Johannnes Ruhland, Angela Fritzen und Natalie Dedreux (v. l. n. r.) sind Teil des „Ohrenkuss“-Redaktionsteams. Das Magazin von Menschen mit Down-Syndrom erscheint halbjährlich. Nicht abgebildet ist Ansgar Peters, der uns auch ein Statement geschickt hat.

Barrierefreiheit | VCD-Magazin 04/2025

Respekt ist unsere Aufgabe!

Für 13 Millionen Menschen mit Beeinträchtigung sind fehlende Rampen, defekte Aufzüge oder hohe Bordsteine tägliche Hürden. Wir zeigen, wie ihr Mobilitätsalltag aussieht – und warum ohne Respekt kein Verkehr für alle möglich ist.

| VCD-Magazin fairkehr
fairkehr-Magazin 04/2025 Soziale Aspekte der Verkehrswende VCD Kernforderungen für die Verkehrswende

„Respekt ist unsere Aufgabe!“ rief die deutsche Hip-Hop- Band „Die Fantastischen Vier“ 1994 mit Nachdruck in alle Ohren, die es hören wollten. Damals noch mit Kassette und Walkman statt mit Spotify und AirPods. Aber die Message ist heute noch so frisch wie damals – und gilt auch für den Verkehr: Ein gutes Zusammenspiel ist nur möglich, wenn wir uns achten und aufeinander achten. Das beginnt mit Zuhören und der Fähigkeit, die Welt durch andere Augen zu sehen. 

Deshalb haben wir für diese Titelstrecke Menschen ganz unterschiedlicher Couleur gebeten, uns von ihrem Mobilitätsalltag zu erzählen: Wie sie ihn erleben, wo er herausfordernd ist und was sich verbessern muss. Sie alle haben mit besonderen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Der ganz normale Verkehrsalltag kann für sie anstrengend sein und Mut erfordern. Denn oft treffen sie auf Barrieren, die andere gar nicht wahrnehmen: eine fehlende Rampe, ein defekter Aufzug, ein zu hoher Bordstein. Alle haben gelernt, ihre individuellen Wege zu gehen. Aber Einzelfälle sind sie nicht: 13 Millionen Menschen mit Beeinträchtigung sind auf barrierefreie Straßen, Wege und Verkehrsmittel angewiesen. Und auf … Respekt!

Redaktion Ohrenkuss

Viele Menschen mit Down-Syndrom sind selbstständig mit Bus und Bahn unterwegs. „Ich fahre immer gerne alleine, weil man sich ein bisschen frei fühlt“, sagt Johannes Ruhland. Auch Angela Fritzen betont: „Ich fahre immer mit dem Bus alleine, weil ich kenn mich damit aus. Ich bin ein Profi.“

Meistens klappt das Reisen gut. „Es klappt immer gut, dass die Bahn auch wirklich kommt, wenn man sie braucht“, erzählt Johannes. Natalie Dedreux findet: „Das funktioniert schon gut mit der Bahn, und die sind auch pünktlich da.“ Auch Ansgar Peters fühlt sich sicher: „Bei mir fährt eine Straßenbahn vor der Haustüre. Die Strecke ist nur geradeaus. Da kann man sich eigentlich niemals verlaufen.“

Aber nicht immer läuft alles reibungslos. „Wenn die Bahn oder der Bus verspätet ist, bin ich total genervt“, sagt Johannes. Natalie erlebt das ähnlich: „Was nicht so gut klappt, ist, dass die Bahn oft Verspätung hat. Und das Ding ist, dass es bei der Deutschen Bahn oft nicht in leichter Sprache gesprochen wird. Dann verstehe ich das nicht.“ Ansgar stört, „dass da immer noch die blöden Baustellen da sind“.

Für die Zukunft wünschen sich alle klarere Informationen und mehr Barrierefreiheit. „Was in jedem Fall anders gemacht werden soll, ist, dass es bei der KVB* mehr barrierefrei ist und mehr leichte Sprache gibt“, sagt Natalie.

