Gigaliner sind verkehrs- und umweltpolitischer Unsinn
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Foto: Kraufmann |
Auf europäischer und nationaler Ebene wird über die Zulassung von Riesen-Lkw diskutiert. Mehrere deutsche Bundesländer führen Pilotprojekte durch oder haben Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz der Gigaliner erteilt. Die 18,75 m langen und 40 Tonnen schweren Megaliner sind bereits in ganz Europa erlaubt, 60-Tonner fahren nur in Schweden und Finnland. Alles spricht gegen Riesen-Lkw. Sie gefährden den Verkehr, sie sind umweltschädlich und sie kommen die Steuerzahler teuer zu stehen.
Gefährlich: Bereits heute ist an jedem fünften Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ein Lkw beteiligt. Es liegt auf der Hand, dass Unfälle desto gravierendere Folgen haben, je schwerer die Fahrzeuge sind. Davor warnt auch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) in einer Studie über die Riesen-Lkw. Zudem behindern Gigaliner durch ihre Länge den Verkehr. Sie machen Überholvorgänge unübersichtlich, sie haben längere Räumzeiten an Kreuzungen und Bahnübergängen, sie erhöhen das Unfallrisiko für alle VerkehrsteilnehmerInnen.
Umweltschädlich: Mehr Fracht pro Lkw − das spart Lkw-Fahrten und CO2 und entlastet die Umwelt, behauptet die Lkw-Lobby. Fakt ist aber, dass Gigaliner zu mehr Straßenverkehr und zu mehr Umweltbelastungen führen. Denn wenn Riesen-Lkw zugelassen würden, wird es zu einer Verkehrsverlagerung von der umweltfreundlicheren Schiene auf die Straße kommen, mit allen negativen Konsequenzen für Menschen und Umwelt. Gutachter rechnen damit, dass allein im Kombiverkehr bis zu 55 Prozent des Schienenverkehrs auf die Straße verlagert würden. Hunderttausende zusätzlicher Lkw-Fahrten auf deutschen Straßen wären die Folge − eine klimapolitische Katastrophe.
Teuer: Brücken, Tunnel, Leitplanken, Parkplätze, Bahnübergänge − unsere Straßen sind weder für 60-Tonner noch für 25-Meter-Kolosse ausgestattet. Die Infrastrukturkosten, die allein beim Ausbau von Brücken für Lkw über 40 Tonnen entstehen, schätzt das Bundesverkehrsministerium auf bis zu acht Milliarden Euro. Hinzu kommen Kosten für Reparaturen, die im gesamten Straßennetz anfallen, wenn Gigaliner den Verschleiß beschleunigen. Wer zahlt? Natürlich die Steuerzahlerin.
Die Kampagne: Da der Einsatz von Riesen-Lkw verkehrs- und umweltpolitisch unsinnig ist, ruft der VCD zum Protest auf. Zusammen mit der Allianz pro Schiene, mit anderen Umweltverbänden und Bahngewerkschaften gibt es eine bundesweite Unterschriftenaktion, um die Zulassung der Gigaliner zu verhindern. Ihre Unterschrift können Sie hier abgeben!
Download
Die Pressemitteilung des VCD zum Kampagnenstart "Keine Monstertrucks!" finden Sie hier.
Die gemeinsame Stellungnahme des VCD und anderen Verbänden vom 9. November 2006 können Sie hier (pdf, 385 KB) herunterladen.
Position des Deutschen Städtetages (pdf, 1,28 MB) zur Weiterentwicklung der Lkw-Maut und superschweren und überlangen Lkw vom 27.2.2007.
Umweltbundesamt (pdf, 69 KB), Hintergrundpapier zu Riesen-Lkw vom 12.3.2007.

