Abgasskandal: Statt aufzuklären schaut die deutsche Politik zu

VCD kritisiert Bundesverkehrsminister Dobrindt – außer Ankündigungen nichts gewesen

Immer neue Erkenntnisse im Abgasskandal: Ergebnisse von Aufklärung oder vielmehr Salamitaktik? Fakt ist jedenfalls seit heute, nicht allein der Stickstoffausstoß ist bei Pkw manipuliert worden, sondern auch der CO2-Ausstoß. Nicht mehr sind nur Dieselfahrzeuge betroffen, sondern auch Benziner. Nicht mehr sind nur VW-Modelle überführt worden, sondern auch Audi-, Porsche-, Škoda- und Seat-Wagen. Dabei ist das Verhalten des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt katastrophal. Zur heutigen aktuellen Stunde im BundestagMichael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender:

„Es ist nicht überraschend, dass Stück für Stück immer mehr bekannt gegeben wird, wo Autohersteller tricksen und schummeln, um Grenzwerte für den Gesundheits- und Umweltschutz auf kostensparende Weise einzuhalten. Es war schon lange ein offenes Geheimnis, dass die CO2-Werte und damit auch Verbrauchsangaben nicht der Realität entsprechen können. Aber wieso erfahren Verbraucher und Öffentlichkeit die Beweise aus den USA von der dortigen Umweltbehörde?

Diese Frage muss erlaubt sein, genauso wie: Was macht Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt? Offensichtlich schauen er und das ihm unterstellte Kraftfahrtbundesamt in Schockstarre zu, anstatt zu ermitteln und die Öffentlichkeit endlich über die Machenschaften in der Automobilindustrie aufzuklären. Oder dachte man tatsächlich der Skandal vergeht, ohne das Verhältnis zur Autoindustrie grundlegend zu ändern? Es scheint, als habe Minister Dobrindt bei seinen Ankündigungen wieder einmal den Mund zu voll genommen. Es fehlt der wirkliche Wille, Tricksereien der Autohersteller aufzudecken, vor allem weil die über viele Jahre lang gepflegten Beziehungen zur Autoindustrie viel zu eng sind.“

Der VCD fordert die Bundesregierung auf, endlich effektive Schritte einzuleiten, damit Betrügereien ein Ende haben. Das heißt: unangekündigte Nachtests auf der Straße und keine Verwässerung  bestehender Grenzwerte.

 

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • <link>presse@vcd.org

zurück