EU beschließt realitätsnähere Verbrauchstests für Pkw ab 2017
EU-Rat und Parlament haben sich Dienstagnacht mit großer Mehrheit auf die Einführung der neuen Messprozedur WLTP ab September 2017 geeinigt. Damit haben sie den Versuchen der Autoindustrie, das Einführungsdatum zu verschieben, eine Absage erteilt. Ein wichtiger Schritt nach langem Ringen, den auch Deutschland unterstützt hat. Verbraucher erhalten damit künftig verlässlichere Angaben zum Kraftstoffverbrauch sowie CO2-Ausstoß.
Allerdings, so die Kritik des ökologischen Verkehrsclub VCD, ist die Einführung des WLTP nur ein erster Schritt, denn nach wie vor wird der Verbrauchstest im Labor stattfinden. Autoherstellern bleiben somit weiterhin Möglichkeiten, die Tests in ihrem Sinne zu schönen.
Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik: „Auch wenn mit dem WLTP die großen Schlupflöcher geschlossen werden, vor allem durch eine strengere Definierung der Testbedingungen, werden Hersteller wieder Wege finden, Fahrzeuge auf den Labortest hin zu optimieren. Das heißt in der Konsequenz: der Verbrauch von Pkw und der damit verbundene CO2-Ausstoß muss zusätzlich durch Tests auf der Straße überprüft werden, ganz im Sinne der von Verkehrsminister Dobrindt angekündigten »Dopingstests«.“
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