Trotz kleiner Hindernisse überwiegt die Freude am Fahren. „Ich liebe das Sitzen in Bus und Bahn. Dann fühl ich mich pudelwohl“, sagt Angela. Und Ansgar beschreibt Bahnfahren als „wie Romantik, wie Liebe, wenn ich an den Dörfern langfahre“.

*Kölner Verkehrsbetriebe

„Viele Menschen sind hilfsbereit, aber manchmal bin ich für einen Moment auch einsam und verlassen.“

Michael Plarre

Unterwegs passe ich auf mich selbst auf, sonst macht es ja keiner. Mit meinem Blindenstock ertaste ich den Weg, er weist mich auf Hindernisse hin. Auch meine übrigen Sinne brauche ich, vor allem mein Gehör. Es sagt mir etwa, wie viel Abstand ich zu einer Hauswand habe. Ich vertraue mir und weiß, wo ich langlaufe. Seit 23 Jahren lebe ich in Bonn und kenne mich hier gut aus. Mein Hauptverkehrsmittel ist der Bus. Ich wohne in einem Ortsteil mit 10-Minuten-Takt – und bin froh, dass die Stadt Bonn auf den Ausbau des Nahverkehrs gesetzt hat.

Schwierig sind Veränderungen. Wenn aus dem Nichts Absperrungen oder Baugerüste auftauchen. Gefährlich sind die wild herumstehenden und -liegenden E-Scooter. Das ist furchtbar, wenn man über die stolpert und sich schmerzhaft das Schienbein prellt. Wenn ich dann beim Ordnungsamt anrufe, heißt es meist nur: „Die dürfen da stehen.“ Auch auf Bürgersteigen abgestellte Räder oder Autos sind gefährlich. Wenn ich als Fußgänger gezwungen werde, auf die Fahrbahn zu treten, hört der Spaß auf.

Mehrere Bushaltestellen in Bonn sagen akustisch die Fahrpläne an. Dafür haben wir jahrelang gekämpft. Erst hieß es, das sei technisch nicht möglich. Aber wenn man dranbleibt, geht es oft doch. An vielen Kreuzungen gibt es Ampeln mit akustischen Signalen, damit Blinde sie finden können. Ein Piepton signalisiert, wenn sie grün sind. Immer wichtiger werden auch taktile Bodenmarkierungen, die mich genau zur Kreuzungsstelle hinführen.

Ob ich mich im Mobilitätsalltag respektiert fühle? Nun, das hat zwei Seiten: Ich habe selbst zu respektieren, wie die Sachen sind. Natürlich ist die Stadt nicht für mich gebaut. Eigentlich sind alle Städte mehr für die Autofahrer gebaut. Viele Menschen sind hilfsbereit, aber manchmal bin ich für einen Moment auch einsam und verlassen inmitten laut fahrender Autos, die es sehr eilig haben. Wenn man sich gegenseitig respektiert, kommen alle weiter. Aber möglich ist das nur, wenn jeder Einzelne sagt: Es kommt nicht darauf an, dass ich immer der Erste und schnellste bin.

Gute Lösung!

Assistenz-App für Sehbehinderte und Höreingeschränkte

Die Custom App des Hamburger Verkehrsverbundes unterstützt seh- und höreingeschränkte Menschen im öffentlichen Nahverkehr. Seheingeschränkte Personen können sich die Fahrzeiten in der App vorlesen lassen. Leichte Sprache und Anpassungen bei Kontrast und Schrift erleichtern das Verständnis. Per Fahrtanmeldung lässt sich der Einstieg in den Bus ankündigen. Busfahrerinnen und Busfahrer werden über den Bordcomputer informiert und können beim Einstieg unterstützen. Höreingeschränkte Menschen können über die App mit dem Fahrpersonal kommunizieren, um keine Durchsage zu verpassen. Der Gehörlosen-Modus zeigt alle Informationen in Text und Video. vhh-mobility.de/custom-app

