Deutsche Neuwagen hinken im europäischen Vergleich bei Kraftstoffeffizienz hinterher
Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat es heute schwarz auf weiß bestätigt, die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland steigt an, Verbrauch und damit CO2-Ausstoß sinken nur geringfügig. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die viel zu geringen Verbesserungen bei Verbrauch und CO2-Ausstoß im Jahr 2014. Im Vergleich zum Vorjahr 2013 sinkt der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen lediglich von 136 auf 133 Gramm pro Kilometer. Ein maßgeblicher Grund ist der nach wie vor anhaltende Boom der SUVs. Kein Wunder somit auch, dass deutsche Autokonzerne über enorme Anstrengungen und Kosten klagen, um die künftigen CO2-Ziele der EU für Neuwagen ab 2020 zu erfüllen.
Nach einer aktuellen Analyse von T&E könnte eine intelligente Kfz-Besteuerung den Autoherstellern helfen, ihre Klimaziele kostengünstig und schnell zu erreichen. Ein Vergleich mehrerer nationaler Kfz-Steuersysteme in der EU zeigt: je stärker die Steuern nach CO2 gewichtet sind, desto höher ist die Nachfrage nach besonders sparsamen Neuwagen. Dies löst in der Folge auch einen Anreiz bei den Herstellern aus, mehr sparsame Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.
Laut T&E-Analyse weisen die Neuwagenflotten in den Niederlanden, Dänemark und Frankreich seit Jahren die niedrigsten CO2-Emissionen in Europa auf. Haupttreiber sind in diesen Ländern eine stark nach CO2 differenzierte Kfz-Steuer sowie eine Besteuerung des geldwerten Vorteils bei Dienstwagen, die sich ebenfalls am CO2-Ausstoß bemisst. EU-Länder, die keine oder nur geringe steuerliche Anreize setzen, weisen hingegen die höchsten CO2-Emissionen ihrer Fahrzeugflotten auf. Deutschland belegt mit Platz 21 von 27, unverändert einen der hinteren Ränge.
Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD: „Man muss sich nicht wundern, dass Deutschland in punkto Kraftstoffeffizienz hinter den meisten EU-Ländern zurückliegt. Die derzeitige Kfz-Steuer hat zwar eine CO2-Komponente, sie reicht aber nicht aus, um eine wirkliche Lenkungswirkung zu entfalten. Für Pkw mit hohem Verbrauch und entsprechendem CO2-Ausstoß müsste die Kfz-Steuer deutlich höher sein als bisher. Auch Dienstwagen, die im Vergleich zu Privatwagen im Schnitt höher motorisiert sind und hohe Fahrleistungen aufweisen, müssen endlich nach Abhängigkeit des CO2-Aussoßes besteuert werden. Erst dann können wieder Impulse für mehr Klimaschutz, weniger Verbrauch und Hochmotorisierung vom deutschen Automarkt ausgehen.“
Der VCD regt darüber hinaus an, besonders sparsame und CO2-effiziente Fahrzeuge mit einem Bonus zu belegen, wie dies Frankreich und die Niederlande seit Jahren erfolgreich praktizieren. Dies kurbelt den Absatz effizienter Fahrzeuge an, was auch den CO2-Bilanzen der Hersteller zu Gute käme. Gerade deutsche Hersteller bieten in zahlreichen Fahrzeugsegmenten bereits zukunftsweisende Modelle an, die aber laut Verkaufsstatistik oftmals Ladenhüter sind.
Müller-Görnert betont: „Pkw sind in Deutschland für mehr als die Hälfte der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dass die Bundesregierung im jüngst verabschiedeten Aktionsprogramm Klimaschutz auf jegliche Maßnahmen zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der Pkw-Emissionen verzichtet, ist absolut unverständlich.“
Die T&E-Analyse finden Sie unter: <link http: transenv.eu greencartax _blank>transenv.eu/GreenCarTax
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