Automobilindustrie kommt am Klimaschutz nicht vorbei

VCD appelliert anlässlich Halbjahresbilanz des VDA: Hochmotorisierung stoppen – Verkehr muss bei CO2-Einsparung liefern – Industrie kann und muss endlich mitwirken

Jährlich bringen die Autohersteller mehr als eine halbe Million neue spritsaufende, hochmotorisierte Geländewagen auf den Markt, mit denen vor allem in Deutschland hohe Gewinne eingefahren werden. Parallel dazu ist das Jammern groß, wenn es um die Erreichung der europäischen CO2-Grenzwerte geht. Technisch, so die wiederkehrenden Beteuerungen, sei die Erreichung ambitionierter Emissionsgrenzwerte kaum machbar und wenn, dann nur mit hohen Kosten.

Andreas Hagenkötter, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: „SUV und Klimaschutz: Der Widerspruch kann nicht größer sein. Die Autoindustrie muss endlich begreifen, dass sich mit Spritfressern keine Klimaschutzziele erreichen lassen. Und Fakt ist, bis 2030 müssen die nicht vom Emissionshandel umfassten Sektoren EU-weit ihre Treibhausgasemissionen um 30 Prozent gegenüber 2005 verringern. In der Pflicht ist vor allem der Verkehr, der mit einem Drittel den größten Anteil daran hat.“

Notwendig ist eine Umkehr von der Hochgeschwindigkeitskultur. Denn wollen die deutschen Autobauer den noch vorhandenen Technologievorsprung erhalten, müssen sie jetzt in Techniken für leichtere und effizientere Fahrzeuge investieren. Diese Pkw werden künftig vor allem gefragt sein.

„Und dann müsste es endlich auch in den Werbeanzeigen heißen – sparsam und sauber ist cool, statt  je feister dein SUV, um so erfolgreicher erscheinst du“, betont Gerd Lottsiepen verkehrspolitischer Sprecher des VCD.

Neben der Industrie ist aber auch die Politik gefragt. Sie muss die Autoindustrie mit in die Verantwortung nehmen.

Unabdingbar ist, dass die Bundesregierung endlich wirksame Anreize setzt, die den Absatz aller sparsamen Autos ankurbelt. Zur Erreichung der EU-Klimaziele für 2030 ist es folgerichtig, die CO2-Vorgaben schnell für die Zeit ab 2025 fortzuschreiben. So kann ein weiterer Anreiz für CO2-ärmere Fahrzeuge gesetzt werden, der sich dann auch schnell im Bestand bemerkbar macht. Davon profitieren letztlich auch verstärkt Elektrofahrzeuge.

Gerd Lottsiepen: „Entgegen allen Beteuerungen der Autoindustrie hat sich gezeigt, dass der aktuelle Grenzwert von 130g CO2 pro km machbar ist und das sogar leichter als gedacht. Die Autohersteller haben den Flottengrenzwert zwei Jahre vor Frist und ohne Inanspruchnahme einer Mehrfachanrechnung von Elektroautos erreicht. Dies sollte gerade für deutsche Hersteller Anreiz sein, eine Vorreiterrolle bei der Effizienzsteigerung einzunehmen, mit der Folge, dass sie auch künftig erfolgreich Autos verkaufen können.

Anlage: Auch der ab 2020 geltende Grenzwert von 95 g CO2/km ist schon darstellbar: mit der heute verfügbaren Technik, kann auf Basis der Neuwagenverkäufe des 1. Halbjahres 2015, ohne E-Autos eine Flotte zusammengestellt werden, die im Schnitt  90 g CO2/km ausstößt. <link fileadmin user_upload redakteure_2010 themen auto_umwelt co2-grenzwert _blank>www.vcd.org/fileadmin/user_upload/redakteure_2010/themen/auto_umwelt/CO2-Grenzwert/95g-Flotte_1.Hj_2015.pdf


Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • <link _blank>presse@vcd.org

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