„Mobilität darf kein Privileg sein – sie ist die Grundlage von Teilhabe.“

Simone Fischer

Ich bin am liebsten mit dem Fahrrad unterwegs – das ist für mich weit mehr als ein Fortbewegungsmittel: Es ist Leidenschaft, Hilfsmittel und Freiheit. Ob im Alltag oder auf dem Weg zu Terminen, ich nutze das Rad so oft wie möglich. Dank einer Ausnahmegenehmigung der Bundestagspräsidentin darf ich es sogar mit in den Bundestag nehmen. Andere bringen ihre Tasche mit – ich mein Rad. Ich fahre auch gerne bei der Fahrraddemo „Critical Mass“ mit. Denn dort wird spürbar, wie viele Menschen sich sichere, gerechte Bedingungen für den Radverkehr wünschen.

Das Rad macht mich unabhängig und erinnert mich täglich daran, dass Mobilitätspolitik immer auch Teilhabepolitik ist. Sie entscheidet darüber, ob Menschen wirklich selbstbestimmt unterwegs sein können – oder nicht. 

Bahnfahren mit Fahrrad ist für mich oft eine Herausforderung. Um mein Rad in den Zug zu bekommen, muss ich es über mehrere Stufen heben – das ist körperlich anstrengend und schlicht nicht barrierefrei. Ein stufenloser Zugang wäre dringend nötig. In der Bahn darf ich mein Fahrrad in die erste Klasse eigentlich nicht mitnehmen, obwohl ich es dringend benötige. Der Fahrradstellplatz liegt am anderen Ende des Zuges – auch das ist eine Barriere. Mobilität darf kein Privileg sein – sie ist die Grundlage von Teilhabe. Wenn ich mein Fahrrad über Stufen tragen muss oder es nicht dorthin mitnehmen darf, wo ich sitze, zeigt das: Wir reden nicht über Komfort, sondern über Gerechtigkeit. Stufenlose Züge, barrierefreie Bahnhöfe und eine inklusive, nachhaltige Verkehrspolitik müssen selbstverständlich werden. Ich habe keine Zeit, alles doppelt so lange zu planen. Mobilität muss endlich für alle funktionieren. Denn echte Verkehrswende heißt: Niemand bleibt zurück.
 

Gute Lösung!

Betroffene in die Verkehrsplanung miteinbinden

Wer nach Lösungen sucht, muss unbedingt mit Betroffenen sprechen und sie in wichtige Entscheidungen miteinbeziehen. Ihre Lebensrealitäten müssen abgebildet und ihre Interessen vertreten werden. Ein gutes Beispiel, wie das gelingen kann, zeigt die Stadt Augsburg. Hier wird der Behindertenbeirat in alle Planungen zum ÖPNV einbezogen: bei Stadtentwicklungskonzept und Mobilitätsplan, zur Ausstattung neuer Busse und Bahnen und mit Stimmberechtigung im Mobilitätsbeirat der Stadt. Alle neuen Pläne landen auch beim Behindertenbeirat und es gibt einen festen Termin zu aktuellen Themen. 

„Wird eine Halte­stelle modernisiert, sollte die Sprech­anlage unbedingt mit- erneuert ­werden.“

Norbert Böttges

Ich bin erst spät im Leben ertaubt. Meine Schwerhörigkeit fing mit 35 Jahren an und hat sich dann weiter verschlimmert. Vor 15 Jahren habe ich Cochlea-Implantate bekommen – Hörprothesen, die den Schall in elektrische Impulse umwandeln. Nach der Operation hat es neun Monate gedauert, bis sich alles wieder einigermaßen so anhörte wie zuvor. Fast wie bei einem Kind, das erst lernen muss, Geräusche, Sprache und Musik zu erkennen und auseinanderzuhalten.

Jetzt habe ich ein Sprachverstehen von ca. 90 Prozent, das ist schon sehr gut. Allerdings gilt das nur in ruhiger Umgebung und wenn meine Gesprächspartner einen kurzen Abstand zu mir halten. An trubeligen Orten wie in Bahnhöfen verstehe ich weniger, in vollen Bussen oder Bahnen kann ich mich nicht unterhalten. Lautsprecheransagen sind für mich oft kaum verständlich. Das fordert mich sehr, wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin.

