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12.9.2010 Wenig überzeugende Tunnel-Befürworter

(Leserbrief)

Der geplante Stadttunnel für Freiburg hat wenig Realisierungschancen. Und das ist gut so. Denn er würde für viel Geld zu zusätzlichen Auto-Verkehrsbelastungen in der Region führen bei geringen Vorteilen für die Stadt.
Wenn die Tunnelbefürworter jetzt mit einer Resolution dem fragwürdigen Projekt wieder mehr Chancen verschaffen wollen, klingt das eher nach Ratlosigkeit. Dabei sollen auch Umweltverbände eingebunden werden. Welche sollen das sein? Das Freiburger Klimabündnis und der VCD haben sich bereits vor Jahren deutlich gegen das Projekt positioniert. Und seither ist die Argumentation für den Tunnel nicht schlüssiger geworden.
Als Begründung wird immer der überregionale Schwerlastverkehr angeführt. Doch mindestens 80%  des Verkehrs auf der B31 kommt aus der Region. Und auch der überregionale Schwerlastverkehr ist nicht gottgegeben, sondern er ist von denen zu verantworten, die den Schwarzwald für eine angebliche Achse Moskau–Madrid missbrauchen wollen und entsprechend die B 31 immer weiter ausbauen oder nichts dagegen unternehmen.
Wenn die Tunnel-Befürworter jetzt die leichtfertig von Stadt und Region in ein wenig aussichtsreiches Projekt gesteckten Millionen als Argument für dessen Verwirklichung nehmen, zeugt auch das von wenig Überzeugungskraft.
Der VCD unterstützt jede Maßnahme, die die Anwohner der B31 kurz- und mittelfristig von den Auswirkungen des Autoverkehrs entlastet – wie die nächtliche Tempo 30-Regelung. Und er fordert weitere solche Maßnahmen, vor denen sich die Politik allerdings mit dem Verweis auf den Stadttunnel drückt.
Der VCD unterstützt jedoch sicher nicht den Stadttunnel, der vielleicht in vielen Jahren die unmittelbaren Anlieger vom Schwerlastverkehr entlasten könnte, sicher aber durch die besseren Fahrmöglichkeiten noch mehr Autoverkehr in die Region und in die Stadt Freiburg bringen würde.

Hannes Linck