Verkehrsministerkonferenz: VCD fordert Trassenpreisreform angesichts drohender Kürzungen im Nahverkehr

Bei der Verkehrsministerkonferenz vom 21. bis 22. Oktober stehen auch die Trassenpreise bei der Bahn auf der Agenda. Im März 2026 hat der Europäische Gerichtshof die Trassenpreisbremse in Deutschland für rechtswidrig erklärt, was steigende Kosten für Bahnunternehmen nach sich zieht. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert eine Reform. Dr. Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD kommentiert:

 

„Der Regionalverkehr in Deutschland steckt in einer Krise: Die Preise für die Nutzung von Schienenstrecken sind massiv gestiegen und weitere Preissprünge zu erwarten. Hierdurch drohen eine Reduzierung von Regionalzügen aus Kostengründen sowie höhere Ticketpreise. In Kombination mit den steigenden Lebenshaltungskosten wäre das ein Brandbeschleuniger für die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung im Land. Daher appellieren wir dringend an den Bundesverkehrsminister, eine Trassenpreisreform auf den Weg zu bringen und unterstützen ausdrücklich die Forderung der Verkehrsministerkonferenz. Mobilität und damit soziale Teilhabe zu sichern, ist gerade jetzt entscheidend. Klar ist aber auch: die Bahnanbindung im ländlichen Raum muss generell verbessert werden. Nur so können alle vom Deutschlandticket profitieren.

Damit das gelingt, darf der Bund die Länder mit den Mehrkosten für die Trassenpreise nicht alleinlassen und muss kurzfristig die Regionalisierungsmittel aufstocken. Für eine Reform sollten wir uns ein Beispiel an unseren europäischen Nachbarn nehmen: In vielen EU-Ländern orientieren sich die Trassenpreise an den Kosten, die durch die Fahrten tatsächlich entstehen – statt wie in Deutschland den Unternehmen die kompletten Betriebskosten für die Infrastruktur aufzuerlegen. Ziel muss es sein, die Preise stabil zu halten und das Angebot zu vergrößern.“

Zum Hintergrund: 
Anders als in weiten Teilen Europas werden Gebühren für die Nutzung der Schiene (die Trassenpreise) in Deutschland bislang nach dem Vollkostenprinzip berechnet. Dabei müssen Bahnunternehmen die gesamten Kosten für den Betrieb des Schienennetzes inklusive Kapitalkosten tragen. Das treibt die sogenannte Schienenmaut in die Höhe. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert, das Grenzkostenprinzip in Deutschland einzuführen. Dabei sind pro Zugfahrt nur die Kosten zu bezahlen, die tatsächlich durch sie verursacht werden – dazu gehören Betriebs- und Verschleißkosten.

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