3177 mal für immer vermisst. Für Null Verkehrstote.

Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. VCD und Changing Cities fordern zum Tag der Verkehrssicherheit: Sichere Mobilität auf den Straßen. Aufruf zur Protest Performance am Samstag, 16. Juni vor dem Bundesverkehrsministerium

Berlin. Im vergangenen Jahr starben 3177 Menschen bei Verkehrsunfällen in Deutschland. Ein Todesfall im Verkehr betrifft im Schnitt 113 Angehörige, Freunde, Bekannte und Einsatzkräfte, ergab kürzlich eine Studie unter anderem von infratest dimap. Jedes Jahr sind damit rund 360.000 Menschen unmittelbar vom Verkehrstod eines Menschen betroffen. Der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verein Changing Cities fordern zum morgigen Tag der Verkehrssicherheit die Bundesregierung zum Handeln auf.

Ein Angehöriger eines Verkehrstoten, der anonym bleiben will: „Vor vielen Jahren starb mein Bruder bei einem schrecklichen Autounfall auf einer Landstraße. Er geriet vollkommen unschuldig in die Situation. Ein junger Mann fuhr zu schnell und verlor die Kontrolle über seinen Wagen. Der Fahrer überlebte den Unfall, mein Bruder starb. Ich hörte, dass der Unfallverursacher danach wieder so schnell fuhr. Ich bewundere Angehörige, die gegen Raser vor Gericht ziehen. Wir hatten damals nicht die Kraft. Mein Vater versank in Schweigen. Meine Mutter konnte nichts mehr essen und betäubte ihren Kummer mit Beruhigungsmitteln. Sie starb wenig später. Ich war achtzehn und fühlte mich nie wieder so verloren und verzweifelt in meinem Leben. Ich wünschte, der Fahrer könnte fühlen, was er uns angetan hat. Der Schmerz vergeht nie und es tut weh, darüber zu sprechen. Eine "Mobilität für Menschen", das steht für mich für Sicherheit, Rücksichtnahme und Vernunft. Ich fordere Geschwindigkeitsbegrenzungen in Städten, für Landstraßen und auf Autobahnen und sau-harte Strafen für rücksichtslose Raser.“

Hinter den Einzelschicksalen Hunderttausender steht das strukturelle Problem einer autofixierten Verkehrspolitik. Deutschland braucht ein Tempolimit auf Autobahnen von 120 km/h, 80 km/h Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen und 30 km/h als Regelgeschwindigkeit innerorts. In den Städten und auf dem Land muss eine sichere und attraktive Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrende geschaffen werden. Lkw müssen verbindlich mit elektronischen Abbiege-Assistenten nachgerüstet werden. Lkw ohne Abbiege-Assistenten: raus aus den Städten.

Der VCD und Changing Cities rufen zum gemeinsam Protest für mehr Sicherheit im Verkehr morgen vor dem Bundesverkehrsministerium auf. Mit einem „Die-In“ vor dem Ministerium wird den 3177 Verkehrstoten im letzten Jahr gedacht. Anschließend ziehen die Liegenden ihre Körperumrisse mit Kreide nach und fordern die Bundesregierung und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf: „#StopptDenStraßentod! Für Null Verkehrstote!“. Mehr Informationen zum Protest unter www.vcd.org/protest-performance.

VCD-Hintergrundpapier zu Verkehrstoten und Verletzten in Deutschland: www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Verkehrssicherheit/180615_VCD_Hintergrundpapier_Verkehrstote_und_Verletzte.pdf

Pressekontakt:
Lisa Feitsch, VCD-Pressevolontärin • Telefon 030/280351-18 • presse@vcd.orgwww.vcd.org  • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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