Energiegipfel im Kanzleramt

VCD fordert Sofortmaßnahmen für mehr Energieeffizienz im Verkehr – Kfz-Steuer schnell modernisieren

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) fordert die Bundesregierung anlässlich des heute stattfindenden Energiegipfels auf, für eine deutlich höhere Energieeffizienz im Verkehr zu sorgen und entsprechende Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene einzuleiten. Dazu gehöre die schnelle Umstellung der deutschen Kfz-Steuer auf den verbrauchsabhängigen Treibhausgasausstoß sowie ein Tempolimit auf Autobahnen. Mittelfristig müsse die Ökosteuer weiterentwickelt und im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab 2007 ein europaweiter CO2-Grenzwert für Pkw festgelegt werden.

„Das Ziel der Bundesregierung, den Energieverbrauch im Verkehr bis 2020 lediglich um fünf Prozent zu senken, ist völlig unzureichend. Um den dramatischen Klimawandel zu bremsen, brauchen wir viel ambitioniertere Vorgaben“, erklärt VCD-Bundesvorsitzender Michael Gehrmann. Bis jetzt habe der Verkehr die übrigen Bemühungen für mehr Klimaschutz konterkariert und nichts zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen beigetragen. Der CO2-Ausstoß des Verkehrs liege immer noch um fünf Prozent über dem Wert von 1990. Gehrmann: „Die Verkehrspolitik der großen Koalition führt ins Klimachaos. Der VCD fordert deshalb eine echte Nachhaltigkeitsstrategie nach dem Dreisatz ›vermeiden, verlagern, Effizienz steigern‹.“

Als erste Sofortmaßnahme müsse die Bundesregierung die Bemessungsgrundlage der Kfz-Steuer ändern. Die Berechnung nach Hubraum sei völlig anachronistisch und uneffektiv. Statt dessen müsse neben der ausgestoßenen Schadstoffmenge der Verbrauch die Höhe der Steuer bestimmen. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD beschreibt das Modell so: „Wer viel verbraucht und damit viele Treibhausgase in die Atmosphäre pustet, soll auch hohe Steuern zahlen. Wer ein sparsames Auto fährt, wird dagegen durch niedrige Kfz-Steuern belohnt.“ Schon unter Rot-Grün und jetzt unter Schwarz-Rot sei eine Änderung der Kfz-Steuer mehrfach angekündigt worden, doch passiert sei bis heute nichts.

Als weitere Sofortmaßnahme verlangt der VCD ein generelles Tempolimit auf Autobahnen in Deutschland. Zum einen sinke dadurch direkt der tägliche Kraftstoffverbrauch, zum anderen gebe es erhebliche indirekte Einspareffekte. „Nur weil es in Deutschland kein Tempolimit gibt, werden weltweit Autos auf hohe Autobahngeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h konstruiert. Das bedeutet überdimensionierte Motoren und zu viel Gewicht und damit zwangsläufig hohe Verbrauchswerte. Ein deutschland- und damit weltweites Tempolimit würde helfen, diese Ressourcen- und Energieverschwendung zu beenden”, folgert Lottsiepen.

Im Hinblick auf die EU-Ratspräsidentschaft, die Deutschland am 1. Januar 2007 übernimmt, verlangt der VCD die zügige Einführung eines europaweiten CO2-Grenzwertes für alle Pkw. Lottsiepen: „Die Selbstverpflichtung der Autoindustrie zur Verbrauchsminderung wird scheitern. Deshalb brauchen wir so schnell wie möglich verbindliche Vorgaben. Hier kann Deutschland im Rahmen seiner EU-Präsidentschaft eine echte Vorreiterrolle für mehr Klimaschutz übernehmen.“

Ein gutes Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, spritsparende Autos, mehr Sicherheit für Kinder: So sieht nachhaltige Mobilität für den Verkehrsclub Deutschland aus. Um diese Vision zu verwirklichen, wurde der VCD e.V. 1986 gegründet. Seitdem haben umweltbewusste mobile Menschen eine Alternative zu den herkömmlichen Automobilclubs und die Verkehrspolitik ein ökologisches Korrektiv. Derzeit unterstützen 63000 Mitglieder und Förderer den VCD.

VCD – 20 Jahre ökologisch mobil!

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