Gemeinsame Pressemitteilung

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ starten: Seit 20 Jahren aktiv für sichere Schulwege

Am Montag starten die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Vom 21. September bis 2. Oktober 2026 führen Schulen und Kindertageseinrichtungen bundesweit Projekte rund um das Thema Mobilität durch und setzen so ein Zeichen für sichere, selbstständig und aktiv zurückgelegte Schulwege. Die Aktionstage finden bereits zum 20. Mal statt. Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) rufen in Kooperation mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) gemeinsam zur Teilnahme auf.

Die Aktionstage sollen mehr Aufmerksamkeit für die Situation von Kindern im Straßenverkehr schaffen und die Sichtbarkeit für das Thema Schulwegsicherheit erhöhen. Denn ein sicherer Schulweg ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder ihre Umgebung selbstständig entdecken und sich eigenständig im Straßenverkehr bewegen können. Gleichzeitig zeigt der tägliche Blick vor die Schulen: Wo morgens viele Kinder mit dem Auto bis unmittelbar vor das Schultor gebracht werden, entstehen häufig Gefahren durch unübersichtliche Situationen.

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, erklärt: „Ein eigenständig zurückgelegter Schulweg ist deshalb weit mehr als der Weg von A nach B: Kinder entdecken dabei ihre Umgebung, gewinnen Orientierung, übernehmen Verantwortung und entwickeln Selbstvertrauen. Das Recht auf Mobilität und freie Bewegung gehört zu einer kindgerechten Stadt und Gesellschaft. Dafür brauchen Kinder sichere Wege und ausreichend Raum, um ihren Schulweg möglichst selbstständig zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurücklegen zu können. Wir sollten Kindern mehr zutrauen und ihnen die Möglichkeit geben, ihren Schulweg Schritt für Schritt selbst in die Hand zu nehmen.“

Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE, sagt: „Kinder brauchen einen sicheren Schulweg und sie brauchen die Chance, diesen Weg auch selbstständig bewältigen zu dürfen und zu können. Dazu müssen wir den Bringverkehr rund um Schulen deutlich reduzieren und beispielsweise durch Elternhaltestellen die gefährlichen Situationen vorm Schultor entschärfen. Wo immer möglich, sollten Kinder den Schulweg selbst laufen – gemeinsam mit Freundinnen und Freunden macht das ohnehin mehr Spaß. Die Bewegung an der frischen Luft tut gut, macht wach und hilft Kindern, konzentriert und gut gelaunt in den Schultag zu starten. Damit das möglich ist, müssen Politik und Kommunen geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Kinder zu fördern.“

Carolin Ritter, Bundesgeschäftsführerin des VCD, betont: „Um Kinder auf dem Schulweg nicht zu gefährden und besser zu schützen, müssen wir den Autoverkehr rund um Schulen konsequent begrenzen und den öffentlichen Raum neu verteilen. Tempo 30 auf Straßen, die als Schulwege genutzt werden, muss zum Standard werden. Wo nötig, braucht es Schulstraßen und weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen. Entscheidend ist außerdem, dass Regeln nicht nur auf dem Papier stehen: Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrsregeln müssen wirksam überwacht werden. Unser Ziel muss eine Verkehrspolitik sein, die darauf ausgerichtet ist, dass kein Kind auf dem Weg zur Schule einen Unfall hat.“

Die drei Organisationen rufen Eltern, Schulen, Kitas und Kommunen dazu auf, die Aktionstage zu nutzen, um gemeinsam konkrete Verbesserungen vor Ort anzustoßen. Kinder sollen dabei nicht nur über sichere Mobilität sprechen, sondern ihren Schulweg selbst erkunden, Gefahrenstellen benennen und Ideen für bessere Wege entwickeln. Auf der Website der Aktionstage stehen dafür zahlreiche Aktionsideen und Materialien zur Verfügung. 

Schirmherrin der Aktionstage ist Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und bayerische Kultusministerin. Sie sagt: „Ein sicherer Schulweg ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Familien erleben den Straßenverkehr als Herausforderung. Umso wichtiger ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder ihren Weg zunehmend sicher zurücklegen können. Die Aktionstage machen Mut, neue Wege auszuprobieren und Kindern Selbstständigkeit zuzutrauen. Wenn Schulen, Kitas, Kommunen und Eltern an einem Strang ziehen, können wir hier viel bewegen.“ [Das ganze Statement finden Sie auf der Webseite.]

Weitere Informationen finden Sie unter zu-fuss-zur-schule.de.

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