Carsharing gibt Anreiz zum Umdenken und fördert moderne Mobilität
Berlin, 3. Juli 2014. Die heute vom Öko-Institut und Institut für sozial-ökologische Forschung vorgestellten Zwischenergebnisse der Forschungsprojektstudie zur Nutzung neuer Carsharing-Systeme bestätigen: wer auf Carsharing setzt, der kombiniert die vorhandenen Verkehrsmittel – je nach Bedarf und Situation. Das heißt im Umkehrschluss, ob stationsgebunden oder nicht, Carsharing fördert die Freiheit, ohne eigenes Auto leben zu können. Carsharing gibt den Anreiz, öffentliche Verkehrssysteme auszuprobieren und nicht nur das, es besteht die große Chance genau hier Elektro-Autos auszutesten.
Ingolf Hetzel, Mitglied des VCD-Bundesvorstandes: „Die Bundesregierung sollte sich diese ersten Ergebnisse ganz genau anschauen. Seit Monaten wird im Bundesverkehrsministerium an einem Gesetz zur Förderung der Elektromobilität gearbeitet. Dieses soll Parkprivilegien für Elektrofahrzeuge enthalten, während dies für Carsharing-Pkw, nach den uns vorliegenden Informationen, von Juristen im Verkehrsministerium verhindert wird. Ein absolut widersprüchliches Vorgehen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Carsharing-Fahrzeuge ökologisch viel sinnvoller sind als private E-Autos, die mit dem herkömmlichen Strommix fahren.“
Unabhängig vom Antrieb verbessern Carsharing-Autos die Lebensqualität in den Städten, da sie durchschnittlich mehr als zehn Privat-Pkw ersetzen. Eine Neuregelung des Parkens, die Carsharing-Autos nicht mindestens in gleichem Maße privilegiert wie Elektroautos, ist ökologisch und städteplanerisch kontraproduktiv und aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD deshalb nicht akzeptabel. Kommunen und auch Verkehrsexperten im Bund haben das bereits erkannt. Nur das Verkehrsministerium zögert und beruft sich immer wieder auf die Privilegienfeindlichkeit der Straßenverkehrsordnung.
Ob stationsbasiertes Carsharing oder Freefloating ein weiterer Vorteil ist, dass hier E-Autos in unterschiedlicher Nutzung ausprobiert werden können. Und wie die Studienergebnisse aufzeigen, tun es die Verbraucher und Verbraucherinnen längst. Sogar neue Nutzergruppen werden erreicht, Menschen die bislang kritisch gegenüber öffentlichen Verkehrssystemen eingestellt waren.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Das Carsharing erhöht die Freiheit, ohne eigenes Autos gut leben zu können und mobil zu bleiben. Deshalb ist es zu fördern. Wer außerdem Elektroautos zum Durchbruch verhelfen will, muss ermöglichen, dass sie von vielen Bürgern auf Herz und Nieren ausprobiert werden. Dafür bietet sich das Carsharing an.“
Die Stellungnahme des ökologischen Verkehrsclub VCD zum Elektromobilitätsgesetz, insbesondere zu den unterschiedlichen Privilegierungen, ist nachzulesen unter: <link elektromobilitaet.html>www.vcd.org/elektromobilitaet.html.
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