Deutsche Bahn AG steigert Gewinn
Berlin, 29. März 2012. Das Jahr 2011 war für die Deutsche Bahn AG ein gutes Jahr, insbesondere finanziell. Zufrieden präsentierte Bahnchef Rüdiger Grube auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Berlin ein Umsatzplus von 10,1 Prozent auf einen Rekordwert von 37,9 Milliarden Euro und ein EBIT von 2,3 Milliarden Euro. Signifikante Gewinne erzielten die Geschäftsbereiche Infrastruktur, wozu DB Netz und DB Stationen gehören, sowie der Schienenpersonennahverkehr, beides Geschäftsbereiche, die größtenteils mit öffentlichen Mitteln finanziert werden.
Der ökologische Verkehrsclub VCD übt aus diesem Grunde Kritik an der Gewinnabführung an die Holding und der damit fehlenden Reinvestition. Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Die Überschüsse aus den Stations- und Trassenentgelten dürfen nicht in den DB-Konzern fließen, sie müssen vielmehr zu einhundert Prozent in die Infrastruktur reinvestiert werden." Darüber hinaus braucht die bundeseigene Infrastruktur für die Eisenbahnen eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung durch den Bund. Darin ist sich der VCD mit der DB AG einig.
Als vorrangiger Nutzer des Netzes, sollte sich die DB AG aber nicht zusätzlich an den Gewinnen aus dem steuerfinanzierten Netz bedienen. „Die Bundesregierung muss endlich das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel umsetzen und die Gewinnabführung aus der Infrastruktur in die Holding generell ausschließen", betont Michael Ziesak.
Investitionsbedarf sieht der VCD vor allem bei der regionalen Infrastruktur. Diese muss dringend ausgebaut und modernisiert werden. Immerhin tragen die Nahverkehrsbahnen mit ihren Trassen- und Stationsentgelten wesentlich zu den Einnahmen von DB Netz bei. Schon heute belaufen sich diese Nutzungsgebühren auf 60 Prozent der Kosten im SPNV und sie werden von Jahr zu Jahr weiter erhöht, mit der Folge, dass Verkehrsleistungen im Nahverkehr zurückgehen, statt zunehmen.
Der VCD sieht sich schließlich in seiner Forderung nach einem Verzicht auf Fahrpreisanhebungen bestätigt. Heidi Tischmann, Referentin für Verkehrspolitik: "Der Jahresabschluss verdeutlicht es noch einmal: die Deutsche Bahn hat es schlichtweg nicht nötig, die Fahrpreise anzuheben. Sie hätte im Dezember 2011 gut darauf verzichten können".
Für das laufende Geschäftsjahr erhofft sich der VCD, dass die DB AG auch in die weichen Faktoren, die zur Kundenzufriedenheit beitragen, kräftig investiert. Dazu gehören neben der Sauberkeit der Züge verständliche Informationen rund um die Bahnfahrt, die den Fahrgästen weiterhelfen.
Für Rückfragen und Interviewwünsche:
Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • Fax -10 • presse@vcd.org
vcd.org