Tipps zur Straßenumgestaltung

Neuer Lebensraum mit sanfter Mobilität

Das urbane Leben drängt zurück auf die Straße. Doch nur mit ausreichend Platz, Sicherheit und Komfort können Fußgänger und Radfahrer die Stadt nützen. Sowohl die Kommunen als auch die Bürgerinnen und Bürger selbst sind gefragt, die Rückeroberung der Straße voranzutreiben. Schon mit einfachen Mitteln können sie die Sicherheit und Aufenthaltsqualität in der Straße wirkungsvoll verbessern.

Vorbilder für deutsche Städte

  • Quelle: Peter Steudtner
  • Quelle: Gehl Architects
  • Quelle: Anna Wernhart
  • Quelle: Mariana Gil
  • Radfahrstreifen
    Quelle: VCD/Saskia Leckel

Neben dem Radverkehr prägt die Wiederentdeckung des zu Fuß Gehens immer stärker das Stadtbild in vielen Städten weltweit: Metropolen wie New York, Großstädte wie Zürich oder auch kleinere Kommunen wie Brighton in Großbritannien gewinnen dadurch stark an Lebensqualität. Die deutschen Städte dürfen diesen Trend nicht verpassen. 

Planungsprinzipien für die Zukunft

Attraktive Straßenräume und urbanes Leben entstehen nicht per Zufall, für die Planung und Gestaltung von Straßen sind einfache Grundregeln nötig. Der VCD rückt das Miteinander der Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt. Damit dies möglich wird, sollen Straßen zunächst für den Fuß- und Radverkehr konzipiert werden. Auch der Öffentliche Verkehr und der Lieferverkehr benötigen aufgrund ihrer wichtiger werdenden Versorgungsfunktion häufig mehr Platz.

Der VCD empfiehlt, sich vor Ort über die Prioritäten für die künftige Verteilung von Straßenräumen zu einigen. Das Ergebnis dient zur Orientierung bei Straßenplanungen und in der politischen Diskussion.

Barcelona macht es vor: Klare Prioritäten, welcher Verkehrsform künftig wie viel Straßenraum zukommt

Freiwerden soll der für mehr Radverkehr und ein besseres Straßenleben dringend nötige Platz u. a. durch eine niedrigere Geschwindigkeit und einen effizienteren Umgang mit Parkraum.

Einfache Maßnahmen zum Nachahmen

Nicht immer braucht die Rückeroberung der Straße ein großes Budget und lange Bauzeiten. In unserem Leitfaden »Lebenswerte Städte durch Straßen für Menschen« sammeln wir Beispiele für einfache Aktionen und Maßnahmen, wie

  • aus Parkplätzen attraktive Aufenthaltsbereiche für die Gastronomie oder kleine Parks entstehen,
  • Kreuzungsbereiche und Querungsstellen durch farbige Markierungen sicherer werden,
  • durch Fahrradbügel neuer Parkraum für Fahrräder gewonnen wird oder
  • temporäre Spielstraßen mehr Raum für Kinderspiel im öffentlichen Raum schaffen.

Diese übertragbaren Maßnahmen stoßen den Wandel hin zu Straßen für Menschen an und zeigen, wie die Lebensqualität konkret vor Ort verbessert werden kann. Der Leitfaden ist Teil unserer kostenlosen Toolbox #StrasseZurueckerobern. Mit ihr kann jede und jeder sofort selbst aktiv werden. Ob Sprühschablone oder Samentütchen – mit einfachsten Mitteln wird die Stadt gleich ein Stück lebenswerter.

Wenden Sie sich an uns, wenn Sie tolle Projekte kennen, die die Straße zurückerobern, oder selbst aktiv sind. Wir wollen gute Beispiele bekannt machen und zum Nachahmen aufrufen!