Aktionstage für sichere Schulwege bringen zehntausende Kinder in Bewegung – Gewinnerprojekte aus Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen
Weit mehr als eine Million Kinder haben in den letzten 20 Jahren an den Aktionstagen teilgenommen. Auch in diesem Jahr sind sie gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern mit gutem Beispiel vorangegangen und haben gezeigt, wie viel Spaß der eigenständige Weg zur Schule oder in die Kita machen kann. Die besten Projektideen der Aktionstage 2026 wurden in drei Kategorien ausgezeichnet und machen deutlich, wie abwechslungsreich die Aktionstage gestaltet werden können.
- Kreativ: Das Kinderhaus Westerham (Bayern) hat in der Turnhalle eine eigene Kinderstadt aufgebaut und gestaltet. Dort können die Kinder den Straßenverkehr spielerisch erproben und erfahren, wie sie ihre Wege sicher zurücklegen können.
- Politisch: Die JONA Schule in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) setzt sich gemeinsam mit dem ADFC mit „lebendigen Zebrastreifen“ für sichere Schulwege ein. Damit machen die Schülerinnen und Schüler gefährliche Schulwegstellen sichtbar und setzen ein Zeichen für sicherere Querungsmöglichkeiten und einen besseren Schutz von Kindern im Straßenverkehr.
- Newcomer*in: Die Grundschule am Wiehen in Minden (Nordrhein-Westfalen) bringt mit verschiedenen Aktionen Bewegung in das Thema sichere Schulwege: Mit einer Schulwette motiviert sie die Schüler*innen, eine Smiley-Anlage macht auf zu hohes Tempo im Straßenverkehr aufmerksam und selbstgestaltete Banner sensibilisieren für mehr Sicherheit auf Schulwegen.
Als Gewinne erhalten die Einrichtungen beispielsweise Sommerski oder ein Wurfspiel, die von der Firma BACKWINKEL zur Verfügung gestellt werden.
Die Aktionstage haben gezeigt: Wer auf Alternativen zum Auto setzt, stärkt nicht nur die Gesundheit und das Miteinander, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit vor Schulen und Kitas. Wie wichtig das ist, verdeutlichte bereits im letzten Jahr eine forsa-Umfrage im Auftrag des Bündnisses: Ein Fünftel der Eltern empfindet den Schulweg ihrer Kinder als unsicher, in Großstädten ist es sogar ein Viertel. 13 Prozent erleben mindestens einmal wöchentlich gefährliche Situationen durch Elterntaxis.
Das Bündnis des Deutschen Kinderhilfswerkes, des ökologischen Verkehrsclubs VCD und des Verbandes Bildung und Erziehung sieht darin einen klaren Auftrag an Politik und Kommunen, sichere Querungen, Tempo 30 und autofreie Schulstraßen zu schaffen.
Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des VCD: „Die Aktionstage zeigen, wie gerne Kinder selbstständig unterwegs sind, ob zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Rad. Das bringt Bewegung in ihren Alltag und stärkt ihre Gesundheit. Unsere Aufgabe ist es, dafür sichere Bedingungen zu schaffen: mit Tempo 30, verkehrsberuhigten Schulstraßen und sicheren Fuß- und Radwegen. Davon profitieren nicht nur Kinder, sondern alle, die sich im öffentlichen Raum bewegen – eine echte Win-win-Situation für mehr Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität.“
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Die vielen tollen Projekte während der Aktionstage zeigen, dass Kinder eine sehr gute Einschätzung davon haben, was sie für einen sicheren Weg zur Schule oder in die Kita brauchen. Zum Beispiel weniger chaotische Zustände vor den Eingängen, indem weniger Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder zur Kita bringen. Eltern können sich an den Kindern ein Beispiel nehmen und lernen, dass Zufußgehen Spaß macht und das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.“
Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE: „Ich freue mich, dass so viele Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher mit Kindern Projekte umgesetzt haben, die schon den Kleinsten und Kleinen Lust auf eigenständige und selbstverantwortliche Mobilität bringen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Nach den Aktionstagen sollte dieser Einsatz weiter unterstützt werden, insbesondere auch durch zivilgesellschaftliches Engagement für eine moderne Mobilitätsbildung.“
Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz 2026 und Schirmherrin der Aktionstage unterstreicht in ihrem Grußwort: „Kinder sollen ihren Schul- oder Kindergartenweg sicher, selbstständig und mit Freude zurücklegen können. Denn wer zu Fuß unterwegs ist, erreicht weit mehr, als von A nach B zu kommen: Kinder bewegen sich, erleben ihre Umgebung bewusst und gewinnen Schritt für Schritt an Selbstständigkeit. Gleichzeitig wissen wir: Ein sicherer Schulweg ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Familien erleben den Straßenverkehr als Herausforderung. Umso wichtiger ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder ihren Weg zunehmend sicher zurücklegen können. Die Aktionstage machen Mut, neue Wege auszuprobieren und Kindern Selbstständigkeit zuzutrauen. Wenn Schulen, Kitas, Kommunen und Eltern an einem Strang ziehen, können wir hier viel bewegen.“
Hintergrund
Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hatten vom 21. September bis 2. Oktober 2026 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ aufgerufen. Auf der Webseite konnten Aktions- und Spielideen eingesehen, konkrete Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Die Aktionstage standen unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Bildungsministerkonferenz 2026, Anna Stolz.
Pressekontakt:
DKHW: Uwe Kamp • Pressesprecher • presse@dkhw.de • 030/30 86 93-11
VCD: Jan Langehein • Pressesprecher • presse@vcd.org • 030/28 03 51-12
VBE: Anne Roewer • Leiterin Kommunikation • presse@vbe.de • 0160/92 12 23 08
Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, bei ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen und der Überwindung von Kinderarmut. Ziel ist insgesamt die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder in Deutschland.
Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder.

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