4,3 Prozent Rückgang der Treibhausgasemissionen ist zu wenig – Zunahmen im Bereich Verkehr werden kleingeschrieben
Die heute von Umweltbundesamt und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit vorgestellten Zahlen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in Deutschland kommentiert der ökologische Verkehrsclub VCD: Von einer Trendwende im Klimaschutz kann nicht die Rede sein, wenn im Verkehrsbereich die Emissionen sogar zunehmen statt abnehmen. Das Reduktionsziel der Bundesregierung liegt bei 40 Prozent bis 2020. Will sie das erreichen, muss sie mehr tun, als auf milde Winter hoffen.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Politik traut sich weiterhin nicht an die heißen Eisen im Verkehrsbereich. Der Verband der Automobilindustrie scheint förmlich mitzuregieren. Und auch das jüngst gestartete Aktionsprogramm Klimaschutz greift im Verkehrsbereich zu kurz. Obwohl Pkw in Deutschland für mehr als die Hälfte der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, wird im Aktionsprogramm auf wirkungsvolle und verbindliche Maßnahmen zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen von Pkw verzichtet. Statt ambitionierte Maßnahmen, wie beispielsweise Tempolimits oder die Reform der Dienstwagenbesteuerung anzugehen, rühmt man sich für butterweiche Instrumente, wie Gutscheine für Spritsparkurse beim Autokauf“.
Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD betont: „Der Verweis auf weitere Aktivitäten nach 2020 hilft wenig, denn die Weichen werden jetzt gestellt. Dies betrifft im Verkehrsbereich vor allem die Fortschreibung der CO2-Grenzwerte für Pkw nach 2020.
Statt zukunftsorientiert zu handeln, übt die Bundesregierung vielmehr den Schulterschluss mit der Autoindustrie und versucht Vorgaben für 2025 lieber zu verhindern. So funktioniert Klimaschutz im Verkehr nicht.“
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