Gemeinsame Pressemitteilung
Deutscher Verkehrsplanungspreis 2026: Projekte aus Hamburg, Berlin und Markt Mering ausgezeichnet
Wie können Kommunen Straßen und Plätze klimafreundlich und zukunftsfähig gestalten – trotz vielfältiger Anforderungen und begrenzter Flächen? Diese Frage steht im Fokus des Deutschen Verkehrsplanungspreises 2026, der von SRL und VCD ausgelobt wird. Unterstützt wird er vom Deutschen Städtetag.
Vor allem drei Einreichungen konnten mit ihren Projekten überzeugen: „Es gibt ein Siegerprojekt aus Hamburg und zwei zweite Plätze aus Mering und Berlin“, verkündet Jurymitglied und VCD-Bundesvorsitzender Matthias Kurzeck. „Sie zeigen beispielhaft, wie Flächen auch auf engem Raum zugunsten aller Verkehrsteilnehmenden und der Natur neu verteilt werden können – bei kontinuierlicher Einbindung der Öffentlichkeit und ganz im Sinne einer integrierten Stadt- und Verkehrsplanung."
Den ersten Platz macht die Neugestaltung von Steinstraße/Speersort in Hamburg: Die Stadt trennt den Radweg räumlich vom übrigen Verkehr. Indem sie den Durchgangsverkehr reduziert, entsteht der erforderliche Platz für schattenspendende Alleebäume, um die Hauptverkehrsstraße dem Klimawandel anzupassen. Zudem verbreitert sie die Gehwege und führt Tempo 30 ein. „Hier kann man zusehen, wie sich eine Straße innerhalb des historischen Stadtkerns Stück für Stück in einen lebendigen öffentlichen Raum verwandelt, die Flächen sollen im Interesse möglichst aller Verkehrsteilnehmer neu geordnet werden“, lobt Florian Winter, Jurymitglied und Vorsitzender der SRL.
Den zweiten Platz teilen sich ein Vorhaben aus der Hauptstadt Berlin und ein Projekt aus der Marktgemeinde Mering in Bayern mit rund 15.000 Einwohnenden: Der Platz der Luftbrücke in Berlin-Tempelhof soll in den kommenden Jahren grüner werden und mehr Raum für Rad- und Fußverkehr bieten. Der Aufenthalt dort soll schöner werden. „Die Pläne bauen auf Beteiligungsformate und auf Befragungen von Gewerbetreibenden“, erklärt Florian Winter. „Gerade bei einem so komplexen innerstädtischen Projekt zahlt sich dieser Austausch langfristig aus.“ Wichtig war den Einsendenden auch das Ziel der Klimaresilienz und der Umgang mit Hitze und Starkregen.
Die Gemeinde Markt Mering gestaltet ihre Ortsmitte durch verschiedene kleinteilige Maßnahmen um. „Tempo 30, weniger Parkflächen und eine optische Verengung der Fahrbahn verbessern die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr spürbar“, so Florian Winter. „Rund um den Marktplatz laden möblierte Aufenthaltsbereiche in Zukunft alle zum Verweilen ein – als eine Art ‚Wohnzimmer‘ des Ortes.“
Zwei weitere Einsendungen aus Karlsruhe und Tübingen würdigt die Jury mit einer Anerkennung. Matthias Kurzeck: „Am Südportal des Karlsruher Hauptbahnhofs entsteht eine Mobilitätsdrehscheibe mit einem durchdachten Klimakonzept. Es ist beeindruckend, wie umfassend und mit gängigen Konzepten die Planung die drei zentralen Aspekte Wasser, Hitze und Wind einbezieht. Die Klimaresilienz zeichnet diesen Ort aus, kombiniert mit hoher Aufenthaltsqualität.“
„Der Beitrag aus Tübingen sticht hingegen durch seine ungewöhnliche Bildsprache hervor“, so Kurzeck weiter. „Am Europaplatz bilden die Radwege ein blaues Band, das sie klar vom übrigen Verkehr abgrenzt.“ Darüber hinaus überzeugt das Vorhaben durch die Umgestaltung des Bahnhofsareals. Dabei rücken der öffentliche Personennahverkehr und dessen barrierefreie Erreichbarkeit in den Mittelpunkt, der Europaplatz bindet klug auch die angrenzenden Parklandschaften mit ein.
Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie öffentliche Räume unter Beteiligung der Bevölkerung zukunftsfähig, klimaresilient und vielseitig nutzbar gestaltet werden können. VCD und SRL rufen Städte und Gemeinden dazu auf, diese Impulse aufzugreifen und eigene innovative Wege zu gehen.
Weitere Informationen: Bild- und Textmaterial zu den drei Siegerprojekten und den beiden Anerkennungen finden Sie hier.
Mitglieder der Jury 2026: Matthias Kurzeck, VCD-Bundesvorsitzender und Projektleiter BPV Consult, Koblenz; Olaf Lewald, Leiter des Amtes für Verkehr Stadt Bielefeld; Sonja Moers, raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH; Dr. Constanze Petrow, Professur für Freiraumplanung und Gesellschaft an der Hochschule Geisenheim; Florian Winter, ign Melzer Voigtländer Winter Lüttich Stadtplaner, Architekten & Ingenieure, SRL-Vorsitzender

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