Mehr Kostengerechtigkeit im Güterverkehr

LKW-Reifen
Foto: Ilja C. Hendl

Seit dem 1. Januar 2005 wird in Deutschland auf Autobahnen für Lastwagen ab 12 Tonnen Gesamtgewicht eine Benutzungsgebühr erhoben: die Lkw-Maut. Die Höhe der Maut wurde damals auf durchschnittlich 12,4 Cent pro gefahrenen Kilometer festgelegt. Grundlagen der Mauterhebung sind die europäische Wegekostenrichtline und die jeweils aktuelle Wegekostenrechnung des Bundesverkehrsministeriums.

Der VCD setzt sich seit 1986 für die Einführung einer europaweiten leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe ein, da sie zu mehr Kostengerechtigkeit im Verkehr beiträgt. Deswegen begrüßt der VCD, dass die im Jahr 1995 eingeführte, rein zeitbezogene, Euro-Vignette im Jahr 2005 von der streckenabhängigen Lkw-Maut abgelöst wurde.

Hauptziele der Mauterhebung sind die verursachergerechtere Anlastung der Wegekosten, die Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen von Straße, Schiene und Wasserstraße, verstärkter Umweltschutz durch Differenzierung nach Schadstoffklassen sowie die Erzielung zusätzlicher Einnahmen für Erhalt und Ausbau der Verkehrswege in Deutschland.

Laut Wegekostenrichtlinie dürfen bisher nur die reinen Wegekosten in die Mauthöhe einberechnet werden. Im Jahr 2009 soll die Entscheidung darüber fallen, ob und in welcher Höhe auch die externen Kosten geltend gemacht werden können, die zurzeit noch von der Allgemeinheit getragen werden.

Die Bundesregierung nutzt die Lkw-Maut inzwischen stärker als bei ihrer Einführung als umweltpolitisches Lenkungsinstrument. So müssen zum Beispiel die größten Dreckschleudern unter den Lkw mehr zahlen als andere. Außerdem wurde die Maut zweimal angehoben auf nun 16,3 Cent pro Kilometer im Jahr 2009.

Lkw-Maut muss weiterentwickelt werden

Dieses sind zaghafte Schritte in die richtige Richtung. In mindestens drei Punkten muss die Maut aber noch verbessert werden, um echte Lenkungswirkung zu entfalten und mehr Kostengerechtigkeit und faire Wettbewerbsbedingungen im Güterverkehr zu erzielen.

Der VCD setzt sich dafür ein, dass:

  • die Maut schrittweise auf einen durchschnittlichen Betrag von 45 Cent pro Kilometer erhöht wird,
  • auch kleine Lkw ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit einbezogen werden
  • und der Geltungsbereich der Maut auf alle Straßen ausgedehnt wird.

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Downloads

  • VCD-Hintergrundpapier zur Lkw-Maut, Januar 2009 (pdf, 114 KB)
  • VCD-Brief zur Lkw-Maut an die Abgeordneten des Verkehrsausschusses des EU-Parlaments, Januar 2009 (pdf, 74 KB)

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