Alle 19 Minuten verunglückt ein Kind im Straßenverkehr: VCD fordert Tempo 30, Schulstraßen und mehr sichere Radwege

Trotz der hohen Unfallzahlen setzen Politik und Kommunen weiterhin auf Appelle statt auf wirksame Maßnahmen. Dabei zeigen internationale Beispiele, dass Tempo 30, Schulstraßen und sichere Radwege Leben retten können – auch in Deutschland.

 

Die aktuellen Unfallzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland alle 19 Minuten ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet. Auffällig ist: Die meisten Unfälle ereignen sich morgens zwischen sieben und acht Uhr, wenn Kinder auf dem Weg zur Schule sind. Besonders häufig verunglücken Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren auf dem Fahrrad.

Trotz dieser alarmierenden Zahlen setzen Bund, Länder und Kommunen bislang vor allem auf Appelle und Einzelmaßnahmen. Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert stattdessen konsequente Maßnahmen:

  • Tempo 30 innerorts als Regelgeschwindigkeit
  • Schulstraßen: zeitweise für den motorisierten Verkehr gesperrt, damit Kinder sicher zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen
  • Flächendeckendes, sicheres Rad- und Fußwegenetz für alle Altersgruppen

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende, betont: „Statt wirkungsloser Appelle und schöner Worte brauchen wir entschlossenes Handeln. Wer den Schutz unserer Kinder ernst nimmt, muss Tempo 30 innerorts zur Regel machen, Schulstraßen einrichten und sichere Rad- und Fußwege schaffen. Das Beispiel Helsinki zeigt, dass es geht: Dort gilt weitgehend Tempo 30 – und seit einem Jahr gab es keinen einzigen tödlichen Verkehrsunfall. Das ist echte Vision Zero. Wer in ein sicheres, durchgängiges Fuß- und Radwegenetz investiert, schützt alle Radfahrenden und sorgt dafür, dass mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen.“

Weiterführende Informationen:

zurück