Ungebremstes Flugverkehrswachstum bedroht Weltklima

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Beim Verbrennen von Kerosin entstehen klimaschädliche Abgase. Sie bestehen überwiegend aus Wasserdampf, Kohlendioxid und Stickoxiden. Die Auswirkungen dieser Stoffe sind in luftiger Höhe rund dreimal größer als am Boden und vergrößern so den Treibhauseffekt entsprechend. Bis zu 100 Jahre bleiben die Schadstoffe in der Atmosphäre und bewirken Umweltschäden, die niemand mehr ungeschehen machen kann. Die von Flugzeugen erzeugten Kondensstreifen und Schleierwolken verstärken das Aufheizen unserer Atmosphäre zusätzlich, weil sie die Rückstrahlung der Wärme vom Erdboden in den Weltraum vermindern. Der Gesamtanteil des Flugverkehrs an der globalen Erwärmung beträgt daher mindestens 9 Prozent.
Für viele Menschen ist es heute selbstverständlich, mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen. Dabei sind Urlaubsziele in Europa bequem mit dem Zug zu erreichen. Aber nicht selten werden Reiseziele auf der anderen Seite der Erdkugel angesteuert. So gehören Australien, Neuseeland, USA oder die kanarischen Inseln zu den beliebten Reiseländern. Dazu kommt ein Anstieg der Kurzzeitreisen, bedingt durch die Angebote der Billigairlines. Es ist heute gängig, einen Wochenendausflug in eine der europäischen Metropolen oder gar nach New York zu machen oder mal eben für zwei Tage nach Mallorca zu jetten. Einen Großteil macht zudem der Frachtverkehr aus. Weil Kunden das ganze Jahr über Früchte aus Übersee kaufen möchten, werden jährlich rund 30 Millionen Tonnen Fracht mit dem Flugzeug von A nach B befördert.
Wie klimaschädlich der Flugverkehr ist, wird anhand eines Beispiels deutlich: Bei einem Flug von Frankfurt in die Dominikanische Republik entstehen pro Passagier rund 2,8 Tonnen CO2. Zum Vergleich: Um die Klimaerwärmung in verträglichen Maßen zu halten, dürfte jeder Mensch im Schnitt nur drei Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen, davon eine Tonne für Mobilität. Wer einmal in die Karibik und zurück fliegt, hat sein klimaverträgliches Jahresbudget somit schon deutlich überschritten.
Die Attraktivität der Reise mit dem Flieger hat ihre Ursache in den Schleuderpreisen der Billigflieger. So ist es oftmals günstiger, nach Spanien zu fliegen, als mit der Bahn innerhalb Deutschlands zu reisen.
Der VCD fordert daher:
- Europaweite Besteuerung von Kerosin. Falls sich diese nicht durchsetzen lässt, müssen möglichst viele europäische Vorreiterstaaten gemeinsam eine Kerosinsteuer für Inlandsflüge sowie die Flüge zwischen diesen Staaten einführen
- Einbeziehung des Flugverkehrs in den europäischen CO2-Emissionshandel, und zwar unter Rahmenbedingungen, die langfristig zu tatsächlichen Emissionsminderungen führen
- Einheitliche Differenzierung von Start- und Landeentgelten nach Schadstoffen und Lärm
- Aufhebung der Umsatzsteuer-Befreiung im grenzüberschreitenden europäischen Flugverkehr
- Beendigung direkter oder indirekter Subventionierung von Flughäfen und Fluggesellschaften.



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