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Kurz erklärt:
In Helsinki ist zwischen Juli 2024 und Juli 2025 kein einziger Mensch im Straßenverkehr gestorben! Dort ist die Vision Zero, also null Verkehrstote, bereits Realität. Helsinki ist mit seinen fast 700.000 Einwohner*innen die größte Stadt, die das bisher erreicht hat (Stand März 2026). Der Weg dahin erforderte Zeit und folgende Maßnahmen:
Besonders Tempo 30 ist dabei ein echter Game Changer! Selbst wenn es zu Unfällen kommt, sind die Überlebenschancen bei Tempo 30 um ein Vielfaches höher als bei Tempo 50 und die Schwere von Verletzungen ist deutlich geringer.
Kurz erklärt:
In Äthiopien wurde zum 1. Januar 2025 der Import von Benzin- und Dieselautos verboten. Da es in dem Land keine Autohersteller gibt, kommt das einem Verbrenner-Aus gleich. Im selben Jahr wurde außerdem der Import von Verbrenner-Teilen untersagt.
Das Importverbot ist eine Reaktion auf die hohen Spritpreise. Da Äthiopien keine eigenen Ölvorkommen hat, musste ein hoher Anteil des Staatshaushaltes für Spritimporte ausgegeben werden. Gleichzeitig sollen klima- und gesundheitsschädlichen Emissionen gesenkt werden. Denn in Äthiopien waren vor allem gebrauchte Verbrenner aus Europa auf den Straßen unterwegs, bei denen die Abgasfilter oft nicht mehr funktionierten.
Dazu kommt: In Äthiopien besitzt nur etwa ein Prozent der Bevölkerung überhaupt ein eigenes Auto. Durch den Importstopp sollen sich Verbrenner gar nicht erst etablieren. Auch andere ostafrikanische Länder setzen verstärkt auf E-Mobilität – und dabei auf die eigene Industrie.
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Kurz erklärt:
Der Copenhagenize-Index ermittelt alle zwei Jahre die 100 fahrradfreundlichsten Städte der Welt und stellt sie in einem Ranking vor. Wie der Name schon verrät, ist das Vorbild Kopenhagen: Die Stadt ist weltberühmt für ihre hervorragenden und gerne genutzten Radwege.
Bei der Infrastruktur bleibt Kopenhagen weltweit führend. Der Index untersucht neben der Qualität der Radwege aber noch zwei weitere Aspekte: Den Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen und die politische Unterstützung für den Radverkehr. Und diese politische Unterstützung hat Utrecht 2025 (mit 0,3 Prozent Vorsprung vor Kopenhagen) zur fahrradfreundlichsten Stadt der Welt gemacht.
Denn Utrecht hat wie viele andere niederländische Städte schon seit Jahrzehnten eine lebendige Fahrradkultur. Seit 2010 macht die Stadt aber richtig Tempo bei der Entwicklung zur Fahrradstadt. Neben dem größten Indoor-Fahrradparkhaus der Welt (mit 13.500 Plätzen) und dem ambitionierten Umbau der Straßen ist es ein soziales Programm, das die Stadt besonders macht. Im Rahmen von „Fietsdeals“ können Haushalte mit geringen Einkommen für nur 30 Euro wieder flott gemachte Fahrräder kaufen und ein Jahr lang gratis reparieren lassen.
Kurz erklärt:
Der Begriff „15 min-Stadt“ stammt aus dem Urbanismus und beschreibt das Ziel der Pariser Regierung: Für alle Bewohner*innen der Stadt sollen die Alltagswege maximal 15 Minuten dauern – und zwar ohne Auto und vor allem zu Fuß! Um das zu erreichen, stärkt die Pariser Regierung den Nahverkehr durch Investitionen, und verteilt den öffentlichen Raum neu: Weniger Platz für den Autoverkehr zugunsten neuer Fuß- und Radwege.
Das Konzept wurde von Carlos Moreno an der Sorbonne Université in Paris entwickelt. Anne Hidalgo, die ehemalige Bürgermeisterin von Paris, hat die 15 min-Stadt 2020 zum Regierungsziel erklärt.
Doch die anderen Antwortmöglichkeiten sind nicht ganz falsch. Denn in diesen drei Städten gab es zeitgleich zu Paris ähnliche Entwicklungen, die sich gegenseitig beeinflussten. So ist das Ziel des „Plan Melbourne“, dass Melbourne bis 2050 zur „20 min-Stadt“ wird. Auch in Shanghai ist die „15 min-Stadt“ das Ziel der aktuellen Stadtplanung – weitere chinesische Städte folgten nach. Barcelona ist für ein ähnliches Konzept bekannt: Die Superblocks.
Kurz erklärt:
Der Verkehr in Hongkong ist laut mehrerer Studien der nachhaltigste der Welt. Laut City Transit Data werden 90% aller Wege mit nachhaltigen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Das liegt am hervorragenden öffentlichen Nahverkehr, der dazu beiträgt, dass es in Hongkong pro Kopf nur sehr wenige Autos gibt – 77 Autos pro 1000 Einwohner*in. Zum Vergleich: In Berlin sind es mehr als viermal so viele Autos (337 pro 1000 Einwohner*innen) – obwohl das Bus- und Bahnnetz ebenfalls sehr gut ausgebaut ist.
Honkongs Spitzenposition hat einen Grund: Das Auto als Hauptverkehrsmittel ist schlicht zu ineffizient um in der dicht besiedelten Inselstadt mit ihren vielen Bergen zu funktionieren. In Hongkong wurde die Not zur Tugend gemacht und eines der besten und meist genutzten Nahverkehrssysteme der Welt geschaffen. Und das hat sich nicht nur in Bezug auf die Nachhaltigkeit gelohnt: Laut einer Umfrage von „Time Out“ ist der ÖPNV in Hongkong der beliebteste der Welt.
