Deutsche setzen auf SUVs statt auf sparsame Wagen
Im ersten Halbjahr 2014 wurden in Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum wieder mehr neue Pkw verkauft. Bedauerlich dabei, nicht die verbrauchsarmen Fahrzeuge nehmen zu, sondern die hochgelegten SUVs. Das Tempo bei der Verbrauchsminderung hat sich halbiert, was der ökologische Verkehrsclub VCD bemängelt.
Nach fast vier Prozent durchschnittlicher Verbrauchsminderung in den Vorjahren sind Verbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß der Neuwagen in diesem Jahr nur um rund zwei Prozent zurückgegangen. Ein wesentlicher Grund: die SUVs. Jeder zehnte Neuwagen ist mittlerweile ein SUV und ihre Neuzulassungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel zu, während Kleinwagen und Minis zurückgehen. Elektrofahrzeuge weisen zwar ebenfalls Zuwachsraten auf. Deren Marktanteil liegt jedoch gerade einmal bei 0,2 Prozent.
Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD: „In konjunkturstarken Zeiten rückt der Klimaschutz in den Hintergrund. Das gilt auch beim Autokauf. Vielen ist allerdings gar nicht bewusst, dass ein SUV gegenüber dem vergleichbaren Basismodell, mit gleicher Größe und Leistung, lediglich mehr Sprit verbraucht ohne im Alltagsverkehr einen Zusatznutzen zu bringen.“
Für den ökologischen Verkehrsclub VCD zeigen die aktuellen Zahlen auch, dass das von der Bundesregierung propagierte Ziel von einer Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 bei einem »Weiter so wie bisher« nicht erreichbar ist. Entscheidend für den Erfolg sparsamer Autos, zu denen auch Elektrofahrzeuge gehören, sind die Rahmenbedingungen. Dazu gehört eine ambitionierte CO2-Regulierung, wie es die aktuelle Studie von Transport & Environment (T&E) unterstreicht. Darüber hinaus sind steuerliche Anreize für den Kauf sparsamer Autos unabdingbar.
„In zahlreichen Ländern in Europa gewährt die Politik bereits Boni bei der Besteuerung sparsamer Fahrzeuge, während für Autos mit höherem Verbrauch deutliche Aufschläge zu zahlen sind. Diese Länder belegen regelmäßig beim CO2-Ranking Topplätze. Deutschland hingegen beschäftigt sich lieber mit einer unsinnigen Pkw-Maut, anstatt Kfz-Steuer -, Mineralöl- und Dienstwagensteuer zu einem zielführenden Paket zu entwickeln und damit den Absatz sparsamer Autos zu fördern“, kritisiert Müller-Görnert.
Link zur Studie von T&E: <link http: www.transportenvironment.org publications electric-vehicles-2013-progress-report>www.transportenvironment.org/publications/electric-vehicles-2013-progress-report
vcd.org