Bund fördert „modellhafte Projekte“ für saubere Luft. VCD: Lösungen liegen auf der Hand. Weniger und saubere Autos sowie mehr Radverkehr und ÖPNV bundesweit statt fünf überflüssige Modellversuche

Berlin, 14.08.2018. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bundesumweltministerin Svenja Schulze haben heute Maßnahmen für saubere Luft in fünf Modellstädten vorgestellt. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wird der Bund mit rund 130 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 „modellhafte Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und zur Verringerung der Stickstoffdioxidbelastung“ in den Städten Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen fördern. Die Modellprojekte werden wissenschaftlich begleitet und hinsichtlich des NO2-Reduktionspotenzials ausgewertet. Bei besonders wirksamen Maßnahmen soll geprüft werden, ob sie auf andere Städte übertragen werden können. Der ökologische Verkehrsclub VCD kommentiert dies wie folgt:

Philipp Kosok, VCD-Verkehrsexperte: “Mit Modellprojekten in fünf Städten lässt sich nicht für saubere Luft in 65 Städten sorgen. Eine Studie für die Wirksamkeit von Maßnahmen braucht es nicht. Die Lösungen für saubere Luft liegen auf der Hand. Es braucht weniger und saubere Autos in den Städten und mehr Bus-, Bahn- und Radverkehr. Die Bundesregierung muss bundesweit für entsprechende Maßnahmen sorgen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Städte. Die Menschen, die in den Innenstädten unter Stickoxiden leiden, sind selten die Verursacher der schmutzigen Luft. Es sind die Pendler, die täglich 20, 30 oder 50 Kilometer zur Arbeit in das Stadtzentrum fahren, denen man Alternativen zur Fahrt mit dem eigenen Auto anbieten muss.

Um die Stickoxidbelastung schnell zu senken, ist die Hardware-Nachrüstung von schmutzigen Dieselfahrzeugen unabdingbar. Der Streit zwischen Verkehrsminister Scheuer und Umweltministerin Schulze muss beendet und die Diesel-Nachrüstung auf Kosten der Autohersteller beschlossen werden. Auch dürfen nur noch Pkw zugelassen werden, die auf der Straße die NO2-Grenzwerte tatsächlich einhalten.“

Pressekontakt: VCD-Pressestelle • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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