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Das Gegenteil ist der Fall: Tempo 30 kann den Autoverkehr sogar verbessern!
Kurz erklärt:
Es klingt eigentlich logisch: 50 km/h sind fast doppelt so schnell wie 30 km/h, demzufolge sollten Strecken bei Tempo 50 auch fast doppelt so schnell zurückgelegt werden können, oder? Das ist tatsächlich falsch. So zeigen Berechnungen und Testfahrten, dass sich bei Tempo 30 die Fahrtzeit bei einer Strecke von 10 km um nur eine oder zwei Minuten verlängert. Untersuchungen vom Umweltbundesamt zeigen außerdem: Tempo 30 kann den Verkehrsfluss sogar verbessern, wodurch man mit dem Auto schneller von A nach B kommt.
Der Grund: Im Stadtverkehr gibt es durch häufiges Abbremsen und Anfahren viel Stop-and-Go, weshalb Geschwindigkeiten von 50 km/h ohnehin nur selten erreicht werden. Wenn die Einführung von Tempo 30 mit einer neuen Verkehrsführung einhergeht, z.B. durch aufeinander abgestimmte Grünphasen, fließt der Verkehr sogar besser. Dadurch wird das Autofahren innerorts angenehmer, die Luft sauberer, der Verkehr für uns alle sicherer und der Lärmpegel sinkt merklich.
Die Praxis zeigt: Wo es niedrige Tempolimits gibt, passieren weniger Unfälle.
Kurz erklärt:
Tempolimits sind ein Dauerstreitthema in der Verkehrspolitik. Immer wieder werden sie als Eingriff in die Freiheit der Autofahrer*innen mit geringer Wirkung dargestellt. Diese Argumentation ist nicht neu: Ganz ähnlich wurde auch gegen die Einführung der Gurtpflicht Stimmung gemacht. Genau wie die Gurtpflicht haben sich bereits eingeführte Tempolimits längst bewährt, wie die Unfallstatistik zeigt.
Darum fordert der VCD, dass auf Autobahnen ein generelles Tempolimit eingeführt wird. Das kann die Zahl schwerer Unfälle erheblich senken. Auf Abschnitten mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es im Schnitt 30 Prozent weniger schwere Unfälle. Konkrete Beispiele bestätigen das. Auf der A4 bei Dresden hat sich die Zahl schwerer Unfälle nach Einführung eines Limits sogar halbiert.
Auch bei Tempo 30 zeigt sich: Die Zahl der Verkehrsunfälle sinkt im Vergleich zu Tempo 50. Und: Unfälle gehen glimpflicher aus. Wird eine Person mit 50 km/h angefahren, stirbt etwa jede*r dritte. Bei Tempo 30 hingegen überleben 90 Prozent der angefahrenen Menschen – die Überlebenschancen sind also drei- bis viermal höher!
Schon nach durchschnittlich 17.000 km gleicht sich die Energie, die durch die Herstellung verbraucht wird, aus.
Kurz erklärt:
Die Behauptung, dass E-Autos gar nicht emissionsärmer und damit auch nicht klimafreundlicher als Verbrenner sind, hält sich schon lange. Doch das ist falsch!
Richtig ist, dass E-Autos aufgrund der Akkus in der Herstellung meist mehr Energie und Ressourcen verbrauchen. Laut einer neuen Studie gleicht sich das schon nach 17.000 km Fahrt aus. Versichert sind die meisten Akkus für 160.000 km, tatsächlich können sie teilweise 500.000 km bis sogar über 1 Million km zurücklegen, bevor sie nicht mehr fahrtauglich sind.
Auch beim Schadstoffausstoß stehen Elektroautos sehr viel besser da: Abgase verursachen sie bei der Fahrt nämlich nicht. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Verbrennern, vor allem angesichts der hohen Stickstoffdioxidwerte in vielen Orten. Vergleichbar ist die Umweltbelastung von E-Autos und Verbrennern lediglich beim Mikroplastik, welches durch Reifenabrieb entsteht.
E-Fuels sind zu teuer und ineffizient, um damit private Verbrenner zu betanken und sie stoßen trotzdem Schadstoffe aus.
Kurz erklärt:
Es stimmt zwar, dass E-Fuels, also synthetisch hergestellte Kraftstoffe, genutzt werden können, um Verbrennungsmotoren zu betanken. Allerdings sind E-Fuels in der Herstellung sehr teuer und ineffizient. So brauchen mit E-Fuels betankte Benzin- oder Diesel-Autos für die gleiche Leistung fünf bis sechs Mal so viel Strom wie ein Elektroauto. Das lässt sich auch durch effizientere Prozesse bei der E-Fuel Herstellung nicht ausgleichen. Im Gegenteil ist zu erwarten, dass Elektroautos zukünftig noch stromsparender werden.
