verkehrsmittel − insbesondere die Bahn - umzusteigen.

Der Flugverkehr belastet aber nicht nur das Klima, er verursacht auch erheblichen Lärm, unter dem über 10 Millionen Menschen in Europa leiden. Ab einer bestimmten Alltagsbelastung drohen gesundheitliche Schäden durch Lärm, darüber hinaus wird die Lebensqualität Betroffener stark beeinträchtigt. Fluglärm verursacht außerdem enorme volkswirtschaftliche Schäden: Wertverfall von Häusern und Grundstücken fällt darunter ebenso wie die Belastung des allgemeinen Gesundheitssystems durch die Behandlung von fluglärmbedingten Krankheiten.

Der VCD setzt sich für die Rechte Betroffener ein. Das im Dezember 2006 beschlossene Fluglärmgesetz ist aus Sicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes unzureichend und berücksichtigt den Gesundheitsschutz nicht angemessen. Zudem betrifft es nur den passiven Lärmschutz. Mit der weiteren Zunahme des Flugverkehrs wird es aber immer wichtiger, auch den aktiven Lärmschutz gesetzlich zu verankern, d.h. den Lärm an der Quelle zu bekämpfen.

Bei dem in Deutschland allerorten anzutreffenden Ausbau der Flughäfen stehen die Erwartungen an Wachstum und Beschäftigung in krassem Missverhältnis zu den tatsächlichen Gegebenheiten. Die Flughafenbesitzer, häufig Bundesländer und Kommunen, erhoffen sich von den Flughäfen einen Schub für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Region und stecken Millionen in deren Erweiterung. Doch die Realität ist ernüchternd: Neben steigender Belastung der Anwohner mit Lärm und Schadstoffen bleibt die Zahl der neuen Stellen zumeist weit hinter den Erwartungen zurück. Viele Flughäfen lassen sich bei weitem nicht kostendeckend betreiben, dadurch werden die öffentlichen Haushalte dauerhaft belastet.

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