Verkehrswende-Inspiration
5 Tipps: So wirst du aktiv für die Verkehrswende!
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Die News aus der Verkehrspolitik sind manchmal einfach nur frustrierend: Die Bahn wird immer unpünktlicher, wichtige Gelder für die Infrastruktur fließen in neue Autobahnen statt in umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bus und Bahn und selbst die Förderung von E-Autos kommt zugunsten von Verbrennern ins Stocken. Angesichts all dieser Nachrichten kann man schnell die Hoffnung verlieren.
Aber auf der lokalen Ebene tut sich viel und auch bundesweit gibt es Erfolge für die Verkehrswende, wie z.B. das Deutschlandticket. Um motiviert bei der Sache zu bleiben, ist es wichtig, gute Nachrichten im Blick zu behalten. Aber das beste Rezept gegen Ohnmachtsgefühle ist: Selbst aktiv werden!

Tipp 1: Fang bei dir an
Die Verkehrswende fängt beim eigenen Mobilitätsverhalten im Alltag an: Wer mit dem Rad, Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, mit dem Nachtzug statt dem Flugzeug in den Urlaub reist, ein Lastenrad für das Ausmisten des Kellers organisiert, ist in Sachen Verkehrswende schon richtig gut dabei.
Und wenn das in deiner aktuellen Lebenssituation noch zu viel ist, kannst du dich informieren, Gespräche mit deiner Familie oder Freund*innen führen, um mehr Bewusstsein für nachhaltige Mobilität zu schaffen. Unsere Quizze liefern dirFakten rund um die Verkehrswendeund hilfreiche Tipps für bessere Gespräche.
Und wenn du schon klimaschonend und multimodal unterwegs bist, also verschiedene Verkehrsmittel für eine Strecke nutzt, kannst du überlegen: Was funktioniert schon gut und was fehlt noch? Was braucht es, um in deiner Nachbarschaft besser und ohne eigenes Auto mobil zu sein? Gibt es auf den Radwegen gefährliche Stellen? Sind deine Fußwege wegen Ampelschaltungen, die nicht auf Zufußgehende abgestimmt sind und ständig zugeparkten Gehwegen, unnötig mühsam? Gilt noch Tempo 50 vor Schulen, Kitas, Pflegeheimen oder Krankenhäusern in deinem Viertel, obwohl Tempo 30 möglich wäre? Dann kannst du hier direkt ansetzen! Die Verkehrswende ist zwar ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, setzt sich aber aus ganz vielen lokalen Maßnahmen zusammen.
Tipp 2: Vernetz dich mit anderen
Nachhaltige Veränderungen können wir nur gemeinsam erreichen. Und zusammen macht der Einsatz für die Verkehrswende auch viel mehr Spaß. Vielleicht hast du schon Menschen in deinem Umfeld, die sich mit dir für einen besseren Radweg oder Tempo 30 vor der Schule einsetzen wollen. Wenn du noch auf der Suche nach Mitstreiter*innen bist, kannst du hier Gleichgesinnte finden:
- In den VCD-Ortsgruppen und unserer Jugendorganisation
- Bei anderen Mobilitäts-Verbänden(Fuß e.V., ADFC, Bahnkunden und mehr)
- Bei lokalen Initiativen (Tempo 30/Kiezblock, Radwege/Bürgerwege)
Auf Demonstrationen (Fridays for Future, Critical Mass, Kidical Mass und mehr)
Tipp 3: Nimm die Sache selbst in die Hand
Du willst bei der Verkehrswende selbst anpacken? Dann schau, welche Aktionen und Initiativen es in deinem Umfeld schon gibt oder starte einfach deine eigene! Hier findest du ein paar Ideen für deine nächste Aktion:
- In deiner Gegend kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen oder sogar Unfällen? Dann organisier eine Kundgebung oder Demo.
- Setz dich für Tempo 30 vor Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und auf Fahrradstraßen ein!
- In deinem Ort kommt man ohne Auto nicht weit? Dann starte eine private Car-Sharing-Initiative!
- Sorge mit unseren gelben Karten für freie Gehwege!
- Unterstütze oder starte einen BiciBus (Fahrradbus) für den Schulweg!
- Misch dich in die Lokalpolitik ein! Mit Anfragen, Bürgerinitiativen und Unterschriftenaktionen kannst du zeigen: Die Menschen wünschen sich die Verkehrswende und haben konkrete Vorschläge zur Umsetzung.
Tipp 4: Entwickle Visionen für die Zukunft
Es ist wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben und Erfolge wie das Deutschlandticket zu bewahren. Gleichzeitig sollten wir uns darüber austauschen, wie wir uns den Verkehr der Zukunft vorstellen. Wie könnte klimafreundliche Mobilität in deiner Straße aussehen? Was wäre alles möglich, wenn wir nicht mehr vom Auto abhängig sind? Wie lassen sich ländliche Regionen besser an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr anbinden?
Und manchmal hilft ein Blick zurück: Bevor der Autoverkehr massiv ausgebaut wurde, gab es schon funktionierenden öffentlichen Verkehr. So gab es vor 100 Jahren in fast jeder größeren Stadt in Europa und den USA ein Straßenbahnnetz, von dem wir heute nur träumen können (und das in vielen Orten zum Glück wieder reaktiviert wird).
Und: In anderen Ländern ist die Verkehrswende schon viel weiter. Lass dich von internationalen Beispielen für deinen eigenen Aktivismus inspirieren und schau dir an, was alles möglich ist!
Verkehrswende Beispiele aus aller Welt
Tipp 5: Achte gut auf dich
Vergiss bei deinem Aktivismus nicht, auf dich selbst zu achten. Du musst nicht alles auf einmal machen und: Niemanden ist geholfen, wenn du dich völlig verausgabst. Die Verkehrswende braucht einen langen Atem und viele Menschen, die sich langfristig und nachhaltig für sie einsetzen. Es ist vollkommen normal, phasenweise mal mehr und mal weniger aktiv zu sein. Und nicht alle haben die Zeit und Ressourcen für Aktivismus. Auch durch die Mitgliedschaft in Vereinen und Spenden an Verkehrswende-Initiativen kannst du viel bewegen!
Last but not least: Denk bei deinem Aktivismus auch an die Menschen in deinem Umfeld, die noch nicht von der Verkehrswende überzeugt sind. Es ist wichtig Konflikte auszuhalten, Gemeinsamkeiten zu finden und im Gespräch zu bleiben. Das kann auch Spaß machen: Mit einer gemeinsamen Fahrradtour oder einem schönen Ausflug mit dem Zug, kannst du Menschen von nachhaltiger Mobilität überzeugen, die für nackte Zahlen und Fakten vielleicht (noch) nicht empfänglich sind.








