Mehr Kostengerechtigkeit im Güterverkehr
![]() | |
Foto: Ilja C. Hendl |
Die Maut wird seit dem 1. Januar 2005 auf Autobahnen für Lastwagen ab 12 Tonnen Gesamtgewicht erhoben und beträgt durchschnittlich 12,4 Cent pro gefahrenem Kilometer. Die Maut soll zu mehr Kostengerechtigkeit im Verkehr beitragen, denn bisher wurde der Schwerlastverkehr als Hauptverursacher von Straßenschäden, Staus, Unfällen und Umweltschäden kaum zur Kasse gebeten.
Der VCD setzt sich seit 1986 für die Einführung einer europaweiten leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe, kurz Lkw-Maut, ein und fordert bereits seit langem die Ausweitung der Mautpflicht auf das gesamte Straßennetz. Mit dem vorhandenen Ausweichverkehr zeigt sich, wie sehr diese Forderung berechtigt ist.
Die Einführung der Lkw-Maut war bereits für August 2003 geplant. Wegen planerischer Fehler und technischer Unausgereiftheiten wurde der Start immer wieder verschoben. Neben technischen Pannen, die das Betreiberkonsortium Toll Collect zu verantworten hatte, gab es vertragliche Mängel. Das Bundesverkehrsministerium hatte versäumt, sich gegen Einnahmeausfälle abzusichern und übliche Bedingungen für Schadensersatzzahlungen in den Vertrag mit Toll Collect aufzunehmen.
Trotzdem begrüßt der VCD die streckenabhängige Lkw-Maut, weil sie die 1995 in Deutschland eingeführte Euro-Vignette ablöst. Die Vignette stellte mit einem festen Betrag lediglich eine rein zeitbezogene Autobahngebühr dar, unabhängig von der tatsächlichen Fahrleistung des betroffenen Lkw. Nun gilt: Wer mehr fährt, zahlt auch mehr. Auf Dauer kann die Maut so dazu beitragen, unnötige Transportkilometer einzusparen oder Güterverkehr auf die umweltschonendere Schiene zu verlagern.
Lkw-Maut muss weiterentwickelt werden
So wie die Lkw-Maut zur Zeit berechnet wird, bedeutet sie nur einen ersten Schritt in die richtige Richtung. In mindestens drei Punkten muss die Maut verbessert werden, um echte Lenkungswirkung zu entfalten und mehr Kostengerechtigkeit und faire Wettbewerbsbedingungen im Güterverkehr zu erzielen.
Der VCD setzt sich dafür ein, dass
- die Maut schrittweise auf einen durchschnittlichen Betrag von 45 Cent pro Kilometer erhöht wird,
- auch kleiner Lkw ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit einbezogen werden
- und der Geltungsbereich der Maut auf alle Straßen ausgedehnt wird.
VCD-Aktion »Maut-Flucht stoppen!«
Am 16. März 2005 startete der VCD bundesweit die Aktion »Maut-Flucht stoppen«. Alle AnwohnerInnen und NutzerInnen von Bundes- und Landesstraßen waren aufgerufen, Streckenabschnitte zu melden, auf denen der Lastwagenverkehr seit dem 1. Januar 2005 stark zugenommen hatte. Die Ergebnisse der Umfrage sollen dazu beitragen, dass möglichst schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden und die Lkw-Maut auf das ganze Straßennetz ausgeweitet wird.