Ein weiterer Grund der gegen die E-Fuel Nutzung für Autos spricht: E-Fuels werden dringend für die Luft- und Schifffahrt sowie die Chemie-Industrie gebraucht. Denn in diesen Bereichen sind sie aktuell der einzige Ersatz für klimaschädliche Kraftstoffe und es wird herausfordernd genug, ausreichend E-Fuels herzustellen, um den Bedarf in diesen Bereichen zu decken.
Hinzu kommt: Auch mit E-Fuels betankte Verbrennungsmotoren erzeugen Schadstoffe. Sie setzen das in ihnen gespeicherte CO2 frei und sind nur dann wirklich klimaneutral, wenn das benötigte CO2 komplett aus der Atmosphäre stammt. Aber selbst wenn das passiert, werden beim Verbrennen von E-Fuels Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Ammoniak und Stickoxid freigesetzt. Manche Studien zeigen, dass E-Fuels in dieser Hinsicht sogar klimaschädlicher sein können als Benzin und Diesel.
Damit der Verkehr klimaneutral(er) werden kann, muss die dafür verwendete Energie erneuerbar sein.
Kurz erklärt:
Damit der Verkehr klimaneutral(er) werden kann, muss die dafür verwendete Energie erneuerbar sein. Die Verkehrswende und die Energiewende sind also eng miteinander verknüpft. Ohne flächendeckende Versorgung mit nachhaltigen Energien wie z.B. Ökostrom, werden auch durch Bus, Bahn oder Elektroauto klimaschädliche Emissionen ausgestoßen.
Glücklicherweise fahren viele Elektroautos, Bahnen und immer mehr Busse mit erneuerbaren Energien. So nutzen die S-Bahnen in vielen Städten ausschließlich erneuerbaren Energien. Bei den Zügen der Deutschen Bahn liegt der Anteil der Erneuerbaren bei insgesamt fast 70 Prozent. Damit das im öffentlichen Verkehr die Norm wird, muss das Stromnetz weiter ausgebaut werden.
Tatsächlich profitieren vor allem Menschen mit hohen Einkommen von der Pendlerpauschale und ähnlichen Förderungen.
Kurz erklärt:
Wenn gefordert wird, dass staatliche Förderungen für den Autoverkehr abgeschafft werden sollen, wird gern das Bild von hart arbeitenden Menschen (Stichwort: Pflegekraft) bemüht, die ohne eigenes Auto und entsprechende Förderung, nicht mehr zur Arbeit kommen. Doch das Gegenteil ist der Fall!
Von der Pendlerpauschale profitieren vor allem Menschen mit hohen Einkommen, während sie Menschen mit niedrigen Einkommen kaum hilft. Berechnungen zur im Sommer 2025 geplanten Erhöhung der Pendlerpauschale zeigen, dass die Hälfte des Geldes, also eine Milliarde Euro, den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung zugutekommen würde. Weitere klimaschädliche Subventionen im Mobilitätsbereich von denen v.a. Gutverdienende profitieren sind zum Beispiel das Dienstwagenprivileg und steuerfreies Kerosin.
Trotzdem stimmt es natürlich, dass höhere Kosten fürs Autofahren Menschen stärker belastet, die ohnehin weniger Geld haben und aufs Auto angewiesen sind. Deshalb sollten Maßnahmen wie CO2-Steuern und erhöhte Parkgebühren nie alleine stehen, sondern gemeinsam mit anderen Änderungen wirken, wie z.B.:
Dadurch kann Verkehrspolitik sozialer werden, als sie es aktuell ist!
Die Zahl stammt aus einer manipulierten Statistik, die schon vor 20 Jahren kritisiert wurde.
Kurz erklärt:
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Zahl bekannt gemacht, sie war aber faktisch nie korrekt. Tatsächlich handelt es sich um eine manipulierte Statistik. Dafür wurde jeder Job, der auch nur im entferntesten Sinne etwas mit Autoverkehr oder -herstellung zu tun hat, eingerechnet. So wurden selbst Jobs rund um die Herstellung von Leder als vom Auto abhängig eingestuft, weil in manchen Autos Leder verbaut wird.
Aber wie viele Jobs hängen nun tatsächlich von der Autoindustrie ab? Eine Berechnung aus dem Jahr 2005 geht davon aus, dass nur jeder 20. Arbeitsplatz in Deutschland mit der Autoindustrie zusammenhängt, laut BUND ist es sogar nur jeder 35.
Auch wenn die Zahl schon lange wiederlegt ist: Die dahinterliegende Angst vor Arbeitsplatzverlusten prägt bis heute nicht nur die Verkehrswende-Debatte, sondern auch Gespräche über das Abgasskandal, US-Zollpolitik oder chinesische Elektroautos. Vermutlich, weil das Image als „Autobauer-Nation“ zum deutschen Selbstverständnis gehört. Wenn es in der Autoindustrie kriselt, weckt das bei vielen Existenzängste – obwohl sie in diesem Ausmaß nicht begründet sind.
