EU-Kommission kippt CO2-Vorgaben für Neuwagen – Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit bleiben auf der Strecke
„Es ist ein schwarzer Tag für den Klimaschutz und für das Vertrauen in politische Entscheidungen“, kritisiert Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, den Revisionsentwurf. Der Kommissionsvorschlag weicht das Ziel vollständig emissionsfreier Neuwagen ab 2035 deutlich auf. Statt echter Nullemissionen sollen nur noch rund 90 Prozent eingespart werden, der Rest soll über Anrechnungen wie „grünen“ Stahl oder Biokraftstoffe ausgeglichen werden. Der VCD kritisiert dies als Mogelpackung, die den Abschied vom Verbrennungsmotor verzögert und zentrale Klimaziele gefährdet.
„Mit dem Aufweichen der CO2-Vorgaben für Neuwagen hat die EU ein zentrales Instrument für Klimaschutz im Verkehr faktisch aufgegeben. Damit dreht sie das Rad in Europa wieder zurück. Das wird auch die europäische Wirtschaft teuer zu stehen kommen, denn das Rennen um die künftige Antriebsform ist entschieden: Weltweit legen die Zulassungen von E-Autos enorm zu“, so Rohleder
Mehrere europäische Länder zeigen, dass eine konsequente Elektrifizierungsstrategie funktioniert. Unangefochtener Spitzenreiter in Europa ist Norwegen, wo inzwischen fast alle Neuwagen vollelektrisch sind. Es folgen Dänemark mit mehr als zwei Dritteln E-Auto-Anteil aller Neuzulassungen sowie Belgien, Finnland, die Niederlande und Schweden mit über einem Drittel. Das Erfolgsrezept sind klare politische Ziele, kluge steuerliche Anreize und ein frühzeitiger Ausbau der Ladeinfrastruktur.
„Die Beispiele aus Europa zeigen vor allem eins: Wer klare Ziele formuliert und sie konsequent verfolgt, schafft Planungssicherheit und Verlässlichkeit für die Industrie und stärkt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Elektromobilität. Die vereinbarten EU-Ziele nun wieder in Frage zu stellen, bewirkt genau das Gegenteil“, erklärt Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher beim VCD.

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