Alarmierende UBA-Ergebnisse : Dieselpartikel verkürzen das Leben

VCD: Der Partikelfilter muss her. Sofort!

Die Ergebnisse der Studie der heute offiziell vorgestellten Studie des Umweltbundesamtes „Future Diesel“, müssten zu sofortigem Handeln führen, forderte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) heute in Berlin. Herrmann-Josef Vogt, stellvertretender VCD-Bundesvorsitzender: „Es ist nicht zu verantworten, dass die durchschnittliche Lebensdauer aller Menschen in Deutschland um ein bis drei Monate kürzer ausfällt, dass mehr als 10.000 Menschen vorzeitig sterben, weil eine Technik nicht eingesetzt wird, die vorhanden ist.“

Nicht nur das Umweltbundesamt warnt, auch die Weltgesundheitsorganisation WHO berechnet, dass europaweit jährlich 725.000 Lebensjahre durch Rußpartikel verloren gingen. Die feinen Rußpartikel aus modernen Dieselmotoren sind so klein, dass sie durch die Lunge ins Blut dringen und so nicht nur Krebs, sondern auch Asthma, Allergien und Kreislaufbeschwerden verursachen. Besonders Kinder sind den Abgasen – mit der höchsten Konzentration in einer Höhe von 1,5 Metern – schutzlos ausgesetzt.

Dieselrußpartikel können durch Partikelfilter beinahe vollständig beseitigt werden. Peugeot bietet diese Technik seit drei Jahren an und hat inzwischen 500.000 Pkw mit Partikelfiltern verkauft, davon 60.000 in Deutschland. Die deutsche Industrie verzögert bewusst die Einführung der gesundheitsschützenden Technik. Laut VW-Chef Pischetsrieder würde die Technik zwischen 200 und 400 Euro pro Fahrzeug kosten. „Die Industrie muss sich die Frage gefallen lassen, wie viel zwei bis drei Monate eines durchschnittlichen Menschenlebens wert sind. Es ist zynisch, wenn teure Spielereien, wie Leichtmetallfelgen oder elektrische Fensterheber serienmäßig angeboten werden, die nachweislich gesundheitsschützende Technik aber dem Kostenargument zum Opfer fällt“, sagte Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD.

Die vom Umweltbundesamt heute vorgeschlagenen neuen Grenzwerte reichten aus, um Schadstoffe aus Dieselmotoren deutlich zu reduzieren. Allerdings sei angesichts der täglich ausgestoßenen Rußwolken Eile geboten. „Wir können nicht bis zum Jahr 2010 warten, bis der neue Grenzwert europaweit gilt. Die steuerliche Förderung des Partikelfilters über die Kfz-Steuer muss schnell umgesetzt werden. Aber auch die Autoindustrie ist in der Verantwortung. Jeder angebotene Diesel ohne Partikelfilter ist Technik von gestern“, sagte Lottsiepen. „Autokäufer, die heute noch einen Diesel ohne Filter kaufen, müssen damit rechnen, dass der Pkw als Gebrauchtwagen dramatisch an Wert verliert, wie dies auch bei der serienmäßigen Einführung des Katalysators der Fall war.“



Rückfragen:
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher
(030) 280 47 11 - 1
(030) 280 47 11 - 7

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