Tatsächlich profitieren von der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) alle!
Kurz erklärt:
Tatsächlich profitieren von der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) alle! Das gilt auch für überzeugte Autofahrer*innen, da sie seltener im Stau stehen, wenn mehr Menschen mit Bus und Bahn statt dem Auto fahren. Trotzdem wird die Förderung des ÖPNV immer wieder heiß diskutiert.
Der Tenor lautet: Die ÖPNV-Finanzierung kostet zu viel und schafft dabei keinen ausreichenden Mehrwert. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. So hat die Zukunft Nahverkehr Studie errechnet, dass aus jedem Euro, der in Bus und Bahn investiert wird, drei Euro Gewinn erzeugt werden. Das sind Zahlen, von denen Finanzinvestor*innen nur träumen können.
Im Gegensatz zum Autoverkehr finanziert sich der ÖPNV größtenteils aus eigenen Mitteln. Über 75 Prozent seiner Kosten deckt der ÖPNV durch eigene Einnahmen wie Ticketverkäufe. Beim Autoverkehr hingegen werden je nach Ort nur zwischen 15 und 45 Prozent der Kosten durch Einnahmen wie KFZ-Steuern und Parkgebühren finanziert. Damit ist der öffentliche Nahverkehr für die Gesellschaft insgesamt kostengünstiger. Hinzu kommt: Von Subventionen, Zuschüssen und Steuervorteilen für den Autoverkehr profitieren vor allem diejenigen, die viel Auto fahren und meist auch mehr Geld haben.
Es gibt viele innovative Konzepte für gute Mobilität auf dem Land!
Kurz erklärt:
Das ist eines der klassischen Argumente gegen die Verkehrswende. Aber es stimmt gar nicht! Zwar ist es aktuell oft schwierig auf dem Land ohne eigenes Auto mobil zu sein. Doch das muss nicht so bleiben und ist längst nicht überall so! Denn es gibt viele innovative Konzepte für gute Mobilität auf dem Land. Einige Beispiele:
Aber warum muss die Verkehrswende überhaupt im ländlichen Raum stattfinden? Reicht es nicht, wenn alle, die keinen guten ÖPNV haben, auf ein Elektroauto umsteigen? Nein! Denn auch in ländlichen Regionen gibt es Menschen, die nicht selbst Auto fahren – entweder, weil sie nicht wollen, oder aus unterschiedlichen Gründen nicht können.
Auch für diese Menschen muss sichergestellt werden, dass sie selbstbestimmt mobil sein und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Darum setzt sich der VCD schon seit Jahren für die Mobilitätsgarantie ein. Das Ziel? Alle Menschen können unabhängig von körperlichen, psychischen, finanziellen und räumlichen Voraussetzungen selbstbestimmt und klimafreundlich mobil sein.
Du kannst dich auch ohne Politik-Karriere für Verbesserungen einsetzen und damit direkt vor der eigenen Haustür starten!
Kurz erklärt:
Natürlich muss die Politik den Rahmen schaffen, um die Verkehrswende voran zu treiben und für mehr Gerechtigkeit bei der Mobilität sorgen. Du kannst dich aber auch ohne Politik-Karriere für Verbesserungen einsetzen und damit direkt vor der eigenen Haustür starten. Ein paar Ideen:
Menschen, die dir dabei helfen, triffst du z.B. bei lokalen Initiativen, deiner VCD-Ortsgruppe, oder auf Klima- und Verkehrswende-Demos.
Aber auch mit deinem eigenen Mobilitätsverhalten kannst du einiges bewirken: Mehr Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, häufiger Bus und Bahn nutzen, skeptische Familienmitglieder oder Freund*innen zu Fahrradtouren einladen, oder statt ein (neues) Auto anzuschaffen, auf (privates) Car Sharing setzen. Auch das macht einen Unterschied!
Und wenn das in deiner aktuellen Lebenssituation noch zu viel ist, kannst du dich informieren und Gespräche führen, um in deiner Familie oder dem Freundeskreis das Interesse für nachhaltige Mobilität zu wecken. Tipps wie du emotionale Gespräche über die Verkehrswende ruhig und wertschätzend führen kannst, findest du auf unserer Projektseite.
Denk dabei daran: Du musst nicht alles auf einmal machen und vor allem: Nicht alles alleine. Finde eine Maßnahme, wie du deine eigene Mobilität klimafreundlicher machen kannst und fang damit an. Oder überleg, welche Hindernisse es für klimafreundliche Mobilität in deinem Umfeld gibt und setzt dich dafür ein, dass sie beseitigt werden. Am besten funktioniert das, wenn du andere Menschen findest, mit denen du gerne aktiv bist.
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