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Bahncard nur noch digital? Alternative muss erhalten bleiben!

Die Bahncard soll es ab 9. Juni 2024 nur noch als digitale Version in der App geben. Die gewohnte Plastikkarte fürs Portemonnaie wird abgeschafft. Die Bahn begründet das mit Fortschritt, der VCD ist skeptisch. Weniger Service in harten Zeiten für Zugreisende? Keine gute Idee. Alexander Kaas Elias, bahnpolitischer Sprecher des VCD, analysiert die Lage und macht einen Kompromissvorschlag.

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Die Deutsche Bahn (DB) hat Fahrgäste im Fern- und Regionalverkehr dazugewonnen. Geht es nach der Bundesregierung, soll sich deren Zahl bis 2030 sogar verdoppeln. Gut für Klima und Verkehrswende. Doch das heißt auch: Auf einem kleiner gewordenen Netz sind immer mehr Züge unterwegs. Die DB steht also vor großen Herausforderungen – sie muss ihr Netz sanieren und modernisieren, Strecken aus- und neubauen.

Denn das Netz ist mittlerweile so verschlissen, dass die Bahnen die erwarteten Leistungen nicht mehr fahren können. Bis zu 50 Prozent der DB-Fernzüge sind verspätet. Es gibt viel zu tun, bevor die Bahn wieder verlässlicher arbeiten kann. Bei der Generalsanierung, die am 15. Juli 2024 auf der Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mainnheim startet, werden monatelang ganze Abschnitte gesperrt. Das wird den Fahrgästen viel abverlangen.

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Bahncard soll keine Karte mehr sein


Gerade in diesen Zeiten sollte die Deutsche Bahn darauf bedacht sein, den Kunden weitere Unannehmlichkeiten zu ersparen. Das gilt besonders für die Stammkundschaft, die eine Bahncard besitzt und öfter Zug fährt. Da verwundert es schon, dass die DB seit dem 9. Juni 2024 die Bahncard 25 und 50 nur noch per App ausgibt.

Der VCD hat hierzu diverse Zuschriften erhalten. Deren Autorinnen und Autoren sind nicht einverstanden mit dem Schritt. Einige von ihnen haben kein Mobiltelefon, andere wollen ein Backup, falls das Smartphone mal nicht funktioniert, wieder andere wollen ihre Daten nicht teilen. Einige überlegen sogar in Konsequenz, die Bahn weniger oder nicht mehr zu nutzen. Ist diese Maßnahme dennoch eine so entscheidende Einsparung, dass sie es wert ist, treue Fahrgäste zu verprellen? Wohl kaum.

Denn so viel Plastik wird mit der Abschaffung nicht eingespart – es sind gerade mal fünf Gramm pro Karte. Und der Aufwand, einmal pro Jahr einen Brief zu verschicken, hält sich in Grenzen. Es gibt die Variante, sich die Bahncard mit einem QR-Code auszudrucken. Doch auch dafür braucht es eine E-Mail-Adresse oder einen Account bei der DB, selbst wenn der Ausdruck am Schalter der DB getätigt wird.

Um unseren Standpunkt zur digitalen Bahncard und dem digitalen Sparpreis zu bekräftigen, sind wir mit der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V., dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V., dem Deutschen Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V. und 24 weiteren Verbänden mit einem Offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der DB, Dr. Richard Lutz, herangetreten. Wir fordern die DB dazu auf, ihre Position zu überdenken. Wir werden das in den weiteren Gesprächen mit der DB einfließen lassen.

Der Kompromiss: Karte nur noch auf Wunsch


Nicht missverstehen: Der VCD hält die Digitalisierung für notwendig. Wer möchte, muss die Chance haben, das Angebot der Bahn via App und Internet zu nutzen. Ich tue das auch. Aber allen, die sich aus verschiedensten Gründen nicht dazu im Stande sehen, sollte eine Brücke gebaut werden. Daher schlagen wir vor, dass die DB ihre Bahncard-Kundinnen und -Kunden abfragt, ob sie das Angebot künftig nur noch digital oder weiter als Karte haben wollen. Wer die Karte möchte, bekommt sie wie gehabt zugeschickt.

Wir halten das für einen guten Kompromiss, um viele Fahrgäste in schwierigen Zeiten bei der Deutschen Bahn zu halten. Wer kurz nach der Abschaffung der Sparpreistickets im Schalterverkauf einen weiteren Service einschränkt, erreicht das Gegenteil.

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Kontakt

Alexander Kaas Elias

Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität
Fon 030/28 03 51-36

alexander.kaaselias@vcd.org

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