Deutschland zeigt Gesicht für Tempo 30

Foto-Aktion des »Netzwerk Tempo 30« verdeutlicht Anliegen der Bürger

Viele Orte in Deutschland müssen sicherer und ruhiger werden. Das zeigt die Fotoaktion des »Netzwerk Tempo 30«. Von Juni bis November waren deutschlandweit Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, mit ihrem persönlichen Foto zu zeigen, an welchen Orten eine Temporeduzierung erforderlich ist. Ob aus Hamburg, Berlin, Hannover, Passau, Jena oder Dresden, überall her kamen  Fotobotschaften für eine gemeinsame Deutschland-Aktionskarte.

Oft ist es die Sicherheit von Kindern, die nicht nur vor Schulen und Kindergärten mit der Forderung einer Geschwindigkeitsreduzierung verbunden wird. Darüber hinaus macht die Aktionskarte deutlich, Anwohner wünschen sich Tempo 30 auch, damit es ruhiger wird. Und Fahrradfahrende wiederum sehen die Chance, besser wahrgenommen zu werden.

„Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit macht das Radfahren nicht nur sicherer, sondern fördert auch das entspannte Miteinander im Straßenverkehr“, ist Albert Herresthal, Vorsitzender des Verbund Service und Fahrrad g.e.V. (VSF), überzeugt. „Dass viele Fahrradfahrer diese Hoffnung teilen, zeigt nicht zuletzt die starke Resonanz bei den Fotobotschaften, die in Tempo 30 einen Gewinn für Radfahrende sehen.“

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) spricht sich für Tempo 30 aus: „Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit die wirkungsvollste Maßnahme. Deshalb ist dies auch eine Forderung unseres neuen Verkehrspolitischen Programms“, sagt Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des ADFC.

Die Fotoaktion »1000 Orte für Tempo 30« ist eine von vielen Maßnahmen des Verbände- und Unternehmensnetzwerks, das seit 2012 aktiv eine Änderung der veralteten Straßenverkehrsordnung (StVO) in Deutschland einfordert und dies auch an die neue Bundesregierung herantragen wird. Denn nach geltender Gesetzgebung muss jede Temporeduzierung einzeln beantragt werden, mit dem Ergebnis, dass Tempo 30 und Tempo 50 kleinteilig wechseln und an vielen Orten zu schnell gefahren wird.

„Wer behauptet, dass Tempo 30 kein Thema sei, verkennt die zahlreichen Probleme vor Ort. Die Fotobotschaften zeigen den Handlungsbedarf ganz deutlich“, fasst Anja Hänel, Referentin für Verkehrssicherheit beim VCD, zusammen und ergänzt: „Da eine Novellierung des Gesetzes jedoch aktuell nicht in Sicht ist, hat der ökologische Verkehrsclub VCD eine Checkliste mit dem Titel »Erste Hilfe für Tempo 30« entwickelt. Diese ermöglicht es Anwohnern ab sofort, in wenigen Schritten die bestehenden Handlungsmöglichkeiten für eine Temporeduzierung vor Ort zu prüfen.“

Bürgerinnen und Bürger können die Foto-Aktionskarte zusätzlich als Plattform nutzen, um sich zu vernetzten und ihr Anliegen sichtbar zu machen. Dieses Engagement unterstützt das »Netzwerk Tempo 30« auch 2014.

Zum »Netzwerk für Tempo 30« gehören der ADFC, der Bundesverband Carsharing, das Deutsche Kinderhilfswerk, der Ökologische Ärztebund, Robin Wood, die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL), der Branchenverband VSF, nextbike, Green City sowie der ökologische Verkehrsclub VCD.

Die Aktionskarte sowie die VCD-Checkliste finden Sie unter:<link http: tempo30.vcd.org aktionen.html> tempo30.vcd.org/aktionen.html

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