Flugverkehr: Folgen für Umwelt und Gesundheit

Lufthansa-Flugzeug
Foto: PhotoCase.com

Der boomende Flugverkehr schadet dem Klima erheblich. Dessen Kohlendioxid- Emissionen haben allein in der Europäischen Union in den letzten 15 Jahren um fast 70 Prozent zugenommen, ein weiterer Anstieg wird prognostiziert. Großen Anteil am Zuwachs der Branche haben die sogenannten Billigflieger. Wenn sich der weltweite Trend zum Fliegen fortsetzt, wird das die Klimaschutzanstrengungen in anderen Bereichen zunichte machen. Deshalb macht sich der VCD für eine Verringerung der Klimabelastungen durch den Flugverkehr stark.

Auf europäischer Ebene hat sich nach zähem Ringen um Klimaschutzmaßnahmen inzwischen immerhin ein Kompromiss beim Thema Emissionshandel ergeben. Danach soll der Flugverkehr ab 2012 in den EU-weiten Handel mit Verschmutzungsrechten einbezogen werden. Doch die vorgesehenen Rahmenbedingungen für den Treibhausgashandel bleiben nach Ansicht des VCD weit hinter dem Möglichen und Notwendigen zurück.

Auch beim Thema Energiesteuern gibt es dringenden Handlungsbedarf. Denn der Flugverkehr wird im Wettbewerb der Verkehrsträger immer noch steuerlich bevorzugt: Flugbenzin ist in der gewerblichen Luftfahrt nach wie vor komplett von der Mineralölsteuer befreit. Über die Kerosinsteuer könnten zumindest faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern geschaffen werden. Hier ist nach Ansicht des VCD die Bundesregierung gefordert, mit einer nationalen Kerosinsteuer voranzugehen.

Der Flugverkehr belastet aber nicht nur das Klima, er verursacht auch erheblichen Lärm, unter dem über 10 Millionen Menschen in Europa leiden. Ab einer bestimmten Alltagsbelastung drohen gesundheitliche Schäden durch Lärm, darüber hinaus wird die Lebensqualität Betroffener stark beeinträchtigt. Fluglärm verursacht außerdem enorme volkswirtschaftliche Schäden: Wertverfall von Häusern und Grundstücken fällt darunter ebenso wie die Belastung des allgemeinen Gesundheitssystems durch die Behandlung von fluglärmbedingten Krankheiten.

Der VCD setzt sich für die Rechte Betroffener ein. Das im Dezember 2006 beschlossene neue Fluglärmgesetz ist aus Sicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes unzureichend und berücksichtigt den Gesundheitsschutz nicht angemessen. Zudem betrifft es nur den passiven Lärmschutz. Mit der weiteren Zunahme des Flugverkehrs wird es aber immer wichtiger, auch den aktiven Lärmschutz gesetzlich zu verankern, d.h. den Lärm an der Quelle zu bekämpfen.

Bei dem in Deutschland allerorten anzutreffenden Ausbau der Flughäfen stehen die Erwartungen an Wachstum und Beschäftigung in krassem Missverhältnis zu den tatsächlichen Gegebenheiten. Die Flughafenbesitzer, häufig Bundesländer und Kommunen, erhoffen sich von den Flughäfen einen Schub für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Region und stecken Millionen in deren Erweiterung. Doch die Realität ist ernüchternd: Neben steigender Belastung der Anwohner mit Lärm und Schadstoffen bleibt die Zahl der neuen Stellen zumeist weit hinter den Erwartungen zurück. Viele Flughäfen lassen sich bei weitem nicht kostendeckend betreiben, dadurch werden die öffentlichen Haushalte dauerhaft belastet.

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