Kurz erklärt:
In Berlin liefert ein Solarschiff der DHL seit 2022 emissionsfrei Pakete. Dabei setzt die DHL für die gesamte Lieferkette auf Elektromobilität: E-LKWs transportieren die Pakete zum Südhafen Spandau. Dort werden sie auf das Solarschiff verladen, welches einige Kilometer auf dem Wasser zurücklegt und die Pakete zum Westhafen bringt. Dort werden sie von elektrischen Lastenrädern für die letzte Meile abgeholt. Und das bei jedem Wetter: Denn auch ohne Sonne kann das Solarschiff sechs bis acht Stunden fahren.
Ursprünglich ist das Solarschiff als Pilotprojekt gestartet. Mittlerweile ist es aber so erfolgreich, dass 2026 weitere Halte und ein zweites Schiff mit eigener Route im Osten Berlins dazugekommen sind.
Aber nicht nur Pakete können mit Solarstrom geliefert werden, auch ein erster Frachtkahn fährt mit Solarstrom: Die Blue Marlin. Im Gegensatz zum Solarschiff der DHL fährt der Frachtkahn aber hybrid mit Diesel und Solarstrom. Dafür kann die Blue Marlin aber wesentlich mehr Fracht transportieren.
Foto: © DHL Group, Jens Schlüter
Kurz erklärt:
Im Münsterland wurden in den letzten 20 Jahren insgesamt über 300 km Radwege durch Initiativen und Vereine gebaut. Das ist in Nordrhein-Westfalen seit einem Pilotprojekt im Jahr 2003 möglich. Das Ziel dieser Bürgerradwege ist es, dringend benötigte Radwege schneller und mit weniger bürokratischen Hürden umzusetzen.
Dafür braucht es weiterhin die Genehmigung der Gemeinden und aller Grundbesitzer*innen, aber kein langwieriges kommunales Planungsverfahren. Und in vielen Fällen packen es die engagierten Bürger*innen mit der Unterstützung lokaler Bauunternehmen einfach selbst an: Sie treffen sich für ehrenamtliche Arbeitseinsätze, um die Radwege zu bauen.
Bislang sind Bürgerradwege nur in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erlaubt und in Niedersachsen gilt das Gesetz erst seit wenigen Jahren. Dort wurde der erste Bürgerradweg im Mai 2024 eröffnet.
Kurz erklärt:
In Melbourne fuhr vor 140 Jahren die erste elektrische Straßenbahn. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurden die ersten Linien ausgebaut und es entstand ein umfangreiches Straßenbahnnetz mit insgesamt 250 km Schienen. Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen wurde das Straßenbahnnetz nie abgeschafft, sondern kontinuierlich genutzt und erneuert. Deshalb hat Melbourne (Stand März 2026) das längste – und eines der am meisten frequentierten – Netze weltweit.
Dabei gab es in vielen Städten viel größere Schienennetze. Los Angeles, Chicago und Paris verfügten über 1000 Schienenkilometer, von denen aber heute nur wenig bis keine mehr übrig sind. Denn in diesen und vielen anderen Regionen wurde die Straßenbahn zugunsten des Autoverkehrs – insbesondere in den 1950er bis 1970er Jahren – abgeschafft. Trams galten als unmodern und weniger effizient als fließender Autoverkehr.
Angesichts der massiven Verkehrsprobleme, die Autos in vielen Städten verursachen, feiern Straßenbahnen aber aktuell ein Comeback. Das hat mehrere Gründe: Straßenbahnen sind jahrzehntelang erprobt, ein höchst effizientestes Verkehrsmittel und günstiger zu bauen als zum Beispiel U-Bahnen. Pro Kopf verursachen sie die geringsten Emissionen im ÖPNV und benötigen im fließenden Verkehr am wenigsten Platz.
Kurz erklärt:
Mit dem Sprinti verfügt Hannover über einen ganz besonderen Rufbus. Sprinti-Busse fahren außerhalb des Stadtzentrums Hannovers und bringen täglich über 3.500 Menschen ans Ziel. Das Projekt ist so erfolgreich, dass wenig genutzte Buslinien ersetzt werden konnten und manche Menschen sogar ihr Auto abgeschafft haben.
Zwar gibt es weltweit viele Rufbus-Angebote und Mitfahrdienste, aber der Sprinti ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Projekt und wurde deshalb 2023 mit dem deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie „Best-Practice“ ausgezeichnet. Darum ist Sprinti so außergewöhnlich:
Foto: © ÜSTRA/B&B
Kurz erklärt:
Um mobiler zu werden, setzten sich Rollstuhlfahrer*innen in den späten 1970er Jahren in Berkeley für abgesenkte Bordsteine (sogenannte „Curb-Cuts“) ein. Dafür haben sie kurzerhand Teer auf einen hohen Bordstein an der Kreuzung vor ihrer Universität gekippt. Schnell zeigte sich: Von mehr Barrierefreiheit profitieren alle, weshalb in den nächsten Jahren tausende Bordsteine in Berkeley angepasst wurden.
Denn ein abgesenkter Bordstein ist auch für jene ein echter Gewinn, die mit Kinderwagen, Sackkarre, Gepäck oder Fahrrad unterwegs sind. Aber auch alle anderen Fußgänger*innen profitieren davon, denn der abgesenkte Bordstein markiert, an welcher Stelle sie am sichersten über die Straße gelangen.
Das Phänomen wird auch als „Curb-Cut-Effect“ beschrieben und bezieht sich längst nicht mehr nur auf Bordsteinkanten. Denn überall zeigt sich: Wenn Infrastruktur barrierearm und leicht zu nutzen ist, profitieren alle davon.
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