Mit der Zeit habe ich verschiedene Taktiken entwickelt: Ich schaue, wo der Lautsprecher hängt, und stelle mich dann in den Lautsprecherkegel. Es gibt heute Lautsprecher, die in alle Richtungen gleichmäßig abstrahlen; die gehören in allen Bussen und Bahnen installiert. KI-generierte Ansagen sind – wenn es ruhig ist – kein Problem. Ansagen von Busfahrer*innen oder der Zugbegleitung sind oft schwerer zu verstehen. Denn sie haben keine Sprechausbildung.

Bus und Bahn nutze ich regelmäßig. Da hat sich in den letzten zehn Jahren viel verbessert. Die meisten Informationen werden nicht nur akustisch, sondern auch schriftlich dargestellt – auf Anzeigetafeln in Bahnhöfen, an Haltestellen oder in Bussen und Zügen. Sind Anzeigen fehlerhaft oder werden Informationen nur über Durchsagen bekannt gegeben, orientiere ich mich an meinen Mitmenschen: Stürzen alle zu den Treppen, wird es wohl einen Gleiswechsel geben.

Mitreisende zu fragen, fiel mir zunächst schwer. Aber in der Regel haben alle Verständnis und sind freundlich. Trotzdem wünsche ich mir mehr Personal. Ich finde es wichtig, dass es unterwegs Ansprechpersonen für alle gibt. Damit würde der Nahverkehr auch wieder kundenfreundlicher. 

Manche Bahnhofsschalter haben sogenannte induktive Sprechanlagen: Was die Angestellten sagen, wird hier direkt auf die Hörgeräte übertragen. Eigentlich ideal, aber leider klappt das nicht gut: Die Geräte sind nicht eingeschaltet und das Personal weiß nicht, wie sie damit umgehen sollen. Künftig könnte sich „Auracast“ als große Hilfe durchsetzen: Mit der Bluetooth-Technik lässt sich Sprache für alle mit Knöpfen im Ohr übertragen – nicht nur für Hörgeschädigte. Das könnte in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine tolle Sache werden.

Gute Lösung!

Durchsagen mit Avataren in Gebärdensprache übersetzen

Gebärdensprach-Avatare könnten gehörlosen Menschen das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern. Auf wienmobil.at übersetzt der Gebärden-Avatar Iris Störungen der Wiener Linien in die österreichische Gebärdensprache. In Deutschland können Kommunen, Verkehrsbetriebe und öffentliche Einrichtungen den Gebärdensprach-Avatar-Baukasten alangu erwerben, um Informationen automatisiert in Gebärdensprachvideos darzustellen (mehr unter alangu.de). Solche Avatare sind nur erste Ansätze, die sich technisch und sprachlich unbedingt noch unter umfangreicher Beteiligung von Betroffenen weiterentwickeln müssen. 

„Wir wünschen uns geschultes Personal und ein faires, respektvolles Verhalten.“

Karin & Frank Cordes

Wir sind viel und gerne mit Bus und Bahn unterwegs und berichten online über unsere Erlebnisse und Begegnungen. Wir nutzen die ganze Palette des öffentlichen Verkehrs: Züge, Busse, Trams, U- und S-Bahnen, aber auch Fähren. Dabei machen wir unterschiedliche Erfahrungen – je nach Verkehrsmittel: Der ÖPNV ist meist barrierefreier, aber wegen der unterschiedlichen Fahrzeuge und Haltestellen auch komplizierter. Im Bahnfernverkehr sind Ein- und Ausstieg aktuell kaum barrierefrei möglich. Dafür gibt es nicht so viele unterschiedliche Zugtypen.

