Europaparlament stoppt endlich Förderung für landbasierte Biokraftstoffe

VCD begrüßt Verschärfung der Nachhaltigkeitskriterien

In seiner gestrigen Abstimmung stimmte der federführende Umweltausschuss des Europaparlaments mit großer Mehrheit für ein Auslaufen der Förderung von Biokraftstoffen, die aus Nahrungs-, Futtermittel- und Energiepflanzen gewonnen werden. 2020 ist Stichdatum, danach könnte mit dem Einsatz von Nahrungs- und Futtermittelpflanzen für den Antrieb von Autos endlich Schluss sein.

Nach den Vorstellungen der EU-Parlamentarier soll der Anteil der auf dem Land produzierten Biokraftstoffe bis zum Jahr 2020 auf maximal sechs Prozentpunkte, des erneuerbaren Energien Ziels, gesenkt werden. Gleichzeitig plädieren sie für die Einbeziehung indirekter Emissionen in die Nachhaltigkeitskriterien. Das heißt, zukünftig sollen auch die Emissionen, in der Klimabilanz mitberücksichtigt werden, die durch die Verdrängungen von Anbauflächen entstehen.

Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD: „Das Europaparlament hat endlich das weitere Wachstum von solchen Biokraftstoffen ausgebremst, die eine schlechtere Klimabilanz aufweisen als Benzin und Diesel. Dass dies erst jetzt geschieht ist bedauerlich genug. Denn Biokraftstoffe dürfen nicht länger Entwaldung, Hunger und den Klimawandel befeuern.“

Einzig und allein Biokraftstoffoptionen, die tatsächlich Emissionen verringern, sollten gestärkt werden. Dazu zählen zum Beispiel Biokraftstoffe auf Basis von Rest- und Abfallstoffen oder Algen. Doch bevor diese in Autos verbrannt werden, so fordert es auch das Europaparlament, muss die stoffliche Wiederverwertung und das Recyceln von Abfall- und Reststoffen klare Priorität haben.

Im weiteren Verlauf stehen allerdings noch Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten an. Diese hatten sich zuvor für weniger strenge Auflagen ausgesprochen. Wenn Deutschland in seinen Klimaschutzbemühungen glaubhaft bleiben will, dann muss die Bundesregierung dem Umweltausschuss folgen.

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • <link>presse@vcd.org

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