Dobrindt träumt mit Autoherstellern um die Wette
Digitalisierung ist das neue goldene Wort von Autoindustrie und Bundesverkehrsminister Dobrindt. Doch während schönste Zukunftsformulierungen durch die Medienkanäle stürmen, stehen aktuelle Ziele vor einem desaströsen Misserfolg, kritisiert der ökologische Verkehrsclub VCD.
Deutschland ist weit davon entfernt eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, den CO2-Ausstoß im Verkehr zu verringern, geschweige denn eine erfolgreichen Strategie einer gerechten und zukunftsfähigen Infrastrukturfinanzierung auf die Beine zu stellen. Und was bietet die IAA? Noch mehr unreale PS-Träume und Computertechnik, die weit über das hinaus geht, was Autofahrer und Autofahrerinnen brauchen.
Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt unterstreicht erneut seine Rolle als Ankündigungsminister. Statt überhaupt ein Projekt erfolgreich bis zum Ende zu bringen springt er lieber von Thema zu Thema, dorthin wo es scheinbar ad hoc mediale Punkte zu sammeln gibt. Und von der Autoindustrie scheint er nun auch vollends eingefangen zu sein. Statt Kritik daran, dass die deutsche Autoindustrie immer noch zu wenige effiziente und zukunftsfähige Fahrzeuge auf die Straße bringt, nur Lob für Technik, die nicht einmal im Ansatz aktuelle Probleme löst. Dieser Minister hat keinen realistischen Lösungsansatz für den Verkehr von morgen.“
Politik und Autoindustrie sollten sich das Motto der diesjährigen IAA nochmals genau anschauen. Es lautet „Mobilität verbindet“. Das heißt, Auto, Bahn, Bus und auch das Fahrrad in einer Mobilitätsstrategie verbinden. Das wäre eine wirkliche Revolution.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Wenn Angela Merkel heute die IAA eröffnet, dann muss sie ihren Minister zur Brust nehmen und Klartext reden, auch gegenüber den Herstellern. Die Automatisierung und Digitalisierung darf nicht zum Deckmantel für eine weitere SUV-Verkaufsshow werden, die gleichzeitig dringend benötigte Lösungen, zum Beispiel beim Einsatz von Partikelfiltern bei direkteinspritzenden Benzinern oder von ungefährlichen und klimaverträglichen Klimaanlagen unterbindet. Die Politik wiederum muss den Rahmen setzen, damit Innovationen einen wirklichen, entscheidenden Beitrag für den Klima- und Gesundheitsschutz wie auch die Verkehrssicherheit leisten.“
Schließlich käme ein ambitioniertes Wirken, statt dem bislang behäbigen, auch dem Verkehrsminister zu Gute, der bislang für die brennenden Themen wie Klimaschutz oder Infrastrukturverschleiß, Verkehrslärm oder Rückgang der Verkehrstoten, keine Lösungsansätze präsentieren konnte.
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