Die größte Herausforderung? Das Ein- und Aussteigen. Dann die Frage, ob genug Platz verfügbar ist. Knapp dahinter folgt das Thema Zugänglichkeit von Haltestellen und Bahnhöfen. Also: Sind Aufzüge und Rampen vorhanden? Auch bei Digitalisierung und Kommunikation ist noch Luft nach oben: Wir sind darauf angewiesen, dass Apps und Anzeigetafeln uns rechtzeitig über defekte Aufzüge oder Bordhublifte informieren. Um leichter reisen zu können, bräuchten wir zuverlässige digitale Informationen und einheitlichere Verkehrsmittel – am besten alle mit Einstieg ohne Stufen.

Ob sich in den letzten Jahren etwas zum Besseren verändert hat? Definitiv. Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema geworden, und nach und nach sieht man Fortschritte. An einigen waren wir sogar direkt beteiligt. Darauf sind wir stolz.

Die perfekte Bahnfahrt würde so aussehen: Wir reservieren vorab digital den Rollstuhl- und Begleitpersonenplatz im Zug. Die App informiert uns über Probleme, zum Beispiel den Ausfall eines Aufzuges – und bietet direkt Alternativen. Wir können ohne Stufen und fremde Hilfe ein- und aussteigen und im Zug digital einchecken: Das Personal muss unser Ticket nicht kontrollieren und wird informiert, dass eine Person mit Rollstuhl an Bord ist.

Darüber hinaus liegt uns das Menschliche sehr am Herzen: Wir wünschen uns geschultes Personal und ein faires, respektvolles Verhalten – auch von anderen Fahrgästen. Dazu gehört Verständnis für Schwierigkeiten und unseren Wunsch, problemlos reisen zu können. Mitarbeitende und andere Reisende müssen verstehen, dass Probleme für uns viel gravierendere Auswirkungen haben können als für sie. Wir wollen gehört und gesehen werden.

Gute Lösung!

Lotsen unterstützen kostenfrei im Mobilitätsalltag

Im Saarland verhelfen geschulte Lotsen älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen zu mehr Teilhabe am öffentlichen Leben. Wer sich schlecht orientieren kann, in seinem Sehen oder Hören beeinträchtigt ist oder sich mit Rollstuhl oder Rollator bewegt, findet beim Begleitservice „mobisaar – Mobilität für alle“ kostenfreie Unterstützung. Die Lotsen begleiten die Fahrt von der Haustür bis zum Zielort und helfen vom Fahrkartenkauf bis zum Ein- und Ausstieg. Der Service ist im Regionalverband Saarbrücken, Saarpfalz-Kreis sowie in den Landkreisen Saarlouis und Neunkirchen werktags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr verfügbar. mobisaar.de

Gute Lösung!

VCD-Bahntest – Mobilität für alle: Wie barrierefrei sind Bus und Bahn?

Wie barrierefrei der öffentliche Verkehr aktuell in Deutschland ist, hat der VCD im Bahntest 2023/24 untersucht. Das Ergebnis: Es gibt Fortschritte, aber nur mühsam. Denn von einem barrierefreien Reisen ist Deutschland noch weit entfernt: Defekte oder fehlende Aufzüge, unterschiedlich hohe Bahnsteigkanten und bundesweiter Nachholbedarf für barrierefreie Bushaltestellen machen ein stufenfreies Reisen unmöglich. Die meisten Bahnhöfe haben ein Wegleitsystem, doch es fehlen Handlaufschilder und Leitstreifen für den Weg zum und auf dem Bahnsteig. Hinzu kommt, dass Informationen für eine barrierefreie Wegekette oft mühsam herausgesucht werden müssen. Der VCD fordert daher: Budget darf nicht bei Barrierefreiheit gekürzt, Personal muss ausreichend geschult werden und eine selbstbestimmte Mobilität darf kein Luxus, sondern muss Voraussetzung sein.

vcd.org/artikel/bus-und-bahn-barrierefrei

„Inklusive Mobilität sollte für alle eine Selbstverständlichkeit sein, die die Menschenrechte und das Grundgesetz ernst nehmen.“ 

Bastian Kettner und Dominik Fette, Bahntest-Autoren

zurück