Tempo 30 rettet Leben
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Der VCD tritt dafür ein, dass 30 km/h innerorts zum Standardtempo wird. Nur die wichtigen Hauptstraßen sollen davon ausgenommen sein und mit 50 km/h befahren werden dürfen. Die Vorteile von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit sind unbestreitbar. Die Zahl der Unfälle sinkt um mindestens 20 Prozent. So ging beispielsweise in Hamburg in Tempo 30-Zonen die Zahl der Schwerverletzten um 37 Prozent, in Münster sogar um 72 Prozent zurück. Warum das so ist, liegt auf der Hand: Je langsamer ein Auto fährt, desto kürzer ist der Anhalteweg - die Summe aus Reaktions- und Bremsweg:
Bei 50 km/h beträgt der Anhalteweg fast 28 Meter. Bei Tempo 30 kann ein Auto dagegen schon nach 13 Metern stehen. Die Wucht des Aufpralls steigt überdies im Quadrat der Geschwindigkeit. Die Folge: Bei Tempo 50 enden acht von zehn Unfällen mit FußgängerInnen tödlich. Bei Tempo 30 sterben zwei bis drei von zehn Angefahrenen.
Wird Tempo 30 eingehalten, so ist der Mischverkehr von Fahrrädern und Fahrzeugen auf derselben Fahrbahn sicher − das spart den Platz für Radwege und gibt FussgängerInnen mehr Raum.
Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts würde außerdem den Schilderwald lichten: Nur die auszunehmenden Tempo 50-Straßenzüge wären zu kennzeichnen. Doch auch nach den derzeitigen Kennzeichnungsregeln der Straßenverkehrsordnung (StVo) können Städte und Gemeinden schon den größten Teil ihres Straßennetzes auf Tempo 30 regeln − Großstädte wie Köln oder Berlin praktizieren diese Möglichkeiten beispielhaft.
Um Tempo 30 in Städten und Gemeinden so weit wie möglich voranzubringen und die damit Verbesserungen in der Sicherheit wie der Lebensqualität zu erreichen, sind flankierende Maßnahmen auf Bundes- und Landes- und kommunaler Ebene unabdingbar:
- Verpflichtung der Kommunen, Tempo 30 in Wohngebieten anzuwenden
- breit angelegte Akzeptanzkampagnen für Tempo 30
- verstärkte Apelle und Geschwindigkeitskontrollen in Tempo 30-Zonen
